Papst schwört Kirchenleitung auf Veränderung ein

image_pdfimage_print

Franziskus…mit atheistischen Anmerkungen von Erwin Peterseil.

Schon am 21.12.2019 war auf kath.press die folgende Meldung zu finden, die hier mit angefügten atheistischen Kommentaren gelesen werden kann:

kath.press: Franziskus verpflichtet Spitzen der Kurie auf Evangelisierung als "erste und wichtigste Aufgabe der Kirche" und zeichnet nüchternes Bild: "Keine christliche Leitkultur mehr".
Atheistischer Kommentar: Es ist super, dass der Herr Papst was wahrgenommen hat, dessen Wahrnehmung knapp 100 Prozent der europäischen Politiker nicht in der Lage waren! Dass wir in einer höchst säkularen Gesellschaft und nicht in einer christlichen Gemeinschaft leben, müsste selbst dem größten Deppen inzwischen aufgefallen sein! Wer jetzt noch die Pappen aufreißt und vom Leben in einem christlichen Europa redet, dem dürfen wir mit päpstlicher Bestätigung auf seinen blöden Schädel scheißen!

kath.press: Kurz vor Weihnachten hat Papst Franziskus die katholische Kirchenleitung auf durchgreifende Veränderungen eingeschworen. Das Christentum sei keine dominante Größe mehr, sagte das Kirchenoberhaupt in seiner traditionellen Ansprache vor Kurienleitern am Samstag. Nötig seien ein Wandel in der Seelsorge und ein missionarischer Neuaufbruch, aber auch neue Formen der Kommunikation in der Kirche.
Atheistischer Kommentar: Ja, das Christentum ist nimmer dominant, die Menschen leben weitgehend säkular, in Österreich gehen 90 % der katholischen Kirchenmitglieder sonntags regelmäßig nicht in die Kirche. Wie es mit dem konkreten Glauben ausschaut, schauen wir uns wieder einmal an der Standard-Umfrage von 2014 und 2018 an:

Nur 20 % glauben noch an die Auferstehung des Jesus, den wichtigsten Glaubenssatz, 31 % an das ewige Leben, innerhalb von vier Jahren ist die Zustimmung zu den Fragen nach den christlichen Glaubenssätzen des Glaubensbekenntnis im Schnitt von 35 auf 25 % zurückgegangen! Da ist es sehr rätselhaft, warum 2018 noch knapp 57 % der Österreicher Mitglieder der katholischen Kirche waren! Das hängt vermutlich damit zusammen, dass öffentlich – speziell auch von Politikern – so getan wird, als wäre Österreich nicht säkular, sondern christkatholisch und diese Mitgliedschaft immer noch eine Art staatsbürgerliche Pflicht!

kath.press: "Wenn wir wollen, dass alles bleibt wie es ist, dann ist nötig, dass alles sich verändert", zitierte Franziskus aus dem Roman 'Der Leopard' von Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896-1957). Der Papst verteidigte die von ihm unternommene Kurienreform. Sie maße sich nicht an, so zu tun, also ob vorher nichts existiert hätte, sondern ziele im Gegenteil darauf, "all das Gute zu würdigen, das in der komplexen Geschichte der Kurie getan worden ist".
Atheistischer Kommentar: Der Papst sieht zwar die Realität, aber er versteht sie trotzdem nicht und glaubt an die Möglichkeit von Missionierungen und die Reformierbarkeit der katholischen Kirche. Er sagte dazu ja auch am 21.12.: "Die Kirche ist 200 Jahre lang stehen geblieben. Warum bewegt sie sich nicht? Haben wir Angst?" Die Kirche hatte den "Modernismus" abgelehnt und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den "Antimodernismus" gegen die gesellschaftlichen und politischen Reformen und Umbrüche der Moderne und des Liberalismus ausgerufen! Jetzt den Antimodernismus zurückzunehmen und modernistisch-liberal zu werden, wird aber nix bringen! Weil die protestantischen Kirchen in Europa haben sich längst mit dem Modernismus arrangiert und verlieren trotzdem oder deswegen mehr Mitglieder und noch mehr die Religion tatsächlich Praktizierende! Weil der moderne Liberalismus kommt zunehmend ohne Götter aus…

kath.press: Der Papst verlangte eine Rückbesinnung auf die "erste und wichtigste Aufgabe der Kirche: die Evangelisierung". Die Erneuerung der Kurienstrukturen solle dazu dienen, "dass sie alle missionarischer werden". Franziskus warnte vor den Versuchungen, "sich in die Vergangenheit zurückzuziehen" und zu erstarren. Zugleich wandte er sich gegen eine "relativistische Pastoral" oder einer Orientierung am "Zeitgeschmack".
Atheistischer Kommentar: Die Neuevangelisierung war ein Hobby seines Vorgängers, Papst Ratzinger hätte das gerne gehabt, für 2012 war dazu in Europa ein Probegalopp angesagt worden, der dann in aller Stille einfach gar nicht probiert wurde, vom 2010 eingerichteten "Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung" hört man nichts mehr, auf der Vatikan-Homepage-Seite dieses Rates ist die letzte Eintragung vom Jänner 2013…

kath.press: Von der Kirche forderte der Papst einen verstärkten Dienst an Armen, Ausgegrenzten und besonders Migranten; diese stellten "einen Schrei in der Wüste unserer Menschheit" dar. Es gehe um "Brüder und Schwestern", die von der globalisierten Gesellschaft ausgesondert würden. Die Kirche müsse Zeugnis dafür zu geben, "dass es für Gott niemanden gibt, der fremd oder ausgeschlossen ist". Das Mittelmeer sei für "zu viele zu einem Friedhof geworden".
Atheistischer Kommentar: Die Vermutung, dass das der Kirche helfen würde, ist ein sicherer Irrglaube! In Europa ist der Zustrom islamischer Migranten bei den Menschen überhaupt nicht gut angekommen, wenn der Papst nun meint, mit Zuwanderungsreklame Stiche machen zu können, dann werden das keine Siegesstiche wie beim Kartenspiel sein, sondern Stiche gegen die Interessen der einheimischen Europäer.

kath.press: Von der Situation des Christentums zeichnete der Papst ein nüchternes Bild. "Wir haben keine christliche Leitkultur, es gibt keine mehr! Wir sind heute nicht mehr die Einzigen, die Kultur prägen, und wir sind weder die ersten noch die, denen am meisten Gehör geschenkt wird", sagte er. "Das Christentum ist keine dominante Größe mehr, denn der Glaube – vor allem in Europa, aber auch im Großteil des Westens – stellt keine selbstverständliche Voraussetzung des allgemeinen Lebens mehr dar". Auf mögliche Faktoren für eine Glaubwürdigkeitsverlust wie den Missbrauchsskandal, mangelnde Transparenz und fehlende Mitbestimmungsmöglichkeiten ging der Papst nicht ein.
Atheistischer Kommentar: Die Feststellung, dass es keine christliche Leitkultur mehr gibt, ist eine päpstliche Tatsachenfeststellung, diese christliche Leitkultur war zudem eine gewaltsam aufgezwungene gewesen, Gehör finden christliche Ansichten sehr wenig, man denke zum Beispiel nur an christkatholische Narreteien, wie das Geschlechtsverkehr nur für Inhaber katholischer Trauscheine erlaubt wäre! Daran orientieren sich maximal Promillebruchteile!
Der Christenglaube war niemals die von der Menschenmehrheit frei gewählte selbstverständliche Voraussetzung des allgemeinen Lebens gewesen, sondern maximal die anbefohlene! Und das geht schon länger nimmer und darum ist das Christensystem davongeschrumpft!

Daran kann kein Papst mehr was ändern!

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).

Mehr zum Thema:
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Religion veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar