fowid über Kirchenmitgliederzahlen in den Bundesländern


fowidWEIMAR. (fgw/fowid) Das Staat-Kirche-Verhältnis wird in Deutschland weitgehend auf der Ebene der Bundesländer verhandelt, da der Bund für Kirche als Kultur/Kultus nur in wenigen Themen eine Zuständigkeit besitzt. Insofern ist es angebracht, sich die Situation der beiden maßgeblichen großen „Amtskirchen“ in den Bundesländern anzusehen.

 

Allgemeiner Überblick

Auch wenn die Tendenz der Verringerung der Anzahl der Kirchenmitglieder in allen Bundesländern gleichermaßen vorhanden ist, sind die Unterschiede zwischen den westlichen und den östlichen Bundesländern beträchtlich.

 

Alle westdeutschen Flächenländer (d. h. ohne die ‚Stadtstaaten‘ Berlin, Hamburg und Bremen) haben 2018 noch eine amtskirchliche Mehrheit. Die Verringerung der Prozentanteile von 2001 bis 2018 ist durchgehend um die 13 Prozentpunkte, mit dem Spitzenwert in Bayern mit rund 16 Prozentpunkten Verringerung. Aber auch in den östlichen Bundesländern geht diese Verringerung der Anzahl der Kirchenmitglieder stetig weiter, wenn auch nur im einstelligen zwischen 5 bis 7 Prozentpunkten.

 

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50-Prozent-Prognose

In der Theorie des Staatskirchenrechts ist die 50-Prozent-Marke wesentlich, da ein geringerer Anteil bedeutet, dass es nicht mehr ‚normal‘ ist, Kirchenmitglied zu sein und die Kirchen selber – zusammen – nicht mehr die Mehrheit des ‚Üblichen‘ stellen.

 

Acht der 16 Bundesländer haben bereits Ende 2019 keine Mehrheit der Mitglieder der Amtskirchen. Neben den fünf östlichen Ländern und dem Bundesland Berlin – bei denen nicht bekannt ist, wann sie diesen Anteil unterschritten haben – sind es Hamburg (1995) und Bremen (2014). Ende 2020 wird voraussichtlich auch in Schleswig-Holstein die Mehrheit der beiden großen Kirchen beendet sein. Da auch in allen anderen Bundesländern die Rückgänge voran gehen, wird in Deutschland insgesamt voraussichtlich bzw. spätestens 2025 diese Mehrheit Geschichte sein…

 

Mehr dazu – inklusive von mehr als 18 detaillierten Tabellen und Grafiken – gibt es auf der fowid-Webseite.

 

 

(CF)

 

 
13.01.2020

Von: (CF)