4. Diözesanforum am 25. Jänner 2020 in OÖ

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Diözese LinzJa, man hat sich 2019 vorgenommen, die Zahl der Pfarren in Oberösterreich von jetzt 487 auf 40 schrumpfen zu lassen, der Beschlusstermin dafür ist der 25.1.!

Funktionieren soll das so: In der Diözese gibt 39 von einem Dechanten geleitete Dekanate. Statt der Dekanante soll nun  "Pfarren" geben und die bisherigen Pfarren sollen  "Pfarrgemeinden" heißen, die neuen Pfarren sollen dann aus neun bis vierzehn solcher Pfarrgemeinden bestehen. Die zum Ersatz der bisherigen Dekanate gewordenen Pfarren sollen laut katholisch.at von einem Pfarrvorstand geleitet werden, der aus dem Pfarrer, dem Pastoralvorstand und dem Verwaltungsvorstand besteht.

Auf der Site der Diözese Linz wird der Sinn der Sache so beschrieben: "Neue Strukturen seien notwendig, weil die Kirche in den alten Strukturen ihrem Auftrag, in der Spur Jesu zu gehen, immer weniger gerecht werden könne. Die neuen Strukturen sollten einen Rahmen bilden, damit Kirche für die Menschen von heute einladend erfahrbar sein könne, einen guten Rahmen für Spiritualität und Sakramentalität biete und in der Gesellschaft Präsenz zeigen könne. Daraus ergäben sich folgende Grundaussagen: Kirche ist ein starkes Netzwerk, gibt Freiraum für Eigeninitiative, hat einen realistischen Blick auf Ressourcen und klare Strukturen. Gemessen an der bisherigen Vorgehensweise für zukünftige Pfarrgemeinden innerhalb einer Pfarre werde es finanziell zu keiner Besser- oder Schlechterstellung kommen."

Ja, das sind immer die lustigen katholischen Träume! Dass die Zahl der praktizierenden Gläubigen von Jahr zu Jahr schrumpft, führt zum Ergebnis, dass es zu viele Pfarren und zu viele Kirchen gibt, bis in die 1960er-Jahre hatte man mit Kirchenneubauten die Zahl der Pfarren vermehrt und jetzt hat man eben eine viel zu große Infrastruktur, aber – weil speziell der Nachwuchs fehlt – immer weniger Kunden, der Gläubigenmangel ist inzwischen größer als der Priestermangel.

Und wenn's keine Dekanate mehr gibt und statt der Pfarren Pfarrgemeinden, dann gibt's mehr Interesse der Leute am katholischen Glauben? Und was soll am neuen Einteilungssystem einladend sein? Und warum sollten dann die Leute in der Kirche was sehen, dass sie erfahren möchten? Die Zahl der Besucher der Sonntagsmesse wird trotzdem weiterhin schrumpfen, man wird es wohl irgendwie leichter haben, Pfarrgemeinden zu schließen als Pfarren, weil man ja via Pfarre dann die noch existierenden Restgläubigen leichter in andere Pfarrgemeinden herumreichen kann…

Aber warten wir einmal, was am 25.1. tatsächlich beschlossen wird und wie dann die neue Kirchenstruktur mit zugeordneten Pfarrgemeinden ausschauen wird…

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).

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