Das Geheimnis des Glaubens

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Christus(Von Dr. Andreas E. Kilian, Gastautor). Nach offizieller Deutung der christlichen Kirchen ist eine Person namens Jesus Christus am Karfreitag gestorben und am dritten Tag leiblich von den Toten auferstanden. Wer sich dem Neuen Testament allerdings unvoreingenommen nähert, entdeckt in den „Zeugenaussagen“ jedoch eine ganz andere Geschichte.

 

Ostern ist das höchste Fest der Christenheit und nach apostolischem Glaubensbekenntnis kann nur Christ sein, wer an die leibliche Auferstehung von Jesus Christus glaubt. Doch dies ist nicht nur nach den Gesetzen der Thermodynamik ausgeschlossen, sondern steht auch so gar nicht in den Zeugenaussagen der Evangelisten. Hier findet sich eine ganz andere Geschichte, die sogar im Widerspruch zur Kernaussage des Christentums steht.

 

Die Zeugenaussagen laut Evangelien

 

Im Matthäus-Evangelium [Mt 28,1-10] kommen zwei Frauen – eine Maria aus Magdala und eine weitere Frau – am Morgen nach dem Sabbat zum Grab, um nach ihrem Herrn zu sehen. Ein Wesen – ganz in Weiß gekleidet – sitzt auf einem Stein vor einem Grab. Die beiden Frauen haben Angst, doch der „Engel“ weiß bereits, was sie wollen. Er erklärt ihnen, dass der Gesuchte auferweckt worden sei und sie den anderen Jüngern Bescheid sagen sollen, dass er nach Galiläa vorausgegangen sei. Als sie in die Stadt eilen, steht jedoch ein „Jesus“ plötzlich vor ihnen. Sie fallen vor ihm nieder, beten ihn an und berühren seine Füße.

 

Im Markus-Evangelium [Mk 16,1-8] ist der Sabbat vorüber, als drei Frauen – eine Maria aus Magdala, eine Maria, Mutter des Jakobus, und Salome – wohlriechende Öle kaufen, um den Toten zu salben. Während sie sich noch fragen, wer ihnen hilft, den Stein vor dem Grab wegzurollen, finden sie ein leeres Grab und gehen hinein. Dort sehen sie eine Person ganz in Weiß gekleidet, die ihnen erklärt, dass der Gesuchte auferstanden und nach Galiläa voraus gegangen sei. Dies sollen sie auch den Jüngern ausrichten. Doch die drei Frauen geraten in Panik und sagen niemandem etwas.

 

Laut Lukas-Evangelium [Lk 24,1-12] gehen mehrere Frauen früh am Morgen des ersten Tages der Woche mit Salbölen zum Friedhof. Da der Verschlusstein bereits weggerollt ist, betreten sie ein leeres Grab, finden jedoch keine Leiche vor. Während sie ratlos vor dem Grab stehen, treten zwei Männer in strahlend weißen Kleidern zu ihnen. Sie blicken verängstigt nach unten, als die Männer ihnen erklären, dass der Gesuchte auferstanden sei. Sie sollen den Jüngern Bescheid sagen. Weiterhin wird im Lukas-Evangelium hervorgehoben, dass es Maria aus Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, sowie alle anderen Frauen waren, die dies den Aposteln erklärt hätten. Doch die Apostel halten dies für leeres Geschwätz und glauben ihnen nicht. Nur Petrus geht zum Grab, beugt sich hinein, entdeckt dort Leinenbinden und staunt.

 

Gemäß dem Johannes-Evangelium [Joh 20,1-18] läuft eine Frau – eine Maria aus Magdala – sehr früh morgens am ersten Tag der Woche über den Friedhof. Sie sieht im Dunklen lediglich, dass der Verschlussstein von einem Grab bereits weggerollt ist und rennt zu den Jüngern, um ihnen dies mitzuteilen. Petrus und der Jünger, den Jesus liebte, eilen daraufhin zum Grab. Beide Jünger laufen gleichzeitig los, doch der geliebte Jünger läuft schneller als Petrus und kommt zuerst am Grab an. Doch er geht nicht in das Grab hinein. Dann kommt auch ein Simon Petrus hinter her und geht in das Grab. Und dann erst folgt auch der andere Jünger, welcher zuerst am Ort war, in das Grab.

Eine Maria steht währenddessen weinend vor dem Grab. Als sie sich in das Grab beugt, sieht sie dort zwei Männer in weißen Kleidern sitzen. Nach einer kurzen Erklärung der beiden „Engel“ dreht sie sich um und sieht vor dem Grab auf einmal jemanden stehen. Dieser Herr kennt sie beim Namen und sie nennt ihn auf hebräisch Rabbuni (hebr., mein Herr). Daraufhin entgegnet er ihr, dass sie ihn nicht anfassen soll. Den Jüngern erzählt sie anschließend, dass sie den Herrn gesehen hätte.

 

Für Christen sind diese vier Zeugenaussagen die Beweise, dass „Jesus“ von den Toten auferstanden sei. Da sich Zeugenaussagen immer widersprechen, seien gerade die logischen Ungereimtheiten der Beweis, dass es sich um echte Zeugenaussagen handeln müsse. Doch es gibt eine alternative Interpretation der Ereignisse, in der die scheinbaren Widersprüche durch eine neue, logisch plausible Schachtelung aufgehoben werden können.

 

Die alternative Interpretation

 

Joseph Atwill löste diese Denksportaufgabe in seinem Buch Ceasar´s Messiah, in dem er die Geschichten zunächst in die richtige zeitliche Reihenfolge brachte. Im Novum Testamentum Graece (NA28) – dem theologischen Standardwerk für das altgriechische Original – steht im Johannes-Evangelium „πρωῒ σκοτίας ἔτι οὔσης“ („frühmorgens der Dunkelheit noch seiend“) [Joh 20,1 NA]. Bei Matthäus heißt es „τῇ ἐπιφωσκούσῃ“ („Morgendämmerung“) [Mt 28,1 NA]. Bei Markus lautet die Textstelle „καὶ λίαν πρωῒ … ἀνατείλαντος τοῦ ἡλίου“ („Und sehr früh morgens … bei aufgehender Sonne“) [Mk 16,2 NA] und bei Lukas heißt es dann „ὄρθρου βαθέως“ („sehr frühen morgens“) [Lk 24,1 NA]. Dementsprechend heißt es dann in der lateinischen Version der Biblia Sacra Vulgata noch „tenebrae“ („dunkel“) [Joh 20,1 BSV], „lucescit in primam“ („das erste Licht hinter dem Horizont“) [Mt 28,1 BSV], „orto iam sole“ („die Sonne gerade über den Horizont getreten“ [Mk 16,2 BSV] sowie „valde diluculo“ („im hellen Tageslicht“) [Lk 24,1 BSV].

Zusätzlich geht Atwill davon aus, dass es mehr als eine Maria aus dem Dorf Magdala gibt, die mit ihren jeweiligen Freundinnen zum Friedhof eilen. Dort treffen sie nacheinander auf die Jünger, die sich unterschiedlich schnell zum Grab aufmachten.

Die chronologisch richtige Reihenfolge beginnt also mit dem ersten Abschnitt im Johannes-Evangelium. In diesem ist es noch dunkel, als eine Maria an irgendeinem leeren Grab vorbeikommt. Sie läuft

schnell weiter, um es den anderen Jüngern zu melden. Als diese erste Maria den Jüngern davon berichtet, beginnt das eigentliche Logical. Drei Jünger gehen los, aber der Lieblingsjünger – Johannes – ist schneller als erwähnter Petrus [Joh 20,3-4]. Doch auch ein Simon Petrus folgt als Dritter und ist nicht Letzter [Joh 20,6]. Folglich ist kurze Zeit später zunächst ein junger Mann in weiß gekleidet an einem Grab anzutreffen, der auf die beiden anderen Jünger wartet und es sich währenddessen auf einem umgeworfenen Grabstein vor der Kammer bequem macht [Joh 20,5].

Diesen ersten Mann treffen nun jene Maria und ihre Begleiterin, die laut Matthäus-Evangelium [Mt 28,2] noch kurz vor Sonnenaufgang am Grab erscheinen. Im ersten Licht des Tages strahlt Johannes wie ein Engel und natürlich weiß er bereits, was die Frauen suchen. Er schickt die Beiden zu den anderen Jüngern, um zu melden, dass der „Herr“ nicht im Grab sei. Die Frauen laufen los und treffen nun unterwegs auf den zweiten Jünger, Simon Petrus, der langsamer lief und dem anderen daher kurze Zeit später folgte. Diesen zweiten Läufer halten sie nun im ersten Licht für „Jesus“ und werfen sich vor ihm nieder, ohne genau hinzusehen. Dieser „Jesus“ bzw. Jünger lässt sich von den Frauen an den Füßen anfassen [Mt 28,9]. Nach diesem erotischen Intermezzo geht der zweite Jünger weiter zum Friedhof. Allerdings nicht, ohne die Frauen zu den anderen Jüngern zu schicken, die ebenfalls zum Grab kommen sollen [Mt 28,10].

Laut Johannes-Evangelium trifft der zweite Jünger an der Grabkammer ein und inspiziert sie [Joh 20,6], während der erste, Johannes, immer noch vor dem Felsgrab wartet [Joh 20,5]. Währenddessen erscheinen nun laut Markus-Evangelium drei Frauen bei Sonnenaufgang am Grab [Mk 16,2]. Der zweite Jünger, hat es sich mittlerweile im Grab bequem gemacht [Mk 16,5] und schickt diese Frauen zu dem dritten und letzten Läufer sowie zu den anderen Jüngern [Mk 16,7]. Die Frauen sind aber dermaßen erschrocken, dass sie dieser Anweisung nicht folgen und niemanden mehr sehen und mit keinem reden [Mk 16,8].

Laut Lukas-Evangelium hat der zweite Läufer das Grab wieder verlassen und steht mit dem ersten Läufer vor dem Grab [Lk 24,4], als Frauen im vollen Tageslicht mit Salbölen ankommen [Lk 24,1-3]. Die Jünger schicken die Frauen dem dritten Läufer entgegen, der immer noch nicht angekommen ist [Lk 24,9]. Die Gruppe dieser Maria aus Magdala, Johanna und Maria, Mutter des Jakobus, sowie andere Frauen berichten den anderen Jüngern und bringen nun den dritten Läufer dazu, sich endlich zum Grab aufzumachen [Lk 24,12].

Laut Johannes-Evangelium gehen andere Jünger, die mitgegangen waren, in die Stadt zurück [Joh 20,10], während eine Maria vor dem Grab steht und weint [Joh 20,11].  Als sie in das Grab blickt, sieht sie dort zwei „Engel“ in weißen Gewändern. Es sind Johannes und Simon Petrus, die sich wieder hingesetzt haben [Joh 20,12]. Als sie sich umdreht, sieht sie nun den letzten Läufer, Petrus, der gerade angekommen ist, vor dem Grab. Ihn hält sie zunächst für den Gärtner. Als er sie „Maria“ nennt, nennt sie ihn „Rabbuni“ („Herr“). Doch dieser Petrus lässt sich – im Gegensatz zu Simon Petrus – nicht von Frauen anfassen [Joh 20,17]. Maria aus Magdala läuft zu den anderen Jüngern und erzählt, sie habe den „Herrn“ gesehen [Joh 20,18].

 

Eine Verwechslungskomödie?

 

Werden die Ereignisse der Auferstehungsszenen in eine chronologisch und logisch plausible Reihenfolge gebracht, so wird eine raffinierte Verwechslungskomödie sichtbar. Alle Jünger waren bei der Verhaftung Hals über Kopf geflohen [Mt 26,36] und wohnten weder der Hinrichtung [Mt 27,55] noch der Beisetzung ihres Anführers bei [Mt 27,58-60]. Kein Jünger kennt die Grabkammer, doch als irgendeine Maria meldet, dass sie nachts im Dunkeln auf dem Friedhof ein leeres Grab gesehen habe, rennen drei Jünger los. Der Lieblingsjünger – der nicht wissen kann, welches Grab gemeint ist – ist als erster auf dem Friedhof, räumt einen Verschlusstein donnernd zur Seite [Mt 28,2] und setzt sich vor dem Grab auf diesen. Dass er nicht vor dem richtigen Grab sitzen kann, ergibt sich daraus, dass dieser „Engel“ weiß, dass der „Herr“ bereits auferstanden und fortgegangen war [Mt 28,6]. Vor dem richtigen Grab hätte der Grabstein also schon weggeräumt sein müssen. Da der „Engel“ ihn aber erst mit Getöse wegräumt [Mt 28,2], sitzt er nun definitiv vor dem falschen Grab. Alle weiteren Jünger, die jetzt kommen, gehen zu diesem „Engel“ und somit zum falschen Grab. Und für dieses falsche, leere Grab haben alle Jünger nur eine Erklärung: der Meister muss körperlich auferstanden und weggegangen sein!

Doch wohin gehen die

Frauen? Es gibt zwei Marias aus Galiläa, die bei der Beisetzung dabei waren und wissen, welches Grab das richtige ist [Mt 27,61; Mk 15,47; Lk 23,55]. Es können also nicht alle Frauen, die mit Salbölen auf dem Friedhof erscheinen, zu den Wissenden gehören.

Die erste Maria rennt laut Johannes-Evangelien nachts allein über den Friedhof und hat gar nicht die Absicht, den „Herrn“ im Dunkeln zu suchen [Joh 20,1-2]. Sie sieht nur irgendein leeres Grab und erzählt dies.

Laut Matthäus sehen die Besucherinnen zuerst den „Engel“, der sie anspricht und ihnen erklärt, dass der „Herr“ nicht mehr da sei [Mt 28,5]. Dieser „Engel“ zeigt ihnen das falsche Grab und eingeschüchtert vom Mansplaining gehen die Frauen unverrichteter Dinge weiter.

Bei Markus sind die Frauen mit der Frage beschäftigt, wer ihnen den Grabstein wegrollt [Mk 16,3]. Sie besichtigen zwischenzeitlich das vom ersten Läufer geöffnete Grab, da sie ein verschlossenes ohne Hilfe nicht betreten können. In diesem leeren Grab spricht sie der „Engel“ an [Mk 16,5] und erklärt ihre weitere Suche für sinnlos, da der „Herr“ bereits weg sei [Mk 16,6]. Diese Frauen reagieren vollkommen panisch auf den „Engel“ und fliehen ebenfalls unverrichteter Dinge vom Friedhof [Mk 16,8].

Laut Lukas kommen die Frauen aus Galiläa tagsüber auf den Friedhof, sehen sich um und betreten das falsche Grab [Lk 24,3]. Als sie ihren Fehler bemerken und zum richtigen Grab wollen [Lk 24,4], stellen sich ihnen zwei Männer in Weiß in den Weg, die ihnen wiederum erklären, dass der „Herr“ nicht mehr da sei [Lk 24,6]. Darauf hin verlassen sie den Friedhof und erklären den Jüngern, was sie gesehen haben.

Da die meisten Frauen beim Mansplaining zu Boden schauten [Lk 24,5] und niemanden erkannten, halten sie alle Männer in Weiß für „Engel“, den „Herrn“ oder gar den „Auferstandenen“. Zu dieser Verwechslung trägt auch noch bei, dass die Petrones (lat.; petro, alter Hammel) ihren Huldigungen nicht widersprechen.

 

Wortspiele?

 

Aber in den Evangelien steht doch ausdrücklich, dass „der Jesus“ den Jüngern und Frauen nach seiner „Auferstehung“ noch einmal erschienen ist? Zu der Verwechslungskomödie kommt noch ein weiteres Verwirrspiel der Autoren hinzu. Im Hebräischen lautet das entscheidende Wort „Yeschua“, zu deutsch: der Retter. Da die Hellenen aber kein „sch“ verwendeten, wird das Wort im Altgriechischen zu einem „Iesuos und im Lateinischen zu einem „Iesus“. Der Titel „Jesus“ ist also lediglich die lateinisierte Abwandlung der hellenisierten Bezeichnung für den vermeintlichen „Retter“ dieser Sektenmitglieder. Wer dieses Wortspiel nicht erkennt, muss glauben, dass die Autoren mit dem Titel „Iesus“ den Namen einer einzigen Person meinen. Der Titel kann aber auch für jeden anderen Jünger und Nachfolger gelten, wie die Szenen um Petrus und Simon Petrus als „Auferstandene“ deutlich machen. Einmal lässt sich dieser „Retter“ anfassen [Mt 28,9] und einmal eben nicht [Joh 20,17]. Einmal trifft ihn zuerst Maria aus Magdala auf dem Weg vom Friedhof zu den anderen Jüngern [Mt 28,9], dann sieht eine Maria aus Magdala ihn schon am Grab [Joh 20,14]. Die Jünger meinen ihn zuerst in Galiläa [Mt 28,16], auf dem Weg nach Emmaus [Lk 24,13], direkt am Grab neben Maria [Joh 20,14] oder in der Stadt [Joh 20,19] anzutreffen.

Obwohl sie drei Jahre mit ihrem „Herrn“ durch die Levante gewandert sind und täglich mit ihm sprachen und aßen, sind sich die Apostel nach der Kreuzigung nicht sicher, ob es wirklich ihr „Yeschua“ ist, der da vor ihnen steht [Mt 28,17; Mk 16,14; Lk 24,16, Lk 24,38]. Der Neue muss sich erst beweisen [Lk 24,39-43], bis sich keiner mehr traut etwas zu fragen [Joh 21,12] und sie „wussten“, dass er es ist. Dies ist das Geheimnis des Glaubens oder in anderen Worten: vier Jünger lassen sich als vermeintlich „Auferstandene“ feiern.

 

Die Namen des Aufstandes

 

Die Frauen sehen in dem Lieblingsjünger Johannes einen „Engel“, in Simon Petrus und Petrus den auferstandenen „Yeschua“ bzw. den „Herrn“ und von Lazarus (hebr. Eleazar) ist bekannt, dass er eine Woche vorher bereits auferstanden war [Joh 11,38-43]. Was wollen uns die Autoren mit diesen Titeln und Namen sagen?

Im Matthäus-Evangelium weissagt der „Yeschua“ kurz vor der Kreuzigung, dass der Menschensohn und Retter Judäas wieder erscheinen wird, wenn vom Tempel in Jerusalem kein Stein auf dem anderen bleibt [Mt 24,2], sich Volk gegen Volk erhebt und Hungersnöte wüten [Mt 24,7], Gräuel an heiliger Stätte stattfinden werden [Mt 24,15], der Blitz (der Legio Fulminata) von Osten nach Westen leuchtet [Mt 24,27] und sich die Geier (Legionsadler) um das Aas versammeln [Mt 24,28]. Der Yeschua will in Galiläa [Mt 28,10] innerhalb eines Geschlechtes [Mt 24,34] wieder erscheinen, und sein

Lieblingsjünger wird dies noch erleben [Joh 21,22-23] zu jener Zeit, wenn der Feigenbaum kurz vor dem Sommer austreibt [Mt 24,32].

Hiermit „prophezeien“ die Autoren der Evangelien den judäischen Aufstand der Jahre 66 bis 73 gegen Rom. Dessen Hauptakteure waren die Rebellenführer Johannes von Gischala, Simon bar Giora und Eleazar ben Simon in Jerusalem sowie Eleazar ben Jair in der Festung Masada. Die Namen der Jünger, die den König der Aufständischen [Lk 19,27] beerben wollten, waren also allen Bürgern Roms nach dem Krieg bekannt und die Evangelien erklären, wann und mit wem dieser Krieg begonnen hatte: mit dem Glauben an den Yeschua.

 

 

Literatur

 

Atwill, Joseph: Ceasar´s Messiah – The Roman Conspiracy to invent Jesus. Ulysses Press, Berkeley, CA, USA, 2005.

(auf deutsch: Das Messias Rätsel. Die Geheimsache Jesus. Allegria, Berlin 2008.)

 

Nestle, Eberhardt & Aland, Kurt: Novum Testamentum Graece. 28. Auflage. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2012.

 

Weber, Robert & Gryson, Roger: Biblia Sacra Vulgata. 5. Aufl. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2007.

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