Die Rebellen in Libyen haben Teile von Tripolis eingenommen und liefern sich verlustreiche Kämpfe mit den Getreuen Qadhafis. Al-Djazira meldet 123 gefallene Kämpfer der Rebellen. Nach einem halben Jahr der Kämpfe scheint die Lage für den Diktator jetzt aussichtslos. Gut – ähnliches glaubte man schon vor einiger Zeit und zäh hielt sich der Machthaber mit seinen Söhnen. Doch jetzt scheint es ernst für ihn zu werden.
Die Welt berichtet: Die Rebellen belagerten am Sonntag nach eigenen Angaben den Gebäudekomplex von Gaddafi in Tripolis. Der arabische Fernsehsender al-Arabija berichtete, die Aufständischen hätten Dutzende von Soldaten Gaddafis gefangen genommen. Doch auch die Aufständischen erlitten hohe Verluste.
Offenbar haben weitere hochrangige ehemalige Kampfgefährten Qadhafis das sinkende Schiff verlassen. Auch Nachbar Tunesien hat die Rebellen als legitime Vertretung Libyens anerkannt.
Aus unserer Sicht in Tunesien kann ich hinzufügen, wie sich die Lage der Exillibyer darstellt.
Tunesien hat über 300.000 Libyer aufgenommen, von denen etwa die Hälfte Qadhafi-Anhänger sind. Das führt zu der absurden Situation, das einerseits vor der libyischen Botschaft in Tunis gegen Qadhafi demonstriert wird, andererseits in den "besseren" Wohngegenden viele Libyer Wohnungen (zu horrenden Preisen) angemietet haben. Diese Wohlhabenden (in unserem neuen Viertel fährt praktisch jedes zweite Auto – grossvolumig - mit libyschem Kennzeichen) sind Qadhafi-Freunde.
Es kommt auch bereits auf tunesischem Boden zu Zusammenstössen zwischen Gegnern und Anhängern Qadhafis. Vor ein paar Tagen wurde ich Zeuge, wie Qadhafi-Anhänger einen LKW-Fahrer (rebellisch) mit Stöcken und Stangen bald zu Tode geprügelt hätten. Nur durch das Eingreifen beherzter Tunesier konnte Schlimmeres verhindert werden.
Die anfangs sehr positive Stimmung gegenüber den "Flüchtlingen" ist bereits deutlich gekippt – man wünscht sie sich so schnell wie möglich zurück. Wieviele (und vor allem welche) dann wirklich zurückkehren werden, bleibt eine offene Frage.
Allgemein ist die Meinung verbreitet, dass Qadhafi noch vor Ende des Ramadans erledigt sein wird. Hoffentlich wird Tunesien ihm nicht das von ihm angestrengte Asyl gewähren. Auf Djerba steht allerdings ein Flugzeug für ihn in ständiger Startbereitschaft.
Um 12:00 meldet die Welt – noch unbestätigt
Nach dem Aufstand der Regimegegner in Tripolis soll Muammar al-Gaddafi die Hauptstadt in Richtung algerische Grenze verlassen haben. Aus gut informierten Kreisen in Tripolis verlautete, der Staatschef und seine Familie hielten sich in einer Region unweit der Grenze auf. Dort würden sie von Angehörigen des Al-Orban-Stammes beschützt.
Laut Nachrichten von La Presse Tunisie schlägt sich unsere reguläre Armee derzeit im tiefsten Süden des Landes mit infiltrierten Gruppen auf Geländewagen ohne Kennzeichen herum und hat diese wohl eingekesselt. Es ist auch zu einzelnen Schusswechseln gekommen.
Wem diese Gruppen zuzuordnen sind, ist derzeit noch unklar – aber ziemlich sicher Libyer.
BBC um 16:33
The Telegraph 17:30
There were reports from rebel sources also that following the regime defeat in Gharyan, south of Tripoli, two of his sons, Hannibal and Mutassim, who had been leading the defence, were seen fleeing in the direction of the Algerian border.
Wieder der englische Telegraph
Latest
22.20: Libyan rebels advance to within two miles of Tripoli city centre, AP reports.
22.18: Rob Crilly in Benghazi reports that Jalil, head of the NTC, has confirmed capture of Seif al-Islam Gaddafi.The eastern rebel capital of Benghazi has exploded in celebration.
Soeben wird gemeldet, dass die Leibgarde Qadhafis die Waffen gestreckt hat.
Jetzt dürfte das Ding gelaufen sein.
Die Kapitulation der Leibgarde auch auf the Telegraph. Ansonsten der Spiegel:
Am späten Abend berichteten die Fernsehsender al-Arabija und al-Dschasira, dass sich laut dem Übergangsrat Gaddafis Leibgarde den Rebellen ergeben habe. Außerdem seien beim Vormarsch auf Tripolis zwei Söhne Gaddafis gefangen genommen worden. Saif al-Islam und Al-Saadi seien in einem Touristendorf im Westen der Hauptstadt festgesetzt worden, berichtete ein Sprecher der Aufständischen, Abu Bakr al-Tarbulsi.
Die Rebellen berichteten, sie hätten bereits den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis erreicht. Viele Gaddafi-Truppen seien gefangen genommen worden. Über den Verbleib von Muammar al-Gaddafi verlautete nichts
Süddeutsche – 23:35
Zudem nahmen die Regierungsgegner nach Angaben des Rebellenrates Gaddafis Sohn Saif al-Islam fest, der zuvor noch Durchhalteparolen ausgegeben hatte. Die Kämpfer seien angewiesen worden, ihn gut zu behandeln, damit er sich einem Gerichtsverfahren stellen könne, sagte der Vorsitzende Mustapha Abd Al Dschalil dem Sender Al Dschasira.
Focus 23:41
Seinen (Abdulsalam Dschallud) Angaben zufolge befindet sich Gaddafi in Tripolis und hat auch keine Chance, aus der libyschen Hauptstadt zu fliehen: „Alle Straßen sind blockiert. Der einzige Ausweg wäre über ein internationales Abkommen, und dafür ist es zu spät.“ Auch einen Selbstmord halte er für ausgeschlossen. Den Mut zum Freitod habe Gaddafi nicht, sagte Dschallud.
Dschallud ist die ehemalige # 2 in Libyen und vor kurzem nach Italien geflohen
Hoffentlich schnappen sie auch Gaddafi. Der Spinner hätte sich einen ruhigen Lebensabend gönnen können, wenn er die Zeichen der Zeit erkannt hätte. Wie oft hat man ihm angeboten ihn in ein von ihm gewähltes Land ausreisen zu lassen, wenn er denn abgedankt hätte.
Unter anderem die Online-Ausgabe der "Welt" hatte gegen 1 Uhr in der Nacht zum Montag berichtet, Muammar Gaddafi selbst sei festgenommen worden. Dabei handelte es sich offenbar um eine Fehlinformation.
Meldet die © 2011 dts Nachrichtenagentur
#11 kantomas am 22. August 2011 um 00:30
Hoffentlich schnappen sie auch Gaddafi. Der Spinner hätte sich einen ruhigen Lebensabend gönnen können, wenn er die Zeichen der Zeit erkannt hätte.
Hm, ja vielleicht. Mubarak hat es aber auch nicht viel genutzt das er seinem Volk ein ähnliches Blutbad erspart hat. Trotz seines relativ besonnenen Verhaltens sieht er jetzt, ungeachtet seiner Krankheit, einem Schauprozess entgegen.
Die Tagesschau Seite bietet auch einige Informationen zu den aktuellen Ereignissen
http://www.tagesschau.de/ausland/libyen1238.html
Hamburger Abendblatt zitiert die Times
9.43 Uhr: Die konservative britische Zeitung „The Times“ schreibt: „Trotz der Rebellen, die zusammen auf den Straßen von Tripolis jubelten, ist ein endgültiges Ergebnis noch weit entfernt und unsicher. (…) Das neu gefundene Selbstbewusstsein und die Organisation der Rebellen könnten im gewalttätigen Kampf um die Macht und im parteiinternen Gezanke zwischen rivalisierenden Stämmen und Militärführern weiterhin bröckeln. (…) Die kommenden Wochen werden entscheiden, ob Libyen angesichts der Herausforderung eines Wiederaufbaus nach Gaddafi zusammenhalten kann, oder ob es in Anarchie und langwierige Gesetzlosigkeit fällt, wenn die Zerstörung des alten Regimes Islamisten, Stammesführer, Armee-Einheiten und Opportunisten untereinander um das Füllen des Machtvakuum kämpfen lässt.“
Noch hat sich der Mann in Tripolis nicht ergeben. Die Berliner Morgenpost sagt:
+++ 10.12 Uhr +++ Rebellen und Armeetruppen liefern sich heftige Gefechte in Tripolis +++
In der libyschen Hauptstadt Tripolis sind in der Nähe des Gebäudekomplexes von Staatschef Muammar Gaddafi heftige Gefechte ausgebrochen. Rebellensprecher Mohammed Abdel Rahman erklärte, Panzer seien am Montag von dem Gelände gefahren und hätten geschossen.
Ein Reporter in einem nahe gelegenen Hotel hörte Schüsse und Explosionen. Ein Bewohner von Tripolis, der in der Nähe von Gaddafis Gebäudekomplex Bab al Asisija lebt, sagte, Panzer seien vom Gelände gefahren, nachdem Rebellen versucht hätten, hinein zu gelangen. Es scheine nur noch wenige Panzer der Regierungstruppen zu geben, die noch nicht geflüchtet seien oder sich ergeben hätten, sagte Anwohner Moammar al Warfali weiter. Das Anwesen, das lange Zeit als Kommandozentrale des Regimes diente, sei in den Nato-Luftangriffen der vergangenen fünf Monate schwer beschädigt worden.
Mal sehen was aus Qadhafi wird. Vielleicht macht er auf Mehrtürer, was ich mir nicht vorstelllen kann.
Abwarten und Tee trinken.
Der Mann war schon immer gut für schräge Späße und Auftritte. Das Schlimme war aber: ER meinte es tatsächlich ernst
Die Berliner Zeitung fasst zusammen:
12.13 Uhr: „Die Lage ist nicht stabil“, sagt ein Vertreter der Rebellen der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefonat. „Überall wird geschossen.“ Gaddafi-Einheiten hätten Panzer im Bereich des Hafens von Tripolis und des Militärkomplexes des Machthabers in Stellung gebracht. Das Hauptproblem seien Scharfschützen.
12.05 Uhr. Die Rebellen haben nach eigenen Angaben große Verluste bei Kämpfen mit Gaddafi-treuen Truppen in Tripolis erlitten. Zahlreiche Aufständische seien getötet worden, sagt ein Vertreter der Rebellen.
11.59 Uhr: Gaddafis Sohn Chamis führt einem Medienbericht zufolge eine Truppeneinheit ins Zentrum von Tripolis. Die Truppen hätten Gaddafis Militärkomplex verlassen, berichtet der Fernsehsender Al-Arabija unter Berufung auf Rebellenkreise.
Scheint also so, als hätte der Alte jetzt seine letzten Reseven aufgeboten und wehrt sich wie ein verwundeter Löwe mit einer verzweifelten Offensive. Wo er sich befindet ist offenbar immer noch unklar.
Noch eine Anmerkung:
Am schärfsten war sein Sohn Hanibal Lector, der bissige Schläger. Was sollen die Rebellen mit so einem tollwütigen Früchtchen machen?
und mit diesem Mundschutz nach Den Haag überführen.
Sollten ihm wirklich auch so einen netten und sicheren Mundschutz verpassen wie im Film "Schweigen der Lämmer"
Das wäre ein lustiger Auftritt
#16 Azrail am 22. August 2011 um 12:26 =Der Mann war schon immer gut für schräge Späße und Auftritte.
Wenn er den Hafen besetzt – will er mit einem Boot weg ?
#19 ilex (E. Ahrens)
Ilex
Das kann doch wohl nicht wahr sein
Ich lach mich schief 
Der Schräge will mit einem Boot flüchten? Hilfe mein Bauch tut weh
Will er als Boatpeople nach Lampedusa zu seinem Bussi-Freund Berlusconi? Hilfe ich lach mich schlapp.
Mannoman herrlich. Es wird immer grotesker. Wenigstens wir haben was zum Lachen.
Ilex
Was sonst könnte er am Hafen wollen?
Eine andere Frage
Kann Qadhafi überhaupt schwimmen?
Wäre doch lustig, wenn man dies ausprobieren würde, oder?
Ich hätte da eine schöne Stelle im Mittelmeer wo Qadhafi SChwimmübungen machen kann.
Die Küste vor Lampedusa
Quelle = Stern
+++ 12.23 Uhr: Verstärkung für Rebellen in Tripolis +++
Im Kampf um die libysche Hauptstadt Tripolis haben die Aufständischen Verstärkung bekommen. Aus ihrer östlich gelegenen Hochburg Misrata seien mehr als 1000 Bewaffnete nach Tripolis vorgestoßen, meldeten die Aufständischen. Die Kämpfe konzentrierten sich demnach auf das Gebiet um die Residenz von Muammar al Gaddafi. Dort haben sich nach diesen Angaben mehrere hundert afrikanische Söldner verschanzt. Auch in den von den Rebellen kontrollierten Straßenzügen der Stadt gebe es noch Heckenschützen auf den Dächern hoher Gebäude. Eine starke Präsenz von Gaddafi-Truppen gebe es auch um das Hotel Rixos, wo sich die aus Tripolis berichtenden internationalen Journalisten befinden.
Somit sind die Journalisten dort im Hotel quasi eingefangen. Auch das Fernsehstudio zwischen Qadhafis HQ und dem "Grünen Platz" ist noch in Regierungshand. Bin gespannt, was die Nachrichtensprecherin mit ihrer Pistole macht, wenn die Rebellen kommen.
Und wenn der Mann verjagt ist, wird die islamische Republik ausgerufen!
Offensichtlich versucht Chamis Qadhafi mit seinem Panzervorstoß vom Bab al Asisija nach Nordosten in Richtung Hafen zum einen das Fernsehstudio besser zu sichern, den Grünen Platz wieder zu bekommen und mit den Truppen im Hafen Kontakt zu erhalten. Vom Hotel Rixos über sein Hauptquartier und dem Grünen Platz bis zum Hafen wäre dann ein halbmondförmiger Bereich im Westen und Norden der Stadt noch in Qadhafis Hand.
n-tv meldet um 15:00
(ebenso Spiegel 14:53)
Die Rebellen nehmen das Gebäude des Staatsfernsehens in der Hauptstadt Tripolis ein. Der ganze Gebäudekomplex sei in den Händen der Aufständischen, berichten Mitarbeiter des Senders. Zuvor war die Satellitenübertragung des Programms, das zu den Propaganda- Instrumenten des Regimes gehört, unterbrochen worden.
Wo irrt denn Chamis Qadhafi mit seinen Panzern herum? Da hätte er doch vorbei fahren müssen, wenn er zum Hafen will.
#22 Azrail
Das ist; *Der alte Diktator und das Meer*.
Ist es eigentlich tatsächlich auch hier so, daß die Anti-Gadafi-Halsabschneider gegenüber den Pro-Gadafi-Halsabschneidern bevorzugt werden? Sieht irgendwie so aus.
#28 Saejerlaenner am 22. August 2011 um 18:54 = Ist es eigentlich tatsächlich auch hier so, daß die Anti-Gadafi-Halsabschneider gegenüber den Pro-Gadafi-Halsabschneidern bevorzugt werden? Sieht irgendwie so aus.
Was veranlasst Dich speziell zu dieser Annahme? Ich denke da eher wie # 24 – Rechtspopulist. Dieser thread ist wie ein Service zum Aktuellen, damit sich nicht jeder die neuesten Meldungen zusammen suchen muss. Die Meldungen sind ja nur Zitate.
Lassen wir dem libyschen Volk eine Chance. Ob es sie nutzt, weiß momentan doch noch keiner.
#29 ilex (E. Ahrens) am 22. August 2011 um 19:52
Lassen wir dem libyschen Volk eine Chance. Ob es sie nutzt, weiß momentan doch noch keiner.
Ich bin in diesem Punkt ausgesprochen pessimistisch, da ich inzwischen mit sehr vielen Libyern (die sich eingenistet haben) gesprochen habe.
Es gibt zwar viele Wohlhabende, aber eine gebildete (Mittel-)Schicht wie etwa in Tunesien fehlt ähnlich wie in Ägypten weitestgehend. Hinzu kommen die tribalen Auseinandersetzungen, teilweise noch überlagert von religiösen Differenzen. Das kann eigentlich nur schief gehen – auch wenn gestern Abend im Fernsehen viele Libyer die staatliche Einheit geradezu beschworen haben – ein wenig zu ostentativ für meinen Geschmack!
Die Zeit:
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ist der Hauptsitz des Senders unter Kontrolle der Rebellen. Das libysche Staatsfernsehen ging demnach von Sendung, es ist nur noch ein schwarzes Bild zu sehen. Der staatliche Sender Al-Urubah sendet mittlerweile jedoch wieder über einen syrischen Kanal.
Da fragt man sich schon, warum die Rebellen offenbar nun nicht selbst auf Sendung gehen.
Qadhafi hat offenbar doch viele Freunde, die ihm nachtrauern
http://www.pi-news.net/2011/08/bombenerfolg-scharia-fur-libyen/#more-207501
(falls man das Glück hat, den Link zu erreichen)
Hier eine übersichtliche Graphik über die Örtlichkeit in Tripolis
http://www.blick.ch/news/ausland/rebellen-umzingeln-gaddafi-palast-179638
#33 ilex (E. Ahrens) am 22. August 2011 um 22:39
Der Chef der libyschen Übergangsregierung erklärte gerade im Fernsehen, dass man von insgesamt ca. 25.000 gefallenen Rebellen während der Kämpfe in den letzten 6 Monaten ausgehe. Er möchte daraufhin den "grünen" Platz in Tripolis wieder in Platz der Märtyrer umbenennen und hofft, dass sich da libysche Volk angesichts dieser enormen Opfer einig bliebe.
Da spricht der Vater des Gedankens, denn die ersten Risse in der Revolutionsfront sind unübersehbar.
Das Schlimme ist, dass nunmehr (anders als in Tunesien und Ägypten) hunderttausende bis an die Zähne bewaffnet sind, und niemand mehr weiss, an wen welche Waffen ausgegeben worden sind – wie auch in den Wirren? Es ist kaum anzunehmen, dass diese Waffen jemals wieder in staatlichen Gewahrsam zurückkehren.
#34 Frank Berghaus am 22. August 2011 um 22:48
Bei Stammeskämpfen im Südsudan sind nach Angaben der Vereinten Nationen Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Die UNO teilte am Montag mit, Berichten zufolge seien 600 Menschen bei Kämpfen zwischen Angehörigen der Murle und Lou Nuer im Staat Jonglei getötet worden.
(…………………..)
Der Gouverneur von Jonglei, Kuol Manyang Juuk hatte am Freitag gesagt, die Kämpfe hätten im Teilstaat Bier begonnen. Mitglieder des Murle-Stammes würden verdächtigt, fünf Dörfer des Lou-Nuer-Stammes in Bier angegriffen, Vieh geraubt und Frauen und Kinder entführt zu haben.
Hoffen wir also, derartige Informationen nicht in Zukunft aus dem befreuten Libyen zu hören. Irgendwie ist die Sache entmutigend.
Sehen wir in den Spiegel:
Nach Mitternacht deutscher Zeit meldete der TV-Sender al-Arabija, die Nato habe mit dem Bombardement der Gaddafi-Residenz begonnen. Er berief sich auf Zeugen aus dem Rebellen-Lager, die die Explosionen gehört haben wollen.
(……)
Eine unabhängige Bestätigung gab es hierfür wie für die meisten Informationen aus der Stadt in diesen Tagen allerdings nicht. Auch in einigen anderen Aspekten können die Nachrichten seit dem Einmarsch der Rebellen in Tripolis im besten Fall als diffus bezeichnet werden.
In der Nacht (Ortszeit) meldete der arabische Fernsehsender al-Dschasira dann unter Berufung auf anonyme Quellen, dass möglicherweise die Leiche von Chami al-Gaddafi [das ist der, der mittags mit den Panzern losfuhr] gefunden worden sei; zudem hieß es, Mohammed habe sich befreien können. Er hatte sich am späten Sonntagabend den Rebellen gestellt und stand seither unter Hausarrest. Ein ranghoher Vertreter bestätige die Flucht später laut AFP.
Auch Sohn Saif scheint entgegen optimistischer Aussagen der Rebellen noch für Pappi aktiv zu sein, wie BBC gegen 0:40 berichtete
Libyan rebels fighting for control of the capital Tripoli have met strong resistance from pro-Gaddafi forces. (………)
The son of Libyan leader Muammar Gaddafi, Saif al-Islam, whom the rebels had said had been arrested, appeared at a hotel held by pro-Gaddafi forces.
The BBC's Matthew Price, who is staying at Hotel Rixos and spoke to Saif al-Islam Gaddafi, said he appeared buoyed up and full of adrenalin.
Saif al-Islam said the rebels had fallen into a "trap" in Tripoli, and that pro-Gaddafi forces had broken their backbone.
Das Fragezeichen in der Überschrift hat offenbar seine Berechtigung. Die Propagandaschlacht tobt neben den eigentlichen Kämpfen. Saif Qadhafi ist tatsächlich im Journalistenhotel aufgetaucht – im Netz kursieren entsprechende Videos.
Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira in der Nacht berichtete, fanden Rebellen zwei Leichen, bei denen es sich um die von Senussis und die von Chamis al-Gaddafi, eines weiteren Sohns des Diktators, handeln könnte. Eine Bestätigung dafür gab es aber nicht. Chamis al-Gaddafi, der eine Eliteeinheit der Truppen seines Vaters im Kampf gegen die Rebellen kommandierte, wurde bereits mehrfach von den Aufständischen für tot erklärt. Das Regime hatte die Angaben jedes Mal zurückgewiesen. schreibt die "Süddeutsche". Offensichtlich hat das Regime bei der Propaganda noch seinen Vorteil.
Aha:
BBC um 20:37 = A Libyan rebel tells the BBC's Lyse Doucet that the Bab al-Aziziya compound is under rebel control overground – as for the network of tunnels underground, nobody knows.
BBC Monitoring say al-Urubah – the only remaining pro-Gaddafi station – showed a caption at 23:15 GMT which read: "Libyan leader Muammar Gaddafi: We are resisting with all our strength… we will either win or become martyrs, God willing."
Also rechnet er inzwischen mit der Möglichkeit einer Niederlage. Im gleichen Interview soll er gesagt haben, seine inzwischen eroberte Festung aus taktischen Gründen verlassen zu haben.
Hugo Chavez hat sich ausdrücklich mit Qaddhafi solidarisiert und ihn als armes Opfer der bösen Imperialisten dargestellt.
Das erinnert mich irgendwie an das, was zuletzt im Parlatorium besprochen wurde …
reminds us there is still fighting going on in Tripoli – at Col Gaddafi's compound and also in stretches of residential neighbourhoods, where she has been told loyalists are walking the streets, saying "come out you rats" – using a preferred term of the old regime for their opponents. There is also fighting near the international airport. The battle is not over yet.
has been speaking to the Today programme about his ordeal at the Rixos hotel. "This is day five now of what you may be able to call the seige of the Rixos hotel – it's a desperate situation for about 35 foreign nationals here," he says. Gunmen have been roaming the corridors and snipers are on the roof. "Effectively our movements are curtailed."
Wafa [a Tripoli resident, lives close to Col Gaddafi's compound in Bab al-Aziziya] said residents had been trying to locate snipers in their neighbourhood and had finally caught them: "So there were six snipers… They are Libyans. They had 10,000 Libyan dinaar in their pockets with papers saying that they were hired as snipers to shoot Libyan civilians."
Nun, die Spiegel-Redakteuse ist in Tunis – dann doch lieber das Original vor Ort
Die Redakteurin vom Spiegel ist die Naive, die für ihr im Libanon geborenes uneheliches Kind Probleme mit der Geburtsurkunde hatte.
BBC meldet weiterhin, dass britische Staatsangehörige aufgefordert werden, sich zu einem bestimmten Punkt des Hafens zu begeben, wo ein Schiff wartet, dass sie evakuieren soll.
außerdem um 11:11 MESZ = 1011: Wyre Davies BBC Middle East correspondent
is outside Col Gaddafi’s compound and says while the outer walls have been breached, the inner sanctum still a dangerous place with loyalist fighters holding out in the maze of tunnels and bunkers. The men inside, he says, are professional soldiers, probably members of Gaddafi’s tribe, highly trained with nothing to lose.
Reuters is reporting the sound of heavy gunfire in the area around the Rixos hotel.
One gets the impression that there's possibly a high value target in the Rixos hotel. It's hard to understand otherwise why the Gaddafi people are defending it so strongly, unless they're just leaderless and carrying on with the orders they were given as no-one has countermanded it.
Will er damit sagen, Qadhafi ist im Rixos oder im Tunnelsystem, das angeblich das Hotel mit seriner Festung verbindet?
According to BBC Monitoring, pro-Gaddafi television network al-Urubah is broadcasting again.
Da sollten doch die Rebellen mehr hinterher sein, statt sich mit Freudenschüssen zu beschäftigen. Immerhin können die Journalisten inzwischen das Rixos-Hotel verlassen, nachdem die pro-Qadhafi-Leute dort kapitulierten.
Und erneut die Gewährsleute vom BBC =2243: (also 23:43 MESZ)
Libyan rebels are fighting a fierce battle with Col Gaddafi's top military commander at his farm in Tripoli, according to a rebel spokesman speaking on al-Arabiya television. Abdel Salam Abu Zaakouk said the chief of staff of the Libyan armed forces, Abdul Rahman Al Sayd, was still inside the property.
reports that Tripoli seems quiet this morning though there is fighting south of the city. The rebels still have their work cut out to get the country under control, he notes
"In these historical moments we are experiencing… the general chief of staff for the National Liberation Army is calling upon all revolutionaries, battalions, non-commissioned officers and our sincere fighters of the army to join their barracks immediately and secure all their contents, including ammunition, equipment and weapons as well as airbases including their aircraft," Mr Bani said.
Ja Jungs – jetzt kommt ihr wieder unter Kontrolle, damit die Politiker die Beute aufteilen können. Revolution ist erst einmal vorbei. Hoffen wir auf eine dmokratische Entwicklung
British Foreign Secretary William Hague says he cannot confirm or deny reports that British special forces are involved in the search for Col Gaddafi. "Well we don't comment on the operations of special forces, for good reasons. If we get in the habit of talking about our special forces we'd get in the habit of endangering them, so we don't do that," he told the BBC
Tja – da ist er vorsichtiger als manch anderer. Kurzes und knackiges Statement. Bitte zuhören, Herr de Maziere und Frau Merkel. Auch Guido!
It's going to be a while before any real authority is established here. There are disparate groups of rebels from different parts of Libya who are now in control of different parts of the capital and there is no co-ordination between them. We have seen standoffs between different groups of rebels. It is not a calm situation here at all, despite the fact the rebels control most of the city.
There were reports earlier in the year that Libyan authorities were either turning a blind eye to migrants setting out across the Mediterranean, or actively encouraging them. Now a report in the Italian newspaper appears to back up such claims, with Foreign Minister Franco Frattini saying Col Gaddafi wanted to turn the island of Lampedusa into an "inferno".
Toll, welche Maßnahmen inzwischen für staatliche Erpressungen gut sind. Wahrscheinlich hätte Qadhafi den Leuten auch noch die Schlepperkosten bezahlt.
The battle at the Ras Jedir border post has ended with rebel forces driving out pro-Gaddafi soldiers, Reuters reports. Two witnesses tell the news agency the victorious rebels have hoisted their green, red and black flag. Control of the border post is crucial for opening supply routes from Tunisia into Tripoli.