Wie wir sehen werden, ist Religion für eine Ethik, die menschliches Zusammenleben in seinen Grundzügen regelt, völlig überflüssig. Viele der 10 Grundregeln von Juden und Christen, die uns als Gottes Gebot als vorgeblich notwendige Basis einer Gesellschaft aufgedrängt werden, sind einfach nur Regeln, die es auch vorher schon gab und die sich – die ersten beiden ausgenommen – auch schon vorher bewährt hatten. So ist eben die falsche Aussage stark religiös geprägter Menschen, dass Atheisten keine Moral hätten, schon ein Verstoß gegen ihr eigenes 8. Gebot.
Ohne bestimmte Zurückhaltungen von Trieben und Impulsen würde einfach nur das Recht des Stärkeren sich durchsetzen. Daher haben menschliche Gesellschaften von der Familienhorde über den Stamm bis zum Staat mehr oder minder formell Regeln verinnerlicht, die den Agressiven Schranken auferlegen und auch schwächeren Mitgliedern der Gesellschaft die Chance geben, sich zu entfalten. Bis eben die Religionsfunktionäre kamen und an den Anfang des Kanons elementarer praktischer Grundsätze erst einmal die Manifeste ihrer Vorherrschaft setzen. Drehen wir doch die Sache zurück. "Imagine there's no Heaven / It's easy if you try / No hell below us / Above us only sky" (J. Lennon).
Der erste Grundsatz
Hier ist die Welt, wie sie existiert. Du benötigst keine Götter neben ihr, um sie zu erklären.
Der zweite Geundsatz
Du solltest das Bild deiner Welt nicht als statisch betrachten, sondern damit rechnen, dass Forschung das Verständnis ändert und verfeinert.
Der dritte Grundsatz
Du solltest den Feiertag beachten.
Arbeit hat seine Wichtigkeit, aber auch seine Zeit. Arbeit hat seinen Preis – zahle und fordere ihn. Die Kraft zur Arbeit langfristig zu erhalten erfordert faire Ruhepausen.
Der vierte Grundsatz
Du solltest deinen Vater und deine Mutter ehren.
Beiden verdankst Du Existenz und Sozialisation. Behandele auch Deine Kinder so, wie Du von deinen Eltern behandelt werden wolltest. Fairness und Achtung zwischen den Generationen kann Dir über dunkle Momente des Lebens helfen.
Der fünfte Grundsatz
Du solltest nicht töten.
Ansonsten gälte das Recht des Stärkeren. Sich gegen Angriffe zu wehren ist allerdings Gebot der Selbsterhaltung.
Der sechste Grundsatz
Du solltest nicht ehebrechen.
Menschen, die Dir vertrauen, solltest Du nicht enttäuschen – verheiratet oder nicht. Zugegeben – das Leben ist manchmal überraschend.
Der siebte Grundsatz
Du solltest nicht stehlen.
Diebstahl, Raub und Betrug wäre das Aneignen fremder Arbeit ohne Gegenleistung. Eher gebe dem, der unverschuldet Not leidet.
Der achte Grundsatz
Du solltest nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
… denn wem soll man sonst vertrauen?
Der neunte Grundsatz
Du solltest nicht begehren deines Nächsten Haus.
Du hast Deinen privaten Bereich – er hat seinen. Respekt und Toleranz lassen euch friedlich nebeneinander leben.
Der zehnte Grundsatz
Du solltest nicht begehren deines Nächsten "Weib, Knecht, Magd, Vieh" noch alles, was dein Nächster hat.
Neid und Gier verbiegen den Charakter. Sei gradlinig
Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.
Das gelungenste aber auch perfideste Schelmenstück der Religionen bestand darin, Regeln des menschlichen Zusammenlebens, die ein gemischtes Erbe der biologischen Evolution und der Zivilisationsentwicklung waren, zu kapern, indem diese Regeln als Befehle erfundener Gottheiten ausgegeben wurden.
Damit konnte man den Menschen einreden, daß der Abfall von der Religion zu einer Zerrüttung der menschlichen Gesellschaft führen müßte. Und es gibt nicht wenige, die das selbst heute noch glauben.
Diesen Grundsätzen kann ich nur zustimmen. Insbesondere die ersten zwei Grundsätze dürften bei den meisten Zeitgenossen für ein Überraschungserlebnis sorgen.
Gebote, die das Zusammenleben zu regeln haben, sind immer von der Suche nach der gerechten Gemeinschaft geprägt. Dies darf nicht dazu führen, dass sich die Rechte des Individuums den Ansprüchen des Kollektivs unterzuordnen haben. Wir brauchen einen Ausgleich zwischen Kollektivrechten und -pflichten einerseits und Individualrechten und -pflichten andererseits. Ich persönlich würde in einem Konflikt zu den Individualrechten tendieren.
Der "sechste Grundsatz" entstammt einer abergläubisch patriarchalen Sichtweise auf die menschlichen Sexualität, und ist so meines Erachtens nicht haltbar. Besser wäre:
Egoismus in menschlichen Beziehungen schadet auf Dauer dir selbst.
Bedenke, dass Sexualität Menschen verbinden und nicht trennen soll.
Der "zehnte Grundsatz" hat denselben Mangel: Menschen kann man nicht besitzen. Besser wäre:
Du solltest nicht begehren deines Nächsten Privatbesitz.
Neid und Gier verbiegen den Charakter. Sei gradlinig, orientier dich an dir selbst.
#3 Orlandofurioso am 19. Oktober 2011 um 12:17
Herzlich Willkommen auf WB.
#3 Orlandofurioso am 19. Oktober 2011 um 12:17
Der "sechste Grundsatz" entstammt einer abergläubisch patriarchalen Sichtweise auf die menschlichen Sexualität, und ist so meines Erachtens nicht haltbar. Besser wäre:
Egoismus in menschlichen Beziehungen schadet auf Dauer dir selbst.
Bedenke, dass Sexualität Menschen verbinden und nicht trennen soll.
Abergläubisch-patriarchlisch finde ich nun gerade nicht, wenn man Vertrauen in sexuellen Beziehungen nicht enttäuschen soll. Aber an Formulierungen kann man ja feilen, wie Dein vorschlag zeigt.
Der "zehnte Grundsatz" hat denselben Mangel: Menschen kann man nicht besitzen. Besser wäre:
Nein, Menschen kann man nicht besitzen. Daher stehen die Objekte auch in Anführungsstrichen. Deine Änderung zeigt eben, wie die bronzezeitliche Formulierung natürlich zeitgenössisch zu verstehen ist.
Warum nehmt Ihr nicht gleich den achtfachen Pfad der Buddhisten?
Der schützt sogar vor Alkoholmißbrauch!
Ich spiel mal den Advocatus Diaboli:
"Der erste Grundsatz
Hier ist die Welt, wie sie existiert. Du benötigst keine Götter neben ihr, um sie zu erklären."
Die Welt, wie sie an sich existiert ist kein möglicher Erkenntnisgegenstand. Vorwürfe, die an theistische Weltblider und deren Letzterklärungen gerichtet werden, lassen sich 1:1 an die Naturwissenschaften bzw. deren Vertreter richten, sofern sie Letzterklärungen abgeben – wie etwa Dawkins in seinem "Gotteswahn". Welche Formen von Erkenntnis wem warum unter welchen Bedingungen möglich sind ist ein hochkomplexes Thema.
"Der zweite Grundsatz
Du solltest das Bild deiner Welt nicht als statisch betrachten, sondern damit rechnen, dass Forschung das Verständnis ändert und verfeinert."
Welche Art der Forschung? Welche Methode?
"Der dritte Grundsatz
Du solltest den Feiertag beachten.
Arbeit hat seine Wichtigkeit, aber auch seine Zeit. Arbeit hat seinen Preis – zahle und fordere ihn. Die Kraft zur Arbeit langfristig zu erhalten erfordert faire Ruhepausen."
Meine Zeit teile ich ein wie ich es für richtig halte.
"Der vierte Grundsatz
Du solltest deinen Vater und deine Mutter ehren.
Beiden verdankst Du Existenz und Sozialisation. Behandele auch Deine Kinder so, wie Du von deinen Eltern behandelt werden wolltest. Fairness und Achtung zwischen den Generationen kann Dir über dunkle Momente des Lebens helfen."
Wer wen ehrt und warum er oder sie das tut, ist Privatsache. Oder? Existenz und Sozialisation können die reinste Katastrophe sein. In solchen Fällen gibt's nichts zu verehren.
"Der fünfte Grundsatz
Du solltest nicht töten.
Ansonsten gälte das Recht des Stärkeren. Sich gegen Angriffe zu wehren ist allerdings Gebot der Selbsterhaltung."
Wenn ich es für richtig halte, töte ich und wenn nicht, dann lass ich es. Tötung ist per se noch längst nicht "Recht des Stärkeren". Das Thema ist viel zu komplex als dass man es mit biblischem Unsinn adäquat behandeln könnte. Abgesehen davon heißt es im Original: Du sollst nicht morden.
"Der sechste Grundsatz
Du solltest nicht ehebrechen.
Menschen, die Dir vertrauen, solltest Du nicht enttäuschen – verheiratet oder nicht. Zugegeben – das Leben ist manchmal überraschend."
Mein Sexualverhalten bestimme ich selbst und ebenso bestimme ich selbst, wem ich warum treu bin oder auch nicht.
"Der siebte Grundsatz
Du solltest nicht stehlen.
Diebstahl, Raub und Betrug wäre das Aneignen fremder Arbeit ohne Gegenleistung. Eher gebe dem, der unverschuldet Not leidet."
Bevor meine Familie verhungert, stehle ich beim nächsten Millionär Brot. Oder soll die Familie zugrunde gehen um der Moral willen?
"Der achte Grundsatz
Du solltest nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
… denn wem soll man sonst vertrauen?"
Falsch Zeugnis kann auch positive Konsequenzen haben. Man stelle sich vor, Adolf Hitler wäre 1928 wegen eines falschen Zeugnisses für 12 Jahre im Knast gelandet – unvorstellbar, wie unsere Geschichte dann verlaufen wäre.
"Der neunte Grundsatz
Du solltest nicht begehren deines Nächsten Haus.
Du hast Deinen privaten Bereich – er hat seinen. Respekt und Toleranz lassen euch friedlich nebeneinander leben."
Wer begehrt schon das Haus seines Nachbarn? Wenn er dessen unwürdig ist – sollte man es ihm dann belassen? Warum sollten wir jeden Schwachsinn erdulden? Warum sollte jeder Kretin respektiert werden?
"Der zehnte Grundsatz
Du solltest nicht begehren deines Nächsten "Weib, Knecht, Magd, Vieh" noch alles, was dein Nächster hat.
Neid und Gier verbiegen den Charakter. Sei gradlinig"
Wenn der "Nächste" seinen "Knecht" wei Dreck behandelt, dieser "Knecht" aber fähig ist, waum sollte ich nicht dafür sorgen, dass er von diesem Nächst-Deppen loskommt und bei mir arbeitet?
Sorry, Leute, aber wenn ich solchen Quatsch lese, merke ich mal wieder in aller Deutlichkeit, dass ich halt nicht christlich sozialisiert worden bin und daher diesem Stuss geradezu wie ein Außerirdischer gegenüberstehe. Aus der Idiotenmoral den lächerlichen Gott herauszustreichen macht daraus noch längst keine zukunftweisende Ethik.
#5ilex (E. Ahrens) am 19. Oktober 2011 um 19:20
"Egoismus in menschlichen Beziehungen schadet auf Dauer dir selbst."
Das KANN so sein – muss es aber nicht.
"Bedenke, dass Sexualität Menschen verbinden und nicht trennen soll."
Sexualität ist eine blinde Triebkraft … die soll gar nichts.
#8 Rechtspopulist am 19. Oktober 2011 um 20:58
Sorry – hier zitierst Du nicht mich, sondern Orlandofurioso
#9ilex (E. Ahrens) am 19. Oktober 2011 um 21:35
"Sorry – hier zitierst Du nicht mich, sondern Orlandofurioso"


Äh, ja … Den meinte ich ja auch …
Mist – ich brauch so langsam wirklich 'ne Brille.
#7 Rechtspopulist am 19. Oktober 2011 um 20:56
[1] Die Welt, wie sie an sich existiert ist kein möglicher Erkenntnisgegenstand.
Sie existiert. Von "an sich" habe ich nichts gesagt. Dinge "an sich" zu definieren, ist theoretische Träumerei nahe an religiöser Überzeugung.
[2] Welche Art der Forschung? Welche Methode?
Bestimmte Grundsätze der Forschung haben sich bewährt
[3] Meine Zeit teile ich ein wie ich es für richtig halte.
Das sei Dir unbenommen. Der Schutz arbeitender Menschen vor übertriebener Ausbeutung ist alledings ein wesentlicher Aspekt sozialen Friedens
[4] Wer wen ehrt und warum er oder sie das tut, ist Privatsache. Oder? Existenz und Sozialisation können die reinste Katastrophe sein. In solchen Fällen gibt's nichts zu verehren.
"Existenz und Sozialisation können die reinste Katastrophe sein." Können ja – aber ist das der Normalfall?
[5] Wenn ich es für richtig halte, töte ich und wenn nicht, dann lass ich es. Abgesehen davon heißt es im Original: Du sollst nicht morden.
Viel Glück!
[6] Mein Sexualverhalten bestimme ich selbst und ebenso bestimme ich selbst, wem ich warum treu bin oder auch nicht.
Tja – die Sache ist nicht einfach. Aber nur zu. Die Reaktionen wirst Du abkönnen.
[7] Bevor meine Familie verhungert, stehle ich beim nächsten Millionär Brot. Oder soll die Familie zugrunde gehen um der Moral willen?
Wenn die Zeiten so sind, dass Du Brot stehlen musst, wird der Millionär bewaffnet sein und seine Schergen Dich erledigen.
[8] Falsch Zeugnis kann auch positive Konsequenzen haben. Man stelle sich vor, Adolf Hitler wäre 1928 wegen eines falschen Zeugnisses für 12 Jahre im Knast gelandet – unvorstellbar, wie unsere Geschichte dann verlaufen wäre.
Das typische Fantasy-Beispiel
[9] Wenn er dessen unwürdig ist – sollte man es ihm dann belassen? Warum sollten wir jeden Schwachsinn erdulden? Warum sollte jeder Kretin respektiert werden?
Wir reden von Individuen mit gleichen Rechten und Pflichten – nicht von denen, die sich dem entziehen. Der weitere Aspekt: Wer konstatiert die Unwürdigkeit?
[10] Wenn der "Nächste" seinen "Knecht" wei Dreck behandelt, dieser "Knecht" aber fähig ist, waum sollte ich nicht dafür sorgen, dass er von diesem Nächst-Deppen loskommt und bei mir arbeitet?
"Knecht" war ja – wie schon orlandofurioso feststellte – eher metaphorisch. Aber Du beurteilst, welche Sachen einem anderen rechtmäßig zustehen sollten? Interessanter Ansatz. Wo kann ich auflaufen, um zu prüfen, ob bestimmte Sachen von Dir nicht viel würdiger bei mir aufgehoben wären?
Sorry, Leute, aber wenn ich solchen Quatsch lese, merke ich mal wieder in aller Deutlichkeit, dass ich halt nicht christlich sozialisiert worden bin und daher diesem Stuss geradezu wie ein Außerirdischer gegenüberstehe. Aus der Idiotenmoral den lächerlichen Gott herauszustreichen macht daraus noch längst keine zukunftweisende Ethik.
Als Außerirdischer hättest Du bei der Integration in die Gesellschaft der Irdischen sicher Migrantenbonus.
#11ilex (E. Ahrens) am 19. Oktober 2011 um 22:13
"Sie existiert. Von "an sich" habe ich nichts gesagt. Dinge "an sich" zu definieren, ist theoretische Träumerei nahe an religiöser Überzeugung."
Eben und damit hast du schon die Existenz-Behauptung als eine Art religiöse Überzeugung.
Du kannst sie nämlich nicht definieren.



WAS genau soll denn existieren und was nicht?
Gehören für dich auch "Astralkörper" dazu und die viele Elemente der Hermetik oder gibt's sowas nun doch nicht?
Sorry, aber die Philosophen der letzten Jahrhunderte waren nicht völlig doof.
Ich bin halt – wie schon gesagt, nicht christlich sozialisiert – also dräng mir bitte nicht deine christliche Überzeugung auf, danke!
Du brauchst auch gar nicht erst versuchen, mir gegenüber eure Jahwe-Moral in Schutz zu nehmen. Argumentativ ist's dir ja nicht gelungen.
Verschone mich also bitte mit deinem Jahwe-Glauben und mit Jahwes Geboten.
Ich erlaube mir halt Freiheiten, die euch fremd sind.
Meine Frau ruft – es ist spät, ich erspare es mir, eine Replik zu verfassen. Gute Nacht.
#12 Rechtspopulist am 19. Oktober 2011 um 23:15
Eben und damit hast du schon die Existenz-Behauptung als eine Art religiöse Überzeugung.
DAS haben wir in diesem Blog ja schon relativ oft abgehandelt. Siehe Vergangenheit. Bin jetzt zum Suchen der Links wirklich nicht in der Stimmung, aber Du wirst Dich erinnern. Viel Neues werden wir vermutlich weder heute noch morgen dazu schreiben. Auch übermorgen nicht.
Du kannst sie nämlich nicht definieren.
Und? Da brate ich mir doch ein Ei drauf. Ein existierendes. Vom Huhn.
WAS genau soll denn existieren und was nicht?


Gehören für dich auch "Astralkörper" dazu und die viele Elemente der Hermetik oder gibt's sowas nun doch nicht?
Sorry, aber die Philosophen der letzten Jahrhunderte waren nicht völlig doof.
Für mein erstes Gebot völlig irrelevant, weil es ja mein zweites gibt.
Verschone mich also bitte mit deinem Jahwe-Glauben und mit Jahwes Geboten.
Soll ich wirklich schreiben: "Wer lesen kann, ist klar im Vorteil?" Ich meine so wegen dem Textteil vor den Einzelgrundsätzen.
Ich erlaube mir halt Freiheiten, die euch fremd sind.
Auch da wieder mein guter Wunsch: "Viel Glück". Möge die Macht mit Dir sein – oder so.
Meine Frau ruft – es ist spät, ich erspare es mir, eine Replik zu verfassen. Gute Nacht.
Viel Spaß mit dem sechsten Gebot. Ist doch schön, wenn die Praxis besser hinhaut als die Theorie. Also – gute Nacht.
Es ist ja neckisch, sich die 10 biblischen Gebote zum Vorbild zu nehmen und zu versuchen 10 humanistische daraus zu machen. Die Frage ist, ob das sinnvoll ist?
Den von dir fomulierten Geboten kann ich mich ja mehr oder weniger anschließen. Aber ich frage micht: sind das wirklich die 10 wichtigsten Grundregeln für ein menschliches zusammenleben?
Ich sehe z.B. nicht, dass die Sexulaität in Geboten geregelt sein muss. Wer monogam leben will mag das tun, wer es nicht will ebenso.
Das Gebot "Du sollst nicht töten" ist eigentlich ein Witz – ohne dieses Gebot wäre natürlich niemand auf die Idee gekommen, dass Mord etwas verwerfliches sein könnte
Ich denke, wenn man 10 humanistische Gebote aufstellen will, sollte man "from scratch" neu starten und nicht die bronzezeitlichen aufwärmen.
Übrigens hat sich auch schon mal Christopher Hitchens Gedanken über 10 neue Gebote gemacht:
http://www.vanityfair.com/culture/features/2010/04/hitchens-201004
#14 Alchymist am 20. Oktober 2011 um 16:04 = Es ist ja neckisch, sich die 10 biblischen Gebote zum Vorbild zu nehmen und zu versuchen 10 humanistische daraus zu machen. Die Frage ist, ob das sinnvoll ist?
Über Details kann man sich ja unterhalten. 10 biblischen Geboten ebensolche 10 humanistische gegenüber zu stellen zeigt immerhin, dass der Anspruch, nur durch 10 Gebote Gottes wäre in unserer Gesellschaft Recht und Friede aufrecht zu erhalten, ein absurder Anspruch ist. Die Gebote 3 bis 10 haben eben durchaus ihren weltlichen Sinn.
Das Gebot "Du sollst nicht töten" ist eigentlich ein Witz – ohne dieses Gebot wäre natürlich niemand auf die Idee gekommen, dass Mord etwas verwerfliches sein könnte
Eben – wie Dein smiley schon sagt. Letztlich läuft das meiste auf das Sprichwort hinaus: "Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg' auch keinem anderen zu".
#13ilex (E. Ahrens) am 20. Oktober 2011 um 00:09
Wenn ich den Geboten Jahwas folgen soll – dann möchte ich schon begründet haben, warum ich das tun sollte. Ich bitte also um die entsprechende Begründung. Ansonsten gelten die Gebote des Poseidon.
Hier sind also die 10 Gebote des Poseidon:
1) Du sollst dich regelmässig mit Wasser und Seife oder Shampoo reinigen. Das liebt der Gott.
2) Du sollst nicht zuviel Schnapas, Rum, Wodka, Bier, Cola oder ähnlche Getränke zu dir nehmen. Das macht dick und doof.
3) Du sollst nicht vor dem Fernseher einschlafen.
4) Du sollst dir an kalten Tagen warme Kleidung anziehen.
5) Du sollst darauf achten, dass dein Handy aufgeladen ist.
6) Du sollst immer genug Bargeld dabei haben.
7) Du sollst gesunde Kost zu dir nehmen.
8) Du sollst dein Konto nicht überziehen bzw. Schulden machen, die du nicht begleichen kannst.
9) Du sollst keinen Idoten vertrauen, auf die du dich nicht verlassen kannst.
10. Du sollst bis zum 1. April 2012 deine Satellitenanlage von analog auf digital umgestellt haben.
Na, wenn das keine überzeugende Alternative ist – was denn dann?
#17 Rechtspopulist am 23. Oktober 2011 um 22:11
Hier sind also die 10 Gebote des Poseidon:
Klingt absolut überzeugend. Wo kann ich Mitglied werden?
#18Horst am 23. Oktober 2011 um 22:14
Oh, … ähm …
Die Religionsgemeinschaft der Poseidonisten befindet sich derzeit noch im Aufbau.
Spenden werden natürlich schon jetzt gerne entgegengenommen!
#19 Repo
Im Mondenglanze ruht das Meer,
Die Wogen murmeln leise;
Mir wird das Herz so bang und schwer,
Ich denk der alten Weise,
Der alten Weise, die uns singt
Von den verlornen Städten,
Wo aus dem Meeresgrunde klingt
Glockengeläut und Beten -
Das Läuten und das Beten, wisst,
Wird nicht den Städten frommen,
Denn was einmal begraben ist,
Das kann nicht wiederkommen.
Heinrich Heine
#20
Poseidon wird's schon richten.
Als Poseidonist hätte ich schon Probleme mit dem 9. Gebot, weil man das immer erst hinterher weiß
Und gleich mit "Du sollst …" – ziemlich doktrinär, oder?
Letztlich haben die Gebote Poseidins einen gewissen Sinn und sie nicht einzuhalten kann ebenso zu Nachteilen für den Adepten führen wie die "10 Gebote des Humanismus". Muss es mehr sein?
#22 Ilex
Die 10 Gebote dess Poseidons sind aber evident verwertbarer ,als das Geschwurbel der Politiker heutzutage, in so manchen Dingen, nehme da mal Energiepolitik, Zuwanderung und natürlich die Eurorettung, als Beispiel.
Hätten wir die Religion des Poseidon, gäbe es jetzt keine Euro-Krise. Davor behütet das 8. Gebot. Die griechischen Philosophen haben mich schon immer mehr angesprochen als die Propheten im Orient. Einer der Vorsokratiker (Name ist mir momentan entfallen) sagte: "Gib eine Bürgschaft, und der Ärger geht los."
Also mir reicht ein Gebot, das auch schon schwer genug ist um immer gehalten zu werden:
»Du bist für Alles, was du tust, oder lässt, alleine verantwortlich.«