Cavete – Bahnreisen können Ihre moralische Integrität gefährden!
Als Katholik in Österreich hat man ein schweres Los zu tragen, der Herr verlangt dem Gläubigen in diesem Land große Opfer ab. Ich spreche hier nicht von finanziellen Opfern, da sei das Konkordat vor, das der Herr in seiner unendlichen Weisheit diesem kleinen, aber verderbten Land zukommen hat lassen.
Ich spreche hier von der moralischen und sittlichen Verkommenheit, die sich wie ein Mycel durch Österreich, besonders aber durch Wien zieht. Diese Stadt wird von Lucifer in persona regiert, einem Bürgermeister, der es zulässt, dass registriertes Weibsvolk offen der Prostitution nachgehen kann! In welcher Welt leben wir, oh Herr, dass solche „Frauen“ unsere Kinder durch Kleidung und Gestik in ihrer moralischen Entwicklung stören können, ohne dass ein Sturm der Entrüstung durch das gesamte Land tobt? MULIER TACEAT IN ECCLESIA – wie sehr doch diese weise Anordnung im heutigen Leben fehlt, und nicht nur in der Kirche!
Aber ich möchte mich nicht zu sehr über diese unzureichenden, aus der Rippe Adams geformten Lebensformen erregen, schließlich geht es hier und heute um einen wirklichen Skandal, der dringend der Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht werden muss: die österreichischen Bundesbahnen haben in einer ausnahmslosen Unverfrorenheit Schilder aufstellen lassen, auf denen unverhohlen zu Unsittlichkeit und Promiskuität aufgerufen wird! Wie anders kann man Aufschriften interpretieren, auf denen Kiss&Ride beworben wird!? Küssen und Reiten, wie tief muss ein Volk sinken, dass man solche Aufforderungen auf Schilder malen lässt! Alleine die Vorstellung, dass an diesen speziellen Orten (als Parkplätze getarnt) hemmungslos und natürlich außerehelich, „geritten“ wird, treibt mich in die nächste Kirche, um in der Beichte mein Gewissen zu erleichtern, weil ich ja gerade dazu gezwungen bin, beim Anblick dieser Schilder Schweinkram in meiner geschundenen Katholikenseele Einlass zu gewähren.
Es muss ja nicht dezidiert erwähnt werden, gegen wie viele Gebote diese Aufschriften verstoßen, ich bin sogar geneigt, die Todsünden in diesem Zusammenhang wieder in Erinnerung zu rufen!
Aber ich weiß auch, woran die Empörung der Mitgläubigen sich zusätzlich entzündet: das Englische! Es war, ich muss es gestehen, wohl einer der größten Fehler der Kirchengeschichte, die lateinische Sprache aus den Messen und damit aus dem Leben zu verbannen – wie viel einfacher wäre es jetzt, Moral und Anstand unter das Fussvolk zu bringen, würden nicht alle in verschiedenen Sprachen sprechen!
Der weltliche Feind macht es uns ja vor: schreibe es auf Englisch, dann versteht es kein Katholik und kann sich auch nicht drüber aufregen! In Latein wären solche unflätigen Aufschriften gar nicht erst möglich gewesen!
Aber jetzt ist es nun mal so wie es ist, Im Leiden kannst Du Deinen Glauben festigen, aber wir Katholiken haben nachgerüstet – liebe ÖBB, ich verstehe, was da auf den Schildern steht, Küssen und Reiten für jedermann – Herr gib den armen Anrainern und Betroffenen die Kraft, diese Einflüsterungen des Teufels zu ignorieren!
Ich werde für alle beten, die sich diese Abartigkeiten tagtäglich ansehen müssen und ich bin sicher, der Herr hat ein Einsehen und wird die österreichischen Bundesbahnen mit noch mehr Schulden bestrafen und der Vatikan wird dann den Bahntransport übernehmen und nur mehr Schilder aufstellen, auf denen stehen wird: PRAY and RIDE!
Gott mit Euch!
ein Gläubiger aus Wien
Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.
Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.
Ich möchte unseren Lesern, die nicht gleichzeitig Mitglied in unserer Gruppe INITIATIVE HUMANISMUS sind, Ediths Anmerkungen zum wohl folgenreichsten quickie der Weltgeschichte nicht vorenthalten:
Liebe Katholiken, Englisch ist eine schwere Sprache, die Interpretation des Reitens ist ein Indikator für die religiös bedingte Sexualneurose und nicht jeder Kuss hat solche Konsequenzen wie etwa der Judaskuss. Nur vom Küssen allein passiert auch noch nichts Unanständiges. Bei der menschlichen Sexualität gehört schon etwas mehr dazu. Eine Ausnahme stellen hier göttliche Wesen dar, die sich transformieren, um Jungfrauen zu schwängern. Dabei halten sie sich aber offenbar nicht lange mit dem Küssen auf sondern kommen gleich zur Sache. Die Konsequenzen dieser schnellen Nummer dauern bis heute an. Es war dies vermutlich der Quickie mit der größten Nachhaltigkeit. Wer weiß ob das passiert wäre, wenn es in Nazareth eine Eisenbahnstation gegeben hätte, die nach der katholischen Interpretation des Kiss and Ride-Prinzipes geführt worden wäre ..
Ich bin Edith vor allem deshalb so dankbar, weil ich meine, in dieser schweren Phase des Neuaufbaus und der unappetitlichen Kampagne gegen wissenbloggt und mich persönlich sollten wir keinesfalls den Humor verlieren.
In Latein wären solche unflätigen Aufschriften gar nicht erst möglich gewesen!
Das stimmt. Auf Latein würde dort stehen "Osculare&Conscende" und das hat (wenn man vom Küssen absieht) keine sexuelle Nebenbedeutung.
Jetzt erst in Wien mit "kiss & ride"?
Gab es in Hamburg schon seit den 1960-ern an den Hochbahnstationen. Die erotische Konnotation in der Fachzeitschrift "Der Stadtverkehr" wurde dadurch präsent, dass "sie" im offnen Roadster "ihn" zur Schnellbahnstation brachte.
Frieden!
"PRAY and RIDE!" kuckst du hier:
http://d1.stern.de//bilder/lifestyle/2005/44/church/chur_500_maxsize_420_280.jpg
Eine nette Glosse. Aber wo stehen eigentlich diese hübschen Karnickel-Verkehr(s)schilder?
#5 KDL am 20. Oktober 2011 um 17:59
wo stehen eigentlich diese hübschen Karnickel-Verkehr(s)schilder?
Dieses hier steht in Nevada (USA). Ob das als offizielles Verkehrszeichen gilt, weiß ich nicht. Ich habe das Bild aus den Wikimedia-Commons kopiert. Die Aufnahme ist von 2010.
Als ich selbst in Nevada war, sind mir solche Schilder nie aufgefallen. Vermutlich gab es die damals noch gar nicht, denn das war vor 41 Jahren.