Sonntagsmatinée über Schimpansen

Schimpansen (Pan troglodytes) sind zwar nicht unsere tierischen Ahnen, aber quasi Brüder oder Cousins aus einer gemeinsamen Wurzel. Vor etwa 5 Millionen Jahren trennten sich die Wege beider Tierarten. Zumindest sind sie die Tiere, deren Gene den unseren am ähnlichsten ist (denn den Neanderthaler rechnen wir zu den Menschen). Schimpansen zeichnet eine gewisse Intelligenz aus, ihr EQ (Enzephalisationsquotient = Hirngröße in Bezug zu Körpergröße) von 2,34 ist größer als der vom Gorilla (1,63) und vom Orang-Utan (1,77), bleibt aber hinter dem des Menschen (7,0).

Schimpansen leben in Horden von etwa 25 Individuen. Nachts bauen sie sich in der Gruppe geschützt gemeinsam jeder ein Blätternest in den Bäumen. Am Tage teilt sich die Horde in kleinere Gruppen auf, die jeder für sich aktiv ist. Sie "kennen ihre Beziehungen zu jedem Artgenossen genau, vor allem aber auch die Freundschaften und Spannungen der anderen untereinander. Sie wissen, wer wem was angetan hat oder einen Gefallen schuldet. Sie bilden sogar soziale Pakte – und wechseln die Allianz, wenn ihnen eine andere besser passt."

Außerdem hat man bei Schimpansen in Gefangenschaft beobachtet, dass sie mehrer hundert von Menschen gesprochene Worte unterscheiden können und dass die fähig sind, sich mittels Symbolen und sogar sinnvollen Kombinationen von Symbolen verständlich zu machen, die sie z.B. auf einer Tastatur eingeben. Manche können um 300 von Menschen vorgegebene Symbole unterscheiden. Es ist also eine gewisse verbale Kommunikation von Menschen mit ihnen möglich, die z.B. über das Verständnis von Hunden für Menschenwünsche oder allgemeine Interpretation von Gefühlsaüßerungen anderer Tieren hinausgeht. Schimpansen können die Beziehung verstehen zwischen einem Zeichen und dem, was es real repräsentiert.

Der Gebrauch von Werkzeugen durch Schimpansen ist länger bekannt. Junge Schimpansen lernen den typischen Werkzeuggebrauch "ihrer" Gruppe. So haben Forscher mehrere "Kulturen" der Schimpansen entdeckt, die auf jeweils unterschiedliche Art mit Werkzeug umgehen. So wurden bei Schimpansen 39 tradierte Verhaltensmuster im Werkzeuggebrauch beobachtet (Details in Spektrum der Wissenschaft, 4/2001, Seite 30). Tradierung des Verhaltens ist gegenüber genetischer Vererbung selbstverständlich schneller und zuverlässiger. Kulturelle Traditionen findet man außer bei Menschenaffen und Delphinen eher selten. Ansonsten bekannt ist z.B. das Aufpicken der Milchflaschen durch Meisen in England.

Männliche Schimpansen bilden Bündnisse, um das Territorium zu sichern und gelegentlich Nachbarn zu attakieren oder um kleinere Säugetiere zu erbeuten, um eine Revolution gegen das Alpha-Männchen zu organisieren oder um ein Weibchen "sexuell zu erobern". Ja nach Zweck schließen sich jeweils andere Männchen zu diesen Teams zusammen, ohne dass sie miteinander verwandt sein müssen. Die Auseinandersetzung mit Nachbargruppen kann durchaus tödlich verlaufen und Revierverhalten äußert sich dramatisch, wenn die Säuglinge der Nachbargruppe ermordet werden.

Schimpansen ernähren sich überwiegend von Früchten. So kontrollieren sie den Zustand bestimmter Bäume regelmäßig, um die Reife der Früchte nicht zu verpassen. Manchmal aber muss es Fleisch sein. Kleine andere Affen, Antilopen und junge Schweine werden gern erbeutet. In der Regel geht eine Gruppe von Männern auf die Jagd. Das Teilen der Beute ist eine aufregende Sache. Alte Feinde leer ausgehen zu lassen, neue Freunde gewinnen, Weibchen verführen – dazu ist die Verteilung von Fleisch probates Bestechungsmittel.

2009 schätzt man die Zahl wild lebender Schimpansen auf nur noch 200.000. Ihr Lebensraum wird insofern ständig kleiner, weil die Menschen Afrikas aufgrund der Zunahme ihrer Anzahl mehr Fläche für sich brauchen. Der nächste tierische Verwandte, der deswegen auch uns Spiegel sein kann, ist in seinem Bestand hochgradig gefährdet.

Das Bild von "edlen Wilden", das man auch auf den Schimpansen ausgeweitet hatte, hat in der neueren Forschung Risse bekommen. Er ist nicht nur intelligent und kommunikativ. Er zeigt auch das Bild listiger Intrige, von Lüge, Betrug und grausamer Gewalt. So ist gerade die dunkle und agressive Seite des Schimpansen nicht allein als Individium, sondern als zusammen agierender Mob fur uns einerseits Zeichen der Effektivität angreifender Zusammenarbeit und andererseits Mahnung, die auch den Menschen ähnlich gegebene Gewaltsamkeit zu kontrollieren.


Quelle = Spektrum der Wissenschaft 11/2011, S. 22 – 29, Maddalena Bearzi und Craig Stanford und wikipedia
Photo = Thomas Lersch, Schimpanse im Leipziger Zoo

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

 

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16 Antworten auf Sonntagsmatinée über Schimpansen

  1. Indianerjones sagt:

    Gutes Thema, nur bringt es uns weiter .? und Frage danach, wenn…wohin?:nerd:

  2. Indianerjones sagt:

    #1

    Wobei zu bemerken ist, wo sonst, wie hier ,würde es zu einer Weiterführung gereichen……:nerd:

  3. YeRainbow sagt:

    Ich persönlich denke, der wichtigste Unterschied zwischen SChimpansen und Menschen ist der: eine Schimpansin gibt ihr Baby nicht aus der Hand – aus gutem Grund. Im günstigsten Falle riskiert sie Zwangsadoption durch eine Ranghöhere.
    Weitaus wahrscheinlicher ist aber, daß ihr Baby “kaputtgespielt” wird.
    Beim Menschen hingegen… beobachtet mal, wenn die in einen fremden Kinderwagen reingucken…
    Das herz geht ihnen auf…
    (so sie nicht schon verhaltensgestört sind).

    Denn dem Menschen ist das “Kindchenschema” und damit die hochgradig positive und zugewandte Reaktion auf die “Kleinchen” genetisch gegeben. Das ist angeboren und zeigt seine extreme Ausformung in extra entsprechend gezüchteten anderen Tieren – der Mops entspricht dem Kindchenschema und wird daher ganz ähnlich angelächelt…
    Was dem armen Hund nicht besonders gut bekommt, der durch die extreme SChädelverkürzung Schwierigkeiten mit dem Atmen und der Kühlung bei Hitze hat…

    Dennoch – es zeigt gut, wie hochgradig wir uns genau DARIN von Schimpansen unterscheiden. Ich schätze mal, DAS ist einer der wichtigsten Unterschiede – bei allen Gemeinsamkeiten.

  4. Frank Berghaus sagt:

    #3 YeRainbow am 23. Oktober 2011 um 09:40

    Herzlich Willkommen auf Wissen bloggt!

  5. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #3 YeRainbow am 23. Oktober 2011 um 09:40 = Denn dem Menschen ist das “Kindchenschema” und damit die hochgradig positive und zugewandte Reaktion auf die “Kleinchen” genetisch gegeben.

    Darüber schrieb ja schon der Anthropologe Portmann in den 1960-er Jahren, dass das Kind der Mensch quasi eine zusätzliche monatelange Schwangerschaftsentwicklung außerhalb des Mutterleibes in Obhut der Mutter mache, um auf ein gleiches Niveau der Bewegungsfähigkeit zu kommen wie seine Verwandten.

    Dessen ungeachtet ist die Frage, wie sehr ein "Kindchenschema" bewußt oder unbewußt bei Menschenaffen etabliert ist. Wenn ein Gorillaweibchen ein im Zoo in den Gorillagrenzgraben gefallenen kleinen Jungen rettet und gegen andere Gorillas verteidigt mag das schon mit Kindchenschema zu tun haben.

    Allerdings ist die Zucht von Tieren nach Kindchenschema schon abartig. Dann lieber Tiere, die von vornherein so aussehen (z.B. gewöhnliche Hauskatze). Kindchenschema – d.h. die Begeisterung für das Kleine und Niedliche – gibt es übrigens auch bei Männern. Äußert sich bei den meisten im Modellbau 1:87 oder in sonstiger feinmechanischer Aktivität. Da kann man schon ins Grübeln kommen, ob die schwäbische Industrietüftelei eine Auswirkung des Kindchenschemas ist.  :wink:

  6. Azrail sagt:

    Man Ilex, wieder ein guter Artikel von Dir und zwar über Simbo's und mein Lieblingsthema Tiere :clap:

    Ich habe mal, schon länger her, im Fernsehen gesehen, wie Schimpansen Jagd auf kleinere Artgenossen machten und sie dann regelrecht zerissen und verspeisten. Gewundert hat mich das Ganze nicht, schließlich sind wir die nächsten Verwandten dieser Primaten und was der Mensch anrichtet, ist unfassbar schlimmer, als wenn sich kleine Judys und Totos zwischendurch Frischfleisch fangen.

    Von wegen wir sind die Krone der Schöpfung :haha: Nix da.

    Einen schönen Sonntag an @All :D
     

  7. simbo sagt:

    Ja, liebe Azrail, auch ich lese die Artikel von Ilex immer gerne.

    Und wie heisst es doch ? "Tiere sind oft die besseren Menschen"

    Woher dieser Spruch kommt, weiss ich jetzt nicht mehr. Oder stammt der etwa von mir ? 8-O

    Schönen Wahlsonntag noch….

  8. Frank Berghaus sagt:

    #7 simbo am 23. Oktober 2011 um 11:25

    Hast du denn bereits gewählt? Mein Weibi ist gerade dabei :-)

  9. Argutus sagt:

    Forschungen über nahe Verwandte des Menschen sind inofern besonders wertvoll, als sie uns zeigen, was alles am menschlichen Verhalten nicht kulturbedingt sondern ein biologisches Erbe der Evolution ist.

    Da dieses Erbe auf genetischem Weg übertragen wird, können alle Bemühungen, dem Menschen eine anderen Natur anzuerziehen, nur in sehr eingeschränktem Maße Nutzen bringen. Um dieser Erkenntnis politisch zum Durchbruch zu verhelfen, ist es verdienstvoll, die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse in populärer und somit leicht lesbarer Form einem möglichst großen Leser-Publikum nahe zu bringen.

    Der vorliegende Artikel ist ein kleiner aber lobenswerter Schritt in dieser Richtung.

  10. Fred sagt:

    Spannend ist das Thema Schimpansen – oder intelligente Tiere allgemein – wenn man sich auf den Brückenschlag der Abtreibungsbefürworter zu einem letztlich wahrnehmungs- und intelligenzbezogenen Lebensrecht von Kreaturen einlässt…

    Wenn man z.B. im Christentum lediglich eine künstliche Selbstaufwertung des Menschen sieht, gegenüber dem Rest der Natur auf Erden, kommt man schnell auf einen massiven Reformbedarf der Strafgesetzbücher: Wenn die Jagd auf bestimmte Tiere oder deren Schlachtung erlaubt ist…. ….mit welchem menschlichen Alter sind die verschiedenen tierischen Gattungen wahrnehmungstechnisch im üblichen "Schlachtalter" zu vergleichen? Ist es dann hinnehmbar, wenn sie umgebracht werden? Müsste es aus humanistischer – oder meinetwegen ethischer – Sicht nicht mehr oder weniger ein Fleisch-Essverbot geben? – Oder im Gegenzug eine weitere "Liberalisierung des Kindermordsrechts"? (Letzerer Satz ist bewusst provozierend formuliert…)

    Irgendwie ist das so eine der Stellen, bei denen ich immer das Gefühl habe, dass das menschliche Denken mit seinem Latein am Ende ist… :-(

     

  11. KDL sagt:

    …Vor etwa 5 Millionen Jahren trennten sich die Wege beider Tierarten.

    Wie vor 5 Millionen Jahren, wo doch die Erde – aus der Bibel berechnet – lediglich 6.000 Jahre alt ist. :wink: Diese "Denker" gibt es nicht nur in den USA, sondern vereinzelt auch in Deutschland – z.B. bei PI.

    #10 Fred

    Das ist ein sehr interessannter Aspekt. Es ist vermessen und arrogant, nur den Menschen (und da selbst Embryos) als intelligente Wesen anzusehen. So zählen Tiere (also auch Schimpansen) vor Gericht als Sachen.

  12. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #10 Fred am 23. Oktober 2011 um 17:10 = … wenn man sich … zu einem letztlich wahrnehmungs- und intelligenzbezogenen Lebensrecht von Kreaturen einlässt…

    Nun sind in Deutschland zumindest Wirbeltiere insoweit geschützt, als dass sie nur aus einem "vernünftigen" Grund getötet werden dürfen. Dazu zählt Schlachten (das nicht grausam sein darf – also kein Schächten) für menschliche Nahrung und Fischfang und Jagd zur Nahrung und Populationskontrolle (z.B. Rehe). Den Marder auf dem Dach darf man z.B. nicht umbringen, sondern nur vertreiben. Und Beutegreifer dürfen straffrei Wirbeltiere töten wie z.B. Füchse oder freilaufende Hauskatzen (die aber ihrerseits 300 m von nächsten Haus von Jägern als wildernd umgenietet werden dürfen). Manche Wirbeltiere stehen unter mehr oder minder strengem Artenschutz (Seeadler, Europ. Wildkatze, Luchs, Wolf, Wachtelkönig usw.). Also es gibt da schon etwas, was im Grundsatz relativ vernünftig geregelt ist. Verbesserungen sind immer möglich.

    Wenn die Jagd auf bestimmte Tiere oder deren Schlachtung erlaubt ist…. ….mit welchem menschlichen Alter sind die verschiedenen tierischen Gattungen wahrnehmungstechnisch im üblichen "Schlachtalter" zu vergleichen? Ist es dann hinnehmbar, wenn sie umgebracht werden? Müsste es aus humanistischer – oder meinetwegen ethischer – Sicht nicht mehr oder weniger ein Fleisch-Essverbot geben?

    Siehe auch meine "Sonntagsmatinée über Fleisch" (Link unter dem Artikel oben). Wer Fleisch essen will, muss auch Tiere töten. Wie z.B. die Schimpansen. Bei Raubtieren wie Löwen hat kaum jemand moralische Bedenken und wenn die Hauskatze eine Maus fängt, streicht ihr ihr Besitzer lobend über den Kopf. Die dürfen das, weil sie Carnivoren sind – Fleischfutterer. Nicht umsonst sind die Tophits bei Tierfilmen, wie der Gepard die Gazelle jagd oder ein Löwenrudel ein Zebra zur Strecke bringt. Bei Hagenbeck, dem Zoo in Hamburg, sind die Fütterungen der Raubtiere immer der besonders umlagerte Hit.

    Menschen wie Schimpansen sind offensichtlich Halbraubtiere – und zum Töten von der Anlage mental und technisch fähig. Der Schimpanse muss das noch selbst in Handarbeit machen, der Mensch hat das an Spezialisten ausgelagert und die meisten sehen nur das Steak bei Edeka und kommen so auf die Idee, das Fleisch vom lebenden Tier zu trennen. Manche erschrecken dann vor dieser gedanklichen Verbindung und propagieren den Vegetarisamus. Von unserem Ahnenerbe her ist das Weicheiertum.

    Was mich viel mehr aufregt als das Töten von Nutztieren wie Schweine. Hühner oder Rinder sind ihre zum großen Teil miserablen Aufzuchtbedingungen. Nur Schafe laufen in der Regel frei rum, soweit der Schäferhund sie läßt. Hier sollte unbedingt etwas verbesert werden und der Riesenmenge von Nutztieren bessere Bedingungen gegeben werden. Das wäre ein lohnenderes Feld für Naturschützer. Lieber teureres und besseres Fleisch als Billigfleisch mit all seinen Nachteilen für das heranwachsende Tier und den Menschen, der das essen muss.

  13. Abu Sheitan sagt:

    #12 ilex

    "Von unserem Ahnenerbe her ist das Weicheiertum."  Kleiner Anflug von Kewilismus?   :wink:

  14. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #13 Abu Sheitan am 24. Oktober 2011 um 09:54 = #12 ilex = "Von unserem Ahnenerbe her ist das Weicheiertum."

    Alles hat seinen Preis, auch emotional. Wenn denn jemand Fleisch ißt, dann muss ihm klar sein, dass irgend jemand vorher das Tier mehr oder minder grausam umgebracht hat.

    Wenn jemand nicht ertragen kann, dass für seine Ernährung Tiere getötet werden, dann mag es eine konsequente Haltung sein, kein Fleisch zu essen. Sie entspricht aber nicht der ursprünglichen Ernährungsanlage von Menschen. Vor allem Kinder sollte man nicht vegetarisch oder gar vegan ernähren. Schon bei Muttermilch sollte es den Veganer ideologisch grausen.

    Und von wegen emotional: Auch Pflanzen sind Lebewesen, die der Veganer ebenso ausnutzt und umbringt wie der Fleischesser Tiere. Nur dass Pflanzen den Schlachter nicht ansehen oder herumschreien, sondern still leiden oder sich ihre Früchte klauen lassen, damit der Veganer sie kocht oder sogar roh mit den Zähnen zermalmt.

    Wenn man so will, ist Nahrungsaufnahme (und auch Sex) Eingriff in fremde Lebenswelten und hiervor gaaaaanz viele Berührungsängste zu haben aus moralischer Sauberkeit ist schon eine Art Weicheiertum. Biologie ist schmutzig.

    :wink:

  15. Abu Sheitan sagt:

    In Deutschland gilt:

    "Es ist verboten, Fleisch von Hunden, Katzen, anderen hundeartigen und katzenartigen Tieren (Caniden und Feliden) sowie von Affen zum Zwecke des menschlichen Verzehrs zu gewinnen oder in den Verkehr zu bringen."

    Wo bleiben die empörten Aufrufe der chinesischen, koreanischen, vietnamesischen Minderheiten, die sich diskriminiert fühlen? Gegrilltes Meerschweinschen gilt in Südamerika als Delikatesse, würde hier aber wohl kaum toleriert, während Pferdefleisch durchaus seine Liebhaber findet. Die Tötungstabus scheinen völlig willkürlich und ohne Logik zu sein. In einer TV-Doku war mal eine nepalesische Bäuerin zu Gast in einem Alpen-Bauernhof. Als sie erfuhr, dass die Tiere, die im Stall unter dem Haus lebten eines Tages geschlachtet werden würden, war sie entsetzt. Im Gegensatz dazu findet demnächst im muslimischen Raum wieder eine gigantische Tötungsorgie statt, wo derjenige den höchsten Status erhält, der das größte Opfertier schächtet. Je zivilisierter und bewußter eine Gesellschaft ist, desto mehr wird sie dafür sorgen, dass unnötiges Leid der Tiere vermindert wird. Die herrschenden Vorurteile von blöden Kühen und dummen Säuen sind von der Wissenschaft längst widerlegt. Ein Schwein ist in manchem Hunden überlegen, sogar von Rabenvögeln werden erstaunliche intelligente Handlungen berichtet. Früher wurde sogar Mitmenschen die Menschlichkeit abgesprochen, um sie ohne Schuldgefühle erlegen und verzehren zu können. Aktuell fand auf einer Südsee-Insel die Tötung und Verspeisung eines Weltumseglers statt. Die Grenzen zwischen Tier und Mensch sind also recht fließend und an eine weltweit gemeinsame Ethik ist nicht zu denken.

  16. Abu Sheitan sagt:

    Im Film "Planet der Affen. Prevolution."  waren die Schimpansen nicht nur edle Wilde, sondern moralisch dem Menschen in jeder Hinsicht überlegen, eine Art ökölogische Übermenschen. Allerdings waren bei ihnen keine Geschlechtsteile, nicht mal Ärsche zu sehen, was sie dann wohl auch zu einem keuschen Leben verurteilte. Am Ende des Films brachen sie auf, um in die kalifornischen Redwood-Wälder zu entfliehen, wo sie sich wahrscheinlich seither von Baumrinde ernähren.

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