Mustafa

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438px-Mumienmaske_2_Slg_EbnötherVon Edith Bettinger, Freidenkerbund Österreich (Bild: Helvetiker, Wikimedia Commons).

Bericht I:

M. ist 21 Jahre alt, studiert Englisch und Musik und ist bekennender Atheist. Was ist daran so erwähnenswert?, werden Sie fragen. Nun, M. ist Ägypter und zahlt einen hohen Preis für seine Gesinnung.

Mustafa, so heißt mein Freund, hasst seinen Namen, denn wenn er ihn nennt, denkt sein Gegenüber sofort, dass er Moslem ist. Er möchte nicht als solcher wahrgenommen werden, er ist Atheist und Humanist, darauf legt er großen Wert. In Ägypten kann das mitunter lebensgefährlich sein, zumal wenn man wie Mustafa mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält.

Zusammengeschlagen wurde er schon einmal, weil er in einem Gespräch mit Muslimen geäußert hat, dass der Koran ein lächerliches Buch ist. Bedroht wird er fast täglich.

Mustafa hat grosse Pläne für die Zukunft: er möchte in einem Land leben, wo er nicht 5mal am Tag den Muezzin hören muss, wo es erlaubt ist, philosophische Diskurse ohne den Koran führen zu können, ohne dabei jedesmal befürchten zu müssen, dass Schläger auf ihn angesetzt werden („Sittenpolizei“).

Er möchte mit seiner Freundin Hand in Hand auf der Straße spazieren können und sie küssen, wenn ihm danach ist und nicht, wenn es niemand sieht. Er möchte auch nicht, so wie es ihm sein Vater geraten hat, eine dumme Frau heiraten, „denn die sind leichter zu führen“! Mustafa will eine kluge Frau, eine Frau, die selbstbewusst und emanzipiert ist, denn nur so sieht er gewährleistet, dass er kluge Kinder hat, die so wie er alles sehr kritisch hinterfragen.

Es schmerzt ihn, wenn er verhüllte Frauen sieht, er möchte Aufklärung und Humanismus in die Köpfe seiner weiblichen Landsleute tragen, denn, wie er sagt, „die Frauen sind unsere Zukunft, nur wenn der Staat sie gut und umfassend ausbildet, ist gewährleistet, dass dieses Land eine Zukunft ohne religiöse Gehirnwäsche hat“!

Er ist zutiefst davon überzeugt, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben müssen, dass es ein Verbrechen ist, Frauen nur auf Gebären und Gehorchen zu reduzieren.

Mustafa träumt von einem Ägypten, in dem es in Schulen keinen Koranunterricht gibt sondern Ethikunterricht (diese Debatte führen wir sogar in Österreich noch), in denen der Koran als eines von vielen Büchern vorgestellt wird und nicht als DAS Buch, in denen vom Menschen berichtet wird als Teil der Evolution und nicht als Gottes Geschöpf, von Schulen, in denen Sexualität und Verhütung den jungen Menschen nicht als Teufelszeug vorgelegt wird und in denen Mädchen und Jungen wie selbstverständlich nebeneinander unterrichtet werden.

Mustafa hat auch kreative Ideen zur Verwertung der Moscheen, die ja dann obsolet wären: Coffeeshops, Bars, Diskothequen, Bordelle…

Letztendlich will mein Freund aber nur eines: nämlich offen über alles reden dürfen, ein würdiges Leben in Freiheit ohne Religion!

Anmerkung : Mustafa ist keine Fiktion, es gibt ihn wirklich. Ein wunderbarer junger Mann mit erstaunlichen Ansichten in einem Land, das zu 90% muslimisch ist!

 

Bericht II:

Es ist schon schwierig, genug mit Katholiken zu debattieren, aber wer schon einmal versucht hat,

Moslems argumentativ zu überzeugen, dass sie ihr ganzes Leben einer Märchenfigur unterwerfen, weiß,was Kampf der Worte bedeuten kann.

Mustafa aus dem Norden Ägyptens macht das täglich und ich bewundere ihn dafür. Er hat verschiedene Ansätze, um seinen Verwandten und Bekannten die Unsinnigkeit ihrer „Unterwerfung unter Gott“ (die eigentliche Bedeutung des Wortes Islam) vor Augen zu führen.

Heute hat er mir eines dieser Gespräche übermittelt – ich erlaube mir, es Ihnen in deutscher Übersetzung nahe zu bringen.

Übersetzung! höre ich schon die Einwände, aber dieses Glaubwürdigkeitsproblem hat schon die Bibel, Sie müssen mir einfach vertrauen, schließlich habe ich ja nicht vor, eine Religion gründen zu wollen! ;-)

In geselliger Runde, unter „I am proud to be a muslim“-Landsleuten, stellte er folgende Frage:

Stellt euch vor, ihr findet ein hilfloses Kind am Straßenrand. Niemand kümmert sich um ihn (es muss natürlich ein Junge sein) und er weint herzzerreißend. Ihr könnt das nicht ertragen und nehmt ihn mit nachhause. Ohne Probleme wird er in die Familie aufgenommen, eure Frau und die Kinder lieben ihn und so wächst er heran. Es gibt keinen Grund zur Sorge, ihr investiert natürlich auch Geld in ihn (was wichtig ist für den weiteren Verlauf der Geschichte) und alles scheint perfekt. Inshallah!.

Eines Tages steht der Junge vom Tisch auf, verabschiedet sich und macht sich auf den Weg.

Ihr werdet ihn nie mehr wiedersehen, es ist ein Abschied für immer.

Wie werdet ihr reagieren? Was würdet ihr denken und sagen?

Die Antworten waren unterschiedlich: „Ich werde weinen, er hat mein Herz gebrochen“,

„Ich werde ihn verfluchen auf Lebenszeit“, „Ich werde traurig sein, aber es ist seine Wahl“…

Jeder der Anwesenden hatte eine andere Antwort und dann sagte Mustafa: „Seht ihr, jeder von euch hat seine Art, mit dieser Enttäuschung umzugehen, aber keiner würde ihn verbrennen, wie es Allah für solche Abtrünnige in der Hölle vorgesehen hat! So einem rachsüchtigen Gott ordnet ihr euer Leben unter? Habt ihr darüber schon mal nachgedacht?“

Auf diese Fragen bekam Mustafa keine Antwort. Um die Lage nicht zum Kippen zu bringen, begann man wieder mit männlichem smalltalk und das Thema war vom Tisch. Al hamdullilah,

diesmal hat er seine „Provokationen“ ohne körperliche Gewalt überstanden .

Das ist nur eine von vielen Geschichten meines ägyptischen Freundes , und es werden täglich mehr, fast könnte man sagen ,alf leila we leila‘ (1001 Nacht) für Aufklärer und Hobbyphilosophen!

 

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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30 Antworten auf Mustafa

  1. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Mustafa hat grosse Pläne für die Zukunft: er möchte in einem Land leben, wo er nicht 5mal am Tag den Muezzin hören muss, wo es erlaubt ist, philosophische Diskurse ohne den Koran führen zu können, ohne dabei jedesmal befürchten zu müssen, dass Schläger auf ihn angesetzt werden („Sittenpolizei“).

    Wir haben ja gelesen, was seine Landsleute sogar in den großen Städten wie Kairo und Alexandria wählten. So kann er einschätzen, in welcher Situation er ist. Ertragen, Kämpfen oder Fliehen sind seine Möglichkeiten. In Anbetracht der Herrschaftsdichte islamischer Überzeugung in seiner Heimat ist Kämpfen ohne entsprechnde Vorsicht gefährlich, mit entsprechender Vorsicht zwar kurzfristig relativ wirkungslos, aber besser als Nichts.

    Solange die Tolerierung des Islam sogar bei uns gesellschaftlicher Konsens ist – was wird in Ländern mit islamischer Mehrheit bei der Bevölkerung zu erwarten sein? Menschen wie Mustafa sind die Dissidenten. Kommen sie zu uns, fällt das geringe Widerstandspotential von ihm und Gleichgesinnten in seinem Heimatland auch noch weg.

    Das Einzelschicksal – mit Gefühl geschildert – berührt unsere Solidarität und unsere Anteilnahme. Dessen ungeachtet ist seine Gesellschaft, in die er zufällig hineingeboren ist, eben seine Gesellschaft. Die libysche Lösung hat sich ja inzwischen als weniger sinnvoll erwiesen. Es ist gewiss kein Zynismus – aber kann man viel mehr tun als unauffällige Unterstützung durch Landeskundige und ihm und seinen Freunden zu wünschen: "Viel Glück!"

  2. blasphemica sagt:

    Ich hatte ihm ja vorgeschlagen, er soll einfach behaupten, er sei Kopte und homosexuell noch dazu, dann könnte er wahrscheinlich in Österreich Asyl erhalten. Seine Antwort war :
    "Das mache ich sicher nicht, ich möchte meine Würde nicht verlieren" !
    Leider habe ich zu wenig Geld, sonst könnte ich ihn zumindest einladen und ihm zu einem Studentenvisum verhelfen.
     
    Jetzt hat er eine Engländerin kennengelernt, die würde ihn sogar heiraten, so dass er nach GB reisen könnte. Seine Antwort dazu : " Nach England fahre ich sicher nicht, da sind mir zu viele Moslems!" 

  3. Frank Berghaus sagt:

    Aus verständlichen Sicherheitsgründen stellt das Titelfoto nicht den Artikelhelden dar. Wenn er jetzt von den Salafisten gesucht werden sollte, müssen sich diese am besten ins Museum begeben – nur so als kleiner Tipp :-)

  4. blasphemica sagt:

    uups, jetzt hab ich deinen avatar geklaut ! :-(

    ARE: Ich habe das wieder repariert.

  5. Frank Berghaus sagt:

    #4 blasphemica am 17. Dezember 2011 um 15:14

    Darauf stehen schwerste Strafen laut Regelwerk ;-)

  6. blasphemica sagt:

    #3 Frank Berghaus am 17. Dezember 2011 um 15:14
    die bärtigen Frauenverhüller sollen bitte nicht ins Museum gehen . Das kann nur böse enden ( siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Buddha-Statuen_von_Bamiyan )

  7. Argutus sagt:

    #6 blasphemica am 17. Dezember 2011 um 15:19

    Da haben wir auch einen eigenen Artikel darüber: Allah und der Denkmalschutz.

  8. blasphemica sagt:

    Lieber Ilex,
    verzeih mir bitte, dass ich Dein Avatar für posting #2 missbraucht habe ! Könnt ihr das noch hinbiegen ? Sonst löscht mein posting
    submissest
    Edith 

  9. blasphemica sagt:

    war ich wieder mal zu langsam ! danke argutus !!
     

  10. Argutus sagt:

    #9 blasphemica am 17. Dezember 2011 um 15:41

    Keine Ursache! Mich würde aber interessieren, wie der Fehler passiert ist.

  11. Firithfenion sagt:

    #3 Frank Berghaus am 17. Dezember 2011 um 15:14
    Aus verständlichen Sicherheitsgründen stellt das Titelfoto nicht den Artikelhelden dar.
     
    Danke für den Hinweis. Ich hatte jetzt wirklich angenommen das es sich dabei um sein Paßfoto handelt.
    :ironie:

  12. blasphemica sagt:

    #10 Argutus am 17. Dezember 2011 um 15:51
    offenbar hab ich den avatar mitkopiert, wobei mich wundert, dass das überhaupt geht

  13. blasphemica sagt:

    #11 Firithfenion am 17. Dezember 2011 um 15:55
     
    berechtigter einwand, nicht jeder ägypter hat überhaupt einen pass ;-)
    wobei der im artikel abgebildete sicher kein personaldokument hat, zumindest kein arabisch-islamisches

  14. Argutus sagt:

    #12 blasphemica am 17. Dezember 2011 um 15:58

    offenbar hab ich den avatar mitkopiert, wobei mich wundert, dass das überhaupt geht

    Ich probiere das gleich einmal aus – als Test.

    ARE: Wie ich sehe, hat der Test geklappt. Man muß also tatsächlich aufpassen, daß man beim Kopieren der Kopfzeile nicht auch den Gravatar mit erwischt. Übrigens: Da die Regeln den Test-Fall nicht ausdrücklich erwähnen, sollst du darüber entscheiden, was mit diesem Posting geschieht. Wenn du möchtest, lösche ich es.

  15. blasphemica sagt:

    #14 Argutus am 17. Dezember 2011 um 16:09
     
    bloggen für dummies :-(
     
    kann ich es nocheinmal mit meiner blondheit entschuldigen ??

  16. blasphemica sagt:

    #14 Argutus am 17. Dezember 2011 um 16:09  
     
    da mir frank schon schwerste strafen angekündigt hat, würde ich das löschen meines beitrages in christlicher demut hinnehmen 
     
    da mit aber diese demut fremd ist überlasse ich dem vom diebstahl betroffenen, also ilex, die entscheidung
    ;-)

  17. Argutus sagt:

    #16 blasphemica am 17. Dezember 2011 um 16:28

    Du hast mich mißverstanden. Ich meinte nicht deinen Beitrag. Den habe ich ja bereits bereinigt. Meine Frage an dich war, ob mein eigener Beitrag, in dem ich (testweise) deinen Gravator gestohlen habe, gelöscht werden soll.

  18. Frank Berghaus sagt:

    #16 blasphemica am 17. Dezember 2011 um 16:28

    Der schwersten Strafe bist du eh schon verfallen, da gibt es kein zurück: zwei Bussis am 16.02. in Wien, im Wiederholungsfalle vier :-)

  19. Argutus sagt:

    So, jetzt aber auch etwas zur Sache bevor Frank uns ermahnt, daß das alles ins Parlatorium gehört. :-)

    So einem rachsüchtigen Gott ordnet ihr euer Leben unter?

    Das ist ein interessanter Punkt. Kritischen Menschen ist zwar schon lange klar, daß nicht der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen wurde sondern umgekerht.

    Dabei fällt aber auf, daß jene Sorte Mensch, deren Ebenbild Gott ist, nicht gerade zu den kultivierten und sympathischen zählt. Somit ist Gott (und ganz besonders gilt das für Allah) bloß ein Ebenbild jener Barbaren, die ihn erfunden haben. Bezogen auf den modernen, zivilisierten Menschen ist er eher eine bösartige Karikatur.

  20. blasphemica sagt:

    #19 Argutus am 17. Dezember 2011 um 16:39 
     
    Gott ist nicht nur rachsüchtig, er ist auch nachtragend und dumm im Planen.
     
    Mich würde ja dieses Gen interessieren oder der Knopf, auf den man drücken muss, sodass aus zutiefst indoktrinierten Menschen ohne jede Chance auf Meinungsvielfalt kritische und hinterfragende Menschen werden. Bildung kann es diesem Fall nicht sein, denn er hatte die selbe schlechte Bildung wie sein Umfeld. Tiefreligiöse Eltern, staatliche Schule, der Muezzin schreit ins Schlafzimmer – denkbar schlechte Voraussetzungen, ein Humanist zu werden.
    Vielleicht ist es in diesem konkreten Fall ja die Musik, die ihn so berührt hat, dass er nicht einmal mehr Araber sein will ?

  21. Firithfenion sagt:

    „Seht ihr, jeder von euch hat seine Art, mit dieser Enttäuschung umzugehen, aber keiner würde ihn verbrennen, wie es Allah für solche Abtrünnige in der Hölle vorgesehen hat! So einem rachsüchtigen Gott ordnet ihr euer Leben unter? Habt ihr darüber schon mal nachgedacht?“
     
    Solche prägnanten Beispiele sind immer sehr wichtig, um seine Standpunkte anderen Menschen klar machen zu können. Die meisten Menschen sind für längere Ausführungen, mögen sie auch noch so genial und inhaltsreich sein, gar nicht zugänglich.  Ich habe es in live-Diskussionen immer wieder gemerkt. Es kommt nicht nur darauf an, die richtigen Gedanken zu haben, sondern man muss es irgendwie schaffen, sie in kurze, prägnante Formulierungen und Beispiele zu bringen, die ohne komplexe Verweise auskommen und sich stattdessen Bildern und Begriffen bedienen, die in der Alltagsrealität der Zuhörer vorkommen. Ansonsten findet man sich schnell in der äusserst ärgerlichen Situation, das man in den Augen des Publikums die Diskussion verloren hat, obwohl man eigentlich Recht hat.
     
    Schön hat es auch Charles Darwin ausgedrückt:
    “I can indeed hardly see how anyone ought to wish Christianity to be true; for if so the plain language of the text seems to show that the men who do not believe, and this would include my Father, Brother, and almost all my best friends, will be everlastingly punished. And this is a damnable doctrine.”

  22. Frank Berghaus sagt:

    #20 blasphemica am 17. Dezember 2011 um 17:04

    Der grösste Teil dieser jämmerlichen arabischen "Musik" ist ja auch wirklich nicht so prall.

    Selbst meine Frau meint inzwischen, dass es wohl angebracht sei, wenn diese "Sänger" endlich ihre Gastritis wirkungsvoll bekämpften.

  23. Argutus sagt:

    #21 Firithfenion am 17. Dezember 2011 um 17:13

    Solche prägnanten Beispiele sind immer sehr wichtig …

    Dinge verständlich und prägnant auf den Punkt zu bringen, hat in der Tat große Vorteile beim Diskutieren. Allerdings gilt das bei Diskussionen mit religiösen Menschen nur sehr eingeschränkt.

    Die wirklich strenggläubigen schmettern das einfach ab. Gott will das eben so und wir Menschen haben nicht das Recht darüber zu urteilen. Oder: was uns schlecht erscheint, ist in Wirklichkeit etwas Gutes, doch wir Menschen sind zu dumm das zu verstehen. Gott weiß es besser.

    Bei Diskussionen mit europäischen Normal-Christen sieht das anders aus. Die antworten dann stets: "Na, so etwas glaube ich doch nicht" – halten sich aber nichtsdestoweniger nach wie vor für gläubige Anhänger der jeweiligen (beispielsweise katholischen) Kirche. Daß ihre Überzeugung den zwingend vorgeschriebenen Dogmen widerspricht, kümmert sie nicht.

  24. blasphemica sagt:

    #22 Frank Berghaus am 17. Dezember 2011 um 17:13 
     
    vor allem ist immer alles so tragisch in dieser Musik, da kann keine Lebensfreude aufkommen. Das ganze Leben ist ein Jammertal und Liebe endet immer unerfüllt. Da muss man zwangsweise Frust und Hass entwickeln !

  25. blasphemica sagt:

    #23 Argutus am 17. Dezember 2011 um 17:24
     
    Dinge verständlich und prägnant auf den Punkt zu bringen, hat in der Tat große Vorteile beim Diskutieren. Allerdings gilt das bei Diskussionen mit religiösen Menschen nur sehr eingeschränkt.
     
    Genau aus diesem Grund diskutiere ich mit Katholibans nicht und zu Taufscheinchristen sage ich, wenn sie das Neue Testament bemühen aber die Abartigkeiten des Alten Testaments ausblenden : Ihr müsst schon das Gesamtpaket kaufen, nur die Bergpredigt zu zitieren ist unredlich ;-)

  26. Firithfenion sagt:

    Mustafa, so heißt mein Freund, hasst seinen Namen, denn wenn er ihn nennt, denkt sein Gegenüber sofort, dass er Moslem ist.
     
    Mustafa geht ja noch. Bevor der Islam weltweit durchzudrehen anfing und damit auf extrem unangenehme Weise auf sich aufmerksam machte, assoziierte ich mit Mustafa nichts negatives, sondern dachte dabei dabei eher an 1001 Nacht, die spannenden Sindbad-Verfilmungen mit den Trickeffekten von Ray Harryhausen oder den schönen Schlager von Leo Leandros: Oh Mustafa, oh Mustafa
     
    Schlimmer sind da schon Menschen dran, die von ihren verantwortungslosen Eltern mit Namen wie "Jihad" oder "Osama" fürs Leben gezeichnet werden. Vielleicht wird das aber gerade dazu führen, das ihre Kinder eine Ablehnung gegen das ihnen aufgezwungene Weltbild empfinden. Cosma Shiva Hagen sagte ja auch mal in einem Interview das sie aus einer Art von Protesthaltung gegen ihre stets ausgeflippte Mutter zu einer gutbürgerlichen jungen Frau wurde. Ungefähr so, wie das kleine Mädchen aus dem berühmten Werbespot "Ich will auch mal Spiesser werden!"

  27. Argutus sagt:

    #26 Firithfenion am 17. Dezember 2011 um 17:49

    Mir fällt da der bekannte Song "A boy named Sue" ein, der genau dieses Thema behandelt.

  28. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    Der Mustafa und seine Gleichnisse stehen in guter orientalischer Tradition, ein gewisser J auch Ch genannt hat so ähnlich auch argumentiert … Auf jeden Fall wünsche ich ihm alles Gute, und lang lebe die ägyptische Revolution.

  29. pinetop sagt:

    Obwohl mir Mustafa persönlich vollkommen fremd ist, muss ich sagen, dass ich durchaus Sympathie für ihn empfinde. Eine Kritik an theokratischen Anmaßungen möchte ich mir jetzt ersparen. Aber auf einen Sachverhalt muss ich hinweisen, der mich richtig wütend macht, je länger ich darüber nachdenke. Es sind die sogenannten kultursensiblen Gutmenschen in Europa, die Menschen nur als Teil eines Kollektivs wahrnehmen können, die Menschen wie Mustafa als ihr moslemisches Mündel behandeln wollen und die mir, der die religionskritischen Gedanken von Mustafa teilt, eine fremdenfeindliche Gesinnung unterstellen wollen.

  30. blasphemica sagt:

    #29 pinetop am 19. Dezember 2011 um 10:13 
     
    auch dazu hat Mustafa eine Meinung, die islamkritischen Menschen wie uns gefallen dürfte ;-)
    " Europa macht einen grossen Fehler, sich in falschverstandener Toleranz ausgerechnet fundamentalistische Moslems in ihre Länder zu holen und wenn ich mir von Ägypten aus so ansehe, dass sogar darüber diskutiert wird, ob man jetzt die Sharia nicht vielleicht doch in bestimmten Fällen anwenden kann, dann wird mir schlecht ! "
    " Frankreich wird noch schauen, was es sich da für Staatsbürger aus Algerien ins Land geholt hat"
    "Sch*** drauf, wenn dich andere als islamophob beschimpfen, wenn sich deren Töchter in Fundamentalisten verlieben und konvertieren, hanshouf ( schauen wir mal) ob sie dann immer noch so politisch korrekt sind" 
    übrigens habe ich in Wien einen Freund aus Algerien, der das mit den algerischen Zuwanderern in Frankreich genauso sieht und der auch über Wien sagt :" Soviele Frauen mit Kopftuch gibts nicht einmal in Algerien"

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