Minimalistisches Fest

Noch sind die Geschäfte geöffnet – der Rummel ist noch nicht an sein Ende gelangt. Mancher Humanist wird sich dennoch bereits fragen, wie er/sie denn nun die kommenden freien Tage (nicht wirklich arbeitnehmerfreundlich dieses Jahr!) am besten füllen möge. Ein jeder mache sich Gedanken über Alternativen zu Gänsebraten mit Rotkohl und Knödeln, Lichterbaum (obwohl viele, mich eingeschlossen, den schon angezündet haben), Familienbesuche (nun ja, meine Tochter kommt auch!), Weihnachtsmesse besuchen (ooops, das war wohl ein Fehler), flache Filmchen im Öffentlich-Rechtlichen anschauen und was der üblichen Dinge noch mehr sein mögen.

Wem partout nichts einfällt: bei WB werden sie geholfen. Man nehme ein gutes Buch, Saisonempfehlung ganz oben natürlich Christopher Hitchens „Der Herr ist kein Hirte“ neben dem Klassiker „Leibniz war kein Butterkeks“ vom „Unterhosenphilosophen“ Michael Schmidt-Salomon und seiner Tochter, lümmele sich auf die Couch und geniesse Lesen mit oder ohne Kerzenschein. Damit man hinterher auch etwas zum Abtrainieren hat, sollten natürlich weder Zimtsterne, Dresdner Stollen, Oblatenlebkuchen (mit der echten Hostie), Printen (falls man noch Zähne hat) und Dominowürfel fehlen. Ein guter Glühwein dazu rötet die Nase, Fertiggewürze zur Zubereitung reichen für den Spaß völlig aus.

Wer nicht immer nur lesen will (das machen wir schließlich täglich) findet auch ausreichend Zeit und Gelegenheit, sich intensiv um seinen Partner zu kümmern, ob das nun mit oder ohne Zipfelmütze stattfindet, ist dabei rechtschaffen unerheblich. Man sollte sich allerdings (falls es in Vergessenheit geraten sein sollte) genauestens darüber informieren, wo es dem jeweils anderen denn nun am besten tut, ach, was rede ich? Seht Euch einfach das Bild an, dann kommt die Erinnerung schon zurück!

Da wir als gute Humanisten auch immer ein Ohr für unsere christlichen Leser haben, anbei noch speziell für diese die richtig aufbereiteten Weihnachtsgrüße (übersetzen müsst Ihr das aber allein, Strafe muss sein).

In diesem Sinne wünsche ich allen unseren Freunden und Lesern ruhige und erfüllte Tage. Auch Wissen bloggt wird es in der nächsten Woche etwas ruhiger angehen lassen, was nicht heisst, dass der tägliche Blick hinein nicht lohnend wäre J

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12 Antworten auf Minimalistisches Fest

  1. pinetop sagt:

    Hier kann man sich ja die Chinesen zum Vorbild nehmen. Ganz überwiegend vom Glauben weit entfernt und trotzdem ganz begierig, dieses Fest zu feiern.

  2. Saejerlaenner sagt:

    Weihnachten ist ne feine Sache. Man trifft sich mit seiner weit verstreuten Familie und seinen besten Freunden. Das ist das Gute an dem ganzen Sport. Vermutlich sehen das auch geschätzte 90% der sogenannten Christen so. Erfahrungswerte. Keine Sau juckt es, ob Jesus an diesem Tag Geburtstag hat oder nicht. Das damit einhergehende Brimborium ist weiter nichts als der mehr oder weniger verzweifelte Versuch, alte Traditionen zu pflegen.

  3. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Weihnachten strukturiert. Dicht genug an Wintersonnenwende und Neujahr ist es nun – ob christlich interpretiert oder nicht – trotzdem eine gute Gelegenheit, dass jeder sich so ein paar Tage besinnen kann. Und so, wie er will – mitten im tiefsten Winter, wo die Tage aber rein theoretisch eben doch schon länger werden. Die neu geschenkten Bücher zu lesen ist z.B. immer eine gute Sache.

    Doch, manche Weihnachtsbräuche sind ausgesprochen nett – wiewohl eher unreligiös. Seien wir froh, dass das zweitwichtigste Fest des Christentums doch so viel heidnische Elemente in sich aufgesogen hat, dass die meisten sich darauf freuen, auch wenn sie nicht ausgesprochen religiös sind.

    Hat doch was, mit den Kindern in den Wald zu fahren und "seinen" Tannenbaum auszusuchen und selber umzusägen. Erinnere mich gern, dass ich als Kind zum erstenmal Verantwortung tragen durfte, als mein Vater keine Zeit hatte, den Tannenbaum zu schmücken und ich diese ehrenvolle Aufgabe übertragen kam. Und wann entschließt man sich sonst, mit mehreren eine ganze Gans zu verspeisen? Oder den Karpfen zu killen, der bis Heiligabend ein oder zwei Tage lebendig in der Badewanne herumschwimmen durfte.

    Kinder konnten zu dieser Gelegenheit schon einmal anspruchsvollere Wünsche äußern und oft klappte das auch. Dass Erwachsene auch Geschenke bekommen, ist dabei natürlich etwas übertrieben – aber o.k. Ich freue mich trotzdem, wenn meine Söhne mit etwas ankommen, von dem sie hoffen, dass es mir oder meiner Frau gefällt. Die gute Absicht zählt. Kinder umgekehrt freuen sich immer – egal wie alt. Der Kater freut sich schon über eine Dose Thunfisch, die er nur selten bekommt. Man muss das alles nicht so verbissen sehen.

  4. Indianerjones sagt:

    Und vergesst nicht ,den arg gebeutelten Bundespräsidenten in eure Gebete mit einzuschließen.:nerd:
    :carpet:

  5. Bert Fritz sagt:

    @Saejerlaenner
    Ob christlich bewusst oder bewusst christlich, ob unbewusst oder heidnisch, ob humanistisch oder sonst was, in Deutschland und anderswo sind um diese Zeit ein paar Tage frei und es herrscht Ruhe! Das nutzt dann jeder für sich und niemand wird sich diese Tage nehmen lassen wollen.
    Aber wenn wir eine Umfrage starten würden, um festzustellen, wie vielen Menschen ein heiliger ,weihevoller Schauer über einen rein christlichen Zusammenhang über den Rücken fliesst, dann schätze ich einmal: 1%der Bevölkerung.
    @Frank: Besinnliches Füßehochlegen!

  6. Argutus sagt:

    Auch Wissen bloggt wird es in der nächsten Woche etwas ruhiger angehen lassen

    Der Kommentar-Traffic hat sich darauf bereits eingestellt und ist ziemlich zum Erliegen gekommen. Man kann es mit der Weihnachtsruhe auch übertreiben … :-)

  7. Rechtspopulist sagt:

    Ein besinnliches Weihnachten geht auch ohne Christentum – das ist bei uns schon seit Jahren so. :-)

  8. Merlot sagt:

    #6 Argutus am 24. Dezember 2011 um 09:26
    Der Kommentar-Traffic hat sich darauf bereits eingestellt und ist ziemlich zum Erliegen gekommen. Man kann es mit der Weihnachtsruhe auch übertreiben …
     
    Vielleicht gibt es für den fehlenden Traffic auch andere Gründe als die "Weihnachtsruhe".

  9. Frank Berghaus sagt:

    #8 Merlot am 24. Dezember 2011 um 14:25

    Zumindest hat das dann insoweit den Zweck erfüllt, als uns die Aussage einen inhaltsschwangeren Kommentar von Ihnen eingebracht hat. Dankeschön :-)

  10. KDL sagt:

    Ich will auch meinen Beitrag zum Traffic leisten und wünsche allen Machern dieses Blogs – und natürlich auch allen Kommentatoren – ein schönes humanistisches Weihnachtsfest :wink:

  11. SharpChronisch sagt:

    Ich liebe solche ruhigen Nächte wie die letzte eine war. Sozusagen tiefenentschleunigt. 

  12. Rechtspopulist sagt:

    … und ich wollte letzten Abend noch "Siegfried" schauen, was meiner Frau zu prollig war. Das werde ich jetzt dank DVD-Technik nachholen! :-)

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