Islamgerechte Päderastie

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Baccha Baazi ist eine afghanische Form der Kinderprostitution, bei der ein als Frau verkleideter Tanzjunge (Bacchá) erst vor Männern tanzt und diese dann oft auch sexuell zu befriedigen hat.

Kultureller Hintergrund

Beziehungen zu „Lustknaben“ haben eine lange Geschichte bei Herrschern und Dichtern des islamischen Mittelalters. Spätestens seit dem 8. Jahrhundert ist Päderastie in den höheren Schichten der muslimischen Araber ein Teil der gesellschaftlichen Moral. Aus der Abbasiden-Hauptstadt Bagdad gibt es zeitgenössische Berichte über das effeminierte Aussehen dieser Knaben (arabisch ʿilq, „Buhlknabe“), das sich in Kleidung und Manieren äußerte. Im Osmanischen Reich traten bis ins 19. Jahrhundert Tanzknaben (Köçek) in Frauenkleidern vor Männergesellschaften auf. Sie hielten Zimbeln (türkisch Zil) oder die sonst nur von Frauen gespielte Rahmentrommel Def in den Händen.

Die heutige Praxis in Afghanistan fußt auf dieser Tradition und der Vorstellung, dass zwar der Kontakt mit Frauen unrein, Knabenliebe dagegen rein sei und dass diese nicht allgemein als Verstoß gegen die Schari'a gilt:

"Nach mittelasiatisch-islamischer Rechtsauffassung gibt es zur Knabenliebe keine verbindlichen Rechtsquellen, also auch keine Möglichkeit zur Bestrafung. In der Praxis waren meines Wissens auch tief religiöse Özbeken, ja sogar Angehörige der Geistlichkeit, dem Knabenspiel nicht abgeneigt." (Ingeborg Baldauf: Die Knabenliebe in Mittelasien: Bačabozlik)

Beim Baccha Baazi (wörtlich „Knabenspiel") handelt es sich um ein in Zentralasien weit verbreitetes Phänomen. Im 19. Jahrhundert berichtete der Forschungsreisende und Diplomat Eugene Schuyler über die Praktik des Knabenspiels und über das hohe Ansehen, das die Tänzer besitzen. Das Phänomen des Knabenspiels hängt mit der Akzeptanz des männlichen Tänzers im Mittleren Osten zusammen: Er verkörpert ein poetisches Ideal persischer und türkischer Lyrik, in der die Liebe zu jungen Pagen, Soldaten und anderen Berufsanfängern gefeiert wird. Schon aus vorislamischer Zeit stammen Berichte über männliche Tänzer, die in der Regel als „Knaben" bezeichnet werden. Im Zuge der Islamisierung verbreitete sich in Zentralasien die Sitte, dass junge Sklaven als Handlanger, Musiker und Tänzer engagiert wurden. Sie spielten beispielsweise in der Dichtung von Omar Khayyam und Hafes eine Rolle.

Die Tradition der Tanzjungen verschwand teilweise unter dem Einfluss der Kolonialmächte nach dem Zweiten Weltkrieg, war aber noch während zweier Forschungsaufenthalte von Ingeborg Baldauf in den Jahren 1975 bis 1978 in der usbekischen Bevölkerung Afghanistans nachweisbar. Die Aufgabe des bača, der normalerweise weiterhin bei seiner Familie wohnt, ist es, den Liebhaber so oft wie möglich zu seinen geselligen Männerrunden zu begleiten, wo er tanzen und singen und den Liebhaber bedienen soll.

Das Phänomen ist zum Erhebungszeitpunkt quer durch alle Bevölkerungsschichten bei etwa einem Drittel der männlichen Bevölkerung nachweisbar, „unterliegt aber einem gewissen Sprachtabu“. „Das Knabenspiel soll neben den sexuellen, aus finanziellen resultierenden, Defizienzen auch Defzienzen psychischer Art ausgleichen. Der bačaboz sucht und findet im Umgang mit Knaben einen Ersatz für personale Bindungen, die ihm das Ehe- und Familienleben nicht bieten kann.“ Außerdem bietet das Knabenspiel "dem baċaboz Gelegenheit, große Summen Geldes zu verschleudern und dadurch innerhalb seiner peer-group an Prestige zu gewinnen." Dabei wechseln unverheiratete Liebhaber, die „vor allem sexuelle Defizienzen auszugleichen haben“, ihre Knaben häufiger als ältere bačaboz und solche, die verheiratet sind, welche „mehrheitlich ein Dauerverhältnis [anstreben], in dem die emotionale Komponente eine der sexuellen deutlich übergeordnete spielt“. Zwei Typen von Liedern dominieren beim Knabenspiel: das realistische qušiq, das den Tanz der Knaben in einfacher Sprache untermalt, und das mullosozi in eher hohem lyrischen Ton und mit oft resignativen Texten über Liebesleid und Liebestod, das in den Pausen gespielt wird, wenn der Knabe von der Tanzfläche verschwunden ist.

Der Westdeutsche Rundfunk sendete am 30. Januar 1997 in der Reihe MusikPassagen einen Bericht über das Tanz-, Musik- und Lustknabenspiel ("bacabozlik") bei der usbekischen Bevölkerung Afghanistans, "eine seit mehr als tausend Jahren berühmte Tradition Mittelasiens".  Es handelte sich um "ein Collage-Stück aus Musiken, Liedtextübersetzungen und O-Tönen der Orientalistin Ingeborg Baldauf". Die Sendung nimmt Bezug auf ihre Feldforschungen aus den 1970er Jahren.

Heutige Situation in Afghanistan

Die Tanzjungen sind zwischen 8 und etwa 14 Jahren alt. Auf den Baccha Baazi-Partys sitzen Männer auf dem Boden, dabei wird gesungen und musiziert. In der Mitte tanzt ein Junge in seidener Frauenkleidung, manchmal mit Make-up und mit Glöckchen an den Handgelenken. Die Lieder handeln oft von unerwiderter Liebe oder Begierde. Es gibt auch Wettbewerbe zwischen verschiedenen Bacchis.

Laut Unicef ist diese Form der Kinderprostitution in Afghanistan seit Jahrhunderten gesellschaftlich akzeptiert und weit verbreitet. Ein UN-Mitarbeiter nennt diese Praxis Kindersklaverei. Die Kinder werden teilweise von Familien ärmlicher Eltern gegen Bezahlung hergegeben, teilweise entführt oder sind Waisen von der Straße.

Für mächtige Männer stellen Bacchis Statussymbole dar und sie können mehrere besitzen. Bei Partys werden sie herumgereicht, um Sex mit erwachsenen Männern zu haben. Die Jungen werden auch baccha bereesh, "Jungen ohne Bart", genannt.

Während der Taliban-Herrschaft waren Baccha Baazi offiziell verboten, danach sei es aber zu einem Gewerbe gewachsen. Es gibt DVDs von Bacca-Baazi-Abenden und spezialisierte Zuhälter. Die tadschikischen und usbekischen Kriegsherren der Nordallianz scheinen zu den Haupttätern zu gehören, aber auch im Süden und in Kabul sowie im Kreis der afghanischen Sicherheitskräfte sei der „Brauch“ verbreitet. Offiziell für Polizei und Armee gedungene Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren würden nebenbei als Sexsklaven ihrer Kollegen dienen. Im von Deutschland kontrollierten Gebiet um Kunduz und Mazār-i Scharif werde Bacca Baazi alltäglich offen ausgelebt. Auch die aktuellen Veröffentlichungen von WikiLeaks zeugen davon.

Die Ursache für dieses pädophile Handeln wird im afghanischen Rollenverständnis gesehen. Danach seien Frauen nicht für Sexualität, sondern nur zum Gebären gedacht, Tanzjungen hingegen zum sexuellen Vergnügen. Dieser Widerspruch zur gleichzeitigen allgemeinen Ablehnung von Homosexualität wird dadurch überwunden, dass die Sexualiät mit den Tanzjungen nicht als Homosexualität, sondern als Spaß angesehen werde.

Nach dem Beginn der Pubertät werden die Jungen verstoßen und oft mit einer älteren Frau verheiratet.
 

Quellennachweis: Exzerpt des Wikipedia-Artikels Baccha Baazi.

 

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8 Antworten auf Islamgerechte Päderastie

  1. Argutus sagt:

    Dieser Widerspruch zur gleichzeitigen allgemeinen Ablehnung von Homosexualität wird dadurch überwunden, dass die Sexualiät mit den Tanzjungen nicht als Homosexualität, sondern als Spaß angesehen werde.

    Es gehörte immer schon zu den charakteristischen Skurrilitäten der Religionen, daß sie die objektive Realtität durch eine Phantasie-Welt ersetzen und die dann als verbindlich festlegen. So auch hier: Homosexualität ist schlecht, aber die Form, die hier als erlaubt gilt, wird eben nicht dazugezählt.

    Schön, daß Allah so dumm ist und sich von diesem billigen Trick täuschen läßt. :-)

  2. Abu Sheitan sagt:

    #1 Argutus
    Allah ist doch der größte Listenschmied. Deshalb möchte er auch, dass sich besonders junge Männer in die Luft sprengen, um zu ihm in den Himmel zu kommen. Die träumen zwar von 72 Jungfrauen, finden sich aber in der Gesellschaft von 71 anderen knackigen Jungs wieder.

  3. Firithfenion sagt:

    Mir ist diese Ambivalenz schon beim Lesen des Korans aufgefallen. Besonders im letzten drittel des Buches wird immer wieder darauf hingewiesen, das sich im Paradies nicht nur schöne Frauen befinden, sondern es wird auch immer wieder auf die schönen jungen Knaben hingewiesen, die dort den Neuzugängen im Paradies Wein einschenken und ihnen auch sonst "Freude bereiten". Es war beim Lesen schon ziemlich auffällig, das Mohammed hier offenbar bemüht war, sein Paradies so zu gestalten, das es jedem seiner Anhänger begehrenswert erscheint, auch den Schwulen, die mit den Jungfrauen vielleicht nichts anzufangen wissen.  Überhaupt ist es irgendwie paradox, das in Mohammeds Paradies Dinge erlaubt sind, die hier auf der Erde verboten sind, z.b. gibt es im Paradies reichlich Wein zu trinken. Wenn Alkoholgenuss nichts böses ist, warum ist er dann verboten? Und wenn er etwas böses ist, warum ist es dann im Paradies erlaubt?

  4. Saejerlaenner sagt:

    #3 Firithfenion am 27. Dezember 2011 um 15:57
     
    Wäre mal interessant, was diverse Islam-"Wissenschaftler" dazu sagen. Laut solchen konnte der barmherzige Mohammed die arme Aishe nach damaligen Spielregeln auch nur bei sich aufnehmen, indem er sie heiratete.

  5. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #3 Firithfenion am 27. Dezember 2011 um 15:57 = Überhaupt ist es irgendwie paradox, das in Mohammeds Paradies Dinge erlaubt sind, die hier auf der Erde verboten sind, z.b. gibt es im Paradies reichlich Wein zu trinken. Wenn Alkoholgenuss nichts böses ist, warum ist er dann verboten? Und wenn er etwas böses ist, warum ist es dann im Paradies erlaubt?

    Alles Training für den Krieger – genau wie Ramadan. Hier auf Erden ein paar Jahrzehnte die "Anstrengung", dafür nach dem Tod auf ewig das Paradies. Das ist doch einmal eine lohnende Investition auf Nachhaltigkeit.

  6. Argutus sagt:

    #3 Firithfenion am 27. Dezember 2011 um 15:57

    Überhaupt ist es irgendwie paradox, das in Mohammeds Paradies Dinge erlaubt sind, die hier auf der Erde verboten sind

    Für vernünftige Menschen wirkt das befremdlich, aber reilgiöse denken anders. Natürlich müssen alle diese verbotenen Dinge als gut empfunden werden, denn sonst hätten sie im Paradies ja nichts verloren. Aber im Diesseits sind sie dennoch verboten, weil es Allah eben Freude macht, sie den Lebenden vorzuenthalten.

    Solche Perversionen sind nicht auf den Islam beschränkt sondern kommen in allen Religionen vor. Von geopferten Nahrungsmitteln, die auf dem Altar vergammeln anstatt Hungernde zu sättigen, bis zu den Märtyrern, die einen grausamen Tod sterben müssen, damit sie dann im Jenseits in aller Ewigkeit selig leben können.

    Das Prinzip ist immer das gleiche: der Gläubige soll in der wirklichen Welt möglichst unglücklich leben (da er andernfalls leicht das Interesse an der Religion verlieren könnte) und zum Ausgleich dafür auf ein Phantasie-Paradies hoffen, dessen Existenz man ihm eingeredet hat.

  7. pinetop sagt:

    Eine andere Religion ist der Marxismus. Marx will das Paradies in´s Diesseits verfrachten und merkt selbst nicht, wie stark er in einem religiösen Denken verfangen ist. Das Paradies ist die klassenlose Gesellschaft, die Geschichtsphilosophie gleicht der christlichen Eschatologie und der Übergang zum Kommunismus entspricht dem Jüngsten Gericht.    

  8. Firithfenion sagt:

    #7 pinetop am 28. Dezember 2011 um 16:58
    Eine andere Religion ist der Marxismus. Marx will das Paradies in´s Diesseits verfrachten und merkt selbst nicht, wie stark er in einem religiösen Denken verfangen ist.
     
    Ja, diese Ähnlichkeiten sind mir schon zu DDR-Zeiten aufgefallen. Im Geschichtsunterricht wurde uns die Steinzeitgesellschaft als "Urkommunismus" vorgestellt. Das ist eine ähnliche Idee wie die biblische Idee vom Paradies. Dort lebten Adam und Eva bis zu ihrem Sündenfall. Der Sündenfall in der marxistischen Ideologie begann mit der Entwicklung des Geldhandels. Die Geldwirtschaft ist das, was der Teufel in den Religionen ist. Ihm wird die Schuld für alle Bosheiten zugeschoben. Wenn die Geldwirtschaft verschwindet, dann verschwinden nach der marxistischen Ideologie auch solche Probleme wie Kriminalität und Prostitution. Selbst in einer sozialistischen Gesellschaft, die als Übergangsform zum Kommunismus noch den Geldhandel kennt, sollte die Kriminalität zumindest drastisch sinken. Da dies in der Praxis nicht funktionierte, versuchte man durch Überwachungsmaßnahmen, Polizeistaatmethoden und Statistikmanipulationen die Kriminalität zu drücken, damit es wenigstens so aussah, als ob die Prophezeiungen von Marx und Engels sich erfüllten. Wenn die Geldwirtschaft verschwindet, wird – nach kommunistischer Ideologie – der Mensch wieder gut, rein, edel und selbstlos, so wie es angeblich in der idealisierten Urkommunistischen Steinzeitgesellschaft gewesen sein soll. Mich hat schon damals gewundert, wie ein halbwegs intelligenter Mensch solchen Blödsinn glauben kann.
     
    Zur religionsähnlichen Absurdität der kommunistische Ideologie fällt mir auch folgende Szene zu den Trauerfeiern um den nordkoreanischen Diktator ein, die ich kürzlich im Fernsehen sah. Dort wurde eine Szene aus dem nordkoreanischen Fernsehen gezeigt, in dem ein großer Baum mit schweigend darauf sitzenden Vögeln gezeigt wurde und der Sprecher dazu mit todernster, trauerergriffener Stimme allen Ernstes behauptete das "selbst die Vögel" um den toten Diktator trauern würden …

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