"Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt" heißt es im Volkslied. Nun, heute macht der Landwirt die Bodenvorbereitung und Feldbearbeitung mit dem Traktor. Dennoch wird es Zeit, sich allmählich um das Saatgut zu kümmern.
Auf 6,5 Millionen Hektar (also 65.000 Quadratkilometern) und somit knapp über einem Fünftel der Fläche Deutschlands wird Getreide angebaut. Darauf wird 41,5 Millionen Tonnen geerntet – knapp 500 kg je Jahr je Einwohner.[1]. Fast ein Viertel – 10,1 Millionen Tonnen – wird exportiert. Den Import von Getreide dagegen gerechnet ist Deutschland aber immer noch Nettoexporteur – unser Getreide erzeugen wir also selbst.
Damit diese Menge Korn dort wachsen kann, muss der Landwirt es einsäen und um das zu können, benötigt er Saatgut. Früher behielt der Bauer einen angemessenen Teil der Ernte zurück und nahm dies als Saatgut für das nächste Jahr. Gerste, Weizen und Roggen – wie auf dem Photo [2] oben – lagen in seiner Hand. Auch Hafer und ein paar andere Sorten großfrüchtiger Gräser werden zum Teil seit der Jungsteinzeit angebaut. In Deutschland werden 2,3 % der Ernte für das Saatgut verwendet. Durch die Arbeit des Landwirtes erfolgt also ein Ertrag von 1 zu 43,5 Getreidekörnern. Eins zu vierzig – das ist für den Landwirt die Standardrechnung bei Getreide.[3] Hohe Schule der Getreidewirtschaft ist der Anbau von Sommergerste als Braugerste, die zum Bierbrauen einen Eiweißanteil unter 11,5 % haben soll. 1,8 Millionen Tonnen davon erzeugen Landwirte in Deutschland.
Weltweit weitere wichtige Getreidearten sind Reis, Mais und Hirse. Insgesamt wurden 1961 weltweit 877 Millionen Tonnen Getreide für etwa 3 Milliarden Menschen (etwa je 292 kg) geerntet, 2009 dann 2.494 Milliarden Tonnen für 6,7 Milliarden Menschen (etwa je 372 kg) [3]. Mit seinen 41,5 Millionen Tonnen ist Deutschland der achtgrößte Getreideproduzent mit 1,6 % der weltweit erzeugten Menge (bei 1,17 % der Weltbevölkerung) nach Frankreich mit 70 Millionen Tonnen. 47 % der weltweiten Ernte dienen 2009 / 2010 der menschlichen Nahrung, 35 % als Futtermittel für Vieh, 6 % als Bioethanol und 12 % sonstigen Zwecken – darunter Saatgut [4].
1. konventionelles Saatgut
Nun ist in Deutschland vieles gesetzlich geregelt. Wie könnte da das Saargut ausgenommen sein? Das Saatgutverkehrsgesetz (SaatG) regelt in § 1 (Anwendungsbereich) = (1) Dieses Gesetz gilt vorbehaltlich der §§ 56 und 57 für Saatgut und Vermehrungsmaterial der im Artenverzeichnis zu diesem Gesetz aufgeführten Arten. Er gibt sogar ein Bundessortenamt für Saatgut in Hannover. Es gibt geprüfte Sorten und Vorschriften, welche Arten von Saatgut vertrieben werden dürfen.
Wenn der Landwirt Saatgut vom Züchter kauft, hat er ihm eine Lizenzgebühr zu bezahlen. Bis 1997 konnte er dann zumindest in Deutschland von seiner Ernte einen Teil einbehalten und neu aussäen. Das war bis dahin üblich und legal.[3] Seitdem gilt dies als "Nachbau", für das weitere Gebühren an den Hersteller des ursprünglichen Saatgutes fällig sind. Auch wenn die Nachbaugebühren geringer sind als der ursprüngliche Kaufpreis, so waren dies doch neue zusätzliche Kosten. Bäuerliche Obstruktion versucht zwar, die Nachfragen der Saargutvertreiber wegen Nachbau zu verhindern, aber die Rechtslage ist klar. Zwar nicht unbegrenzt in die Vergangenheit, aber doch für 3 Jahre dürfen Saatguthersteller nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes auf Nachbau kontrollieren.
Saatguthersteller und Bauernorganisationen liefern sich in dieser Frage einen medialen Kampf in Bezug auf die Wirkung im Gesetzgebungsverfahren in Deutschland und der Europäischen Union. Dabei geht es auch um Patente auf biologische Verfahren und Ergebnisse. Der Deutsche Bauernverband stellt in einer Merkschrift für seine Mitglieder vom April 2011 unter anderem fest:
° Keine Patente gibt es [in Deutschland] u.a. auf Pflanzensorten und Tierrassen und „im Wesentlichen biologische Verfahren“ zur Züchtung von Pflanzen oder Tieren.
° Andererseits wird zunehmend versucht, Biopatente auf nicht genetisch veränderte Tiere und Pflanzen zu beantragen. Ein Beispiel dafür ist das Patent auf das äthiopische Getreide TEFF (s.u.).
° Schließlich kann durch drohende Lizenzzahlungen an Patentinhaber auch eine wirtschaftliche Abhängigkeit der Landwirte und Züchter entstehen.
° Im Bereich der pflanzlichen Produktion gilt seit Langem das Sortenschutzrecht. Der Sortenschutz hat sich als Instrument zum Schutz des geistigen Eigentums aus Sicht des Berufsstandes bewährt und gilt als Motor des Züchtungsfortschritts.
° Die Große Beschwerdekammer [des Europäischen Patentamtes] hat nun entschieden, dass trotz der „Garnierung“ mit technischen Elementen herkömmliche Züchtungs- und Kreuzungsverfahren grundsätzlich nicht patentierbar werden.
° Ein holländisches Unternehmen hat sich das Mehl der äthiopischen Getreideart ERAGROSTIS TEFF mit besonders hoher Fallzahl (über 300) sowie die Herstellung von Teig und Nahrungsmitteln aus diesem Teig durch ein Patent schützen lassen. Ein solch weitreichendes Patent ist zurzeit beispiellos. (…) Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat Anbauversuche mit diesem Getreide durchgeführt und ist dabei auf das Patent aufmerksam geworden. Sie hat ein Einspruchsverfahren geführt und nach mündlicher Verhandlung Ende November 2010 verloren. TEFF wird in Äthiopien und anderen afrikanischen Ländern seit Jahrhunderten angebaut. (…) Es kann nicht sein, dass ein Patentanspruch sogar bis auf die Verarbeitung eines Mehls zu Brot, Keksen und Kuchen durchgreifen darf. Dies ist eines der ersten Beispiele solch weitreichender und bis auf die Lebensmittelkette durch durchgreifende Patente, die nicht nur beantragt, sondern tatsächlich erteilt und sogar in einem Einspruchsverfahren bestätigt worden sind. An diesem Beispiel zeigt sich, dass die immer wieder geäußerte Befürchtung des DBV [Deutscher Bauern Verband] berechtigt ist, wonach bereits heute mit Patenten auf tierisches und pflanzliches Material Pflöcke eingeschlagen werden, die nicht wieder rückholbar sind.
So ist für das Saatgut nicht nur die Frage der Lizenzgebühr wichtig, sondern auch die Patentierung – heute noch vornehmlich von "genverbesserter" Saat, aber auch schon mit Bestrebungen, sich natürlich gewachsene Pflanzen, deren besondere Eigenschaften entdeckt wurden, per Patent schützen zu lassen.
Saatgut ist angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Es wäre verwunderlich, wenn Anleger von Kapital nicht auch aus diesem vielversprechenden Wirtschaftsfaktor ihren Profit holen wollten. Dies gilt nicht nur für Getreide, sondern für Saatgut allgemein. Sein Volumen allein für Getreide hat sich seit 1961 etwa auf das 2 1/2-fache erhöht.
Der Streit um den Nachbau der beliebten Kartoffelsorte "Linda" in Norddeutschland 2009 und 2010 zeigt die Problematik lizensierten Saatgutes auf und die Zulasssung von Sorten, die vom Züchter nicht mehr vertrieben werden, um eine neue Sorte zu pushen.
2. Genverbessertes Saatgut – Volumen
Patentierung von Saatgut und genetischen Informationen stärkt die Dominanz weniger multinationaler Unternehmen [5]. 2002 waren 2 % der Patente auf Pflanzen und Saatgut gerichtet, 2008 schon 25 %. Allein die Firma Monsanto vertreibt 90 % des genveränderten Saatgutes – darüber hinaus vom Saatgut des Mais 40 %, Gurken 38 %, Chilischoten 35 %, Bohnen 30 %, Paprika 28 %, Zwiebeln und Soja je 25 % und Tomaten 23 %. Dabei ist Gensaat nicht billig. Der Preis für Maissaat genfrei stieg von 1975 bis 2000 in den USA in 25 Jahren um 63 %, der genveränderte Saatmais in den wenigen Jahren seit 2000 um 230 %.
Genverändertes Saatgut kennt man seit 1996. 2009 wurde bereits in 25 Ländern Gensaat auf 1,34 Millonen Quadratkilometer (Deutschland ist etwa 300.000 Qkm groß) ausgebracht. 2010 waren es 29 Länder mit 1,48 Millionen Quadratkilometern, d.h. 10,7 % der weltweiten Acherfläche [6][7]. Weltweit waren bei Soja 77 %, bei Baumwolle 49 %, bei Mais 26 % und bei Raps 21 % der Saat bereits gentechnisch verändert. In den USA waren 95 % der Zuckerrüben aus Gensaat gezogen. Gensaat ist also in wenigen Jahren aus dem Status eines Nischenproduktes herausgetreten.
2009 verkauften 3 Firmen weltweit 34 % des Saargutes – Monsanto 18,1 %, DuPont 12,6 % und Syngenta 6,7 %.[7] Du Pont, Monsanto, BAYER und Syngenta sind die global player im Saatgeschäft. BAYER hat am 30.10.2011 die RU-Zulassung der genverbesserten Kartoffel "Fortuna" beantragt.
Seit 1999 kaufte Monsanto für mehr als 13 Milliarden Dollar weltweit Saatgutfirmen. 2005 gab man allein 1,4 Milliarden Dollar für den Konkurrenten Seminis aus. [8] Monsanto verkaufte 2010 für 7,6 Milliarden Dollar Saatgut [7]
3. Genverbessertes Saatgut – Probleme
Wenn der Landwirt dann unkrautmittelresistente genveränderte Pflanzensaat kauft und dazu gleich noch "Round up", das das Unkraut vertilgt, so hört sich das nach einer guten Sache an. Gewöhnlich wird allerdings in den Verträgen mit Monsanto geregelt, dass der Landwirt nicht "nachbauen" darf, die Chemikalinen nur von Monsanto kaufen darf, einer Schweigepflicht unterliegt und dass jederzeit Detektive von Monsanto Feld und Hof des Bauern kontrollieren dürfen. Manche Genmanipulation verbessert zwar die Schädlingsresistenz, vermindert aber die Keimfähigkeit der geernteten Frucht. Willkommene Folge für den Saatgutverkäufer = unkontrollierter Nachbau wird so verhindert.
Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Ertrag der genveränderten Saat durchaus nicht immer besser ist als der von konventionell gezüchteten Pflanzen – auch wenn in den USA inzwischen 90 % des Soja und 80 % des Mais in der genveränderten Version angebaut werden. Mancher Genmais kann Temperaturen über 40 ° C nicht vertragen – die Stengel platzen und die Pflanze geht ein. Der unbekümmerte Einsatz von sehr wirksamen Herbiziden vernichtet nicht nur das Unkraut, sondern auch die Bodenkulturen; Gefahren für Menschen bestehen bei deren Anwendung..
Genveränderte Pflanzen halten sich – trotz aller Abstandsregeln – nicht immer für sich, sondern kreuzen sich durchaus mit konventionellen Pflanzen der gleichen Art. Besonders Raps hat dieses Problem. Da Gräser (d.h. auch Getreide) vom Wind bestäubt wird, kann man genveränderte und konventionelle Pflanzen nicht direkt nebeneinander aussäen, wenn Vermischung vermieden werden soll. Gentechnik bedroht somit die Gewinnung konventionellen sortenreinen Saatgutes. Für deren Erzeuger fallen erhöhte Kosten an für Tests auf gentechnische Verunreinigungen und zusätzliche Schutzmaßnahmen. Saatguterzeuger sollen Gentechnikfreiheit garantieren – eine Belastung, zu der sie ohne Gentechnik nicht gekommen wären. So hatte die EU bei Saatgut eine zu tolerierende Verunteinigung von 0,3 % durch genverbessertes Saatgut ins Auge gefaßt. Damit hätten sortenreine Saaten ohne Beimischung der Vergangenheit angehört. Diese Verwässerung wurde vorerst abgeschmettert.
Abstandsregeln für Saatgut gab es natürlich auch schon bei konventioneller Saatguterzeugung. So musste der Landwirt für konventionelle sortenreine Roggensaat, die er an ein Saatbauunternehmen lieferte, einen Sicherheitsabstand von 300 Metern einhalten [3]. Insofern sind Abstandsregeln für genveränderte Pflanzen nichts Besonderes, aber es berührt schon seltsam, wenn zu Naturschutzgebieten nur 200 Meter Abstand gefordert wird..
In den USA und manchen anderen Ländern gibt es keine Kennzeichnungspflicht für genveränderte Nahrung. Genveränderte Pflanzen bei menschlicher Nahrung muss in der EU deklariert werden. So kann eben jeder entscheiden, ob er Vertrauen in die Gentechnik hat und in diese Nahrung beißen will. Hört sich auf den ersten Blick gut an. Tierfutter allerdings braucht nicht hinsichtlich genveränderter Bestandteile deklariert werden. So futtert das Huhn eben Gen-Food und produziert Eier oder das Rind bekommt Gen-Food und gibt Milch. Diese Eier, diese Milch, dieser Käse braucht nicht als genverändert gekennzeichnet zu werden. Unabhängig davon bemühen sich aus Marketinggründen auch viele Handelsunternehmen um "genfreies" Tierfutter.
Lediglich Bier wird vermutlich von Genveränderung verschont bleiben. Die Braugerste muss als wichtige Eigenschaft ihre Keimfähigkeit behalten, damit der Mälzprozess durch das keimende Korn beginnen kann.
Das Geschäft mit Gensaat hat auch politische Implikationen. Als der Anbau der seit Dezember 2007 zugelassenen Genmaissorte MON810 von Monsanto von Frau Aigner Anfang 2009 widerrufen wurde und die Klagen von Monsanto vom Verwaltungsgericht Braunschweig und dem Niedersächsischem Oberverwaltungsgericht Lüneburg am 25. Mai 2009 abgewiesen wurden war die Folge, dass in Washington der deutsche Borschafter einbestellt wurde und man ihm gegenüber das Missfallen der US-Regierung ausgedrückte. [9]
Harte Bandagen werden auch sonst benutzt. Genverbot wäre ein Verstoß gegen Welthandelsverträge. Die WTO zielt auf einen Abbau von "Handelshemmnissen". So sind starke Kräfte – vor allem in den USA – dabei, genveränderte Saat weltweit durchzusetzen.
4. Folgerungen
Die wachsende Weltbevölkerung (aktuell 7.000.000.000) macht Nahrungsmittel und alles, was damit zusammenhängt zu einem nachfragesicherem Geschäft. Genverbessertes Saatgut sollte das Versprechen einer zweiten "grünen" Revolution sein. Angesichts der diskutierten Gefahren – seine sie real oder nur befürchtet – hat sich Gentechnik nur in Ländern durchgesetzt, auf die US-Unternehmen sich stark positionieren konnten. In Europa sind die Vorbehalte groß. Einige Länder haben sich als "genfrei" erklärt – so Lettland oder die portugiesischen Azoreninseln. Ob die von den Gensaatfirmen versprochenen Mehrerträge wirklich auf Dauer realisierbar ist, ist noch nicht bewiesen.
Wenn denn 82 % aller Genpflanzen nur das alleinige Merkmal der Herbizidtoleranz aufweisen und der Ertrag von Mais zwar seit 30 Jahren auf das 1,7-fache stieg, der Preis für das Saatgut aber auf das fünffache, dann begeistert dies den Landwirt nicht wirklich.[10]
Während Afrika in den 1960-er Jahren sich mit Nahrungsmitteln noch selbst versorgen konnte, muss heute 25 % der Nahrung importiert werden. Die Ackerfläche je Mensch weltweit ist von 5.000 Quadratmetern im Jahre 1950 auf jetzt (2010) nur noch 2.000 Quadratmetern zurückgegangen.[4] Die Situation der Nahrungsmittelversorgung ist also angespannt. Ob es daher der richtige Weg ist, den Landwirten unserer Erde teures Saatgut mit restriktiven Nachbaubedingungen zur Verfügung zu stellen, ist eher die Frage. Vielversprechender ist die Schonung der Ackerkrume, das Überleben der Bodentierchen, geringerer Pestizideintrag. Das mag gerade in ärmeren Ländern zu mehr benötigter Arbeitskraft in der Landwirtschaft führen – was ja auch kein Nachteil wäre.
Zur weiteren Vertiefung zu diesem Thema weise ich gern und ausdrücklich auf weitere Texte dieses Blogs hin, z.B. "Gold und Mais" (im 2. Teil) hinsichtlich der Nahrungsmittel-Spekulation, "Bauernland in anderer Hand" zur Spekulation mit landwirtschaftlichen Flächen in Afrika und "Ethos und Ökonomie VI" (2. Teil, nach dem Bild mit den Rindern im Stall) zu allgemeinen Aspekten der Nahrungsmittelerzeugung.
[1] = z.saatgut.de/startseite; eingesehen 5.1.2012; [2] = Photo von "Timo1974" aus Wikipedia. Von links gesehen Ähren von Gerste, Weizen und Roggen; [3] = Auskünfte örtlicher Landwirte; [4] = Quelle FAO mit sehr detaillierten Statistiken unter www.fao.org; [5] = www.weltagrarbericht.de/themen-das-weltagrarberichtes/saatgut-und -patente-auf-leben.html; [6] = Wikipedia "Gentechnisch veränderte Lebensmittel"; [7] = Wikipedia "Grüne Gentechnik" – diese Seite beschreibt Gentechnik sehr positiv; [8] = Greenpeace; [9] = Wikipedia "Monsanto"; [10] = www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichtes/gentechnik-und-biotechnologie.html; 2. Photo = Braugerste von "Blonder 1984", Wikipedia
Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.
Wenn der Landwirt Saatgut vom Züchter kauft …
Warum tut er das? Das Prinzip, das Saatgut von der letzten Ernte einzubehalten, läßt sich doch beliebig oft wiederholen. Warum Saatgut um teures Geld kaufen, wenn man es selbst produzieren kann und seit dem Neolithicum stets selbst produziert hat?
Nun, der Ernteertrag war nicht immer 1:40, neue auch konventionell gezüchtete Sorten sind kurzhalmiger (wenn nicht so viel Stroh benötigt wird) oder haben sonstige verbesserte oder bodenangepasste Eigenschaften. Nur war es eben bis 1997 so, dass die Saat – einmal gekauft – quasi in das Eigentum des Bauern überging und jahrelang wieder neu ausgebracht wurde, bis sich der Bauer zum Kauf einer neuen Sorte entschloss. Mit der Nachbauentgeltregelung hat er das Saatgut quasi nur gemietet.
Wäre ebenso, als "kaufe" er Oskar, den Zuchteber, und der Verkäufer fordert von jedem Wurf ein Ferkel.
Ich sehe in diesem Artikel geradezu ein Paradebeispiel für die These von Michael Schmidt-Salomon, dass wir uns Humanisten nicht auf reine Religions- und Kirchenkritik beschränken dürfen, sondern die vielfältigen Zwänge und Dogmen, rechtlichen Einschränkungen und Manipulationen durch Grosskonzerne ebenso an den Pranger stellen müssen, damit die Freiheit und die Würde des Individuums nicht angetastet wird.
Insoweit ist es auch unsere Aufgabe, das Interesse auf solche Themen zu lenken, die vordergründig nichts mit den Zielen unserer Seite zu tun haben, wenn man sie mit einem eingegrenzten Begriff von Humanismus sehen sollte.
#3 Frank Berghaus am 12. Januar 2012 um 10:20
Das unterstütze ich gern. Zumal die europäischen Landwirte da noch in einer relativ günstigen Position sind. Die sind gut ausgebildet und auch gut organisiert und vernetzt und haben ihre Lobby (von denen manche glauben, sie wären sogar zu gut organisiert). Die Ernährung in den ärmeren Ländern hängt aber an einer größeren Anzahl von Landwirten in Bezug zur Gesamtbevölkerung bei geringerem Ernteertrag pro Hektar als bei uns. Blicke über den Tellerand empfehle ich vielen, die nur beim Lesen von "Neger" Rassismus gröhlen, sich aber ansonsten um die realen Lebensbedingungen in anderen Ländern wenig kümmern.
#4 ilex (E. Ahrens) am 12. Januar 2012 um 10:30
Du bist ja nun einmal unser Experte dafür
Ich habe keine Bedenken genveränderte Lebensmittel zu essen. Ich habe aber Verständnis dafür, wenn andere Konsumenten dies eben nicht wollen. Sie müssen informiert sein.
Ich bin auch keineswegs wirtschaftsfeindlich. Aber gerade wer für den Wettbewerb als wichtigstes Merkmal einer Marktwirtschaft eintritt, sollte ein kritisches Auge für ein Unternehmen wie Monsanto haben. Monsanto entwickelte mit der Unternehmensberatungsgesellschaft Boston consulting (in den 80er Jahren, wenn ich mich richtig erinnere) eine Unternehmenspolitik, deren Ziel es ist, in allen Geschäftsfeldern ein weltweites Monopol zu erringen. Alle, für die Marktwirtschaft mehr als ein Lippenbekenntnis ist, sind aufgefordert, sich der Unternehmenspolitik von Monsanto entgegenzustemmen.
Der obige Artikel weist nach, und da ist Frank Berghaus in #3 zuzustimmen, dass Humanisten sich kritikweise nicht nur Religionen und Kirchen annehmen sollten, sondern dass in der Tat auch Grosskonzerne zu hinterfragen sind. Nur, die Vorgenannten machen nicht was sie wollen – sie machen in der Regel was sie können, was politisch durchsetzbar ist. Dementsprechend haben wir kritikweise auch das gesamte Politikspektrum mit Parteien, Parlamenten und allen öffentlichen Einrichtungen mit einzubeziehen. Somit ist Humanismus eine gesellschaftspolitisch zu leistende Aufgabe.
#7 Antonius Esser am 12. Januar 2012 um 11:44
Zunächst einmal herzlich willkommen auf WB. Die manuelle Freischaltung ist nur beim Erstkommentar erforderlich – jetzt bist du davon befreit.
Aber auch auf vielen "deutschen" Erdbeeren steht schon drauf, Nachzucht verboten. Ich meine, ich hätte das sogar schon auf Beerensträuchern gelesen. Die "Erzeuger" neigen immer mehr dazu, zusätzlich zur Pflanze nicht noch den Informationwert der Gene zu verscherbeln – egal ob durch Züchtung oder genetischen Eingriff realisiert.
Letztes Jahr habe ich eine gegen Braunfäule resistente Tomatenpflanze für sage und schreibe 2,55€ getestet; hätte ich mir besser ´n Pfund Tomaten für gekauft. Blieb zwar grün, hat aber schon nach der ersten heftigeren Regenperiode jegliches Wachstum verweigert.
#3 Frank Berghaus am 12. Januar 2012 um 10:20
Ich sehe das ganz genauso und die Sache mit dem Saatgut ist wirklich ein gutes Beispiel dafür.
Als Gesetz kann man natürlich alles festlegen, aber ungeachtet der Legalität handelt es sich hier moralisch gesehen und ein schweres Unrecht, das mit dem menschlichen Gerechtigkeitsempfinden und der europäischen Rechtstradition völlig unvereinbar ist.
Wer etwas verkauft, besitzt es danach nicht mehr und hat somit auch keinan nachvollziehbaren Anspruch auf all jene Produkten, die mit Hilfe des Verkauften hergestellt wurden.
Die Forderung ist einfach nur frech. Genausogut könnte jemand, der einen Stempel verkauft, für jeden Abdruck eine Gebühr verlangen. Aufgabe des Staates wäre es, soche Ungeheuerlichkeiten energisch in die Schranken zu weisen und nicht auch noch gesetzlich zu unterstützen.
#3 Frank Berghaus
Ich stimme Ihnen zu, dass man sich nicht auf reine Religionskritik beschränkt, wenn es um die Würde und Freiheit des Individuums geht. Dazu gehört auch die Kritik an Mißständen in der Wirtschaft. Man darf sich aber nicht einer diffusen, antikapitalistischen Gefühlslage ergeben. Das Operieren mit Begriffen wie "Kapitalismus" oder "Sozialismus" ist geeignet, den klaren Blick auf die Sachverhalte zu verstellen. Man muss sich klar werden, dass Bedrohungen der Freiheit großenteils auf einer Ursache basieren, die man mit "wirtschaftlicher Macht" bezeichnen kann.
Um wirtschaftliche Macht zu erkennen, bedarf es einer intensiven Analyse der Marktformen. Hierzu ist zunächst zwischen Konkurrenz, Teiloligopol, Oligopol, Teilmonopol und Monopol zu unterscheiden. Zweckmäßig ist es, zwischen Kollektivmonopol und Einzelmonopol zu differenzieren. Da diese Erscheinungen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite bestehen sind 36 Formen denkbar. Zu beachten ist, ob diese Formen offen oder geschlossen sind. Vor einigen Jahren waren in den meisten europäischen Ländern die Postmonopole geschlossen, d. h. potentiellen Konkurrenten wurde der Markteintritt durch Gesetz verwehrt. Geschlossene Formen gibt es auf der Nachfrageseite, der Angebotsseite oder bei beiden oder überhaupt nicht, dies ergibt vier Möglichkeiten. 4 x 36 = 144. Es gilt zu beachten, dass der Staat in jede Marktform mit Preisfestsetzungen eingreifen kann, was ingesamt 288 Marktformen für jede Branche ergibt. Abschließend sind folgende Sachverhalte zu prüfen: die regionale Begrenzung eines Monopols (Kostenstruktur durch unterschiedliche Transportkosten), die Substituierbarkeit des Angebots und die Elastizität auf der Nachfrageseite.
Politische Freiheit ist durch wirtschaftliche Macht gefährdet, und diese Gefahr wird größer mit einem steigenden Monopolisierungsgrad, bis zur Zentralverwaltungswirtschaft mit dem geringsten Freiheitsgrad. Will man politische Freiheit sichern, muß man auf mehr Wettbewerb setzen (eine Aussage, die von Verbandsfunktionären nicht gern gehört wird) und Monopole zerschlagen.
#11 pinetop am 12. Januar 2012 um 14:27
Diese Dichotomie Kapitalismus vs. Sozialismus habe ich nie vertreten. Das ist schlicht dümmlich, weil es an den Bedürfnissen vorbeioperiert.
Ich bin prinzipiell mit einer sozial orientierten Marktwirtschaft recht einverstanden, wenn man stets die möglichen Pervertierungen wie zum Beispiel Monopolbildungen im Blickpunkt und unter Kontrolle hat.
Obwohl dies meines Erachtens selbstverständliich ist, sage ich es noch einmal, weil man aufgrund deines Postings der Meinung sein könnte, ich sähe das anders
#12 Frank Berghaus
es war keineswegs meine Absicht, dies Dir zu unterstellen. Ich habe vielmehr an die unbekannten Leser gedacht. Insbesondere, da mir auf Grund meiner Erfahrungen der Anteil derjenigen recht hoch erscheint, die Religionskritik oft mit Kapitalismuskritik verbinden.
beste Grüsse
pinetop
Ich möchte jetzt zu Monsanto zurückkehren. Monsanto ist, so vermute ich, ein weltweiter Teilmonopolist mit einer gewaltigen Marktmacht. In den USA und Kanada hat Monsanto auch Macht die Regierungen, Behörden und Gerichte zu beeinflussen. Ein Landwirt, der in die Fänge dieses Unternehmens gerät, hat einen großen Teil seiner Freiheit verloren. Ein Saatguthersteller, der mit vielen Konkurrenten im Wettbewerb steht hat diese Macht nicht und würde wahrscheinlich sehr schnell sein Ende herbeiführen, wenn er zu diesen Unternehmenspraktiken griffe.
#9 Tutnix am 12. Januar 2012 um 12:46
Aber auch auf vielen "deutschen" Erdbeeren steht schon drauf, Nachzucht verboten. Ich meine, ich hätte das sogar schon auf Beerensträuchern gelesen.
Nicht nur Erdbeeren – auch neuere Rosen- oder Rhododendrensorten für den privaten Gartenbesitzer. Diese Sorten sind in den Katalogen dann als "geschützte Sorten" gekennzeichnet und ihre Vermehrung und ihre Weiterverbreitung ist untersagt – auch im privaten Bereich und auch unentgeltlich. Man kann global sagen: je neuer die Sorte, je restriktiver. Oft sind diese Hybriden noch nicht einmal fertil, so dass sich Nachzucht ohnehin verbietet.
Frei sind in der Regel alte Sorten oder Wildarten. Beispielsweise Rhododendron catawbiense (weil quasi Wildart) kann man durch Absenker selbst vermehren. Durch Samen bietet sich ohnehin nicht an, da dies exorbitant lange dauert und man bei mehreren Sorten nie das Ergebnis der Kreuzung vorher kennt. Rosa canina braucht man auch nur einmal zu kaufen und dann vegetativ oder durch Hagebutten vermehren.
Bäume kann man in der Regel selbst vermehren – das tut bloß kaum einer, weil es eben jahrelang dauert, bis man etwas sieht. Aus Samen gezogene Ahorne meiner Bäume stehen aber schon bei Bekannten ein paar Meter hoch. Bei Haselnüsse braucht man sich noch nicht einmal selbst zu kümmern, machen die Eichhörnchen. Eine Esche hat sich selbst angesät – nach 10 Jahren war es ein richtig schöner Baum.
D.h, also, dass auch der private Gartenbesitzer in gewisser Weise das Problem mit dem Nachbau hat. Nur hier läuft es meist nach dem Motto: "Wo kein Kläger ist, ist kein Richter" oder "Gibst Du mir, gebe ich Dir" unbekümmert um den rechtlichen Status des Ablegers.
#11 pinetop am 12. Januar 2012 um 14:27
Kapitalismus oder Sozialismus sind zumeist viel zu grobe Beschreibungen der Realität.
Man muss sich klar werden, dass Bedrohungen der Freiheit großenteils auf einer Ursache basieren, die man mit "wirtschaftlicher Macht" bezeichnen kann. Um wirtschaftliche Macht zu erkennen, bedarf es einer intensiven Analyse der Marktformen.
Dies ist ein viel realistischerer Ansatzpunkt. Und zwar in jedem Handelsbereich individuell. So sehen wir eben, dass Monsanto und Kollegen sich in Lateinamerika ziemlich ungehindert ausbreiten konnten, weil die Marktmacht da war. Viel spielt auch Presse und Imagearbeit eine Rolle. Musterbeispiel ist der Wikipedia-Artikel "Grüne Gentechnik" beim Link zu meiner Anmerkung [7]. Da haben sich ein paar Leute richtig Mühe gegeben, die Sache gut und vielversprechend darzustellen und Kritik abzufedern. Es ist ja auch ein leichtes, drei oder vier Leuten ein wenig Geld zu geben, damit sie für mein Firmenimage freundliche Wikipedia-Artikel schreiben. Billiger geht Werbung ja garnicht.
Dass Humanisten sich auch um politische und wirtschaftliche Probleme kümmern sollten, ist auch meine Meinung. Allerdings ist das ein sehr weites Feld …. und wer will da noch den Überblick behalten. Die Landwirtschaftstechnik (inklusive des Einsatzes der Gentechnik) ist weltweit vor dem Hintergrund einer rasant wachsenden Bevölkerung zu sehen und kann nicht nur mit den Verhältnissen in Deutschland verglichen werden. Ob wir in Zukunft unsere Nahrungsmittel noch nur vom Acker, sondern auch aus Fabriken beziehen, ist nicht sicher. Ich erinnere mich hier an eine Salatfabrik in Südost-Asien, wo die Pflanzen nicht in der Erde wachsen, sondern in einer Art Hochhaus von unten mit einer Nährlösung besprüht werden und so angeblich platzsparender und wetterunabhängiger wachsen sollen. Klingt makaber, oder?
#17 Lothar Bendig am 12. Januar 2012 um 16:03
Dass Humanisten sich auch um politische und wirtschaftliche Probleme kümmern sollten, ist auch meine Meinung. Allerdings ist das ein sehr weites Feld …. und wer will da noch den Überblick behalten.
Eben weil hier viel Geld im Spiel ist, ist die Propagandalage unübersichtlich. Eben weil Bekämpfen des Hunges eine humanistische Aufgabe ist, widerstreiten ethische Grundsätze um die Priotität. Die Zunahme der Bevölkerung ist ja nun kein unvermeidbares Naturereignis, sondern menschengemacht. Konsequent handelt von den größeren Staaten nur China.
Die Landwirtschaftstechnik (inklusive des Einsatzes der Gentechnik) ist weltweit vor dem Hintergrund einer rasant wachsenden Bevölkerung zu sehen und kann nicht nur mit den Verhältnissen in Deutschland verglichen werden.
Wenn Deutschland etwa zu je einem Drittel Acker, Wald und "Sonstiges" ist und die Landwirtschaft immer noch ausreicht, den Grundbedarf so ziemlich zu decken, dann sind wir in der Tat in einer relativ guten Lage.Das heißt ja nicht, dass man autark sein muss – man importiert und exportiert.
Dass Gentechnik generell – und wenn ja, im Monsanto-Stil – mehr Vor- als Nachteile hat, halte ich noch nicht für erwiesen.
Die Konsequenz in China ist aber auch eine überalternde Bevölkerung. Aber das Problem haben wir ja ohne Einwanderung auch.
#19 Lothar Bendig am 12. Januar 2012 um 18:07
Die Konsequenz in China ist aber auch eine überalternde Bevölkerung. Aber das Problem haben wir ja ohne Einwanderung auch.
Daß Einwanderung generell – und wenn ja, im derzeit praktizierten Stil – mehr Vor- als Nachteile hat, halte ich noch nicht für erwiesen.
#1Argutus am 12. Januar 2012 um 07:28
http://de.wikipedia.org/wiki/Hybride
In der pflanzlichen Hybridzucht wird der Heterosis-Effekt ausgenutzt, der – im Vergleich zu reinerbigen Lebewesen – zu mehr Vitalität und Leistungsfähigkeit führt. So kann der Heterosis-Effekt beispielsweise bei Getreide-Arten wie dem Mais zur Verdopplung der Erträge führen. … Die Verwendung von Hybriden hat für den Landwirt den Nachteil, dass Nachkommen von Hybriden deutlich an Fitness verlieren. Beim Anbau von aus Hybriden erzeugtem Saatgut kommt es beispielsweise bei Mais zu Ertragsreduktionen von etwa 30 %. Der übliche Saatgutpreis beträgt nur ein Teil dieser Ertragseinbuße, weshalb sich der jährliche Saatgutzukauf aus betriebswirtschaftlicher Sicht lohnt.
Hybridisierung ist klassische Zuchttaktik im nicht genverändertem Bereich. Als Getreide gibt es Triticale, eine Kreuzung aus fem. Weizen und masc. Roggen. Von der Mutter hat ihr Mehl die gute Backfähigkeit und vom Roggen die geringen Ansprüche an Klima und Boden. Auch gegen Pilze war sie zumindest robust. 2009 wurden in Deutschland 2,5 Mio. Tonnen geerntet. Das ist zwar nur 1/10 des Weizens, aber schon mehr als die Hälfte des Roggens. Triticale hat weltweit den Roggen fast eingeholt. Wird auch hier in Niedersachsen auf bestimmten Böden angebaut. Samen sind steril – nur durch Tricks bekommt man fertiles Saatgut.
Der gewöhnliche Teichfrosch hat von Natur aus eine sehr komplexe Hybrid-Vermehrung (siehe Wikipedia).
Auch bei Katzen gibt es Hybridisierungen. So ist aus den Unterarten der Wildkatze Felis silvestris mit den Unterarten silvestris, libyca, ornata, chaus usw. unsere Hauskatze als Hybride entstanden (F. s. catus genannt) mit Hauptanteil der libyca – das ist ja noch normal innerhalb einer biologischen Art.
Es gibt aber auch Katzenrassen, die durch sogar gattungsübergreifende Hybridisierung entstanden wie die in den USA entstandene "Savannah" durch Serval (Leptailurus serval) X Felis silvestris. Die F2- oder F3-Generation ist dann fertil und es sind 10 kg schwere und große Tiere (normale Katze 4 – 7 kg). Oder die "Bengal" aus Bengalkatze (Prionailurus bengalensis) X Felis silvestris, wo schon die F1-Generation fertil sein soll. Die Bengal ist die einzige Hauskatze, die von der Bengalkatze her das Wasser liebt und außerdem eine ganz tolle Fellzeichnung hat. Allerdings kosten sie aus guter Zucht auch um 1200 €. Savannahs sind noch teurer. Eine Bengal käme für mich insofern nicht in Frage, weil sie als Freiläufer vermutlich sehr schnell geklaut werden würde – aber sie sehen umwerfend aus und das ist ihre Existenzgrundlage.
Wie schon angeklungen, sollte man zwischen der grünen Gentechnik und dem Geschäftsgebaren von zB Monsanto unterscheiden.
Zum einen ist es natürlich ethisch zu verurteilen, einen aggressiven Verdränungswettbewerb zu führen und daduch ein Monopol zu schaffen. Dass sie es können, liegt aber an der Politik, die Derartiges zulässt. Damit aber faire Regularien eingeführt werden, braucht es entzsprechende Politiker, die sich nicht von Lobbyverbänden (von beiden Seiten) beeinflussen lassen. Zudem sollte darauzf geachtet werden, dass es einen fairen Wettbewerb der Anbieter gibt, aus dm der Verbraucher sich sein Produktaussuschen kann. Kurz niemand darf gezwungen sein, sich Monsanto& Co auszuliefern.
Einem Unternehmen vorzuwerfen, Gewinn zu machen (bzw machen zu wollen) ist in einer Marktwirtschaft auch eher daneben (weniger hier, aber häufig bei Diskussionen zum Thema). Aber ähnlich wie in der Pharmaindustrie, sind Entwicklungen mit einem hohen Aufwand verbunden. Forschung kostet nuneinmal Geld, die Tests ebenso und dann kommen da noch die Kosten für das/die Zulassungsverfahren. Und wie auch bei Pharmafirmen ist die Vorlaufzeit, bevor ein Produkt Geld einbringt, recht groß. Dass da der Wunsch auf Firmenseite besteht, möglichst lange daran zu verdienen ist da zunächst einmal nachvollziehbar.
Eine weitere Parallele sind die Kosten zur Absicherung gegen "Zwischenfälle". Da dürfte es speziell in den USA sehr schnell sehr teuer werden.
Ich gebe zu, dass ich mit den einzelnen Produkten von Monsanto und Co im vergleich zu "herkömmlichen" Produkten der Konkurrenz nicht im Detail vertraut bin. Abgesehen von den Werbesprüchen, der besseren Angepasstheit bei schwierigen Boden-/ Umweltbedingungen, dem höheren Ertrag und geringeren Spritzmitteleinsatz etc. Bei fairen Marktbedingungen setzt sich das bessere Produkt durch. Besser meint hier der Ertrag bei verwendeten Kosten und der dazu nötige Aufwand drumherum (also Pflege, Spritzmitteleinsatz etc).
Was zu diskutieren ist, inwieweit es ein Patent auf "veraltete" Sorten sinnvoll ist. Wie gesagt, dass Firmen die Kosten der Forschung und Entwicklung wieder hereinholen wollen (und etwas mehr) ist in kapitalistischen Wirtschaftssystemen kein Verbrechen. Wenn jemand eine alte (mutmaßlich schlechtere) Sorte anbauen will, soll er das tun können. Wenn er sich damit am Markt behauptet, Glückwunsch, wenn nicht, soll er nicht heulen.
Grundsätzlich sehe ich (nach entsprechender Prüfung) keine Probleme mit GVOs. Viele der Befürchtungen sind widerlegt (Keine Langzeitstudien, unvorhersehbare Folgen etc) und die Angst basiert auf dem grundsätzlichen Unverständnis, dass es in der Natur schon immer Kreuzungen gab.
Optimierungen für verschiedene Klimazonen sind vor dem Hintergrund der Bevlökerungsentwicklung mehr als sinnvoll und mittels Gentechnik schneller zu erreichen, als mit klassicher Züchtung.
PS: Eventuell sollte es im Text geändert werden: Aber wie erklären sich Länder bitte "genfrei"? Haben die dann keine Gene mehr?
Gnah: Nachtrag
An welcher Stelle der Patentschutz für veränderte Sorten beginnt, sollte ebenfalls klar definiert werden. Meiner laienhaften Meinung nach ist die "normale" Züchtung keine besondere Leistung,die och lange mit Patenten geschützt werden muss.
Sollten aber fast komplett neue Arten erzeugt werden (laienhaft formuliert), mit bis dahin nicht vorhandenen (auch artfremden) Eigenschaften ist ein Patentschutz sinnvoll. Alternativ ein höherer Anschaffungspreis.
http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/10855/page/51/#message605024
#23 Coen am 13. Januar 2012 um 17:48
Wie schon angeklungen, sollte man zwischen der grünen Gentechnik und dem Geschäftsgebaren von zB Monsanto unterscheiden.
Prinzipiell schon - ausser, dass in der Praxis Monsanto eben einen Großteil der Gensaat produziert
Einem Unternehmen vorzuwerfen, Gewinn zu machen (bzw machen zu wollen) ist in einer Marktwirtschaft auch eher daneben (weniger hier, aber häufig bei Diskussionen zum Thema). Aber ähnlich wie in der Pharmaindustrie, sind Entwicklungen mit einem hohen Aufwand verbunden.
Im Prinzip ist nichts gegen Gewinne zu sagen. Aber nach bisherigen Informationen hat Monsanto darüber hinaus ein weniger edles Geschäftsgebaren.
Was zu diskutieren ist, inwieweit es ein Patent auf "veraltete" Sorten sinnvoll ist. (…) Wenn jemand eine alte (mutmaßlich schlechtere) Sorte anbauen will, soll er das tun können. Wenn er sich damit am Markt behauptet, Glückwunsch, wenn nicht, soll er nicht heulen.
Wobei die rechtliche Lage komplizierter ist. Die Sorte muss zugelassen sein. Bei "Linda" (Kartoffel) wurde die Zulassung aufgehoben. Die Landwirte haben die Sorte so gesehen illegal angebaut – bis das Sortenamt einlenkte.
Grundsätzlich sehe ich (nach entsprechender Prüfung) keine Probleme mit GVOs. Viele der Befürchtungen sind widerlegt (Keine Langzeitstudien, unvorhersehbare Folgen etc) und die Angst basiert auf dem grundsätzlichen Unverständnis, dass es in der Natur schon immer Kreuzungen gab.
Kreuzungen in der Natur über die Artgrenze hinaus haben ihre Grenze an der Fertilität der F1-Generation. Dort hört das Weiterleben der Hybride zumeist auf. Wenn nicht, kann sich die Hybride schon mal als neue Art oder Unterart ("Rasse") durchsetzen. Das ist aber etwas grundsätzlich anderes als Genveränderung.
PS: Eventuell sollte es im Text geändert werden: Aber wie erklären sich Länder bitte "genfrei"? Haben die dann keine Gene mehr?
Na, was "genfrei" in Paranthese bedeuten soll, dürfte klar sein.
#24 Coen am 13. Januar 2012 um 18:04
An welcher Stelle der Patentschutz für veränderte Sorten beginnt, sollte ebenfalls klar definiert werden. Meiner laienhaften Meinung nach ist die "normale" Züchtung keine besondere Leistung,die och lange mit Patenten geschützt werden muss.
Das ist klar definiert – und unterliegt weniger der Logik als wirtschaftlichen Interessen und der Gesetzgebung. Also eher eine Machtfrage als eine der Gerechtigkeit.
@ilex
Ich wollte auch eigentlich noch einen Abschnitt über anbringen, über den (Un-)Sinn von politischen Entscheidungen. Hab ich leider vergessen, bzw nur angedeutet.
Monsanto und Co machen das, was sie im Rahmen des Gesetzes dürfen (und was Lobbyarbeit zusätzlich ermöglicht). Und dass die Rahmenbedingungen spo sind wie sie sind, liegt zT weniger an den Firmen sondern an scheinbarer Willkür oder völliger Unkenntnis der Behörden/Ämter. Die Entscheidungen in Deutschland/EU sind zT aus völliger Unkenntnis und (angedeutet) vor dem Hintergrund des "Erhalts der Schöpfung" geschehen.
@"genfrei"
Ich bin bei München durch einen Landkreis gefahren der stolz behauptete "genfrei" zu sein (nicht gentechnikfrei) deshalb bin ich da immer sehr amüsiert derartiges zu lesen.
#26 Coen am 14. Januar 2012 um 01:53
Monsanto und Co machen das, was sie im Rahmen des Gesetzes dürfen (und was Lobbyarbeit zusätzlich ermöglicht). Und dass die Rahmenbedingungen spo sind wie sie sind, liegt zT weniger an den Firmen sondern an scheinbarer Willkür oder völliger Unkenntnis der Behörden/Ämter. Die Entscheidungen in Deutschland/EU sind zT aus völliger Unkenntnis und (angedeutet) vor dem Hintergrund des "Erhalts der Schöpfung" geschehen.
Jeder, der mit irgendetwas Geld verdient, macht das so ausgedehnt, wie es möglich ist. Im Prinzip ist da ja auch nichts gegen zu sagen. Der Staat hat allerdings mit gewissen Mindestregelungen dafür zu sorgen, dass der Konsument anständige Waren für sein Geld bekommt und der Arbeiter anständige Bezahlung für seine Arbeit und dass Marktmacht nicht zu Wucherpreisen führt. Freiheit in der Wirtschaft ist schon zweckmäßig – aber keine Grenzenlosigkeit.
"Erhalt der Schöpfung" ist ja nun ein eher religiöser Ansatz. Dessen ungeachtet hat der Erhalt einer natürlichen Umwelt schon klar positive Aspekte. Auch das muss man nicht excessiv betreiben wie manche Fundamentalisten, aber eine Gesellschaft darf nie vergessen, was ihre Grundlage ist – nachwachsende Pflanzen. Ohne sie keine Nahrung für Tier und Mensch. Und nicht nur irgendwelche Nahrung, sondern tunlichst unverdorbene. Dabei ist nicht nur Gentechnik das Problem, sondern schon die Schlachtviehaufzucht mit Hormonen und Mengen von Antobiotika.
Es nützt ja nichts, auf reine Massen zu schauen und dann optimistisch zu konstatieren, man könne 7, 9, 12 oder sogar 15 Milliarden Menschen ernähren, wenn die Nahrung immer zweifelhafter wird.
@ilexEntw
Entweder wir reden aneinander vorbei oder ich drücke mich sehr undeutlich aus.
Zustimmung in fast allen Punkten. Ich bin nur der Meinung, dass die Kritik an Firmen wie Monsanto dazu führt, dass die Technik/Forschung von Monstanto generell runtergezogen wird.
Die Regierungen haben dafür zu sorgen, dass verantwortungsvoll mit der Technik umgegangen wird und damit sie das tun können, sollten sie vorurteilsfrei und auf Basis von KEnntnis darüber entscheiden.
Beispiel: Sollten Firmen in der Lage sein, die Keimfähigkeit einzuschränken, sind sie auch in der Lage selbige heraufzusetzen. Wobei letzteres mMn zu ungeahnteren Folgen führen kann (verdrängung in der freien Natur, von nicht optimierten Pflanzen)
#28 Coen am 14. Januar 2012 um 11:20
Zustimmung in fast allen Punkten. Ich bin nur der Meinung, dass die Kritik an Firmen wie Monsanto dazu führt, dass die Technik/Forschung von Monstanto generell runtergezogen wird.
Gefährliches Argument. Techik zu kritisieren ist etwas anderes als Geschäftsgebaren zu kritisieren. Wäre ja genau so, als würde die Kritik an Handyvertägen die Fabrikation von Handys beeinträchtigen. Und letztlich – es zwingt eine Firma mit guten Produkten ja niemand zu einem Geschäftsgebaren wie die Axt im Walde. Wenn sie das tut, muss sie die Reaktion abkönnen. Wobei die Frage, ob genveränderte Pflanzen generell von Vorteil sind, ja noch im Raume steht – ob nun in der jetztigen Form fast nur in Bezug auf Herbizidresistenz oder in zukünftig eleganterer Form.
Die Regierungen haben dafür zu sorgen, dass verantwortungsvoll mit der Technik umgegangen wird und damit sie das tun können, sollten sie vorurteilsfrei und auf Basis von KEnntnis darüber entscheiden.
In der Tat, was sonst? Das ist die Theorie. Die Praxis sieht weniger günstig aus.
Beispiel: Sollten Firmen in der Lage sein, die Keimfähigkeit einzuschränken, sind sie auch in der Lage selbige heraufzusetzen. Wobei letzteres mMn zu ungeahnteren Folgen führen kann (verdrängung in der freien Natur, von nicht optimierten Pflanzen)
Gentechnik kann ja nun (noch?) nicht zaubern – zumal man bei der Entschlüsselung der Genfunktionen ja noch ziemlich am Anfang steht – so als hätte Columbus gerade Hispaniola entdeckt, aber vom amerikanischen Kontinent noch keine Ahnung. Gerade die Beeinflussung der Keimfähigkeit scheint ziemlich anspruchsvoll zu sein. Die Herabsetzung der Keimfähigleit vieler F1-Hybriden ist ja reine natürliche Biologie und keine Idee der Gentechnik.
Europas Bauern dürfen selbst Saatgut aus "alten" und amtlich nicht zugelassenen Pflanzensorten verkaufen. Das entschied der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (C-59/11). Bislang durften nicht "zertifizierte" Sorten nicht in den Handel. Da eine solche Zulassungs-Zertifizierung aber aufwendig und teuer ist, können sich dies meist nur größere Unternehmen leisten. Der Gerichtshof stärkte damit die Rechte von Landwirten. So erhält sich dann tendenziell auch die Sortenvielfalt unserer Nutzpflanzen gegenüber einigen Monopolsorten.
Manche Genmanipulation verbessert zwar die Schädlingsresistenz, vermindert aber die Keimfähigkeit der geernteten Frucht. Willkommene Folge für den Saatgutverkäufer = unkontrollierter Nachbau wird so verhindert.
ich glaube, der autor sollte sich noch einmal mit der historie von gvo befassen.
war es doch seit eh und je eine grundforderung in der debatte um gvo, das sich gentechnisch veränderte pflanzen nicht von selbst vermehren können!
und auf einmal ist eben genau dies schlimm und wird auch noch mit monopolvorwürfen gespickt.
es wäre schön, wenn man sich entscheiden könnte ;)
lg
micha
#31 michael m. am 28. November 2012 um 22:07
Nun, aufmerksam lesen wäre ebenso schön. Die verminderte Keimfähigkeit der F1-Generation mancher genveränderter Pflanzen ist keine Absicht der Genveränderer, sondern ein natürliches Phänomen. Dennoch kommt dieser Sachverhalt natürlich den Vertreibern dieser Saat insofern entgegen, als dass der Landwirt eben sein Saatgut aus der Ernte nicht aussondern kann, weil es eh nichts bringt.
Mangelnde Fertiliität der F1-Generation ist bei vielen artübergreifenden Hybriden auch im Tierreich verbreitetes Phänomen.
….. das sich gentechnisch veränderte pflanzen nicht von selbst vermehren können!
Offensichtlich ist Genbeeinflussung noch nicht in das Stadium gelangt, dies voll beeinflussen zu können. Zumal es ja auch auf die Art der Genbeeinflussung ankommt. Was die Debatte fordert oder nicht, ist dabei ziemlich unerheblich.
"gvo" soll sicher irgendetwas bedeuten. Da diese Abkürzung nicht allgemein bekannt ist, wäre es ein Gebot der Höflichkeit, sie zumindest einmal auszuschreiben. Ich habe keine Lust, jetzt noch danch zu recherchieren, weil Du als Schreiber zu bequem dazu bist.
Zuerst bei google steht: Messehostessen und Küchenpersonal Die GVO-Personal bietet Messehostessen und Küchenpersonal in Osnabrück an. Auch Hostessen und Eventpersona.
[quote]Nun, aufmerksam lesen wäre ebenso schön. Die verminderte Keimfähigkeit der F1-Generation mancher genveränderter Pflanzen ist keine Absicht der Genveränderer, sondern ein natürliches Phänomen. Dennoch kommt dieser Sachverhalt natürlich den Vertreibern dieser Saat insofern entgegen, als dass der Landwirt eben sein Saatgut aus der Ernte nicht aussondern kann, weil es eh nichts bringt.[/quote]
ich versteh sie immer noch nicht…
eine der grundforderungen/hauptargumente in der debatte um grüne gentechnik war immer die sorge, dass sich genveränderte organismen unkontrolliert ausbreiten und dabei die welt unter geht, um es mal überspitzt auszudrücken.
wird dies in der realität dann umgesetzt (ober gewollt oder nicht ist dabei erste einmal zweitrangig) kommt dann auf einmal die industrieschelte, garniert mit monopolvorwürfen.
wenn sie monsanto und co etwas vorhalten wollen, dann doch bitte, dass eben besagte grundforderung bis heute nicht wirklich umgesetzt wurde.ob dies sinnvoll ist, ist eine andere geschichte.
abgesehen davon möchte ich auf einen sehr erhellenden artikel bei NovoArgumente verweisen:
Grüne Gentechnik: Die Argumente der Gegner
http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001255
***
bezüglich ihres einwandes, das die abkürzung gvo, im zusammenhang mit gentechnik, nicht allgemein bekannt ist, möchte ich doch wiedersprechen. so ziemlich in jedem artikel/beitrag zur gentechnik wird diese verwendet…
oder warum findet sich bei google an dritter stelle die erklärung.
aber extra für sie:
[quote]Gentechnisch veränderte Organismen (GVO), auch Gentechnisch modifizierter Organismus, englisch genetically modified organism (GMO), seltener genetically engineered organism (GEO), sind Organismen, deren Erbanlagen mittels gentechnischer Methoden gezielt verändert worden sind. Diese Methoden unterscheiden sich von Kreuzen, Mutation, Rekombination und anderen Methoden herkömmlicher Züchtung.[2] Der Begriff „gentechnisch veränderter Organismus“ wird in Deutschland durch das Gentechnikgesetz (GenTG) definiert.[3][/quote]
so zu finden, bei google derzeit an dritter stelle verlinkt, im deutschsprachigen wikipedia ;)
lg
micha
#33 michael m. am 29. November 2012 um 19:52 = eine der grundforderungen/hauptargumente in der debatte um grüne gentechnik war immer die sorge, dass sich genveränderte organismen unkontrolliert ausbreiten und dabei die welt unter geht, um es mal überspitzt auszudrücken.
Ob genveränderte Pflanzen ebenso fertil in der F1-Generation sind, wie die "Natursorte", hat meines Wissens die Hersteller von Gensaat bisher nicht gekümmert. Dass manche Gensaat nicht so keimfähig ist, nimmt der Hersteller quasi als Bonuseffekt mit. Dann braucht er nämlich beim Bauern nicht mehr kontrollieren, ob der neu aussäht. Was ist daran schwer zu verstehen?
Woher haben Sie das Märchen, eine Grundforderung bei Gensaat wäre die Sterlität? Wie soll das wohl biologisch funktionieren, ohne auch diese Gene zu ändern? Letztlich ist die Erzeugung von Samen der Witz bei der Landwirtschaft.
Statt der letzten beiden Absätze im zitierten Posting hätten Sie es im ersten "gvo" nur einmal ausschreiben sollen, dann hätten Sie viel Tipparbeit gespart – zumal Sie die kleinschreibung bevorzugen und es zumindest "gvO" hätte heißen müssen.