Glaubensfragen

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girl-20878_1280Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Uwe Hillebrand, zuerst publiziert am 10. Januar 2012, doch immer noch aktuell (Bild: PublicDomainPictures, pixabay):

Macht und Einfluss der Kirchen in unserem Staatssystem beruhen auf der Anzahl ihrer Mitglieder, die freilich nicht mit der Anzahl der wirklich Gläubigen gleichgesetzt werden darf. Denn diese ist entschieden geringer als die Gesamtzahl der offiziellen Mitglieder. Viele bleiben Mitglied ihrer Kirche, da sie hoffen, dass der Gott der Christen, falls es ihn wider Erwar-ten doch geben sollte, am Ende ihres Lebens wenigstens die von ihnen brav gezahlten Kirchensteuern honorieren würde. Allerdings setzen sie dabei voraus, dass sich der Gott auf so einen Kuhhandel einlassen würde. Jeder ehrliche Atheist würde ihm lieber sein als solch ein berechnendes Mitglied seiner Kirche, wenn es denn seine Kirche ist.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Gläubigen. Zum einen diejenigen, die das Denken ihrer Kirche überlassen, und zum anderen die der Kirche gegenüber durchaus kritisch eingestellten Gläubigen. Sie sind sich wohl dessen bewusst, dass die Kirche, besser ihre Leitung, aus Men-schen besteht (Pastoren, Bischöfen, Kardinälen, Päpsten), denen sie und damit ihrer von ihnen verbreiteten Lehre durchaus Fehler zugestehen, menschliche Fehler. Alles, was sich positiv darstellt, lässt sich für sie auf den Einfluss Gottes zurückführen, Negatives lasten sie, wenn es keinen anderen Ausweg gibt, den Kirchenvertretern, also Menschen, an. In diesem Sinne sind für sie fragliche Punkte der kirchlichen Lehre interpretierbar – was ja auch zum Überleben der Kirche selbst gehört –, oder sogar in gewissen Grenzen verhandelbar.

Aus diesem Grund ist es sinnlos, gläubige Christen z.B. mit offensichtlichen Widersprüchen in den Evangelien zu konfrontieren, wobei noch hinzukommt, dass in der Beziehung bei ihnen eine quasi grenzenlos zu nennende Unwissenheit herrscht. Unwissenheit über ihren Glauben. Losgelöst davon ist für sie die Existenz Gottes ein Faktum, weswegen ihnen die folgende Frage gestellt werden kann, sie lautet: „Haben Sie ihren Gott schon einmal gesehen?“ Die Frage wurde richtig gestellt, denn es heißt, es gebe nur einen Gott, der sich auf drei Personen aufteile. Sollte man also Gott sehen, so kann es sich um die Person Gottvater, die Person Jesus oder die Person Heiliger Geist handeln, wobei man sich unter der Person Heiliger Geist als Nichttheologe absolut nichts vorstellen kann. Aber auch Theologen werden da so ihre Schwierigkeiten haben. Die Sache ist aber nicht relevant, da kein Mensch auf unserer Erde einen der drei je gesehen hat. Die Antwort lautet somit „Nein“. Anders ausgedrückt bedeutet dies gleichzeitig, dass sich der Gott der Christen – sofern es ihn gibt – einfach nicht zeigen will, und die Frage muss erlaubt sein, warum denn nicht. Eine Antwort auf diese Frage gibt Jesus. Nach Johannes 20/29 (Einheitsübersetzung) sagte er zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Also, wo ist das Problem?   

Auch in längst vergangenen Zeiten glaubten die Menschen an Götter, die sie niemals gesehen haben, etwa die alten Griechen an den Göttervater Zeus, die Ägypter an den Gott Horus, die Perser an Ahura Mazda oder die Römer an Mithras, nur mit dem Unterschied, dass es diese Götter nicht gab, sagen die christlichen Kirchen. Also konnten die sich auch gar nicht zeigen.

Im Brief an die Hebräer 11,6 heißt es:

Ohne Glauben aber ist es unmöglich, (Gott) zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn geben wird.

Man muss also an die Existenz des Gottes glauben. Ihn darüber hinaus noch wenigstens ein-mal sehen zu wollen, ist dann offenbar nicht mehr notwendig. Im Gegenteil scheint dieses Anliegen sogar unredlich zu sein, und man fragt sich, warum das so sein soll. Wenn jemand im täglichen Leben etwas glaubt, von dem er gar nichts weiß, macht er sich unter Umständen lächerlich, aber nicht so bei seiner Religion. Daran zeigt sich eindeutig die Unlogik des religi-ösen Glaubens. Folgt man der Meinung von Gläubigen, so könne ihr Gott sehr wohl erschei-nen und der Welt beweisen, dass er existiere, wobei die Frage bleibt, wer das denn wissen will. Wenn er aber erschiene, dann wäre kein Glauben mehr notwendig, man würde ihn ja sehen. Deswegen erscheint er nicht. Wie man sieht, ist die Begründung in sich logisch. Zu dieser Ausrede der Gläubigen ist allerdings noch zu sagen, dass nach übereinstimmender An-sicht aller christlichen Kirchenvertreter Gott ein Wesen ist, was per definitionem unsichtbar bleiben muss, weil so ein Wesen keinen Körper hat. Wenn Gott sich also zeigen wollte, dann müsste er folglich zu diesem Zweck Gestalt annehmen. Wenn er uns Menschen erscheinen wollte, wäre es ganz passend, er würde dann ebenfalls als Mensch auftreten, vielleicht ein wenig größer als üblich, das würde die Menschen mehr beeindrucken. Einige Gläubige, die die Frage nach der Sichtbarkeit Gottes schon kennen, stellen mitunter die Gegenfrage, ob man denn die Liebe schon einmal gesehen habe. Nun, die Liebe, die wir ja fast alle schon erlebt haben, ist ein Gefühl, und Gefühle kann man nicht sehen. Gott aber soll eine Person sein, die könnte sich ruhig einmal zeigen, wenigstens  eine von den erwähnten eigentlich drei Personen. Übrigens sollte man einmal darüber nachdenken, wie ein Wesen eine Person und eine Person ein Wesen sein kann. Und was ist überhaupt ein Wesen?

Die zweite Frage lautet: „Haben Sie ihren Gott schon einmal sprechen gehört?“ In der Bibel steht geschrieben, dass Gott früher zu den Menschen gesprochen haben soll. So teilte er Adam seine Vorschriften für das Leben im Paradies mit, oder er sprach zu Noah über dessen Arche, mit der dieser der angekündigten Sintflut entkommen würde. Schade nur, dass mittlerweile sogar der Papst zugeben muss, dass es weder Adam noch Noah gegeben hat. Zu wem mag Gott dann gesprochen haben? Da die schriftlichen Zeugnisse der Vergangenheit demnach wohl nicht allzu verlässlich sind, müssen wir uns auf die heutige Zeit beschränken.

Die Möglichkeit, Gott selbst sprechen zu hören, ist das Gebet eines Gläubigen. Denn es heißt, so ein Gebet sei ein Zwiegespräch mit Gott. In einem Zwiegespräch sagen üblicherweise beide Gesprächspartner etwas, etwa tauscht man seine Meinungen aus. Im Unterschied dazu redet hierbei der eine, gemeint ist Gott, nie. Daher sollte man zum Beten lieber Selbstgespräch sa-gen, bei dem Gott zuhört, das träfe den Kern am ehesten. Dabei gibt es aber ein ernstes Prob-lem. Jeder Mensch auf der Welt kann zu Gott beten, er muss nur Christ sein. Nun gibt es über 2 Milliarden Christen. Wenn nur 0,001 % gleichzeitig beten, sind das etwa 20000 Gläubige. Wie kann Gott dabei etwas verstehen? Und wenn er doch irgendetwas verstehen könnte, so müsste er Tausende von Sprachen beherrschen. Denn nur so könnte er mit dem, was er hört, auch etwas anfangen. Ist Gott ein Sprachgenie? Nein, sagen die Gläubigen, er sei halt göttlich, und ein Gott verstehe eben alle Sprachen, auch ohne Dolmetscher. Es ist bewundernswert, wie einfach doch Religion mitunter sein kann. Ein Pfarrer sagte einmal, Gottes Stimme sei keine Stimme, die Worte und Schallwellen brauche, sie sei eher eine innere Stimme. Das versteht auch jemand, der nicht Theologie studiert hat. Man spricht ja bei der inneren Stimme öfter von einem Wink des Schicksals, von einer Eingebung, oder dass einem plötzlich ein Licht aufgegangen sei. Für einen wirklich gläubigen Menschen ist das nichts anderes als die Stimme Gottes. Nur die wirkliche akustische Stimme Gottes, die hat noch niemand gehört, was auch jeder Gläubige (hoffentlich) zugeben wird, auch wenn er es viel besser fände, wenn sein Gott mal etwas sagen würde. Und dieses permanente Schweigen ist eigentlich seltsam, denn es gab doch in der Menschheitsgeschichte so viel Dinge, die von ihm hätten richtig gestellt werden müssen. Dazu hätte doch ein Machtwort seinerseits genügt. Wie viel Leid wäre so den Menschen erspart geblieben. Oder hat er gar keine akustische Stimme, was wiederrum logisch wäre? Denn unsereins hat Stimmbänder und eine Zunge zum Sprechen, ein Wesen wie Gott aber nicht, denn Wesen haben wie gesagt keinen Körper. Also kann er nicht sprechen, und niemand kann ihn demzufolge sprechen gehört haben.

Die dritte und letzte Frage lautet: „Hat Ihr Gott schon einmal nachweislich irgendetwas für Sie getan?“ Zunächst werden sicherlich viele Gläubige diese Frage bejahen. Sie werden begeistert oder auch ehrfürchtig davon berichten, wie ihnen in ganz bestimmten Situationen nur Gott geholfen haben kann. Das liegt dann daran, dass ihnen die Bedeutung des Wortes „nachweislich“ in diesem Zusammenhang nicht geläufig ist. Die Antwort auf die letzte Frage muss also ebenfalls „Nein“ lauten. Zeugen für die Existenz des christlichen Gottes gibt es somit nicht. Aber muss es eigentlich welche geben? Es genügt doch völlig, wenn man glaubt, dass er existiert. Und wohl kein Gläubiger würde daran glauben, dass er nicht existiert. Denn zu wem würde er dann beten, an wen würde er seine Bitten richten, bei wem würde er sich bedanken, wem seine Sorgen mitteilen?

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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16 Antworten auf Glaubensfragen

  1. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Aus diesem Grund ist es sinnlos, gläubige Christen z.B. mit offensichtlichen Widersprüchen in den Evangelien zu konfrontieren, wobei noch hinzukommt, dass in der Beziehung bei ihnen eine quasi grenzenlos zu nennende Unwissenheit herrscht.

    Das ist immer das ein wenig Erschreckende. Frage Christen, warum wann Ostern ist oder was Pfingsten bedeutet und nur ein Bruchteil von ihnen kann es dir sagen. Vaterunser, apostolisches Glaubensbekenntnis und die 10 Gebote soll ein Lutheraner nach dem kleinen Katechismus mindestens auswendig wissen – kaum einer bekommt es hin. Dabei kostet es weniger Mühe, dies zu lernen, als eine Fontane-Ballade.

    Wenn Gott sich also zeigen wollte, dann müsste er folglich zu diesem Zweck Gestalt annehmen. Wenn er uns Menschen erscheinen wollte, wäre es ganz passend, er würde dann ebenfalls als Mensch auftreten, vielleicht ein wenig größer als üblich, das würde die Menschen mehr beeindrucken.

    Etwa so um 9 Meter, wie die Götter der Griechen sein sollten? Wäre einmal etwas Nettes.

    "Grüß Gott" sagt man in Norddeutschland normalerweise nicht. Wenn aber doch jemand dies sagt, ist die Standardantwort: "Wenn ich ihn sehe". Also – man erwartet schon garnicht, Gott je zu sehen. Jedenfalls die Lutheraner.

  2. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    Ja, die Lutheraner, wie langweilig … die Katholiken können immerhin mit Marienerscheinungen und Wunderheilungen aufwarten, damit kommen sie den Forderungen von Prof. Dr. Hillebrand schon etwas näher …

  3. Bert Fritz sagt:

    Wie wohl doch durch Nach-Denken entstandene Worte tun können! Zuerst haben wir alle diese Phrasen und Behauptungen von einfältigen Müttern und der armen Kirche vorgesetzt bekommen und nur wenige von uns haben begonnen, selbst zu denken, um festzustellen, dass die Kirche bei der Story bleiben muss, sonst fallen die Einnahmen weg und nur darum geht es letzten Endes! Gorbatschow war und bedeutete das Ende der Sowjetunion und ein Papst, der zugeben würde, dass das alles dreiste Behauptungen sind, nur mit angstmachenden Sündenstrafen bewehrt, würde ebenso das Ende der andauernden Geldflut einläuten. Was dann passieren würde? Die Priester müssten auch arbeiten und ihr Geld selber verdienen.
    Verbreiten wir weiter die Pascal´sche Wette! ( kann man googeln ) Damit ein jeder weiss, wie bekloppt die Sache ist.

  4. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #2 Ein Teil von jener Kraft am 10. Januar 2012 um 19:45

    Ja, die Lutheraner, wie langweilig … die Katholiken können immerhin mit Marienerscheinungen und Wunderheilungen aufwarten, damit kommen sie den Forderungen von Prof. Dr. Hillebrand schon etwas näher …

    Wie kleingläubig, Wunderheilungen und Marienerscheinungen zu benörigen, um zu glauben   ;-)

    Und hat nicht Luther wenigstens den Teufel gesehen und nach ihm das Tintenfass geworfen. Den Fleck kann man in der Wartburg immer noch sehen. Das ist doch schon was!

  5. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #3 Bert Fritz am 10. Januar 2012 um 20:54
    Verbreiten wir weiter die Pascal´sche Wette! ( kann man googeln ) Damit ein jeder weiss, wie bekloppt die Sache ist.

    Beim Einsatz auf "Nicht-Gott" kann ich mir hier wenigstens die Umstände ersparen. Pascal beschäftigte sich doch mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wie wahrscheinlich ist denn die Alternative? Diese Wette ist für Feiglinge.

  6. Firithfenion sagt:

    „Haben Sie ihren Gott schon einmal gesehen?“ Die Frage wurde richtig gestellt, denn es heißt, es gebe nur einen Gott, der sich auf drei Personen aufteile. Sollte man also Gott sehen, so kann es sich um die Person Gottvater, die Person Jesus oder die Person Heiliger Geist handeln, wobei man sich unter der Person Heiliger Geist als Nichttheologe absolut nichts vorstellen kann.
     
    Ich bin der Meinung, das die Nichttheologen nicht die einzigen sind, die sich unter dem geheimnisvollen "Heiligen Geist" nichts weiter vorstellen können. Den Theologen wird es nicht besser gehen, sie verstecken es allerdings hinter verklausulierten Geschwafel. Man stecke mal eine beliebige Anzahl von Theologen einzeln in eine Klausur und bitte sie, aufzuschreiben was man unter dem Heiligen Geist zu verstehen hat, und man wird von jedem eine unterschiedliche Antwort bekommen. Die Dreieinigkeitslehre ist meiner Meinung nach lediglich ein Konstrukt, das aus der Notwendigkeit entstand, gewissen verworrenen und widersprüchlichen Passagen krampfhaft irgendeinen Sinn unterschieben zu wollen. In der christlichen Ikonographie wird der heilige Geist meistens als weisse Taube dargestellt. Wozu diese Taube aber notwendig und was ihre Aufgabe sein soll, ist mir unbekannt.
     
    Kann man Gott sehen? Diese Frage wird in der Bibel durchaus inkonsistent gehandhabt
    Einerseits heisst es: 2. Moses 33,20
    Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht
    Was auch von Johannes bestätigt wird: Joh, 1,20
    Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündigt.
    Andererseits jedoch gibt es zahlreiche Passagen in denen Gott direkt mit den Menschen sprach und unter ihen wandelte, z.b. bei Adam und Eva. Sollte die Dreieinigkeitslehre stimmen, würde es ja auch bedeuten, das Jesus eine der drei Erscheinungsformen Gottes ist, wer also Jesus gesehen hat, hat auch Gott gesehen. Ja was denn nun?
     
    Daneben finde ich es auch ausserordentlich unfair, das Gott von den allermeisten Menschen blinden Glauben erwartet, anderen aber durchaus persönlich erschienen ist, oder sie Zeuge eines Wunders werden liess. Ich glaube viele Atheisten wären durchaus bereit, ihre Position zu überdenken, wenn Gott sich persönlich bei ihnen vorstellen würde, oder zumindest zu ihnen sprechen würde. Auch die Wiederholung eines Ereignisses wie der Teilung des roten Meeres wäre durchaus geeignet um die Zahl der Gläubigen zu erhöhen, zumal ein solches Wunder heute im Gegensatz zu damals gründlich mit Videokameras und Sattelitenaufnahmen dokumentiert und unter die Lupe genommen werden könnte. Es bleibt schleierhaft, wieso Gott unfairerweise einigen Menschen erschien, und ihnen dadurch den Glauben wesentlich leichter machte, darunter sogar einem grausamen Christenverfolger wie Saulus, und im Gegensatz dazu von der überwältigenden Mehrheit blinden Glauben erwartet.

  7. Frank Berghaus sagt:

    #6 Firithfenion am 11. Januar 2012 um 11:11

    Die Geschichte des "Heiligen Geistes" ist ja relativ schnell erzählt, da er nur zweimal vorkommt. Erstens ist er verantwortlich für das folgenreichste Quickie der Weltgeschichte und anschliessend (zu Pfingsten) ergoss er sich über die Welt. Damit war er futsch und ward fortan nie mehr gesichtet :-)

  8. pinetop sagt:

    Schwer zu begreifen, dass erwachsene Menschen den Dreifaltigkeitsquatsch ernst nehmen. Aber auch eine Steigerung ist vorstellbar. Die Verehrung des polnischen Papstes für Maria war so groß, dass er vielleicht noch eine Vierfaltigkeit ausgerufen hätte. Man stelle sich bildlich vor wie es diese vier im Himmel  auf Wolke sieben miteinander treiben.

  9. Frank Berghaus sagt:

    #8 pinetop am 11. Januar 2012 um 11:31

    Das ist viel weniger witzig als du denkst. Im Mittelalter gab es tatsächlich Bestrebungen, die Trinität unter Einbeziehung der heilig-geistig Geschwängerten zur Quaternität aufzublähen.

  10. Firithfenion sagt:

    #7 Frank Berghaus am 11. Januar 2012 um 11:22
    Die Geschichte des "Heiligen Geistes" ist ja relativ schnell erzählt, da er nur zweimal vorkommt. Erstens ist er verantwortlich für das folgenreichste Quickie der Weltgeschichte und anschliessend (zu Pfingsten) ergoss er sich über die Welt.
     
    Wie man diese beiden Dinge in der Form einer weissen Taube bewerkstelligt, wird wohl auch eines von diesen ewigen Geheimnissen bleiben.

  11. Argutus sagt:

    #8 pinetop am 11. Januar 2012 um 11:31

    Diese "Faltigkeit" Gottes (egal ob es nun drei oder 4 Falten sind) ist in der Tat selbst für theologische Verhältnisse überaus lächerlich.

    Dazu wirft sie eine Menge Fragen auf. Könnte Gott sich auch wieder "entfalten" und fürderhin als Einheits-Gott weiterbestehen? Oder ist ihm diese Dreiheit zwingend vorgeschrieben? Und wenn ja – von wem?

    Religionswissenschaftlich gesehen ist die Theologen-Konstruktion, daß drei Personen mitsammen nur einen Gott bilden, völlig abwegig. Deshalb ist das Christentum, wenn an der Trinität festgehalten wird, streng genommen auch keine monotheistische sondern eine tritheistische Religion.

  12. pinetop sagt:

    Das Problem der Mehrgottheit wäre zu lösen, wenn man sich die altgriechischen Vorstellungen zum Vorbild nimmt. Im Olymp tummelten sich ja auch mehrere Gestalten mit Zeus als dem Boss. DER Gott wäre der Chef und Heiliger Geist, Jesus und Maria wären die Götter 1b, 1c und 1d. 

  13. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    #6Firithfenion am 11. Januar 2012 um 11:11

    Ich bin der Meinung, das die Nichttheologen nicht die einzigen sind, die sich unter dem geheimnisvollen "Heiligen Geist" nichts weiter vorstellen können. Den Theologen wird es nicht besser gehen, sie verstecken es allerdings hinter verklausulierten Geschwafel.

    Der Beschreibung in der Bibel nach kann man in sich wohl am ehesten als eine Art Kraftfeld vorstellen, also etwas was man selbst nicht sieht oder mit anderen Sinnen wahrnehmen kann aber dessen Wirkung man spüren kann. Wie das Gravitationsfeld.

    Kann man Gott sehen? Diese Frage wird in der Bibel durchaus inkonsistent gehandhabt

    Der letzte (oder überhaupt der einzige unter den Propheten?) dem das vergönnt war, war Moses. Ab dann hat Gott nur noch ein paar Mal seine Stimme ertönen lassen.

  14. Viktor Frick sagt:

    Gott ist für uns physische Menschen nicht sichtbar (1.Joh.3,2; 4,20).

  15. Viktor Frick: 12. Mai 2013 um 11:27

    Gott ist für uns physische Menschen nicht sichtbar

    Folglich nur für nicht-physische Menschen ?

    Religiöse Schriften haben was von Satire in sich.

  16. Hermann Geyer sagt:

    Mir fällt da immer Hans Joachim Kulenkampf ein, in einer der großen Quiz-Sendungen vor Jahrzehnten, anscheinend selber etwas unsicher, was denn von den oft widersprüchlichen religiösen Aussagen zu halten sei: "Bei uns zu Hause sagte man immer: aus nichts wird nichts."

    So einfach kann es sein.

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