Der Islam – Gefahr oder Friedensreligion?

image_pdfimage_print

[Redaktion: Zu Person und Wirken von Hartmut Krauss siehe den nachfolgenden Artikel mit einer Vorstellung seines jüngst erschienenen Buches. Die Fragen sind kursiv gesetzt.]

Sind Islam-Kritiker rechtspopulistisch?

HK: Die Islamdebatte in Deutschland war bisher weitestgehend geprägt durch einen ebenso chaotischen wie hysterisch-polemischen Verlauf. Im Zentrum standen und stehen deshalb weniger die tatsächlichen Beschaffenheitsmerkmale des Islam, sondern vielmehr größtenteils groteske Vorwurfs- und Diffamierungsrituale zwischen den medial in Szene gesetzten Hauptakteuren:
1. Den tonangebenden proislamischen Kräften in Wirtschaft, Politik, Kirchen etc., denen es um gute Geschäftsbeziehungen mit islamischen Ländern, Wählerstimmen muslimischer Zuwanderer, interreligiöse Kartellbildung und integrationspolitische Pfründesicherung  geht.
2. Den staatlich hofierten Vertretern der orthodoxen Islamverbände, die aber nur eine Minderheit der Zuwanderer aus islamischen Ländern repräsentieren.
3. Den sogenannten rechtspopulistischen Anti-Muslim-Akteuren, die sich mit ihren Verbindungen ins rechtsradikale und christlich-fundamentalistische Lager besonders gut dazu eignen, Islamkritik – ganz im Sinne der herrschenden Interessen – generell in Verruf zu bringen.
Auf der Strecke bleibt dabei nicht nur die öffentliche Wahrnehmung der fortschrittlich-emanzipatorischen Auseinandersetzung mit dem Islam, sondern auch der wesentliche Tatbestand, dass der orthodoxe Islam und seine islamistische Zuspitzung selber eine extrem rechtskonservative beziehungsweise rechtsextremistische Erscheinung darstellen. In dem Buch „Feindbild Islamkritik“ haben meine MitautorenInnen und ich diese Zusammenhänge gründlich beleuchtet.

Ist es nicht falsch, Glaubensbekenntnisse mit ihren moralisch-religiösen Überzeugungen, in politische Kategorien einzuteilen? Sollte Religion nicht aus dem politischen Hick-Hack herausgehalten werden?

 Formal lässt sich der Islam zunächst als Sonderform des monotheistischen Offenbarungsglaubens bestimmen und gilt mithin als „Religion“. Dabei wird „Religion“ herkömmlich in vordergründiger Weise als Glaube an die Existenz eines personalen Schöpfergottes angesehen, auf den sich die gläubigen Menschen in rituellen (gottesdienstlichen) Praktiken beziehen.

Metatheoretischer Grundirrtum:
Anwendung des naiv-vordergründigen Religionsbegriffs auf den Islam

Tatsächlich aber tritt monotheistische „Religion“ niemals nur als reiner Gottesglaube gepaart mit spiritueller/ritueller Praxis auf, wie es der vordergründig-unvollständige Religionsbegriff suggeriert.
Vielmehr verweisen sowohl die Sprache der Gewalt in den heiligen Schriften der Juden, Christen und Muslime als auch der dort zum Ausdruck kommende exklusive Geltungsanspruch des Ein-Gott-Glaubens darauf, dass ein eifernder und herrschsüchtiger Gott das Zentrum des monotheistischen Gottesglaubens ausmacht.
Von entscheidender Bedeutung ist deshalb der Tatbestand, dass aus der unbewiesenen Behauptung der Existenz Gottes nicht etwa nur Kulthandlungen folgen, sondern ein absolut gültiger Vorschriftenkatalog sowie eine sich darauf gründende Ordnungslehre und Ethik abgeleitet und mit einer Furcht einflößenden Jenseitslehre kombiniert werden.
Damit erweist sich der religiöse Gottesglaube immer auch als Erzeugungs- und Stabilisierungsinstanz zwischenmenschlicher Herrschaftsverhältnisse. So werden zum einen abwertende Grenzziehungen zwischen Gläubigen und Ungläubigen, Rechtgläubigen und Andersgläubigen, wahren Gläubigen und Zweifelnden etc. markiert und zum anderen vorgegebene und sich herausbildende Abhängigkeits- und Unterwerfungsverhältnisse legitimiert. Das betrifft zum Beispiel patriarchalische Verhältnisse, Formen der Sklaverei und feudale Knechtschaftsstrukturen.
Dieser gesellschaftliche Normierungsdrang gilt insbesondere für den Islam, der in seinem Herrschaftsgebiet bislang noch keine durchsetzungsfähige Aufklärungsbewegung hinnehmen musste, die dessen absolute Geltungsmacht nachhaltig einzuhegen und wirkungsvoll einzudämmen vermocht hätte. Ob die aktuellen Aufstandsbewegungen in den arabischen Ländern hier eine Änderung herbeiführen, bleibt abzuwarten. Bislang ist eine radikale Infragestellung der absoluten Geltungsmacht des Islam bestenfalls von Oppositionellen gegen die iranische Gottesdiktatur zu vernehmen.
Nach meiner Einschätzung trifft der algerische Schriftsteller Boualem Sansal den Nagel auf den Kopf, wenn er feststellt: „Der arabische Frühling hat noch gar nicht begonnen. Das wahre Gefängnis ist nicht die Diktatur. Die Diktatur ist nur die erste Mauer, aber dahinter befindet sich das echte Gefängnis, sozusagen der Hochsicherheitstrakt, das sind die Kultur und die Frage des Islam. Diese Probleme wurden noch nicht angegangen, und darum sage ich, der arabische Frühling hat noch nicht wirklich begonnen.“
In Ägypten und Tunesien erweisen sich aktuell die Islamisten als die stärksten Kräfte. Kaum ist Ghadaffi tot, schon wird in Libyen nach der Scharia und der Wiedereinführung der islamischen Vielehe gerufen.

Aber Muslime behaupten doch immer der Islam sei eine Religion des Friedens?

Die ebenso aufdringliche wie vorlaute Legende besagt, der Islam sei friedlich, tolerant und leicht in Einklang zu bringen mit den Prinzipien der menschenrechtlichen Moderne. Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall.
Aus der Perspektive einer kritischen Gesellschafts- und Subjektwissenschaft ergibt sich jedenfalls ganz klar, dass der Islam als religiös-weltanschauliches System, bestehend aus korrelierenden Behauptungen, Wertungen, Normen, Vorschriften, Handlungsaufforderungen etc. die ‚Programmiersprache’ bzw. ‚Grammatik’ einer kulturspezifischen Herrschaftsordnung darstellt. Dabei bilden der Koran, die Hadithsammlung, die Scharia (in Form von vier Rechtsschulen) sowie die dominanten Auslegungsdogmen der Religionsgelehrten die objektiven Grundquellen dieses herrschaftskulturellen Programmiersystems.
Im Einzelnen lassen sich – in gebotener Kürze – folgende Grundinhalte dieses religiös-normativen Programmiersystems feststellen:
Das fundamentale Kettenglied der ‚totalen’ Herrschaftslehre des orthodoxen Islam besteht darin, dass er sich selbst als natürliche beziehungsweise naturgemäße Ur-Religion der Menschen setzt (din al-fitra). Auf diese Weise wird im gleichen ideologischen Atemzug die islamische Form der Gottesfiktion naturalisiert und die menschliche Natur islamisiert.
Demnach wird jeder Mensch im Grunde als Muslim geboren. Erst widrige soziokulturelle Einflüsse des äußeren Milieus machen ihn zu einem Juden, Christen, Polytheisten, Atheisten etc. und verhindern seine „naturgemäße“ islamgerechte Ausformung.
Das heißt: Die islamische, von Gott verliehene Ursprungsnatur des Menschen wird nach der Geburt durch eine nichtislamische Umwelt verdorben. Folgerichtig gilt der durch negative äußere Einwirkungen zum Nicht-Muslim gewordene Mensch im Diskurs des orthodoxen Islam als sekundär verdorbener Mensch, dem im Sinne eines religiösen Anthropologismus und Naturalismus keine gleichen Rechte zugestanden werden können. Denn insofern jemand durch Umwelteinflüsse in den Zustand des Nicht-Muslim-Seins abgedrängt worden ist oder qua Apostasie in diesen Zustand überwechselt, begibt er sich in einen Zustand naturwidriger beziehungsweise das ‚volle’ (islamische) Menschsein unterschreitende Ungläubigkeit/Inferiorität.

Der Islam ist weder friedlich noch tolerant, sondern extrem herrschaftsexpansiv und repressiv

Infolgedessen kann der Islam keine Gleichberechtigung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zulassen. Sehr klar kommt der islamische Überlegenheits- und Führungsanspruch in Sure 3, Vers 110 des Korans zum Ausdruck:
„Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen erstand. Ihr heißet, was Rechtens ist, und ihr verbietet das Unrechte und glaubet an Allah“. Dementsprechend ist den Muslimen vorgeschrieben, gegen die Ungläubigen zu kämpfen, bis alles an Allah glaubt (Sure 2, Verse 193 und 216.)
 Wird den monotheistischen „Buchbesitzern“ und Konkurrenten (Juden und Christen) in diesem Herrschaftskonzept immerhin noch der Status von schutzbefohlenen Bürgern zweiter Klasse (Dhimmis) zugestanden, die gedemütigt eine Schutzsteuer entrichten müssen, so hatten Polytheisten (im Frühmittelalter) und hätten Atheisten (Freidenker, Religionsfreie) heutzutage im Falle des Erkanntwerdens unter islamischen Vorherrschaftsbedingungen nur die Wahl zwischen dem Übertritt zum Islam oder dem Tod.
Die Entstehung und Reproduktion einer religionfreien Lebensweise war und ist dementsprechend unter islamischen Herrschaftsverhältnissen gar nicht möglich. Deshalb hören wir auch viel von verurteilenswerter Christenverfolgung in islamischen Ländern, aber so gut wie nichts von Atheistenverfolgung. Etwas, was nicht existiert, weil man es bereits im Keim erstickt hat, muss man nicht verfolgen. „Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläubigen, die nicht glauben.“ (Sure 8, 55).

Trotz dieser Ungleichheiten, scheint der Islam Frauen zu respektieren. Feministinnen, die sich zum Islam bekennen treten immer öfter in der Öffentlichkeit auf.

Der Islam respektiert die Frauen nur insofern, als sie sich in die ihnen „göttlich“ vorbestimmte Rolle als untergeordnete und gehorsampflichtige Dienerinnen einfügen. Mittlerweile gibt es eine kaum noch überschaubare Enthüllungsliteratur, in der unterschiedlichste muslimische Frauen aus unterschiedlichsten sozialen Kontexten ihre biographischen Unterdrückungserfahrungen schildern und dabei ein verblüffend einheitliches Repressionsmuster erkennen lassen. Vor diesem Hintergrund halte ich das Auftreten von islamischen „Feministinnen“ für – gelinde gesagt – sehr unglaubwürdig.
Tatsache ist vielmehr, dass die patriarchalische Beherrschung und Ungleichstellung der Frau eine weitere wesentliche Achse des islamischen Herrschaftssystems bildet. Die Grundlage hierfür bieten die folgenden unmissverständlichen Aussagen des Korans: (Sure 4, Vers 34):
„Die Männer sind den Frauen überlegen wegen dessen, was Allah den einen vor den anderen gegeben hat, und weil sie von ihrem Vermögen (für die Frauen) auslegen. Die rechtschaffenen Frauen sind gehorsam und sorgsam in der Abwesenheit (ihrer Gatten), wie Allah für sie sorgte. Diejenigen aber, für deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet – warnet sie, verbannt sie aus den Schlafgemächern und schlagt sie. Und so sie euch gehorchen, so suchet keinen Weg wider sie; siehe Allah ist hoch und groß.“ (Sure 4, Vers 34.)
„Eure Frauen sind euch ein Acker. Gehet zu eurem Acker, von wannen ihr wollt“ (Sure 2, Vers 223).

Frauen und Apostaten als Objekte islamischer Herrschaft

Diese patriarchalische Ungleichstellung und Herrschaftsbeziehung zwischen den Geschlechtern, die sich bis in das islamische Erb- und Zeugenschaftsrecht hinein fortsetzt, wo Frauen nur die Hälfte eines Mannes wert sind, ist untrennbar mit einer repressiven Sexualmoral verknüpft. In deren Mittelpunkt steht ein Bild von der Frau als einem permanenten Ausstrahlungsherd satanischer Versuchungen, der unter fortwährender männlicher Gehorsamskontrolle zu halten ist. Zur Bannung der vom weiblichen Wesen ausgehenden Versuchung und zur Eindämmung der daraus erwachsenden Gefährdungen schreibt die praktische Ethik des Gesetzes-Islam eine Reihe von operativen Maßnahmen vor. Ihre wichtigsten sind:
a) eine rigorose voreheliche Trennung der Geschlechter
b) die weitgehende Verbannung der Frauen aus dem öffentlichen Raum
c) die Verschleierung der Frauen in der Öffentlichkeit.
Der moralische Vergesellschaftungseffekt dieses islamischen Geschlechtsdiskurses besteht nun darin, dass Frauen, die sich ‚unvorschriftsmäßig’ verhalten, also sich zum Beispiel unverschleiert und ohne männliche Begleitung in der Öffentlichkeit bewegen, als moralisch defizitär und damit als ‚Freiwild’ angesehen werden.
Fatal wirkt sich in diesem patriarchalischen Herrschaftskontext obendrein der elementare Tatbestand aus, dass die islamische Mannesehre unmittelbar an das normativ einwandfreie Verhalten seiner weiblichen Verwandten gekettet ist, so dass öffentlich bekannt gewordene ‚Fehltritte’ wie Fremdgehen’ der Ehefrau, Verlassen des Ehemannes, Verweigerung des Beischlafs nach Zwangsverheiratung, Eingehen einer verbotenen Ehe mit einem Nicht-Muslim oder ähnliche Unbotmäßigkeiten oder Eigenwilligkeiten drakonische Strafen wie Steinigung oder Auspeitschen nach sich ziehen. Ein Beispiel hierfür ist die Praxis der sogenannten Ehrenmorde.
Im Gegensatz zu anders lautenden Behauptungen kennt der Islam auch keine Glaubensfreiheit. So darf das Individuum, das als Kind eines muslimischen Vaters in eine islamisch bestimmte Sozialordnung hineingeboren wird, seine Religion nicht etwa selbstbestimmt auswählen. Nichtanerkennung oder Distanzierung vom Islam wird als Abfall vom ‚rechten Glauben’ gewertet und massiv bestraft.
So ist ein männlicher Apostat zum Tode zu verurteilen, wenn er nicht widerruft, eine weibliche Abtrünnige hingegen soll so lange gefangen gehalten werden, bis sie widerruft. Wenn auch die Todesstrafe für Glaubensabfall seit dem 19. Jahrhundert tendenziell durch Gefängnisstrafe, Verbannung, Einziehung des Vermögens und Annullierung der Ehe ersetzt worden ist, so ist doch der von dieser Norm ausgehende massive, sozialisatorisch wirksame Unterwerfungs- und Anpassungsdruck auf den Einzelnen erhalten geblieben.
Es ist deshalb begründet davon auszugehen, dass zahlreiche Menschen nicht aufgrund eines autonomen Überzeugungsbildungsprozesses, sondern nur infolge dieser sozialisatorisch-kulturellen Drucksituation und Alternativlosigkeit Muslime geblieben sind.
Insofern ist unsere sprachliche Pauschalbezeichnung ‚die Muslime’ korrekturbedürftig. Die zentrale – auch integrationspolitisch bedeutsame – intramuslimische Unterscheidungslinie verläuft demnach nicht primär zwischen ‚Mehrheit der Muslime’ und ‚Minderheit islamistischer Extremisten’, sondern zwischen subjektiv überzeugten ‚streng gläubigen Muslimen’ konservativer bis „fundamentalistischer“ Couleur einerseits und innerlich glaubensdistanzierten ‚Zwangsmuslimen’ andererseits.

Es gibt doch aber auch andere, humanistische Formen des Islam, zum Beispiel den Euro-Islam.  

Gerade für den Islam gilt, dass er als offenbarungsreligiöses Behauptungssystem keine beliebige Interpretation zulässt. So gelten die auf Mohammed herabgesandten Suren des Korans als unmittelbares, ewig und überall gültiges Gotteswort. Ganz unmissverständlich heißt es im Koran (Sure 10, 15): „Nicht steht es mir frei, ihn (den Koran, H. K) abzuändern aus eigenem Antrieb.“
Hinterfragendes und situativ relativierendes (historisch-kritisches) Interpretieren gilt deshalb im vorherrschenden orthodox-konservativen Gesetzes-Islam als Blasphemie. Entsprechend heißt es in einem Hadith: „Die beste Rede ist das Buch Gottes. Das beste Vorbild ist das Vorbild Muhammads. Und die schlechtesten aller Dinge sind die Neuerungen, die in die Religion eingeführt werden. Und was versprochen wurde wird eintreten – ihr könnt euch dem nicht entziehen“ (al-Buhari 1991, S. 485). Auf diese Weise wird das normative Gesamtgefüge des Islam gegenüber „Reformen“ grundsätzlich versiegelt.

Der Koran ist unmittelbares Gotteswort und damit nicht beliebig interpretierbar

Deshalb hilft es auch nichts, wenn nun die in defensiven Abgrenzungszwang geratenen muslimischen Mediensprecher ihre vorgeblich gemäßigte, liberale und humane Auslegung des Korans (die eigentlich gar keine sein darf) – gegenüber den kritisch gewordenen Nichtmuslimen im westlichen Ausland – als den „wahren Islam“ verkünden und alle anderen („fundamentalistischen“) Interpretationen für „nichtislamisch“ erklären.
Dabei übergehen sie, dass die von ihnen reaktiv verpönten „fundamentalistischen“ Glaubensbrüder und Glaubensschwestern ihrerseits für sich beanspruchen, als die „wahren Gläubigen“ zu gelten und sich in diesem intramuslimischen Streit um die „wahre Gläubigkeit“ immerhin auf folgenden Koranvers berufen können:
„Und nicht sind diejenigen Gläubigen, welche (daheim) ohne Bedrängnis sitzen, gleich denen, die in Allahs Weg streiten mit Gut und Blut. Allah hat die, welche mit Gut und Blut streiten, im Rang über die, welche (daheim) sitzen, erhöht. Allen hat Allah das Gute versprochen; aber den Eifernden (den mit der Waffe Streitenden) hat er vor den (daheim) Sitzenden hohen Lohn verheißen“ (Sure 4, 95).
Zudem muss bezweifelt werden, ob die Neuauslegung von grundrechtswidrigen bzw. antimenschenrechtlichen Aussagen, Normen und Vorschriften am Wesen dieser Aussagen etwas grundsätzlich zu ändern vermag, wenn sie nicht gänzlich deren Bedeutungsgehalt verkehren will. In diesem Fall wäre dann aber nicht eine Neuinterpretation, sondern eine Außerkraftsetzung angebracht. Welche Aussicht auf mehrheitliche Anerkennung oder Durchsetzbarkeit hätte aber eine solche Neuinterpretation oder Außerkraftsetzung?

Ist so eine grundsätzliche Kritik am Islam nicht trotzdem islamophob und rassistisch?

Islamkritik als Islamophobie zu diffamieren, zeugt von einem ebenso demagogischen wie hinterhältigen Vorgehen. Transportiert wird damit nämlich ein doppeltes Vorurteil mit umgekehrten Vorzeichen: Ein positives: Der Islam ist harmlos. Und ein negatives: Wer ihn ablehnt ist ein Phobiker – also ein krankhaft-irrationaler Mensch.
Noch weitgehend unaufgedeckt und unthematisiert ist bislang der projektive Abwehrmechanismus geblieben, der dem Islamophobie-Vorwurf zugrunde liegt. Mit dessen Hilfe soll nämlich nicht zuletzt von dem eigentlich zentralen Sachverhalt abgelenkt werden, dass die islamische Herrschaftsideologie ihrerseits ein multi-phobisches System darstellt, das auf spezifische Weise irrationale und reale Ängste generiert und kombiniert und damit die Unterwerfung der muslimischen Subjektivität absichert.
Im Zentrum dieses autoritär-hierarchischen Unterwerfungssystems steht die ‚theophobische Angst’ vor Gott/Allah als allmächtiger Überwachungs- und Strafinstanz; sodann die daraus abgeleitete ‚Sanktionsangst’, im Falle der Nichtbefolgung der islamischen Gesetze von den ‚geschichteten’ Autoritäten der Umma zur Rechenschaft gezogen zu werden sowie schließlich die ‚Angst vor Ehrverlust’, wenn die traditionelle Normativität äußerlich sichtbar verletzt wird.
Die gesamte Moderne mit ihren vielfältigen posttraditionellen Verunsicherungen und „Offenheiten“ stellt damit für den islamisch gebeugten und geprägten (dysfunktional sozialisierten) Menschen ein super-phobisches Kaleidoskop dar.
Kritik am Islam als „rassistisch“ zu bezeichnen ist schon insofern verfehlt, als dass „islamisch Sein“ weder ein biologisches noch ein ethnisches Merkmal ist, sondern ein überethnisches weltanschaulich-normatives Gesinnungsmerkmal, das auch zum Beispiel auf österreichische oder deutsche Konvertiten zutrifft.
Überhaupt ist die Verwandlung des Rassismusbegriffs in eine reine Diffamierungskeule dann erreicht, wenn jede nichtbiologistische Form der Kategorisierung von Menschen nach gruppenbezogenen Merkmalen und deren kritische Bewertung als „Rassismus“ gebrandmarkt wird. Damit soll offensichtlich zweierlei erreicht werden:
Zum einen die absolute Immunisierung bestimmter Gruppen vor Kritik und zum anderen die – ihrerseits „rassistische“ (demagogische) – Konstruktion einer Gruppe von „feindlichen Kritikern“/„Rassisten“. Dahinter steckt nicht nur wissenschaftlich unhaltbare terminologische Verwilderung, sondern der Versuch
a) durch diesen analytisch verfehlten semantischen Transfer einen ideologischen Diffamierungsmehrwert zu erzielen und sich gleichzeitig auch noch
b) um die Prüfung der Angemessenheit der Negativbewertung herumzumogeln.
Grundsätzlich kann ich mich in diesem Kontext nur der Auffassung von Sam Harris anschließen: „Auf nahezu jeder Seite ermahnt der Koran den ergebenen Moslem, Ungläubige zu verabscheuen. Auf nahezu jeder Seite bereitet er den Boden für religiöse Konflikte. Jeder, der solche Textpassagen zu lesen in der Lage ist und noch immer keinen Zusammenhang zwischen muslimischen Glauben und muslimischer Gewalt sieht, sollte besser einen Neurologen aufsuchen“.
 

Mehr zum Thema:
Dieser Beitrag wurde unter Religion abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

56 Antworten auf Der Islam – Gefahr oder Friedensreligion?

  1. Amadeus Brümmer sagt:

    Die polarisierende Frage "Gefahr oder Friedensreligion" provoziert eine Schwarzweißmalerei des Islam, die der Realität nicht gerecht wird. Die Überschrift lässt auch die Tatsache außer Acht, dass es im Gegensatz zum Koran "den" Islam nicht gibt – so sehr sich orthodoxe Muslime oder Religionskritiker mit Fokus auf den Islam es sich auch wünschen.
    Wer nun auf das islamische Gebot
    "Der Koran ist unmittelbares Gotteswort und damit nicht beliebig interpretierbar"
    verweist, begeht den Fehler, sich und auch gemäßigten Muslimen vorschreiben zu lassen, ob und wie der Koran zu interpretieren sei – denn das dies möglich ist, weiß hoffentlich jeder.
    Wie die Bibel enthält auch der Koran jede Menge verabscheuungswürdige oder mindestens zweifelhafte Passagen, die ich als so jugendgefährdend einstufen würde wie "Mein Kampf". Ich benutze ausdrücklich das meines Erachtens am stärksten abzulehnende Buch um deutlich zu machen, wie der Umgang mit derartig manipulativen Schriften aussehen sollte: Von Erwachsenen mit Vorsicht zu genießen, von Kindern garnicht und auch von Jugendlichen nur unter professioneller Begleitung.
    Meine Antwort auf die Frage lautet daher:
    Weder gibt es "den" Islam noch ist "er" per se Gefahr oder Friedensreligion.

  2. Frank Berghaus sagt:

    #1 Amadeus Brümmer am 11. Januar 2012 um 00:45

    Hoffentlich bewahrst du dir deine unbedarft plakative und naive Einstellung bei weniger wichtigen Dingen. Hier ist sie unangebracht.

  3. ilex (E. Ahrens) sagt:

    3. Den sogenannten rechtspopulistischen Anti-Muslim-Akteuren, die sich mit ihren Verbindungen ins rechtsradikale und christlich-fundamentalistische Lager besonders gut dazu eignen, Islamkritik – ganz im Sinne der herrschenden Interessen – generell in Verruf zu bringen.

    Es ist manchmal nicht einfach, zu sehen, mit wem man auf einer Seite steht. Die volkstümlichen "links" und "rechts" Wegweisungen führen beim Islam zu leicht in die Irre. Dass eifernde Christen – bekämen sie die Oberhand – eine fast ebenso schlimme Religionsdiktatur errichten würden, macht sie als Verbündete verdächtig. Was die Vorherrschaft des Rechtsradikalen bedeutet, kennen die Älteren unter uns. Doch sind die vehementen Verteidiger des Islam gegen Kritik leider die, die Islamkritik bisher erfolgreich in eine mediale Schmuddelecke gedrängt haben, wo mancher sich mit dem Rücken an der Wand fühlt. Dann wird man weniger wählerisch. Bemerkenswert daher, dass diese klaren Aussagen im Artikel von einer Seite kommen, die sich sonst damit nicht auszeichnet.

    Auf der Strecke bleibt dabei nicht nur die öffentliche Wahrnehmung der fortschrittlich-emanzipatorischen Auseinandersetzung mit dem Islam, sondern auch der wesentliche Tatbestand, dass der orthodoxe Islam und seine islamistische Zuspitzung selber eine extrem rechtskonservative beziehungsweise rechtsextremistische Erscheinung darstellen.

    Die "fortschrittlich-emanzipatorische" Auseinandersetzung hat zwar einige Protagonisten, leidet aber unter einem Generalverdacht, der später mit dem"Rassismus"-Vorwurf als Abwehrstrategie beschrieben wird. In stetet Anstrengung ist dem Islam seine "Heiligkeit" zu nehmen, seine Unantastbarkeit in den Medien zu erschüttern.

    In der Tat ist der orthodoxe Islam die Ideologie, die rechtsextrem, expansiv und "kulturrassistisch" zu bewerten ist. In seiner praktischen Anwendung ist er da, wo er die Macht hat, eine Diktatur.

    Zudem muss bezweifelt werden, ob die Neuauslegung von grundrechtswidrigen bzw. antimenschenrechtlichen Aussagen, Normen und Vorschriften am Wesen dieser Aussagen etwas grundsätzlich zu ändern vermag, wenn sie nicht gänzlich deren Bedeutungsgehalt verkehren will. In diesem Fall wäre dann aber nicht eine Neuinterpretation, sondern eine Außerkraftsetzung angebracht. Welche Aussicht auf mehrheitliche Anerkennung oder Durchsetzbarkeit hätte aber eine solche Neuinterpretation oder Außerkraftsetzung?

    Würde dann ein sehr dünnes Buch werden, der Koran. Und ebenso wäre natürlich das weitere islamische Schrifttum zu behandeln. Das Christentum zu zähmen hat über 500 Jahre gedauert. Ob uns so viel Zeit bleibt angesichts der gegenwärtigen demographischen Entwicklung, das ist sehr die Frage. Wenn, dann muss dieser Prozess jetzt sehr schnell gehen – und das in den Heimatländern des Islam selbst.

  4. SharpChronisch sagt:

    "#1 Amadeus Brümmer am 11. Januar 2012 um 00:45
     
    Die polarisierende Frage "Gefahr oder Friedensreligion" provoziert eine Schwarzweißmalerei des Islam, die der Realität nicht gerecht wird."
    Stimmt. Es gibt beim Islam kein "Weiß" sondern nur tiefste, archaische Finsternis. Da der Islam per definitionem NICHT veränderbar ist, mithin also auch nicht "reformierbar", gehört er verboten, sämtliche Moscheevereine und Verbände überwacht, und jene, die dieser Ideologie immer noch anhängen, die sich über jedes von Menschen gemachte Gesetz stellt, sollten behandelt werden, wie alle anderen Staatsfeinde auch. Diejenigen mit nichtdeutscher Staatsbürgerschaft gehören ausgewiesen, bei allen Eingebürgerten gehört der Status überprüft und ggf. aberkannt, da er erschlichen wurde. Und jemand wie dieser Fussballspieler Frank Ribery, der seinen Sohn "Schwert des Islam" nennt, hat in meinem Land nichts zu suchen.
    Außerdem ist zu prüfen, ob den Wegbereitern des Islam in Deutschland wie C. Roth, Cem Ö., Christian Wulff wegen Hoch-, bzw. Landesverrats der Prozess zu machen ist.
    Ich bleibe dabei: Dieses Land, das Land meiner Ahnen, die die Küsten und Moore Norddeutschlands unter Schweiß, Mühen und Hunger aufgebaut haben, darf einer hier völlig deplatzierten Wüsten"religion" NIEMALS preisgegeben werden. Unsere Heimat ist mitnichten nur die Zeit von '33-'45; es ist das Land Goethes, Nietzsches, von Humboldts, Luthers, und auch, grins, Heinz Erhardts – der damals noch unbefangen vor sich hin dichten durfte: "warum hat Herr Krause keine Haare? – Die Neger haben krauses Haar." Warum dürfen Negerküsse nicht mehr so heißen? Warum muß ich Dönerbuden ertragen, die damit werben, das Fleisch sei "halal" geschächtet? (ohne Betäubung ausbluten lassen, locker 10 Minuten, während das arme Tier sich in seiner Todesangst vollkotet, erbricht und das Erbrochene in die Lunge einatmet-während uns Muslimvertreter versichern, halal Fleisch sei gesünder – und der Genuß von Schweinefleisch mache schwul)
    Nein. Nein!!. NEIN!!!.
    Ich will das nicht und ich darf das nicht wollen. Ich habe, auch durch mein jahrelanges Leben in SecondLife, Freunde in aller Welt. Norweger, Schweden, Engländer, US-Amerikaner, Brasilianer, Neuseeländer, Japaner, Russen; Atheisten, Hardcore Evangelikale, Agnostiker, Uninteressierte.
    Ich mag JEDEN offenen und neugierigen Menscher – der sich und sein Weltbild auch hinterfragen und ggf. sogar über Bord werfen kann. Die einzigen, die mir sogar im SecondLife aggressiv missionarisch und brutal entgegengetreten sind waren die (wenigen) Muslime. (Die kommen mit einer freien Welt ohne Ziel eben nicht klar) – und, wen wunderts, ausgewiesene Antifa Anhänger.
     
    So siehts aus. Unserem Volk gehts wie der 18-jährigen in Amerika, die 911 anruft und den Rat bekommt: Tun sie, was sie tun müssen, um ihr Kind zu schützen!
    http://www.focus.de/panorama/vermischtes/einbrecher-erschossen-18-jaehrige-bat-polizei-in-notruf-um-lizenz-zum-toeten_aid_699834.html
     
    Jetzt gehts mir besser.
    Sharp

  5. Indianerjones sagt:

    #4 Sharpi
    Guten Morgen edler Friese.:viking:

  6. SharpChronisch sagt:

    @Indi
    Das werte ich mal ganz frech als zustimmrndes Kompliment.
    Guten Morgen auch Dir.
    :viking:Sharp

  7. Indianerjones sagt:

    #6 Sharpi
    Hervorragend, deine Wertung.:viking:

  8. Indianerjones sagt:

    #7
    So, muß los, sonst artet das noch in einen zünftigen Frühschoppen aus.:indy:

  9. Argutus sagt:

    Sehr guter Artikel. Genau diese Sichtweise sollte man eigentlich von jedem intelligenten und gut informierten Linken erwarten. Aber offenbar aber bilden jene Menschen, für die diese Adjektiva zutreffen, bei den Linken nur ein sehr schmales Segment.

  10. Bad Religion sagt:

    #4 SharpChronisch am 11. Januar 2012 um 06:52
    Mensch Sharp, wenn ich das so Lese ……..
    Du wärst für mich mich die Traumbesetzung für dem Bundespresidenten Posten.  :ok:

  11. pinetop sagt:

    #1 Sie irren Amadeus Brümmer, es gibt DEN Islam. Es ist der Islam, den wir nach dem Willen aller Gutmenschen gezwungen sind zu respektieren und ihn wertzuschätzen. Der Islam, den unser Bundespräsident willkommen heißt. Gibt es ärgerlicherweise Kritik am Islam, verschwindet er auf mysteriöse Weise und man bekommt als Antwort, dass es DEN Islam ja gar nicht gibt. Dann wird auf die verschiedenen Ausprägungen hingewiesen. Diese Ausprägungen sind aber nur Unterschiede im folkloristischen Beiwerk, ähnlich wie Unterschiede im Katholizismus in Polen und Bolivien.
    Diese billige Ausrede ist nicht geeignet, Islamkritik zum Schweigen zu bringen.   

  12. Ein hervorragendes Posting von dir! Alle Achtung!
    Ich finde es einfach Klasse, wie du dich bemühst, die Ostfriesenwitze wieder populär zu machen. :)
    Erst war ich mir ja nicht ganz sicher, und dachte, vielleicht meinst du das ernst. Aber es wäre ja schon fast Rassismus, wenn du die Friesen wirklich als so einfach denkende und struktirierte Menschen darstellen würdest.
    Nee, das nehme ich nicht ab, auch die wissen, mit dem Christentum ist es keinen Deut anders. Auch die Bibel sagt klar
    Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
     
    Das Christentum wurde nicht von selbst zur friedlicheren Religion, sondern durch Zähmung von außen (Aufklärung und Humanismus). Genau das braucht der Islam auch. Aber nicht durch friesische Ahnenkulte oder andere Religionen, sondern ebenfalls durch Humanismus und Aufklärung.

  13. ilex (E. Ahrens) sagt:

    "Das" Christentum hat natürlich mehr oder minder unterschiedliche Folklore-Aspekte – dessen ungeachtet ist sein Wesenskern bei Katholiken und Lutheranern (und vermutlich Orthodoxen und Calvinisten und was es sonst so geben mag) der gleiche. Es geht um Ursünde und Erlösung davon und ein ewiges Leben für den Glaubenden. "Gehet hin und lehret alle Völker" heißt eben, dass unbedarfte Gemüter sich das Recht nahmen, diese Aufforderung auch mit Gewalt zu realisieren. So zumindest in Norddeutschland, aber auch anderswo. So ist eben auch einer von seinen Texten nicht direkt durchgehend agressiven Religion wie dem Christentum eigen, dass das Monopol des rechten Glaubens angestrebt wird, wenn man ihm nicht in den Arm fällt.

    Um so mehr der Islam, der schon von seiner ganzen Anlage her auf Eroberung ausgelegt ist und das nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Bis vor etwa 100 Jahren war diese Auseinandersetzung militärisch und in den letzten Jahrhunderten stagnierte die Ausbreitung zumindest in Europa. Das hätte so bleiben können und man hätte sich in seinen jeweiligen Revieren arrangiert.

    Inzwischen sind wir Augenzeuge der demographischen Islamisierung des Libanon, der wundersamen Vermehrung der Israel-Flüchtlinge und der Invasion Europas durch Einwanderung. Hierdurch ist eine völlig neue Situation geschaffen, mit der man sich bisher kaum auseinander gesetzt hat. Nun hilft das ja auf Dauer nicht, die Augen davor zu verschließen, dass hier inzwischen eine Bevölkerungsminderheit ist, die sich offensichtlich nicht anpassen will, sondern seine eigenen Enklaven bildet. Und nicht nur das – sie übt Druck auf die einheimische Kultur aus.

    Das nicht zu konstatieren und zu kritisieren aus reiner Haltung, ja keine schlafenden Hunde zu wecken oder nun als "rassistisch" oder fremdenfeindlich zu gelten, ist zumindest fahrlässig und kurzsichtig. Je länger man das Problem unter dem Deckel hält, um so stärker wird der Druck.

  14. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #12 Bruder Spaghettus
    Das Christentum wurde nicht von selbst zur friedlicheren Religion, sondern durch Zähmung von außen (Aufklärung und Humanismus). Genau das braucht der Islam auch. Aber nicht durch friesische Ahnenkulte oder andere Religionen, sondern ebenfalls durch Humanismus und Aufklärung.

    Wohl wahr. Allerdings brauchte man beim Christentum dazu einige Jahrhunderte. Und das ist das Problem – können wir dem Islam noch 500 Jahre Zeit geben? Das muss sehr viel schneller passieren. Und nicht in Europa (obwohl schon einmal besser als Nichts), sondern im Herzen des Islam, aus innerislamischem Impuls.

  15. pinetop sagt:

    Die Freiheit liebende Menschen haben in Europa in vielen Generationen den Machtanspruch des Christentums massiv eingeschränkt. Und genau diese Aufgabe ist auch gegenüber dem Islam zu leisten, wenn wir weiterhin in Freiheit leben wollen. Es ist unerträglich, wenn der ganze Mist noch einmal durchgestanden werden muss.

  16. Argutus sagt:

    #14 ilex (E. Ahrens) am 11. Januar 2012 um 10:48

    Allerdings brauchte man beim Christentum dazu einige Jahrhunderte. Und das ist das Problem

    Das ist nur das halbe Problem. Das Christentum bot auch viel bessere Voraussetzungen für eine innere Reform als der Islam, denn im Christentum wurde von Anfang an neben dem religiösen auch ein weltliches Segment der menschlichen und gesellschaftlichen Existenz anerkannt. Schon in der Bibel steht das angebliche Wort Jesu "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist …".

    Dieses weltliche Segment konnte der Religionskritik und Aufklärung als Brückenkopf dienen und im Laufe der Geschichte immer weiter ausgedehnt werden, bis vom Christentum selbst nur noch ein bißchen Folklore mit anachronistischen Priviliegen übrig blieb.

    Beim Islam ist das anders, da gibt es diesen Brückenkopf nicht. Im Islam ist alles – wirklich buchstäblich alles – Religion, von der Gebetsrichtung über die Nahrungsmitteln bis zur Intimhygiene. Sogar ob man sich, wenn es kein Wasser gibt, den Hintern mit einer geraden oder ungeraden Anzahl von Steinen reinigen soll ist genau vorgeschrieben.

    Dazu kommt noch das Interpretations-Verbot des Korans. Die Christen konnten mit der Zeit gehen, indem sie die Bibel stets so auslegten, wie es gerade opportun war. Beim Islam aber ist das verboten

    Kurzum: Der Islam ist grundsäztlich fundamentalistisch und totalitär.Eine Reform von innen ist nicht möglich. Alles, was diesbezüglich an (ohnedies nicht realisierten) Vorschlägen gibt, ist bei genauer Betrachtung keine Reform sondern eine Häresie.

    Deshalb muß der Islam von außen bekämpft und eingedämmt werden. Jedes Versäumnis in dieser Richtung könnte sich in Zukunft bitter rächen.

  17. pinetop sagt:

    Verfolgte der Naziherrschaft und Ex-Moslems können – relativ – frei den Islam kritisieren. Menschen wie ich können aber in eine rechte Ecke gestellt werden, wenn sie die angebliche Multi-Kulti-Kuscheligkeit in Verruf bringen, selbst wenn die Kritik aus einem radikalliberalen Verständnis erfolgt.

  18. SharpChronisch sagt:

    Ich kann mich des Verdachtes nicht erwehren, Bruder Spaghettus meint mich, mit seiner Erwähnung der friesischen Ahnenkulte. Ich weise darauf hin, daß ich das an anderer Stelle erklärt habe. Ich will mitnichten den Ahnenkult wieder einführen, aber ich bin stolz auf meine Wurzeln – und darauf, daß die Friesen den widerlichen Missionar Bonifatius, der auch für die Fällung der Donarseiche nahe des heutigen Fritzlar verantwortlich zeichnete, 754 oder 755 bei Dokkum erschlugen.
     
    Jedem noch unentdeckten Amazonas-Indianerstamm, der bei Entdeckung wie so oft alsbald von vor allem evangelikalen Missionaren seiner Kultur beraubt und entwürdigt wird, wie mit hunderten andere Kulturen zuvor bereits geschehen, empfehle ich ernsthaft, dieses auch zu tun. Obwohl natürlich heute vor allem in Europa die weit größere Gefahr vom Islam ausgeht. Die Erfahrung lehrt, da stimme ich Ilex zu, daß jedwede Aufklärung von innen heraus kommen muß.
    Sharp

  19. SharpChronisch sagt:

    Ah, Argutus. Das ist natürlich ein berechtigter Einwand. Ich muß mich also selber verbessern: Da die Chance auf eine Reform von innen denkbar gering ist, muß man in der heutigen Lage natürlich von außen begegnen. Eine Sturnflut wehren wir ja auch nich auf dem offenen Meer ab, sondern durch Deiche an der Küste.

  20. pinetop sagt:

    SharpChronisch
    das Fällen der Eiche und das Ausbleiben eines göttlichen Zorns hat die Menschen tief beeindruckt. Ich bedaure, dass keiner meiner hessischen Vorfahren den Mut fand, dem Bonifatius den Altar vollzuscheißen.

  21. SharpChronisch sagt:

    @pinetop
    wären WIR heute in derselben Lage, wir hätten auch nicht besser, weiser oder zumindestens vorausschauender gehandelt wie jene, die Zeuge der damaligen Fällung waren.
    In dem Zusammenhang ist es jedoch interessant zu beobachten, daß in weiten Teilen der Bevölkerung, bei mir ganz besonders, alten solitär stehenden Bäumen und vor allem Eichen, ein großer Respekt entgegengebracht wird. So ein Prachtexemplar steht 10 Meter vor meinem Balkon – ein Grund, warum ich hier nicht weggezogen bin, obwohl meine Wohnung im Hochparterre liegt und in keinster Weise "behindertengerecht" ist. Aber ich bin ja auch ned behindert, sondern nur einfach bebeint und vierfach bereift.^^
    Sharp

  22. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #20 pinetop am 11. Januar 2012 um 11:36 = das Fällen der Eiche und das Ausbleiben eines göttlichen Zorns hat die Menschen tief beeindruckt. Ich bedaure, dass keiner meiner hessischen Vorfahren den Mut fand, dem Bonifatius den Altar vollzuscheißen.

    Ich glaube nicht, dass Bonifatius den Mut gefunden hätte, die Eiche zu fällen, wäre ein Gewitter im Anzug gewesen. Überzeugender wäre gewesen, er hätte sich im Gewitterregen auf freies Feld gestellt und gerufen: "Triff mich doch!". Das hat er sich natürlich nicht getraut. Insofern – alles Lüge.

  23. Tutnix sagt:

    Die zentrale […] intramuslimische Unterscheidungslinie verläuft demnach nicht primär zwischen ‚Mehrheit der Muslime’ und ‚Minderheit islamistischer Extremisten’, sondern zwischen subjektiv überzeugten ‚streng gläubigen Muslimen’ konservativer bis „fundamentalistischer“ Couleur einerseits und innerlich glaubensdistanzierten ‚Zwangsmuslimen’ andererseits.

    Da haben wir doch den(!) Islam. Wie anders wäre sonst zu erklären, dass eine deutliche Mehrheit muslimischer Schüler einer Neuköllner Schule den Mord an Hatun Sürücü billigte, wenn nicht sogar gerecht fand?

    Deswegen auch der Umweg über die Paralelgesellschaft, damit der Islam von wenigen "Extremisten" abgesehen weiter harmlos wirkt.

  24. Tutnix sagt:

    Scheissabsatzformat!

  25. Das Christentum ist die Philosophie von Jesus Christus,
    unabhängig davon, ob es diesen Jesus wirklich gegeben hat,
    Der Katholizismus ist der Mörder der christlichen Philosophie!

  26. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Sagen wir es mal so: Wenn wir den (1) "Kulturmuslim" konstatieren, der es nur noch aus Folklore und familärer Anpassing ist und (2) den orthodoxen, der an den Koran glaubt, aber ansonsten nicht kriminell ist sowie (3) den agressiv-kriminellen, der muslimischen Hintergrund hat ob orthodox oder nicht und (4) den wirklichen Terroristen und Djihadisten, dann wollen uns die heimischen Medien weis machen, nur (4) wäre als Islamist von (1), (2) und (3) als harmlose Islamer zu unterscheiden.

    In der Realität verläuft aber die zu beachtende Trennungslinie zwischen (1) und (2), (3), (4). Wobei die Leute bei (2) je nach Umfeld tendenziell bei (1) oder (3) und (4) landen können.

  27. Frank Berghaus sagt:

    #25 Heinrich Badhofer am 11. Januar 2012 um 12:21

    Der Sinn dieses Postings in einem Artikel über den Islam erschliesst sich mir nicht.

  28. Die verschiedenen Religionen unterscheiden sich hauptsächlich dadurch,
    dass sie unterschiedlich Missbraucht werden.

  29. Firithfenion sagt:

    #1 Amadeus Brümmer am 11. Januar 2012 um 00:45
    Die Überschrift lässt auch die Tatsache außer Acht, dass es im Gegensatz zum Koran "den" Islam nicht gibt
     
    Doch, den gibt es, auch wenn es gerne zu Taquia-Zwecken bestritten wird. Die Redewendung "Im Gegensatz zum Koran gäbe es den Islam nicht" ist in sich selbst widersprüchlich, denn sie impliziert einen Gegensatz zwischen Koran und Islam. Das Unterschiedliche beim Islam ist nicht der Islam, sondern die Menschen selber. Die Moslems sind sehr verschiedene Menschen, was sie aber gemeinsam haben, ist eben der Islam. Wenn sie unter sich sind, schlachten sich die Moslems gerne gegenseitig ab, aber wenn es gemeinsam gegen uns, die "Ungläubigen" geht, dann können sie sehr wohl zusammen halten.
     
    Wer nun auf das islamische Gebot
    "Der Koran ist unmittelbares Gotteswort und damit nicht beliebig interpretierbar"
    verweist, begeht den Fehler, sich und auch gemäßigten Muslimen vorschreiben zu lassen, ob und wie der Koran zu interpretieren sei

     
    Nein, auch hier liegt der Denkfehler bei dir, denn es klingt bei dir absurderweise so, als würden wir den Moslems vorschreiben das der Koran nicht interpretierbar wäre, aber wie du schon richtig schreibst, handelt es sich um ein islamisches Gebot das aus dem Islam selbst kommt. Wer darauf verweist, begeht also keinen Fehler und schreibt den Moslems auch nichts vor, sondern er verweist nur auf etwas was bereits existent ist.

  30. blasphemica sagt:

    DEN Islam gibts nicht, heisst es immer dann, wenn die evidenten Auswüchse dieser menschenfeinlichen Ideologie thematisiert werden.
    DEN Islam gibt es immer dann, wenn weltweite fatwas wegen angeblicher Blasphemie ausgesprochen werden, wenn sich Suniten und Shiiten im Namen ihres Meisters Allah gegenseitig die Birne wegblasen, wenn Sonderregelungen in unserer Gesellschaft eingeführt werden ( zb die Anwendung der Sharia auch bei uns oder  ernsthafte Überlegungen, an Eliteunis in Grossbritannien muslimische Studenten von Vorlesungen in Evoultionstheorie zu befreien )- also von Seiten der Moslems selbst.
    Es ist ganz einfach : die Lehren der katholischen Kirche hütet der Papst im Vatikan, somit gibt es auch DEN Katholizismus, dessen sollte sich jeder Katholik bewusst sein.
    In Ermangelung eines Oberimmams im Islam muss man sich an die jeweiligen Interpretationen der Islamgelehrten halten ( wobei es mir immer grosse Überwindung kostet, das nicht grammatikalisch falsch, aber sinngemäss richtig als Islamgeleerte zu schreiben) – dabei ist aber wohl jedem, der sinnerfassend lesen kann, wohl augenscheinlich, dass die Auslegungen immer radikaler werden – das kann man nicht wegdiskutiieren.
     zusammenfassend : Grundlage des Christentums ist die Bibel, also kann man sehr wohl von DEM Christentum sprechen – wüsste nicht, dass eine ander Religion als die christliche mit all ihren Ausformungen sich ausschliesslich auf die Bibel beruft .
    Grundlage des Islam ist der Koran, also kann man sehr wohl von DEM Islam sprechen, denn alle Moslems berufen sich auf den Koran, auch hier wieder mit all seinen Ausformungen geschichtlicher und interpretativer Form.
    Die Fundamente sind für alle Moslems gleich, wie auch die für alle Christen. Wenn es, wie bei uns üblich,  immer wieder dazu kommt, dass sich Christen die Rosinen aus dem Kuchen picken und ihnen genehme Stellen aus der Bibel zitieren dann ändert das nichts an der Tatsache, dass die Bibel ein zutiefst menschenverachtendes Werk ist – es ist unredlich, immer nur auf die Evangelien hinzuweisen – Ihr müsst schon das Gesamtpaket kaufen, inkl. Altes Testament, das ich Kindern nicht ruhigen Gewissens zum Lesen geben würde. Und genau dasselbe gilt auch für den Koran – Gesamtpaket, mit all dem Potential zur Radikalisierung, das ihn ihm steckt !

  31. Die kath. Kirche ist bei weitem die kapitalstärkste Organisation der Welt. Dagegen sind die Banken nur kleine Hühnerdiebe! Der Österreichische Staat (also wir, die Bevölkerung) finanziert die kath. Kirche direkt und indirekt mit ca. 5 Milliarden Euro jährlich. Für ein 8 Millionenvolk ein beträchtlicher Betrag. Kein Politiker wagt es, am vom Hitler mit dem Vatikan abgeschlossenen Konkordat zu rütteln.

  32. pinetop sagt:

    Nach 1945 hieß es: Nie wieder! Damit war gemeint, dass niemals eine menschenverachtende Ideologie wieder Terror ausüben dürfe. Aber die gegenwärtige politische Klasse hat die falschen Konsequenzen gezogen. Sie verlangt, dass alles was nicht deutsch ist, von den Deutschen mit dem größten Respekt behandelt wird. Das aber ist nicht der alles entscheidende Punkt. Es kommt darauf an, jede säkulare und jede religiöse Ideologie zu bekämpfen, die nicht bereit ist, die Würde und die Freiheit des einzelnen Menschen zu akzeptieren. Dies mus auch gelten, wenn diese Ideologie nicht deutschen Urspungs ist. 

  33. Argutus sagt:

    #28 Heinrich Badhofer am 11. Januar 2012 um 12:35

    Die verschiedenen Religionen unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, dass sie unterschiedlich Missbraucht werden.

    Der Mißbrauch ist ein eher unbedeutendes Randphänomen, wenn man bedenkt, wieviel Schaden die Religion auch ohne jeden Mißbrauch anrichtet.

    Dazu ein Beispiel: Ein Priester redet einer sterbenden Frau ein, daß sie in die Hölle kommt, wenn sie ihr Haus nicht testamentarisch der Kirche vermacht. Theologisch ist diese Behauptung nicht gerechtfertigt. Hier wird einfach die Angst dieser Frau vor der Hölle, an die sie glaubt, mißbraucht um sich ihr Haus unter den Nagel zu reißen.

    Viel schlimmer aber als der Verlust des Hauses, das sie nach ihrem Tod ohnedies nicht mehr bewohnen kann, ist für diese Frau aber die lebenslange Angst vor der Hölle, an die zu glauben die Religion sie gelehrt hat, obwohl es die in Wirklichkeit gar nicht gibt. Hier liegt kein Mißbrauch vor. Diese Angst ist ganz einfach eine schädliche Auswirkung der Religion.

    Daß Menschen an die Hölle glauben ist im Laufe der Geschichte des Christentums sicherlich wesentlich öfter vorgekommen, als daß mit diesem Glauben Erbschleicherei begangen wurde. Das Hauptübel ist die Religion selbst, nicht der Mißbrauch.

    Außerdem darf man nicht vergessen: Gäbe es keine Religion, dann könnte man auch keine mißbrauchen.

  34. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #32 pinetop am 11. Januar 2012 um 14:41= Es kommt darauf an, jede säkulare und jede religiöse Ideologie zu bekämpfen, die nicht bereit ist, die Würde und die Freiheit des einzelnen Menschen zu akzeptieren. Dies mus auch gelten, wenn diese Ideologie nicht deutschen Urspungs ist.

    Das ist aber offenbar die psychologische Beißhemmung dabei. Wenn das Pendel nach der systematischen Tötung der Juden nun zur anderen Seite ausschlug und alles Nichtdeutsche wie ein rohes Ei behandelt wird, so haben wir uns über 65 Jahre nach Kriegsende selbst gefesselt.

    Hier muss eine neutrale sachliche Beurteilung von Menschen und ihren Ideologien wieder möglich sein.

  35. pinetop sagt:

    Machen wir es doch wie die Homosexuellen. Vor 50 Jahren war "schwul" eines der schlimmsten Schimpfworte – wie heute islamophob. Aber die Homosexuellen nannten sich selbst "schwul", zeigten ihren Stolz und veränderten somit die Intention des Wortes. Es muss so weit kommen, dass jeder Atheist und/oder jeder Liberaler sich mit Stolz "islamophob" nennen kann.  

  36. Argutus sagt:

    #32 pinetop am 11. Januar 2012 um 14:41

    die gegenwärtige politische Klasse hat die falschen Konsequenzen gezogen.

    Allerdings. Das Entscheidende an der Katastrophe, die 1945 zu Ende ging, war die Herschaft einer totalitären Ideologie. Alle anderen Details (wie beispielsweise die Eigenschaft "deutsch") sind demgebenüber ziemlich irrelevant.

    Als Konsequenz aus dieser Katastrophe müßte man gegen alle gefährlichen Ideologien kämpfen und nicht gegen "deutsch", gegen "rechts" sonst etwas, worauf es nicht ankommt. Und natürlich muß sich dieser Kampf gegen vitale Ideologien richten (wie beispielsweise den Islam) und nicht gegen längst untergegangene (wie die Nazis).

    Die tatsächliche Politik hingegen ist so unsinnig wie in dem folgenden Vergleich: Ein Mann mit einem braunen Anzug und einem Dolch in der Hand dringt nachts in den Schlafsaal eines Internats ein und ersticht dort alle Schüler. Daraufhin wird jeder, der auf der Straße einen braunen Anzug trägt, auch wenn er gar kein Messer hat, als Mörder angepöbelt, während jene, die ihre Messer stolz und drohend in der Hand halten, als harmlos gelten, weil sie grüne Anzüge tragen.

  37. pinetop sagt:

    Immer wieder wird der Einwand erhoben, die Mehrzahl der Moslems sei doch friedlich. Damit wird der Eindruck erweckt, der Islam müsse friedlich sein, wenn es die Mehrheit seiner Anhänger auch ist. Auch hier bietet sich ein Vergleich mit dem Nationalsozialismus geradezu an. Die Mehrheit der Parteimitglieder war friedlich. Ich habe noch nie gehört, dass deswegen ein Historiker dem Nationalsozialismus Friedfertigkeit bescheinigt hätte. 

  38. blasphemica sagt:

    #35 pinetop am 11. Januar 2012 um 15:03
     
    Ich bin  nicht nur islamophob, sondern ich leide zusätzlich  unter einer stark ausgeprägten Form von Allah-Allergie, das kann jeder Arzt bestätigen, schliesslich ist Phobie eine Krankheit !

  39. Argutus sagt:

    #35 pinetop am 11. Januar 2012 um 15:03

    Machen wir es doch wie die Homosexuellen.

    Ja, die haben es richtig gemacht. Auch wenn schwul zu sein keine Leistung ist, die zu Stolz berechtigt, so ist dieser Stolz dennoch um Welten besser als Scham und Einschüchterung und die ständige Beteuerung, daß man doch ohnedies kein bißchen schwul ist. Alles nur ein Mißverständnis!

    Nun, das Schimpfwort "schwul" hat ausgedient. Die heute Verfemten sind "Rassisten" oder "islamophob" oder ähnliches. Davon sollten wir uns auf keinen Fall beeindrucken lassen.

    Man kann sogar zur Offensive übergehen, indem man beispielsweise ein T-Shirt mit folgender Aufschrift trägt: "Ich bin das, was linke Spinner einen Rassisten nennen – und stolz darauf!". Wenn das genügend viele Leute tun, dann ist das Schimpfwort "Rassist" in wenigen Jahren so tot wie heute "schwul".

  40. Argutus sagt:

    #37 pinetop am 11. Januar 2012 um 15:22

    Die Mehrheit der Parteimitglieder war friedlich. Ich habe noch nie gehört, dass deswegen ein Historiker dem Nationalsozialismus Friedfertigkeit bescheinigt hätte.

    Dieser Vergleich trifft den Nagel auf den Kopf. Aus der Friedfertigkeit viele Mitläufer zu schließen, daß auch deren Ideologie harmlos sein muß, ist ein Denkfehler.

  41. Frank Berghaus sagt:

    #37 pinetop am 11. Januar 2012 um 15:22

    Diesen Unterschied hat inzwischen – angesichts des Extremismus im eigenen Land – sogar meine Frau kapiert. Muss ja irgendwo herkommen, auch wenn das von einer Mehrheit nicht ausgeübt wird.

  42. blasphemica sagt:

    Ausserdem kann man nur sagen wir machen es richtig, denn der Kampfbegriff Islamophobie wird ja gerade auch von radikalen Islamisten wie den Salafisten zur Immunisierung gegen Angriffe jeder Art verwendet – und wenn uns solche Gruppen als Gegner sehen, haben sie recht – Hassprediger wie Pierre Vogel werden uns sicher nicht mundtot machen !

  43. pinetop sagt:

    Ich bewundere Frauen wie Hatun Sürücü. Ich bin aber nicht erfreut, wenn Sürücü-Brüder in meiner Nachbarschaft leben. Damit ist für jeden Gutmenschen die Sache klar: Ich muss ein übler Fremdenfeind sein.

  44. blasphemica sagt:

    man soll ja keine links setzen, aber dieser artikel zeigt satirisch genau den integrationswahn :
    http://www.konfessionsfrei.at/?p=775
     
    sorry, aber das passt jetzt so gut ;-)

  45. Argutus sagt:

    #44 blasphemica am 11. Januar 2012 um 16:02

    man soll ja keine links setzen

    Wie kommst du darauf? Nein, diese Regel gibt es nicht. Gute Links sind immer willkommen und dieser hier ist ein guter.

    Man soll nur nicht zu viele Links setzen, sonst schaltet sich automatisch die Moderation ein und man muß warten, bis man freigeschaltet wird. Aber wenn man die nötige Geduld aufbringt, dann spricht auch nichts gegen viele gute Links.

  46. blasphemica sagt:

    1988 (!)hat Sir Salman Rusdie die Satanischen Verse geschrieben, die weltweite Todesfatwa ist immer noch aufrecht ! Gerade im Netz entdeckt, passt wie Faust aufs Auge zu o.g. Artikel :
     
    http://www.telegraph.co.uk/culture/culturenews/9005325/Sir-Salman-Rushdie-facing-threats-of-Muslim-reprisals-over-Jaipur-Literature-Festival-appearance.html#.Tw2uB09bWz4.facebook

  47. Frank Berghaus sagt:

    Krauss ist ein beredtes Beispiel dafür, dass die übliche Meinung der "Linken", dass der Islam ein Problem der islamischen Länder sei, wo wir uns gefälligst heraus zu hatten hätten, total falsch ist. Spätestens seit der Verkündigung unseres (Noch-) BuPrä am Tag der offenen Moschee am 03.10.11 wissen alle, dass der Islam zu Deutschland gehört – und damit auch die damit einhergehenden Probleme. Die Apologetenhaltung in diesem Zusammenhang ist daher nicht nur dumm, sondern ausgesprochen feige.

  48. Saejerlaenner sagt:

    #47 Frank Berghaus
     
    Hat der Präser das nicht schon 2010 gesagt? Quasi als präsidiale Erwiderung ("ätsch – doch!") auf das integrationsverhindernde die-Wahrheit-ist-leider-schwer-zu-ertragen-Buch von Sarrazin?
    WIM: Ja, am 03.10.2010!

  49. Rechtspopulist sagt:

    #1Amadeus Brümmer am 11. Januar 2012 um 00:45
    "Weder gibt es "den" Islam noch ist "er" per se Gefahr oder Friedensreligion".
     
    Da bin ich aber froh, dass es den Islam in Wahrheit gar nicht gibt! :-)

  50. Frank Berghaus sagt:

    #49 Rechtspopulist am 15. Januar 2012 um 19:05

    Alle Islamkuschler sollten sich dieses Video zu Gemüte f¨hren:

    http://www.youtube.com/watch?v=X0Py-1iggFQ&feature=player_embedded

  51. Argutus sagt:

    #50 Frank Berghaus am 15. Januar 2012 um 19:26

    Gut, daß es immer wieder prominente Moslems gibt, die es mit der Taqiyya nicht so genau nehmen und klar sagen, was Sache ist.

  52. Frank Berghaus sagt:

    #51 Argutus am 15. Januar 2012 um 19:44

    Ich habe das Video auch bei IH eingestellt und es wird gut angenommen. Die Kuschler schweigen.

  53. Argutus sagt:

    #52 Frank Berghaus am 15. Januar 2012 um 19:53

    Die Kuschler schweigen.

    Ist ja auch etwas zu deutlich, als daß man da als Kuschler noch viel sagen könnte.

    Erinnert mich übrigens an eine Zeile aus einem gern gesungenen Lied einer anderen totalitären Ideologie:

    "… und morgen die ganze Welt".

  54. Rechtspopulist sagt:

    #50Frank Berghaus am 15. Januar 2012 um 19:26
    Ich kenne dieses Video – mal wieder ein "Geistlicher". Man muss sich mal überlegen, was Alexandria vor 2000 Jahrne für eine Stadt war und was für Deppen in Relation zur damaligen Bedeutung dieser  einstigen Weltstadt heute dort das Sagen haben.
    … und wenn man jemandem wie diesem Irren dann nicht auch noch Verständnis entgegenbringt, ist man "islamophob", ein Fremdenfeind voller Hass usw.
    Da fragt man sich in letzter Konsequenz, wer dämlicher ist: so ein Schwachkopf oder unsere Eliten?

  55. 1: Der Text: Ich stimme der Analyse von Hartmut Krauss zu, das Christentum ist aber nicht prinzipiell besser sondern nur bereits besser gezähmt.
    2: Politically Correctness: Ich spielte jeden wesentlichen First-person-shooter seit Quake II. :-)
    3: Der Begriff Islamophobie: Das ist – wie bereits genannt – eine perfide Immunisierungsstrategie gegen Kritik.
    4: Multi-kulti: Hierzu gibt es jedoch keine Alternative. Was denn sonst? Etwa Volksmusik-Dauerbeschallung für alle Deutschen? Ne ne, ich brauche auch Metal, Maqam und Raga. Auf Munir Baschirs Ud-Taksims will ich nicht verzichten.
    5: Das Problem ist nicht die (im engeren Sinne gemeinte) Kultur sondern Religion, patriarchale Sozialstrukturen, repressive Vorschriften, abwertende Grenzziehungen etc.
    6. Das Phänomen Religion kann als eine Erfolgsstrategie begriffen werden, als eine Vorteilsnahme mit Hilfe nicht überprüfbarer Argumente. Diese Nicht-Logik folgt einer eigenen Evolution, einer eigenen Logik, die für untergeordnete „Beta-Tiere“ zahlreiche Möglichkeit bietet, sich Macht und Ressourcen zu sichern und in der gesellschaftlichen Hierarchie aufzusteigen. (siehe Andreas Kilian: "Die Logik der Nicht-Logik")

  56. Pingback: Merkels Dialog als Monolog? | blu-NEWS

Schreibe einen Kommentar