Erklärung der GAM

Erklärung der Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte (GAM) zum Tag der Verteidigung der freien religionskritischen Meinungsäußerung am 11. Februar 2012

Am 11. Februar 2012 finden auf Initiative der prominent besetzten und breit angelegten britischen Bündnisbewegung „One law for all“ weltweit Kundgebungen zur Verteidigung der freien Meinungsäußerung und des unveräußerlichen Rechts auf Religionskritik statt.

http://www.onelawforall.org.uk/events-and-acts-of-solidarity-on-11-february-day-of-action-for-free-expression/

Die Gründe für diese Aktion, die von der GAM und dem Zentralrat der Ex-Muslime mit Nachdruck unterstützt wird, bilden folgende sich zunehmend verstärkende und offenkundig auch koordinierte Entwicklungen:
1) Die Bestrebungen orthodoxer und radikalislamischer Kräfte in Europa, für zugewanderte Muslime eine Paralleljustiz gemäß dem islamischen Recht (Scharia) zu etablieren und damit die Allgemeingültigkeit der grund- und menschenrechtlich orientierten europäischen Rechtsstandards zu unterlaufen und tendenziell auszuhebeln. Kritikwürdig ist in diesem Zusammenhang, dass nicht unbedeutende Teile der politischen Klasse in Europa diese Tendenzen verharmlosen und zum Teil sogar offen unterstützen.
2) Der groß angelegte Versuch der in der OIC (Organisation für Islamische Zusammenarbeit/Organization of Islamic Cooperation) zusammengeschlossenen 57 Länder, jede Form von kritischer Auseinandersetzung mit der islamischen Glaubenslehre und Weltanschauung zu kriminalisieren und zu pathologisieren.

So wurde auf einem Treffen der Außenminister der OIC am 16. Mai 2007 in Islamabad/Pakistan, also in einem Land mit einer äußerst starken islamistischen Massenbewegung, die kritische Auseinandersetzung mit dem Islam als „Islamophobie“ diffamiert und als die „schlimmste Form des Terrorismus“ bezeichnet. Die damit zum Ausdruck gebrachte totalitär-demagogische Absicht, Kritik am Islam zu pathologisieren und zu kriminalisieren, vermochten diese Akteure dann auch aufgrund der dort herrschenden Mehrheitsverhältnisse im UN-Menschenrechtsrat als Leitlinie durchzusetzen und diese Institution damit vollständig zu pervertieren und zu delegitimieren. Dem Menschenrechtsrat ist es jetzt generell untersagt, Religionen kritisch zu beurteilen und folglich die aus religiösen Normen abgeleiteten menschenrechtswidrigen Praxen wie Steinigung von angeblichen Ehebrecherinnen, Zwangsverheiratung von Minderjährigen oder Aufrufe zur Tötung von Ungläubigen, ethno-religiösen Minderheiten oder Glaubensabtrünnigen anzuprangern. D. h.: Die islamischen Okkupanten des UN-Menschenrechtsrates transformieren dieses Gremium in eine Einrichtung, die der Verteidigung religiös inspirierter Menschenrechtsverletzungen sowie der Tabuisierung der Scharia dient. Bezeich-nenderweise solidarisierte sich die OIC in einer Erklärung vom 24. Januar 2012 mit der aggressiven Leugnung des Völkermords an den Armeniern seitens der türkischen Regierung und nahm für diese den historischen Tatsachen entgegenstehende Haltung genau jenes „Recht auf freie Meinungs-äußerung“ in Anspruch, das sie den Kritikern der islamischen Herrschaftsordnung nehmen will.

Angesichts dieser extrem reaktionären Gegebenheiten stellen wir fest:

Es wird Zeit, dass Widerstand gegen diese groß angelegte islamische Hetzkampagne organisiert wird. Denn dem schon weit vorangetriebenen Versuch, freie Rede, emanzipatorische Religionskritik und kritische Reflexion der islamischen Herrschaftskultur zu kriminalisieren und zu pathologisieren, sollte schleunigst Einhalt geboten werden. Die alte Losung „Wehret den Anfängen“ greift schon lange nicht mehr. Das Gebot der Stunde ist deshalb ein breites demokratisches Bündnis gegen muslimische Demagogie und Kritikphobie samt ihrer Helfer und Unterstützer.

Für eine breite Einheitsfront gegen die aggressive Kriminalisierung und Pathologisierung von Religions- und insbesondere Islamkritik!

 

 

Kontakt, weitere Infos: gam-kontakt@t-online.de    *    www.gam-online.de

 

 

 

Mehr zum Thema:
Dieser Beitrag wurde unter Humanismus, Menschenrechte abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten auf Erklärung der GAM

  1. pinetop sagt:

    Ich habe den Eindruck, dass die kulturrelativistische Sichtweise und die damit verbundene Schönzeichnung des Islams sich langsam dem Ende nähert. Die Einstellung, dass Freiheit und Aufklärung für alle Menschen von Bedeutung sind, wird sich früher oder später durchsetzen. Schön wenn die gegenwärtige Kritik am islamischer Anmaßung auch von sozialistischer Seite formuliert wird. Und wahrscheinlich werden die Berufspolitiker wieder die Letzten sein, die sich dieser Entwicklung anschließen. Für sie gilt noch immer die Vorstellung, dass man im Interesse der Integration das ganze Konfliktpotential unter dem Dackel halten müsse.   

  2. pinetop sagt:

    …unter dem Deckel…!!!
    Dackel wäre echt zu blöd. Und: Kritik an islamischer…..

  3. Indianerjones sagt:

    Für mich ist im Umkehrschluß schon seid Jahrzehnten Jeder kriminell, der mit einer Religion hausieren geht….[..]:nerd:

  4. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Es ist schon ein schlimmes Zeichen, dass diese Islamverharmlosung ausgerechnet unter dem Deckmantel des Menschenrechtsrates der UNO geschieht. Ein klassisches Beispiel, wie der Bock zum Gärtner gemacht wurde. Vielleicht sollte man einmal den Stand der Menschenrechte in den Staaten mit Zensuren beschreiben – und alle mit Schulnote fünf und sechs haben in diesem Gremium nichts zu suchen.

  5. Max Thalheimer sagt:

    Wie wäre es beim Thema Islam mit ein wenig mehr Differenzierung? Gibt es den Islam überhaupt?
    Ist unsere Welt nicht ein wenig komplexer als es solch Etiketten glauben machen?
    Gibt es das Judentum? Ist das alles  von "gottlosen" Juden aller Nationalitäten, zu liberalen besatzungskritischen Israelis bis zu Ultraorthodoxen, die auf Arbeit verzichten und ihr ganzes Leben mit dem Studium der Thora verbringen?
    Gibt es das Christentum? Ist das alles von Hans Küng und Margot Käsmann bis zu den Piusbrüdern und evangelikalen kreationistischen  Kann man die alle in einem Atemzug nennen und damit alles über sie gesagt haben?
    Gilt nicht dasselbe für den Islam? Gibt es nicht die Alewiten, die jede Verschleierung ablehnen, die Drusen, die Ismaeliten, die Sunniten, die Shiiten (darunter die siebener und zwölfer), die Sufiten, die Wahabiten, die Salafisten. Nur die beiden letzteren sind erklärtermaßen islamistisch. (Die Begriffe sind teilweise natürlich recht unscharf: so gibt es sunnitische und schiitische Salafisten usw.;  für Leute im Westen ist die Situation also recht undurchschaubar.) 
    Ebenso kann djihad (wörtlich Bemühung) alles bedeuten von der spirituellen Bemühung bis zur Bemühung im Heiligen Krieg.
    Was liefert die sharia? Sie ist ein im Koran verankerter Rechtskodex, der vom Zivilrecht (wenn der Begriff "zivil" hier erlaubt ist) bis zum z. T. mittelalterlichen barbarischen Strafrecht reicht. In Großbritannien werden zivilrechtliche sharia-Regelungen zwischen Moslimen zum Teil geduldet, (Erbrecht, private Streitigkeiten usw.), aber nur, sofern sie übergeordneten britischen Rechtsprinzipien nicht widersprechen.
    Überflüssig zu sagen, dass diese barbarischen mittelalterlichen Strafen abscheulich und inakzeptabel sind. Aber werden sie in Europa praktiziert? Warum werden solche Exzesse  aus einigen muslimisch geprägten Staaten ständig angeführt, um vor dem Islam in Deutschland zu warnen? Welcher aufgeklärte zivilisierte Rechtsstaat würde solche Praktiken zulassen? Was sagen solche Vorfälle in Sudan oder Saudi Arabien über die Wirklichkeit unserer Türken in Deutschland aus? Das ist reine Panikmache.
    Probleme haben wir natürlich mit Ehrenmorden und Zwangsverheiratungen; aber dagegen gibt es Gesetze und diese müssen auch mit aller Schärfe durchgesetzt werden. Verbrechen und Straftaten sind nicht "religiös" relativierbar.
    Was soll ich überdies von der These halten (die der Autor nicht hier, aber an anderer Stelle vertritt) dass der Koran keine religiöses Buch sei, sondern eine politische Kampfschrift, die die Machtübernahme in der restlichen Welt mittels Geburtenüberschuss betreibe? Drängt sich hier der Begriff einer wahnbesetzten Verschwörungstheorie nicht auf? Gibt es hier keine Parallelen zur bekannten antisemistischen Fälschung der "Verschwörung der Weisen von Zion", die angeblich eine jüdische Weltherrschaft anstreben? Passt der Begriff "Phobie" hier noch oder wäre die Bezeichnung "manische Zwangsvorstellung" (oder instrumentaler: volksverhetzender Demagogie) nicht besser geeignet, um solche Hirnwinde zu bezeichnen?
    Zusammengefasst: die Welt ist komplexer, differenzierter, bunter, als manche Kommentatoren hier glauben oder glauben machen wollen.
    Ismael

  6. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #5 Max Thalheimer am 16. Februar 2012 um 17:33

    Nur weil es verschieden überzeugte Islamgläubige gibt, von denen für die meisten eben die Religion nur so wichtig ist, dass sie mitmachen, damit die Nachbarn nicht lästern, ist der Islam durchaus nicht ungefährlich.

    Hier sind es bisher nur ein paar und dennoch erheben manche ihrer Funktionäre schon freche Forderungen. Es ist ja durchaus kein Naturgesetz, dass Islamgläubige in Europa leben, sondern Menschenwille aus verschiedensten Gründen.

    Ihre "Ismael"-Apologie unterstellt, dass es "normal" ist, dass man sich hier mit dem Islam auseinander setzen muss. Das ist es aber durchaus nicht. Nachdem in jahrhundertelanger Arbeit dem Christentum die Zähne gezogen wurden, muss es ja nun nicht sein, uns hier islamische Verhältnisse einzufangen, wie sie in der Praxis in islamischen Ländern herrschen. Da kommen wir vom Regen in die Traufe.

    Natürlich ist der Islam eine Kampfschrift und die von Mohammed gegründeten Räuberbanden eine Kampforganisation. Oder wie hätte sich der Islam innerhalb weniger Jahrzehte im südlichen Mittelmeerraum und woanders ausgebreitet?

    Welcher aufgeklärte zivilisierte Rechtsstaat würde solche Praktiken zulassen? - Wenn der Islam herrscht, gibt es keinen aufgeklärten zivilen Rechtsstaat. Die Türkei zehrt noch heute von den antiislamischen Aktivitäten Mustafa Kemals.

  7. Argutus sagt:

    #5 Max Thalheimer am 16. Februar 2012 um 17:33

    die Welt ist komplexer, differenzierter, bunter, als manche Kommentatoren hier glauben oder glauben machen wollen.

    In den Ländern, die vom Islam beherrscht werden (wie beispielsweise Saudi-Arabien), ist von dieser Buntheit nichts zu bemerken. Und solte es ihm gelingen auch Europa zu unterwerfen, dann würde das hier ebenso gelten.

    Aus diesem Grund sollten wir kein Risiko eingehen sondern alles tun, was helfen kann, die Islamisierung Europas zu verhinden. Wenn wir die Ausbreitung des Islam im Westen leichtsinnig auf die leichte Schulter nehmen, dann kann es eines Tages zu spät sein.

    Natürlich können wir nicht beweisen, daß die Islamisierung tatsächlich kommt, wenn wir so handeln, aber es ist möglich und wäre, wenn es geschieht, so furchtbar, daß wir es uns nicht leisten können, die Augen vor dieser Möglichkeit zu verschließen und und die Warnungen davor als "Verschwörungstheorien" lächerlich zu machen.

    Beim Autofahren weiß man ja auch nicht mit Gewißheit, daß es bald einen Unfall geben wird. Sich anzuschnallen ist dennoch sehr ratsam, weil es nämlich tödlich sein könnte, das zu unterlassen. Mit dem Islam ist es ähnlich, denn der wäre tödlich für die gesamte moderne Zivilisation. Da ist höchste Wachsamkeit geboten.

  8. pinetop sagt:

    @ Max Thalheimer
    Bis zum Verdruss muss man die alte Entlastungsstrategie zur Kenntnis nehmen, dass es den Islam ja gar nicht gibt. Von Politikern wird er willkommen geheißen und er verschwindet auf mysteriöse Weise, wenn er in die Kritik gerät. Von Bedeutung ist hier nur der Koran und seine Aussagen beinhalten, soweit in Aufforderungsform, keinen grossen Interpretationsspielraum. Unterschiede sind nichts anderes als folkloristisches Beiwerk, ein Beiwerk, welches auch die Unterschiede des Katholizismus in Polen und Bolivien erklärt.
    Dieses Beiwerk ist, wie Marxisten formulieren würden, nichts anderes als bedeutungsloser Überbau. 
    Man kann aber auch nach der gegenwärtigen Relevanz religiöser Forderungen fragen. Die Frage ist ganz einfach: Wann wurde die letzte Frau von Christen auf den Scheiterhaufen gestellt und wann wurde die letzte Frau von Moslems gesteinigt?
    Solange die Mehrheit einer Gesellschaft einer Religion einen wichtigen Einfluss gewährt, können wir uns der Freiheit nicht sicher sein.

  9. pinetop sagt:

    Zu Differenzierung oder Relativierung: Natürlich sollte man einen Sachverhalt von allen Seiten beleuchten. Aber das Ziel kann nicht sein, dass man zu keinem Urteil mehr kommen kann. Ein abschliessendes Urteil muss nach aller Differnzierung noch möglich sein.

Hinterlasse eine Antwort