Zitate

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Voltaire über Mohammed

Doch daß ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, daß er mit ein paar Koreischiten seine Brüder glauben machen will, daß er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; daß er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben läßt, daß er, um diesem Werke Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, daß er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, daß er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben läßt: Das ist nun mit Sicherheit etwas, das kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn, er ist als Türke in die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat in ihm jedes natürliche Licht erstickt.

1740 in einem Brief an Friedrich den Großen. Der Originaltext lautet:

Mais qu’un marchand de chameaux excite une sédition dans sa bourgade; qu’associé à quelques malheureux coracites il leur persuade qu’il s’entretient avec l’ange Gabriel; qu’il se vante d’avoir été ravi au ciel, et d’y avoir reçu une partie de ce livre inintelligible qui fait frémir le sens commun à chaque page; que, pour faire respecter ce livre, il porte dans sa patrie le fer et la flamme; qu’il égorge les pères, qu’il ravisse les filles, qu’il donne aux vaincus le choix de sa religion ou de la mort, c’est assurément ce que nul homme ne peut excuser, à moins qu’il ne soit né Turc, et que la superstition n''touffe en lui toute lumière naturelle.

English translation: But that a camel-merchant should stir up insurrection in his village; that in league with some miserable followers he persuades them that he talks with the angel Gabriel; that he boasts of having been carried to heaven, where he received in part this unintelligible book, each page of which makes common sense shudder; that, to pay homage to this book, he delivers his country to iron and flame; that he cuts the throats of fathers and kidnaps daughters; that he gives to the defeated the choice of his religion or death: this is assuredly nothing any man can excuse, at least if he was not born a Turk, or if superstition has not extinguished all natural light in him.

 

Atatürk über den Islam

Seit mehr als 500 Jahren haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheiches und die abstrusen Auslegungen von Generationen von schmutzigen und unwissenden Pfaffen in der Türkei sämtliche Zivil- und Strafgesetze festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, selbst die kleinsten Handlungen und Gesten eines Bürgers festgelegt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, den Schnitt der Kleider, den Lehrstoff in der Schule, Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet.

Dieses historisch nicht gesicherte Zitat wurde 1954 von Jacques Benoist-Méchin (1901-1983) in seinem Buch Mustapha Kemal. La mort d'un Empire veröffentlicht. Der Originaltext lautet:

Depuis plus de 500 ans, les règles et les théories d’un vieux sheikh arabe, et les interprétations abusives de générations de prêtres crasseux et ignares ont fixé, en Turquie, tous les détails de la loi
civile et criminelle. Elles ont réglé la forme de la constitution, les moindres faits et gestes de la vie de chaque citoyen, sa nourriture, ses heures de veille et de sommeil, la coupe de ses vêtements, ce qu’il apprend à l’école, ses coutumes, ses habitudes et jusqu’à ses pensées les plus intimes. L’islam, cette théologie absurde d’un bédouin immoral, est un cadavre putréfié qui empoisonne nos vies
.

English translation: Since more than 500 years, rules and theories of an old Arab sheikh, and abusive interpretations of generations of dirty and stupid priests fixed, in Turkey, all the details of the civil and criminal law. They regulated the form of the constitution, the least action of the life of each citizen, his food, his hours of day before and sleep, the cut of his clothing, what he learns at school, his habits, his practices and until his most intimate thoughts. Islam, this absurd theology of an immoral Bedouin, is a putrefied corpse which poisons our lifes.

 

Karl Marx über die Religion

Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.

Aus: Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (1844). Die häufige Zitierform "Religion ist Opium für das Volk" ist falsch.

English translation: Religion is the sigh of the oppressed creature, the heart of a heartless world, and the soul of soulless conditions. It is the opium of the people.

 

Vladimir Nabokov über die Existenz Gottes

Die Nichtexistenz Gottes ist leicht zu beweisen. Zum Beispiel kann man unmöglich bejahen, daß ein ernsthafter Jahve, allwissend und allmächtig, seine Zeit mit so unsinnigen Dingen wie dem Spielen mit Menschlein hinbringen könnte und was noch weit unvereinbarer ist – sein Spiel auf die entsetzlich abgedroschenen Gesetze der Mechanik, Chemie und Mathematik beschränken sollte, und daß er niemals – wohlgemerkt, niemals! – sein Gesicht zeigte, sondern sich verstohlene Blicke und Umschweife gönnte und das kriecherische Getuschel (Offenbarungen, in der Tat!) von umstrittenen Wahrheiten hinter dem Rücken irgendeines sanften Hysterikers hervor.

Dieser ganze gottgeweihte Kram ist, vermute ich, ein Riesenschwindel, für den man die Priester gewiß nicht verantwortlich machen darf; die Priester selbst sind seine Opfer. Die Idee Gottes wurde in den Morgenstunden der Geschichte von einem Schurken erfunden, der ein Genie war; sie stinkt zu sehr nach Menschlichkeit, diese Idee, als daß man an ihre azurne Herkunft glauben könnte; womit ich nicht sagen will, daß sie die Frucht krasser Unwissenheit sei, jener Schurke vor mir war bewandert in himmlischer Überlieferung – und tatsächlich frage ich mich, welche Variation des Himmels die beste ist: jener blendende Glanz von argusäugigen, flügelschlagenden Engeln oder jener gekrümmte Spiegel, in dem sich ein selbstgefälliger Physikprofessor zurückzieht und immer kleiner und kleiner wird.

Gott existiert nicht, genauso wenig wie unser Leben nach dem Tod, jenes zweite Schreckgespenst, das sich ebenso mühelos abtun läßt wie das erste. In der Tat, stellen Sie sich vor, Sie seien gerade gestorben – und plötzlich sind Sie hellwach im Paradies, wo, von Lächeln umkränzt, Ihre lieben Toten Sie willkommen heißen.

Vladimir  Nabokov (Влади́мир Влади́мирович Набо́ков) war ein russisch-amerikanischer Schriftsteller, der 1899-1977 lebte. Das Zitat stammt aus seinem Buch Verzweiflung, das 1934 unter dem Titel Отчаяние auf Russisch erschien. Die englische Übersetzung von 1937 trug den Titel Despair.

 

Recep Tayyip Erdoğan über die Demokratie

Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.

Geäußert auf einer Wahlveranstaltung am 6. Dezember 1997.  Türkischer Originaltext (soweit eruierbar):

Demokrasi amaç değil, araçtır. […] Camiler kışlamız, minareler süngümüz, kubbeler miğferimiz, müminler askerimiz.

Die Metaphern entstammen einem Gedicht, das Ziya Gökalp (ca 1875-1924) zugeschrieben wird.

Die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme
Die Moscheen unsere Kasernen, die Gläubigen unsere Soldaten
Diese göttliche Armee ist bereit
[…]
Gott ist groß, Gott ist groß.

Im türkischen Original:

Minareler süngü, kubbeler miğfer
Camiler kışlamız, mü’minler asker
Bu ilahi ordu dinimi bekler
[…]
Allahu Ekber, Allahu Ekber.

 

Arthur Schopenhauer über die Macht der Pfaffen und über den Koran

Hingegen das Grundgeheimniß und die Urlist aller Pfaffen, auf der ganzen Erde und zu allen Zeiten, mögen sie brahmanische oder mohammedanische, buddhaistische, oder christliche seyn, ist Folgendes. Sie haben die große  Stärke und Unvertilgbarkeit des metaphysischen Bedürfnisses des Menschen richtig erkannt und wohl gefaßt: nun geben sie vor, die Befriedigung desselben zu besitzen, indem sie das Wort des großen Räthsels ihnen, auf außerordentlichem Wege, direkt zugekommen wäre. dies nur den Menschen Ein Mal eingeredet, können sie solche leiten und beherrschen, nach Herzenslust. Von den Regenten gehn daher die klügeren eine Allianz mit ihnen ein: die anderen werden selbst von ihnen beherrscht. Kommt aber ein Mal, als die seltenste aller Ausnahmen, ein Philosoph auf den Thron, so entsteht die ungelegenste Störung der ganzen Komödie.

Aus: Parerga und Paralipomena (1851), zweiter Band. Die beiden folgenden Zitate stammen aus Die Welt als Wille und Vorstellung (1819), Buch 1, Kapitel 17.

Man betrachte z.B. den Koran: dieses schlechte Buch war hinreichend, eine Weltreligion zu be­grün­den, das metaphysische Bedürfnis zahlloser Millionen Menschen seit 1200 Jahren zu befriedigen, die Grundlage ihrer Moral und einer bedeutenden Verachtung des Todes zu werden, wie auch, sie zu blu­tigen Kriegen und den ausgedehntesten Eroberungen zu begeistern.

Wir finden in ihm die trau­rigste und ärmlichste Gestalt des Theismus. Viel mag durch die Übersetzungen verloren gehen; aber ich habe keinen einzigen wertvollen Gedanken darin entdecken können. Dergleichen beweist, dass mit dem me­taphysischen Bedürfnis die metaphysische Fähigkeit nicht Hand in Hand geht

Das folgende Zitat stammt aus Neue Paralipomena – vereinzelte Gedanken über vielerlei Gegenstände 14, 404.

Wenn die Welt erst ehrlich genug sein wird, um Kinder vor dem 15. Jahr keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird von ihr was zu hoffen sein.

Ein weiteres Zitat aus Parerga und Paralipomena (Psychologische Bemerkungen, 357):

Der Arzt sieht den Menschen in seiner ganzen Schwäche, der Advokat in seiner ganzen Schlechtigkeit und der Priester in seiner ganzen Dummheit.

 

Steven Weinberg über die Religion

Religion ist eine Beleidigung für die menschliche Würde. Mit oder ohne sie würden gute Menschen gutes tun und schlechte Menschen schlechtes. Aber damit gute Menschen schlechtes tun, dafür braucht es Religion.

Steven Weinberg (*1933) ist ein amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger. Das englische Original-Zitat lautet:

Religion is an insult to human dignity. With or without it you would have good people doing good things and evil people doing evil things. But for good people to do evil things, that takes religion.

 

 

 Jacob Burckhardt über die Kirche

Die Kirche liebt zwar keinen Staat, neigt sich aber demjenigen Staatswesen zu, welches das bereitwilligste und fähigste ist, für sie die Verfolgungen zu exequieren. Sie richtet sich auf den modernen Staat ein, wie sie einst auf das Lehenswesen eingerichtet. Deswegen ist ihr der moderne politische Völkergeist ganz direkt zuwider, und sie läßt sich nie selber mit ihm ein. Sie leugnet die Volkssouveränität und behauptet das göttliche Recht der Regierungen; sie geht dabei von der menschlichen Verderbtheit aus und von der Aufgabe der Seelenrettung um jeden Preis; ihre wesentliche Schöpfung ist die moderne Idee der Legimität. Sie übt Toleranz nur, wo und insoweit sie durchaus muß. Sie verfolgt jede für sie bedenkliche geistige Regung auf das äußerste.

Der Autor lebte 1818-1897. Das Zitat stammt aus: Der Staat in seiner Bedingtheit durch die Religion, in: Weltgeschichtliche Betrachtungen (aus dem Nachlaß 1905)

 

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