Die Nobelpreise 2019


Alfred-Nobel-Wide_resize_mdHier ein kurzer Überblick, mit ein paar persönlichen Anmerkungen.

Als Alfred Nobel, von seinem Gewissen getrieben (Waffenhändler hatten damals noch sowas) sein Vermögen der Menschheit widmete, verlangte er für die jährliche Verleihung des nach ihm benannten Preises, er solle "denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben." Haben sie das?

Für Chemie und Medizin gilt dies zweifellos, für die Physik schon lange nicht mehr. Für Literatur und Frieden gelten andere Kriterien. Für die Wirtschaftswissenschaften gibt es einen eigenen Preis, für Mathematik keinen – angeblich, weil Nobel schlecht in Mathe war. Oder weil er meinte, die Mathematiker trügen nichts zum Fortschritt der Menschheit bei.

Die Chemiker John B. Goodenough (USA, aber geboren in Jena), M. Stanley Whittingham (Großbritannien, USA), und Akira Yoshino (Japan) bekamen ihn „für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien“. Über die Wichtigkeit dieser Forschungen brauchen wir nicht viel sagen. Ohne Lithium-Batterien gäbe es keine Handys und keine Elektro-Autos. Also praktisch keine technische Zukunft der Menschheit.

Ähnlich wichtig sind die mit dem Preis ausgezeichneten Forschungen auf dem Gebiet der Medizin. William G. Kaelin (USA), Gregg Semenza (USA) und Peter J. Ratcliffe (Großbritannien) bekamen ihn „für die Entdeckung molekularer Mechanismen der Sauerstoffaufnahme von Zellen“. Bereits 1931 erhielt der deutsche Forscher Otto Heinrich Warburg den Preis für „die Entdeckung der Natur und der Funktion des Atmungsferments“. Wie wichtig diese Forschungen sind, hat Warburg schon damals erkannt: Eine gestörte Zellatmung könnte Ursache für Krebs sein. Diese Forschungen wurden nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufgegeben, zugunsten einer Total-Ausrottung der bösen Krebszellen mit "Stahl und Strahl". Vielleicht ändert sich die Bewusstseinslage jetzt. Zu wünschen wäre das allen, die an Krebs erkrankten oder erkranken, allen, denen diese Gefahr droht.

Der Nobelpreis für Physik solle demjenigen zuerkannt werden, „der auf dem Gebiete der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat“. Das waren 2019 James Peebles „für theoretische Entdeckungen in der physikalischen Kosmologie“, sowie Michel Mayor und Didier Queloz (beide Schweiz) „für die Entdeckung eines Exoplaneten, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist“. Meine Meinung zu den letzten Physik-Nobelpreisen habe ich schon öfter dargelegt, z.B. hier: Wie man Fake-News schafft Oder hier: Wer findet das Higgs-Boson? Diese Nobelpreise entsprechen der Tradition in Schweden, den renommierten Preis Physikern zuzusprechen, die moderne Mythen ohne vernünftigen Hintergrund geschaffen zu haben. Peebles kaut die alten Argumente für die biblische Schöpfungsgeschichte im Gewand pseudowissenschaftlicher Sprache wieder ("Urknall = Schöpfung aus dem Nichts. Das konnte nicht mal Gott, der hat nämlich nur das Licht von der Finsternis getrennt.) Welchen Wert die Verwässerung der Astronomie durch uralte Mythen haben soll, leuchtet mir nicht ein. Und die Entdeckung eines außersolaren Planeten hat sicherlich einen großen Nutzen für die Menschheit; welchen, das wüsste ich gerne.

Ganz andere Kapitel sind die Nobelpreise für Literatur und Frieden. Der Literaturpreis soll vergeben werden für den, der „das Beste in idealistischer Richtung geschaffen“ hat. Während alle Wissenschaftler sich über die Auszeichnung (und das damit verbundene Geld) freuten, war das bei den eigensinnigen Literaten nicht immer der Fall. Und es waren auch nicht immer Literaten, die ihn bekamen. Russell (1950) war Mathematiker und Anti-Atomwaffengegner, Churchill (1953) Historiker und Politiker. Pasternak (1958) durfte den Preis nicht abholen, sein Roman war zu freiheitlich. Sartre (1964) lehnte ihn ab, wollte aber zehn Jahre später das Geld. Jelinek (2004) wollte nicht persönlich zur Preisverleihung kommen, man möge ihr doch das Geld auf ihr Konto überweisen. Dylan (2016)  ignorierte ihn erst zwei Wochen lang und gab in dieser Zeit auch keine Interviews. Er kam weder zur Nobelpreisrede noch zur Auszeichnungs-Verleihung.

Und jetzt Peter Handke. In meiner Jugend habe ich zufällig (oder vielleicht auch aus Interesse) zwei Werke von ihm auf kleinen Bühnen gesehen – und war begeistert. Die "Publikumsbeschimpfung" – eine originelle Idee voll Sprachwitz und kuriosen Konstruktionen. "Kaspar" – eine eindringliche Studie der Menschwerdung eines unentwickelten, vernachlässigten Individuums, das sich zum wahren Menschsein emporarbeitet. Er hat den Preis verdient!

Schließlich der Friedens-Nobelpreis, eine oftmals politisch begründete Auszeichnung, was von vornherein nicht schlecht sein muss. Nach Maßgabe des Stifters soll er an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat. Auf Nobelpreisträger gibt's immer Wetten, und diesmal wetteten fast alle auf Greta Thunberg. Dabei hätte die junge Dame den Preis sowohl aus formalen und auch aus inhaltlichen Gründen gar nicht bekommen können. Formal: Der Preis wird jeweils für Errungenschaften aus dem Vorjahr vergeben, und da gab es noch keine "Fridays for Futures"-Bewegung. Inhaltlich: Gretas Taten tragen bisher nichts zur Völkerverständigung oder der Reduktion von Armeen bei. Aber das kann ja noch kommen. Jedenfalls hat ihn der äthiopische Staatsmann und Reformer Abiy Ahmed voll verdient!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).




Sven Giegold über Steueroasen:


steueroaseAussendung vom 10.10.2019:

Europäische Finanzminister messen mit zweierlei Maß und setzen die USA nicht auf schwarze Liste

Die EU-Finanzminister streichen mehrere Drittstaaten von der EU Liste nicht-kooperativer Länder in Steuerfragen. Die USA stehen weiterhin nicht auf der EU Liste von Steueroasen. Seit Juni 2019 müssen Länder, die das Übereinkommen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zum automatischen Informationsaustausch nicht unterzeichnet haben, eigentlich auf die schwarze Liste gesetzt werden. Doch die zuständige EU-Ratsarbeitsgruppe Verhaltenskodex Unternehmensbesteuerung befand die bilateralen Abkommen zwischen den USA und den europäischen Mitgliedstaaten für gleichwertig mit dem OECD-Übereinkommen. Verantwortlich sind für diese Arbeitsgruppe alleine die Mitgliedsländer der EU, nicht die EU-Kommission.

Von der grauen Liste der Staaten unter Beobachtung werden die Schweiz, Albanien, Costa Rica, Serbien und Mauritius gestrichen. Sachverständige der Mitgliedstaaten hatten die Steuergesetze dieser Staaten analysiert und für ausreichend befunden. Die Marschallinseln sowie die Vereinigten Arabischen Emirate werden von der schwarzen Liste entfernt und auf die graue Liste gesetzt. Beide Länder hatten politische Zusagen gemacht, bis Ende 2020 die Kriterien der EU zu Steuertransparenz, fairer Besteuerung und Umsetzung von Maßnahmen der OECD einzuhalten. Somit verbleiben auf der schwarzen Liste noch neun Staaten: Amerikanisch-Samoa, Belize, Fidschi, Guam, Oman, Samoa, Trinidad und Tobago, US Virgin Islands und Vanuatu.

Dazu erklärt Sven Giegold, finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Grüne/EFA im Europäischen Parlament:
"Die schwarze Liste wird unglaubwürdig, wenn die EU nach zweierlei Maß misst. Die EU muss die USA genau wie andere Länder auch behandeln. Wer sich wie eine Steueroase verhält, gehört auf die Liste. Die europäischen Finanzminister wenden die eigenen Steueroasen-Kriterien nicht konsequent an. Weil die USA sich nicht am OECD-Informationsaustausch beteiligen, sind amerikanische Briefkastenfirmen für europäische Steuerbehörden weiterhin undurchsichtig. Die USA liefern nicht die Informationen, die sie selbst aus Europa erhalten. Die USA laden über anonyme Briefkastenfirmen zur Steuerflucht ein.
Die schwarze Liste hat Steueroasen auf der ganzen Welt dazu bewegt, ihre schädlichsten Steuergesetze zu ändern oder abzuschaffen. Das zeigt: Wenn die EU zusammenarbeitet, kann sie etwas gegen die weltweite Steuervermeidung bewirken.
Die Kriterien der Gruppe Verhaltenskodex Unternehmensbesteuerung sind noch immer zu schwach, um Steuerdumping konsequent zu bekämpfen. Es ist absurd, dass die Schweiz von der grauen Liste gestrichen wird. In der Schweiz geht das Steuerdumping von Unternehmen unbeirrt weiter. Mit der letzten Unternehmenssteuerreform wurden Steuersätze in vielen Kantonen gesenkt und neue Steuersparmodelle wie breit aufgestellte Patentboxen geschaffen. Dennoch erfüllt die Schweiz nun die europäischen Mindestanforderungen. Nullbesteuerung von Gewinnen ist im EU-Recht leider erlaubt und auch eine Prüfung der ökonomischen Substanz von Steuergestaltungen ist nicht zwingend vorgeschrieben. Deshalb muss die EU ihre eigenen Regeln überarbeiten und insbesondere das Kriterium der Schädlichkeit von Steuerpraktiken verschärfen.”

Beschlussvorlage für das EU-Finanzministertreffen

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).




50 Jahre Piusbrüder


piusbrueder_priesterweihe_body.5158155Erst am 10.10.2019 wurde der Bericht darüber von religion.ORF vom 6.10. aufgefunden, es heißt dort u.a.:

"Mit einer Prozession und einem Festgottesdienst hat die traditionalistische Piusbruderschaft am Wochenende den 50. Jahrestag ihrer Gründung begangen. Wie das Schweizer Portal „cath.ch“ (Sonntag) meldete, zogen rund 500 Anhänger der von Rom getrennten Bruderschaft durch die Straßen von Fribourg, um der Eröffnung des ersten Priesterseminars durch Erzbischof Marcel Lefebvre am 13. Oktober 1969 zu gedenken."

Bekanntlich hatte sich seinerzeit Papst Ratzinger sehr um die Piusbrüder gekümmert, ihre Exkommunikation aufgehoben und sich um die Wiedereingliederung dieser vormodernistischen Gruppe gekümmert.

Auf Kathpedia heißt es zum Fortgang dieser Bemühungen: "Lehrmäßige Erklärung vom 14. September 2011 – Der Vatikan legte am 14. September der Priesterbruderschaft eine 'Lehrmäßige Erklärung' über grundlegende Glaubenslehren der katholischen Kirche zur Unterzeichung vor, wobei der Priesterbruderschaft St. Pius X. das Studium, eine berechtigte Diskussion zur Überprüfung und zur theologischen Klärung einzelner Begriffe und Formulierungen, die in den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) und des nachfolgenden Lehramts gegenwärtig sind, überlassen werden. Eine von Rom erwartete Aussage der Bruderschaft zu dieser Erklärung steht aber bis heute aus."

Auf der Piusbruder-Homepage bringt man zum 50. Jahrestag ein Zitat des Piusgründers Lefebvre: "Wir weigern uns, protestantisch zu werden. Wir weigern uns, modernistisch zu sein. Wir weigern uns, progressistisch zu sein. Alle diese Lehren stehen im Widerspruch zu unserer katholischen Wahrheit. Alle diese Lehren wurden von den Päpsten durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder verurteilt. Auch wir weisen sie zurück. Wir wollen katholisch bleiben. Wir wollen katholische Seminare, katholische Priester und nichts anderes. Nun will man uns daran hindern, katholische Priester auszubilden, katholische Seminare zu unterhalten.
Wenn ich diese jungen Menschen in andere Seminare schicke, laufen sie Gefahr, ihren Glauben zu verlieren. Nicht nur ihren Glauben, sondern auch ihre Sitten. Ich bewahre einen tiefen Glauben an die heilige Vorsehung. Der liebe Gott kann Seine Kirche nicht verlassen."

In Österreich gehören aktuell 16 katholische Priester – bei einem Gesamtbestand von 3.857 (kirchliche Zahl von 2017) – den Piusbrüdern an, die Liebe zum katholischen Vormodernismus ist also überschaubar…

PS: Wen es interessiert, der kann über Papst Ratzinger und seinen Umgang mit den Piusbrüdern hier eine Info von 2013 nachlesen!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).




Wolfgang Sotill: „ISRAEL – 40 einfache Fragen, 40 überraschende Antworten“


SotillRezension von Gerfried Pongratz: 

Der Israelkenner, Journalist, Buchautor, Reiseleiter und Theologe Wolfgang Sotill nennt als Hauptziel seines Buches, Fakten zu Israel zu vermitteln, Zusammenhänge aufzuzeigen und Klischees aufzubrechen. Was als Buchtitel nach einfacher Reiseliteratur klingt, erweist sich als fundierte Auseinandersetzung mit Israel in seinen vielen Facetten zur Geschichte, Religion, Kultur, Politik und zum Alltagsleben; das inhaltliche Spektrum ist dementsprechend breit und reicht vom Nahost-Konflikt bis zum jüdischen Witz. Der Autor nennt Israel ein Verwirrspiel des Intellekts, aber auch der Gefühle, es sei weder kulturell, noch religiös, noch politisch eindimensional. Die Beschäftigung mit diesem Land erfordere eine offene Gedankenwelt, in der es viele Fragen mit zahlreichen unterschiedlichen Antworten gibt, die zu neuen Kategorien der Kultur-, Religions- und Geschichtsbetrachtung führen. Sotill wünscht sich, dass Israel nach der Lektüre des Buches mit neuen Augen gesehen wird; ohne unkritische Jubelstimmung, aber auch ohne Vorurteile: „Das ist es, was Israel verdient. Nicht mehr und nicht weniger“.

 

Das Buch gliedert sich in drei große Abschnitte: „LAND & LEUTE“ behandelt in 14 als Fragen formulierten Kapiteln Themen, die für das Verstehen Israels wichtig sind und die man kennen sollte, wenn man das Land bereist. Wie gefährlich ist eine solche Reise? Welche Orte sollte man unbedingt besuchen? Was macht Jerusalem so heilig, so schwierig, so einzigartig? Wer ist das überhaupt, ein Jude? Was hat Europa mit dem Konflikt im Nahen Osten zu tun? Wann hören die Juden endlich auf, vom Holocaust zu reden? Diese und zahlreiche weitere Fragen bieten mit ihren zum Teil tatsächlich überraschenden Antworten ein Kaleidoskop des Lebens, wie auch der Probleme und Krisen in Israel. Auch humorige Anmerkungen und persönliche Anekdoten kommen dabei nicht zu kurz; so z.B. wird die spirituelle Dimension von Jerusalem mit „heilig für die halbe Menschheit“ und „jedes Gebet ist ein Ortsgespräch mit Gott“ nahe gebracht und das Sprachengewirr Israels (hebräisch, jiddisch, arabisch) mit mehreren Beispielen erhellt.

 

Der Abschnitt „JUDENTUM –CHRISTENTUM – ISLAM“ widmet sich mit 24 Fragen vorwiegend der Bedeutung von Israel, insbesondere von Jerusalem, für die drei monotheistischen Weltreligionen und den sich daraus ergebenden Folgen; dass der Autor auch Theologe ist, wird dabei deutlich erkennbar. Woran glauben Juden? Warum ist der Platz des Felsendoms auch Juden heilig? Wer ist ein orthodoxer Jude? War Jesus Jude? Warum lehnen die Juden Jesus als Messias ab? Warum ist Jerusalem die drittheiligste Stadt im Islam? Warum steht über Maria im Koran mehr als in der Bibel? Die Antworten beleuchten die Entwicklungen dieser drei Religionen bis hin zu den Problemen, die sich aus ihren Verbindungen, Verflechtungen, Verschränkungen in ihren Varianten und Auslegungen – von moderat bis ultraorthodox – im heutigen Israel ergeben. Historische Betrachtungen über das Land zur Zeit Jesu, zu Aussagen des alten und neuen Testaments, zur Kreuzigung als „grausamste und fürchterlichste Todesstrafe der Menschheitsgeschichte“ (Cicero) ergänzen die Ausführungen, wobei auch Antworten zu Fragen des alltäglichen Lebens nicht zu kurz kommen: Wird an der Klagemauer nur geklagt? Wie begehen Juden den Schabbat? Wie schmeckt koscheres Essen?

 

Neben Betrachtungen über Land und Leute vermittelt das Buch sehr viel religionskundliches Wissen; ohne inhaltliche Wertung beschreibt Wolfgang Sotill Grundlegendes der drei Religionen, bis hin zu ihren heiligen Schriften und Ritualen, wobei Außenstehenden Vieles extrem seltsam erscheint. Die starke Zunahme orthodoxer Juden (sie haben wesentlich mehr Kinder als säkulare) in Israel mit ihrem Beharren darauf, dass ihnen das Land von Gott zugeeignet worden sei, führt zur Vertiefung innerisraelischer Spannungen und vermindert neben anderen Erscheinungen – auch von arabischer Seite – die Chancen auf eine Friedenslösung in der Region. Die Antworten auf Fragen wie „Sind Araber in Israel auch Palästinenser? Warum versetzen die Kreuzfahrer die Araber noch immer in Angst? Sind die Siedler ein Hindernis für den Frieden?“ verdeutlichen das schwierige Verhältnis Israels zu Palästina, bzw. von Juden zu Arabern, wobei der Autor die derzeitige Entwicklung mit wenig Optimismus bewertet.

 

Neben den Problemen und negativen Erscheinungen beschreibt das Buch auch zahlreiche alltägliche – heitere und ernste, tiefgründige und oberflächliche – Aspekte des Lebens in Israel. Mit der Frage „Was hat das Judentum für die Welt geleistet?“ werden die zentralen Errungenschaften von Monotheismus, das Verbot von Menschenopfern, die Demokratisierung der Religion und der Rechtsgrundsatz der Verhältnismäßigkeit von Vergehen und Strafe und damit von der Wertgleichheit der Menschen, erörtert. Dass das jüdische Lehr-, Lern- und Bildungssystem weltweit einzig dasteht und überragende Erfolge zeitigte, bzw. noch immer zeitigt (1/3 aller Nobelpreisträger seit 1901 sind Juden) ist unbestritten, die Frage „Sind Juden intelligenter als Nichtjuden?“ wird vom Autor mit dem Hinweis auf das Bildungssystem verneint. „Sind die Juden ein auserwähltes Volk?“, wie ihre orthodoxen Religionsvertreter meinen, wird von ihm ebenfalls verneint; Juden sind seiner Ansicht nach kein „auserwähltes“, aber ein „besonderes“ Volk. Das Judentum mit seiner 4.000jährigen Geschichte und Kulturentwicklung könne nicht nur auf eine einzigartige Beständigkeit unter allen (untergegangenen) antiken Völkern, sondern auch auf eine einzigartige Entwicklung unter allen Völkern verweisen.

 

Der dritte Abschnitt des Buches „Zeittafel“ vermittelt unter „WAS WAR WANN“ gut gegliedert die Geschichte der Israeliten, bzw. Israels seit 3.760 vor Christus, als Zeitpunkt der Schöpfung der Welt nach mythologisch jüdischer Zeitrechnung. Nach Jahreszahlen geordnet werden die Zeit der Patriarchen, der Richter, der Könige, die hellenistische Zeit, Römerherrschaft, Kreuzfahrerzeit, Zeit der Osmanen usw. bis hin zur Staatsgründung 1948 mit wichtigen Kenndaten und Ereignissen beschrieben. Diese Ausführungen und die darauf folgenden Anmerkungen und Literaturhinweise sowie eine Empfehlung für Orte, die man als Israelbesucher unbedingt aufsuchen sollte, bilden eine gute Ergänzung der vorangegangenen Inhalte.

 

Das vorliegende Werk führt in ein orientalisches Land voller Heiligtümer und kultureller Sehenswürdigkeiten, voll alter und aktueller Geschichte, voller Konflikte, aber auch voller erstaunlicher Erfolge. Es gelingt dem Autor, die zahlreichen Aspekte und Gegensätze Israels nicht nur sachlich darzulegen, sondern Geschichte auch mit Geschichten zu verbinden und damit emotionell nahe zu bringen. Man spürt des Autors Bemühen, neutral und möglichst unparteiisch zu berichten – seine Affinität für Religionen und zum Staat Israel bleibt dabei erkennbar. Wolfgang Sotill versteht es, ein vielseitiges, farbiges Gesamtbild von Israel auf literarisch hohem Niveau zu vermitteln, negative Entwicklungen und kritische Anmerkungen werden nicht ausgespart. „ISRAEL – 40 einfache Fragen, 40 überraschende Antworten“ ist ein Buch, das einschlägig Interessierten ohne Einschränkung empfohlen werden kann.

Wolfgang Sotill: „ISRAEL – 40 einfache Fragen, 40 überraschende Antworten“

© Styria Verlag, Wien-Graz, 2019, ISBN 978-3-222-13634-4, 239 Seiten.

 

Gerfried Pongratz 10/2019

 

 




Hörnix, weißnix, tunix


Dieser Aufsatz wurde zuerst veröffentlicht auf  http://www.georgkorfmacher.com/aktuelles

Spätestens als tote Fledermäuse in seinem Weihwasser schwammen, war Guido Ittmann ultimativ gewarnt, von ihm aufgedeckte und angezeigte Missbrauchsfälle nicht weiter zu verfolgen. Auch der Personalchef seines Bischofs hatte in angewiesen, den Missbrauchsfällen nicht nachzugehen. Moment einmal! Leben wir in einer Gesellschaft, in der Kirchenfürsten selbstherrlich über Recht und Gesetz befinden können?

Wieder einmal muss die Presse an den Tag bringen (SPIEGEL 13/2012, S.14), was die Catholica zu vertuschen und zu unterdrücken sucht. Pikanterweise trifft es gerade den Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, Bischof von Trier. Der scheint sich lieber um die zweifelhafte Reliquie des heiligen Rocks zu kümmern, als um das Wohl und Recht der ihm ausdrücklich anvertrauten Missbrauchsopfer. Auf sehr spezifische Meldungen seiner Priester hört er nicht und verweist diese in den Bereich der Gerüchte. Im Übrigen sei das Bistum kirchenrechtlich nicht zuständig. Das stinkt zum Himmel!

Nach dem „hörnix“ des Bischofs soll die ganze Angelegenheit möglichst unbemerkt in der Gruft des „weissnix“ versenkt werden. Also ergeht eine „tunix“-Anweisung an seinen Diener des Herrn mit Redeverbot. Das Generalvikariat des Bischofs beschied den Priester Ittmann kurzerhand, dass jegliche Veröffentlichung des Pfarrers vorher abgezeichnet werden müsse. Das ist ein eklatanter Verstoss gegen elementare Menschenrechte und die Gesetze unserer Republik. Hier müsste die Staatsanwaltschaft von Amts wegen einschreiten!

Damit sind wir unvermittelt wieder mit der offensichtlich mehr als hinkenden Trennung von Staat und Kirche in unserem Land konfrontiert. Eine Demokratie, die sich gefallen lässt, dass die Catholica trotz der ausdrücklicher Weisung im GG Art. 140 i.V.m. Art.137 WRV (Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes) in höchst zweifelhafter Weise Recht und Gesetz zu beugen sucht, verdient diese Bezeichnung eigentlich nicht. Missbrauch von Jugendlichen ist ein diese lebenslang prägendes Verbrechen, das nie verjähren darf. Wenn sich die Catholica bei ihrem scheinheiligen Moralanspruch durch windige Rechtsvorstellungen (z.B. wie beim Klau von Marmelade) herausreden will, dann muss sie mit heftigstem Widerstand aufrichtiger Demokraten rechnen, die schon bei sehr viel geringeren Vergehen zur Kasse oder hinter Gitter gebeten werden. Von Kant’schen Moralvorstellungen ganz zu schweigen. Aber die sind für die Catholica ja sowieso ein rotes Tuch.

Und dann noch dieses unglaubliche, mittelalterliche Drohrepertoire: Drohbriefe, Tierkadaver vor der Haustüre und Fledermäuse im Weihwasser der anklagenden Priester. Na, wenn es da nicht mit dem Teufel zugeht! Nicht verwunderlich, wenn der ebenfalls betroffene Pfarrer Klaus Gorges im saarländischen Köllenbach anprangert: „Die Umstände des Missbrauchs sind ungeheuerlich“. Wohl wahr. Aber für den Bischof mit dem roten Scheitelkäppchen (Pileolus) in Trier geht Macht scheinbar vor Moral. Hörnix, weissnix, tunix. Pfui Daifi!

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

 




Was will Gott uns sagen?


TheurillatDiese Frage samt katholischer Antwort stammt schon vom 1.10.2019, wurde aber erst am 6.10. entdeckt, hier der Text des Basler Weihbischofs Denis Theurillat von der Site des Bistums Basel ergänzt mit atheistischen Kommentaren!

Bischof Theurillat: Wir sehen, dass es in der Kirche einen ernsthaften Personalmangel gibt. Wir stellen fest, dass sich unsere Kirchen an vielen Orten leeren. Und wir spüren, dass die Kirche in einer großen Krise steht. Immer wieder höre ich die Frage: Was will uns Gott in dieser Notlage sagen?
Atheistischer Kommentar: Gott will da gar nix sagen, weil der katholische Gott weiß ja nicht einmal, dass es ihn gar nicht gibt! Der ernsthafte katholische Personalmangel hat zwei Komponenten, die eine ist der katholische Zölibat, der das Priesteramt eigentlich nur für Sexuallose tauglich macht, wie ja bekanntlich schon der Jesus in seiner Predigt über die Ehelosigkeit klar dargelegt hat, man lese wieder einmal  Mt 19, 11-12: "Dies Wort ("Ehelosigkeit") fassen nicht alle, sondern die, denen es gegeben ist. Denn es gibt Verschnittene, die von Geburt an so sind; und es gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten worden sind; und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreiches willen. Wer es fassen kann, der fasse es!"
Die zweite Komponente ist dieselbe, die zu den leeren Kirchen führte: man braucht im Alltag die Religion immer weniger, Situationen, in denen vermeintlich nur noch ein Gott helfen könnte, sind in einem säkularen Sozialstaat sehr selten geworden, das hat Götter zunehmend verüberflüssigt. Und aus einer recht gering gewordenen Herde von gläubigen Schafen sind eben auch weniger Hirten zu lukrieren! Bekanntlich ist ja der Gläubigenmangel inzwischen größer als der Priestermangel. In Österreich sind von 2005 bis 2017 die Zahl der Kirchenmitglieder und die Zahl der Priester um etwa 10 % weniger geworden, die Zahl der sonntäglichen Kirchenbesucher aber um mehr als ein Viertel!

Bischof Theurillat: Auch ich bin immer wieder versucht, mir diese Frage zu stellen. Der Herr weiß um unsere Situation und es scheint, dass er sie so stehen lässt, wie sie ist. Aber fragen wir weiter: Was will Gott uns in seinem Tiefsten sagen? Welche Botschaft können wir entziffern?
Atheistischer Kommentar: Gott tut also nix gegen den Priester- und Gläubigenmangel, mangels Existenz kann er schließlich überhaupt nix machen. Aber für einen Bischof stellt er natürlich tiefste Fragen, die es zu entziffern gilt!

Bischof Theurillat: Sicher will Gott uns nicht sagen, die Welt kenne immer wieder Erschütterungen, also dürfe man nicht erstaunt sein, dass auch die Kirche schwierigste Turbulenzen erfahre. Er will uns auch nicht beruhigen: «Macht das Beste aus der Situation und alles Übrige kommt, wie es kommen muss». Gott will uns aber gewiss sagen, dass für die Welt einmal mehr die Stunde gekommen sei – und es sei überlebenswichtig – mit ihm zu denken, zu arbeiten, zu entscheiden. Und was die Kirche betreffe: Wieder sei die Stunde gekommen, das Evangelium zu wagen.
Atheistischer Kommentar: Ja, dann wagt doch endlich das Evangelium! Die katholische Kirche hatte doch für die Fastenzeit des Jahres 2012 den Start einer Neuevangelisierung Europas geplant gehabt, in einer Reihe von Millionenstädten (auch Wien wäre da dabei gewesen) sollte das ablaufen, dann geschah gar nichts, es gab nicht einmal eine Absage dazu. Also los, Herr Bischof, denken, arbeiten und entscheiden Sie mit ihrem Gott!

Bischof Theurillat: Wir sind aufgerufen, zu glauben und uns vom > Evangelium leidenschaftlich ansprechen zu lassen:
> Im Gebet und im Handeln das zu leben, woran wir glauben.
> Auf die Sehnsucht nach Begegnung mit Gott und den Menschen zu hören.
> Jeden Nächsten in seiner ganz persönlichen Situation zu begleiten und Licht und Wärme zu schenken.
> Das Evangelium wirkt in unsere Zeit hinein. Wir müssen uns von seinem Feuer anstecken lassen, damit wir es an die Zukunft weitergeben können.
> Wir müssen Jesus nachahmen.
> Das ist es, was Gott uns sagen will.

Atheistischer Kommentar: Und wer hat dazu aufgerufen, zu glauben und vom Evangelium leidenschaftlich ansprechen zu lassen? In der Öffentlichkeit war nix davon wahrzunehmen! Hat das der liebe Katholikengott dem lieben Bischof in Basel ins Ohr geflüstert? Und der hat dann die aufgezählten Parolen verkündet! Wozu sich Fragen stellen:
> Haben der Bischof und die anderen Gläubigen bisher im Gebet und im Handeln das nicht gelebt, woran sie glauben? Warum nicht? War der Glaube zu klein?
> Die Sehnsucht nach Begegnung mit Gott und den Menschen wurde die auch überhört? Warum? War sie zu klein oder zu leise?
> Jeden Nächsten in seiner ganz persönlichen Situation zu begleiten und Licht und Wärme zu schenken? Das wird wohl ein bisschen viel Arbeit! Und wäre das nicht eine ziemliche Belästigung für die diversen Nächsten, wenn sich dauernd wer in ganz persönliche Situationen einmischt?
> Das ansteckende Evangelium wird ja schon fast 2000 Jahre verkündet, in den letzten Jahrzehnten ist die Ansteckung durchs Evangeliumsfeuer deutlich weniger geworden, die Leute kann man nimmer dazu zwingen und darum brennen die Evangeliumsfeuer immer weniger!
> Aha, Jesus nachzuahmen, das wäre ein echter Spaß! Jesusparodisten!
> Wenn "uns" das Gott sagen will, warum tut er's dann nicht? Ein allmächtiger Gott könnte sich doch neben dem Planeten Erde ins Weltall platzieren und dann den Menschen seine Botschaft vorplärren! Alle würden ihn sitzen sehen und ihn hören und an Gott glauben. Aber mangels der göttlichen Existenzen geht das eben nicht, kein Gott kann uns was sagen…

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).




Sterbehilfe und Suizid: DGHS offeriert Gesetzesvorschlag


DGHSRezension von Siegfried R. Krebs:

WEIMAR. (fgw) Wiederum pünktlich zum Quartalsbeginn liegt die aktuelle Ausgabe der DGHS-Vierteljahreszeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ (HLS) vor. Die DGHS – das heißt ausgeschrieben Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. – versteht sich als Menschenrechts- und Patientenschutz-Organisation sowie als Bürgerrechtsbewegung. Schwerpunktmäßig geht es in Heft-Ausgabe 4-2019 um Prozessbeobachtungen: „Ärzte auf der Anklagebank“.

Doch wohl wichtiger noch als dieser Heft-Schwerpunkt ist der Aufmacher-Artikel von Wega Wetzel unter Überschrift „Kommt ein Herbst der Entscheidung?" (S. 4-5). Ganz unter dieser Fragestellung geht die DGHS heuer in die Offensive, denn

„die Spannung ist groß. Kippt der umstrittene § 217 StGB. Wird das Bundesverfassungsgericht das Verbot der organisierten Suizidhilfe bestätigen?

In zwei großen Podiumsdiskussionen will die DGHS im Herbst die wichtigsten Aspekte der aktuellen Diskussion aufgreifen. Eine Diskussionsveranstaltung wird in Karlsruhe, eine weitere in Berlin stattfinden."

Am 8. November wird in der Karlsruher Europahalle gesprochen über das Thema „Schlußmachen mit der Bevormundung – Selbstbestimmung am Lebensende". Und am 11. Dezember diskutieren DGHS-Repräsentanten im Berliner „Babylon" mit Vertretern einiger Bundestagsfraktionen über das Thema „§ 217 StGB auf der Kippe – was kommt danach?"

Was könnte danach rechtlich kommen? Dazu hat die DGHS den Entwurf eines Gesetzes zum Umgang mit Suizid und Sterbehilfe erarbeitet. Die Broschüre mit diesem Entwurf und den Begründungen kann ab sofort postalisch in der Geschäftsstelle angefordert oder aber im pdf-Format von der Webseite der DGHS heruntergeladen werden.

Beide Podiumsdiskussionen sind öffentlich; die genauen Veranstaltungshinweise können sowohl der HLS als auch der Webseite entnommen werden.

DGHS-Vizepräsident Robert Roßbruch erläutert auf den S. 6 und 7 noch die Positionen der DGHS zur Organspende („Zur Verfassungswidrigkeit der doppelten Widerspruchslösung"). Er schreibt u.a.:

„Die vom Bundesgesundheitsminister anvisierte sogenannte doppelte Widerspruchslösung dreht diese Regelung um. Danach ist jede Person automatisch Organspender, es sei denn, er oder sie hat zu Lebzeiten Widerspruch erhoben (…)

Insofern stellt die doppelte Widerspruchslösung schon deshalb einen unverhältnismäßigen Eingriff

in das allgemeine Persönlichkeitsrecht dar, weil sie nicht das mildere Mittel ist, um die Organspendebereitschaft zu erhöhen. (…)

Darüber hinaus verbietet die in Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz geschützte Menschenwürde, Individuen zum Objekt staatlichen Handelns zu machen. (…)

Unabhängig von der Frage der Verfassungswidrigkeit der doppelten Widerspruchslösung sollten in den ethischen und politischen Diskursen auch folgende Fragen einer kritischen Würdigung unterzogen werden: Ist die Organtransplantation ein Akt der Nächstenliebe oder eher ein lukratives Geschäft? Erhöhen wirtschaftlicher Druck und Zielvorgaben die Versuchung für die Kliniken, die Zahl der Transplantationen ohne Rücksicht auf die Qualität des Ersatzorgans zu erhöhen? (…)

Alles spricht somit dafür, dass die jetzige Regelung beibehalten werden sollte. Das heißt, dass jeder, der Organe spenden möchte, dies in einem Organspendeausweis festlegen sollte."

Zum Themenschwerpunkt zählen zwei redaktionelle Beiträge: „Prozess in Basel gegen Dr. Erika Preising – Lifecircle-Gründerin vom Tötungsvorwurf freigesprochen" (S. 10-11); „Suizidhilfe – Freispruch für zwei deutsche Ärzte vorm Bundesgerichtshof" (S. 11) sowie aus der Feder von Rechtsanwalt Dr. Oliver Kautz der Artikel „Freispruch für Ärztin in den Niederlanden – aktive Sterbehilfe ist in den Niederlanden auch weiterhin bei dementen Patienten zulässig". (S. 14-15).

Kautz schreibt hierzu u.a.: „Für die Niederländer hat das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende einen besonderen Stellenwert. Die Möglichkeit der Sterbehilfe hat eine enorme Akzeptanz, das Thema wird öffentlich wenig diskutiert, ist weitgehend entpolitisiert und ist für die Bürger als Teil der Sterbekultur mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Fast 90 Prozent aller Niederländer befürworten 'ihren Sterbehilfeparagraphen'."

In den Heftschwerpunkt fügt sich noch ein sehr persönlicher Beitrag eines Berliner DGHS-Mitglieds, Dr. Frank Hellmann, unter der Überschrift „Lebensintensiv, gesund und tot" ein (S. 33-34).

Doch vor dem Lebensende steht im Normalfall der Ruhestand. Was sich in und mit diesem verändert, wie man sich darauf vorbereiten kann und wie man diesen sinnvoll leben und genießen kann, damit befaßt sich Manuela Hauptmann in einem sehr lesens- und nachdenkenswerten Artikel auf den S. 12 -13 („Endlich ist er da, der Ruhestand!").

Verändert hat sich seit dem 15 Juni auch die Internetpräsentation der DGHS. Was im einzelnen neu oder anders ist, das erläutert Redaktionsmitglied Oliver Kirpal anschaulich auf den S. 8-9: „Komfortabel, übersichtlich und brandneu".

Und was sich so alles im Vereinsleben der DGHS in den Regionen getan hat, darüber geben Nachrichten aus Annweiler, Berlin, Hamburg, Mainz Regensburg und Wolfsburg Auskunft.

Zu jeder HLS gehören die ständigen Rubriken „Blick über die Grenzen" (mit Nachrichten aus Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und den USA), „Blick in die Medien", „Leserbriefe" und „Ausstellungstips" sowie die Besprechung von vier Büchern durch Gisela Dreyer, Siegfried R. Krebs und Wega Wetzel.

 

Mehr Informationen zur DGHS und ihrer Zeitschrift sind auf der   Webseite zu finden.

Siegfried R. Krebs

 
06.10.2019

Von: Siegfried R. Krebs




Wahlumfragen in der BRD von Österreich aus betrachtet


deutschlandkarte_bigEs ist schon einige Zeit vergangenen seit hier das letzte Mal auf deutsche Wahlumfragen eingegangen wurde, es gab ja für Österreich wegen der bevoirstehenden Wahlen diesbezüglich genug zu tun, darum hier wieder einmal fünf BRD-Umfragen von Ende Sept. / Anfang Okt. im Durchschnitt im Vergleich zum Ergebnis der Bundestagswahl von 2017:

Die Grünen haben immer noch ein deutliches Plus aber es ist etwas niedriger als im Sommer. Die AfD hat bei den Landtagswahlen im Osten heuer jeweils mehr als 20 % erreicht und liegt bei den Umfragen in Thüringen (LTW am 27.10.2019) bei 24 % (2014 waren es 10,6 %), insgesamt liegt die AfD mit 14.6 DS-% vor der SPD.

Man sieht die SPD ist immer noch im Kleinparteienbereich, sie hat die höchsten Stimmverluste zu befürchten, die Regierungskoalition hat nur noch 40.3 % statt der 53,4 von 2017. Die Linke zeigt ebenfalls Unfähigkeit, man kann das Versagen der SPD nicht ausgleichen, sondern verliert selber auch.

Was daran liegt, dass man nicht begreift, dass es in der Politik nicht um die Moral geht, sondern wie es Bert Brecht formuliert hat, ums Fressen, also um die elementaren Lebensinteressen und um  Zuwendung und Zugehörigkeit, nicht geht es in der Masse der Bevölkerung um das Gutmenschsein, das ist was für das gehobene und wohlsituierte Bildungsbürgertum, das keine Probleme in elementaren Bereichen hat.

Ein typisches Verhalten dazu lieferte in Österreich zum Beispiel die sozusagen aus höherem Lebenshimmel auf den Vorsitz der SPÖ gefallene Pamela Rendi-Wagner im Wahlkampf. Als ihr aus Parteikreisen zugetragen wurde, dass es für die arbeitende Bevölkerung Probleme mit den steigenden Wohnungskosten gibt, schlug sie vor, Mieten von der Mehrwertsteuer zu befreien, also auf Budgetkosten Almosen zu geben. Eine richtige Antwort wäre es z.B. gewesen, Gewinne von Immobilienkonzerne zu regulieren. Oder den privaten Wohnungsmarkt wieder – wie seinerzeit im roten Wien – durch Gemeindebauten zu konkurrieren, wofür z.B. die seinerzeit abgeschafften Steuern auf Vermögen und große Erbschaften wieder eingeführt werden sollten.

Aber in solchen sozialdemokratischen Bereichen bewegen sich die immer noch "sozialdemokratisch" genannten Parteien nicht, darum hat die SPÖ bei der Wahl 2019 das schlechteste Ergebnis in ihrer Geschichte eingefahren und in der BRD ist die SPD auf dem besten Weg, das bei der nächsten BTW-Wahl auch zu schaffen!

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).

 




Meinungsaustausch -- eine Gegenüberstellung


Angry_Talk_(Comic_Style).svg„Wissen Sie was Sie sind … !! ??“

Nein, nicht Sie, liebe Leser. Mit den zitierten Worten eröffnete ein anonymer Anrufer gegen Ende der 1980er Jahre ein kurzes Telefongespräch.

Es war die Zeit der guten alten Leserbriefe (incl. Leserbrief-Redaktion) und der gelben Telefonbücher (White Pages mit gelbem Cover). Ein Wochenmagazin hatte einen meiner Leserbriefe an einem Donnerstag veröffentlicht, in dem ich mich ein wenig kritisch über „meine speziellen Freunde“, Rechtsextremisten und Rechtsreaktionäre, geäußert hatte; den Wortlaut des Leserbriefs habe ich nicht mehr in Erinnerung. Dass eine solche Meinungsäußerung nicht jedem gefällt, ist verständlich und auch nicht zu beanstanden. Meinungsvielfalt eben …

Am Samstag nach Erscheinen besagter Zeitschrift läutete morgens um sechs Uhr mein Telefon — Leserbriefe wurden, wie auch heute, üblicherweise mit Namen des Verfassers und dessen Wohnort veröffentlicht, und meine Telefonnummer stand damals noch in besagtem Telefonbuch (heute im Impressum meiner Website).

Der anonyme Anrufer äußerte sich zwar nicht zum Grund seines Anrufs, aber die zeitliche Nähe zum Erscheinungstermin meines Leserbriefs lässt nur den Schluss zu, dass er auf diesen reagiert hat. Ein anderer Anlass hat zu dem Zeitpunkt nicht bestanden. Wie auch immer, er brüllte wutentbrannt und mit sich überschlagender Stimme ins Telefon: „WISSEN SIE WAS SIE SIND !!?? SIE SIND DAS GRÖẞTE ARSCHLOCH !“

Da mir zu diesem Statement spontan nichts anderes einfiel, antwortete ich ihm emotionslos und in normaler Lautstärke nur: „Ja, das ist mir auch schon aufgefallen.“
Damit hatte sich unser Meinungsaustausch leider schon erschöpft, das Gespräch war zu Ende. Der Anrufer hat nie wieder von sich hören lassen.

Mit der Antwort «… das ist mir auch schon aufgefallen» hatte ich dem Anrufer offenbar den Wind aus den Segeln genommen. Seine Aggression war verpufft und hatte nicht die von ihm möglicherweise erhoffte Reaktion hervorgerufen.

~ ~ ~

Im September 2019 fällte das Landgericht Berlin ein Urteil [1] zum Thema «Beleidigungen / Schmähungen im Internet», und der EuGh hat jetzt zu diesem Thema ein weiteres Urteil gefällt.

Ob man in Sachen öffentlicher Hassrede, Beschimpfungen, Beleidigungen und Schmähungen mit Gerichtsurteilen etwas Positives im eigenen Interesse bewirken wird, wage ich zu bezweifeln. Allenfalls bekommt man ein wenig mediale Aufmerksamkeit, vielleicht sogar einen kurzen Medien-Hype.
Und dann ?

Meine Vorschlag:
Versuchen Sie es mit Antworten wie

  • „Danke für die schönen Worte.“
  • „Ja, das ist mir auch schon aufgefallen.“
  • „Ach so … ?“

oder, falls Sie es ein wenig ins Lächerliche ziehen möchten:

  • „Danke für diese erheiternden Worte.“

oder dergleichen.

Ich vermute, dass den meisten Aggressoren daraufhin die Lust vergeht, ihre Späße weiter zu treiben. Vergleichbare Erfahrungen haben m.W. Frauen gemacht, die von einem potentiellen Vergewaltiger angegriffen wurden und darauf nicht etwa panikartig reagiert, sondern ihn ermuntert (eingeladen) haben, doch bitte jetzt … — und wie er’s denn gerne hätte. Das hat — so schwierig es insbesondere in einer konkreten Bedrohungssituation auch sein mag — eine sehr aggressionshemmende Wirkung und scheint mir geeigneter als jedes Gerichtsurteil.

_____
[1] Laut diesem Urteil des Landgerichts Berlin (Az: 27 AR 17/19) sind übelste Beschimpfungen, Beleidigungen, Schmähungen und Verunglimpfungen im Rahmen des Rechts auf freie Meinungsäußerung unter bestimmten Umständen zulässig. Diesem Urteil des Gerichts schließe ich mich nicht an, bleibe aber bei meinen Empfehlungen (siehe oben).

Weblinks:
Renate Künast darf bei Facebook unter Umständen beschimpft werden (Heise.de)
Hassrede: Renate Künast geht gegen Gerichtsbeschluss zu Beschimpfungen im Netz vor (Heise.de)
Niederlage für Facebook vor dem Europäischen Gerichtshof: Onlinedienste können gezwungen werden, beleidigende Kommentare zu löschen (NZZ.ch)
Renate Künast beschimpft — Kanzlei zeigt Berliner Richter an (Morgenpost.de)


Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
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Schönborn: "Die Globalisierung der Gleichgültigkeit"


LazarusPredigt von Bischof Schönborn am 29. September 2019:

Lk 16,19-31: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag glanzvolle Feste feierte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Es geschah aber: Der Arme starb und wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von Weitem Abraham und Lazarus in seinem Schoß. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus; er soll die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, erinnere dich daran, dass du schon zu Lebzeiten deine Wohltaten erhalten hast, Lazarus dagegen nur Schlechtes. Jetzt wird er hier getröstet, du aber leidest große Qual. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, aber wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Heute haben wir eine ganz wesentliche Stelle in den Evangelien, solche religiösen Lehren ermöglichten den Aufstieg des Christentums zur Weltreligion! Denn im Römischen Reich hatten im Jahre 380 die Herrscher die damalige traditionelle Religionsfreiheit aufgehoben und das Christentum zur unumschränkten Staatsreligion gemacht! Warum wohl? Um den Mühseligen und Beladenen einen Ausweg aus ihrem elenden irdischen Dasein zu bieten! Auf Erden geht's Euch schlecht? Dafür werdet Ihr als Tote im Himmel entschädigt, dort wird's Euch in Ewigkeit gut gehen!

Und es gelang wirklich, diese Staatsreligion dem Volke aufzunötigen, mit Gewalt und mit der Verkündigung auf eine Hoffnung auf die Ewigkeit! Dort geht's den armen Lazarussen wunderbar gut!

Der Herr Bischof von Wien widmet sich in seiner heutigen Predigt diesen irdischen Lazarussen, wobei er den in unseren Breiten wesentlichen Aspekt dazu völlig ignoriert! Nämlich dem Sozialstaat, der dafür sorgt, dass es kein breites Elend mehr gibt! Schönborn schreibt darum über die Bettler und Obdachlosen. Nicht thematisiert er, dass man kaum noch Bettler sieht, weil das Betteln in vielen Bereichen verboten ist und die Bettlerbanden aus Rumänien etc. in Österreich kaum noch tätig sind und einheimische Obdachlose sind ja auch keine Massenerscheinung. Das weiß der Schönborn sogar, er schreibt, dass es bei uns, "Obdachloseneinrichtungen wie die 'Gruft' in Wien, wo Tag und Nacht Notleidende Essen, Wärme, Notschlafstellen finden", gibt, aber das ist echt eine Randerscheinung, Massenarmut a la Lazarus gibt's hierzulande schon lange nimmer.

Für Schönborn ist natürlich irdisches Elend etwas, das durch Almosen zu bekämpfen ist, er schließt seinen Predigt so: "Jesus sagt uns mit dieser bildlichen Darstellung etwas Entscheidendes über unser Leben auf dieser Erde: Der Abgrund zwischen Arm und Reich kann hier und jetzt überwunden werden! Denn dazu braucht es nur eines: Hinschauen! Not nicht übersehen! Es wird immer Arm und Reich geben. Aber immer gibt es auch die Möglichkeit zu teilen. Der Reiche wäre nicht arm geworden, wenn er den Hunger des armen Lazarus gestillt hätte. Vor allem aber: Er hätte schon auf Erden ein erfüllteres und glücklicheres Leben gehabt, wenn die Geschwüre des Armen sein Herz bewegt hätten, ihm zu helfen. Papst Franziskus hat immer wieder von der Globalisierung der Gleichgültigkeit gesprochen: Wir gewöhnen uns ans Wegschauen. Wir finden uns damit ab, dass es anderen elendiglich geht. Jesus hat 'Himmel und Hölle' bewegt, um uns aufzuwecken aus der Gleichgültigkeit. Denn es geht um unser (ewiges) Glück."

Dass es im Weltmaßstab noch genug Elend gibt, das mit unzulänglichen Mitteln – eben mit Almosengaben – bisher nicht zum Verschwinden gebracht werden konnte, ist eine schlimmen Sache, das ist eben mit Mildtätigkeit nicht zu beseitigen, dazu bedarf es der Ausbreitung sozialer Rechte! Dafür muss der globalisierte soziale Einsatz sein! Schönborn hatte getitelt "Die Globalisierung der Gleichgültigkeit", richtig wäre klarerweise der Einsatz für die Globalisierung sozialer Rechte!

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).





Religionsfreiheit nur nach USA-Gusto


cd7fc7WEIMAR. (jw/fgw) Die Tageszeitung „junge Welt“ veröffentlichte am 30. September 2019 einen mit „jk“ gezeichneten, überaus aufschlußreichen, Artikel mit der Überschrift „Hintergrund: Evangelikale Kreuzritter“. Der Autor bringt darin auf den Punkt, was die in den USA herrschenden Kreise unter „Religionsfreiheit“ verstehen und wie sie diese Phrase nutzen, um unliebsame Staaten zu destabilisieren. Nebenbei, auch die bundesdeutschen Politiker und Medien verfahren im Kern nicht anders…

In dem Artikel heißt es u.a.:

„… Als der US-Präsident vergangenen Montag in New York (…) zu einem Treffen einlud, das dem globalen Schutz der Religionsfreiheit gewidmet war, da warb sein Sonderbotschafter Samuel Brownback stolz für den Beitritt zu der neuen »International Religious Freedom Alliance«, deren Gründung US-Außenminister Michael Pompeo im Juli angekündigt hatte. (…) Donald Trump erklärte vergangenen Montag dazu: »Kein Recht ist für eine friedliche, blühende und gedeihende Gesellschaft wichtiger als religiöse Freiheit«.

Nun mag man darüber spotten, dass ausgerechnet eine Administration zum Kampf für die Religionsfreiheit aufruft, die gezielt Einwohner muslimischer Staaten an der Einreise zu hindern sucht. Nur: Die Ankündigung, eine globale Allianz gegen Beschränkungen der Religionsausübung zu gründen, ist ernstgemeint – aus zwei Gründen.

Der erste: Einsatz für Religionsfreiheit weltweit ist ein zentrales Motiv evangelikaler Christen, die in den USA sehr zahlreich sind, erheblichen Einfluss auf die Politik haben und bei Wahlen eine von Trumps wichtigsten Stützen bilden. Ihnen geht es bei der Religionsfreiheit vor allem um Missionsfreiheit für Christen in aller Welt. (…)

Der zweite Grund: (…) so beginnt sie [die US-Administration; SRK] nun auch im nächsten Großkonflikt, dem gegen China, unter dem Banner der Religionsfreiheit zu mobilisieren. Dabei bezieht sie sich nicht nur auf die [muslimischen; SRK] Uiguren in Xinjiang und die Anhänger des Dalai-Lama in Tibet, sondern auch auf chinesische Christen. In einer Brandrede gegen die Volksrepublik behauptete Vizepräsident Michael Pence schon vor fast einem Jahr, Beijing sei dabei, »Kreuze niederzureißen, Bibeln zu verbrennen und Gläubige zu inhaftieren«.

Washington will Evangelikale weltweit zum Kampf für Christen in China motivieren. Die »International Religious Freedom Alliance« würde damit zu einer weiteren Waffe im Kampf um die globale Hegemonie."

Der Originalartikel kann   hier nachgelesen werden.

(SRK)

 
30.09.2019

Von: (SRK)




Jenseits von Eden


Was wir immer wieder von moslemischen Verbandsvertretern nach jedem islamisch motivierten Attentat hören, ist so sattsam bekannt, dass es uns bereits zu den Ohren herausquillt: « Diese Tat hat nichts mit dem Islam zu tun. Die Attentäter haben den Islam missverstanden, denn bekanntlich ist ja Islam Frieden ». Vor allem der Vorsitzende des ZMD, Aiman Mazyek, ist ein wahrer Künstler darin, bei jedem Vorfall dieser Art mit immer neuen, blumigen Sätzen doch immer wieder dasselbe zu sagen. Mit diesen stereotypen Aussagen, regelmäßig gepaart mit dem Ausdruck des herzlichen Beileids für die armen Opfer, macht nun völlig überraschend ein moslemischer Islamwissenschaftler kurzerhand Schluss. Seit ich intensiv und aufmerksam die Nachrichten auf islam.de verfolge habe ich eine solch punktgenaue Analyse (natürlich aus innerislamischer Sicht) noch nie gelesen. Es lohnt sich wohl auch für uns als Religionskritiker, diesem klugen Ausatz die nötige Zeit zu widmen. Murtaza nimmt die aktuellen Mordfälle in Toulouse und Montauban auf und schreibt:

 

Menschen neigen dazu in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Bevor also jemand zu einem "Der Islam ist Frieden" ansetzt, sollten wir vielleicht einen Augenblick innehalten und uns klar machen, was geschehen ist. Ein junger Mann, arabischer Herkunft, der den Namen des Propheten trägt, hat gezielt und kaltblutig drei Kinder jüdischen Glaubens und einen jüdischen Religionslehrer per Kopfschuss hingerichtet. Die Namen der Kinder lauteten Gabriel, Arieh und Myriam. Sie waren vier, fünf und sieben Jahre alt. Der Name des 30-jährigen Lehrers und Vaters der beiden erstgenannten Kinder war Jonathan. Zuvor tötete der Mörder drei französische Soldaten Abel Chennouf (25), Mohammed Legouade (23) und Imad Ibn Ziaten (30), letzere beiden waren Muslime.

[…] Bevor nun aber jemand in alte Gewohnheiten zurückfällt und das Argument vorbringen möchte, dass Mohammed Mehra gar kein Muslim sei […] sollte er lieber schweigen. Seit dem 11. September bringen Muslime Argumente dieser Art vor, wenn irgendwo irgendetwas Schlimmes im Namen des Islam geschieht. Es ist eine bequeme Distanzierung, die es den Muslimen erspart, sich inhaltlich mit den Wurzeln der Gewalt im Namen Gottes zu beschäftigen. Menschen wie Mohammed Mehra legitimieren ihre Akte der Barbarei im Namen des Islam und sie berufen sich auf den Qur’an, weil sie glauben, ein gottgefälliges Werk zu verrichten, das ihnen Eingang in das Paradies verschafft. Sie sehen sich als gläubige Muslime an und sind damit Teil der Umma und somit Teil einer unausgesprochenen innerislamischen Krise.  

Seit dem 11. September haben Muslime sich verpflichtet gefühlt, den Islam zu verteidigen, indem sie die Täter außerhalb des Islam stellten. Da also religiöse Motive im Zusammenhang mit den Gräuel nicht herangezogen werden durften, um die Religion vor jeglichen Makel zu bewahren, versuchte man psychologisch Motive ins Feld zu führen. Mohammed Mehra verfährt ebenso. Er begründet seine Taten dadurch, dass er den gewaltsamen Tod palästinensischer Kinder rächen und ein Zeichen gegen die französische Militärpräsenz in Afghanistan setzen wollte.  

Was bei alledem auffällt, bis heute hat sich die Mehrheit der Muslime davor gesträubt in das Herz der Finsternis vorzustoßen und eine religionsgeschichtliche Erklärung für den Terror im Namen des Islam vorzulegen. "Die" Muslime sind keine Terroristen. Aber Terroristen, die sich auf den Islam berufen, gehören in der Regel dem Wahhabismus an. Ist es also nicht längst an der Zeit, sich kritisch mit dieser islamischen Strömung auseinanderzusetzen und entsprechende Konsequenzen zu ziehen? Der Islam legitimiert keinen Religionschauvinismus und es gibt keine Loyalität im Falschen. Immer wieder weist der Qur’an die Muslime zu Recht, sich selbst gegenüber kritisch zu sein:  
Im Folgenden gibt Murtaza einen religionsgeschichtlichen Überblick, der das Entstehen des islamisch motivierten Terrorismus aus dem Islam heraus beschreibt. Man wird möglicherweise nicht mit jeder einzelnen seiner Schlussfolgerungen übereinstimmen, doch ist die Lektüre dieses kenntnisreichen Textes ausgesprochen spannend und lesenswert. Murtaza gliedert seinen Aufsatz in die Kapitel :

1. Die Wurzeln des Wahhabismus

2. Charakteristikum des Wahhabismus

3. Die Entstehung der Al-Qaida

4. Ist der Islam antisemitisch?

5. Was ist nach Toulouse zu tun?  

 

Lesen Sie den kompletten Artikel auf http://www.islam.de/20027

 

 

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

 




Entweltlichung und „Dritter Weg“


BenediktXVIAuf dem Arbeitsmarkt hat sich die Catholica mit einem eigenen, „Dritten Weg“ die Bahn geebnet für Macht und Rechte vorbei an christlicher Nächstenliebe und gesellschaftlicher Verantwortung. Wie ist das vor unserem Grundgesetz möglich? Was treibt die deutsche Catholica, ihre Sozialvorstellungen menschenrechtswidrig durchzusetzen? Was ist aus dem barmherzigen Samariter geworden?

Ausgangspunkt für alle Überlegungen muss in unserer Demokratie das Grundge-setz (GG) sein, das vor allen Gesetzen und Einzelregelungen bei deren Auslegung absolut Vorrang hat. Und im GG steht die Würde des Menschen an erster Stelle.

Neben zahlreichen Einzelregelungen betreffend die Beziehungen von Staat und Kirche haben die Väter unseres GG in Art.140 GG i.V.m. WRV Art. 135 bis 141 einige bemerkenswerte Grundsätze festgeschrieben. So z.B. in Art. 137 WRV, dass es keine Staatskirche gibt. Das ist ein fundamentales Bekenntnis des Staates zur Neutralität gegenüber allen Religionen und Weltanschauungen. Konsequent ist daher ebenda festgelegt, dass jede Religionsgesellschaft ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes ordnet und verwaltet. Also, Selbstverwaltung ja, Sonderrechte nein. Wie bei jedem Verein.

Nicht nur vor diesem Hintergrund verfängt sich der Star der deutschen katholischen Soziallehre, Kardinal Marx, im Gewirr der eigenen Fussangeln, wenn er mit Blick an das Ende der Welt gegen „Strukturen der Ausbeutung" wettert. Dabei übersieht er nämlich geflissentlich, dass in den Werken seiner Kirche und in unserer Republik vom Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) bis hin zum Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) kein für alle anderen Arbeitnehmer geltendes Recht anwendbar ist. Damit sind die Werke der Catholica gegenüber allen anderen Unternehmen nicht hinnehmbar und GG-widrig privilegiert.

Das arabesk als „Dritter Weg" bezeichnete Mitarbeitervertretungsrecht der Catholica ist demokratisch ein Holzweg und ähnelt eher einer Struktur der Ausbeutung, einem Irrweg, auf dem die eigenen Mitarbeiter bezüglich ihres Schutzes wesentlich schlechter gestellt werden als ihre Kollegen in der Privatwirtschaft.

Unabhängig von wohlwollenden oder durch religiösen Gehorsam geprägten aller-höchsten Gerichtsurteilen nimmt die deutsche Catholica schamlos im GG ausgeschlossene Sonderrechte in Anspruch. Wenn sie sich dabei selbst auf Glaubensgrundsätze beruft, darf sie sich gerade nicht auf noch so ausgetüftelte Meinungen von Kirchenrechtlern zurückziehen. Glauben ist nicht Recht. Und was rechtens ist, ist nicht immer gerecht oder richtig.

Da muss der neue Papstberater sich wohl zunächst vom neuen Papst Rat holen, wie der seine Forderung an seine Priester und Primaten versteht, dass diese sich „nicht lächerlich machen und der Kirche schaden, indem sie dem Geld und der Karriere folgen". Oder die Forderung nach mehr Solidarität, wobei das gesamte System auf den Prüfstand gestellt und mit den fundamentalen Rechten aller Menschen in Einklang gebracht werden müsse.

Nähme Marx diese mahnenden Worte seines neuen Pontifex zu Herzen, müsste er umgehend den Sondermüll seines dritten Weges entsorgen und unter Beachtung der Würde des Menschen und seiner Rechte (Art. 1 GG) die für alle geltenden demokratischen, arbeitsrechtlichen Regelungen in den Werken der Catholica anwenden.

Ein für die deutsche Catholica unerwartet steifer Wind aus Rom weht da dem schwarzen Marx ins Gesicht. Der neu gebackene Papstberater und Aalkönig muss beim neuen Papst erst einmal in die Nachhilfestunde gehen und sich erklären lassen, was dieser unter dem Dienst als wahrer Macht versteht und warum er knallhart fordert, dass seine Primaten es genau so machen wie der uneigennützig helfende barmherzige Samariter.

Nach Überzeugung namhafter deutscher Katholiken (Cordes, Lütz) hätte der barmherzige Samariter beim Caritasverband heute kaum eine Chance, weil nicht getauft und mit dem falschen Glauben. Und doch steht er im Zentrum christlicher Lehre.

Aus ehemals ob ihrer Werke durchaus angesehenen christlichen Einrichtungen sind vielfach eine Arbeitgebermacht entstanden, die Gewalt an Menschen mit Glaubensgrundsätzen ausübt. Dabei haben diese mit beruflicher Qualifikation überhaupt nichts zu tun. Es ist GG-widrig, wenn ein Arbeitssuchender Fragen nach seinem Bekenntnis, seinen Neigungen und Einstellungen, seiner Parteizugehörigkeit u.ä. beantworten soll. Dadurch diskriminiert die Catholica Arbeit suchende Menschen, die verzweifelt eine gute Arbeit für ein Leben in Würde suchen. Was haben ein entzündeter Blinddarm oder eine ordentliche Buchführung mit katholischer Glaubenslehre zu tun? Was ein sauber gereinigtes Büro oder ein pädagogisch einwandfrei geführter Kindergarten? Die Willkür kirchlicher Arbeitgeber scheint schrankenlos und wird gnadenlos als Kontrolle in Glaubenssachen praktiziert. In unserer Demokratie heute!

Aber hier prangert der neue Pontifex an, dass Kirchenmänner oft Kontrolleure und nicht Wegbereiter des Glaubens seien, und dass es gälte, „den Menschen wieder ins Zentrum zu rücken". Und auch eine neue, aufgeklärte Richtergeneration und Gewerbeaufsicht machen bei dem Regelungsgeflecht der Catholica nicht mehr mit: Kündigungen müssen zurückgenommen werden, das versagte Streikrecht wird aufgeweicht und mehr und mehr zwingen öffentliche Meinung und Protest zur Aufgabe unhaltbarer Gängelungen durch kirchliche Arbeitgeber und Primaten.

Die letzte entscheidende Rede des papa emeritus in Freiburg hat die deutsche Catholica mit seiner Forderung nach Entweltlichung in ein Dilemma gestürzt. Der papa electus geht genau da konsequent weiter und fordert – vor allem -, die Würde des Menschen zu achten. Solidarität müsse wieder staatsbürgerliche Tugend werden, auch und gerade für die deutsche Catholica, wenn sie sich dann nach Art des armen Samariters Verantwortung übernehmen und sich nicht nur für fragwürdige und als Unrecht empfundene Dienste satt aus öffentlichen Mitteln bezahlen lassen will.

Georg Korfmacher

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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Milliardäre haben kein Existenzrecht


SandersDer Präsidentschaftskandidat der Demokraten in den USA, Bernie Sanders, hat eines der radikalsten Programme zur Bekämpfung des sozialen Ungleichgewichts seit dem New Deal der 1930er-Jahre vorgestellt. Mit seinen Plänen würde sich das Vermögen der Superreichen halbieren. (Wikipedia-Bild PD >)

Der 78-jährige Senator aus dem US-Bundesstaat Vermont gilt für viele sozial Benachteiligte in den Vereinigten Staaten von Amerika als Hoffnungsträger. Als Sohn von polnischen Einwanderern hat er sich schon früh gegen die Exzesse des Turbokapitalismus geäußert und vertrat die Meinung, dass die Regierung eine größere Rolle bei der Sicherstellung von grundlegenden Bedürfnissen der Bevölkerung spielen sollte. Insbesondere die Bekämpfung des immer weiter auseinanderklaffenden Ungleichgewichts bei der Verteilung von Vermögen beschäftigte Sanders in den vergangenen Jahren.

Bereits bei der Vorwahl der Präsidentschaftswahlen 2016 überzeugte der Senator die Delegierten mit seinem Programm und machte auch kein Geheimnis darüber, was er von den Milliardären – die er Oligarchen nennt – in den USA, aber auch weltweit dachte: "Sie wollen mehr, immer mehr, unabhängig davon, was das für Auswirkungen auf die arbeitende Bevölkerung hat, die Alten, Kinder, Kranken und Armen. (…) Gier ist ihre Religion."

Am Ende wurde Sanders aber von Hillary Clinton und dem Parteivorstand der Demokraten um den Sieg gebracht, nachdem sie die Vorwahlen manipuliert hatten, wie eine Untersuchung der Stanford University ergab. Zudem wurde durch die WikiLeaks-Veröffentlichungen bekannt, wie der Parteivorstand gezielt mit Journalisten von einflussreichen Mainstream-Medien zusammenarbeitete, damit sie den Senator in einem möglichst schlechten Licht und Clinton dafür lobend darstellen sollten. Dieser Skandal sorgte dafür, dass fünf Vorstandsmitglieder ihren Stuhl räumen mussten.

Nun will er es wieder wissen und stellte erst diese Woche ein Programm vor, das den Vermögenstransfer in die Hände von einigen wenigen auf Kosten der großen Mehrheit wieder ausgleichen soll: "In den vergangenen 30 Jahren hat das oberste Prozent eine Steigerung von 21 Billionen US-Dollar seines Vermögens erfahren, während die untere Hälfte der amerikanischen Gesellschaft 900 Milliarden US-Dollar an Vermögen verloren hat. Mit anderen Worten: Es hat ein Vermögenstransfer von denen, die zu wenig haben, zu denen, die zu viel haben, stattgefunden. Zum Wohle der Demokratie und der arbeitenden Familien überall in Amerika, die wirtschaftlich am Kämpfen sind, muss sich das ändern."

Die Einführung einer Vermögenssteuer würde jene Haushalte betreffen, die über ein Vermögen von mindestens 32 Millionen US-Dollar verfügen. Ab 50 Millionen US-Dollar greift die progressive Steigerung des Steuersatzes bis auf 8 Prozent für Vermögen über 10 Milliarden US-Dollar. Mit diesen Maßnahmen sollen die Vermögen der reichsten 0,1 Prozent, Leute wie Jeff Bezos, Bill Gates, Mark Zuckerberg oder Sheldon Adelson, innerhalb von 15 Jahren halbiert werden.

In einem Interview mit der New York Times sagte Sanders: "Lasst mich das klarstellen: Als Präsident der Vereinigten Staaten werde ich die empörende und groteske und unmoralische Höhe der Einkommen und Vermögensungleichheit reduzieren."

Mit den dadurch geplanten Einnahmen von 4,35 Billionen US-Dollar innerhalb der nächsten zehn Jahre sollen seine Reformpläne im Immobilienmarkt und eine allgemeine Kinderfürsorge finanziert werden. Doch selbst wenn Bernie Sanders nicht nur die Vorwahlen, sondern sogar die Präsidentschaftswahlen nächstes Jahr gegen Amtsinhaber Donald Trump gewinnen würde, stehen ihm trotzdem hohe Hürden bevor, um solche Pläne auch in die Tat umzusetzen.

Die Pläne müssten vom Kongress genehmigt werden, was als Ding der Unmöglichkeit betrachtet wird, solange Republikaner die Mehrheit im Senat stellen. Selbst mit den Demokraten dürften solche Sozialreformen, die es auf die Vermögen der Superreichen abzielen, sehr schwierig haben. Abgeordnete, die für ihre Wahlkämpfe auf Spenden angewiesen sind und die zu einem großen Teil von Millionären und Milliardären geleistet werden, um damit eigene Interessen zu verfolgen, werden kaum den Ast absägen, auf welchem sie sitzen.

Auf die Frage angesprochen, ob es überhaupt Milliardäre in den USA geben sollte, antwortete Sanders deshalb: "Ich hoffe, dass der Tag kommen wird, wenn (man) sie nicht (braucht)."
"Ich denke nicht, dass Milliardäre existieren sollten", meinte er weiter. Es werde aber immer Menschen geben, die mehr als andere haben, und seine Reformen werden die Milliardäre auch nicht "eliminieren", sondern ihr Vermögen reduzieren. Das wäre "genau das, was wir tun sollten".

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).




Islamophobie und andere Ängste


Ich muss es endlich mal gestehen – ich habe Angst vor großen und aggressiven Hunden, weil die mich überhaupt nicht mögen, mich auch schon mehrmals wild bellend angegangen haben. Vor einigen Jahren sah ich mich gezwungen, einem freilaufenden, auf mich zustürmenden Köter, der erkennbar keine guten Absichten hatte, einen kräftigen Tritt an den Unterkiefer zu verpassen, um seinen Angriff auf mich abzuwehren. Hätte ich ihn frontal gegen die Nase / die Schnauze getroffen, hätte er das wohl kaum überlebt, denn da sind Hunde sehr verletzlich.

Ja, ich habe eine Hundephobie – zumindest dann, wenn diese Tiere groß und obendrein aggressiv sind. Dann entstehen bei jeder Begegnung mit ihnen berechtigte Ängste. Vor kleinen Schoßhündchen hingegen fürchte ich mich nicht. Die können mir zwar ins Bein zwicken oder auf den Schuh pinkeln, aber das war’s dann.

Ich habe noch eine andere berechtigte Angst, also eine Phobie – die vor dem Islam, der eine ernste Bedrohung für jede freiheitliche, demokratische Gesellschaft darstellt, weil „der Islam“ in seiner Rückständigkeit, in seinem Verharren in frühmittelalterlichen Rechts- und Wertvorstellungen sowie in seiner Intoleranz gegenüber anderen Entwürfen die Werte und Rechtsnormen unserer heutigen Gesellschafts- und Rechtsordnung nicht anzuerkennen vermag (einzelne Muslime vermögen es vielleicht, entgegen den Vorschriften ihrer unaufgeklärten „Religion“, wofür ich ihnen dann meine Anerkennung ausspreche).

In dem sehr lesenswerten Essay „Islamophob, christophob?“ thematisiert Klemens Ludwig das Thema der auf Religionen, insbesondere auf den Islam bezogenen Phobien und findet es z.B. „bemerkenswert, dass im internationalen Sprachgebrauch allein das Wort ‚islamophob’ existiert.“

Ob das wohl am Islam liegt? Oder an etwas anderem?

Aber lesen Sie selbst!

PS des Autors: Ich möchte hinzufügen, dass eine Phobie keine "unbegründete Angst" ist, wie es die Wikipedia fälschlicherweise behauptet und wie man es auch andernorts immer wieder hören und lesen kann.
Phobie kommt vom griechischen "Phobos", und das heißt einfach nur "Angst", "Furcht".
Eine Angst oder Furcht kann begründet sein oder auch nicht — sie ist einfach da, egal warum.

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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Bibbern um Privilegien


Als der große Augustinus sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere als PR-Chef des Römischen Kaisers aus Frust mit seinem Freund in eine gleichgeschlechtliche (Gem)Einsamkeit in seine Heimat zurückzog, setzten die hilflosen Christen dort alles daran, den beredten Mann in höchste Kirchenwürden als ihren Bischof in Hippo zu hieven. Im heutigen Bayern muss die Catholica um grundgesetzwidrige Privilegien bibbern, weil sie eine in gleichgeschlechtlicher Gemeinsamkeit lebende Erzieherin feuern will.

Die betroffene Dame hatte ihrem Arbeitgeber die Geburt ihres Kindes gemeldet und Mutterschaftsurlaub beansprucht. Gleichzeitig hatte sie ihm mitgeteilt, dass sie mit einer anderen Dame in Lebensgemeinschaft lebt. Daraus friemelte der Arbeitgeber eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft scheinbar unmoralischer Art und kündigt der jungen Mutter fristlos. Leben In der Catholica nicht auch (zwar immer weniger) Männer und Frauen in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften (Klöstern) zusammen, besonders in besonders strengen. Warum muss die Gemeinschaft zwischen der jungen Mutter und ihrer Freundin schlecht sein?

Penetrant pocht der Arbeitgeber, eine kirchliche Einrichtung, auf einem Selbstbestimmungsrecht, das ihm laut GG nicht zusteht. Dort ist nämlich eindeutig geregelt, dass die Kirchen ihre Angelegenheiten zwar eigenverantwortlich aber eben nur im Rahmen der für alle geltenden Gesetze verwalten. Von Selbstbestimmung keine Spur! Was die Catholica hier treibt ist eher Anmassung und Missachtung der in unserer Demokratie für alle geltenden Rechte und Gesetze.

Während in unserer Demokratie niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf und jeder das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat, setzt sich die Catholica dreist über unser GG hinweg und will sich ihr eigenes Recht basteln.

Nun hat ihr aber die Gewerbeaufsicht in die Suppe gespuckt und die Kündigung der jungen Mutter abgelehnt. Seltsam zwar, dass hier die Gewerbeaufsicht und nicht das Arbeitsgericht eingeschritten ist, gleichwohl aber erfreulich, dass eine Aufsichtsbehörde gegen den offensichtlichen Machtmissbrauch einer mit Steuergeldern finanzierten kirchlichen Einrichtung einschreitet. Endlich erinnert sich jemand daran, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind und dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Besonders die Würde einer jungen Mutter, die ehrlich mit sich und der Welt umgeht.

Aber Ehrlichkeit und Recht scheinen der Catholica ein Begriffspaar, das ihr gerade in Sachen Moral nicht schmeckt, besonders, wenn es sich um geschlechtsbezogene Moral handelt. Was Nonnen und Mönche, also Kleriker, dürfen, soll Laien verwehrt sein? Ach ja, schon wieder vergessen. Kleriker sind ja Eunuchen für das Himmelreich (Mt 19, 12) und geniessen irgendwie die Freiheit der Narren. Aber bitte nicht in unserer Demokratie!

 

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

 




Atheisten bereiten Antrag zur Anerkennung vor


ApfalterDas meldete ORF-religion am 23.9.2019. Es geht dabei darum, dass ein Verein mit der Benennung "Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich" (ARG) die staatliche Anerkennung als religiöse Bekenntnisgemeinschaft beantragt hatte, was aber abgelehnt wurde. Man hatte zwar 2015 die notwendige Mitgliederzahl von 300 erreicht, aber die Anerkennung wurde aus formalistischen Gründen verweigert.

Es ist ja im österreichischen Recht überhaupt ein Skandal, dass religiösen Gemeinschaften Sonderrechte zustehen, die weltanschaulichen Gemeinschaften verweigert werden, Deutschland herrscht diesbezüglich Gleichstand, dort können auch Weltanschauungsgemeinschaften, also zum Beispiel humanistische Verbände, wie Religionsgemeinschaften den Status einer "öffentlich-rechtlichen Körperschaft" erhalten.

Dieses in Österreich fehlende Recht will nun die ARG mittels der Bezeichnung "atheistische Religionsgemeinschaft" auch erreichen. Wilfried Apfalter, Präsidiumsmitglied der ARG, sagte laut ORF: "Wir wollen damit auch neue Räume kultureller Partizipation für Atheistinnen und Atheisten eröffnen und einen gesellschaftlichen Wandlungsprozess dessen, was als Religion wahrgenommen und angenommen wird und wie Religion gelebt wird, sichtbar machen".

In der ORF-Meldung heißt es über die formale Absicherung des nunmehr einzureichenden neuen Antrags: "Jetzt habe man von allen Mitgliedern eidesstattliche Erklärungen, dass sie keiner anderen Religions- oder Bekenntnisgemeinschaft angehören, sowie ihre Adressen und Ausweiskopien."

Meinereiner ist dort nicht Mitglied geworden, sondern weiterhin konfessionslos geblieben. Aber der Versuch der ARG, das religionslastige Recht auf diese Weise bloßzustellen und es vielleicht auszuhebeln, ist auf alle Fälle zu begrüßen.

In der BRD zeigt sich auch in der Gesetzgebung der Unterschied, wenn auch Weltanschauungsgemeinschaften denselben rechtlichen Status wie Religionen haben. In Österreich gibt es beispielsweise ein Gesetz, das religiöse Gefühle alleine schützt, hier der § 188 des Strafgesetzbuches: "Herabwürdigung religiöser Lehren – Wer öffentlich eine Person oder eine Sache, die den Gegenstand der Verehrung einer im Inland bestehenden Kirche oder Religionsgesellschaft bildet, oder eine Glaubenslehre, einen gesetzlich zulässigen Brauch oder eine gesetzlich zulässige Einrichtung einer solchen Kirche oder Religionsgesellschaft unter Umständen herabwürdigt oder verspottet, unter denen sein Verhalten geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen."

In der BRD gilt der entsprechende § 166 nicht nur für Religionen: "Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören."

Vielleicht verhilft ein als religiöse Bekenntnisgemeinschaft anerkannter Atheistenverein dem österreichischen Recht zur Gleichberechtigung der Weltanschauungen mit den Religionen?

Hier die Links zum ORF-Bericht und zur Atheistischen Religionsgesellschaft

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).




Auf schwachem Fundament


LamyaNachdenken im Islam

Im Oktober 2014 veröffentlichte das "Magazin für politische Kultur", Cicero, unter der Überschrift „Kein Islam ohne Islamismus“ ein Streitgespräch, das die Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin Lamya Kaddor und der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad zum Thema "Ist der Islam friedlich oder stiftet er zur Gewalt an?" geführt hatten.
An der Aktualität der getroffenen Aussagen hat sich bislang nach meiner Einschätzung nichts geändert. Ein Leserkommentar dazu:

 

"Es gibt ja auch keinerlei funktionierende Zivilgesellschaft." sagt Lamya Kaddor (im ersten Teil des Interviews) mit Bezug auf die islamischen Staaten des Nahen Ostens.

 

Stellt sich die Frage, warum sich Zivilgesellschaften unter der Herrschaft des Islams dort nicht entwickelt haben.
Sind daran "andere" schuld ?

Im zweiten Teil (in der Printausgabe [und inzwischen auch online]) meint Kaddor: "Der Koran ist und bleibt eine Offenbarung, die den Menschen konsequent dazu auffordert, selbst nachzudenken."
Das steht tatsächlich so im Koran, z.B. in Sure 2:219, in Sure 6:50, sehr eindrucksvoll in Sure 34:46, sowie in einigen weiteren Versen.

Warum aber dann der Propheten-Spruch "Wer die Religion verlässt, den tötet" (siehe Wikipedia-Artikel zu "Ridda" bzw. "Apostasie im Islam").
Warum die Todesstrafe für Apostaten, wie sie gemäß islamischem Recht in einigen Ländern auch heute noch vollstreckt wird (und in Europa manchmal als "Ehrenmord" daherkommt) ?

Darf im Islam – trotz seiner vielgepriesenen Toleranz und trotz "Es gibt keinen Zwang im Glauben" (Sure 2:256) – nicht jeder glauben, was er will ?

Ist das Fundament des Islams so schwach, dass die Gläubigen mittels einer so starken Repression wie dieser Todesdrohung (bei Abfall vom Glauben) "bei Laune" gehalten werden müssen ?

Diktaturen und Despotien, die aus meiner Sicht allesamt rechtsreaktionär / rechtsextremistisch waren und sind (auch dann, wenn sie sich selbst das Etikett "Links" angeklebt haben — vergleiche z.B. das "Dritte Reich" einerseits und die DDR andererseits, die für mich institutionell und ideologisch weitgehend wie "Drittes Reich ohne Auschwitz" war; in beiden Staaten haben die Machthaber z.B. das Wort "Lügenpresse" verwendet, das heutzutage u.a. Pegida und die sogenannte "AfD" ebenfalls gebrauchen und die damit, wie einst die Machthaber im "Dritten Reich" und in der DDR, zum Ausdruck bringen, dass sie womöglich nur das in den Medien veröffentlicht wissen wollen, was sie selber für "die Wahrheit" halten), müssen sich immer auf Machtmechanismen wie Unterdrückung, Einschüchterung und Erpressung stützen. Sobald diese Machtmechanismen zu erodieren beginnen, setzt der Machtverlust ein, fallen Diktaturen und Despotien zusammen, lösen sich auf.

Freiheit hingegen ist ein Ideal, das sich aus Vernunft selbst trägt und das den Machtverlust nicht fürchten braucht weil es nach Macht nicht strebt.

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Siehe auch die Beiträge
«Ω»,
«Religion und Zynismus, Tradition und Tabu»,
«Ramadan — Zeit der Heuchelei ?»,
sowie das Buch
«Islam und Verfassungsstaat — Theologische Versöhnung mit der politischen Moderne?» von Lukas Wick; Ergon Verlag

Das vollständige Interview zwischen Lamya Kaddor und Hamed Abdel-Samad steht auf der Website des Cicero zur Verfügung.

Eine kleine Sammlung von Leserkommentaren (als Screenshots) zu verschiedenen Themen aus dem Jahr 2014, die auf der Website des Cicero veröffentlicht wurden, finden Sie in diesem PDF.


Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net




Gott & Dinosaurier


DinoGod & The Dinosaur Scene – Preacher 4×2 God destroys the world because a dinosaur ate some poop

Video Länge 1:52 Minuten. https://www.youtube.com/watch?time_continue=112&v=IT2HRUHsOQo

Ja, da fraß der Saurier von der Scheiße der Erkenntnis und wurde ausgerottet! Und der danach installierte Mensch fraß vom Baum der Erkenntnis und wurde deswegen aus dem Paradies vertrieben und einige Zeit später ebenfalls mittels Sintflut weitgehend ausgerottet.

Ja, so ist er, der liebe Gott! Aber ist ja das Meiste davon nicht wahr! Die Saurier starben nach einer Klimaänderung durch Kometeneinschlag und ermöglichten den Aufstieg der Säugetiere und später dann der Säugehominiden! Wissenschaftliche Erkenntnisse zu erwerben, begannen die Menschen im Altertum, das wurde dann vom Christendumm durchs ganze Mittelalter unterbunden und erst im Zeitalter der Aufklärung gegen den Widerstand der katholischen Kirche fortgesetzt. Was sogar Auswirkungen auf die Kirchenlehre hatte! Denn seit 1992 (Rehabilitierung des 1633 wegen seiner Erkenntnisse zu lebenslangem Hausarrest verurteilten Galileo Galilei) gilt offiziell sogar im Vatikan, dass die Erde um die Sonne und nicht die Sonne um die Erde kreist!

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).

 




Medjugorje-Friedensgebet im Stephansdom


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Wie die katholischer Esoterik bei den katholischen Kirchenmitgliedern ankommt, zeigte sich am 19.9.2019 als im Wiener Stephansdom, der zweitgrößten Kirche in Österreich, das "Medjugorje-Friedensgebet: Maria hat Herz für uns" abgehalten wurde. Auf der Wiener Diözesan-Homepage wurde am 20.9. darüber berichtet, es hieß dort einleitend:

"Mehr als 3.000 Gläubige aus ganz Österreich und darüber hinaus sind am Donnerstag, 19. September 2019, zum Friedensgebet "Message for You" in den Wiener Stephansdom gekommen. Geleitet wurde die sechsstündige Gebetsveranstaltung von Kardinal Christoph Schönborn, der es als die zentrale Botschaft von Medjugorje bezeichnete, "dass die Gottesmutter Maria ein Herz für uns hat und wir immer zu ihr kommen können". Das zum bisher 12. Mal durchgeführte Friedensgebet steht in engem Zusammenhang zum Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina, wo seit 38 Jahren Marienerscheinungen berichtet werden, die von der Kirche jedoch bisher nicht offiziell anerkannt sind, weil deren Prüfung noch nicht abgeschlossen ist."

Da hat man in ganz Österreich (Stand von 2018) 5.053.074 katholische Kirchenmitglieder, in der Diözese Wien (dazu gehört allerdings auch das östliche Niederösterreich) waren es 1.176.089! Und da freut sich der Herr Kardinal Schönborn, wenn "mehr als 3.000 Gläubige aus ganz Österreich und darüber hinaus" – also waren auch ausländische Besucher dabei – zu einem Betkreis für die Mama vom Gottessohn Jesus zusammenkommen! Wie viele Besucher im Stephansdom Platz fänden, war im Internet nicht zu ermitteln, der kubikmetermäßig etwas größere Neue Dom in Linz würde 20.000 Leute – hauptsächlich auf Stehplätzen – zu fassen vermögen.

Da hat man seit 1981 in Medjugorje ein zwar vom Vatikan nicht anerkanntes, aber vom Papst wallfahrtsmäßig erlaubtes Marienwunder und dann bringt man damit zu einem Mariengebet mit dem Erzbischof nicht viel mehr als 3.000 Leute auf die Füße? Obwohl es Kardinal Schönborn als die zentrale Botschaft von Medjugorje bezeichnete, "dass die Gottesmutter Maria ein Herz für uns hat und wir immer zu ihr kommen können"? Warum kommen dann nicht mehr zu ihr als läppische dreitausend?

Als besonderer Gast wurde die 54-jähriger Marija Pavlovic-Lunetti angekündigt, eine der sechs Marienseherin von 1981 und eine der drei, die das immer noch hauptberuflich machen, sie war u.a. auch 2009 schon im Stephansdom.


Foto von Llorenzi 2011 – Wikipedia PD CC BY-SA 3.0

Man sieht also, dass katholische Esoterik nicht viele katholische Esoteriker anlockt, aber es werden ja auch sonst nicht viele Leute in die Kirche gelockt, man kann ob der Begeisterung vom Schönborn über die 3.000 Marienbeter wohl berechtigt vermuten, dass an einem gewöhnlichen Sonntag weitaus keine 3.000 Leute im Stephansdom dem Dompfarrer Faber oder dem Bischof Schönborn beim Predigen zusehen und zuhören…

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).




Spinner-TV


wachtturm-judeÄgyptischer Kleriker über jüdische Verschwörung.

Da ein gewisses Missverhältnis zu bestehen scheint zwischen der öffentlichen Wahrnehmung der islamischen Welt im Westen und der islamischen Welt  – erscheint es angemessen, regelmäßig einen Blick in den Orient zu werfen, damit wir etwas über fremde Kulturen lernen. In dieser Reihe gibt‘s darum Videos aus dem Fernsehen islamischer Länder zu sehen. Glauben Sie den Islamkritikern kein Wort – schauen Sie sich‘s einfach selbst an!

http://www.youtube.com/watch?v=4nCjF2Ww7g4&feature=player_embedded

Heute: Ein ägyptischer Kleriker namens Sayyed Azab erzählt, wer für die französische Revolution verantwortlich ist (Tipp: Sie feiern das Laubhüttenfest), wer die kommunistische Revolution in Russland einfädelte (könnten es die Juden gewesen sein?) und wer den Atheismus verbreiten will (jüdische… Atheisten). Die Juden in Ghettos zu sperren sei ferner Selbstverteidigung gewesen, weil “die Menschen so viel von dem Bösen der Juden erleiden mussten”.

Außerdem beschwert sich der Kleriker, dass Juden einen sofort als Antisemiten brandmarken würden, sobald man sie “kritisiert”. Das Problem kennen Israelkritiker zur Genüge.

Diese französischen Juden-Atheisten warten nur darauf, den harmlosen, braven Bürger Sayyed Azab des Antisemitismus zu bezichtigen – ausgerechnet ihn, der nichts weiter sagt, als dass die Juden Böses in die Welt tragen und Revolutionen auslösen würden, um die Menschheit zu unterjochen. Ausgerechnet ihn!

godzilla-facepalm

Offenbar muss man derartige Behauptungen in Ägypten nicht weiter begründen.

Quelle:

MEMRI TV

Egyptian Cleric Sayyed Azab: The Jews Staged the French and Communist Revolutions to Corrupt the World
Al-Omma TV (Egypt) – April 18, 2013

http://www.feuerbringer-magazin.de/2013/04/25/spinner-tv-agyptischer-kleriker-uber-judische-verschworung/

Das Titelbild stammt aus der von den Zeugen Jehovas herausgegebenen Zeitschrift "Der Wachtturm".

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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Marx, die Ethik und das Strafrecht


Kardinal Reinhard Marx betonte bei einer Veranstaltung der Technischen Universität München die ethische Verantwortung des Einzelnen. Da diese Feststellung so trivial ist wie das Amen in der Kirche, musste er vor dem anspruchsvollen Publikum wohl oder übel nachlegen. Und das hörte sich dann so an.

„Es ist ein großer Irrtum zu glauben, wir könnten darauf verzichten, dass Menschen in sich eine sittliche Verantwortung haben", dozierte der Erzbischof von München und Freising. Für ihn reiche eine Rahmenordnung wie das Strafrecht nicht aus.

Also da scheint der Großmeister des Marxismus der Catholica etwas durcheinander zu bringen. Ein eherner Grundsatz aller Juristen besagt, dass ein Blick ins Gesetzbuch die Rechtsfindung erleichtert. Und die Rahmenordnung in unserer Demokratie ist das Grundgesetz, an das sich alle in unserem Staat zu halten haben. Tun sie das nicht, bestimmen andere Gesetze, wann und wie das zu sanktionieren ist.

Und damit muss der Kardinal in eine fatale Gewissensnot geraten, hat er doch seinem Papst absoluten Gehorsam geschworen. Die Ergebnisse eines solchen Schwurs wurden nicht nur in unserer Demokratie eindrucksvoll vorgeführt. Jahrelang hat die Catholica sexuellen Missbrauch an Minderjährigen an der Justiz vorbei auf ihre Weise behandelt und solange zu vertuschen versucht, bis die Schandtaten nach den Regel des Rechts „verjährt" wären.

Von Ethik keine Spur!

„Die richtige Verantwortlichkeit wahrzunehmen, dazu gehört mehr, als ins Gesetzbuch zu schauen." Glaubt der hohe Herr wirklich, was er da im Brustton seiner Überzeugung von sich gibt? Wie soll sich unser Gemeinwesen denn geordnet organisieren, wenn sich nicht einmal die Catholica an das vom Kardinal so bezeichnete „Minimalprogramm" hält?

Der „schwarze" Marx muss sich gefallen lassen, dass er nicht nur an seinen Worten, sondern auch und vor allem an seinen Werken gemessen wird. Es lässt sich leicht plaudern, wenn die Werke christlicher Caritas und insbesondere das eigene Auskommen (ca.12.000 Euro pro Monat) großzügig voll aus öffentlichen Steuermitteln der Allgemeinheit und nicht aus der sogenannten Kirchensteuer finanziert werden.

Und was mit den prekären Arbeitsverhältnissen und der Missachtung unseres Grundgesetzes mit dem Diskriminierungsverbot wegen Rasse und Bekenntnis in den Betrieben im Eigentum der Catholica? Was schon Grundschüler im Ethikunterricht lernen, scheint der große Kardinal mit dem kleinen roten Käppchen zu ignorieren. Der "dritte Weg" ist wohl ein Weg in den Irrtum außerhalb unserer Rechtsordnung.

In Sachen Ethik ist man mit Kant offensichtlich besser bedient als mit den Marx'schen Worthülsen. Aber Kant hat der Kardinal in Schule oder Studium wohl verpasst oder in seiner Rolle der Macht schlicht und einfach verdrängt. Kategorisch ist er nur in Sachen Demokratie. Und die hat er qua CIC und Schwur auf den Stellvertreter Gottes aus seinem Bewusstsein verbannt. Insofern stellt sich der Kardinal selbst ins Abseits. Aber was dann?

Als Demokrat und ethisch handelnder Mensch fällt er offenbar aus. Da kann er sich wohl nur noch demütig auf seine Rolle als „Eunuch für das Himmelreich" (Mt 19,12) konzentrieren. Aber, oh Graus, da wird er möglicherweise in seinem prunkvollen Haus abgelenkt, das seinerzeit für einen Bastard von Bayern und dessen Maitresse gebaut worden ist.

Titelbild: Die bescheidene Wohnstätte des Kardinals: Seit 1818 ist das Palais Holnstein im Staatsbesitz (!) und seit 1821 Dienstsitz der Erzbischöfe von München und Freising. (Bildquelle: Erzbistum)

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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Ethik für ALLE!


Ethik für alleZur geplanten Einführung des Ethikunterrichts wurde von Eytan Reif, Sprecher und Mitinitiator der "Ethik für alle"-Plattform und Sprecher der "Initiative Religion ist Privatsache" am 16. 9. 2019 laut ORF-Bericht kritisch Stellung bezogen, darum hier die Position der "Ethik für alle"-Plattform:

Im Schuljahr 2020/21 wird der Ethikunterricht ins Regelschulwerk überführt werden. Besuchen sollen ihn nur jene SchülerInnen, die, aus welchem Grund auch immer, keinen Religionsunterricht besuchen. Er soll eine Alternative zum Kaffeehaus bilden und bevorzugt von ReligionslehrerInnen durchgeführt werden. Infolge der Beschäftigung mit dem Transzendenten in seinem Rahmen soll er gar SchülerInnen als "Appetitanreger" dienen und Abmeldungen vom Religionsunterricht verhindern. Kurzum: er hat sich dem Religionsunterricht unterzuordnen und ihm zu dienen.

So zumindest die Vision der Regierung.

Es kann aber auch anders gehen da der Ethikunterricht viel zu wichtig ist, um den Partikularinteressen der Religionsgemeinschaften geopfert zu werden. In einer offenen, säkularen Gesellschaft kann – und muss – ein Ethikunterricht viel mehr bieten. Es darf daher auch viel mehr verlangt werden.

"Alle" bedeutet "Alle"

In den Genuss eines Ethikunterrichtes haben alle SchülerInnen des intakten Klassenverbandes – ab der 1. und bis zur 12./13. Schulstufe – zu kommen. Ungeachtet ihrer konfessionellen Zugehörigkeit und in jeder Schule mit Öffentlichkeitsrecht, versteht sich. Denn wer zum Zweck der Wertevermittlung Klassen dividiert, spaltet auch außerhalb der Schule und wer mit der Wertevermittlung zu spät beginnt, der vermittelt wenig.

Keine Qualität ohne Qualitätskontrolle

Gerade beim Ethikunterricht haben die Lehrerausbildung, die Wahl der Lehrbeauftragten und die Aufsicht eine besondere Rolle zu spielen. Nur ein Lehramtsstudium würde nämlich EthiklehrerInnen befähigen, die komplexen Herausforderungen, die ein Ethikunterricht mit sich bringt, zu bewältigen. Um die Entstehung von Interessens- und Gewissenskonflikten zu verhindern sollten wiederum LehrerInnen, die Religion unterrichten, an derselben Schule nicht auch den Ethikunterricht erteilen dürfen. Ergänzend müsse ein Ethik-Fachinspektorat nicht nur das Einhalten von positiven Qualitätskriterien gewährleisten, sondern auch eine weltanschauliche Beeinflussung verhindern.

Faule Kompromisse sind unethisch

Die flächendeckende Einführung eines Ethikunterrichtes für ALLE wird – nach fast einem Vierteljahrhundert(!) der politischen Blockade – weder einfach noch billig sein. Umso wichtiger ist es daher, zuerst die Ziele festzulegen und erst anschließend detailliert zu planen. Wer die Einführung des Ethikunterrichtes ausschließlich als Ersatzpflichtgegenstand zum Religionsunterricht ab der Sekundarstufe II als "Schritt in die richtige Richtung" gutheißt, bricht in Wahrheit eine Lanze für eine schleißige Dauerlösung. Und solche haben im Bildungssystem schon gar nichts verloren.

Soweit der Text der Initiative, für das Volksbegehren "Ethik für alle" wurden die notwendigen Unterstützungserklärungen am 5.9. erreicht, siehe ORF-Bericht dazu!

Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).




Geplante Überflüssigkeit


samsung-galaxy…ist die Diskussion über “planned obsolescence”, meint Andreas Müller. Demnach schrauben insbesondere Elektronikanbieter ihre Geräte von Handys bis Waschmaschinen so zusammen, dass sie nach Ablauf der Garantie, oder jedenfalls nach einer gewissen Zeit, kaputtgehen. In die Richtung geht auch der Vorwurf, dass die Anbieter von Smartphones ihre Geräte schon früh nicht mehr auf die neueste Version updaten. Bis zu einem gewissen Grad stimmt das auch alles und man darf sich gewiss darüber aufregen. Aber ein kühler ökonomischer Blick hilft dabei, Ursachen, Folgen, Lösungen im Blick zu behalten.

Doch zuvor ein bisschen Aufregung: Da mein eigenes aktuelles Smartphone, möge es im siebten Kreis der Hölle schmoren, trotz ausreichender theoretischer Leistung ruckelt wie ein Bett in einem billigen Motel, kann ich es sicher nachvollziehen, wenn sich der Volkszorn aktuell gegen bestimmte Anbieter elektronischer Geräte richtet. Dabei ist es manchmal nicht einmal der Hersteller selbst, der ein Update versäumt, sondern der Mobilfunkanbieter. Besonders hervorgetan hat sich dabei Vodafone, dessen gebrandete (mit Vodafone-Werbung geschmückte) Smartphones erst ein Update bekommen werden, wenn die Hölle, in der sie und ihre leeren PR-Phrasen in ihrem gottlosen Vodafone-Forum hoffentlich schmoren, schon lange zugefroren ist. Unglaublicherweise hat es Vodafone nicht einmal fertig gebracht, das LTE-Smartphone “HTC Velocity” auf Android 4 upzudaten, weshalb es trotz 1,5GHz-Dualcore nun mit Gingerbread auskommen muss.

Man muss allerdings beachten, dass viele Hersteller und Anbieter – nicht Vodafone – ökonomisch sinnvoll handeln, wenn sie bei Geräten, die in zwei Jahren sowieso im Schnitt ausgetauscht werden, nicht allzu viel in die Langzeithaltbarkeit investieren. Dies wären Mehrkosten, die sich nicht auszahlen würden. Dasselbe gilt für Updates auf die neueste Android-Version. Die müssen erst einmal für jedes Gerät angepasst werden. Und wozu sollte man das tun bei einem zwei Jahre alten Gerät, das sowieso kaum noch jemand verwendet? Es sei denn, man ist selbst der Entwickler von Android. Dann versteht es sich, dass die Nexus-Geräte auch noch nach Jahren verlässlich das neueste Update erhalten. Das hält auch die Preise der Geräte oben. Das Nexus S mit 1GZ-Prozessor kostet immer noch absurde 229 Euro. Nur 20 Euro weniger als das HTC Velocity.

Die Hersteller und Mobilfunkanbieter müssen lediglich darauf achten, dass sie es nicht übertreiben mit dem Geiz. Früher war LG dafür berüchtigt, einfach keine flüssige Software entwickeln zu können, seit dem 4X HD hat sich das Problem erledigt und die Kunden finden wieder Vertrauen zu den Südkoreanern.

Ebenso sollte man nicht vergessen, dass man für mehr Geld auch mehr Haltbarkeit finden wird, wenn man nur mal kurz sucht. Wie gesagt werkelt google beständig an Updates für seine Nexus-Geräte. Es gibt zwar Handys, deren Akkus man nicht entfernen kann, wie das Sony Xperia S, aber es gibt auch andere, wie das Sony Xperia U, bei denen das problemlos möglich ist. Das Akku-nicht-wechseln-Problem betrifft vor allem Tablets, aber auch hier sind erste Geräte mit wechselbarem Akku erhältlich. Warum? Weils eine Marktlücke ist und die werden irgendwann immer von selbst gefüllt. Zudem gibts tragbare Battery-Packs zum Aufladen.

Es wäre trotzdem etwas missverständlich ausgedrückt, würde man sagen, dass “der Markt” das Problem von selbst löst – als gäbe es hier irgendeinen Automatismus. Der Markt, das sind wir. In diesem Fall tragen Journalisten zur Aufklärung über die Produktqualität und -haltbarkeit elektronischer Geräte bei. Ob der Kunde darauf reagiert, bleibt ihm überlassen. In vielen Fällen tut er das und die Hersteller ändern ihr Herstellungsverfahren. Am Ende bekommt jeder, was er möchte – er muss nur bereit sein, dafür zu zahlen. Oder einfach wissen, was es gibt und was er braucht. Mein Lexmark-Laserdrucker aus der Jungsteinzeit kostete beispielsweise nur 50 Euro und er druckt seitdem mit hoher Geschwindigkeit verlässlich tausende Seiten. Erst nach einem Zeitalter war ein neuer Toner fällig und den kann man sich in so großen Abständen leisten. So etwas gibt es auch.

Es gibt zum Beispiel auch Notebooks, die militärischen Belastungstests standhalten. Solar-Armbanduhren aus Titan, deren Akku man nie austauschen muss und die nie kaputtgehen. Es gibt Schuhe von Ausstattern der Polizei, der Feuerwehr, des Militärs, die jeder für einen erträglichen Preis kaufen kann und die sehr viel besser verarbeitet sind als normale Schuhe aus dem Laden.

Es wäre also falsch, mal wieder den “Kapitalismus” für das Problem der geplanten Überflüssigkeit verantwortlich zu machen. Am Ende ist der Kunde selber schuld. Und Vodafone.

Quelle: http://www.terryrotter.de/feuerbringer/2013/03/geplante-uberflussigkeit/#more-3974

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

 




Van der Bellen hält Klasnic-Kommission die Stange


Österreich-Premiere Democracy - Im Rausch der Daten

Österreich-Premiere Democracy – Im Rausch der Daten

Aussendung von Niko Alm vom 16.9.2019

Oft war ich noch nicht in der Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg, aber doch ein paar Mal. Und ich glaube es war sogar beim Termin der Konfessionsfreien mit dem damaligen Vorsitzenden Heinz Oberhummer, den ich in dieser Funktion jetzt wieder nachgefolgt bin, dass uns Waltraud Klasnic auf dem Weg zum Büro Heinz Fischers entgegengekommen ist. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht mehr. Dass die sogenannte "Opferschutz"-Beauftragte Klasnic mit Rückendeckung des Bundespräsidenten arbeitete, war aber schon damals bekannt. Wesentliches hat sich auch mit Alexander Van der Bellen daran nicht geändert.

 RA Roman Schiessler, der die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt und eine Reihe von Gewaltopfern rechtsfreundlich vertritt, setzte Ende August den Bundespräsidenten mit einem Schreiben in Kenntnis davon, dass die Klasnic-Kommission
1) den Kontakt zur rechtsanwaltlichen Vertretung bewusst umgeht,
2) behauptet, Zahlungen an die Betroffenen würden in ihrer Höhe der Rechtssprechung entsprechen (was nicht stimmt) und
3) die Auszahlung gelegentlich bis zum Ableben der Betroffenen verschleppt wird.
Außerdem seien die Verjährungsfristen den Delikten bis jetzt nicht angepasst worden.

UHBP Van der Bellen bequemte sich zu folgender Antwort:
"In der vorliegenden Angelegenheit ist dem Herrn Bundespräsidenten eine unmittelbare Veranlassung nicht möglich. Sicher werden Sie sich mit Ihrem Anliegen bereits an die zuständigen kirchlichen Einrichtungen oder an Kardinal Christoph Schönborn gewandt haben, der die Klasnic-Kommission mit dem Einschreiten beauftragt hat."

Dass der Bundespräsident dem Anwalt der Opfer empfiehlt, er möge sich gleich mit dem Chef jener Organsation kurzschließen, die die Täter hervorgebracht hat, ist ein steiler Ansatz. Oder auch einfach eine elende Respektlosigkeit und Verhöhnung der Betroffenen.

Die Schreiben von Roman Schiessler und Alexander Van der Bellen liegen mir im Volltext vor.


Foto: @RegSprecher_AT, 10. September
Dass die Betroffenen von Seiten des Bundeskanzlerinnenamts Unterstützung erhalten, ist ebenfalls auszuschließen. Bundeskanzlerin Bierlein ist selbst Mitglied der Klasnic-Kommission und findet eher Zeit, Fototermine mit Christoph Schönborn und anderen Religionsvertretern (siehe Männerquote auf dem Bild) zu absolvieren.


Entnommen bei www.atheisten-info.at ( Erwin Peterseil).