„Transzendentale“ Kommunikation und Schizophrenie. Symptom oder Ursache der Erkrankung? Von Frank Sacco


sacoUte 261Wer ewige Verdammnis predigt, der erntet Angsterkrankungen – Frank Sacco, Doktor der Medizin, beschäftigt sich in diesem Artikel wieder mit der Gottangst als Ursache von Erkrankungen. Dazu bemüht er das aus der Mode gekommene Über-Ich und die Doppelbindungstheorie. Es entwickelt sich Angst vor Gefühlen, so interpretiert Sacco die christliche Religion, denn alle Gefühle sind schlecht, böse und damit auch automatisch Sünden (Bilder: Sacco):

„Transzendentale“ Kommunikation und Schizophrenie. Symptom oder Ursache der Erkrankung? Von Frank Sacco

Sehr auffällig ist für Nichtpsychiater eine nahezu durchgehende intensive Gläubigkeit bei Schizophrenen. Psychiater bemerken das allerdings wie so vieles  nicht. Doch schon Nietzsche schrieb, bereits ein flüchtiger Gang über die Flure einer Anstalt führe zu der Erkenntnis, dass der von den Kirchen vermittelte Glaube, und damit Gottangst; die Ursache der dortigen Erkrankungen ist. Wer ewige Verdammnis predigt, der erntet Angsterkrankungen.

Bateson entdeckte nun spezifische Kommunikationsmuster innerhalb der Familien, in denen Schizophrenie auftrat. Er nannte es die Double bind Kommunikation. Es meint die Bindung eines Kindes an zwei nahezu zeitgleich versandte, aber  unterschiedliche, ja sich sogar widersprechende Botschaften bzw. Forderungen der Erziehungspersonen an ein Kind. Das kann verbal oder averbal geschehen. Ein Beispiel: Die Erziehungspersonen, in der Regel ja die Eltern,  züchtigen das Kind körperlich und fragen es danach, ob es sie noch liebe. Das Kind hasst jedoch, und das ist natürlich,  in dem Moment die Eltern. Es sieht sich aber zu einer Lüge, zu einer Identitätsaufgabe gezwungen, um deren Liebe und die Liebe Gottes nicht zu verlieren. Es steht in einem doppelten Abhängigkeitsverhältnis und befürchtet zweierlei: Den Verlust der Liebe der Eltern, wenn es ihnen gegenüber den empfundenen Hass äußern würde, und den Verlust der Liebe Gottes, der im 5. Gebot uns allen die Ehrung unserer Eltern abverlangt. Deren Verlust kann ein Kind schon verschmerzen. Es gibt genügend Adoptiveltern. Der Verlust der Liebe Gottes endet aber nach dem heutigen Dogma in der ewigen Hölle, aus der es kein Entrinnen gibt. Das Kind kann die Situation nicht verlassen. Es ist so schwer existentiell bedroht, dass sich eine schwere Erkrankung entwickelt kann. Das Über-Ich zementiert sich also durch die Unmöglichkeit einer Gegenwehr eines Kindes.

Die Doppelbindungstheorie betrachtet zwei Ebenen: Die weltlichen Erzieher und das abhängige Kind. Als übergeordnete dritte Ebene erkenne ich den persönlichen Gott, dem  sich auch die dominanten Sender der Doppelbindungs-Botschaft in jeder ihrer Handlungen verpflichtet fühlen. Das Schlagen, also das Anwenden von Gewalt einem Kind gegenüber, könnte ja der Christengott, der durchgehende Nächstenliebe verlangt, als Sünde werten. Außerdem ist es verboten.

Das  einer solchen Situation ausgesetzte Kind kann aufgrund einer rigiden und dazu noch transzendental überhöhten Abweichungsintoleranz seine ursprüngliche Identität nicht aufrechterhalten. Seine  Angst vor Bestrafung, Liebesentzug und ewiger Folter  schafft die Grundlage, seine Identität letztlich ganz aufzugeben. Das geschieht speziell deshalb,  weil der Zwang dazu in gewissen Familien  täglich von neuem stattfindet. Kindliche und damit selbstverständlich aufkommende Gefühle wie Hass, Ärger, Wut und sogar Todeswünsche in Richtung der eigenen Eltern werden ebenso nicht zugelassen wie „egoistische“ Wünsche oder gar Forderungen von Kindesseite. Beispiele: „Ich will jetzt ein Eis!“ oder gar ein „Ich will jetzt mit Anna Doktor spielen, und das ausführlich, nackt,  und natürlich ohne Euch.“

Das Kind lernt nun eine Verrücktheit: Außer Liebe zu zeigen und zu geben, sind nahezu alle Gefühle schlecht, böse und damit auch automatisch Sünden. Es entwickelt sich Angst vor Gefühlen, wie sie auch bei den eigenen Eltern meist schon vorhanden ist. Es lebt sich besser, so der entstehende Trugschluss,  wenn man seine Gefühle nicht zulässt, also gefühllos wird und Gefühlen nicht traut. Am besten, man beschäftigt sich mit Sachen, statt mit Menschen, zumal man sich an Sachen nicht versündigen kann.  Es gibt sie halt schon, die schizophrenogene Mutter. Doch sie ist an ihrem So -Sein nicht schuld. Auch sie hatte eine ähnlich konstruierte Mutter und Großmutter. Schon die war, was Auflehnung gegen das Über-Ich anging, in der Falle einer Looser-Situation, was sowohl das Eltern-Überich, als auch das Gott-Überich anging.

Gefühllos zu sein „gelingt“ vielen autistischen Kindern in ihrer kindlichen Angst-Psychose. Sie ignorieren sogar den Schmerz einer Verbrennung. Es kommt zu diversen Verletzungen, da sie auch lernen, Ängste zu ignorieren, z. B. die Angst vor einer heißen Herdplatte. Denn eine Gottangst, also die Angst vor ewigem Feuer, muss auch umgehend verdrängt werden. Sie ist zu furchtbar. Und sie wird verdrängt. In unserer Gesellschaft äußert kaum jemand  eine Angst vor einer Hölle, die ihm bekannt wäre, die er zugeben würde, die er also im Bewusstsein trüge. Doch die permanente Reklame der Kirchen mit ihrer Hölle ist nicht herausgeworfenes Geld. Das Höllenpredigen sei ein „Geschäft“ seiner Kirche, so Bischof Nikolaus Schneider (Der Spiegel 43,2014). Es ist ein schizophrenogenes, ein autistogenes Geschäft, das mit Terror arbeitet. Tiefenpsychologisch ist man aus Angst Mitglied der Kirche, nicht etwa aus Liebe zu ihr und ihrem Gott. Doch auch die Liebe Gottes wird zur klerikalen Reklame: Erntedank. Europäischen Familien liefert der Christengott  dreimal täglich das Essen persönlich. „Herr, wir danken dir. Sei du unser Gast.“

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Die Gefühlswelt des Kindes wird nicht nur gebrochen, es ist ihm sogar untersagt, sich  als Opfer wahrnehmen oder zu bezeichnen. Es hat auch nicht den Spielraum, in einer sog. Metakommunikation, einer offenen Diskussion also, die Eltern oder gar seinen Gott als Täter zu identifizieren. Gottkritik ist ein absolutes No-Go in religiösen Familien. Die Eltern wollen ja nach eigenem Bekunden immer nur das Beste. Wie soll man als  Kind die Paradoxie einer derartigen  Familienkommunikation entlarven?  Und Gott steht wegen Nichtexistenz doch nur sehr begrenzt zum verbalen Austausch zur Verfügung. Doch es soll Personen geben, die Zwiesprache mit ihm halten. Innerhalb pathologisch-christlicher Familienstrukturen scheuen sich die Mitglieder oft, sich zu verletzen. Sie packen sich in Watte und die familiären Probleme unter den Teppich. Doch die Aggressionen wachsen gerade dadurch unterschwellig immer weiter an. Es gibt zunächst kein Ventil.

Wenn jedoch Aggressionen in Familienstrukturen nicht zugelassen werden oder vorkommen, und gar unter Strafe gestellt werden, brechen sie irgendwann in Form körperlicher oder psychischer Gewalt beim Kind hervor. Irgendwo sind Schizophrene Kämpfertypen. Das Kind kann „schwer erziehbar“ werden und  Eltern oder Kameraden körperlich verletzen. Oder es beschimpft oder verflucht sie oder sogar seinen Gott und selbst den berühmten Heiligen Geist. Na und, möchte ich sagen. Das ist kein Verbrechen. Es ist juristisch  keine Schuld. Das Kind ist als Kind unschuldig. Anders die Amtskirchen: Sie  stufen einen solchen Kinder-Fluch als Großsünde, ja als Todsünde ein, die nie vergeben wird. Eine schizophrene Patientin schreibt mir, ihre “Sünde wider den Heiligen Geist“, die sie als Kind in einer Kirchenbank begangen und später gebeichtet hatte, sei ihr klerikal nicht vergeben worden. Dieses Verbrechen der Kirche an ihr überschattete ihr späteres Leben. Die sich entwickelnde ständige Maximalangst brodelt wie ein „Vulkan“ (Diktion Hölderlin) und würfelt die Neurotransmitter durcheinander. Es kommt zu Halluzinationen im Wachzustand, wie sie auch im LSD-Rausch durch eine exogene Vergiftung entstehen. Dort, in der „selbstgemachten“ chemischen Vergiftung, wird das unbewusste, in das Kind gepresste sadistische Über-Ich  aktiv und beschimpft in akustischer Halluzination das „sündige“  Ich in übelster und quälender Art und Weise.

Auch kann ein angstbedingter masochistischer Buss- und Bet-zwang als echter Zwang entstehen. Der Zweck:  Besänftigung des überstrengen Gott-Ichs. Doch der Himmel ist leer. Da ist niemand, irgendwelche Opfer anzunehmen. So brannte sich Ödipus die Augen umsonst aus. Er opferte sie als „Sünder“ einem, wie wir heute wissen,  nicht existenten Zeus im Austausch zu ewigen Tartaros-Qualen. Jedes Gottesopfer ist ein Deal mit einem Gott. Und doch: Opfern hilft. Auch Beten hilft, selbst wenn kein Gott da ist. Ohne seine Augen ging es Ödipus psychisch deutlich besser. Er war durch eine masochistische Tat von seinen Ängsten geheilt. Ja er bekam Küsschen von den Rachegöttinnen des Zeus.

Die Art der Familienkommunikation in schizophrenen Familien ist sowohl ein Symptom als auch irgendwo eine Mit-Ursache, eine indirekte Ursache der Psychosen. Die eigentliche, unmittelbare Ursache ist jedoch regelmäßig transzendentale Angst: Höllenangst. Der Verursacher ist der Klerus.

Hier im Anschluss ein mir selbst berichtetes Beispiel einer „transzendentalen“ Kommunikation, die ja in Ermangelung der Götter nie wirklich transzendental ist.  Eine Mutter geht in einen Bücherladen und sagt ihren beiden größeren Kindern, sie sollen draußen auf das Kleine aufpassen. Sie passen aber nicht auf. Das Kleine ist plötzlich verschwunden. Die Mutter ist entsetzt: Sie straft nicht selbst, sondern spricht den Satz aus: „Der liebe Gott wird euch strafen“. Das tut sie  getreu dem Dogma, dass man die Rache, die Strafe,  Gott zu überlassen habe (5.Mose 32:35). Da Kindern bekannt gemacht wird, wie brutal der „liebe Gott“ zu strafen pflegt, entwickelt sich übergroße Angst, die später in psychische Erkrankungen führt.

Diese Geschichte zeigt uns zweierlei. Die Mutter bleibt in ihrer Eigensicht „lieb“, da sie nicht selbst straft. Sie überlässt, lieb wie sie ist,  einem lieben Gott die Strafe. Zum anderen entlarvt sich hier die allsonntägliche Double-bind-Technik der zugegeben hochintelligenten Kirchen. Gegen einen „lieben“ Gott kann niemand, auch kein Kind, wirklich etwas haben. Jede Kritik wird unterbunden, da der Christengott auch noch allgerecht sein soll. Doch das Kind weiß: Der Gott der Bibel ist nicht lieb. Wie kann jemand, der den ersten Holocaust an Juden, die Sintflut verbrochen hat, lieb sein? Wie kann jemand gerecht sein, der einen Holocaust hinlegt und damit zum Lehrmeister Hitlers wurde? Kein Gott treibt die Menschen über Ängste in eine Schizophrenie. Es sind die Religionen. Und die sind menschgemacht.

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Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor u.a. des Buches "Wenn Glaube krank macht", BoD, 404 Seiten, 12,99 €

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Streit um UNESCO


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In der Reihe des Institutionen-Bashings von wissenbloggt ist nach UNO, Club of Rome, Fifa und IOC (wb-Links unten) nun die "Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur" dran, die UNESCO.

Die UNESCO ist bekannt für ihren Einsatz fürs Weltkulturerbe (Bild: Momentmal, pixabay); sie ging gerade durch die Schlagzeilen, weil USA und Israel austraten.

Vorangegangen war ein endloser Streit um Israelfeindlichkeit und Palästinenserrechte. Einen Einblick verschafft man sich bei den Leserkommentaren von dem Artikel Nahostkonflikt: Unesco, wir haben ein Problem (Zeit Online 13.10.): Der Unesco-Austritt der USA und Israels offenbart, wie politisiert die UN-Organisation ist. Die neue Führung wird es schwer haben, wirksame Reformen umzusetzen.

Es ist wieder mal die Zeit, in der fleißige Menschen hunderte von Kommentaren sammeln, ordnen und ggf. auch kommentiert löschen. In diesem Fall sind's 290 Kommentare, die einen fulminanten Streit hinlegen, bei dem die besonnenen Stimmen gegen die hitzigen unterliegen. Im Israel-Palästina-Streit kann man kann sich nicht mal auf Fakten einigen – wenn es in der UNESCO auch so zugeht wie bei den Zeit-Kommentaren, erklärt das den Überdruss.

Ein weiterer Artikel stimmt sich ganz auf die wb-Kritik an UNO usw. ein. Interessanterweise verbindet er wie schon andere Artikel zuvor die UNESCO mit der Fifa, jenem Schweizer Sportverband mit dem Balla-Balla-Effekt – Die Unesco ist korrupt und ideologisch (The European 19.10.): … Das Organ ist korrupt wie die Fifa und ideologisch in der Hand von Despoten, Islamisten und Linksökologen.

Demnach stürzt der Ausstieg Israels und der USA die UNESCO in eine Krise. Doch die sei selbst verschuldet, sagt der Autor Wolfram Weimer. Und zwar schon seit längerem, denn es war der US-Präsi Obama, der die "skandalösen Zustände" in der UNESCO nicht mehr mittragen wollte und deshalb schon 2011 die Zahlungen nach Paris einstellte. Die USA verloren deshalb 2013 das Stimmrecht und durften beim Israel-Palästina-Hickhack nicht mehr mitstreiten.

Laut des promovierten Welt/Morgenpost/Focus/Cicero/European-Journalisten Weimer ist die UNESCO seit Jahren in einem Sumpf aus Korruption und ideologischen Kämpfen verstrickt, und ihre Protagonisten schielen mehr auf Pfründe und Posten als auf die globalen Hilfen für Kultur, Wissenschaft und Bildung, wie es ihr Auftrag wäre. Eine ganze Reihe von Staaten mit "zwielichtigem demokratischen Ruf" habe die UNESCO grotesk politisiert, heißt es, und das Organ zur Beute ihrer ideologischen Interessen deformiert.

Das ging so weit, dass die Rede aufkam von "Weißwaschanlagen für Autokraten". So steht es in dem Artikel Korruption – Die UN sind mindestens so versumpft wie die Fifa (Welt N24 3.6.15): Wer glaubt, die Fifa-Korruption sei eine Einzelerscheinung, der sollte sich einmal Institutionen der UN anschauen. Die sind ebenso Beispiel für eine Misswirtschaft, die sich „global governance“ nennt.

Die UNESCO wird in dem Artikel nicht explizit genannt, aber nachdem sie eine der 17 rechtlich selbständigen Sonderorganisationen der Vereinten Nationen ist, darf man die "Weißwaschanlage" wohl auch auf die UNESCO beziehen. Was dort passiert, wird umschrieben mit: "Oft genug bildet sich eine Mehrheit aus autokratischen Staaten und korrupten Demokratien, die die hehren Ziele hintertreiben."

Ähnlich wie im UN-Menschenrechtsrat komme es dabei zu unseligen Allianzen mit Diktaturen und Despotien zur Durchsetzung eigener Interessen. So sitzen laut Weimer ausgerechnet im UN-Menschenrechtsrat Länder wie Saudi-Arabien, China, Kuba, Kasachstan, Katar, Russland, Saudi-Arabien und Venezuela. Dabei war war das Gremium eigentlich dafür gedacht, nicht-demokratische Despotien zur Rechenschaft zu ziehen – und inzwischen stellen die sich gegenseitig Unbedenklichkeitserklärungen aus. In den Rat für Frauenrechte wurde noch dazu der frauenfeindliche Iran gewählt. (Anmerkung wb: Der Autor erläutert allerdings nicht, wie er sich das vorstellt, wenn nur die cleanen Länder in den Räten sitzen – ob die Schmuddelkinder sich dann von denen belehren lassen?)

Weiterhin kommt die oft gerittene Attacke gegen Global Governance (Weltinnenpolitik), die zur "üblen Agitationsmaschine gegen westliche Standards von Moral und Menschenrecht" geworden sei. Damit ist wahrscheinlich die Israelkritik gemeint, über die vielerorts nicht ohne Schnappatmung diskutiert werden kann. Insgesamt, so die Kritik, helfe die in moralische Schieflage geratene Struktur der UNESCO, Unrechtsregime zu legitimieren.

Nachdem Deutschland (Beitrag: 20 Mio. jährlich) zusammen mit Japan und China der größte Beitragszahler ist, wird die Frage gestellt, warum man zu wesentlichen Teilen die UNESCO weiter finanziert, obwohl diese offen Israel bekämpfe, ihre Korruptionsprobleme nicht in den Griff bekomme und zu einer Beute von autokratischen Allianzen geworden sei usw. Angesichts eines regulären Zweijahreshaushalt 2016-2017 mit 667 Mio. $ bzw. 653 Mio. $ und faktisch 518 Mio. $ ohne die USA, dürfte die Finanzfrage allerdings nachrangig sein.

Zum Vergleich: Vom Jahresetat der UNO in Höhe von 6,8 Mrd. $ erreicht der UNESCO-Etat nur 3,8%. Das ist nicht so viel, dass man deswegen ein Geschrei veranstalten müsste. Wenn man die aufgeführten Vorwürfe ähnlich moderat sehen muss, bleibt nicht allzuviel davon übrig. Man könnte allerdings darüber argumentieren, ob es in Zeiten des Internets überhaupt noch Sinn macht, teuren Diplomaten Sitze zu bezahlen, auf denen sie im Auftrag ihrer Regierungen Streitigkeiten austragen. Das können sie online genausogut, wie die Zeit-Kommentare nahelegen.

 

Links von wissenbloggt dazu:

 




Ärgernis übercorrecte Medienberichte


ok-2385794_1280Die Süddeutsche Zeitung gehört zu den Qualitätsmedien und ist ein Hort von gutem Journalismus. Aber es ist nicht alles gut, was sie bringt. Das belegen mehrere wb-Artikel (Berichterstattung, Populistische Hetze, Lügenzahlen), und es ist auch diesmal wieder zu beklagen (Bild: RobinHiggins, pixabay – das Handzeichen bedeutet je nach Land "ok",  "Arschloch" oder noch anderes).

So mehrdeutig wie das optische Signal oben sind auch die Artikel der SZ zum Thema sexuelle Übergriffe. Der "emblematische Hashtag" #MeToo von Alyssa Milano hat eine Woche gebraucht, bis er hierzulande angekommen ist, aber nun wird er um so heftiger abgefeiert. Die Süddeutsche tut es in einigen Artikeln, die zum Teil von der dpa stammen (1. Link unten) oder Eigenprodukt sind, aber nicht online gestellt (2. Link unten), oder einfach die Initiatorin des Hashtags #MeToo feiern (3. Link unten).

Der Artikel zum "emblematischen Hashtag" heißt Sexuelle Belästigung – Was zu sagen ist (SZ 18.10). Er steht auf der Meinungsseite, aber nicht auf der Homepage – und an ihm lässt sich die Kritik am besten festmachen. Auch die anderen SZ-Artikel sind übercorrect, aber der Meinungsartikel von Friedericke Zoe Grasshoff setzt da Maßstäbe.

Die Autorin schafft es tatsächlich, einen richtig schrägen Artikel über sexuelle Belästigung hier bei uns (und nicht auf Hollywoods Besetzungscouches) zu schreiben, über "den ganz alltäglichen Sexismus abseits von hollywoodesken Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen". Der Artikel spricht von Hunderttausenden von "IchAuchs", von Grabschern, von zudringlichen Chefs, von "Schritten im Rücken", von Anmache auf Rolltreppe und Zahnarztsessel, von der Silvesternacht in Köln, vom Präsi Trump mit seinen "Grab the pussy"-Bemerkungen.

Und er sagt keinen Pieps zum fundamentalistischen Islam oder zu ebensolchen muslimischen Männern, mithin zu den Faktoren, von denen die mit Abstand größten Übergriffe gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und Mädchen ausgehen, in der Schule, daheim, im öffentlichen Raum.

Dafür kommt Trump zweimal vor.

Frauen erleben diese Übergriffe laut des Artikels als allgegenwärtiges Übel, nur dass der US-Präsi nicht allgegenwärtig ist. Es gibt noch andere Übeltäter, möchte man der Autorin zurufen, nicht nur Politiker und Filmbosse und Zahnärzte. Die Kritik muss doch dort anfangen, wo sich der Sexismus konzentriert, bei den reaktionären Muslimen.

Unnötig zu sagen, dass auch in den anderen SZ- und dpa-Meldungen keine Rede von Islam & Muslimen ist. Uns wird hier ein übercorrecter Eiertanz vorgeführt, der einerseits das Problem benennen und bekämpfen möchte, andererseits aber die schlimmsten Übeltäter aussparen will.

Alltägliche Erniedrigung ist Realität für Hunderttausende Frauen und Mädchen hier in Deutschland, während die EmanzInnen ihre vergleichsweise lächerlichen Luxusprobleme in den Medien breitwälzen. So sinnvoll es ist, das Sexismus-Problem anzupacken: Wenn das mit zweierlei Maß erfolgt, ist es ein hanebüchener Hokuspokus.

 

Links von der Süddeutschen Zeitung:

  1. Arbeit – #MeToo: Wie man bei sexueller Belästigung im Job reagiert (SZ 17.10.): Sexuelle Belästigung ist in Deutschland trauriger Alltag – auch am Arbeitsplatz. Das zeigen Studien oder Social-Media-Aktionen wie #Aufschrei oder #MeToo. Der Artikel liefert Fragen und Antworten dazu.
  2. Weinstein-Skandal – Sexuelle Übergriffe als Machtinstrument (SZ 17.10.): Der Fall des Filmproduzenten Harvey Weinstein hat eine Debatte zu sexuellen Übergriffen ausgelöst. Fällig war das schon lange – doch warum droht sie nun dennoch zu verpuffen? (An der SZ liegt's nicht, wb.)
  3. Alyssa Milano – Wortführerin gegen sexuelle Belästigung (SZ 16.10.): Auf Twitter hat die Schauspielerin weltweit Frauen dazu aufgerufen, ihre Erfahrungen mitzuteilen. Und damit eine Gesellschaftsdebatte ausgelöst.

Links von wb zum Thema:




Plädoyer für Humor


cat-2579323_1280Beim Thema Humor denkt man eher an Charlie Chaplin als an Albert Einstein. Doch letzterer schrieb sein Genie einem kindhaften Sinn für Humor zu – und eine Reihe von Studien bestätigt nun den Zusammenhang zwischen Humor und Intelligenz (Bild: Deedster, pixabay).

Das entnimmt man dem Artikel Funny people are more intelligent than their po-faced peers (The Conversation 16.10.). Lustige Leute sind intelligenter als ihre mürrischen Mitmenschen, schreibt Lowri Dowthwaite, Dozent für Psychological Interventions an der University of Central Lancashire.

Österreichische Forscher haben jüngst herausgefunden, dass witzige Mnenschen, besonders solche, die Spaß an schwarzem Humor haben, mit höherem IQ ausgestattet sind als die weniger Witzigen. Als Grund wird angegeben, dass die Hervorbringung von Humor kognitive und emotionale Fähigkeiten braucht. Das geht einher mit besserer verbaler und nicht-verbaler Intelligenz, während die Humorvollen bei Gemütsstörungen und Aggressivität hintenan stehen.

horse-1334002_1280Das Lob geht weiter: Die Lustigen sind auch smart, und sie sind nett im Umgang. Klarerweise ist der Sinn für Humor mit hoher emotionaler Intelligenz verbunden und stellt damit eine besonders wünschenswerte Eigenschaft dar. Evolutionspsychologen beschreiben Humor als vererbliches Merkmal, das den potentiellen Partnern mentale Gesundheit und intellektuelle Agilität signalisiert. Bei Studien der Anziehungskraft schätzen die Befragten bei Männlein wie bei Weiblein die Lustigen als attraktiver ein, mit der ausgesprochenen Vorstellung, eins der wichtigsten Merkmale für einen Dauer-Partner sei eben der Sinn für Humor (Bild: Alexas_Fotos, pixabay).

Die Psychologie spricht von “positive humour style”, wenn sie von Menschen spricht, die Humor positiv einsetzen, um Beziehungen zu verbessern und Konflikte zu reduzieren. Diese Art von Humor geht einher mit befriedigenden Beziehungen, Extrovertiertheit und gutem Selbstbewusstsein. Wer das Leben humorvoll nimmt, hat zugleich eine gute Strategie zum Meistern von Problemen und zum Umgang mit Stress und Widrigkeiten.

dog-2667347_1280Es gibt auch "negative humour styles" wie Sarkasmus, Spott und selbstzerstörerischen Humor. Die bieten nicht den gleichen Nutzen, im Gegenteil, sie sind geeignet, Menschen zu entfremden. Oft sind sie mit Depressionen und Aggressionen verbunden (über ihre Auswirkungen auf die Intelligenz sagt der Artikel nichts, wb, Bild: doanme, pixabay).

Dabei wirkt der gute Humor in beide Richtungen. Lustige Leute bringen andere zum Lachen, und sie lachen auch selber öfter. Die Neurobiologie schreibt dem Lachen cerebrale Wirkungen zu, es verursacht Änderungen im Gehirn. Vielleicht erklärt das den Zusammenhang zwischen Humor und Intelligenz (Das Ironisieren könnte da besonders gut wirken, wb).

Aus neuropsychologischen Studien ist zu entnehmen, wie die positiven Gefühlszustände (Freude, Spaß und Glück), mit Zunahme der Dopaminproduktion einhergehen. Dopamin schafft nicht nur tolle Gefühle, es öffnet die Lernzentren des Hirns, in denen neurale Verschaltungen geschaffen und gepflegt werden. Das Ergebnis ist mehr Flexibilität,  Kreativität und Problemlösungsfähigkeit. Auch das Arbeitsgedächtnis erfährt eine Steigerung.

pigMehr gute Wirkungen: Humor flößt die Vorstellung  von Zutrauen, Kompetenz und Status ein, so dass lustige Leute Einfluss gewinnen. Humor bringt die Menschen zum Zuhören, hilft beim Überbringen der Nachricht und beim Lernen. Humor ist ein machtvolles Werkzeug in den Händen erfolgreicher Führer. Humor hält Gruppen zusammen und organisiert Kulturen. Sogar Organisationen profitieren davon: Je mehr Spaß, desto produktiver, desto weniger Burn-out (Bild: skeeze, pixabay).

Die positive Psychologie in Form der “broaden and build” theory unterstützt die Vorstellung, dass vom Humor ausgelöste positive Gefühle die Gedanken ändern, die mentalen Aktionen und das psychologische Antwortverhalten. Das ganze ist ein Circulus virtuosus, der das Wohlbefinden verstärkt.

Aus der Lernforschung kommt die Ergänzung, dass Humor eine effektive Lernhilfe darstellt. Mehrere Studien bestätigten, dass humorvoll vorgetragene Inhalte nicht nur mehr spaß machten, sondern auch Aufnahmefähigkeit und Lernerfolge der Zuhörer verbesserten.

spider-monkey-2427085_1280 Angesichts all dieser Vorteile des Lustigseins macht der Autor den Vorschlag, alle sollten sich einem Stand-up-Comedy-Workshop anschließen. Das wäre doch smart, oder? (Bild: manfredrichter, pixabay)

 

Link zum Originalartikel bei The Conversation

Mehr Humor und weitere Links von wissenbloggt:

 




Politik der Niedrigzinsen - Kollateralschäden bis zum Crash


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Gerade wird wieder darüber diskutiert, wie es mit der Geldschwemme der EZB weitergeht (Links unten 1. und 2.). Änderungen sind demnach in Aussicht, nur weiß man nicht, was dabei rauskommt. Dieses Themas nimmt sich ein profunder Artikel der Süddeutschen Zeitung an (3., Bild: kalhh, pixabay).

In dem Artikel von dem Leipziger Wirtschaftsprofessor Gunther Schnabl geht es zunächst um die Ungleichheit. Bei der Ursachenforschung werde die Politik der Niedrigzinsen "weitgehend ausgeklammert", obwohl darin das Problem liege. Grund genug, die Sichtweise des Professors eingehend anzuschauen. Was trägt die EZB-Gelschwemme also zur Ungleichheit bei?

Erst einmal wird notiert, dass laut Bundeswirtschaftsministerium für 40% der deutschen Bevölkerung das reale Einkommen niedriger liegt als vor 20 Jahren. Das gesamte Volkseinkommen liegt dagegen auf einem historischen Höchststand. Die zunehmende Vermögenskonzentration bei den Reichen wird dem unregulierten Kapitalismus zugeschrieben, aber auch den niedrigen Löhnen in den aufstrebenden Staaten der Zweiten Welt. Oder den Robotern, welche Arbeitslosigkeit in den alten Industrien schaffen.

Was dabei unbeachtet bleibt, ist die ultralockere Geldpolitik in Japan, den USA und der Eurozone. Der kurzfristige Zins ist durch die enormen Staatsanleihenkäufe von 13% (1980) sukzessive auf 0% gesenkt worden. Das hat die Zentralbankbilanzen enorm aufgeblasen – mit diversen Verteilungseffekten als Kollateralschäden.

Früher (1970) haben Ausweitungen der Geldmenge die Ladenpreise erhöht – mehr Geld bei gleichviel Waren bedeutete höhere Preise. Nun aber bleiben die Konsumentenpreise erstaunlich stabil, während die Vermögenspreise (Aktien, Immobilien) steigen. Das bedeutet, die Reichen werden reicher. Zudem drückt die Geldschwemme die Löhne, indem sie die Investitionsqualität negativ beeinflusst. In der Hochzins-Zeit mussten die Investitionen hohe Renditen bringen, um die Verszinsung zahlen zu können. Wo die Finanzierungskosten nun gegen Null gedrückt werden, können die (Groß-)Unternehmen leichte Gewinne machen und darüber Innovationen und Effizienzsteigerungen vergessen.

Die Geldschwemme garantiert, dass die Unternehmen ihre Kredite seit 2008 "bedingungslos verlängert" kriegen. Die angeschlagenen Banken scheuen Kreditausfälle und sind mit billigen Geldern von den Zentralbanken vollgestopft. Der Autor Schnabl dazu: Zombie-Banken, die am Tropf der Zentralbanken hängen, halten immer mehr Zombie-Unternehmen am Leben.

Wo nun durch die Fehlallozierung des Geldes die Produktivitätsgewinne zurückgehen, entfällt die Grundlage für steigende Löhne und mehr Sozialklimbim. Die Produktivität bestimmt den Wohlstand, zumindest tat sie das in der Nachkriegszeit. Heute gehen die Produktivitätsgewinne gegen Null, und damit auch der Spielraum für allgemeine Lohnerhöhungen. Indem der Mindestlohn Grenzen nach unten zieht, kommt das Lohnniveau der Mittelschicht unter Druck (weil unausgesprochenermaßen die Oberschicht sich zu bedienen weiß).

Der Autor sieht 5 "Verteilungsmuster" als Auswirkungen der lockeren Geldpolitik (Geldschwemme):

  1. Diese Geldpolitik begünstigt den Finanzsektor, weil die neugeschaffene Geldschwemme dort zuerst ankommt. Zuerst ließ das billige Geld das Kreditgeschäft von Südeuropa boomen (bis zur Krise). Auch wenn die Vermögenswerte hochgehen, profitiert der Finanzsektor zuerst. Wenn die Blasen platzen, fangen die Zentralbanken die Banken mit noch mehr billigem Geld auf. Demgegenüber leiden die Unternehmen unter der stagnierenden Kaufkraft aufgrund der stagnierenden Löhne. Nur in der Finanzbranche steigen die Löhne noch stark, in der Industrie kaum noch. Die neuen Reichen kommen aus dem Investmentbanking.
  2. Die Geldschwemme macht die Reichen immer reicher, weil sich bei ihnen die Vermögen konzentrieren, während Mittel- und Unterschicht durch den Nullzins aufs Sparguthaben verlieren.
  3. Auch zwischen den Generationen entsteht Ungleichheit, denn der Lohndruck trifft die Alten weniger als die Jungen. Die Alten haben sichere Verträge, aber für die Jungen wird "abgespeckt". Löhne und Rentenansprüche sinken, die Jugend wird mit Praktikum und Zeitvertrag ins Prekariat getrieben (1/3 der Beschäftigungsverhältnisse ist inzwischen aus diesem Bereich, mit zunehmender Tendenz, wb).
  4. Die Großunternehmen profitieren, weil die EZB ihnen Firmenanleihen abkauft und damit den Aktienwert hochtreibt. Kleinere Unternehmen bleiben außen vor, die müssen sich mit Bankkrediten versorgen. Das bringt inzwischen die kleineren Banken in Not, weil der Niedrigzins die Margen drückt. Neukredite für risikoreiche Unternehmungen werden dadurch eingeschränkt. So können die Großen die Kleinen übernehmen, oft mithilfe der zentralbank-gesponserten Billigkredite. Und mit dieser Konzentration wachsen wiederum die Vergütungen der Bankenbosse.
  5. Die Konzentration wirkt auch noch gegen die regionale Wirtschaft, denn sie holt das Geschäft in die Zentren, wo die Großunternehmen sitzen. Mit der Folge Abwanderung von Arbeitskräften und Schrumpfen der Region.

Schnabl sieht in diesen Effekten viel Schaden, sie "treiben einen Keil in die Gesellschaft". Am besten stellt sich demnach ein älterer, hochbezahlter Spitzenmanager aus einer Investmentbank in London City oder Wall Street. Schlecht sieht es aus für junge Menschen ohne Vermögen bei kleineren Industrieunternehmen. Die geraten zunehmend ins Prekäre, wie man am Beispiel Japan sehen kann. Dort ging die Geldflut 15 Jahre eher los als hier, mit der Wirkung, dass 1980 noch 20% prekär beschäftigt waren und heute 40%. Und das japanische Lohnniveau sinkt seit 20 Jahren. Es ist so schlimm, dass viele schlechtbezahlte junge Japaner den Heiratsmarkt meiden und bei ihren Eltern leben – für sie sind die Ansprüche von potentiellen Partnerinnen unerfüllbar.

Mit dieser Logik wirkt die Lastenverteilung auf die junge Generation dämpfend auf die Geburtenrate. Die Jungen wollen ihren Kindern das bieten, was sie von ihren Eltern gewohnt waren. Mit niedrigen Löhnen, unsicheren Jobs und steigenden Mieten bzw. Hauspreisen geht das nicht mehr. Die Lösung für viele Mittelschicht-Paare heißt, beide arbeiten, und Kinder kriegen sie später, wenn überhaupt dann nur eins oder zwei.

Der Autor nennt das einen Teufelskreis. Über die demografischen Auswirkungen schließt er sich, denn sinkende Geburtsraten bringen die Renten- und Gesundheitssysteme in Probleme. Die Regierungen manipulieren mit immensen Subventionen dagegen an, und das geht nur, indem die Zentralbanken noch mehr Staatsanleihen zum Niedrigzins kaufen, um die Lasten der Staatsschuld bezahlbar zu halten (wb-Links, verschwiegene Skandale II und Italien-Pleite).

Diese ausufernde Problemlage wird laut Schnabl von Notenbanken, Politik und Gesellschaft ignoriert. Als die Zentralbanker konferierten, kam nicht die Rede darauf, und im Bundestagswahlkampf schon gar nicht. Warum der Wähler das duldet? Er versteht's nicht, er will nicht aus der Illusion des "immerwährenden Wohlstands" gerissen werden. Die Unzufriedenheit wächst nur unterschwellig, denn die jungen Menschen merken ja, dass ihnen die wirtschaftliche Perspektive genommen wird. Ältere fühlen sich oft unwohl, weil sinkende Geburtenzahlen durch Immigration ausgeglichen werden und die "Renten unsicher wirken".

Die etablierte Politik hat zwei Strategien gegen das Aufkommen von kritischer Konkurrenz:

  • Die Schuld wird den Märkten unterstellt, obwohl die Geldpolitik den "Anreiz für die Exzesse gibt". Die Globalisierug muss auch als Sündenbock herhalten, obwohl sie die Produktivität erhöht. Der Autor sieht im Aufbau von Handels-, Investitions- und Migrationsschranken die Aushöhlung des Wohlstands (hier folgt wb nicht).
  • Zudem gibt es Wahlgeschenke, Mütterrente, Rente mit 63 usw. Das ist derzeit in Deutschland noch finanzierbar. Wenn aber die Blase platzt, muss die EZB noch mehr Staatsanleihen kaufen, um den Standard zu halten.

Das aber sei ein aussichtsloses und politisch gefährliches Unterfangen. Deshalb sollte man eher heute als morgen den geldpolitischen Exzessen Einhalt gebieten. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


 

Medien-Links dazu:

  1. How Will The ECB's QE Tapering Impact The Market? Here Are The Possible Scenarios (Zero Hedge 14,.10.). Nach Reuters und Bloomberg will die EZB ihr Geldschwemmen-Programm wohl auf die Hälfte runterfahren, von 60 Mrd. pro Monat auf 30 Mrd. pro Monat, und es dann noch mindestens 9 Monate in Betrieb halten (tapering without tantrum heißt soviel wie Runtergehen ohne dass was kaputtgeht).
  2. ECB Reportedly Considering Slashing QE In Half In January, EURUSD Shrugs (Zero Hedge 12,.10., Has Mario Draghi's 'leak' weapon lost its mojo? Das heißt, Hat Draghis Geldflut-Waffe den Zauber verloren?)
  3. Politik der niedrigen Zinsen – Warum die Löhne nicht steigen (Süddeutsche Zeitung 13.10., mit Zahlsperre, in der Druckversion heißt es Wenn die Geldblase platzt): In Deutschland wächst die Ungleichheit. Bei der Suche nach den Gründen wird die Politik der niedrigen Zinsen weitgehend ausgeklammert. Dabei liegt hier das Problem – und alles kann noch viel schlimmer kommen.
  4. Richter: "The Pricing Of Risk Is Kaput" (Zero Hedge 3,.10.): Die von Draghi betriebene Negativzins-Politik schafft Absurditäten in der Eurozone. Der durchschnittliche Zins für Euro-Junk-Bonds (Firmenanleihen der Eurostaaten) ist auf ein Rekordniveau von 2,3% gesunken. Man zahlt für diese unsicheren Anleihen weniger als für zehnjährige US-Staatsanleihen, die als besonders sicher gelten.

Links von wissenbloggt dazu:

 




Evolutionsbiologie als Helfer fürs Sprachverständnis


Das Bild von Eric Gaba, Wikimedia Commons, zeigt die Verteilung der 7000 Sprachen auf der Erde. Sie sind in 34 farbigen Gruppen dargestellt, die in der Legende benannt sind.

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langleg1Was ist nun der Zusammenhang zwischen Sprachen und Evolutionsbiologie? Schon lange kennt man die Übereinstimmung zwischen den Sprachfamilien und den vorzeitlichen menschlichen Wanderbewegungen. Ein aktueller Artikel dazu heißt Evolutionary biology can help us understand how language works (The Conversation 10.10.).  Der Autor Michael Dunn ist Linguistik- und Philologieprofessor an der Universität von Uppsala. Seine Forschungsgebiete:

  • Warum sind die Sprachen, wie sie sind?
  • Warum gibt es an manchen Stellen so viele und an anderen so wenig verschiedene?
  • Wie entwickelten Sprachen sich so verschieden, um dieselbe Kommunikationsaufgabe zu erfüllen?
  • Was ist spezifisch menschlich an der Sprache, und wie formen Geist und Sprache einander?

Das sind neue Ansätze in der Sprachforschung, denn die alte Schule befasste sich eher mit der Sprache als solcher und mit der Rekonstruktion ihrer genealogischen Abstammungslinien.

Jetzt aber ist ein aufregender Kontakt zur Evolutionsbiologie etabliert. Die Evolutionsbiologen fragen ganz ähnliche Fragen wie Prof. Dunn und seine Kollegen. Z.B. warum sind sie auf diese bestimmte Weise verteilt, und warum sind sie mal ähnlich, mal unterschiedlich?

Der parallele Ansatz erlaubt den Sprachwissenschaftlern, die Computerprogramme der Evolutionsbiologie zu nutzen, und das wird belohnt mit neuen Einsichten in die Veränderungsprozesse und damit ins Wesen der Sprache allgemein.

Prof. Dunn konzentriere sich mit seiner Forschungsgruppe auf die große austronesische Sprachfamilie, die von Taiwan bis zu den Osterinseln verbreitet ist (im Bild oben braun gefärbt, unten rot). Der Grund: Man weiß einiges über die Verbreitung dieser Sprachen. Die einigermaßen bekannte Besiedelungsgegeschichte der Südsee erlaubt Rückschlüsse auf die parallelen Veränderungsprozesse der Sprachen. Die Logik folgt den Mendelschen Regeln der Vererbung, die anhand der Vererbung bei Pflanzen aufgestellt wurden. Die Verheißung ist, nicht nur die Sprachentwicklung so aufzuklären, sondern auch die Entwicklung des menschlichen Geistes (Bild der austronesischen Sprachverbreitung: Vrata, Wikimedia Commons).

1280px-Austroneske_jazykySprachen sind ja nicht nur Haufen von Wörtern. Sie enthalten auch Regeln, um die Worte zu sinnvollen Verlautbarungen zu gruppieren, genannt Grammatik. Wie auch die Worte, ändert sich die Grammatik über die Zeit. Aber tut sie es auf dieselbe Weise? Das wollten Dunn & Co. herausfinden.

Die lexikalischen Änderungen bestehen aus Lautveränderungen; die Worte klingen dann anders. Und sie bestehen aus Wortersetzungen, neue Worte nehmen den Platz von alten ein – und Grammatiken ändern sich auch auf diese Weise. Die Änderungen können graduell erfolgen oder in großen Sprüngen, wenn neue Strukturen adaptiert werden. Um den Grad der Parallelität zu bestimmen, wurden Werkzeuge der Evolutionsbiologie eingesetzt. Es ergeben sich ähnliche Stammbäume fürs Lexikon (Wörter) und die grammatischen Strukturen (Bild Lexical and grammatical rates of change in Austronesian von Simon J. Greenhill, Creative Commons licence).

languagelexi-strctureconversiondunnEs zeigte sich aber, dass Worte und Grammatik sich sehr unterschiedlich ändern. Verzweigungen im Baum der Sprachfamilien sind durch viel größere Änderungen im Lexikon als in der Grammatik gekennzeichnet. Warum das so ist, sollen weitere Forschungen zeigen. Die bisherigen Daten weisen darauf hin, dass den Sprechern Wortänderungen leichter von der Zunge gehen und auch bewusster sind als die eher abstrakten und unbewussten Grammatikänderungen.

Die Forschung findet immer neue Hinweise darauf, dass die menschliche Rasse älter ist als bisher geglaubt (Funde in China). Und die Sprache ist nicht bloß eine neuzeitliche Dreingabe. Sie fußt vielmehr mit tiefen evolutionären Wurzeln im menschlichen (und nichtmenschlichen) Bewusstsein. Das macht die Sprachforschung wichtig für die allgemeine Bewusstseinsforschung.

Zur Aktualität der Forschungsergebnisse merkt der Autor an, dass sie erst durch neue Programme und durch neue Daten erzielbar wurden. Ein Lob gebührt den Linguisten, welche die Bewegung zu open data und reproduzierbarer Wissenschaft unterstützen. Während die Forschungswerkzeuge und -hilfsmittel immer besser werden, nimmt allerdings die Sprachvielfalt ab. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung spricht inzwischen eine von 5 Sprachen: Mandarin, Hindi, Spanisch, Englisch, Arabisch. Tausende von "kleineren" Sprachen stehen vor der Auslöschung. Das macht die Sprachforschung dringlich, wo sie doch ein Fenster in den menschlichen Geist verspricht.

 

Weitere Links im Originalartikel bei The Conversion und bei wb:




Goldman Sachs: Spiel mit dem Untergang


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Die Skandalbank Goldman Sachs ist ein Aushängeschild des Kapitalismus', weil sie es verstand, aus dem Niedergang der anderen Profite zu schlagen. Von ihr wurden deutsche Institute wie die IKB ruiniert, indem Goldman ihnen die toxischen Papiere aus der eigenen Fabrikation verkaufte. Goldman zahlte 150 Mio. Strafe an die IKB (und diverse 100 Mio. an andere), was nur einen Bruchteil der Mrd.-Profite ausmachte (Bild: Clker-Free-Vector-Images, pixabay).

Ein aktueller Artikel weist darauf hin, wie Goldman dasselbe Spiel derzeit wieder anleiert. Goldman Is Allowing Its Clients To Bet On The Next Financial Crisis (Zero Hedge 11.10.). Der Autor Tyler Durden ist der Zero-Hedge-Macher persönlich. Er findet harsche Worte, um Goldmans Treiben zu beschreiben:

Vor einer Dekade schäumten die Aktienindizes über, was eine Reihe von übergierigen 30-jährigen Hedge-Fond-Managern dazu trieb, das Anlagegeld ihrer Kunden in ultrariskante Investments zu stecken (AAA-subprimes). Zu gewinnen waren ein paar Extra-Prozentbruchteile im Verhältnis zu Staatsanleihen – gegenüber unbegrenzten Verlustmöglichkeiten. Zu diesem Behufe hatten die smarten Jungs eine Erleuchtung: Sie kreierten neue synthetische Derivate mit einer großen Unwucht zwischen Gewinnchancen und Risiken ("huge convexity, provide little upside versus unlimited downside"). Die wurden an die beschissenstmöglichen Werte geknüpft ("link them to the shittiest assets possible") und gebührenpflichtig an die naivsten, geldgierigsten Idioten verkauft ("sell them to gullible, yield-chasing idiots").

(Dazu gehörte die "dümmste deutsche Bank" IKB im Besitz der KfW unter der Vorstandssprecherin der KfW-Bankengruppe Ingrid Matthäus-Maier. Unter dieser Ex-Politikerin machte die KfW 2007 einen Jahresverlust von 6,2 Mrd. und 2008 von 2,7 Mrd. Als die KfW versehentlich noch 300 Mio. an die insolventen Lehman Brothers überwies, trat Matthäus-Maier "aus gesundheitlichen Gründen" zurück.)

Für die smarten Hedge-Fonds-Manager blieb die andere Seite des Geschäfts: enorme Profite, wenn's crasht. Die besagten Instrumente waren CDOs (beschrieben in Der Bankenkrise zum 10-jährigen Jubiläum – eine erschütternde Analyse und Der Bankenkrise zum 10-jährigen Jubiläum – die zweite erschütternde Analyse). Nachdem Goldman eine Menge davon verkauft hatte, brach das Finanzsystem zusammen und wurde mit dem Multi-Billionen Programm gerettet, von dem sich die Welt immer noch nicht erholt hat.

Und nun die Neuauflage, diesmal mit Wetten auf quasi-insolvente europäische Banken.

Wieder offeriert Goldman seinen Kunden Profitmöglichkeiten am kommenden Crash (wie auch JPMorgan). Das betreffende Derivat ist ein total return swap (TRS, feste gegen variable Zinsen getauscht), der stark gehebelt ist und so ähnlich funktioniert wie ein CDS (credit default swap, Kreditausfallversicherung). Gemeinsame Grundlage sind Schulden. Früher waren's Kreditschulden, jetzt sind's sogenannte additional Tier 1 notes (AT1), die seit dem europäischen Crash von den Banken ausgegeben werden. Diese Papiere wurden ersonnen, um den Steuerzahler gegen staatliche Rettungssubventionen (bailout) zu schützen. Sie können aber auch andersrum als Instrument zum bail in genutzt werden, und sie sind hoch verzinst (4,8%). Das macht sie weltweit attraktiv in Zeiten von Nullzins. Aber sie sind auch hochriskant, weil sie von den Finanzregulatoren gewöhnlich als erste ausgelöscht werden, sobald sich die leiseste Insolvenzrisiko abzeichnet (wie im Juni bei der Banco Popular Espanol).

Mit diesen Derivaten können Investoren bei Goldman und JPM auf hochriskante Bank-Bonds wetten (dafür und dagegen). Andere Banken drängeln sich schon, um bei dem Spaß mitzuhalten; sie eröffnen in den kommenden Wochen Märkte für die TRS. Hier zeigt sich nicht bloß die weltweite Hatz nach Rendite. Auch Investoren greifen zu, die sich absichern wollen, falls die Schuldzinsen fallen – oder falls die Banken wieder crashen. Die TRS bieten Wetten für Leute, die an steigende Profite beim Index glauben (index buyer) und solche, die aufs Sinken setzen (index seller). Der Artikel ergeht sich in einer näheren Diskussion von Vor- und Nachteilen gegenüber CDS, er rundet das mit Grafiken ab und kommt zu dem Schluss, etwas Neues wurde gebraucht – und das sind die TRS von Goldman.

Für Goldman zählt, dass der Markt boomt. Die Bank kann sich über die TRS sehr billig absichern. Und die Spekulanten, die auf Sinken setzen (go short), werden profitieren wie die Banditen ("make out like a bandit"), wenn die AT1-emittierenden Banken, wie z.B. die Deutsche Bank, in eine unerwartete Krise geraten.

Die Deutsche Bank ist bereits auf den TRS-Zug aufgesprungen. Das entbehrt nicht der Ironie, denn der größte Gewinn aus TRS fällt an, wenn die Bank in ein Liquiditätsproblem gerät und ihre AT1 ausgelöscht werden. Werden die Händler der Deutschen Bank nun gegen die Deutsche Bank spekulieren? Wenn sie das tun und Erfolg haben, wird es keine Deutsche Bank mehr geben, welche die Profite kassieren kann …

Wem das pervers vorkommt, der ist in den Niederungen des modernen Bankings nicht zuhause. Banken haben schon mit CDS gegen ihre eigenen Kunden spekuliert, weil die Insolvenz der Kunden dann mehr einbringt als das Kreditgeschäft. Nun ist also wieder die Jagdsaison eröffnet: Die kranken Banken werden gejagt, zuerst in der Eurozone, dann überall.

Nachdem Goldman Sachs sich schon mit der Bilanzfrisur bei der Aufnahme von Griechenland in die Eurozone hervortat, nachdem die Firma weltweit Kunden mit AAA-subprimes reinlegte und dann noch auf deren Konkurs wettete, hat sie sich nun ein schönes neues Betätigungsfeld geschaffen. Da kann sie mit neuen Betrugsmanövern Kunden und Allgemeinheit schädigen – zum Wohle des eigenen Profits.

 

Links dazu:




Ärgernis staatliche Lügenzahlen


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Derzeit wird um den Familiennachzug der Immigranten gerungen, leider mit den Mitteln von Fake und Desinformation. Am Beispiel der Süddeutschen Zeitung wird hier aufgedeckt, wie manipulativ die Zahlen herausgegeben und präsentiert werden (Bild: geralt, pixabay).

Am 11.10. hieß die Schlagzeile der gedruckten SZ: 70 000 wollen nach Deutschland. Der onlinene Artikel ist nicht ganz so pauschal,  Familiennachzug – 70 000 Syrer und Iraker wollen Angehörigen nach Deutschland folgen (SZ 11.10.): Rund 70 000 Syrer und Iraker versuchen laut Auswärtigem Amt zu Angehörigen in Deutschland zu ziehen. Demnach liegen an den deutschen Auslandsvertretungen in Beirut, Amman, Erbil, Ankara, Istanbul und Izmir 70 000 Terminanfragen für einen Familiennachzug zu syrischen und irakischen Schutzberechtigten, die bereits in Deutschland sind, vor.

Die staatlichen Täuschungszahlen werden hier zu Lügenzahlen verfeinert. Klarerweise soll schon mit der Zahl 70.000 vom Auswärtigem Amt der Eindruck erweckt werden, der Familiennachzug sei zahlenmäßig gering und daher leicht zu bewältigen. Dabei ist nur gesagt, dass bisher 70.000 Menschen die restriktive Behördentour auf sich genommen haben und ihre Ansprüche an einer Stelle im Libanon, einer in Jordanien, einer in Kurdistan oder drei in der Türkei angemeldet haben. Das enthält kaum Information darüber, wie viele wirklich nach Deutschland kommen wollen – es ist Desinformation.

Was die SZ daraus macht, grerät gänzlich in den Bereich des Fakes. Die gedruckte Schlagzeile 70 000 wollen nach Deutschland ist definitiv irreführend. Seriös ermittelt wollen 39 Millionen nach Deutschland kommen (siehe Potentielle Migranten statistisch erfasst). Und für den Familiennachzug ist die realistische Schätzung  immer noch 1-2 Millionen, die kommen wollen. Denn die 70.000 sind solche, die bürokratisch reglementiert kommen können.

Hier wird falsches Spiel mit dem Unterschied von wollen und können getrieben. Die Willkommens-Kulturellen wollen eigentlich allen Familienmitgliedern – wenn nicht gar überhaupt allen – die Grenze aufmachen. Wohl wissend, dass die davon erfassten Millionen auf keine Zustimmung stoßen, stützen sie sich auf eine Teilmenge, die konträr zu ihren eigenen Vorstellungen ermittelt wurde (nur Iraker & Syrer, nur Vorstellige an den 6 Auslandsvertretungen).

Die Sammlung der irreführenden Argumente mit der Widerlegung dazu:

  • Heute weiß man, dass viel weniger Angehörige nachkommen als erwartet – bürokratisch kontrolliert nachkommen können, aber es wollen viel mehr kommen.
  • Sie belasten Deutschland nicht, sie helfen Deutschland – nur wenn sie hier einen Job finden, was auf die meisten nicht zutrifft.
  • Eine weitere Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzbedürftigen wäre nicht nur grausam und unmenschlich, sie wäre auch verfassungswidrig und damit ein Anschlag auf die Demokratie – dieser demagogische Politikerspruch dichtet dem Grundgesetz einen Anspruch an, der nicht drinsteht (keine Rede von Familiennachzug in § 16a), und er verformt das Recht nach Gutdünken: Beim Reinkommen dürfen die Immigranten das Recht brechen (rechtswidrige Grenzüberschreitung), und wenn sie drin sind, soll es für sie gelten (Familiennachzug), und wer sowas fordert, wagt von Demokratie zu reden?
  • Ein Vater, der um seine Kinder in Aleppo bangt, hat keine Kraft fürs Deutschlernen. Eine Familie dagegen, die zusammenlebt, stabilisiert sich und andere, findet sich rascher zurecht im neuen Land – warum soll der Vater bangen, wenn so wenige kommen wollen, mithin kaum jemand in Gefahr ist? Der Vater kann außerdem nach Aleppo gehen und dort mit seiner Familie zusammenleben.
  • Der Staat darf eine Familie nicht absichtlich trennen – das tut der deutsche Staat ja gar nicht.

Das letzte Argument ist perfid, weil es Deutschland die Schuld für die Trennung zuschieben will, und das vorletzte, weil es mit Ängsten manipuliert und die Möglichkeit der Familienzusammenführung vor Ort ignoriert. Beide stammen aus dem Artikel Flüchtlinge – Familie braucht Schutz (SZ 11.10.): Es wäre ein schlimmer Fehler, die Angehörigen aus Syrien und dem Irak nicht nach Deutschland nachkommen zu lassen.

Hier deutet sich die Salamitaktik an: Erstmal die Angehörigen aus Syrien und Irak, die schon vorstellig geworden sind. Dann alle anderen, um dem Argument zu entgehen, Wieso gerade die?

Diese 70.000 gehören zu weniger als 5% der Flüchtlings-Immigranten. Das wirft die Frage auf, was ist mit den Angehörigen der anderen ca. 50% der Leute, die solo gekommen sind? Entweder sind weniger als 5% Flüchtlinge, die ihre Familie nachflüchten lassen müssen – dann hat man uns mit dem Wort Flüchtlinge belogen. Oder die Zahl 70.000 ist eine politische Lüge und stellt nur den Einstieg in allerlei Weiterungen dar.

Hier nähert sich die Restglaubwürdigkeit der Null. Man konnte bereits staunen, wie gerade die Zahl 10.000 gefeiert wurde, obwohl das eine einmalige Zulassung von Flüchtlingen nach Frankreich sein soll (Frankreich: Macron will 10.000 Flüchtlinge legal einreisen lassen, Der Tagesspiegel 10.10.). Derweil haben CDU und CSU gerade max. 200.000 jedes Jahr beschlossen (plus die aus dem neu zu schaffenden Einwanderungsgesetz; Obergrenze: CDU und CSU wollen Zuwanderung von maximal 200.000 Flüchtlingen pro Jahr (Frankfurter Allgemeine Zeitung 9.10.). Das max. 20-fache also jedes Jahr gegenüber den einmaligen französischen 10.000.

Als ob Frankreich damit nicht seine Absage an die Immigration verbrämen wollte – und sowas wie den deutschen Familiennachzug kennt man in Frankreich gar nicht. Man nimmt mit Getöse einige wenige Immigranten auf und wahrt damit den Schein, man nähme an der europäischen Verteilung der Immigrantenbelastung teil. Und die Hauptmedien loben diese Augenwischerei, statt sie zu kritisieren. Manipulation und Irreführung also auch hier.

Besonders ärgerlich ist das für Gutwillige, die ja helfen wollen, aber bitte ohne belogen und betrogen und bevormundet zu werden. Und bitte auf rationaler Grundlage fernab vom Dogma, alle müssen herkommen und integriert werden. Wenn es wahr ist, dass so wenige Restfamilien kommen wollen, können die meisten Flüchtlinge ja getrost nach Hause gehen. Ihnen dort zu helfen, ist zehnmal effektiver.

 

 

Links von wb zum Thema:




Rezension zu „GOTTLOS GLÜCKLICH – warum wir ohne Religion besser dran wären“ von Philipp Möller


u1_978-3-596-29880-8.60897921Diese Rezension von Dr. Gerfried Pongratz (10/2017) gilt Philipp Möller, dem Diplompädagogen, Bestsellerautor und überzeugten Atheisten. Möller war Pressereferent der »gottlosen« Buskampagne und arbeitet heute für die Giordano-Bruno-Stiftung. Der Verlag zitiert Möller: »Ich möchte zeigen, dass ein Leben ohne Gott für extrem viele Menschen absolut selbstverständlich und wunderschön ist, und ein Gegengewicht bieten zu religiöser Werbung, so wie sie heute – im Verborgenen wie im Öffentlichen – absolut wieder üblich ist.« Provokant, unterhaltsam und unkonventionell trifft Philipp Möller mit seinen Fragen und Thesen einen Nerv. Die Rezension von Gerfried Pongratz:

Philipp Möller: „GOTTLOS GLÜCKLICH – warum wir ohne Religion besser dran wären“

Wer die vorhergehenden Bücher „"Isch geh Schulhof", "Bin isch Freak?“ und „Isch hab Geisterblitz“ von Philipp Möller kennt, weiß, was ihn mit „Gottlos glücklich“ erwartet: Entlang persönlicher Erfahrungen und weiterführender Gedanken eine humorvolle, zuweilen auch bissige Auseinandersetzung mit einem ernsten Thema – hin zu einem Plädoyer für „ein erfülltes Leben ohne Gott!“

Frömmigkeit verbindet sehr, aber Gottlosigkeit noch viel mehr“ meinte Goethe, dem Autor gelingt es auf lockere Weise, diese Aussage unter Beweis zu stellen. Akteure wie Philipp Möller und Organisationen, wie die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), tragen wesentlich dazu bei, dass es zu „gottloser Fröhlichkeit“ (Adolf Holl) kommen kann und der Begriff „gottlos glücklich“ in den allgemeinen Sprachgebrauch Eingang gefunden hat. Möller schildert die Hintergründe und den Ablauf säkularer Kampagnen, die von der gbs durchgeführt wurden, oder im direkten Umfeld der Stiftung entstanden sind. Beginnend mit der viel beachteten “gottlosen“ Buskampagne beschreibt er sein persönliches – von vielen Mitstreitern und der gbs unterstütztes – Bemühen, ungerechtfertigte Kirchenprivilegien und absurde Glaubensdogmen mit den daraus resultierenden Widerständen gegen eine offene Gesellschaft und einen weltanschaulich neutralen Staat aufzuzeigen, bzw. zu bekämpfen.

Knapp 40% aller Deutschen fühlen sich keiner Religion zugehörig und dennoch besitzen die christlichen Religionen (Kirchen) nach wie vor in nahezu allen Bereich des Lebens und Zusammenlebens der – auch konfessionsfreien – Bürgerinnen und Bürger großen Einfluss und bestimmen und beeinflussen – vom Kindergarten bis zum Sterben – die Geschicke vieler Menschen. Obwohl im deutschen Grundgesetz eine Trennung von Kirche und Staat festgelegt ist und von den meisten Politikern die Aussage „Religion ist Privatsache“ bejaht wird, ist Deutschland nach wie vor eine „Kirchenrepublik“ mit vielen Facetten; mehrere Milliarden Euro müssen von den Steuerzahlern – auch von Atheisten – dafür jährlich aufgebracht werden (die Erklärung, wie und warum es dazu gekommen ist, bildet einen interessanten Teil der Ausführungen).

Ich möchte zeigen, dass ein Leben ohne Gott für sehr viele Menschen absolut selbstverständlich und wunderschön ist und auch, dass man nichts für wahr halten sollte, wofür es keine Beweise gibt“ lautet eine der Grundaussagen des Buches, das auch engagierte Kapitel gegen religiöse Indoktrination durch Pflicht-Religionsunterricht sowie gegen Islamismus und Fremdenfeindlichkeit enthält und im Gegensatz dazu für Menschenrechte, Frauen Empowerment, Kinderrechte (gegen Zirkumzision) und die Möglichkeit eines selbstbestimmten Sterbens plädiert. Ob man ohne Glauben an Gott besser dran ist, müsse jeder für sich entscheiden, dass man aber ohne institutionalisierten Glauben, d.h., ohne Religion, besser fährt, steht für Philipp Möller, belegt mit geschichtlichen und zeitnahen Argumenten, fest. Beispielsweise hält er die Grundaussagen der christlichen Morallehre mit einer Unterscheidung zwischen Gut und Böse für gravierend falsch, da ihre Kriterien willkürlich sind und für die Gestaltung eines fairen Miteinander in unserer heutigen pluralen Gesellschaft nicht mehr ausreichen (Homosexualität z.B. ist nach christlicher Moral falsch, ethisch aber vollkommen unproblematisch). Die Alternative bietet ein ethischer Kompass, der in das Selbstbestimmungsrecht des Individuums fällt und fragt, ob eine Handlung fair oder unfair ist, bzw. ob durch sie die Rechte oder Interessen anderer verletzt, oder gewahrt werden.

Ein flott zu lesendes, in manchen Aussagen provokantes, dabei aber auch sehr informatives Buch, das gleichzeitig gut unterhält. Manche Passagen, vor allem zu den persönlichen Erlebnissen, sind etwas langatmig und manche Dialoge in direkter Rede wirken aufgesetzt. Eine deutliche Straffung mancher Textstellen hätte dem Buch gut getan, insgesamt bietet es aber interessante Einblicke in das Denken bekennender Atheisten und deren Ziele, Religionen in allen Lebensbereichen zu privatisieren, den Einfluss der Kirchen zurückzudrängen, Humanismus zu verbreiten, Aufklärung zu betreiben und zum Nachdenken anzuregen (ein wichtiges Element dazu bildet die Forderung, Pflicht–Ethikunterricht landesweit in allen Schulen und Schulstufen einzuführen).

 

Gerfried Pongratz

Philipp Möller: „GOTTLOS GLÜCKLICH – warum wir ohne Religion besser dran wären“, Fischer Taschenbuch, 2017, ISBN 978-3-59629880-8, 320 Seiten.

Weitere Rezensionen von Gerfried Pongratz




Die Angst Sigmund Freuds – die Angst unserer Psychiatrie von Frank Sacco


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Frank Sacco, Doktor der Medizin, schreibt zu diesem Artikel: Eine Psychoanalyse konnte bisher nicht zu der eigentlichen und größten Angst der Menschen vordringen, da diese Angst nicht analytisch thematisiert wurde. Eine "Psychoanalyse" wirkte deshalb bisher nur über eine Ich-Stärkung. Die hier voliegende Psychoanalyse Sigmund Freuds macht eine Analyse der "größten Angst" (Karl Jaspers) des Menschen überflüssig. Man kann sie beim Erkrankten voraussetzen und sogleich ad absurdum führen (Bilder: Sacco).
 

Die Angst Sigmund Freuds – die Angst unserer Psychiatrie von Frank Sacco

Ja, „Angst“ war es, schreibt Freud an Jung am 17. Febr. 1911, die ihn in seine diversen Ohnmachten schickte. Und niemandem war bisher eindeutig, worin diese Angst bestand. Erst ein Internist muss Freuds Innenleben posthum klären. Ein Stück eigener  „Neurose“ sei es, und an der müsse man „arbeiten“. Das äußert der erwachende Freud. Das Internet klärt uns auf. Nach einer  Eingabe „Ohnmachten Sigmund Freund“ werden die Situationen beschrieben, die den Analytiker auf die Bretter schickten. Freud fiel nicht  in Ohnmachten, wenn von Kastrationen die Rede war, sondern wenn die Sprache auf das Umbringen von Göttern kam. Freud hatte ja mit seinen Äußerungen, Religion sei Wahn, ja ein Massenwahn, und sie sei eine kollektive Zwangsneurose, seine beiden Kindheitsgötter Jahwe und den Christengott umgebracht. Er hatte damit die größte Sünde für einen Juden begangen. Zwei Götter sind die von der Tiefenpsychologie bisher vergeblich gesuchten „Leichen in Freuds Keller“. Selbst Freud ist der Zusammenhang seiner Neurose mit Leichen eindeutig gewesen (Brief an Ferenczi vom 9. Dez. 1912). Es waren aber, Gott sei Dank, keine wirklichen Leichen. Schon Zeus war eine Erfindung skrupelloser Geistlicher.

Freud wuchs bireligiös auf. Seine jüdische Mutter erinnerte ihn an sein katholisches Kindermädchen: „Sie hat dich in alle Kirchen getragen; wenn du dann nach Hause gekommen bist, hast du gepredigt und erzählt, wie der liebe Gott macht.“ Nun, lieb war und ist dieser „Gott“ nun so gar nicht. Immerhin hat er mit der Sintflut den ersten Holocaust mit über 6 Millionen Ertränkten begangen. Und er hält ein Dauer-Lager vor: Die Folter-Hölle. Unter Jesus sei es in diesem KZ  (Diktion Hürlimann) schlimmer als unter Hitler, schreibt unseren Kindern der Kirchenautor Hans-Werner Deppe, betanien-Verlag. Dessen Partner ist das Erzbistum Paderborn. Der kleine Sigmund war in und nach seinen Kirchenbesuchen dem grausamsten aller bisher bekannten ca. 8 Millionen Götter ausgeliefert: Unserem Bibelgott. Und der mag spätestens nach Jesu Kreuzestod, veranlasst durch Juden,  Angehörige jüdischen Glaubens so gar nicht. Ein jüdisches Kind darf man mit ihm, dem erklärten Antisemiten und Lehrmeister Luthers in Sachen Judenhass, nicht alleine lassen. Der Gott im NT droht neunmal mehr mit einer Feuerhölle als sein viel harmloserer Vorgänger, der kinderlose Jahwe. Und er trieb letztlich Freud über starke Schuldgefühle in den Tod: Die Angst vor einer Gottesstrafe hatte über ein Sacco-Syndrom Freuds unbändige Nikotinsucht mit der Folge eines Mundhöhlenkarzinoms ausgelöst.

Freud ermordete mit dem Satz „Religion ist Wahn“ seinen Gott Jahwe  allerdings nur in seinem Oberflächenbewusstsein. Er blieb wie auch der Gottesmörder Nietzsche („Gott ist tot“) gläubig, konnte und mochte aber diese tiefe Gläubigkeit weder bei sich noch bei seinen Patienten erkennen. Für sein eigenes Unbewusstes ist man betriebsblind. Seine spektakulärste Ohnmacht fand während des Psychoanalytischen Kongresses in München 1913 statt. Der Vortragende Jung erklärte gerade, Pharaonensöhne hätten regelmäßig ihre Väter (Götter) getötet, um sich selbst zum Gott zu machen. „In diesem Augenblick ist Freud ohnmächtig vom Stuhl gesunken“, so Jung. Der Grund: Die plötzliche Erinnerung Freuds an seine „Sünde“, seinen  eigenen Gottesmord. Seinen Doppelmord. „Man bringt keine Götter um, an die man nicht glaubt.“

Zu offensichtlich mied der Analytiker die zentralen schmutzigen Themen seiner Religion wie Jüngstes Gericht und ewige Qualen in einer Hölle, also die politisch und im Eigennutz  erdachten Erfindungen, die unsere Geistlichen bei den Kindern dieser Gesellschaft mit so großem Erfolg bereits im Kindergarten zu einer „Glaubensgewissheit“ erheben. Darum hat man sie sich ja etabliert, die christlichen Kindergärten. Der vermeintliche „Atheist“ Freud war, was ihm nicht bewusst war, in seinem Urgrund streng gläubig. Weitere „Sünden“ gegen seine Kindheitsgötter ließ Freuds Unterbewusstsein nach seinen Gottesmorden nicht mehr zu. Das Maß der „Sünde“ war voll. Derartige „Frevel“ hätten darin bestanden, offen fundamentale Religionskritik zu äußern und Patienten die Ursache ihrer Erkrankungen als Verbrechen der Terror-Kirchen an ihnen darzulegen. Immerhin schreibt Deppe unseren verschreckten Kindern, es könne in der Hölle sogar heißer sein als irgendwo auf der Erde, nämlich „6000 Grad“. Kirche und Bibel, und das sage ich in meiner Funktion als geweihter Priester, sind das Gegenteil von Gott. Für mich nahezu unerträglich sind Freuds Lobpreisungen unserer Religion bzw. der Kultur in seinen Schriften „Die Zukunft einer Illusion“ und  „Das Unbehagen in der Kultur“. Die Erstarkung des Über-Ichs sei ein „höchst wertvoller psychologischer Kulturbesitz“. Das, was ich in meiner täglichen Praxis unternehme, nämlich Gläubigen ihre sie krank machende Gläubigkeit in der analytischen Therapie zu „entreißen“,  sei gar eine „Grausamkeit“ (in „Die Zukunft einer Illusion“). Der Klient fühle sich dann nicht mehr als „Objekt zärtlicher Fürsorge einer gütigen Vorsehung“. Nun, gibt es eine zärtliche Güte bei ca. 6000 Grad Celsius? Bei der Vorstellung dieser Hitze gerät nicht nur Freud in eine religiöse Denkhemmung. Dabei sollte sich kein Therapeut scheuen, seine Klienten vor einer Hitlerfigur zu retten. Mit seinen Theorien  führte Freud die Psychiatrie bis heute in eine diagnostische und therapeutische Sackgasse. Fatal an der Entwicklung: Freud übertrug seine Angstneurose auf die nachfolgenden Generationen von Psychiatern und Analytikern. Diese schließen sich nämlich in ihrem  Studium Freuds Statement, Religion sei Wahn, beherzt, überglücklich, aber viel zu naiv an. Die klerikal als „Sünden“ eingestuften Verhaltensweisen Atheismus und Agnostizismus bekommt man  in einer Vorlesung über Freud nicht geschenkt. Man muss sich diese Einstellungen gegen sein Unbewusstes erkämpfen. Das dauert einige Zeit.

Wie intensiv unsere Therapeuten, ohne es zu begreifen, durch die Einführung des  Sündenbegriffes der Kirchen Arbeit bekommen, sei hier erläutert: Die 260 klinischen Fälle, die Sigmund Freud in seiner „Psychopathologie des Alltagslebens“ anführt, lassen sich ausnahmslos in die vier „Sünden“ nach der Bergpredigt ordnen: 57 x Lügen, 122 x Egoismus, 39 x sexuelle „Verfehlungen“, 42 x Lieblosigkeit. Das ermittelte Tournier. Nur ein Beispiel: Freud deutet seinen spektakulären Fall der „Elisabeth von R.“ falsch. Das Mädchen Elisabeth liebte den Ehemann ihrer Schwester. Diese starb. Am Totenbett ihrer Schwester kam ihr der Gedanke: „Nun ist er frei und kann dich  heiraten“. Es entwickelte sich bei der Patientin eine schwere Neurose mit hysterischen Schmerzen. Nun, ihr Gedanke am Totenbett ist nur zu menschlich. Auch ist man für Gedanken strafrechtlich und speziell als Kind völlig unschuldig. Anders in der Religion. Der Christengott erst erfindet Gedankenlesen und straft ethisch nicht einwandfreie Gedanken als schwere Sünden. So  hat das Mädchen doch „Freude“ über den Tod der Schwester schon am Totenbett empfunden. Religiös ist so etwas Selbstsucht und Lieblosigkeit. Für Gedanken könne „man doch nichts“, beschwichtigt Freud seinen Patientinnen und versuchte, sie auf diesem Weg zu heilen. Doch Freud hat diese Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Christengott ist da völlig unnachsichtig. Die Bibelschreiber lassen ihren Jesus äußern, es sei besser, sich eine Hand abzuhacken oder ein Auge auszureißen, als durch einen sündigen Gedanken in seine ewige Hölle, in sein ewiges „höllisches Feuer“ zu kommen (Diktion der Bergpredigt).  Aus dem Zimmermannssohn Jesus macht die Bibel einen Hitler, vor dem man sich, speziell als Kind,  nur grausen kann. Doch nach dem Dogma sollen sie diese Figur auch noch lieben! Wie geht das denn?

So verbleibt Freud bei seiner leidigen Kastrations- und Triebtheorie und der notwenigen Unterdrückung der Triebe durch die „Kultur“ im Oberflächlichen behaftet. Freud zu dem Casus „Elisabeth“: Die Neurose „entwertet die reale Veränderung, indem sie den in Betracht kommenden Triebanspruch, also die Liebe zum Schwager, verdrängt…“ Er schreibt hier nichts vom zentralen Thema Sünde. Religionspsychologisch sind die halluzinierten, aber als real empfundenen Schmerzen der Elisabeth ein klassisches Buße tun, also ein selbstauferlegter religiöser Masochismus analog dem Augenausbrennen des Ödipus. Ödipus opferte Zeus ja sein Augenlicht, um wegen des Inzestes mit seiner Mutter nicht in den Tartaros, die Hölle zu müssen. Der Ödipuskomplex fußt auf  Gott- bzw. Höllenangst und nicht etwa, wie Freud lehrte,  auf einer Kastrationsangst. Elisabeth bietet ihrem Gott das Erleiden von Schmerzen an im Austausch zu ewigen Höllenqualen. Jede Buße ist der Versuch eines Deals mit dem jeweiligen Gott. Herbei halluzinierte Schmerzen können wir heute in der Fibromyalgie erkennen. Organisch finden wir da nichts Gravierendes – aber eine präexistente Depression. Daher muss ein Therapeut mit Fibromyalgie-Kranken über Religion und Sündengefühle reden können. Denn diese Schmerzpatienten „heilen“ ihre begleitende Depression durch ständige Bußen. Darum können, und das treibt unsere Schmerztherapeuten täglich  in die Verzweiflung,  da selbst Morphine nicht groß helfen. Der Schmerz wird gebraucht.

Ich dürfe das nicht, mein Reden als Psychotherapeut über Religion mit Patienten, so ein Vertreter der etablierten Psychiatrie zu mir. Das könne die Patienten „beeinflussen“. „Verpönt“ sei das Thema Religion in der Psychotherapie, so der Autor und Chefarzt Manfred Lütz. Hier äußert sich die ganze Erkrankung meiner Kollegen. Hier klärt sich auch die extrem hohe Suizidrate der Psychotherapeuten. Sie sind Übertragungen hilflos ausgeliefert, da sie nicht wissen, welche gravierenden Ängste sie überhaupt behandeln. Sie behandeln ja eigentlich Gottängste, leiden aber selbst unter ihnen. Der Psychiater meiner Ärztekammer äußerte in Bezug auf meine Arbeiten, und das ist eine klassische Projektion, ich sei paranoid krank. Er könne „sicher ausschließen“, dass ein Kind durch das Predigen einer Feuerhölle krank werde, auch dann nicht, wenn die Mutter dem Kind sage: „Der liebe Gott wird dich strafen.“ Denkenden Menschen fehlen da die Worte. Dabei hatte in gleicher Sitzung die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer gemeint, die Kirchen seien grausam. Ich zitiere hier auch gern die Berliner Psychiater-These. Wie so oft kommt die Psychiatrie hier ohne vorzeigbare Untersuchungen zu einer „Gewissheit“, die nur ihr Wunschdenken darstellt. Die etablierte Psychiatrie erweist sich so als nicht nur angstneurotisch krank, sie ist zudem in einem Wahnsystem befangen und damit klassisch in Angstabwehr paranoid strukturiert. Sie stabilisiert sich durch das Leben in einer Wahnwelt. Den Wahn aber erkennt nicht, und das schreibt Freud sehr richtig, „wer diesen Wahn noch teilt“.

Worin liegt dieser Wahn genau? Er liegt neben der Fehleinschätzung, selbst nicht orthodox gläubig zu sein, in dem Nichteingestehen der Entstehung religionsbedingter Erkrankungen durch die fundamentalistischen, grundgesetzwidrigen und damit verbrecherischen Dogmen der Kirchen – auch unserer Amtskirchen. Wir erkennen: Ein nicht organisch bedingter Wahn ist analytisch ein Schutz-Versuch des Individuums. Und diese schützende Mauer lassen sich meine Kollegen nicht gern nehmen, steht man doch dann zunächst schwersten Ängsten gegenüber. Und doch: Wo krankmachendes Über-Ich ist, muss Ich werden.

Nun, die Psychiatrie ist immer ein Abbild der jeweils zeitgleich existierenden  Gesellschaft. Das wird ein Thema für einen weiteren Artikel sein. Das „Unbehagen in der Kultur“ resultiert nicht wie Freud meinte, überwiegend aus einem kulturell aufgenötigten Triebverzicht. Unbehagen  entsteht, wenn eine Religion nahezu jede Ausführung sexueller Tätigkeit und jede andere „Sünde“ unter Höllenstrafe stellt, vor der nur eine Beichte oder ein gnädiger Jesus an einem „Jüngsten Tag“ retten könne. Wie kann denn beispielsweise Onanie eine Sünde sein, wo doch auch Jesus als normales Kind onaniert hat? Wer aber sagt, Jesus sei nicht normal gewesen, versündigt der sich nicht? In diesem Sinn wünsche ich meinen Lesern noch einen schönen Abend.

dav

Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor u.a. des Buches "Wenn Glaube krank macht", BoD, 404 Seiten, 12,99 €

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Streit um Kolumbus


seville-2022165_1280Wo die Deutschen ihren Luther haben, um des ausgehenden Mittelalters zu gedenken, haben die Amerikaner ihren Kolumbus. Wie auch Luthers Gedenken zwiespältig ausfällt, so wird auch um Kolumbus gerungen. Hat Kolumbus den schlimmsten Genozid zu verantworten? Oder ist er der Revolutionär der globalen Ökonomie? (Bild: Ei des Kolumbus in Sevilla, JaimePF55, pixabay.)

Die Vereinigten Nationen haben den 9. August zum Internationalen Tag der indigenen Völker erklärt. Diese Völker repräsentieren 5000 Kulturen, sie machen 5% der Weltbevölkerung aus und 15% der ärmsten Bevölkerung. Von den rund 7000 Sprachen weltweit wird die große Mehheit von den indigenen Völkern gesprochen.

Dies Jahr wurde das zehnjährige Jubiläum der UN-Deklaration zu den Rechten der indigenen Völker mit ihren 46 Artikeln gefeiert. Aus diesem Anlass gab es ein kritisches Geleitwort, What Columbus Day really celebrates: The “most massive act of genocide” in world history (salon 10.11.): Christopher Columbus’ arrival marked the beginning of the genocide of Native Americans, history’s largest genocide.

Das geht wohl auf ein Buch von David E. Stannard zurück, American Holocaust: Columbus and the Conquest of the New World. Dort heißt es: Die Auslöschung der amerikanischen Indianer war der massivste Akt von Genozid in der ganzen Weltgeschichte. Es geht um 100 Millionen Menschen, die in der Zeit umkamen. Von 20 Uramerikanern überlebte nur einer das "Blutbad".

Eine Gegensicht publizierte der Artikel How Columbus Revolutionized The Global Economy (MisesInstitute 11.10.). Demnach wird das Wortgefecht um den Genozid seit Jahren mit Verbitterung geführt. Nur dass eben wenige Zeigefingerschwinger ("pundits") die wirtschaftlichen Zusammenhänge richtig wahrnehmen. Und die sprechen eine ganz andere Sprache, weil sie Kolumbus auch große Verdienste zuschreiben.

Zudem sind die Zahlen (1 von 20 überlebte) umstritten. Kaum ein Experte bestreitet jedoch, dass der amerikanische Kontinent spärlich bevölkert war, als Kolumus' Mannen eintrafen. Im Verhältnis zu den Ressourcen war die Bevölkerungszahl überaus klein. Und das ist wichtig für die ökonomische Argumentation.

Es gibt eine wachsende wissenschaftliche Durchdringung der amerikanischen Geschichte, die sich mit den sogenannten Grenzstaaten ("frontier states") befasst. Die Wissenschaft legt dar, dass Grenzregionen wie in Amerika, Australien, Südafrika und Ostrussland ganz anders anzuschauen sind als die seit längerer Zeit unveränderten Länder, ökonomisch, politisch und soziologisch.

In Nord-, Mitel- und Südamerika besiedelten neue Menschengruppen das Land, das einst von ganz anderen Völkern besiedelt war, mit anderen Gebräuchen, Wirtschaftsformen und Instttutionen. Die Bewegung der Immigranten ins Grenzland und ihre Ausbeutung der Naturschätze haben die Gegebenheiten von heute maßgeblich mitgeformt.

Der Begriff der Großen Grenze ("The Great Frontier") wurde Ende 19. Jhd. und Mitte 20. Jhd. ausformuliert. Die große Zeit der Grenzbesiedelung von 1500 bis 1900 revolutionierte die globale Wirtschaft und die globale Demographie (Anmerkung wb: ein schöner Euphemismus für den "Genozid").

Grenzstaaten werden so definiert, dass sie in den zurückliegenden Jahrhunderten ihre Macht über Territorien ausdehnten, die an ihr Kerngebiet angrenzten. Hier ist nicht Afrika, Indien oder Ostasien gemeint, sondern die Regionen, die durch Mangel an Arbeitskräften im Verhältnis zum Überfluss an natürlichen Ressourcen gekennzeichnet sind. Für die ist Arbeitskräftemangel bezeichnend, mit diversen Auswirkungen, bis hin zu Immigration und Sklaverei. Wo es zuwenig Arbeitskräfte gibt, um zu ackern und zu ernten, zu baggern und zu schürfen, werden die Menschen erfinderisch.

Selbstredend ist dann die Urbevölkerung schon dezimiert, durch Krieg und eingeschleppte Seuchen. Das ökonomische Problem hieß dann, Arbeitskräfte aufzutreiben:

  • Siedler anlocken – in der Richtung wurden diverse Strategien ausprobiert. Es gab Zeitverträge, mit Zahlung der Transportkosten von Europa her gegen ein paar Jahre Arbeitsverpflichtung und mit anschließender freier Staatsbürgerschaft. Als die Grenze sich westwärts verschob, gab es die Homestead Acts und günstige Landverkaufs-Programme, um die Siedler nach Westen zu locken. In Argentinien gab der Staat sogar Beihilfen an Siedler aus Italien. Die vielen europäischen Namen der Amerikaner künden vom Erfolg der Siedlerwerbung. Dabei waren es nicht nur Europäer, die immigrierten. Im 19. Jhd. strömten chinesische und japanische Arbeiter in die USA, um von den kalifornischen Arbeitskräftemangel zu profitieren. Ähnlich war es in Brasilien und Peru, und als die Sklaven in Kuba befreit wurden, mussten dort zehntausende von chinesischen Arbeitern als Ersatz importiert werden.
  • Sklaven heranschaffen – wo die freiwillige Immigration nicht ausreichte, um die Löhne auf das Maß zu drücken, das Besitzern und Regierungen behagte, wurde die Sklaverei eingeführt. Mit Sklavenarbeit ließen sich die Kosten nicht nur für die Sklavenarbeiter niedrig halten, sondern auch für freie Arbeitskräfte. Das bewährte sich vor allem bei manuell anspruchsvoller Arbeit wie in den Zuckerrohr- und Baumwollplantagen. Größter Sklavenimporteur war Brasilien, wo es zeitweise ein mehrfaches an Sklaven gab wie an eropäischstämmiger Bevölkerung. Im Lauf der Zeit wurde diese "Lösung" zum Konfliktthema, und zwar in vielen Staaten. Anders als viele Linke meinen, ist die Sklaverei keine US-amerikanische Spezialität. Sie zeigte sich in vielen "Grenzstaaten" rund um die Welt. In Nord- und Mittelamerika lohnte sie sich wegen des Arbeitskräftemangels besonders. Deshalb konnte sie dort erst später abgeschafft werden als in Europa.

Für die westeuropäische Bevölkerungsexplosion während der Industrialisierung und ins 19. Jhd,. hinein gab es einen einfachen Ausweg. Die leeren Räume in Amerika waren der ideale Ort, um missliebige soziale Klassen zu entsorgen. Die Politiker konnten diese Menschen ermuntern oder subventionieren, den Ozean zu überqueren. Die Briten schickten ihre Straftäter nach Übersee, Arbeiter aus Süditalien und Irland folgten freiwillig.

Die geringe Bevölkerungsdichte und der damit zusammenhängende Arbeitskräftemangel verhinderten Dumpinglöhne. In der Folge glichen sich auch die Löhne in Europa nach oben an. Für die Zurückgebliebenen gab es den Vorteil, dass auch sie von den Schätzen Amerikas profitierten, incl. Fischrei, Bergbau und Plantagen. Und das geht bis heute. Europa profitiert weiter von der amerikanischen Dynamik.

Wenn Europa jetzt über die Immigration aus dem Nahen und Mittleren Osten und aus Afrika klagt, dann tut es das angesichts einer immer noch recht einheitlichen Kultur. Die modernen Post-Grenzstaaten sind erheblich vielgestaltiger. Die USA haben 70% europäischstämmige Bevölkerung, in Kanada sind es 81%., in Europa 90%.

Lateinamerika ist noch bunter. Brasilien hat 40% europäischstämmige Bevölkerung. Das Erbe der importierten Sklaven ist unübersehbar. Nur in Russland ist es ähnlich wie in Europa. Es ist albern, wenn Europäer den Amerikanern (oder Lateinamerikanern) was über Toleranz und Offenheit erzählen wollen. Die Mitglieder der neuen Welt wissen viel mehr darüber als die Europäer, die zuhauseblieben und von denen profitierten, die nach Übersee gingen. Und die letztlich auch von der Sklaverei profitierten, aber den Menschen in Übersee die Probleme überließen – inklusive der Bevölkerungsexplosion, welche die US-Bevölkerung von 1830 bis 1900 verfünffachte.

Das war keine kleine Sache. Mindestens 18 Millionen Immigranten aus Europa mussten integriert werden – mehr als 1830 in ganz Amerika lebten. Wenn man die Neigung der Europäer zu Weltkriegen einkalkuliert, kann man nur mit Beklommenheit überlegen, wie eine solch destabilisierende Situation in Europa wohl gehandhabt worden wäre.

In vieler Hinsicht sind die politischen Gegebenheiten der Neuen Welt ein Erbe der Grenzzeiten. In Grenzstaaten findet man geringere öffentliche Ordnung und Sozialleistungen. Das mag an diversen Faktoren liegen, von Umzugsbereitschaft über Kosten für Datenerhebung und Ordnungserhaltung bis zu den schwierigen Beziehungen zwischen Siedlern und Urbevölkerung.

Das möge bedenken, wer die amerikanischen Staaten nur als wackelige Gesellschaften sieht, mit niedriger Vertrauensbasis, fehlendem sozialem Zusammenhalt und hohen Kriminalitätsraten. Das alles ist eine Folge der kultuerellen Divergenz. Nicht-Grenzstaaten haben Jahrhunderte Zeit gehabt, um zusammenzuwachsen. Die Gesellschaften der Neuen Welt haben bis dahin noch einen langen Weg vor sich.

Und Kolumbus? Der hatte garantiert keine Ahnung von der sozialen und ökonomischen Revolution, die er lostrat, indem er Europa den Weg zur Großen Grenze eröffnete. Kolumbus wollte nur reich werden. Doch die Menschen von heute leben mit dem Erbe von Europas Expansion in die neuen Länder, die Kolumbus begann.

 

Weitere Links:

 




® Unglaublich!


ghost-1459234_1280Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Menschen an Geister glauben. Geister sind reine Phantasieprodukte, die nicht real existieren. Die Menschen erdenken sie in zigtausendfachen Varianten und nennen sie Götter. Meistens glauben sie nur an einen einzigen Gott, und fremde Geister verachten sie mehr oder weniger (Bild: GraphicMama-team, pixabay).

Der eigene Gott ist aber wahr und echt, glauben die davon Befallenen. Er ist das Höchste und zugleich die festeste Basis. Diesem imaginären Gott werfen sie sich zu Füßen, und sie titulieren ihn als Herr: Sie treiben freiwillige Selbstversklavung.

Ihre menschlichen Bedürfnisse sind sie bereit einzuschränken, weil sie der realen Natur weniger trauen als den vermeintlichen Einflüsterungen der Geister. So unterwerfen sie sich perversen Regeln, mystischen Ritualen und masochistischen Selbstverleugnungen. 

Sie glauben an die absurdesten Dinge, an einen Himmel, in dem sie nach dem Tode weiterzuleben wünschen, und an eine Hölle, vor der sie ihren Kindern Furcht einbleuen.

Sie akzeptieren die Mär von Spinnern und Scharlatanen als Propheten oder Apostel, und was diese Betrüger als Schriften hinterlassen, halten sie heilig. Sie bauen ihrem Glauben Häuser, und wo ihnen nach Prunk ist, protzen sie damit: Reliquien, Schreine, Gewänder, Bilder und Altäre.

Sie unterwerfen sich (mehr oder weniger) überkommenen Geboten, sie folgen menschenfeindlichen Regeln. Wenn es sie besonders schlimm erwischt hat, kleiden sie sich mit perversen Verhüllungsgewändern oder albernen Hüten.

Sie legen "Beichte" ab, d.h. sie treiben Selbstbezichtigung mit realen oder eingebildeten Sünden. Sie "beten", d.h. sie sprechen zu niemandem und glauben trotzdem, sie würden Gehör finden.

Menschen, die sonst gar nicht korrupt sind, kanalisieren Geld in die Kassen der Kirchen und schanzen ihnen Vorteile aller Art zu. Normalerweise ehrliche Menschen verteidigen die Vorzugsbehandlung von religiösen Agendasetzern, Maniputateuren und Verdummern.

Und – nicht zu vergessen – viele tun Gutes im Namen der Geister, von denen sie besessen sind. Wie schade um das Engagement, um die Zuwendung, die von minderwertiger Motivation heraus vereinnahmt wird, anstatt sich unmittelbar der Würde und Güte der Menschen zuzuschreiben!

Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Welt, die voll ist von solch unglückseligem Geister- und Götterglauben. Eine Welt, in der Menschen dermaßen verdummt sind, dass sie an ein Leben nach dem Tode glauben und womöglich noch eine Höllenfurcht davor haben, sie könnten das vermeintliche Finale im Himmel verpassen.

In genau so einer Welt leben wir.

Unglaublich!

 

(Dieser Artikel wurde am 21.12.16 veröffentlicht und am 9.10.17 upgedated)

Weitere unheilige Links:




Diskussion über Familiennachzug


dogs-708354_1280Das Thema Familiennachzug dürfte über die Zeit hinweg eine zentrale Stelle in den Medien einnehmen. In der Zeit ist schon ein Artikel zu lesen, der wieder zahlreiche Leserkommentare hervorgerufen hat (Bild: Counselling, pixabay).

Der Artikel heißt Flüchtlinge: Familiennachzug gelingt nur in wenigen Fällen (ZEIT ONLINE 7.10.): Anerkannte Flüchtlinge haben das Recht auf Familienzusammenführung. Doch nur wenige Verwandte sind 2017 nach Deutschland nachgezogen – viele sitzen in Griechenland fest.

Im Artikel werden ein paar Stimmen zum Thema genannt, aber die über 600 Leserkommentare sind wie schon in anderen Fällen interessanter. Vor allem die Meinungsvielfalt liefert eine Menge Argumente. Diesmal ist die Diskussion von mehr Aufregung und Streit geprägt als sonst. Die Redakteure haben viele Meldungen als Verstoß gegen die Diskussions- und Anstandsregeln gelöscht. Indem sie die restlichen Meinungen online stellen, erwirbt die Zeit bleibende Verdienste. Bei wissenbloggt werden die Leserkommentare inhaltlich referiert, sortiert, komprimiert und bilanziert (wb-Moderation kursiv, wb-Anmerkungen kursiv in Klammern):

Ungleicher Maßstab

Einige Kommentare nennen es Komisch, dass man jetzt auf das Recht pocht, wo jene, die dieses in Anspruch nehmen wollen, rechtlich gesehen an der Grenze hätten abgewiesen werden müssen, weil sie illegal über ein sicheres Drittland einwandern wollten. Ein anderer Kommentar ist so ähnlich: Angehörige von Flüchtlingen haben nach der Dublin-Verordnung der EU einen Anspruch darauf, mit ihren in anderen EU-Ländern lebenden Familienangehörigen zusammenleben zu können. Vorher hat man es mit der Dublin-Verordnung auch nicht so genau genommen. Denn laut dieser wäre Deutschland für die allermeisten Asylbewerber gar nicht zuständig gewesen.

Und noch ein anderer: Die Zuwanderungs-Fans auf der Linken erinnern sich plötzlich an unsere Gesetze – das ist doch wirklich überraschend. Aber auf diese wird nur dann gepocht, wenn sie für die eigenen ideologischen Forderungen nützlich erscheinen. Üblicherweise darf doch, wenn es um sog. "Flüchtlinge" geht, das Recht ausgehebelt und dann mit Füssen getreten werden. … Es wird Zeit, die wirklichen Ursachen für Migration zu benennen: Das extrem hohe Bevölkerungswachstum in arabischen Ländern, so hat sich die Zahl der Menschen dort in einer Generation die Bevölkerungszahl verdoppelt – von 1985 auf 2010 von 10 auf 20 Mio., vorher von 1960 auf 1985 von 5 auf 10 Mio. Das sind die Probleme, welche gegenwärtig auch die jungen Männer aus Nigeria an die libysche Küste und dann nach EU-Europa lockt. It´s not our fault. (Mit der letzteren Argumentation steht der Kommentator allerdings alleine.) Und: Es sieht in der Tat so aus, als wollten diejenigen, die unrechtmäßig einen Asylstatus erschlichen haben, sich rechtmäßig ihre Familie nachholen. Widersprüchlicher geht's nicht mehr!

Die Frage dazu: Warum werden Sie und viele andere vor allem (als Kommentator) aktiv, um Rechte von anderen einzuschränken, und so gut wie nie, um jemandes Rechte einzuklagen? (Da könnte man natürlich die Rechte der Einheimischen nennen.)

Kontra

Die andere Seite sieht ein weiterer Kommentator: Das baden dann die Kinder aus? Prima! Sie sind ein echter Held! Was ein anderer kontert: Dafür können aber die Eingereisten nichts, dass sie angeblich zu Unrecht nach Deutschland kommen konnten.

Dazu diese Replik: 1. Es gilt Selbstverantwortung. 2. "angeblich" können Sie streichen, es war eine illegale Einwanderung. Deswegen wurden 2015 + 1. Quartal 2016 von der Polizei deutlich über 'ne halbe Millionen Strafanzeigen geschrieben. Und die Gerichte haben diese nicht abgeschmettert, sondern lediglich die meisten wegen "Geringfügigkeit" der Vergehen eingestellt. Das heißt aber nicht. dass keine Straftat begangen wurde, sondern dass die Justiz selektiv Straftaten ahndet. Was für das Rechtsverständnis natürlich ein gigantisches Problem ist, wie ihr Kommentar ja zeigt, dass sie den illegalen Grenzübertritt gar nicht mehr als Unrecht wahrnehmen.

Nun zu dieser These: Unser Grundgesetz sagt klipp und klar: Wer aus einem sicheren Drittstart hier her flüchtet, ist kein Asylberechtigter. Dazu wird skeptisch gesagt: Soso. Dann können Sie sicher auch den Artikel nennen, in dem das so klipp und klar steht? Dieser Austausch ist die Einleitung zu einem von den juristischen Hickhacks, den sich die Leser liefern. Der Artikel ist: Art. 16a (2) S. 1 GG. Aber die Entgegnung: Dort steht keineswegs, dass jemand, der aus sicheren Drittländern einreist, kein Asylberechtigter sein kann. Es steht lediglich dort, dass er sich dafür nicht auf Artikel 16(1) berufen kann.

Nun zu deisem: Und damit ist er kein Asylberechtigter im Sinne des Grundgesetzes. Die Replik: Das einschlägige Gesetz ist aber das Asylgesetz, und in diesem Sinne kann er sehr wohl asylberechtigt sein. Übrigens kann er auch im Sinne des Grundgesetzes asylberechtigt sein, wenn die Verweigerung des Asyls andere Grundrechte verletzen wuerde, z.B. Artikel 1, oder falls Gerichte die als sicher eingestuften Länder nicht als sicher einschätzen (etwa Griechenland).

Definitionen

Nicht nur um Paragrafen, auch um Zahlen und Definitionen wird gerungen, Beispiel: 2017 (Jan-Aug) wurden nur 0,6% der Antragsteller als asylberechtigt anerkannt.

Und: Am stärksten von Krieg und Gewalt betroffen sind Frauen und Kinder. Finden Sie es nicht merkwürdig, dass die vor Krieg und Gewalt flüchtenden jungen Männer ihre Familien in Krieg und Gewalt zurücklassen? Und: Wer als "Kriegsflüchtling" seine Familie erstmal im "Kriegsgebiet" lässt, um diese dann *irgendwann* nachzuholen … also entweder ist dort ein "Kriegsgebiet", … oder es ist kein Kriegsgebiet, in dem die Familie sicher ist, dann ist er auch kein Kriegsflüchtling.

Und solche Beispiele: Jeder konnte in die Türkei fliegen, da es keine Visumspflicht gab. Dort wurden dann die Ausweise weggeworfen und sich auf den Weg nach Deutschland gemacht. Dort angekommen, behaupteten diese Menschen, Syrer zu sein. Report München hatte damals auch einen Bericht aus dem Iran. Afghanen, die schon in dritter Generation im Iran lebten, marschierten noch in der Nacht, als die Grenzen geöffnet wurden, los. Bei der Mehrzahl der Migranten weiß keiner, woher sie sind. Aber sie haben ein Recht auf Familiennachzug, unglaublich. Das Contra dazu: Behauptungen ohne Belege.

Das führt summarisch zu der Aussage: Wer und was als "echter Flüchtling" gilt, ist in hohem Maße politische Auslegungssache.

Insgesamt zeigt sich in der Diskussion eine erstaunlich unklare Gesetzlage, Kommentar dazu: Wenn Sie in irgendeinem Job mit so einer Planung kommen, fliegen Sie hochkant raus!

Länderspiegel

Es heißt doch immer, für Deutschland wäre der Flüchtlingszuzug ein Konjunkturprogramm. Dies müsste also auch für Griechenland gelten. Da wäre die Familienzusammenführung in Griechenland für die Griechen doch ein regelrechtes Wirtschaftsförderprogramm. Zumal wenn dies gilt: Griechenland hat absolut wie relativ erheblich weniger Flüchtlinge aufgenommen als Deutschland und bekommt von der EU massive finanzielle Unterstützung für deren Versorgung.

Überhaupt: Die Flüchtlinge müssen gerecht auf alle europäischen Länder verteilt werden. Wer sich sperrt, bekommt Fördermittel entzogen. … Das Gros der Flüchtenden flüchtet dorthin,wohin sie gerne flüchten möchten. Ins aufnahmebereite Portugal wollten nur wenige Hundert flüchten, nach z.B. Slowenien oder in den ganz hohen Norden noch weniger. Da können Sie Fördermittel entziehen so viel Sie möchten – das wird den Flüchtenden eher weniger interessieren. Und selbst eine Zwangsverteilung mit "Residenzpflicht" wird wohl die Mehrheit der Reisenden auf Dauer nicht davon abhalten, ihrem Migrationsplan zu folgen. (Dies ist wieder ein Thema, das zahlreiche Paragrafenzitierungen auslöst, und bei dem eine Menge Kommentare redaktionell entfernt wurden.)

Familiengröße und Identität

Eine Mahnung zur Besonnenheit: Gerade der Idee, seine Kinder vorzuschicken, um dann selbst sicher nachgeholt zu werden, darf kein Vorschub geleistet werden. Wir wissen inzwischen, dass es sehr wohl auf die Signale ankommt, die man aussendet.

Einerseits: In Syrien besteht eine Familie im Schnitt (!) aus sechs Personen. Das heißt, dass auf einen anerkannten Flüchtling mit Familie im Schnitt fünf weitere Personen kommen. Die tatsächliche Größe von Familien im Nahen Osten ist eigentlich sogar egal. Ein größeres Problem ist, dass die Identität in vielen Fällen nicht geklärt ist bzw. Eigenauskünften vertraut wird. Beim Familiennachzug wird es nicht anders sein. Wer garantiert, dass z. B. nur die eigenen Kinder nachgeholt werden? Oder nicht die eigenen + Neffen und Nichten und ggf. noch die Kinder der Nachbarn und diese alle als "die eigenen" ausgegeben werden? (Andere Kommentare legen das Verfahren dar, das vor Ort durchgeführt wird und als ziemlich gründlich geschildert wird.)

Keine Einigkeit: Wie kommen Sie darauf, dass "weitere Millionen Empfänger" zu erwarten sind? Auf den Familiennachzug kann diese Prognose jedenfalls nicht zutreffen, das werden weitaus weniger sein, als hier immer wieder hysterisch ausgemalt wird.

Aber: Und wie verhält es sich bei Mehrfachehen? Und: Desweiteren darf man nicht vergessen, dass die Anerkannten, wenn die Familie dann da ist, eben hier auch noch Kinder kriegen. Die Rede ist auch von Berechnungstricks und Zahlenschiebereien der Behörden, während es einen Streit über die Zahlen gibt: 1,3 oder 3,6 Familienzuzügler pro Immigrant? Und über die Konditionen, wie lange sie bleiben dürfen? Über Gentests, um die Familenzugehörigkeit zu etablieren, aber: Wenn die Nachziehenden in der BRD sind, ist das relativ sinnfrei. Denn sind sie einmal da, können sie selbst einen Antrag auf Schutz stellen.

Schweden

Das einstige Immigrationsparadies hat zugemacht, denn: 58% der schwedischen Sozialleistungen gehen an Migranten. Deshalb: In Schweden haben subsidiär Schutzberechtigte außer in Härtefällen keinen Anspruch auf Familiennachzug. (Hier wie auch an anderen Stellen werden zahlreiche Links als Beleg angeführt.)

Vor fast genau zwei Jahren berichtete ich an dieser Stelle über die damals als vergleichsweise “großzügig” geltende Asylpolitik Schwedens. Das skandinavische Land war eines der Hauptzielländer für Schutzsuchende in Europa; gemessen an seiner Bevölkerungsgröße nahm es mehr Asylbewerber auf als jeder andere EU-Staat. Inzwischen hat sich die  die Situation jedoch grundlegend geändert. 2016 traten Maßnahmen zur Zuzugsbegrenzung in Kraft, die unmittelbare Auswirkungen hatten, etwa im Hinblick auf die Zusammensetzung der Gruppe der Asylsuchenden und die Förderung der freiwilligen Rückkehr.

Auch hier Widerspruch zu: In Schweden haben subsidiär Schutzberechtigte außer in Härtefällen keinen Anspruch auf Familiennachzug. Das juristische Argument: Laut Dublin-III ist Schweden zuständig. Und das Recht auf Familiennachzug stammt aus der "Qualifikationsrichtlinie" (R 2011/95/EU). Nun sind EU-Verordnungen unmittelbar geltendes Recht in den Mitgliedsstaaten, Richtlinien bedürfen der Umsetzung in nationales Recht. Verstöße gegen Richtlinien (wie hier in Schweden und in Deutschland) können sanktioniert werden. Das ist bei so zahlreichen Verstößen, wie wir sie heute sehen, ein zahnloser Tiger. Spannender ist, ob sich Betroffene unmittelbar darauf berufen können. Das ist m.E. hier der Fall, weil die Richtlinie nicht ordnungsgemäß in nationales Recht umgesetzt wurde (bzw. im Nachhinein durch Änderung die Ordnungsmäßigkeit verloren ging). Für mich zeigt das nur einmal mehr: Die EU und vor allem ihre Musterschüler haben kein schlüssiges Konzept. Und das vor dem Hintergrund vieler, vieler Millionen Fluchtwilliger in Afrika und dem Mittleren Osten.

Deutschland

Eine andere Stimme zu den deutschen Verhältnissen: Selbst hier war der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte vor August 2015 deutlich strenger geregelt als jetzt. Die Anforderungen waren denen für andere Ausländer (ohne Asylstatus) ähnlicher, die nachweisen müssen, dass sie den Lebensunterhalt für die Familie sichern können, und sie müssen auch nachweisen, dass ausreichend Wohnraum vorhanden ist. Durch die Gesetzesänderung von 2015 wurde hier der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte deutlich erleichtert.

Und zur Immigration überhaupt: Wenige Tage vor der Bundestagswahl sorgte ein Gutachten zur Flüchtlingskrise für Aufregung. Ausgerechnet die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages stellten darin die Frage, ob das Parlament im Herbst 2015 nicht über den Massenzuzug hätte abstimmen müssen. Die Juristen des Parlaments stellten fest, dass die Bundesregierung bis heute nicht erklärt hat, auf welcher Rechtsgrundlage sie damals entschied. … Auch das sogenannte Selbsteintrittsrecht, mit dem Deutschland Asylbewerber aufnehmen kann, die eigentlich in anderen Ländern bleiben müssen, ist nie von der Bundesregierung offiziell in Anspruch genommen worden.

Sicher ist nur die Unsicherheit der gesetzlichen Lage: Zugegeben, die Behauptung, es sei mit Sicherheit ein Rechtsbruch geschehen, ist lediglich eine Meinung und noch nicht erwiesen. Aber die Behauptung, dass die Bundesregierung einfach eigenmächtig über 1 Million Menschen mit einer Ausnahmeregel ins Land schleusen durfte, ist alles andere als bewiesen. Wer so tut als sei alles klar und die Bundesregierung hätte sich rechtmäßig verhalten, verbreitet bewusst oder unbewusst Falschinformationen.

Korrektur dazu: Nicht das GG sagt das, sondern der Völkerrechtsvertrag "Dublin" in aktueller Fassung. Dort steht aber auch, dass ein Land freiwillig beschließen kann, auch aus Drittstaaten aufzunehmen. Problem hier: Das wurde von der Bundesregierung nie ratifiziert oder auch nur diskutiert. Das wurde in Gutsherrenart beschlossen, als es in Ungarn zu brodeln begann.

Keine Schuld

Ein anderer Kommentar zieht Parallelen: Das ist die gleiche Pervertierung wie bei der Bankenrettung. Für Fehler sollten diejenigen geradestehen, die sie gemacht haben! Mit der Entgegnung: Die Flüchtlinge sind aber nicht die Schuldigen. Weder sind sie schuldig dafür, nach Deutschland zu kommen, noch dafür, ihre Familie nachholen zu wollen. Nicht mal der nicht asylberechtigte Wirtschaftsflüchtling hat für irgendwas die Schuld. Die agieren alle nach verständlichen Motiven, auch dann, wenn sie ihre Pässe wegwerfen und behaupten, Syrer zu sein, wenn sie es nicht sind.
Mir zumindest ist das Handeln eines jeden Flüchtlings absolut nachvollziehbar. Was ich von Deutschland nicht behaupten kann.

Zu der Aussage: Und für die Fehler seit 2015 sollen nicht die Betroffenen geradestehen, sondern der Staat. Das erntet Widerspruch: Also wir, oder am Ende dann ich?? Dazu sagt der Leserkommentar: Ja. Das muss einem nicht gefallen, insbesondere wird es einem nicht gefallen, wenn man bereits 2015 mit diesem jubelbesoffenen Willkommenspartygängern fremdelte und es hat kommen sehen. … Deswegen im übrigen ist mir die AfD unwählbar: Sie macht den Flüchtlingen einen Vorwurf, sich rational nachvollziehbar verhalten zu haben.

Zahlen

Dem Bamf zufolge kommen 2/3 ohne Papiere.

Ist es akzeptabel, in der Alterskohorte 18 bis 30 mittlerweile 20% Männerüberschuss zu haben? Darauf kommt die Antwort: Der Männerüberschuss bei den Flüchtlingen in dieser Kohorte liegt bei rund 80.000 Männern, insgesamt ist die Kohorte aber rund 8.000.000 Menschen stark. Sollten wir also tatsächlich einen solchen Männerüberschuss haben (was ich stark bezweifle), liegt das nur zu rund 1 Prozentpunkt an den Flüchtlingen. Und wenn Sie der Männerüberschuss derart stört, dann könnte man ja einfach 80.000 Frauen mittels Familiennachzug einreisen lassen.

Wie bei fast allen Zahlen gibt es Kontra: Vor der Zuwanderung standen 4,78 Mio. Frauen 5,2 Mio. Männern gegenüber. Da zwei Drittel der Antragssteller 2015 männlich waren macht dies 560.000 Männer. Ergibt 5,8 Mio. Männer gegenüber 5, 1 Mio .Frauen. Macht fast eine Verdoppelung des Überschusses. Soviel zu ihrem einem %.

Täuschung

Was hat sich die Regierung, entgegen aller Warnungen (die sich zunehmend bewahrheiten) dabei gedacht, im Herbst 2015 in alle Welt herauszubrüllen, dass Deutschland alles schafft und alles nimmt, was auf sein Staatsgebiet kommt? Und so ähnlich: Was denkt die Regierung jetzt? Mit der Fortführung des Rechtsbruchs und Hunderttausenden, die kein Asylrecht haben und ausreisepflichtig sind. Die Exekutive scheint handlungsunfähig zu sein, die Staatserosion von 2015 setzt sich weiter fort.

Obendrein: Es gibt keine Institution, die dem Treiben der Regierung Einhalt gebietet. Im Bundestag war eine Opposition dazu bis zum Einzug der AfD nicht feststellbar. Es gab bis jetzt noch keinerlei Debatte oder gar Abstimmung darüber, ob das Handeln der Bundesregierung nicht grob rechtswidrig und eine eklatante Verletzung des Amtseides war. … Alle Systeme der checks-and-balances, die eine Demokratie ausmachen, scheinen außer Kraft gesetzt.

Und es war und ist mehr als unfair, den temporär hier Lebenden falsche Hoffnungen zu machen, "neues Leben" usw. Dazu Bestätigung: Stimmt. Schließlich wird die Migration nach Deutschland dadurch sogar noch weiter verstärkt. Weiter die interessante Anmerkung: Das war die Stimmung damals und es gab Syrer/Iraker, die Deutschland helfen wollten, weil hier angeblich Arbeitskräftemangel herrschte. Die individuellen Frustrationen werden immens sein.

Ein Skeptiker sagt: War aber schön naiv von diesen Menschen. Wenn wir sie wirklich gebraucht hätten, wäre ein Flug inkl. Visum üblich gewesen.

Grundsätzliches

Zu den Migranten aus den Bürgerkriegsbebieten oder aus dem Maghreb kommen noch die EU-Bürger dazu, die, mangels Chancen auf dem Arbeitsmarkt, in den Großstädten in prekären Wohnverhältnissen oder in der Obdachlosigkeit landen. Die Politik hat völlig den Überblick verloren, aber dafür keinen Plan.

Das Ganze ist doch eine Farce. In einer echten Fluchtsituation flüchtet die gesamte Familie, solange, bis sie sicheren Boden erreicht. Und auch dann bleibt sie beisammen. Gekommen sind vorwiegend junge Männer, die eigentlich anderswo hätten um Schutz nachfragen müssen. Außerdem sollten sich die Migrationsströme angesichts der veränderten Lage in den Herkunftsländern wieder in die andere Richtung bewegen. Man sollte die Leute daran erinnern, dass Schutz eine temporäre Maßnahme ist und keine Einwanderungsurkunde.

In dieselbe Richtung geht dies: Die Männer werden oft vorgeschickt oder gehen vor, um die Lage zu sondieren, um in Deutschland erstmal Fuß zu fassen. Und ähnlich: Die Kriegshandlungen in den Heimatländern der Migranten können als weitgehend beendet betrachtet werden, und aus den Flüchtlingslagern in Jordanien etc. kehren die Menschen angeblich in großer Zahl zurück. Das sollte auch für diejenigen gelten, die es unter Missachtung des Dublin-Abkommens hierher geschafft haben. Das heißt: Familienzusammenführung ja – aber in der Herkunftsregion.

Wo?

Dieser Punkt kommt vielfach vor: Die Zusammenführung sollte anders herum erfolgen. Dagegen steht ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Nach Griechenland darf nicht rückgeführt werden, wegen unzumutbarer Lebensbedingungen. Gilt, glaub ich, auch für Ungarn, Bulgarien und Rumänien.

Als ob hier alles so gut bestellt wäre: Die Reichen werden zur Finanzierung nicht herangezogen. Wir haben hier zu viele Mißstände, um auch noch die Welt retten zu wollen, und schon gar nicht hier, das ist wirtschaftlicher Schwachsinn.

Wieso muss die Familienzusammenführung eigentlich in Deutschland geschehen? Kinder gehören zu ihren Eltern, und Alleinreisenden sollte es ermöglicht werden, zu ihrem Familienverband auszureisen, wenn diese sich ebenfalls in Sicherheit aufhalten.

Man kann es anders sehen, wie dieser Kommentator: Freuen Sie sich doch, dass so viele Menschen zu uns nach Deutschland wollen. Entgegnung: Das war schon immer der Fall, deswegen hatten wir schon ewig Gesetze dagegen. Ein Grund zur Freude gibt es also nicht. Nochmal der optimistische Kommentator: Ein Geschenk des Himmels für unsere überalternde Gesellschaft. Wiederum die Entgegnung: Nur wenn diese einen positiven Beitrag leisten können. Das ist aber nicht der Fall, insofern sind sie ein zusätzlicher Risikofaktor zu unseren Problemen. Wieder der Optimist: Bei der kriminellen Vergangenheit unserer (Ur-)Großvätergeneration ist das doch gar nicht so selbstverständlich. Jetzt kann unser Land wieder auf einen positiven Eintrag in die Geschichtsbücher stolz sein. Und der Kontrahend: Nicht wenige der Menschen wollen aber nach Deutschland kommen wegen der Taten unserer (Ur-)Großvätergeneration, die sie nicht als kriminell wahrnehmen. (Dazu fehlt ein Beleg.)

Ein anderer positiv Denkender: Na ja, ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass wenigstens ein Teil der Aufgenommenen Gefallen an unserem Lebensstil, Menschen- und Weltbild findet und Religion als Nebensache betrachtet oder sie zumindest in den eigenen vier Wänden belässt.

Aber: Was macht man aber mit all jenen, die mehrere oder falsche Identitäten haben? Die nimmt auch keiner mehr zurück. … Vermutlich hunderttausende für immer und ewig im dt. Sozialsystem. Merkel hat durch Ihren Rechtsbruch ein Mega-Fiasko angerichtet. … Ich weiß auch, dass viele die Sozialberufe oder Anwalt gelernt haben jetzt so richtig aufblühen, weil es nun ausreichend Klientel gibt … zu Lasten der Restbevölkerung.

Einwanderungsgesetz

Irgendwie komisch anzusehen, wie CDU/CSU, allen voran die CSU, sich ins eigene Knie geschossen haben. Deutschland hätte schon seit Jahrzehnten eine Einwanderungsgesetz haben können, inklusiv Obergrenze. Die Grünen wollten es, die SPD wollte es, nur die Konservativen nicht, weil sie sich nicht getraut haben, das ihren Wählern klar zu machen. Statt einer vernünfitigen Einwanderungspolitik nur Parolen.

Demgegenüber: Ein Einwanderungsgesetz wäre zwar gut, löst aber die Probleme überhaupt nicht, da die Einwanderung überwiegend über Asyl bzw. angebliches Asyl erfolgt. Hier wieder Hickhack: Auch wenn Sie es vielleicht nicht verstehen, deswegen brauchen wir ja ein Einwanderungsgesetz.

Und die Frage, geht beides parallel: Ob neben den immensen Aufwendungen mit voraussichtlich erst einmal, womöglich auf Dauer sehr bescheidenen Erträgen noch die Förderung qualifizierter Einwanderer in Angriff genommen wird, darf man bezweifeln. Noch mehr Zweifel: Wer nicht qualifiziert ist, wird weiter über das Asylrecht einreisen wollen. Oder wollen Sie im Einwanderungsgesetz die Abschiebungen besser regeln? Dann wäre es aber sinnvoller, Sie fordern ein Abschiebegesetz. Und ganz ablehnend: Die Menschen (hier) wollen keine weitere Migration, legal, illegal, es macht doch keinen Unterschied. Zu den legal Eingewanderten kommen dann noch die illegalen obendrauf, es wird einfach noch mehr Migration geben.

Volkswille

Aber hier geht es nur sehr bedingt darum, was (deutsche) Menschen wollen, oder was (deutsche) Politiker tun oder lassen können oder sollen. Und: Es geht nur sehr selten darum, was die deutsche Bevölkerung will oder nicht. … Die deutsche Bevölkerung wollte 2007 auch keine globale Finanzkrise. Und hat es geholfen? Ich glaub' nicht.

Der Unwille sieht so aus: Jetzt kommen ganz anders gestrickte Menschen an, Geschlechtertrennung, Mann vor Frau, Gläubige vor Ungläubigen, Verhüllung der Frauen, Polygamie, Kinderehe, Unterwerfung unter einen Allah und seinen Gesandten, der schon alles geregelt hat, in widersprüchlichen Suren und einem mittelalterlichen Rechtssytem …

Krieg oder nicht

Zur Frage: Warum wir? Dazu die Begründung: Ganz einfach, weil wir dort Krieg führen und damit selbst die maßgebliche Ursache der Flucht sind. Oder auch so: Da kommt die Kausalität ins Spiel: Solange überdeutlich ist, dass die Angriffskriege im Nahen Osten durch die westliche global coalition auf unbestimmte Zeit weitergeführt werden, muss davon ausgegangen werden, dass es hier nicht mehr um temporären Schutz, sondern um die dauerhafte Ansiedlung gehen wird, und allein dadurch und damit erst die Frage von Familiennachzug und Integration aufkommt. Dass wir uns diesen Fragen stellen müssen, ist eine direkte Folge der Kriegsführung westlicher Regierungen.

Aber die Negation: Nur gibt es weder in Syrien noch im Irak derzeit wirklich Krieg. Und schon gar nicht in den vielen afrikanischen Fluchtländern. Und Zweifel: Wir haben 2 Millionen hier, also kann die Türkei nicht das doppelte haben, und Sie glauben die Zahlen aus der Türkei, warum? Und haben Sie eine Ahnung, was es die Türkei bisher gekostet hat?

Ablehnung

Oder platterdings: Wir schulden diesen Leuten gar nichts, sollen sie doch in den USA und Russland auf Unterhalt klagen. In derselben Richtung: Ein absoluter Irrsinn, dass man es erlaubt, in ein anderes Land zu gehen, und dieser Staat muss einem dann auch noch die Familie hinterher holen.

Die These lautet auch: Wer vollen Familiennachzug fordert, der nimmt weitere Wahlerfolge der AfD in Kauf. Dagegen gibt's das Argument: … und das ist das eigentliche Problem?? Nicht die Vervielfachung der faktisch illegalen Migration und die daraus folgenden gesellschaftlichen und sozialen Probleme??

Besonnener: Es ist nur mit erheblichen Rechtsverdrehungen bis hin zum Rechtsbruch möglich, den Familiennachzug zu verhindern. Es wäre aber mit Anwendung des geltenden Rechts möglich gewesen, das Asylrecht strenger auszulegen. Und: Die sogenannte Familienzusammenführung ist heißer Treibstoff für Migration aus wirtschaftlichen Gründen.

Noch ein besonnener Standpunkt: Wenn ich mir die aufgehetzte Stimmung zu dieser Thematik ansehe, wäre die Aussetzungsverlängerung bis auf Weiteres empfehlenswert – sicher ist auch der Wunsch der subsidiär Geschützten, nach Befriedung ihrer Heimatregion wieder in ihre Heimat zurückzukehren, deutlich größer, wenn sie dort erst mit ihren Familien wieder zusammenkommen können.

Überhaupt: Gesetze, die für Kriegs- und Elendsmigration nie gedacht waren, können die Sachverhalte der Kriegs- und Elendsmigration, mit denen wir es heute zu tun haben, nicht bewältigen. Das ist anzuerkennen, und die Gesetze sind anzupassen.

Und generell gilt: Es geht nicht um fehlende Hilfsbereitschaft oder um das Wegschauen. Es geht um das Maß des Möglichen. Dazu müssen wir glasklar analysieren, ab wann sich die Auswirkungen solcher Handlungen ins Negative unkehren. Dieser unangenehmen Diskussion müssen wir uns stellen, da nützt aller moralischer Imperativ nichts. Anschließend müssen wir als Gesellschaft definieren, welche Rahmenbedingungen wir setzen, um uns die Humanität leisten zu können, von der hier die Rede ist. (Das ist ein gutes pragmatisches Schlusswort.)

 

Links von wissenbloggt:




Bevölkerungsschwund so katastrophal wie Bevölkerungsexplosion?


people-2608316_1280Panickers sind auf deutsch Angsthasen. In den 1970er Jahren verbreiteten sie Angst, man müsste bald die Menschen stapeln. Wo nun weltweit die Geburtenraten fallen, geht's in die Gegenrichtung: Panikmache wegen Bevölkerungsschwund. Täuschen sich die panickers? (Bild: StockSnap, pixabay)

Wenn sie sich in der einen Richtung getäuscht haben, warum nicht auch in der anderen Richtung, meint der Artikel Is Population Decline Catastrophic? (MisesInstitute 3.10.). Der Autor Peter St.Onge lehrt an Taiwans Fengjia University College of Business. Interessant ist, dass er speziell auf Deutschland bezogen argumentiert.

Deutschland investiere wie auch andere Länder bis Japan in Massenimmigration und Geburtenförderung. Aber der Autor hält die Ansicht für falsch, dass nur der Import von lebendigen Körpern ("warm bodies") den ökonomischen Kollaps verhindern könne.

Er unterscheidet Bevölkerungsrückgang auf staatlicher und globaler Ebene, und er gibt Gründe an, warum ersteres keine Katastrophe, sondern im Gegenteil etwas Positives ist.

Erst einmal müsse man nach Gründen unterscheiden. Wenn die Mongolen kommen, leidet ein Land, weil das allgemeine Abschlachten auch das Produktivkapital dezimiert. Wenn aber die Bevölkerung durch andere Ursachen zurückgeht, könne man die Pest als gutes Beispiel ansehen. Der wird generell zugestanden, einen Aufschwung ausgelöst zu haben. Wenn nämlich die Bevölkerung um 1/3 schwindet, während Land und Kapital gleichbleiben, bedeutet das dieselben Ressourcen für weniger Menschen und damit einen Gewinn.

Nun schwindet die Bevölkerung aber nicht durch die Pest, sondern weil die Leute weniger Kinder haben wollen. Das heißt, nicht einmal die vorhandenen Produktivkräfte gehen verloren. Ein ungeborenes Kind vernichtet keine Produktivkräfte, wie es der Tod eines Arbeiters täte.

Der Autor nennt das einen ökonomischen Schatz ("economic bonanza") pro Kopf, was Europa da hebt. Am Beispiel von Deutschland erklärt er, dass die hiesige Geburtenrate von 1,25 bedeutete, die Bevölkerung verminderte sich pro Zyklus (75 Jahre bei mittlerer Lebenserwartung von 75 Jahren) um 1/3. Ohne Einwanderung würde Deutschlands Bevölkerung also bis 2100 um 1/3 schrumpfen.

Ist das gut oder schlecht?

Diese Frage teilt St.Onge auf in die Gesamtzahl und die Altersverteilung. Wenn's nur um die Gesamtzahl geht, ist es großartig für die Deutschen, der ganze Reichtum steht nun für weniger Menschen bereit. Dass auch das Steueraufkommen sinkt, befindet er für unerheblich, zumal die Staatskosten meist auch an die Bevölkerungszahl gekoppelt sind.

Nun aber die Altersverteilung. Wenn es weniger Arbeitende und mehr Rentner gibt, liegen die Lasten auf weniger Schultern. Es gilt aber andersum auch für die Kinder – Kinder aufzuziehen ist teuer. Beides zusammen geht in die Abhängigkeitsrate (“dependency ratio”) ein, in der Alte plus Kinder pro Arbeitendem zusammengezählt werden.

Dazu nennt der Autor UN-Zahlen für Deutschland. 2100 wird es demnach 68 Millionen Deutsche geben, nach derzeit 82 oder 83 Millionen. Das sind etwa 20% weniger (also nicht die 1/3-Schrumpfung von oben, wb). Die Altersverteilung pilzt sich noch weiter auf, mit 1/3 mehr Menschen über 65 (von 17 auf 23 Millionen). Kinder unter 14 nehmen von 11 auf 9 Millionen ab. Die Abhängigen werden demnach von 28 auf 32 Millionen zunehmen. Derweil geht die Arbeitsbevölkerung der 15- bis 64-Jährigen von 54 auf 36 Millionen zurück.

Heute trägt eine arbeitende Person im Schnitt eine halbe abhängige Person, 54 Millionen tragen 28 Millionen. 2100 wird jeder im Schnitt fast eine ganze Person erhalten müssen, 36 Millionen tragen 32 Millionen. Doch das wird durch zwei Faktoren erleichtert:

  • einmal werden die Menschen nicht nur älter, sie altern auch gesünder. In Deutschland steigt die Lebenserwartung um 1,4 Jahre pro Dekade. Mithin werden die 65-Jährigen von 2100 so gesund sein wie die 53-Jährigen heute, und die 78-Jährigen so gesund wie die derzeitigen 65-Jährigen. Wenn man die Alten dann erst mit 78 in Rente gehen lässt, ändert sich nichts an der Belastung, außer dass sie geringer wird, weil weniger Kinder zu versorgen sind. Bloß dass die Politik sich scheut, das Rentenalter um 1,4 Jahre pro Dekade anzuheben …
  • zum zweiten gibt es das ökonomische Wachstum, das über die Jahre hinweg anhält. Der Autor nennt es ironisch, dass Wirtschaftswachstum fürs Bevölkerungwachstum das worst-case scenario ist. Wenn das Gegenteil eintritt, wenn die Wirtschaft zusammenbricht, werden nach aller Erfahrung viel mehr Kinder in die Welt gesetzt. Die sind das soziale Sicherungssystem, wenn der Sozialstaat pleitegeht.

Wenn kein Wirtschaftswachstum stattfindet, löst sich nach St. Onges Logik das demografische Problem von allein. Entweder die Wirtschaft wächst, oder die Warnung vorm Bevölkerungsschwund war falscher Alarm ("So if we fail to grow, the demographic problem actually solves itself anyway. Either we grow, or population decline was a false alarm anyway.").

Die Zahlen für Deutschland: In den letzten 50 Jahren ist Deutschlands Ökonomie bezogen auf den Einzelnen um 1,65% pro Jahr gewachsen. Wenn sich der Trend bis 2100 fortsetzt, bedeutet das die 4-fache Arbeitsleistung (bei St. Onge auch den 4-fachen Verdienst ("a 2100 German worker making 4 times what they do today"). Wenn's noch steiler aufwärtsgeht, werden die Deutschen nach dieser Vorstellung noch reicher, während jede Katastrophe sie zahlreicher macht.

Man möge keine Angst vor den 1,4 Jahren haben, um welche der Renteneintritt pro Dekade aufgeschoben wird, denn die längere gesunde Zeit bedeute eine geringere Belastung. Den vierfachen Verdienst durchs Wirtschaftswachstum rechnet der Autor in 80% Abnahme der demografischen Bürde um. Diese Entwicklung senke die Belastung am Ende um 50%: doppelt soviele Abhängige beim 4-fachen Einkommen.

Fazit des Autors: Egal ob man die Gesamtzahl oder die Altersverteilung anschaut, der Bevölkerungsschwund durch weniger Kinderkriegen wirkt nicht im entferntesten katastrophal. Global gesehen bewirken mehr Menschen allerdings auch mehr Investitionen, Innovationen und Wirtschaftswachstum. Deshalb sollten wir nach St. Onge global zu mehr Menschen tendieren, während weniger Menschen auf Staatsebene gewiss keine Katastrophe seien.

 

Links dazu:




Berechnung der Sitzverteilung im Bundesparlament 2017


bundestagWarum sollte eine solche Berechnung nötig sein, wo doch schon alles berechnet ist? Aufschluss gibt das Bild (draufklicken) von der Sitzverteilung im Bundestag: 709 Sitze, wo es doch eigentlich 598 sein sollten. Damit hat Deutschland eins der größten Parlamente der Welt, nur das von China ist größer. Muss das sein?

Die erstaunliche Antwort ist: diesmal ja. Das antiquierte System mit Überhang- und Ausgleichsmandaten hat tatsächlich Gerechtigkeit geschaffen, auch wenn es den Bundestag enorm aufbläst. Es geht ja um einen Kompromiss zwischen den Erststimmen, die nach Bundesland gehäufelt werden, und den Zweitstimmen, die das Ergebnis letztlich bestimmen sollen. Dieser Kompromiss ist ausnahmsweise mal gelungen.

Diese Behauptung wird durch das wissenbloggt-Rechenprogramm gestützt, das so vorgeht: Das Verfahren berechnet die gebrochenen Prozentzahlen für die Parteien, die sich bei 598, 599 usw. Sitzen im Parlament gemäß Stimmenzahlen ergeben. Dann werden alle ganzzahligen Lösungen in der Umgebung geprüft. Die Summe muss 598, 599 usw. ergeben, und die Zahl der Mandate pro Partei muss mindestens so groß wie die der Direktmandate sein.

Zur Bewertung wird die Methode der kleinsten Abweichungsquadrate gewählt. Die Summe der Abweichungsquadrate zwischen gebrochenen und ganzen Zahlen ist besonders hoch, wenn viele Zahlen mit ,4 ,5 und ,6 dabei sind. Die Aufgabe ist also, eine Gesamtzahl zu finden, wo kein Direktmandat ignoriert wird, und wo möglichst keine gebrochenen Zahlen in der Mitte zwischen zwei ganzen Zahlen liegen.

Bei 7 Parteien ist das viel schwerer als bei 5 (wie beim vorigen Bundestag). Der niedrige Zweitstimmenanteil der CSU bei gleichzeitig vielen Direktmandaten lässt schon mal keine Lösung unter 700 zu, damit aus den 6,2% mindestens 46 Sitze werden und es keine Abweichungen über 0,5% gibt. Die Daten der Bundestagswahl 2017 stammen vom Bundeswahlleiter, das Programm von wissenbloggt. Damit ergeben sich die Daten der Bundestagswahl mit der ersten guten Lösung bei 700 Sitzen:

bundestag2017-700Zum Vergleich die aktuelle Sitzverteilung mit 709 Sitzen analysiert:

bundestag2017-709Die gefundene Lösung ist tatsächlich die beste bis 709 Sitze. Die 700er-Lösung würde der CSU etwas mehr als 0,5% schenken, was allerdings beim vorigen Bundestag kein Problem war.

Beim vorigen Bundestag gab es das Problem nämlich auch schon. Da hätten 600 Sitze eine deutlich gerechtere Lösung gebracht als die tatsächlich realisierte 630er-Lösung, siehe Berechnung der Sitzverteilung im Parlament und Vergleich 600-630 – dabei fällt auf, dass die CSU bei der 630er-Lösung um mehr als 0.5 % beschenkt wurde. Entsprechendes zeigte sich bei der letzten Bayernwahl, wo sich für 182 Abgeordnete statt 180 eine fast ideale Lösung ergeben hätte. Unterm Strich wurde die SPD dort praktisch um 1,8% bemogelt, siehe Bayernwahl: Sitzverteilung ungerecht.

Erstaunlich ist, dass beim vorigen Mal deutlich ungerecht verteilt wurde, und diesmal nicht. Die riesige Menge der zusätzlichen Sitze hat sich diesmal für die Gerechtigkeit ausgewirkt und nicht dagegen.

Trotzdem ist die aktuelle Berechnung intransparent und ungerecht. Die eingebaute Häufelei auf Länderebene verfälscht das Ergebnis und schafft unnötige Sitzevermehrung. Die Rechnerei mit den Überhang- und Ausgleichsmandaten ist nicht mehr zeitgemäß. Mit so einfachen Verfahren wie dem der kleinsten Abweichungsquadrate ergeben sich im Zweifelsfall bessere und gerechtere Lösungen. 

 

Links dazu:




Richtig so: Luxemburg muss Steuergeschenk an Amazon zurücknehmen


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Von attac kommt neuer Optimusmus. Den zugehörigen Attac-Text übernimmt wissenbloggt von dem Artikel Richtig so: Luxemburg muss Steuergeschenk an Amazon zurücknehmen (scharf links 4.10., Bild: geralt, pixabay). Wohl wissend, wie wenig die Absichtserklärungen der EU-Kommission bisher gefruchtet haben …

Einzelne Sanktionen reichen nicht / Systemwechsel zu Gesamtkonzernsteuer nötig

Attac Deutschland begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission, Luxemburg zu zwingen, illegale Staatsbeihilfen für Amazon zurückzunehmen.

Zugleich fordert das globalisierungskritische Netzwerk EU-Kommission, es nicht bei der Sanktionierung von Einzelfällen zu belassen, sondern den Steuertricks von Konzernen druch eine Gesamtkonzernsteuer und die Offenlegung geheimer Steuerdeals systematisch den Boden zu entziehen.

Wie EU-Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager heute Mittag bekannt gegeben hat, muss der Internetkonzern rund 250 Millionen Euro Steuern an Luxemburg zurückzahlen. Zudem kündigte sie an, den Europäischen Gerichtshof anzurufen, da Irland sich nach wie vor weigert, 13 Milliarden Euro für zu Unrecht gewährte Steuerdeals von Apple zurückzufordern.

Grund für die viel zu geringe Besteuerung von Amazon und Apple sind in beiden Fällen geheime Deals zwischen den nationalen Regierungen und den Konzernen.

Attac-Steuerexperte Alfred Eibl: "So wichtig der heutige Schritt der EU-Kommission auch ist – er löst das Problem nicht. Wir brauchen endlich einen Systemwechsel hin zu einer Gesamtkonzernbesteuerung. Das Steuergeschenk von Luxemburg an Amazon ist nur ein weiteres Beispiel für die negativen Folgen von Steuerdeals zwischen Regierungen und Konzernen.

Den Preis zahlen die Bürgerinnen und Bürger Europas, denen Milliarden Euro entzogen werden, die sonst für Infrastruktur, Bildung und Alterssicherung zur Verfügung stünden. Die Regierungen müssen sich endlich von der Ideologie der ruinösen Steuerkonkurrenz verabschieden."

Auch nach den Ermittlungen bleiben viele Fragen zum Steuermodell Amazons und anderer Konzerne offen. "Unternehmen müssen endlich veröffentlichen, wo sie weltweit ihre Umsätze und Gewinne machen und wieviel Steuern sie zahlen. Erst dann lässt sich gegen die Steuertricks der Giganten wirkungsvoll vorgehen", sagt Detlev von Larcher von der Attac-Arbeitsgruppe Finanzmärkte und Steuern. "Damit hätten auch lokale Buchhändler, die diese Deals nicht machen können, eine echte Überlebenschance."

Attac fordert Gesamtkonzernsteuer

Das europäische Wettbewerbsrecht reicht für Attac nicht aus, um dem Steuerdumping der Konzerne wirkungsvoll zu begegnen. Das Netzwerk fordert eine einheitliche Bemessungsgrundlage für die Körperschaftssteuer mit verpflichtenden Mindeststeuersätzen in der EU.

Die aktuellen Pläne der EU und der Regierungen gehen in die richtige Richtung, sind aber unzureichend. Hauptkritik ist das Fehlen von Mindeststeuersätzen, ohne die eine einheitliche Bemessungsgrundlage die ruinöse Steuerkonkurrenz in der EU noch weiter anheizen kann.

 

Link zu attac/Gesamtkonzernsteuer

Link zum Originalartikel bei scharf links

Link aus den Medien: Europäische Kommission: Amazon soll 250 Millionen Euro Steuern nachzahlen (ZEIT ONLINE 4.10.): Luxemburg hat Amazon nach Ansicht der EU-Kommission unlauter bevorzugt und soll Steuern nachfordern. Im Fall von Apple und Irland soll der EuGH entscheiden.

Links zu wissenbloggt-Artikeln:

 




Evangelikale gewinnen an Bedeutung


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Bei atheisten-info.at kommentiert Erwin Peterseil einen Artikel der evangelikalen Nachrichtenagentur idea, Evangelikale gewinnen im deutschsprachigen Raum an Bedeutung (idea 1.10.).  Wenn die Evangelikalen mehr werden, dann aus dem Restbestand der Evangelischen, schreibt Peterseil, denn aus dem religiösen Nichts tauchen keine Evangelikalen auf. (In dem bearbeiteten Bild von Jo-B, pixabay, muss Jesus kopfstehen, wie es bei wissenbloggt für missliebige Typen Usus ist.)

Evangelikale gewinnen an Bedeutung

Zumindest im im deutschsprachigen Raum, das war am 1.10.2017 dem Titel einer evangelikalen Frohbotschaft auf der evangelikalen Site idea.de zu entnehmen (idea): Die Evangelikalen sind demnach eine der am schnellsten wachsenden religiösen Bewegungen weltweit und gewinnen zunehmend auch im deutschsprachigen Raum an Bedeutung. Mit diesen Worten bewirbt laut idea der Bielefelder transscript Verlag sein 'Handbuch Evangelikalismus'. Wie es in dem Buch heißt, gibt es in Deutschland 1,7 Millionen Evangelikale. Sie stellen damit einen Anteil von etwa 2% an der Bevölkerung. …

Das freikirchliche Spektrum wachse zum Teil auf Kosten der Landeskirchen. Jens Schlamelcher vom Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Universität Bochum dazu: "Die Landeskirchen befinden sich in einer Krise. Sie reagieren darauf, indem sie versuchen, möglichst viele Leute zu erreichen. Das verwässert den Glauben". Evangelikale fänden Landeskirchen "religionspolitisch viel zu liberal, und darum verlassen manche Gemeinden als Ganze die Landeskirche". Schlamelcher zufolge wächst ein Teil der evangelikalen Gemeinden durch Migration. Vor allem Afrikaner und Südamerikaner fühlten sich in diesen Gemeinden wohl. …

Schlamelchers Kollege Martin Radermacher vertritt die Ansicht, dass Evangelikale 'sehr intensiv' missionieren. In den letzten 10 bis 20 Jahren hätten sie auch Europa wieder als Missionsfeld entdeckt, wird in idea wiedergegeben. Es kämen Christen aus den USA, um hier zu missionieren. Allerdings sei die öffentliche Wahrnehmung der Evangelikalen nach Radermacher begrenzt, sie verlören gegenüber dem Islam an Platz in der Berichterstattung: "Und wenn doch berichtet wird, dann eher mit Konzentration auf Konflikte." …

Soweit aus idea.de. In Wikipedia gibt es eine Übersicht über alle Religionsgemeinschaften in der BRD, da wird auch ca. ein dreiviertel Laufmeter evangelikaler Gruppierungen aufgezählt, mit 50 bis 50.000 Anhängern, wenn man dann den Evangelikalismus direkt nachschlägt, findet man dort eine Mengenangabe von ein bis drei Prozent.

Für die Protestanten ist das klarerweise ein Problem! Denn der größte Teil des noch vorhandenen Mitgliederbestandes sind religiös weitgehend desinteressierte Leute, die bloß noch aus Tradition wegen der religiösen Feste wie Geburt und Ehe und der Verabschiedung Verstorbener ihr Geld für Kirchensteuer verschwenden. Bloß noch um die drei Prozent der Mitglieder besuchen regelmäßig die Sonntagsmesse, also die wöchentliche Mitgliederversammlung der noch tatsächlich Gläubigen.

Wenn die Evangelikalen mehr werden, dann wohl zwangsläufig aus diesem Restbestand! Denn die Kirchenführungen achten logischerweise auf die Masse der Kirchensteuerzahler und nicht auf das sonderbare Verhalten tatsächlich Religiöser! Es kann darum durchaus sein, dass in kommenden Zeiten die Evangelikalen mehr werden und dadurch die Restbestände protestantischer regelmäßiger Kirchgänger verschwinden, wenn dann die drei Prozent der heutigen evangelischen Kirchgänger weitgehend verschwunden sind, dann kann sich die protestantische Kirche eine Menge Kirchengebäude und Kirchenangestellte einsparen. Es gibt aber nur eine Umverteilung aus dem alten Kirchenbereich in einen neuen sektenartigen, aus dem religiösen Nichts tauchen keine Evangelikalen auf…

 

Link zum Originalartikel bei atheisten-info.at

Links von wissenbloggt:




Islamisierung IV


hijab-2312126_1280In den Artikeln "ISLAMISIERUNG" I und II hat der wissenbloggt-Gründer Frank Berghaus ein Bild der nicht stattfindenden Islamisierung entworfen, dem die aktuellen Fakten davongelaufen sind. Deshalb soll dieser Artikel von Wilfried Müller ein Gegenbild abliefern, mit aktuellen Zahlen und den zugehörigen Extrapolationen (Bild: ree_pilots, pixabay).

Ob der „Islamisierung" damit die Tüdelchen ausgezogen werden, mag der Leser selbst entscheiden. Die Fakten von „ISLAMISIERUNG“ I stammen von Anfang 2015. Sie gehen von 5% Moslemanteil an der deutschen Gesamtbevölkerung aus, mit überwiegend türkischem Migrationshintergrund. Zugleich wird die Geburtenrate der deutsch-türkischen Frauen mit 1.7 angegeben, gegenüber 1.3 bei den sonstigen deutschen Frauen. Diese Daten sind durch die Entwicklung seit 2015 völlig überholt. Hier sollen die neuen Zahlen dargestellt werden und auf dieser Basis eine grobe 10-jährige Prognose unternommen werden. Es geht also weniger um eine andere Einschätzung der politisch-religiösen Islamisierungstrends, sondern vor allem um die demografischen Veränderungen der Bevölkerung.

2015 wanderte mit den 890.000 Immigranten etwa 1% Muslime neu in Deutschland ein. 2016 und 3/4 von 2017 brachten noch einmal eine Zuwanderung von etwa 0,5%. Aktuell sind 6,5% Muslime in Deutschland, davon etwa 3% türkischstämmig. Aktuelle offizielle Zahlen sind nicht zu bekommen, da ist noch von 5% oder 6% die Rede, je nachdem, wo man nachschaut. Zur Geburtenrate gibt es nur eine neue Zahl, nämlich 1,5 Kinder pro Frau bundesweit. Und das geht kaum auf eine Änderung vom Reproduktionsverhalten der deutschstämmigen Frauen zurück, sondern vor allem auf die höhere Gebärfreudigkeit der Immigrantinnen, muslimisch wie christlich.

Selbst man weiter von den Geburtenraten 1,7 gegenüber 1,3 ausgeht, kommt die Langzeitwirkung nicht in "homöopathischen Dosen" daher. Vorausgesetzt, es findet keine Angleichung statt, würde das nach 5 Generationen zu 44% gegenüber 11% führen, also zu einer relativen Vermehrung auf das 4-fache. Beispiele wo sowas schiefging: Kosovo, Serbien, Libanon. Dort vermehrte sich die muslimische Bevölkerung so stark, dass sie die christliche überflügelte. Mit der ersten Wirkung, dass die demokratischen Wahlen ab dann muslimische Politik legitimierten, und mit der zweiten Wirkung Bürgerkrieg.

Die Probleme werden aber schon auf 10-Jahres-Horizont sichtbar. Als realistische Einschätzung darf man von 1% muslimischer Zuwanderung alle 4 Jahre ausgehen. Wenn der Familiennachzug kommt, kommt noch 1% mehr. Das macht 6,5% + 2,5% + 1% = 10% Muslime in 10 Jahren, mit dem Anstieg allein durch die Zuwanderung.

Das ist nicht alles. Man muss ja die Altersverteilung der Bevölkerung in Betracht ziehen. Die Greise sind zu 0% muslimisch, während die Jugend zu 20% muslimisch ist. Eine Daumenpeilung ergibt bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 Jahren in einer Dekade:

  • das Sterben vom obersten 1/8 mit 0% Muslimen
  • und das Nachrücken vom untersten 1/8 mit 23% Muslimen

Die 23% schätzen sich so: Bei der muslimischen Jugend ist die Hälfte geschlechtsmäßig gleichverteilt (Türken) und die andere Hälfte zu 2/3 männlich (Flüchtlinge). Die 20% Muslimanteil der Jugend liefern dann etwa 17% Musliminnen mit einer 4/3 höheren Geburtenrate, und das ergibt dann 23%. Durch die Alterung gibt es also eine Zunahme von 1/8 * 23% in 10 Jahren, rund 3%.

Für die grobe Extrapolation auf 10 Jahre kommt also eine Zunahme des Muslimanteils auf 13% raus. Das ist eine Verdoppelung gegenüber jetzt. Die Altersverteilung dürfte dann vorsichtig geschätzt 1/3 Muslime bei der Jugend ergeben. Noch einmal 10 Jahre weitergerechnet, kann der Anteil dann auf mehr als 1/2 steigen.

Das ist spekulativ, weil unbekannt ist, wie es mit dem Zuzug weitergeht, und weil unbekannt ist, wie sich die Muslime geburtenmäßig anpassen. Für die Gegenwart gibt es die Abschätzung, dass 80% der nicht muslimischstämmigen Jugend zu 80% religionsfrei sind und zu 20% christlich. Die 20% der muslimischstämmigen Jugend sind zu 20% religionsfrei und zu 80% muslimisch. Das ergibt

  • 80% * 80% + 20% * 20% = 68% religionsfreie Jugendliche,
  • 80% * 20% = 16% christliche Jugendliche sowie
  • 20% * 80% = 16% muslimische Jugendliche

In 10 Jahren wären die Zahlen bei gleichen Anteilen Religionsfreiheit 60% junge Religionsfreie, 13% junge Christen, 27% junge Muslime. So schlecht muss es aber nicht kommen. Vielleicht wirkt die Vernunft ja weiterhin auf eine Abnahme der Religiosität hin.

Dem steht aber eine starke politische Einheitsbewegung gegenüber, die kaum etwas unversucht lässt, um die Religion zu befördern. Nach der unausgesprochenen Maßgabe, am liebsten christlich, aber lieber muslimisch als gar keine Religion. Wenn's nicht die unausgesprochenermaßen beerdigte Willkommenskultur tut, könnte diese parteiübergreifende Agendasetzung zu enormen Verwerfungen führen.

 

Weitere Links dazu:




Sind Psychiatriepatienten „vom Teufel besessen“? von Frank Sacco


sacotodsündeimages-150x150Der Artikel ist leider nicht frei zugänglich, auf den Frank Sacco, Doktor der Medizin, sich bezieht. Er heißt Zwiegespräch: "Das Dämonische kommt durch alle Ritzen" (Zeit Online 2.4.10): Was ist entlastender, die Beichte oder die Psychotherapie? Lässt sich Schuld durch Reden sühnen? Ein Gespräch mit einer Therapeutin und einem Pfarrer (Bilder: Sacco).

 

Sind Psychiatriepatienten  „vom Teufel besessen“?  von Frank Sacco

Über die Angstkrankheit der etablierten Psychiatrie

Es stand in der Die Zeit am 31.3.2010, Seite 57. Die Chefanalytikerin Deutschlands und Nachfolgerin Sigmund Freuds am gleichnamigen Institut in Frankfurt, Prof. Leuzinger – Bohleber, gibt Unfassbares an: Von der Kirche als Institution verstehe sie „nichts‘‘. In der Psychiatrie fehle „das transzendentale Denken“. „Menschen mit einem theologischen Problem schicken wir deshalb zum Theologen.“ Der mitinterviewte Pfarrer Johannes zu Eltz sagt: „Besessenheit hat Konjunktur“. Sie komme „durch alle Ritzen“. Auf die Frage, „Besessen vom wem?“, antwortet zu Eltz standesgemäß: „Vom Teufel“.

Natürlich, zu Eltz glaubt als Pfarrer an den Teufel und die Hölle. Der ist gläubig und zusätzlich dogmaverpflichtet. Die von der Psychiatrie zur Kirche Geschickten würden teilweise dort „als austherapiert“ gelten. Sie seien wirklich „arme Teufel“. Gegen diese Fehldiagnose (vom Teufel besessen) des Geistlichen hat die Analytikerin überhaupt nichts einzuwenden. Sie schluckt diese Diagnose, auch weil sie sich ja für unfähig erklärt, in diesem Fall zu denken. Sie weist eine pathologische Denkhemmung im eigenen Fachgebiet auf und gibt zudem zu, dass das in ihren Kreisen so Usus ist. Doch dann kann man nicht diesen Beruf ausüben. Denn der setzt die Möglichkeit zu Denkprozessen auch dann voraus, wenn von einer Besessenheit vom Teufel, Versündigung gegen den Heiligen Geist oder von einer Hölle beim Patienten die Rede ist. Die Analytikerin sollte, wie auch ihre betroffenen Kollegen, umgehend ihre Approbation zurückgeben und nicht weiterhin Patienten durch unterlassene Hilfeleistung schwer schädigen. Wir Internisten dürfen uns ja auch keine Denkhemmungen leisten, z. B. auf dem Gebiet des Bluthochdruckes. Denken ist internistische Pflicht. Der Klerus schädigt die überwiesenen Patienten weiter. Man hat ja den Bock zum Gärtner gemacht. Kleriker sind dem strafenden Höllendogma, das Bischof Schneider als ein „Geschäft“ seiner Kirche bezeichnet, von höchster Stelle, vom  Papst verpflichtet. Sie können demnach betroffene Patienten nicht von ihrem Trauma, dem Gedanken an jenseitige Strafen befreien. Angestellten Psychotherapeuten ist es teilweise nach dem Loyalitätsprinzip verboten, ihre Kirche dort, wo sie kriminell (gesetzeswidrig) agiert, entsprechend hart zu kritisieren.

Die Ursache der oben beschriebenen Hemmung in unserer Psychiatrie ist analytisch gesehen Angst, große Angst. Es ist die unbewusste Angst ihrer Mitglieder, selbst in einem  Jenseits gefoltert zu werden. Diese Angst ist es, die  das Symptom einer hysterischen Denkhemmung hervorruft. Die Denkhemmung bewirkt eine Angstreduktion bzw. sogar ein Nichtaufkommen von Angst im Oberflächen-Bewusstsein. Freud schreibt, niemand habe bisher „die Bedingung der Angstentwicklung bei der Hysterie ergründet“ (Sigmund Freud, Gesammelte Werke, 1926d, 140). Es wurde also Zeit für das Sacco-Syndrom. Gott- bzw. Gehinom-angst war auch die eigentliche  Angst Sigmund Freuds.

Die etablierte Psychiatrie ist also angstkrank. Ich bemerke und bemängele das seit Jahren, auch vor der Bundesärztekammer. Ich biete meinen Kollegen Fortbildungen an. Doch man reagiert empfindlich, ablehnend, gereizt, unkollegial, unqualifiziert und aggressiv. Das spricht für eine zusätzliche narzisstische Störung im Sinn eines sekundären Narzissmus. Man hält sich für die Spezialisten auf dem Gebiet der Seele, und ist doch gerade  dort unqualifiziert und nahezu ebenso krank wie sein Klientel. Die Suizidrate im Therapeuten-Milieu ist extrem hoch. Exakte Zahlen werden gar nicht veröffentlicht. Die Ursache der Suizide: Man ist in der Psychiatrie Übertragungen der wirklichen Ängste seiner Patienten  hilflos ausgeliefert. Man weiß gar nicht, welche massiven Ängste man bei ihnen therapiert.

Man stochert, von Freud irregeleitet, seit einem Jahrhundert und natürlich vergeblich in Kastrationsängsten und den ihnen angeblich  entsprechenden Penisneiden der Weiblichkeit herum. Doch immerhin: Freud war deutlich, dass Frauen keinen Penis besitzen – keinen eigenen. Es sei der Schock für jede Frau, sich kastriert und damit unterleibstechnisch verwundet und mangelhaft konstruiert zu fühlen. Uns Internisten fehlen da die Worte. Urologen fehlen die Worte schon lange. Denn Urologen wissen, was eine Kastration ist. Sie kennen den Unterschied von Kastration und  Penisamputation – und den Unterschied von Angst und Neid, von zwei Begriffen also, die man nüchtern betrachtet, kaum rational verbinden kann.

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Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor u.a. des Buches "Wenn Glaube krank macht", BoD, 404 Seiten, 12,99 €

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® Liste der logischen Fehler


error-63628_640Seit Daniel Kahneman sich mit den systematischen Fehlern des menschlichen Denkapparats auseinandergesetzt hat, sind diese Fehler nicht nur in aller Kopf, sondern auch in aller Munde. Dazu gibt es wissenbloggt-Artikel, die das Kahneman-Buch Schnelles Denken, langsames Denken besprechen, und auch Artikel von Peter Hank beschäftigen sich mit diesem Thema (wb-Links unten, Bild: geralt, pixabay).

Nun hat die University of Texas at El Paso eine Sammlung angestellt und eine Liste dazu herausgebracht (1. Medien-Link unten). Es geht um falsche, irreführende und nichtssagende Argumente im weitesten Sinne. Sie mögen sich sehr vernünftig anhören und große Überzeugungskraft entwickeln – sogar nachdem sie als falsch entlarvt wurden. In der Aufspürung solcher Fehler in einer Argumentation zeigt sich der kundige Denker. Wir bringen die Hitliste in freier Übersetzung der Überschriften:

  • persönlicher Angriff zur Ablenkung vom Thema
  • "endlich Schluss damit, sonst geht das ewig weiter"
  • Anrufung höherer Mächte, um den eigenen Standpunkt zu verteidigen
  • jammern und betteln, Mitleid erwecken
  • Vorschieben der Tradition
  • Angsmache vor den Konsequenzen, "dann lieber nicht"
  • "das können wir gar nicht wissen"
  • "wir müssen das jetzt durchziehen"
  • Fraglichmachung der Motive
  • Gewaltandrohung
  • "alle denken so"
  • Zirkelschlüsse, "es ist wahr, weil es wahr ist"
  • Besoffenmachen durch endlose Wiederholung des Fehlers
  • blinden Glauben/Loyalität einfordern
  • Gemeinsamkeiten beschwören "Blut ist dicker als Wasser"
  • bestechen, "eine Hand wäscht die andere"
  • "zu komplex, erst muss die Grundlage geklärt werden"
  • Schuld abwälzen
  • Schwarz/weiß malen, "entweder 100% – oder 0%"
  • "wo so viel Aufwand dahinter steckt, das muss wahr sein"
  • Sophistik, Wortverdrehung
  • Irreführung ohne direkt zu lügen, das Lieblingsspiel der Anwälte
  • übermäßig extrapolieren "wenn 1 gut ist sind 2 doppelt so gut"
  • falsche Analogieschlüsse
  • "Schluss mit diskutieren, der Job muss getan werden"
  • Pauschalisierung durch Assoziation "was für einen gilt, gilt für alle"
  • Halbwahrheiten
  • Wunder herbeiwünschen
  • "für alle Fälle" das ganz Unwahrscheinliche berücksichtigen
  • Statistik als Lügenhilfe
  • "kümmere Dich um Deinen eigenen Kram"
  • Beschimpfungen "ich hab recht, Dein Widerspruch zeigt, was für ein Schwein Du bist"
  • Ablenkungsmanöver mit zusammenhanglosen Aussagen
  • übermäßige Generalisierung
  • Zaudern, Verschleppen "das können wir noch gar nicht entscheiden"
  • Emotionen ins Spiel bringen "schluchz, heul"
  • Political Correctness, normale Benennungen tabuisieren und durch gefühlsmanipulierte ersetzen
  • falsche Zusammenhänge, Korrelation als Ursache nehmen
  • Roter Hering, Ablenkung mit ganz anderem Thema
  • Übersimplifizierung, zu einfache Antworten auf komplexe Fragen
  • Behandlung von imaginären Kategorien als reale
  • Angst machen, Paranoia schaffen
  • "wir müssen weitermachen, sonst senden wir die falsche Botschaft"
  • Beweispflicht umdrehen "beweise dass es keinen Gott gibt"
  • "eins führt zum anderen" (Slippery slope)
  • Konfusion schaffen, Fakten mit Bergen von Material zuschütten
  • irreführende Version der Behauptung widerlegen (Strohmann)
  • Tabus schaffen, Themen für sakrosankt erklären
  • Autoritäten heranziehen "der Sieger nimmt auch diese Seife"
  • "die sind nicht so wie wir, denen macht das nix"
  • TINA "there is no alternative" – alternativlos
  • missbräuchlicher Transfer von Autoritäten
  • "Du bist auch nicht anders" (Tu Quoque)

Besonders beliebt ist derzeit die falsche Logik, je mehr das denken, desto richtiger finden es alle. Man sieht, zum Falschdenken braucht es keine Fakes und keine russischen Hacker. Das schafft man auch alleine (2.).

 

(Dieser Artikel wurde am 2.2.15 veröffentlicht, am 25.9.17 upgedated)

Links zu den Medien:

  1. Master List of Logical Fallacies (University of Texas at El Paso 2015)
  2. People Ignore Facts That Contradict Their False Beliefs (Culture Foundation 23.9.): The more people there are who ignore facts that contradict their beliefs, the likelier a dictatorship will emerge within a given country. Here is how aristocracies, throughout the Ages, have controlled the masses, by taking advantage of this widespread tendency people have, to ignore contrary facts: What social scientists call “confirmation bias” and have repeatedly found to be rampant.

Weitere Links:

 




® „ISLAMISIERUNG“ II


islam-1484535_1280Im ersten Teil wurde abgehandelt, inwieweit für eine Islamisierung im klassischen Sinne überhaupt Erfolgsaussichten bestehen (siehe „ISLAMISIERUNG“ I, Bild: bykst, pixabay). Es zeigte sich, dass die Chancen dafür außerordentlich gering sind.

In diesem zweiten Teil folgt nun eine Zusammenstellung, was gemeinhin (entfernt von der klassischen Definition) ebenfalls unter „Islamisierung“ verstanden wird.

 

ISLAMISIERUNG über die Aneignung bestehender kirchlicher Privilegien

In vielen Bundesländern streben moslemische Vereinigungen danach, als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt zu werden und nicht selten erfüllen sie auch die Voraussetzungen, die der Gesetzgeber definiert hat. Sie erringen damit eine Gleichstellung mit den christlichen Kirchen und einigen Sekten. Die Folgen sind absehbar und die ersten Schritte sind bereits getätigt worden. Herausragend sind dabei wohl die Einrichtung islamisch-theologischer Lehrstühle und die Ausbreitung von islamischem Religionsunterricht an den Schulen. Die Segregation innerhalb der Schulen wird damit auf eine neue, höhere Stufe getrieben – und alles das finanziert aus allgemeinen Steuermitteln. Fundamental-christliche Rechtspopulisten behaupten an dieser Stelle nun gern, eine Gleichbehandlung der Moslems mit Christen sei nicht erforderlich (oder verbiete sich gar), da es sich beim Islam nicht um eine Religion, sondern um eine politische Ideologie handele, die sich nur das Mäntelchen einer Religion umgelegt habe. Dieses Argument verkennt aber, dass auch die Kirchen (vor allem die RKK) eigene Rechtssysteme haben, die sie nicht nur in der Vergangenheit, sondern bis auf den heutigen Tag der Politik und der Gesellschaft aufdrücken. Aus Gründen der rechtlichen Gleichbehandlung kann dem Islam nicht verboten werden, dieselben Begehrlichkeiten zu entwickeln. Es bleibt wohl also einstweilen bei der staatlich finanzierten religiösen Indoktrination von Kindern.

Die nächsten Schritte sind bereits in Vorbereitung oder Planung: Übernahme von Trägerschaften von Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern sowie die Gründung von karitativen Organisationen vergleichbar der Diakonie oder der Caritas.

Die beiden Quasi-Staatskirchen fördern solche Bestrebungen mit großem Eifer und der Staat hat aufgrund der Rechtslage (selbst wenn er anderes im Sinn hätte, was nicht der Fall ist) keine Möglichkeiten, dies zu unterbinden. Ebenso stellt sich die Lage dar, wenn es um den Einzug von Imamen in Fernsehräte oder „Ethik“kommissionen geht. Es wird nicht aufzuhalten sein, wenn nicht endlich das Problem an der Wurzel gepackt wird. Die Trennung von Staat und Religion rückt mit solchen Erweiterungen religiösen Einflusses in immer weitere Ferne. Die Säkularisierung (von Laisierung ganz zu schweigen) hinkt nicht nur, sie geht inzwischen an Krücken. Die einzige Abhilfe hat Uwe Lehnert in aller Klarheit und Deutlichkeit zusammengestellt, weshalb ich an dieser Stelle darauf verweisen kann „Trennung von Staat und Religion“ http://www.wissenbloggt.de/?p=16244.

Man darf festhalten, dass die genannten Punkte kein Spezifikum des Islams darstellen (was den Begriff der „Islamisierung“ rechtfertigten könnte), sondern dem allgemeinen Trend zur immer stärker werdenden Religionisierung unserer Gesellschaft folgen. Dabei spielt es auch keine entscheidende Rolle, im Namen welchen Gottes nun gerade der Gesellschaft Regeln aufoktroyiert werden sollen. Den meisten ist ja nicht einmal bewusst, mit welcher Intensität der Krake Religion sich in das tägliche Leben frisst. Ein „schönes“ Beispiel findet sich hier: http://www.wissenbloggt.de/?p=27001. Beim nächsten Mal werden es dann wohl auch Qur’ane sein.

 

ISLAMISIERUNG in Ballungsräumen (Ghettobildung, Parallelgesellschaft)

Ich zitiere ein typisches Fundstück (sprachlich belassen) aus einem rechtspopulistischen Blog, aus dem das Unbehagen hervorgeht, um das es in diesem Punkt unter anderem geht: „Islamisierung bedeutet für mich, eine Stunde lang durch Hamborn/ Marxloh/ Obermarxloh/Hochfeld zu gehen und 3-5 deutschstämmige Bürger zu begegnen. Dieses Erlebnis ist nicht auf einen bestimmten Tag und/oder eine gewisse Uhrzeit reduziert, das ist reproduzierbar wiederholbar!“

Ein solches „Urteil“ bleibt natürlich völlig an der Oberfläche hängen und beschreibt allenfalls ein dumpfes Gefühl angesichts fremdartiger Gesichtszüge oder Bekleidungen. Es ist schlicht ausländerfeindlich und geht daher gar nicht auf die wirkliche Problematik ein, die sich in solchen Ballungsräumen entwickelt hat.

Doch was spielt sich nun tatsächlich in solchen Ghettos wie Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh ab? Wären es nur die Gesichter und die Kopftücher, würde ein Humanist wohl nicht sehr viele Worte darüber verlieren. Doch wie bereits Buschkowsky, der inzwischen zurückgetretene Bürgermeister von Neukölln feststellte, gerät hier unser Rechtsstaat aus den Fugen. Das staatliche Gewaltmonopol ist zumindest teilweise außer Kraft gesetzt, wenn sich die Polizei nur noch zur Aufklärung von Schwerstkriminalität in diese Gebiete wagt, bei Alltagsdelikten aber die Ahndung „islamischen Schiedsgerichten“ überlässt, da der Aufwand viel zu groß wäre und sie außerdem regelmäßig vor eine Schweigewand stößt.

Zu Buschkowskys Erstaunen zeigt sich in solchen Ghettos gleichzeitig eine zunehmende Hinwendung zum islamischen Glauben bis hin zur Radikalisierung. Offensichtlich kennt er sich nicht mit Diaspora-Situationen aus, in denen der Gruppendruck mit zunehmender Abschottung zunimmt. Das ist weitestgehend erforscht anhand zum Beispiel der Amish-People in Pennsylvania oder der Mennoniten in Nord-Mexiko, die archaischen Versionen ihres Glaubens anhängen und wenig Neigung zur Anpassung an ihr sonstiges Umfeld zeigen. An diesen Realitäten werden wohl auch alle gutgemeinten Versuche mit Hilfe der Sozialpädagogik scheitern.

Was aber ist zu tun um dieser unerfreulichen Situation Herr zu werden? Den Bulldozer anrücken zu lassen und die „Insassen“ des Ghettos anderweitig „verstreut“ anzusiedeln, dürfte kaum zu unserem Rechtsverständnis passen. Also Aussitzen in der Hoffnung, dass sich das Problem von allein erledigt wie man es zum Beispiel in Little Italy (New York) oder Chinatown (San Francisco) beobachten lässt? Ein zwischen beiden Extremen liegendes Allheilmittel ist offensichtlich noch nicht zur Hand. Es muss aber erarbeitet werden.

In jedem Fall trifft hier der Begriff der Islamisierung lokal begrenzt durchaus zu.

 

ISLAMISIERUNG über Forderungen an die Aufnahmegesellschaft

Googelt man den Satz „Mazyek fordert“, so erhält man auf Anhieb 30.200 Ergebnisse. Nicht zuletzt deshalb wird der Vorsitzende des ZMD (Zentralrat der Moslems in Deutschland), der einen syrischen Migrationshintergrund hat, von vielen als „Forderasiate“ bezeichnet. Er ist natürlich Deutscher – aber das muss ich hier wohl kaum erklären.

Angesichts der Fülle der Forderungen, die Mazyek und seine Funktionärskollegen beständig an die Mehrheitsgesellschaft stellen, kann ich hier nur einige typische Beispiele herausgreifen.

Die Einführung von islamischen Feiertagen (im Tausch gegen christliche Feiertage?) ist dabei ein vordringliches Ziel, das die Anerkennung dieser Religion in der Öffentlichkeit deutlicher machen soll. Für Humanisten geht es dabei um eine generelle Fragestellung. Inwieweit sollte ein Staat überhaupt religiöse Feiertage als staatliche Feiertage anerkennen, und diese auch noch z.T. als „stille“ Feiertage deklarieren, damit eine Minderheit nicht durch das Verhalten einer Mehrheit in ihren religiösen „Gefühlen“ beeinträchtigt wird? Das ist unsinnig und gehört eh eingegrenzt. Mit Ausnahme des heidnischen Weihnacht- und Hasenfests sollte eine sukzessive Abschaffung solcher Tage erfolgen. Sie gehören dem allgemeinen Urlaubsanspruch hinzugerechnet, wobei die Inanspruchnahme dem Katholiken am Karfreitag oder dem Moslem an Aïd al-kebir freisteht. Dem Humanisten dann aber bitte gleichberechtigt am Welthumanistentag oder einem einzurichtenden Darwintag. Dann hat es jeder in der Hand, was unserer individualistischen Lebensauffassung natürlich am nächsten kommt.

Die Berücksichtigung islamischer Speisevorschriften in Kantinen wird bereits eifrig propagiert und lokal durchaus mit Erfolg umgesetzt. Und wie steht es dann mit jüdischen oder vegetarisch/veganen Vorgaben bei der Essenswahl? Die meisten zumindest der kleineren Kantinen dürften mit der Fülle solcher Forderungen recht schnell an ihre Belastungsgrenzen kommen.

Rücksichtnahmen während des Ramadan, Nichtteilnahme von Mädchen am Sportunterricht, Einführung von Badezeiten in öffentlichen Schwimmbädern für muslimische Frauen und vieles andere mehr steht in den Katalogen.

Insgesamt muss sich eine freie Gesellschaft irgendwann entscheiden, wie viel Toleranz sie solchen Wünschen gegenüber aufzubringen bereit ist. Letztlich würde ein unbegrenztes Eingehen auf die Forderungen eine selbst herbeigeführte Islamisierung der Gesellschaft bedeuten.

 

ISLAMISIERUNG durch den Bau von Gotteshäusern

Dieser Punkt wird offenbar nur von Extremisten in der Rubrik „Islamisierung“ geführt. Eine Gesellschaft, in der ganz selbstverständlich ein jeder das Recht hat, eine Religion seiner Wahl auszuüben, kann und darf den Bau von religiösen Kultstätten nicht verbieten. In diese Rubrik fällt auch das unsägliche generelle Minarettverbot in der Schweiz.

Eine ganz andere Frage ist dabei, dass sicherlich die jeweils  geltenden baurechtlichen Vorschriften eingehalten werden müssen. Eine Moschee mitten in einer historischen Altstadt verbietet sich bereits aus diesem Grunde. Ebenso gilt es (ähnlich wie beim Läuten von Kirchenglocken) darauf zu achten, dass der Lärmschutz zumindest angenähert gewahrt bleibt. So wäre in jedem Fall ein Muezzinruf morgens um 5 Uhr inakzeptabel.

Allerdings hat sich das Bild unserer Städte in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Es spricht also nichts dagegen, wenn in diesen neuen Gebieten die eine oder andere Moschee entsteht.

Dieser Punkt kann also in unserem Zusammenhang ersatzlos gestrichen werden. Er kennzeichnet keine Islamisierung.

 

ISLAMISIERUNG durch Einschüchterung

Nicht erst nach den Morden an den Charlie Hebdo Redakteuren stellt sich die Frage, welcher tiefere Sinn solchen Anschlägen zuzumessen ist. „Bestrafung“ oder Rache wegen angeblicher Beleidigung des Propheten kann es ja allein nicht sein. Außerdem böte das keine Erklärung für die Twin Towers oder Madrid und London, wo jeweils wahllos gemordet wurde.

Man will sich ganz offensichtlich „Respekt“ verschaffen. „Seht her, ihr dekadenten Westler, akzeptiert unsere andere Art zu leben und zu denken, sonst werden wir euch immer und immer wieder bestrafen“. Es sind also ganz offensichtlich Machtdemonstrationen, um Leute einzuschüchtern. Das Signal richtet sich aber auch an die eigenen (viel zu laschen) Glaubensbrüder. Doch scheint diese Botschaft nur in geringem Umfang zu wirken. Die erwünschte Radikalisierung nimmt nur am ohnehin schon vorhandenen extremen Rand zu, die große Mehrheit der Moslems wendet sich mit Schaudern ab. Mit Einschüchterung eine Islamisierung erreichen zu wollen gehört daher wohl eher in die Kategorie von 1001 Nacht.

 

Frank Berghaus

(Dieser Artikel wurde zuerst am 14.2.15 publiziert)

Link zu Islamisierung-Artikeln




® „ISLAMISIERUNG“ I


islamisierung_nein_dan7tydSpätestens seit dem Aufkommen von AfD und Pegida (Alternative für Deutschland und Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) wird die angebliche Islamisierung Deutschlands (worauf ich mich hier beschränken möchte) ausgesprochen kontrovers diskutiert. Es lohnt sich also, einmal einen unvoreingenommenen Blick darauf zu werfen, was sich hinter der Begrifflichkeit verbirgt und was von verschiedenen Seiten darunter verstanden wird.

 

ISLAMISIERUNG in der historischen Betrachtung

Klassisch betrachtet versteht man unter Islamisierung die Übernahme des Islams als Staatsreligion und die Anpassung der allgemeinen Gesetze im Zivil- und Strafrecht an die Vorschriften soweit sie in der Shari’ah niedergelegt (nicht kodifiziert) sind. Dies ist in der frühen Ausdehnungsphase des Islams in den ersten Jahrhunderten seines Bestehens in einer ganzen Reihe von Ländern eingetreten – in einigen (wie Spanien) auch wieder rückgängig gemacht worden.

Viele Rechtspopulisten sind nun der Meinung, dass diese Form von Islamisierung auch zwangsläufig in Deutschland eintreten werde, da ja die Moslems in Bälde die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen würden. In ihren einschlägigen Blogs liest sich das dann so: „Sobald Moslems in der Mehrheit sind, haben sie nichts anderes im Sinn, als die Shari’ah als grundlegendes Gesetz einzuführen“. Das Mittel zum Erreichen dieser Mehrheit seien der „Geburten-Jihad“ und eine zügellose Einwanderung von Moslems. In der Folge dürften die Anhänger der anderen „Buchreligionen“ nur noch ein Dasein als „Dhimmis“ fristen mit stark eingeschränkten Bürgerrechten. Was mit den echten Ungläubigen zu geschehen habe könne man sich vorstellen, wenn man sich die Aussagen des Qur’ans zum Apostatentum anschaue.

Betrachtet man allerdings die Fakten so sieht man leicht, dass diese Befürchtung gänzlich unbegründet ist – und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Rund gerechnet haben wir in Deutschland einen Moslemanteil von ca. 5% an der Gesamtbevölkerung – überwiegend mit türkischem Migrationshintergrund. Der Wanderungssaldo ist seit Jahren negativ, d.h. es wandern mehr Türken ab als neue hereinkommen. Die Geburtenrate deutsch-türkischer Frauen gleicht sich beständig an die der deutschen an und liegt nach neuesten Erhebungen nur noch bei 1.7 gegenüber 1.3. Ein (selbst relatives) Anwachsen ist also aus diesem  Teil der Bevölkerung nur in homöopathischen Dosen zu erwarten. Bleibt die Zuwanderung: Nach den Zahlen des BAMF kommt der weit überwiegende Teil der Zuwanderer aus ost- und südeuropäischen Ländern (über 77%), die zumeist orthodoxe oder katholische Christen sind. Es böte sich hier sogar an, von einer christlich geprägten Ostisierung oder Südisierung zu reden (man verzeihe mir die Neologismen). Einwanderer aus Afrika – soweit sie aus dem Bereich der Subsahara kommen – sind ebenfalls überwiegend christlich geprägt. Bleibt also ein Rest von Nordafrikanern, die in Europa versuchen, ihre Lebensumstände zu verbessern. Das sind Moslems, über deren Ansichten aber im Einzelnen noch nicht viel erhoben werden konnte (alles konzentriert sich im Wesentlichen auf die türkische Gemeinde). Gänzlich außen vor lassen muss man wohl die aus den Kriegsgebieten wie Syrien und Irak stammenden echten Asylsuchenden, die einen rechtlichen Anspruch auf Schutz und Sicherheit haben. Wie viele von ihnen nach Beendigung der Feindseligkeiten tatsächlich im Lande verbleiben werden ist noch unklar und darf unsere Überlegungen nicht beeinflussen.

Es steht also außer Frage, dass es eine solche „klassische“ Islamisierung nicht, oder jedenfalls nicht in überschaubaren Zeiträumen geben wird. Doch gehen wir einmal als Hypothese davon aus, dass irgendwann Moslems tatsächlich eine Mehrheit in Deutschland hätten. Wäre die Einführung von Islam als Staatsreligion und Etablierung der Shari’ah als Rechtssystem wirklich die unabwendbare Folge? Schon ergäbe sich die Frage, welche Version des Islams denn dann wohl eingeführt würde. Die bei uns lebenden türkischstämmigen Moslems hängen in knapper Mehrheit der Hanafiyyah an, Aleviten (immerhin 800.000 in Deutschland) haben der Shari’ah endgültig abgeschworen und setzen sich für eine Trennung von Staat und Religion ein wie wir Humanisten auch. Kurden wiederum (bei uns statistisch immer den Türken zugerechnet!) können mit beidem nichts anfangen und die Nordafrikaner ebenso. Ähnlich wie die Aleviten argumentieren auch die noch kleinen aber beständig wachsenden Gemeinden der liberalen Muslime. Es bliebe also der „harte Kern“ der von den orthodoxen muslimischen Verbänden Repräsentierten (ca. 10-15% der Moslems in D., aber sehr lautstark). Wie soll da EIN Islam als Staatsreligion überhaupt möglich sein? Das gibt es aus den genannten Gründen auch in anderen zu über 90% moslemischen Ländern nicht, wie der Irak mit dem Nebeneinander von Sunna und Shia eindrücklich zeigt. Doch selbst wenn ein homogener Islam beherrschend ist wie zum Beispiel in Tunesien (mit stark sufistischen Einschlägen), so heißt dies noch lange nicht, dass nun archaisch-religiöses Recht (wie etwa in Saudi Arabien) etabliert werden könnte. Die nach den ersten freien Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung dominierende Ennahdha hat es in Teilen versucht, zumindest Elemente der Shari’ah in der Verfassung unterzubringen. Sie sind weitestgehend gescheitert. Ein Beispiel: Ennahdha schlug vor, die Formulierung „Die Frau ist die Gefährtin des Mannes“ verbindlich zu machen und damit die bereits vor langer Zeit erkämpften Frauenrechte quasi auszuhebeln. Am nächsten Tag lernten sie dann die geballte Frauen-Power kennen, als sich ein riesiger Demonstrationszug von Frauen (und Männern) über die Ave. Habib Bourguiba zog um lauthals gegen diesen Affront zu protestieren. Der Vorschlag blieb daher kläglich stecken und markierte eine der größeren Niederlagen dieser extremistischen Partei.

Nun ist Tunesien zugegenermaßen ein absoluter Sonderfall, der aufgrund einer breiten in den letzten Jahrzehnten gewachsenen Bildungs- und Mittelschicht nicht so ohne weiteres mit anderen Ländern der Region verglichen werden darf. Aber immerhin zeigt Tunesien als „Leuchtturm“ an, wohin auch die Fahrt anderer Länder eines Tages gehen könnte. Die Ansätze dazu gab es bereits selbst im Nachbarland Libyen, wo allerdings die demokratischen Versuche von marodierenden Islamisten-Banden zusammenkartätscht wurden mit dem Erfolg, dass wir es hier im Moment mit einem „failed state“ zu tun haben. Sehr viel besser sieht es derzeit in Algerien aus, unserem westlichen Nachbarn. Seit dort die Religionsfreiheit eingeführt wurde (und Autonomie für die Rif-Kabylen) geht es beständig voran. Man zählt immerhin über 100.000 Konvertierungen zum Christentum. Man kann nur hoffen, dass nach dem absehbaren Abgang des greisen Präsidenten Bouteflika dieser Prozess fortgesetzt werden kann und nicht etwa die Terrororganisation Al Qaida du Maghreb Islamique Oberwasser bekommt. Auch in Marokko stehen die Zeichen nicht schlecht. Der junge König, dem aufgrund seiner Ausbildung in England eine konstitutionelle Monarchie vorschwebt, arbeitet beständig daran, dem konservativen Klerus winzige Zugeständnisse abzuringen. Er war extra drei Tage in Tunesien zu Besuch um sich vor Ort zu informieren, was da alles so machbar ist.

Wer nun sagt, dass noch nichts gewonnen sei, dem muss man natürlich Recht geben – alles steht noch auf sehr wackeligen Beinen. Aber immerhin ist ein Anfang gemacht und mit einigem gesunden Optimismus kann man sich eine bessere Zukunft auch für die islamischen moderaten Staaten durchaus vorstellen. Gestützt werden solche Bemühungen durch eine ganze Reibe arabischer und islamischer Philosophen und Denker, die in letzter Zeit vermehrt in diese Richtung publizieren und auch gelesen werden. Selbst von der konservativen Universität Al-Azhar kommen schon gelegentlich moderate Töne, auf die sich auch der Islam-Reformer Mouhanad Khorchide in Deutschland beruft. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Bewegungen auch in Europa einen immer größeren Einfluss bekommen werden. Je mehr die fundamentalischen Versionen (wie sie sich in Saudi-Arabien oder im Islamischen Staat präsentieren) ins Blickfeld auch der (entsetzten) muslimischen Öffentlichkeit geraten, umso besser stehen die Chancen auf eine Zunahme der gemäßigten (oder weichgespülten) Varianten des Islams auch in Deutschland.

Sollte ich Unrecht haben und alles kollabiert eines Tages in Richtung Fundamentalismus, dann könnte mein Optimismus sich natürlich wie eine Fatwa Morgana in der heißen Wüstensonne erweisen.

 

Frank Berghaus

(Dieser Artikel wurde zuerst am 3.2.15 publiziert. Er stellt den Stand von 2015 dar. Diesem ersten Teil des Kapitels Islamisierung folgt morgen, 1.10., ein zweiter, in dem Frank Berghaus sich mit den anderen Facetten des Begriffs der „schleichenden Islamisierung“ beschäftigt. Zusätzlich folgt ein weiterer Islamisierungs-Artikel von Wilfried Müller, in dem die aktuellen Zahlen vorgerechnet und extrapoliert werden, und der im Ergebnis eine andere Einschätzung abliefert.)

Link zu Islamisierung-Artikeln

 




USA: Die Ungleichheit steigt weiter


Viele amerikanische Sites hacken auf der Fed herum, weil sie in der Zinspolitik der US-Notenbank den eigentlichen Grund für den Niedergang der amerikanischen Mittelklasse sehen. Die Fed ist also der Übeltäter, weil sie durch ihre Niedrigzins-Politik die Märkte mit Geld überschwemmt und nicht schnell genug die Zinsen erhöht.

So argumentiert auch die krachlederne Site Zero Hedge: Die Fed-Politik des billigen Geldes hat nicht den versprochenen Wirtschaftserfolg gebracht. Das Gegenteil ist eingetroffen, besagt der neue Artikel Fed Stunner: Top 1% Of Americans Are 70% Wealthier Than The Bottom 90% (Zero Hedge 27.9.). Der Artikel bezieht sich auf die im Dreijahresrhythmus erscheinenden Federal Reserve Bulletins, die aktuell im September 2017 herausgegeben wurden. Das Bild ist von Seite 11 aus diesem Bulletin:

fedshares2013-2016

Die Kurven enthalten Sprengstoff. Sie zeigen, wie das obere Prozent immer mehr vom Gesamtvermögen der USA vereinnahmt. Es liegt jetzt bei 38,6%, genausoviel wie die nächsten 9 Prozent haben. Die unteren 90 Prozent besitzen immer weniger, jetzt nur noch 22,8% vom Gesamtvermögen. Wenn man diesen Betrag =100% setzt, liegen die oberen Einkommen bei 170%; daher die Behauptung, das reichste Prozent ist 70% reicher als die unteren 9/10.

Verkauft wird das ganz anders. Die Fed spricht von "Gewinnen auf breiter Basis bei Einkommen und Vermögen seit 2013". Wenn man genau hinschaut, landeten die Zuwächse aber nur bei den oberen 10 Prozent. Die unteren 90 Prozent haben gar nix gewonnen.

Das Bulletin geht in Einzelheiten, die aus europäischer Sicht nicht so interessant sind. Bei Zero Hedge werden sie detailliert abgehandelt, falls jemand das lesen möchte. Es betrifft schließlich das Kernthema der Site, "die Zerstörung der Mittelklasse", vulgo den noch nie dagewesenen Vermögenstransfer der Unter- und Mittelklasse zu den Reichen.

Die Fed, die mit ihren QE-Billionen dazu beiträgt, schreibt in ihrem Bulletin so ganz nebenbei von der zunehmenden Ungleichheit (auf S. 10 über den abgebildeten Kurven). Gemäß verschiedenen Messmethoden stellt sich demnach heraus, dass die Anteile der Reichen historische Gipfel erreicht haben (seit 1989). So viel Geld wie jetzt haben die Reichen noch nie gemacht. Das zeigt das Bild der Einkommensverteilung von Seite 10 des Bulletins:

fedincome2013-2016Seit 2013 stieg der Einkommensanteil vom oberen Prozent von 20,3% auf 23,8%. Damit kassieren sie fast so viel wie die nächsten 9 Prozent mit ihren 26,5%. Deren Anteil blieb über die Jahre stabil. Von den unteren 9/10 kann man das nicht sagen, die hatten schon über 60%, und nun unter 50%, genau 49,7% – so wenig wie nie (zumindest seit 1989).

All das verdankt sich nach Meinung von Zero Hedge der größten Vermögens-Blase, die 3 QEs mit ihren Geldschwemmen zustandebringen konnten. Immerhin ist es die Fed selber, die von der zunehmenden Ungleichheit spricht, wenn auch ohne Erwähnung von ihrer eigenen Mitwirkung daran.

Zero Hedge sucht nicht nach anderen Ursachen, dafür findet die Site ironische Worte: was für einen erstklassigen Job die Fed da abgeliefert hat ("bang up job"), um die größte Vermögensumverteilung der Geschichte zuwegezubringen. Untermalt wird das mit einer Kurve aus dem 2016 SCF Chartbook (Seite 44):

fedchart2016-Seit der letzten Finanzkrise 2007 haben 80 Prozent der US-amerikanischen Familien Vermögen verloren, nur die oberen 20 Prozent nicht. Die oberste Schicht von 90-100 Prozent hat den größten Teil vereinnahmt (710.000 $). Die zweitoberste Schicht von 80-90 Prozent hat moderat dazugewonnen (65.000 $). Alle niedrigeren Schichten haben verloren (60-80 Prozent: -61.000 $, 40-60 Prozent: -37.000 $, 20-40 Prozent: -27.000 $, 0-20 Prozent: -32.000 $ – die Zahlen stammen aus einer anderen Fed-Statistik).

Deshalb ist Amerika böse, sagt Zero Hedge und unterstellt der Fed gleich dazu, dass sie sich über die zunehmende Links-Rechts-Spaltung freut, die aus der Ungleichheit erwächst. Nämlich aus dem Grund, dass hinter all dem Links-Rechts der eigentliche Übeltäter Fed verschwindet.

Weil die EZB bei uns noch mehr QE treibt, gibt das immerhin zu denken.

 

Ähnliche Ergebnisse bringen:

  • Allianz Global Wealth Report 2017 (Allianz 26.9.): Dennoch bleiben die Vereinigten Staaten eines der Länder mit einer sehr ungleichen Verteilung. Dies zeigt auch der direkte Vergleich zwischen Median- und durchschnittlichem Netto-Geldvermögen pro Kopf: In der globalen Rangliste der reichsten Länder nach Median-Werten ständen die USA nicht auf Platz 1 – wie im Ranking nach Durchschnittswerten –, sondern auf Platz 13.
  • Global Wealth 2017 – Transforming the Client Experience (Boston Consulting Group 6/17):  The Share of Wealth Held by Millionaire Households Will Continue to Increase (auch wenn es nicht überall gleich verläuft).

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Warum wurde die AfD gewählt?


afdbroeselDas ist eine Frage, der die Polit-Spürhunde überall nachschnüffeln: Wer brachte es über sich, das Unaussprechliche zu wählen und warum, weshalb, wieso?

Wieder einmal ragt die Zeit aus der Medienlandschaft hervor, und nicht nur, weil sie sich die Mühe machte, diese Frage in einem Artikel zu stellen, Warum haben Sie die AfD gewählt? (ZEIT ONLINE 25.9.): Haben Sie die AfD gewählt? Sagen Sie uns, warum.

Die Zeit sammelte über 500 Leserkommentare, die sie kontrollierte und auflistete. Einiges wurde wohl nur zähneknirschend durchgelassen, ein paar zurückhaltende Mahnungen rufen zur Ordnung. Ansonsten ergibt sich ein interessantes Stimmungsbild, das eher nicht repräsentativ ist, weil die Zeit-Kommentatoren intellektuell über dem Bevölkerungsschnitt angesiedelt sein dürften.

Dafür können sie sich prägnant ausdrücken und ihre Meinung gut in Worte fassen – und das sind eine Menge Worte. Es dauert stundenlang, das alles zu lesen. Wer liest das alles? staunt man, und man bekommt Respekt vor der ganzen Arbeit, die sich die Zeit-Redakteure machen. Deshalb soll hier ein Lob an die Zeit vorweggeschickt werden, das auch von mehreren Lesern formuliert wurde. Kritik gab's aber auch, wo die Zeit zusammen mit den anderen Qualitätsmedien gescholten wird. Bei wissenbloggt wird inhaltlich referiert, sortiert, komprimiert und am Ende bilanziert (wb-Anmerkungen kursiv in Klammern):

Kritik

Warum AfD gewählt? Aus genau diesem Grund: Sie fragen mich erst jetzt. Vor der Bundestagswahl haben Sie sich nicht für meine Meinung interessiert. Es war einfacher, die AFD und deren Wählerschaft pauschal als "Nazis, Rassisten, Ungebildete und Menschen- & Demokratie-Feindliche" zu bezeichnen. … Weiterhin sind sich alle (Volks-)Parteien in zentralen Themen absolut einig – ich eben nicht.

Ganz wesentlich dazu beigetragen hätte die extrem unseriöse Berichterstattung zahlreicher Medien – incl. Teile der Zeit – die nichts mehr von Sachlichkeit erkennen ließen. Ich bin sicher, dass diese "Bevormundung" mehr geschadet als genützt hat.

Noch mehr als Frau Merkel haben die Medien Schuld am Erfolg der AFD. Und nicht nur am Erfolg, sondern auch daran, wie rechts die AFD geworden ist. Man erinnere sich an die AFD unter Lucke und wie sie jetzt ist. Sie wurde buchstäblich, und hier hat sich die Zeit besonders hervorgetan, in die rechte Ecke geschrieben.

Trotz

Sie können mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass die mediale Berichterstattung viele Wähler zur AFD getrieben hat.

Mag ich die AfD? Nein. Im Gegenteil. Die Verachtung für diese Schreihälse ist noch grösser als die für diese abgehobene Regierung. Aber es musste sein. Nur so wird sich die Politik erneuern. Nur so wird wieder die Stimme des Volkes berücksichtigt

Der Umgang mit der AfD war in weiten Teilen absolut undemokratisch, was mich garantiert nicht bewogen hat, eine dieser "gegnerischen" Parteien zu wählen.

Unglaubwürdige Regierungszahlen, gleichgeschaltete Mainstreampresse, unkontrollierte Migration, überproportional zunehmende Kriminalität durch Einwanderer. Politik für Konzerne und Wohlhabende. Mediales Dauerfeuer gegen die AfD.

Ich sage ganz ehrlich: Ich habe sie gewählt, weil fast alle Onlinezeitungen sie in einem Ausmaß dämonisiert haben, dass es mir echt auf den Zeiger ging.

Ich konnte die ewige Hetze und die Manipulationsversuche deutscher Leitmedien nicht mehr ertragen. … Wieso ist in der Mitte der Gesellschaft nichts vom wirtschaftlichen Erfolg der Republik angekommen?

Das Bashing der Ostdeutschen war niveaulos. Es bewegte sich auf der gleichen Ebene wie Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit. Das war der Versuch, von dem Migrationsdesaster abzulenken und ein ideologisches Feindbild aufzubauen.

Wenn wir die massiven Probleme, die uns Frau Merkel durch die Öffnung der Grenzen beschert hat, nicht einmal mehr offen diskutieren dürfen, ohne als Nazis bezeichnet zu werden, dann hat Deutschland die AFD mehr als verdient und auch nötig.

Trotzreaktion auf die ständigen Rassisten- und Nazivorwürfe. Diese Punkte überwogen bei der Beurteilung die negativen Seiten.

Mit Magenschmerzen und aus schierer Verzweiflung. Der Linken die Erststimme gegeben … Wegen der Aktion "Kein Geld für Rechts", die mich an "Kauft nicht beim Juden" erinnert hat.

Ich habe die AfD gewählt, weil ich an die Demokratie und unsere Verfassungswerte glaube und deshalb nicht einsehe, dass andere mir vorgeben, was ich zu denken habe.

Und nein, ich finde die AfD nicht gut. Aber alles andere unendlich viel schlimmer.

Und wenn sich jetzt schon so ziemlich alle Parteien Gedanken machen, wie sie die AfD bekämpfen wollen, anstatt eigene Ideen zu verfolgen, dann zeigt es doch nur, wie Recht die AfD hat!

Jede andere Wahl wäre eine Wahl für Merkel gewesen. Daher AfD.

Wenn andersdenkende "nazifiziert" werden, und wenn Qualitätsjournalisten und Linksliberale entscheiden, was ich denken darf, dann wird es Zeit sich zu bekennen. Ich lege Wert auf die Feststellung … ich bin nicht abgehängt und habe auch keine Angst … ich will einfach eine andere Politik.

Wer Kritik daran übte, der wurde systematisch in die rechte Ecke gestellt – egal, wie moderat oder radikal diese Kritik geäußert wurde. Das fand ich erschreckend, und es hat mir persönlich einen großen Mangel in unserem politischen System aufgezeigt: Es hängt zu weit nach links über und stellt Moral über die Ratio.

Weil es ein Gegengewicht braucht zu dem linksliberalen Denken, das sich der deutschen Gesellschaft bemächtigt hat, und dessen hervorstechende Eigenschaften lustvolle Selbstanklage und ein totaler Werterelativismus sind.

Zwischenzeitlich hat die AfD einen Schwenk weg von Lucke hin Richtung der Gaulands und Höckes gemacht, was mir nicht gefällt. Dieses Unbehagen zerbröselte aber regelrecht im Angesicht der Wut über die völlig unverhältnismäßige, schmierige und unfaire Schmutzkampagne der Medien gegen die AfD.

Als Lehrerin, die auch mal einige Jahre an einer Brennpunktschule arbeitete, habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass das Weltbild zumindest mancher bildungsferner türkisch- oder arabischstämmiger Jugendlicher ziemlich archaisch-autoritär sein kann. Deutsche Jugendliche mit ähnlichen Ansichten würde man als nazigefährdet einstufen. Es ist dieses Messen mit zweierlei Maß bzw. Leugnen von ganz realen Zuständen, das der AfD die Wähler zutrieb.

Ich war in den letzten vier Jahren wirklich oft entsetzt und wütend auf einseitige Journalisten. Am schlimmsten waren die öffentlich-rechtlichen, die sich letztendlich offenbar als Verteidiger des Establishments sehen. Statt die AfD-Vertreter in Sachfragen nach ihrer Meinung zu fragen, kannten sie offenbar nur das Ziel, die AfD zu entlarven, zu stellen und zu überführen. Diese Gesinnungspolizei, diese Volkserzieher wollte ich bestrafen.

Die AfD stellt dafür leider das einzige Vehikel dar, auch weil die Großmedien versagt und vielmehr eine mediale Wagenburg um die diversen Fehlentscheidungen der Bundesrepublik gezogen haben.

Der mediale Umgang mit der AFD und der Versuch, das kleinste Fehlvergehen eines AFD-Politikers zu einem "NO GO" hochzustilisieren, hat mich dazu bewogen, dem Schwächeren, namentlich der AFD, mit meiner Stimme zu helfen und mich nicht vor den Karren des allgemeinen Mainstreamings zu packen.

Ich will eine deutlich andere, kontrollierte und begrenzte Einwanderung (was nicht heißt, dass ich grundsätzlich keine Einwanderung will). Ich will eine deutlich andere, mehr an nationalen Interessen orientierte EU- und Europolitik (was nicht heißt, dass ich die EU/den Euro per se ablehne). Ich will eine deutlich andere Außenpolitik, besonders in Bezug auf Russland. Ich wünsche mir einen erheblich kritischeren Umgang mit dem Islam. Mir geht die teils hysterische politische Korrektheit auf die Nerven. Es braucht im Parlament eine richtige Opposition und ein Korrektiv. Ich halte die Nazi-Dämonisierung der AfD und ihrer Wähler für unangebracht. Und das hat eine Art "Jetzt erst recht"-Reaktion bei mir ausgelöst.

Ich hätte alles gewählt, was zu einem demokratischen Neuanfang in diesem Land führt und die Altparteien größtmöglich schwächt. Ich halte das, was wir derzeit in Parteien und auch Medienlandschaft haben, nur noch sehr bedingt für ein demokratisches System.

Die AfD kann es nicht schlechter machen, denn schlechter geht gar nicht mehr.

Ich habe die AfD gewählt, weil ich der Ansicht bin, dass sich die bisherigen Parlamentsparteien geweigert haben, die Probleme mit der Zuwanderung im Parlament zu diskutieren. … Wer immer noch bestreitet, dass Wohnungsnot nichts mit der Zuwanderung zu tun hat, dem kann ich meine Stimme nicht geben. … Wer die Überlastung der Sozialysteme aus ideologischen Gründen betreitet, bekommt meine Stimme nicht. … Ich habe die AfD gewählt, weil sie keine Machtoption hat. Wäre dem so, hätte sie meine Stimme nicht bekommen. Also: Protest.

Die eigene Infrastruktur verkommen lassen, aber aus dem Stand zweistellige Beträge für Einwanderer aus dem Hut ziehen; sich vorn und hinten bereitwillig hinsichtlich Identitäten betrügen lassen, und diesen ganzen Blödsinn auch noch mit Verve, Medienkampagnen, grüner Blauäugigkeit … als humanitären Imperativ verkaufen – ein Staat der so vorsätzlich dämlich agiert, hat auch Rechtspopulisten in der Opposition verdient.

Ich habe die AfD in allererster Linie gewählt, weil Sie, liebe Zeit, mich seit Jahren als rückständig, radikal, populistisch, europafeindlich und was weiß ich noch alles tituliert haben.

Hass

Der Hass der Linksliberalen auf ''Rechte'' übertrifft nach meiner Erfahrung gemeinhin deutlich den Hass auch wirklich übler Ausländerfeinde auf die Immigranten.

Weil ich es leid bin, wie Menschen mit anderer Meinung beschimpft und verächtlich gemacht werden wie hier im FR-Artikel: Vom Hass auf Menschenretter (Frankfurter Rundschau 17.8.). Weil ich es leid bin, verhöhnt zu werden, wenn ich Bedenken äußere.

Gegen die Hass- und Hetzkampagne, mit der man fortlaufend versucht, die AfD als ewiggestrig, rückwärtsgewandt und böswillig-dumm darzustellen, die Nazikeule, mit der man inzwischen fast wie ein Wahnsinniger auf diese Partei draufhält, obwohl sie lediglich Positionen vertritt die vor 10 Jahren in CDU wie FDP Standardprogramm waren.

Demokratie

Volksentscheid – große, elementare Entscheidungen dürfen nicht länger von nur von 600 Leuten entschieden werden.

Es kann nicht sein, dass Entscheidungen, welche massive Auswirkungen selbst noch für nachfolgende Generationen von Bürgern haben werden, einfach am Parlament (am Volk sowieso) vorbei getroffen werden.

Weil keiner von den Etablierten verstanden hat, dass es dem Wähler darum geht, gefragt zu werden, wenn es um so wichtige Dinge geht wie die langsame Zersetzung unserer Kultur und Gesellschaft.

Und dass Immigration eine Entscheidung ist, die die treffen sollen, die das sozial, monetär usw auch tragen, also die hiesige Bevölkerung.

Hätte man die Bevölkerung gefragt: "Wir wollen 1 Million Menschen – hauptsächlich junge muslimische Männer, damit wir nicht in Inzest degenerieren – in Deutschland ansiedeln, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Wir werden diese Menschen vollverpflegen, neue Wohnungen für sie bauen und versuchen, sie mit Integrationsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt einzugliedern, grad als ob sie zuvor 10 Jahre beitragspflichtig beschäftigt gewesen wären, womit sie besser gestellt werden, als einige Bundesbürger, die 45 Jahre lang gearbeitet haben." Wie hätte diese dann reagiert?

Ich habe die AfD gewählt, weil ich der Regierung nicht verzeihen kann, daß sie 2015 die Grenzen geöffnet hat, ohne dafür rechtliche Grundlagen zu schaffen. Und das, obwohl die parlamentarische Mehrheit für eine Gesetzesänderung doch dagewesen wäre. Wer so handelt, verachtet demokratische Prinzipien.

Wir möchten nicht eine Million Flüchtlinge plus ihre komplette Sippe alimentieren, und wir möchten auch kein "anderes" Deutschland. Vor allem möchten wir mit unseren Sorgen ernst genommen werden.

Erschreckend, wie die Kanzlerin m. E. durch Unfähigkeit und Sturheit die Bevölkerung der Bundesrepublik dermaßen in Aufruhr und Frust brachte.

Die einzige Zuckung eines demokratischen Willensbildungsprozesses fand bei der Frage der Ehe für alle statt, die das einzig vernünftige Gesetz war, das in den letzten 4 Jahren beschlossen wurde – und das musste noch gegen Merkel durchgesetzt werden.

Weil die Top-Down-Politik endlich ein Ende haben muss.

Weil Gesetze nur etwas wert sind, wenn sie Journalisten und Politikern passen.

"Die AfD spaltet unser Land" … Gespalten hat die Politik der Grenzöffnung.

87% der Deutschen werden ihren Enkeln erklären müssen, warum sie ein weiteres Mal eine Politik ermöglicht haben:

  • die erklärte Antisemiten zwar ohne Ausweise, dafür aber mit Waffen im Gepäck ins Land gelassen hat?
  • deren Toleranz bis zur Selbstaufgabe zwar gegenüber Fremden gilt, nicht aber für deutsche Patrioten?
  • eine Politik, die virtuelle verbale Angriffe verachtenswerter findet als tätliche Angriffe gegen deutsche Frauen und Kinderehen auf deutschem Boden?
  • welche die Einführung einer Gesinnungs-Gestapo ermöglicht hat und selbst die Warnungen von Moslems vor den Folgen der Islamisierung ignoriert?
  • und die aus blindem transatlantischen Gehorsam den Streitwagen der USA bis vor die Tore Russlands zieht?

Der Einzug der AfD ist nicht das Ende der deutschen Demokratie (wie Teile des linksliberalen Milieus im Einklang mit der Erdoganpresse glauben machen wollen), sondern ein Beweis ihres Funktionierens.

Ich habe die AfD gewählt, weil ich mir Sorgen um den Rechtsstaat mache. Bis heute hat der Bundestag der Flüchtlingspolitik von Frau Merkel nicht zugestimmt. Geltende Gesetze wie Dublin und seine ratifizierte Version werden einfach ignoriert. Damit fehlt der Politik von Merkel jegliche Rechtsgrundlage, wie jetzt sogar der wissenschaftliche Dienst des Bundestages bestätigte. Sie ist also rechts- und verfassungswidrig – und die ach so tolle vierte Gewalt interessiert es nicht die Bohne. Allen voran nicht die Zeit. Aber wehe, Gauland sagt, dass er die Regierung "jagen" will.

Bürger, die Kritik üben, werden von Politikern bepöbelt (Pack, Dunkelmensch, Nazi), genauso wie von den Medien. Scheint, dass alle anderen Staaten keine Flüchtlinge mehr aufnehmen wollen. Frau Merkel sieht nach großen Stimmverlusten keine Gründe, etwas zu ändern. Das habe ich mir schon vorher gedacht und die etablierten Parteien, die meine Interessen nicht vertreten, nicht gewählt. Wie kommen die Abgeordneten eigentlich dazu, die Interessen der Flüchtlinge der ganzen Welt über die Interessen ihres Volkes zu stellen?

Besonders haarsträubend war das bei der Eurorettung und der Flüchtlingskrise, als eine Allparteienkoalition ohne relevante Gegenwehr und kontroverse Debatten alles abgenickt hat.

Bisher waren die Politiker sich viel zu sicher in ihrem Gebaren. Sie dachten, man kann die Steuern und Abgaben erhöhen und auf der anderen Seite zum Fenster rauswerfen, man kann den Bürgern ins Gesicht lügen, irgendwelche idiotischen Sozialexperimente veranstalten usw. – und alles ohne Konsequenzen zu fürchten. Das geht nun nicht mehr.

Opposition

Ich habe die AFD gewählt, weil ich endlich wieder eine Opposition im Bundestag haben will.

Ein Parlament ohne echte Opposition taugt nichts und ruiniert das Land, wie man mit der DDR gesehen hat.

Die AFD legt den Finger auf die Wunde, die die anderen Parteien nicht erkannt oder verdrängt haben.

Tragisch nur, dass die Jahrzehnte lang regierenden Parteien solche Fehler nie einsehen, auf "Erfolge"(meist durch höhere Steuersätze oder höheres Steueraufkommen von den Arbeitnehmern finanzierte Sozialleistungen) verweisen, und sich dann auch noch wundern, dass die einzig wählbare Protestpartei, die solche Dinge anspricht, tatsächlich auch noch gewählt wird! Dann müssen diese Wähler doch Rechtsextreme sein!

Weil die ganze Mainstreamsoße in der Migrationsfrage einfach keine andere Meinung zugelassen hat. … Kein Bedauern, keine Einsicht in Fehler, nur "wir schaffen das", und Kritik daran gleichgesetzt mit Neonazi.

Für mich ist die katastrophale Einwanderungspolitik aller anderen Parteien wahlentscheidend gewesen in Verbindung mit den Denk- und Sprechverboten, die daraus erwachsen sind.

Kein vorausschauendes Handeln nach Prinzipien, stattdessen alternativloses Wegmoderieren ohne nachhaltige Lösungen, diese existieren nicht einmal perspektivisch. …  Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

Wir brauchen wieder eine Partei, die die Interessen der Wähler vertritt, und nicht die von wenigen Wirtschaftslobbyisten und Funktionären. Die Kommentare der CDU und SPD nach der Wahl zeigen, dass sie das immer noch nicht verstehen.

Deutsch

Ich habe die Schnauze voll von Intellektuellen, die mir erklären, dass so etwas wie das deutsche Volk nicht existiert und mir in der nächsten Sekunde einbimsen wollen, dass ich ganz dolle Rücksicht auf die Befindlichkeiten der ethnischen Gruppe xy nehmen soll.

Weil deutsch bleiben zu wollen legitim ist. Die Einwanderer wollen ja auch ihre Kultur behalten, sogar hier in Deutschland.

Ich befürchte eine Überfremdung in den Ballungsgebieten, die schon sehr weit vorangeschritten ist.  … Wieso sind wir ein reiches Land, wenn es um Flüchtlinge und Migration geht, aber kein Geld für Pflege, Renten, besser ausgestattete Schulen, mehr Polizei und, und, und vorhanden ist.  … Ich finde es nicht verwerflich, von Migranten zu fordern, sehr viel mehr von ihrer Kultur aufzugeben und die unsrige anzunehmen.

Weil ich die Idee des Multikulti für einen der gefährlichsten Trojaner der neoliberalen Eliten halte (Schweden, Frankreich).

Die Behauptung der Bundeskanzlerin, sie könne die Grenzen dieses Landes nicht schützen und sichern: Wenn dem so wäre, hätte sie am nächsten Tag zurücktreten sollen, weil sie ihren Aufgaben und Pflichten nicht nachkommen will. …  "Eine spezifisch deutsche Kultur ist jenseits der Sprache nicht festellbar" … Mir ist dabei schon klar, dass dieser absurde Satz nur den Zweck erfüllen soll, die Integrationsanforderungen an Zuwanderer gegen Null laufen zu lassen und der deutschen Bevölkerung die Last aufzuladen, indem wie gesagt wird, ein "Zusammenleben neu ausgehandelt wird". Ich möchte aber mein Land und meine Kultur nicht neu aushandeln.

Ich möchte keine Masseneinwanderung von aggressiven Kulturen mehr, während mir meine eigene Identität systematisch abgesprochen wird. Es wird immer von "Multikulti" geredet, aber in Wahrheit züchten wir uns nur eine weitere Monokultur heran.

Ich schäme mich für unsere Politiker, die nicht nur schlechte Verlierer, sondern Verächter ihrer eigenen Kultur und Beförderer des Untergangs unserer Lebensweise sind.

Was soll ich denn Ihrer Meinung nach sonst tun (als AfD zu wählen)? Mein Land, meine Kultur (so wenig sie manchen gefallen mag) und meine Art zu leben, werden gerade zur Disposition gestellt zugunsten von etwas, dass eher der Selbstfindung eines 12jährigen gleicht …

Die Worte, die einige wenige sich zu sagen trauen: "Deutschland gehört uns, und wir werden es uns zurückholen."

Angst

Deutschland hat sich sehr zu seinem Nachteil verändert. Die Menschen haben immer mehr Angst und sprechen darüber. Leider reagiert die Politik mit Spott und Hohn.

Weil sich die innere Sicherheit, v.a. für Frauen, in den letzten Jahren drastisch verschlechtert hat, und diese Tatsache sowie deren Ursachen in Statistiken und öffentich-rechtlichen Medien verschleiert werden.

Sorgen und Ängste der Bevölkerung müssen wieder offen angesprochen werden, und aus Fehlern muss gelernt werden.

"Einzelfälle" ohne Pauschalcharakter: kleine Mädchen mit Kopftuch, Handschlag verweigert, sexuell angegriffen (einige Kommentatorinnen berichten von Übergriffen).

Ich habe selbst 1/3 meines Lebens im Ausland gelebt, unter anderem auch 2 Jahre in einem muslimischen Land, und habe ehrenamtlich als Deutschlehrerin in einem Erstauffanglager gearbeitet. Ich weiß genau wovor ich Angst habe, wenn ich nicht möchte, dass dieser Kulturkreis in Deutschland anzahlmäßig zunimmt. Und damit meine ich nicht unbedingt den Islam. Als fundamentales Problem sehe ich die patriarchalischen Strukturen, den zentralen Ehrbegriff und die Tendenz dazu, Konflikte mit Gewalt zu lösen. Das in den letzten zwei Jahren anzusprechen war fast unmöglich. … Ich bin es leid, mir anhören zu müssen, diese Ängste seien unbegründet und basierten auf Vorurteilen, oder als Nazi verunglimpft zu werden.

Recht & Gesetz

Weil ich mehrfach erleben musste, dass diese Parteien ihre jeweilige Ideologie höher als Recht und Gesetz ansiedeln, z.B. bei der Anwendung des Asylrechts. Weil ich die sachlich unzutreffenden … Nazi-Vorwürfe der Medien und der anderen Parteien an Andersdenkende nicht mehr zu tolerieren bereit bin, weil ich möchte, dass wieder rationale Sachpolitik anstatt emotionaler Moralpolitik gemacht wird.

Seit einem Jahr muss auf dem wichtigsten Platz in meiner Stadt die Polizei dauerpräsent sein, um Übergriffe von neuen Einwohnern der Stadt zu unterbinden. Uns wurde durch das Versagen der im Bundestag vertretenen Parteien der öffentliche Raum gestohlen. Den will ich zurück.

Und ich wünsche mir, dass die Demokratie und der Rechtsstaat zurückkehren. Eine Regierung, die der Exekutive befehlen kann, Gesetze zu missachten, und eine Judikative, die das auch noch deckt anstatt es zu bekämpfen, deutet auf eine nicht mehr existente Gewaltenteilung hin.

Frau Merkel bricht seit mehr als 10 Jahren Europarecht. Von dem kleinen Bürger wird erwartet, dass er sich korrekt verhält, das sollte auch für die Regierung gelten.

Während unsere Volksfeste, Konzerte und andere Großveranstaltungen massiv mit Zäunen und Betonsperren sowie schwer bewaffneten Polizisten beschützt werden (müssen), sind unsere Grenzen offen wie ein Scheunentor.

Häuser und Autos sichern? Statt an den Symptomen rumzudoktern, sollte man lieber die wesentlichen Ursachen der Kriminalitätssteigerung bekämpfen: Wie u.a. das ungezügelte Eindringen ausländischer Straftäter, seien es nun osteuropäische Diebesbanden oder kriminelle oder gar terroristische Personen, die sich unter die Flüchtlinge mischen (was nicht heißen soll, dass alle Osteuropäer oder Flüchtlinge potentielle Straftäter sind, aber unter beiden Gruppen gibt es sie nun mal).

Weil es in Deutschland fast 600.000 ausreisepflichtige Personen gibt, die Tag für Tag von Steuergeldern der arbeitenden Bevölkerung alimentiert werden, und deren Abschiebung alle anderen Parteien passiv oder aktiv verhindern.

Migranten, Asylanten usw, die hier straffällig werden, die können nicht abgeschoben und auch nicht in Gewahrsam (Abschiebhaft) genommen werden? Dafür werden wir überall auf der Welt ausgelacht.

Deutschen Steuerpflichtigen, die ihrer Steuerpflicht nicht nachkommen, werden Konten gepfändet oder gesperrt und alle Zahlungen eingestellt. Ausreisepflichtige erhalten weiterhin alle Leistungen des Sozialstaates . Weitere Armutszuwanderung von rumänischen und bulgarischen Familien in das deutsche Sozialsystem ist eine Beleidigung für jeden Steuerzahler. … Wo bleibt die Verantwortung der Regierung für die Obdachlosen und Wohnungslosen in Deutschland? Für Flüchtlinge ist immer Geld für Unterkünfte und Versorgung da.

Der Staat erwartet von mir, dass ich mich an geltendes Recht halte. Gleiches erwarte ich vom BundeskanzlerIn. Rechtsbrüche bei der Griechenland-Rettung, der Banken-Rettung und der Grenzöffnung sind nicht akzeptabel.

In meinen Augen haben hierbei alle Etablierten offenen Auges gegen den Verfassungsauftrag verstoßen, die Bürger dieses Landes gegen inneren, aber auch äußeren Schaden zu schützen. Dass das Verfassungsgericht dies auch noch gebilligt hat, zeigt mir, dass die Gerichte in diesem Land ihre Objektivität bereits verloren haben und sich eher nach Kräften mühen, dem politischen Zeitgeist zu huldigen, als vielmehr darauf zu achten, geltendes Recht durchzusetzen bzw. zur Anwendung zu mahnen.

Lügen

Ich denke, ich hätte sogar über den Kontrollverlust 2015 hinwegsehen können, wenn damit anders umgegangen worden wäre, d.h. den Fehler eingestehen, versuchen ihn zu korrigieren und eine Wiederholung zu vermeiden. Stattdessen erlebten wir: Leugnen, sich die Wahrheit zurechtbiegen (alle top ausgebildet, dringend benötigte Fachkräfte), Rechenkunststücke (kostet zwar 50 Milliarden im Jahr, aber das wird ja niemandem weggenommen), krude Theorien ("sonst droht uns Inzucht") und die Aussage, alles wieder genau so machen zu wollen.

Nach den Vorfällen am Silvesterabend 2015 in Köln und Hamburg – wobei es noch nicht einmal die Ereignisse als solche waren, die mich schockiert haben, sondern die Reaktionen des "Establishments" in Politik, Kultur und Medien.

Außerdem hängen sie (die AfD) nicht dem albernen Nazikult der anderen Parteien an. Hitler ist seit 72 Jahren mausetot, und die Welt ein ganz, ganz anderer Ort. Die Naizkeule ist nur noch dazu da, um Leute davon abzuhalten, für ihre eigenen Interessen zu stimmen.

Solange sich eine Frau Merkel hinstellt und einerseits sagt, so etwas wie 2015 darf sich in Deutschland nicht wiederholen, im gleichen Atemzug aber bekräftigt, sie würde wieder genauso handeln wie 2015; und das Asylrecht des Grundgesetzes kenne keine Obergrenze … wird man der AFD wohl kaum den Wind aus den Segeln nehmen können,

Dass sie Ihre Entscheidung, die sie im September 2015 getroffen hat, wieder treffen würde und dass sie zeitgleich sagt, sowas wie im Sommer 2015 darf und wird sich nicht wiederholen, wirkt schizophren.

Man lässt zu, dass Kommentatoren davon reden, dass "Rechte" von Geburt aus dümmer und "fehlangepasst" sein. Das ist purer Rassismus.

Gerade Toleranz für Andersdenkende und Andersfühlednde geht den Linken vollkommen ab. Ich bin gegen die Diktatur des Mainstreams und für Vielfältigkeit.

Ich habe jegliche inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD vermisst. Wenn konservative Positionen beliebig in die rechte Ecke geschoben werden und damit der Diskurs verweigert wird, dann spaltet sich eine Gesellschaft.

Migration

Ich habe AfD gewählt, weil ich ein Ende außereuropäischer Einwanderung, insbesondere islamischer Einwanderung will – egal ob man diese Leute nun Flüchtlinge, Asylanten oder Einwanderer nennt. Und weil ich hier im Forum so oft gelöscht werde, wenn ich diese Ansicht vertrete.

Die Wirtschaft ruft nach Fachkräften, und die Bundespolitik springt – und holt uns hunderttausende Analphabeten ins Land.

Meine Hoffnung ist aber, dass die anderen Parteien endlich eine klare Haltung in der Migrationsfrage einnehmen und die tatsächlich daraus resultierenden riesigen Probleme wahrnehmen und einen großen Teil der Bürger nicht weiter ignorieren und in die Nazi-Ecke stellen. Auch vor dem Thema Kriminalität und Innere Sicherheit sollten die Etablierten nicht weiter die Augen verschließen.

Solange unsere Wirtschaft brummt, mag eine Migration in die Sozialsysteme noch finanzierbar sein, aber wehe, es geht der Wirtschaft mal nicht mehr so gut. Dann werden nämlich die Beitragszahler wieder abgestraft, Leistungen und vielleicht auch Renten gekürzt, damit es für alle reicht.

Als Zeichen der Kritik an der bedingungslosen deutschen Willkommenskultur: Infrastruktur kaputtgespart, für die Bedürfnisse der normalen Steuerzahler nie Geld da. Als es dann um Flüchtlinge ging, spielte Geld plötzlich keine Rolle mehr, und die Milliarden wurden mit vollen Händen ausgegeben. Menschen, die vor Krieg fliehen, sollte man helfen. Es kann aber nicht sein, dass jeder der seinen Pass "verliert" und das Wort Asyl richtig aussprechen kann, einen Anspruch darauf hat, für immer zu bleiben und Sozialleistungen zu erhalten, selbst wenn er vor der europäischen Kultur keinen Respekt hat, sich vielleicht unverschämt verhält und in manchen Fällen sogar kriminell wird.

Flüchtlinge bekommen üppige Unterstützung, aber meine Oma erhält nur eine Minirente, und wir müssen sie privat unterstützen. Wir haben keinen Kindergartenplatz bekommen – es sind aber Flüchtlingskinder im Kindergarten.

Weil nicht jeder der zu uns kommt, automatisch eine Bereicherung ist. Das (zu behaupten) ist eine Form von Rassismus. … Weil ich es nicht gut finde, dass versucht wird, ein klares Symbol für die Unterdrückung der Frau (Verhüllungen) aufgrund falschverstandener Toleranz, positiv zu konnotieren.

Die Väter des Grundgesetzes haben das Asylrecht nicht für Völkerwanderungen gemacht.

Das Merkel´sche "wir schaffen das": Es ist der dümmste Satz eines deutschen Politikers, der je gesprochen wurde. Weil er nämlich nicht nur an die Deutschen gerichtet war um Zuversicht zu vermitteln; sondern in der gesamten Islamwelt als Einladung verstanden wurde, zu uns zu kommen; denn hier seien sie willkommen, bekämen einfach alles, vom Essen über Krankenversorgung und Krankenhaus, eine warme Wohnung (in eigens hierzu zu bauenden Häusern), und das alles kostenlos.

Ich habe die AfD gewählt, weil ich Merkels Flüchtlingspolitik ablehne. Die enormen Gelder hätten vor Ort viel effektiver eingesetzt werden können, denn man hätte mehr Leute versorgen können.

Durch eigene Erfahrung (um zu helfen) im Umgang mit syrischen Flüchtlingen wurde ich zusehends mit den unangenehmen Seiten konfrontiert. Das Klischee des nur Fordernden, nicht integrationswilligen und noch dazu mit konkreten Eroberungs-/Übernahmewillen der jetzt bestehenden Gesellschaft ausgestattetem Hilfeempfängers wurde trotz stundenlanger freundlicher Gespräche (auf deutsch) voll bestätigt. Evtl. sind nicht alle so. Aber die Möglichkeit, es dazu kommen zu lassen, liegt im alten, überholten Selbstverständnis und Rechtssystem der derzeitigen Bundesrepublik. Keine der (noch) etablierten Parteien wagt es, hier dran zu rütteln. Das ist keine Politik, die ich mittragen kann.

Freunden der islamischen Leitkultur stehen 57 alternative (islamische) Staaten zum Leben zur Verfügung.

Dieses Jahr kam die CDU insbesondere deswegen nicht mehr in Frage, da die Bundeskanzlerin die Frage des Familiennachzugs offen gelassen hat. D.h. der Nachzug wird vollumfänglich stattfinden. … Natürlich gibt es in der AfD jede Menge Knalltüten, das rechne ich nicht der AfD zu, sondern denjenigen, die jeden in die rechte Ecke stellen, der sich kritisch zur aktuellen Invasion äußert. Wer eine Reputation zu verlieren hat, hält sich bedeckt. Übrig bleiben diejenigen, die um Ihre Reputation nicht fürchten.

Deutschland ist schon seit Jahren mit der Integration überfordert, siehe Berlin-Neukölln, und deshalb erscheint mir die Aufnahme von Millionen von Menschen – noch dazu völlig unkontrolliert – besonders gefährlich und illusionär..

Die größte Gefahr sehe ich in Deutschland nicht von einem rechten Faschismus, sondern einem islamischen Faschismus, der über den demografischen Faktor die Werte der Aufklärung und der Menschenrechte durch islamische Werte ersetzen wird.

Weil nur ein Bruchteil der 'Flüchtlinge', die da kommen oder gekommen sind, Kriegsflüchtlinge sind, sondern hauptsächlich Wirtschaftsflüchtlinge und Glücksritter, einige potentielle Einwanderer und einige Kriegsflüchtlinge. … Diese Art der Unterscheidung habe ich nur bei der AfD bemerkt.

… gilt es auch für die Zukunft zu berücksichtigen, wie das Verhältnis innerhalb der spezifischen Altersgruppen ist. … Die Zusammensetzung der Bevölkerung entfaltet Langzeitwirkung. Wer das noch irgendwie beeinflussen wollte, musste jetzt fast zwangsläufig die AFD wählen, da die anderen Parteien ihre konträre Position bereits gezeigt haben (das war der einzige Kommentar, der die Altersverteilung erwähnte).

Ich will nicht, dass unkontrolliert und in beliebiger Anzahl andere Menschen sich an unserem Reichtum bedienen. Das haben unsere Bürger erarbeitet. Und schändlich finde ich die Migrantenpolitik Merkels gerade wenn ich sehe, wie unsere armen Bürger im Stich gelassen wurden. Merkel hat das Asylrecht kaputt gemacht. … Es gibt vieles, was ich an ausländischen Kulturen schätze. Aber bei weitem nicht alles. Merkels Poilitik bringt die Gefahr einer unkontrollierten Veränderung, die man nicht mehr zurückdrehen kann. Das will ich nicht! (Einige Versalien und Ausrufezeichen weggelassen)

Denn wirklich hilfsbedürtigen Menschen zu helfen, heißt nicht, sie in Deutschland millionenfach aufzunehmen, zu versorgen und einzubürgern.

Schafft man aber nicht, indem man das eigene Land und Sozialsystem durch kulturfremde Menschen destabilisiert. Stattdessen sollte man unser Knowhow und westliche Wertvorstellungen exportieren und vor Ort mit Projekten helfen.

Warum sollte überhaupt einer der sogenannten Flüchtlinge integriert werden? Uns wurde gesagt, dies seien Schutzsuchende. Sie sollten also nicht integriert, sondern vorrangig auf ihre Rückkehr vorbereitet werden.

Ich habe die AfD gewählt, weil ich die Zuwanderungspolitik – die ja ein wichtiges Instrument der Bevölkerungspolitik ist – der bisher im Bundestag vertretenen Parteien strikt ablehne. Ebenso bin ich strikt gegen eine europäische Transferunion. Wenn die Gewährung von Asyl, das in aller Regel zeitlich befristet sein soll, nicht von dauerhafter Einwanderung getrennt wird, kann ein Staat weiterhin existieren, jedoch kein Sozialstaat mehr sein. Ich bin offen für jeden Menschen, der Asyl nach dem GG erhält. Ich sehe die Notwendigkeit und die Pflicht, Kriegsflüchtlingen zeitlich begrenzt Schutz zu gewähren – aber ich sehe sie nicht als Neubürger. Sie müssen möglichst rasch in ihre Heimatländer zurückkehren. Es sei denn, sie erfüllen die Bedingungen des derzeit geltenden oder künftigen Einwanderungsgesetzes.

Die offene Flüchtlingspolitik hat eine regelrechte Flüchtlingsindustrie hervorgebracht, die letztendlich Afrika an Fortschritten hindert. Statt 5000 Euro für einen Schlepper auszugeben, hätte man damit in Afrika ein kleines Geschäft gründen können.

Glaubwürdige Integrationskonzepte sind bis heute nicht vorgelegt (Ghettobildung, Finanzierung, soziale Spannung).

Weil ich an die Menschen mit Migrationshintergrund denke, die unbescholten in unserem Land leben, täglich für unsere gemeinsames Leben aktiv sind und die sich an den Kopf fassen, weil sie nicht verstehen können, dass "wir" für die neuen Neu-Ankömmlinge "alles tun" inkl. "uns auf der Nase herumtanzen zu lassen", während wir Leistungsträger mit Migrationshintergrund mit allerlei bürokratischen "Finessen" traktieren. … Weil "wir" weder den erkennbaren Willen noch die Kraft aufbringen, nachweisliche Straftäter oder auch nur Menschen, die aus ihrer Verachtung für den freiheitlichen Lebensstil keinen Hehl machen, schnellstens loszuwerden

Leider orientiert sich unsere Zuwanderungspolitik nicht an den Interessen der hier ansässigen Bevölkerung und an praktischen Notwendigkeiten, sondern an unerfüllbaren, weltfremden moralischen Idealen.

Wenn gewählte Politiker alle Flüchtlinge der ganzen Welt (Stichwort "ohne Obergrenzen" und sogar mit Selfies) nach Deutschland einladen, bis hier der Notstand ausbricht, dann zeugt es von Null Verantwortung gegenüber den hier lebenden Bürgern.

Islam

Ich habe in mehreren islamischen Ländern gelebt und gearbeitet. Mein Fazit, ich will dieses politisch-religiöse System nicht in meiner Heimat. … Das Individuum hört hier auf zu existieren, insbesondere Frauen haben es schwer. Die Freiheit des Geistes, der Wissenschaft, des Andersdenkenden ist einfach weg.

Vorgänge in Serbien verständlich gemacht: Ein Landsmann erzählte von der Ausbreitung des Islam während des Tito-Regimes, über die aufkeimenden Feindseligkeiten zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Muslimen, die schließlich zum Bürgerkrieg führten.

So habe ich ein großes Problem mit einer Einwanderungspolitik, die Menschen aus Ländern ohne demokratische Tradition, dafür mit einer teils faschistoiden religiösen Einstellung unkontrolliert zuwandern lässt, die die hier schon länger Lebenden mit der gleichen religiös ignoranten Einstellung noch verstärken.

Ich will dieses Land nicht mit religiös indoktrinierten Menschen teilen müssen, die hier alle Vorzüge genießen und diejenigen, die dies ermöglichen, als ungläubige Schweine bezeichnen und sie verachten.

Ich habe israelische Freunde und sehe leider den Judenhass unter vielen Muslimen, genauso den Hass auf Homosexuelle. Das möchte ich in Deutschland nicht haben.

Religion

Wir sind ein christliches Land auf den Weg in den Atheismus gewesen – ein Quantensprung für gesellschaftliche Stabilität. Das wird torpediert durch die Hartnäckigkeit der Parallelgesellschaften und die Geburtenraten.

Die Anfänge gab es, als erneut Geld für Griechenland beschlossen wurde. Ich war extrem verägert, hätte eine Volkbefragung gewollt. … Ich bin gegen jegliche Religion und jeden Aberglauben. Aber in Deutschland ist das Christentum bereits ein zahnloser Tiger. Der Islam wird aber in meiner Wahrnehmung stark ausgeübt. Das möchte ich nicht in Deutschland.

Ich bin schwul, lebe in einer Großstadt und sehe hier ein roll back ins religiöse (islamische) Mittelalter.

Gegen Bankenrettung. Für Grenzkontrollen; wenn man das konsequent betreibt, machen sich auch keine Migranten mehr auf den Weg. Gegen Zensur, gegen zwangsfinanziertes Staatsfernsehen, gegen Überwachung, für weniger Steuern und Bevormundung – und die AfD stellt sich als einzige Partei gegen den Islam (in meinen Augen eine rückständige, gefährliche Fascho-Ideologie). Ich bin Atheist.

Ich möchte nicht, dass wir ein religiöses Land werden, ein Land in dem Religion über dem Gesetz steht und über der Wissenschaft. Es wird gern ignoriert, aber genau das passiert schon heute in Parallelgesellschaften in unseren Großstädten.

Jedoch haben alle – und allen voran die sogenannten "linken" Parteien – das Feld der Religionskritik verlassen und den Pfad der Aufklärung (der nicht zwangsweise atheistisch sein muss) diffamiert.

Euro

Diese total ausufernde Eurorettung, auch da keine Lösung in Sicht.

Weil ich nicht bereit bin, mit meinem Steuergeld eine Insolvenzverschleppung europäischer Staaten zu unterstützen.

Eine lebensfähige Alternative zum Euro? Hier herrscht Denkverbot und der eisenharte Wille, solange weiter zu wurschteln bis die gesamte Währungsunion eines Tages krachend in sich zusammen bricht und mit ihr die gesamte EU.

Die Nullzinspolitik ist ungerecht. Wer schon vor der Eurokrise Eigentum hatte, profitiert gewaltig. Wer auf Arbeit und Sparen angewiesen ist, ist gekniffen. Der Euro war uns so nicht versprochen worden.

Natürlich wegen der katastrophalen Flüchtlingspolitik. Aber auch wegen der katastrophalen Euro-Rettungspolitik, die uns alle noch sehr teuer zu stehen kommen wird. Auch wegen der Forderung nach Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild. Und nicht zuletzt hat mich auch jeder billige polemische Artikel auf Zeit Online und Co. sehr bei der Wahlentscheidung pro AfD bestärkt.

Das Projekt EU und der Euro sind krachend gescheitert … Was ist die Antwort der Politik quer durch die größeren, wählbaren Parteien: Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa. Das ist nicht nachvollziehbar!

EU

Merkel hat das schlimmste gemacht, was man der EU zumuten konnte, nämlich einfach die Grenzen aufzumachen. Zustände wie in Frankreich oder England brauchen wir hier einfach nicht.

Ich will die EU als Staatenbund, nicht als Superstaat mit Sozialtransfers.

Ich bin gegen eine Transferunion in der EU. … Zudem halte ich die Einführung des Euros für nicht geglückt, er sollte emotionslos wieder abgewickelt werden. …  Ich bin für die Abschaffung des Asylrechts für Nicht-Europäer, es ist angesichts der demographischen Situation in Afrika/Naher Osten/Teilen Asiens völliger Schwachsinn und eine große Lüge. Die Abschaffung sollte dann auch klar und ehrlich kommuniziert werden. Damit sage ich nicht, dass wir Afrika und dem Nahen Osten/armen Ländern Asiens nicht helfen sollten, aber eben nicht durch Einwanderung nach Europa / in unsere Sozialsysteme.

Ja zu einem europäischen Staatenbund. Nein zu einem europäischen Bundesstaat. Keine Transferunion. Der Euro ist schlecht für die europäischen Nationen. Diese können nicht mehr auf- oder abwerten, um ihre jeweilige Wirtschaftskraft an die Weltwirtschaft anzupassen.

Mein Grund war die EU-Politik. Dass Macron seine Visionen erst in 2 Tagen verkünden will, lässt darauf schließen, dass eine Transferunion kommen wird, was nicht der Zusicherungen bei Einführung des Euros entspricht.

Wohnungen

Jetzt kommen Millionen, die nach billigem Wohnraum suchen. Was hat der Staat getan, außer "wir schaffen das" zu sagen? Nix, außer die Möglichkeit der Kündigung wegen Eigenbedarf zu erleichtern.

Industrie-und Wirtschaftslobbyisten tanzen dem Normalbürger schröpfend auf der Nase herum, und die Politik schaut zu und häkelt noch eifrig die passenden Rahmenbedingungen.

(Das Thema teure/fehlende Wohnungen kam noch öfter vor)

Wissenschaft/Kultur

Abwendung von Bachelor & Master, hin zum Diplom, Abschaffung von Gender-"Wissenschaften", Stärkung der Selbstständigen, klares Bekenntnis zur eigenen Kultur.

Das öffentliche Verneinen einer deutschen Kultur an sich ist die gleichzeitige Aufforderung und Entschuldigung, die Integrationsleistung zu unterlassen und anstrengungslos Parallelgesellschaften entstehen zu lassen.

Energie

Wir haben mit die höchsten Energiepreise in Europa.

Ökologische Wandelungen sind ergebnis- und kostenorientiert durchzuführen.

(Das Thema fehlgeleitetes EEG kam noch öfter vor)

GEZ

Endlich mal eine Partei, welche diesen öffentlich-rechtlichen Wasserkopf umformen möchte. Alleine das ist schon Grund genug.

Weil ich für manipulative Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender keine GEZ-Zwangsgebühren mehr zahlen will.

(Das Thema GEZ kam noch öfter vor)

Gender

Einzige Partei mit Aussicht auf Bedeutung gegen Gender Studies mit allen ihre Begleiterscheinungen.

Neben dem Abstrafen von Regierung und "Opposition" eröffnet die Wahl der AFD die strategische Chance, das Parteienkartell zu knacken. … Ich will, dass internationale Verträge eingehalten werden (Lissabon, Dublin) und dass Deutschland keine offensichtlich nachteiligen Verträge eingeht (ESM). … Als Mann weiß ich schon lange, dass der Faschismus unserer Zeit Feminismus heißt. Die wahren Nazis sitzen im linken Spektrum in Deutschland. Ich bin damit aufgewachsen, dass mir der Zeitgeist Frauen als die besseren Menschen verkauft, und sich Lesben noch für die besseren Frauen halten.

Ich bin überzeugter Christ. Die AfD ist die einzige Partei, die biblischen Grundlagen nicht nur im Hinblick auf Familienpolitik standhält. Genderwahn und Frühsexualisierung führen zur Zerstörung der gesellschaftlichen Grundlagen dieses Landes und unserer Familien.

Parteien

Die AfD ist das, was vor Jahren einmal die CDU war.

Die politische Linke, welche die Geschicke der westlichen Welt maßgeblich prägt und seit Jahrzehnten geprägt hat, ist meiner Ansicht nach geistig und moralisch am Ende.

Ich will so ziemlich nichts aus der Ära Merkel-CDU mitsamt den Parteien, die sich ihr zuordnen.

Nennen Sie mir nur eine einzige Krise in den viel zu vielen Regierungsjahren von Frau Merkel, die sie zufriedenstellend gelöst hat.

Es ist eine irrige Annahme, dass nur die AFD-Wähler diese Unzufriedenheit ausmachen. Als SPD-Stammwähler habe ich viele Jahre gebraucht, um meine Stimme der AFD zu geben; schon bei der letzten Wahl war ich nahe dran, es zu tun.

(Der 56. von 68 Punkten): Bundestagsparteien werben vor der Wahl mit Programmpunkten, die sie in den letzten Legislaturperioden als „undurchführbar“ und „nicht finanzierbar“ vernachlässigt und nicht umgesetzt haben.

Also CDU… husch in Deine Ecke, und wir brauchen keine AFD mehr.
Es erinnert ein wenig an den Fehler der SPD, zu weit nach rechts zu rücken und so die Linkspartei nötig zu machen (Eisverkäuferdilemma).

Gerade die Menschen im Osten sind traditionell nicht parteigebunden und wechseln ihre Meinung häufiger. Und sie sind sehr sensibel, wenn die Politik bestimmte Themen wegdrückt. Sie fühlen sich dann (ähnlich wie zu DDR-Zeiten) veralbert.

Die alten Parteien leben irgendwie in Traumwelten und sind nicht in der Lage, relevante Themen realistisch und offen zu diskutieren.

Ich bin weiß, männlich, werktätig und deutsch. Es gibt folglich in Deutschland derzeit nur eine Partei, welche sich überhaupt für meine Sorgen und Probleme interessiert. Ob deren Lösungen auch Sinn machen, sei dahingestellt, Zumindest versucht die AfD nicht, mich einfach mit Beschimpfungen mundtot zu machen.

Die SPD hat alles, für das sie bis 1990 stand, in der Zwischenzeit verraten und dann alles getan, um nicht gewählt zu werden.

Ich habe die AfD gewählt, weil es für mich die beste Option schien, die Amtszeit von Frau Merkel schnellstmöglich zu beenden.

Wesentliche Probleme ungelöst: Flüchtlingskrise nur durch andere begrenzt, Europakrise nur Deckel drauf, Kriminalität, Terrorismus alles ungelöst. Das sind die Gründe, warum die AFD weder Konzepte noch überzeugenden Kandidaten benötigt. Sie hätte auch eine Schaufensterpuppe kandidieren lassen können und wäre wahrscheinlich trotzdem mit einer zweistelligen Zahl in den Bundestag eingezogen. … Ich habe übrigens versucht, diese Argumente fast wortgleich in den Foren verschiedener Medien vor der Wahl darzulegen (u.a. Spiegel Online). Der Beitrag ist immer rauszensiert worden!

Wer mit der Flüchtlingspolitik von Frau Merkel nicht einverstanden ist, kann gar keine andere Partei wählen, da SPD, Grüne und Linke für die selbe Politik stehen und die Tore eher noch weiter öffnen wollen. Und die FDP mit Lindner geriert sich nun zwar als etwas konservativer, aber das waren wohl nur Lippenbekenntnisse, um der CDU/CSU und der AFD ein paar Stimmen abzunehmen – und 10.6% zeigen, es hat funktioniert.

Gerhard Schröder hat die SPD mit neoliberaler Politik zerstört, und Angela Merkel hat die CDU mit Sozialdemokratisierung, Vergrünung und allgemeiner Beliebigkeit kaputt gemacht.

Die einzige Alternative zu Merkels "alternativlosem Weiter so“ ist die AFD.

Ich habe die AfD eigentlich gewählt, damit ich bei den nächsten Wahlen bis 2021 nicht nochmal AfD wählen muss.

Besonderes

Ausschlaggebend war dann schließlich der Vorschlag, eine Legislaturperiode von 4 auf 5 Jahre auszudehnen. Leider war in dem Leitmedien kein Wort davon zu hören/lesen, warum das gewollt ist. Bundestagsabgeordnete haben ein Anrecht auf eine Lebensrente nach 5 Jahren im Bundestag. Im Moment sind dazu noch 2 Perioden nötig, nach dem neuerlichen Vorschlag könnten die Abgeordneten dann nach einer solchen in Rente gehen.

Wenn Merkel und Co. sich lieber um Europa, den Nahen Osten oder Afrika kümmern wollen, spricht ja nichts dagegen. Nur dann sollen sie bitte auch dort kandidieren und sich dort ihre Gehälter zahlen lassen und deren Steuergelder großzügig woanders verteilen.

Vielleicht sollte es eine Liste mit Fragen geben, die 13% den 87% stellen wollen. Wo sehen Sie die Aufnahmegrenze von Flüchtlingen? 1 Million? 3 oder 5? Wo sollen sie wohnen?

Da haben keine sozialen Verlierer sich von der CDU abgewendet, sondern viele Normalbürger, denen es einfach zu bunt wurde, und die die Partei mit "Merkel-muss-weg" im Programm gewählt haben.

Weil Merkel mit der Grenzschließung durch andere Länder und dem Türkei-Deal einfach nur Glück hatte.

Flüchtlingskrise – Deutschland hätte diese Krise nicht so bewältigen können wenn andere Länder nicht das getan hätten, wofür die AfD steht. –  Die Lügen der Feministin*_in*en gehn mir aufn Zeiger – Das habt ihr jetzt davon.

Weil die Flüchtlingspolitik nicht menschenfreundlich ist, sondern einen knallharten sozialdarwinistischen Wettlauf fördert. Außerdem ist sie blanker Hohn für all diejenigen, die sich die Mühe machen, auf legalem Wege in dieses Land einzureisen.

Ich bedaure sehr, dass man als Wähler in einzelnen Sachfragen nicht differenziert abstimmen kann. Das Gesamtpaket AfD entspricht meinen Vorstellungen ebensowenig wie andere Parteien (dieser schöne Punkt entspricht in etwa der Forderung nach Volksabstimmung).

Bilanz

Das ist nicht das Bild des hässlichen Deutschen, was sich da zeigt. Da melden sich keine rechtsradikalen Parolendrescher und keine abgehängten Dumpfbacken, sondern gutinformierte Bürger. Zur größeren Hälfte sind es Konservative, aber auch viele Linke. Fast alle argumentieren differenziert und begründen ihre Ansichten rational. Bei vielen steht der Protest gegen Altparteien und Leitmedien im Vordergrund. Der gemeinsame Wunsch ist, endlich wieder eine echte Opposition im Bundestag zu haben und die Regeleinhaltung bei Demokratie und Gesetz einzufordern.

Zwei unterschiedliche Gruppen sprechen hier:

  1. die Protestler, die taktisch wählen und AfD & Rechtspopulismus eigentlich ablehnen. Sie nehmen die AfD als "politischen Katalysator", als "Themenbeschleuniger", als "Akt der politischen Notwehr", als "Vehikel für Koalitionsschach". Für diese Leute geht es um eine Trotzreaktion, mit der ein Denkzettel erteilt werden soll. Stichwort ist oft: Es gibt keine andere Partei, die klar gegen Merkel Stellung bezogen hat außer der AFD. 
  2. die andere Gruppe äußert Zustimmung zum Programm der AfD, in dem sie das CDU-Programm von früher sehen. Viele Punkte werden da genannt, bei denen die Regierung gepfuscht hat, nicht nur Migrationspolitik, Bürgerängste, EU, Euro, TTIP, GEZ, Gender, Direktdemokratie. Auch Kinderarmut, Rentnerarmut, Enteignung von Sparguthaben, Vernachlässigung der Infrastruktur, Bevormundung durch Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Weniger Zustimmung gibt es zum AfD-Personal, unter dem sich ja recht unappetitliche Gestalten befinden.

Aber nicht so viele, wie Konkurrenzparteien und Leitmedien glauben machen wollen. Ein Hauptkritikpunkt ist "die Schnappatmung unserer Medien beim Thema AfD" und überhaupt die mediale Gleichschaltung und Manipulation, die ja inzwischen mit einer wissenschaftlichen Studie nachgewiesen ist (wb-Link unten).

Es gibt eben den Bürger, der nicht bevormundet werden will, und der keine andere Partei findet, die ihm das gewähren will. Die fehlende Opposition (außer Sahra Wagenknecht und der Regierungspartei CSU) wird auch durchgängig bemängelt; in der AfD sehen viele die ersehnte Opposition: Nur die AfD spricht das Missliebige aus und tritt für Korrekturen ein, sonst sind alle Parteien einig.

Realistisch betrachtet, haben die Kritiker mit den meisten Punkten recht. Es gab keine nennenswerte Opposition, obendrein wurde noch ständig am Parlament vorbei entschieden. Niemand durfte abweichende Standpunkte äußern, ohne mit der Rechtsradikalen- und Untermenschen-Keule verunglimpft zu werden. Das ging bei der Bankenrettung los und mit der Eurokrise weiter und ist mit der Migrationskrise wohl nicht zuende – denn die etablierten Parteien lassen keine Zeichen von Neubesinnung erkennen.

Bei den 3 Hauptpunkten sind wieder die Kritiker im Recht. Bei den (von wb) zugeordneten Forderungen nach Entschuldigung geht es nicht darum, Politiker zu demütigen. Aber wenn sie nicht für ihre Fehler geradestehen müssen, sondern sich drumrumlavieren können, fehlt ihnen der Ansporn, weitere Fehler zu vermeiden. Ohne diesen Ansporn tendieren sie leider dazu, denselben Fehler immer wieder neu zu machen:

  • bei der Bankenkrise wurden die reichen Bankbesitzer mit Staatsgeld in 3-stelliger Mrd.-Höhe beschenkt. Die Allgemeinheit zahlt immer noch Zinsen an die Banken, bei denen die Merkel-Regierung das Geld pumpte, das sie den Banken schenkte (dieser hirnrissige Punkt wurde von wb nachgetragen). In anderen Ländern (GB, USA …) wurde den Banken kein Geld geschenkt, nur in Deutschland und Irland. Dafür gab es keine Erklärung, kein Fehlereingeständnis, keine Entschuldigung.
  • die Eurokrise verdankt sich Dilettantismus (keine Aussiegsklausel, kein Target-Salden-Ausgleich),  Größenwahn (politische Willkür soll ökonomische Gesetze auf Dauer aushebeln) und Gesetzesbruch (EZB betreibt monetäre Staatsfinanzierung). Die billionenschwere Euro-Retterei löste lauter Probleme, die der Euro überhaupt erst geschaffen hat – und dabei sind die Probleme gar nicht gelöst, sondern nur mit Geld zugeschaufelt. Am Ende trägt die Allgemeinheit alle Kreditrisiken, und die Banken kassierten die Zinsen für die Kredite. Und wieder ohne Erklärung, Fehlereingeständnis, Entschuldigung.
  • die Migrationskrise bietet Spitzenleistungen an Kehrtwendungen, Heuchelei und Ungerechtigkeit, wieder ohne Erklärung, Fehlereingeständnis, Entschuldigung. Die humanitären Gründe für Gesetzesüberschreitungen (Grenzöffnung) gelten nur gemäß Kanzlerin Merkels augenblicklicher Willkür, mal nein, mal ja, mal nein. Es wird den Falschen auf falsche Weise geholfen, anstatt den Bedürftigen vor Ort. Immigranten werden besser gestellt als die heimische Bevölkerung. Wer Angst vor schleichender Islamisierung und steigender Kriminalität hat, wird verunglimpft statt ernstgenommen.

In den Kommentaren sprechen einige Immigranten und Kenner der Szene, die durchaus ernstzunehmende Probleme aufzeigen. Die AfD ist die einzige Partei (außer der CSU), die das überhaupt aufgreift und es nicht als rechtsradikales Gedankengut abtut. Angesichts der uneinsichtigen Haltung der anderen Parteien (vielleicht abgesehen von der FDP) ist es eigentlich erstaunlich, dass nur 13% die AfD gewählt haben, denn solche Ansichten teilen bestimmt viel mehr Menschen.

Aber 72% haben den etablierten Parteien wieder vertraut (alle außer AfD und FDP), die meisten wahrscheinlich zähneknirschend. Langsam wird es Zeit für die  Reform, die unter der vorigen Rubrik Besonderes als letzter Punkt kam: Man müsste über die einzelnen Sachfragen differenziert abstimmen dürfen und nicht bloß über das Gesamtpaket Partei X. Diese Art der Volksabstimmung sollte im Computerzeitalter logistisch zu bewältigen sein; man muss ja nicht auf ewig mit der Wahlzettel-Wirtschaft weitermachen. Übrigens gehört die Forderung nach Volksabstimmung zum AfD-Programm.

 

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Ein gerader Weg in die Anstalt von Frank Sacco


sacoGibbs 001Dieser Artikel von Frank Sacco, Doktor der Medizin, hat zwei Titel. Eigentlich ist es eine Rezension, die sich mit einem Buch befasst, das der Rezensent zurecht verabscheut. Konsequenterweise ist es ein Verriss.

Hier geht es um die Evangelikalen, die ihre Kinder vor "falscher Heilssicherheit" bewahren wollen. Befremdlich und abstrus, ja, kriminell, was da vermittelt wird. Dem Kind muss Höllenfurcht eingeimpft werden, auf dass es sein Schuldigsein begreife. Das halten die Evangelikalen für "schriftgemäßen Dienst an Kindern" (Zitate aus dem Verlagstext).

„Kinderevangelisation“ „Frohe“ Botschaft? Wie macht man Kinder evangelisch?

Ein gerader Weg in die Anstalt  von Frank Sacco

Rezension des Buches „Wagnis Kinderevangelisation“, Autor Alfred P. Gibb, betanien-Verlag
 

Ein Wagnis sei es also, Kindern das Evangelium beizubringen. Gehe dabei etwas schief, so könne sich das Kind nicht wirklich als Sünder fühlen. Glaube es nicht an einen Erretter namens Jesus, sei es halt nicht gerettet. Man solle also dem Kind nicht einfach die Story vom Kreuz erzählen, die Story von der Errettung durch den Jesus der Bibel vor einem  „zweiten Tod“, vor der Hölle. Nein. Das Kind müsse wirklich sein Schuldigsein in Form einer Selbstanklage begreifen. Es müsse entsprechend Angst vor einer Nichtrettung bekommen. Es müsse in eine echte tägliche Furcht im Kind entstehen. Ja Panik ist angesagt. Angeführt wird hier 5. Mose 31: Kinder sollen Gott „fürchten lernen alle Tage“, also jeden Tag.

Etliche nichtchristliche Eltern geben ihr Kind sorglos im nahe gelegenen christlichen Kindergarten ab. Kindern  „ungeretteter Eltern“ (S.16) müsse man als Kinderevangelist dort das bieten, was diese „Eltern nicht bieten können“ (S. 17). Welche „Freude“ ist es, „diese  jungen Menschen in unserer Obhut zu haben…“, so der Autor. Nun, es ist eine verbrecherische, da krankmachende  Obhut. Das Denken der Kinder sei „noch formbar“ (S.22). Sie seinen „von Natur aus…leichtgläubig…und schnell zu beeindrucken“. „Mit der Unreife ihrer Erfahrungen können sie leicht in den Bann eines Erwachsenen“, eines Evangelisten gezogen werden. Man müsse den Kleinen  bewusst machen, dass sie „auf dieselbe Weise errettet werden müssen wie Erwachsene…“ Die Hölle ist halt laut der  Schrift nicht kinderfrei. Zur Errettung gehöre es, dass das Kind der „ Sünde überführt wird“. Es müsse wissen, dass es „als Sünder Errettung braucht…“. Es werden Fragen ans Kind formuliert: „Glaubst du, dass du ewig verloren bist, wenn du in deinen Sünden stirbst?“  Und weiter: „Jesus starb für Sünder und auch du bist ein Sünder. Glaubst du also, dass Jesus für dich starb?“  „Ein guter Vergleich für die Errettung eines Kindes  sei „das Zubereiten eines Feuers in einem Ofen…“. Matthäus spricht ja vom „Feuerofen“.

Zur Verdeutlichung soll man den Kindern auch Römer 3 nahelegen: „Alle sind abgewichen. Da ist keiner, der Gutes tut… die ganze Welt ist dem Gericht Gottes verfallen. Man soll die Worte „keiner“ und „alle“ „betonen“. Man solle auch mit dem individuellen Kindstod arbeiten: „Angenommen, du würdest jetzt sterben. Wo würde Gott dir deinen Platz geben?“ Vom „Zorngericht“ Gottes ist die Rede (S.54). Ein Geistlicher, der nicht so am Kind arbeite, sei nach Jeremia 48 „verflucht“. Man solle dem Kind die Offenbarung 21 darlegen. Uns allen ist der Text in etwa bekannt: „Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Hurer und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.“ Dieser unzweideutige Text der  Offenbarung ist eindeutig nicht „verfassungskonform“ und gehört ohne Verzug verboten. Denn die Androhung jenseitiger Strafen ist ein „Geschäft“ der Kirchen, so Bischof Nikolaus Schneider. Gibbs muss an keiner Stelle das Wort Hölle aussprechen. Die Hölle ist durch den Sprachgebrauch ein Selbstgänger. Sie ist  jedem lesenden Kind ein Begriff.

Ist Gibbs nun veraltet, weil er im 20. Jahrhundert arbeitete? Nein. Im Gegenteil. Die Religionen sind zurück. Heutige Geistliche glauben an die Hölle. Darum wurden sie ja, analytisch gesehen, Geistliche. Man wählt den Beruf aus Angst – und nicht etwa aus Liebe zum Täter der Sintflut und zum Planer der Apokalypse. Geistliche und ein Heer von Kirchenangestellten   vermitteln verbal, non-verbal und über 250 Kirchenlieder  das Thema der ewigen Verdammnis. Man vereinnahmt als Großunternehmen die Kinder über sog. „christliche“ Kindergärten und Schulen. Zurzeit baut das Erzbistum Hamburg eine weitere Schule. An Einrichtungen der Kirchen treten regelmäßig Pastoren zum Zweck der Evangelisation auf. So vermittelt man  dem Kind ganz nebenbei und wie selbstverständlich seine angebliche Schuld am Kreuzestod Jesu. Auch dieser üble Kirchentrick ist evangelisches heutiges Dogma. Pastor Traugott Giesen, Keitum,  schreibt offen von einer „Mittäterschaft“ unserer Kinder. Ich zeigte Giesen wegen Kindesmisshandlung und einem schweren Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention an. Kleine Kinder gelten aus gutem Grund in der BRD für schuldunfähig. Man will und muss sie vor nicht kindgerechten Schuldgefühlen und Strafandrohungen schützen – und umso mehr vor Sündengefühlen. Doch das Christentum macht unbarmherzig und illegal jedes Kind zum Mörder unterm Kreuz. Das ist in höchstem Maß verabscheuungswürdig. Auch die Staatsanwaltschaft Flensburg sagte mir ein eindeutiges „Nein“ zu dieser Schuld am Kreuz. Doch sie lässt die verbotene Indoktrination an Kindern durchgehen. Wir haben einen Gottesstaat.

Die durch Evangelisation entstandenen Kollateralschäden des Christentums lassen sich zur üblichen Besuchszeit auf den geschlossenen Abteilungen unserer regelmäßig unter kirchlicher Trägerschaft stehenden Krankenanstalten besichtigen. Den dortigen Psychiatern ist es nach dem 2017 erneuerten Loyalitätsprinzip untersagt, bestehende Dogmen anzutasten oder gar den Kirchen Schuld an der Entstehung von Depressionen, Schizophrenien, ADS, Süchten oder Krankheiten aus dem autistischen Formenkreis zu geben. Und der Rest der psychotherapeutisch Tätigen? Dieser Rest hat sich in aller Regel noch nicht so weit emanzipiert, dass er seine Patienten vor den Machenschaften des Klerus schützt. Man zieht sich auf ein Schweigen zurück. Gespräche über Religion mit Patienten gelten nach Lütz als verpönt. Das ist ein selbst zugegebener Kunstfehler. Das „transzendentale Denken“ fehle, so die Chefanalytikerin Prof. Leuzinger-Bohleber, die Nachfolgerin Sigmund Freuds. Nun, das Gegenteil ist der Fall. Man denkt, von Ausnahmen abgesehen, auch als „selbsternannter“ Atheist oder Agnostiker permanent transzendental. Doch dieses Denken läuft als ständig rotierende zweite Festplatte im Unbewussten. Es kontrolliert Taten und Denken des Ichs eines Gläubigen auf Schritt und Tritt. Ich will Sigmund Freud ergänzen: Wo „Über-Ich“ ist, und zwar schwer krankmachendes Über-Ich, da muss „Ich“ werden. Doch mit der heutigen etablierten Psychiatrie geht so etwas  nicht. Ärztliche Kirchen- und Psychiatriekritiker wie mich versucht sie mundtot zu machen. Doch auf Dauer wird sie scheitern. Sie wird die „bittere Pille“ des Sacco-Syndroms schlucken müssen.

saco12548927_1124541627565314_3956406270459900622_n[1](Bild: Sacco)

Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor u.a. des Buches "Wenn Glaube krank macht", BoD, 404 Seiten, 12,99 €

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