Jetzt wird's ernst mit dem Klima: Bier-Knappheits-Alarm


beer-3609281_1280Es ist eine Sache, wenn die Bienen dezimiert werden, aber eine ganz andere Sache ist es, wenn das Bier dezimiert wird. Insekten, die nicht mehr summen, haben eine ganz andere Bedeutung als Maßkrüge, die trockenfallen (Bild: Alexas_Fotos, pixabay). Wenn Trockenheit und Dürre im Magen ankommen, werden sie zu einer Bedrohung von existenzieller Tragweite – genau das wird nun prognosziert.

Die Gerste wird knapp. Gerste ist der Stoff, der als Malz in die Bierherstellung geht, und der zusammen mit dem Hopfen das Bier ausmacht. Große Teile der Gerstenproduktion gehen in die Ernährung, nur was übrig bleibt steht für die flüssige Ernährung durch Bier zur Verfügung. Weniger Gerste bedeutet deswegen noch weniger Bier (−32% in Argentinien) und höhere Bierpreise (+193% in Irland).

Das entnimmt man einem Nature-Artikel (1.), der auch von Russia Today aufgegriffen wird (2.). Die Aussage in Kürze: Wenn's heiß und trocken ist, wächst die Gerste nicht so gut. Zukünftige Szenarios sagen viel Hitze und Trockenheit voraus, was eine Kombination von einem Getreide-Simulations-Modell und einem ökonomischen Simulations-Modell in eine kommende Gerste-Knappheit übersetzt. Je nach verfolgtem Szenario sollen die Ernteerträge 3-17% sinken. Wegen der prioritären Ernährungsversorgung bleibt erheblich weniger Gerste fürs Bier, und das reicht für den Alarm.

Biernotstand voraus, Oktoberfest gefährdet, Untergang unserer Zivilisation.

Wenn das die Politik nicht an die Kandare kriegt, was dann? Schon lange wird von den bedrohlichen Folgen des Klimawandels geredet. Wo es nun an unsere westlichen Existenzgrundlagen geht, dürfte der Antrieb zum Klimaschutz sich vervielfachen.

Na denn Prost.

 

Medien-Links:

  1. Decreases in global beer supply due to extreme drought and heat (nature plants 15.10.): We couple a process-based crop model (decision support system for agrotechnology transfer) and a global economic model (Global Trade Analysis Project model) to evaluate the effects of concurrent drought and heat extremes projected under a range of future climate scenarios. We find that these extreme events may cause substantial decreases in barley yields worldwide.
  2. Last call: Climate change will destroy beer as we know it, study warns (RT 15.10.): With extreme weather conditions potentially causing worldwide beer consumption to drop by 16 percent, as supply of key crops fails to keep up with growing demand.

Links von wissenbloggt dazu:




Grüne Wunder


peacock-feather-3030306_1280Hier soll eine kleine Bestandsaufnahme erfolgen, an welchen Baustellen die grüne Politik arbeitet, und was dabei rausgekommen ist. Zu Erfolg und Misserfolg haben verschiedene Faktoren beigetragen – hier soll nicht unterstellt werden, dass alles die Partei der Grünen gemacht hat, und auch nicht, dass sie alles genauso wollte (Bild: suju, pixabay).

Die wissenbloggt-Grundeinstellung ist positiv gegenüber den Verbesserungen bei Umwelt- und Menschenschutz. Der grüne Wahlerfolg in Bayern stößt aber auf Skepsis. Immerhin sammelt sich hier eine Menge Kritik. Als Hauptvorwurf kommt der ewige polit-kritische Punkt heraus, bei dem sich die Grünen anscheinend besonders hervortun:

Gut gewollt und schlecht gekonnt

Immer wieder zeigt sich, dass aus einer Erfolgsstory ein Skandal fabriziert wird. Vieles, was eigentlich gut ist, wurde dergestalt verbrasselt, dass es schlechte Auswirkungen hat. Dazu muss man gar nicht den "Öko-Sadismus" bemühen. Eine kleine Blütenlese von Punkten, an denen die Grünen mitgestrickt haben:

  • Das EEG bringt Deutschland den teuersten Strom in der EU, weil die Falschen subventioniert werden, nämlich die ersten Investoren und die Großverbraucher (wb-Link EEG).
  • Die Dämmung von Wohnungen wird maßlos übertrieben, die Isolation ist viel zu dick. Das schafft nur theoretische Einsparungen bei der Heizung und erhelbliche Probleme bei Brandgefahr und Schimmelbildung (wb-Link Dämmen).
  • Beim Atomausstieg herrscht Hysterie statt Vernunft, mit der Wirkung, dass viele Mrd. verbrannt werden, weil funktionierende Reaktoren vom Netz gehen müssen.
  • Bei der Elektromobilität wird ein falsches Konzept verfolgt, das teuer und nicht umweltfreundlich genug ist und die Verkehrsprobleme nicht löst (wb-Link Elektroauto). Diese Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrradwegen.
  • Die Diesel-Fahrverbote sind durch die Wissenschaft nicht gestützt, es werden aber Mrd.-Werte vernichtet (wb-Link Diesel). Die Deutsche Umwelthilfe, die das maßgeblich einklagt, ist ein Grünen-Produkt (wb-Link Umwelthilfe).
  • Die Grünen treten übertrieben gegen Gentechnik, Glyphosat, Acrylamid ein, so dass man von Angstmache, Verteufelung und ideologisch gelenkten Kampagnen reden kann. Letzteres unternimmt allerdings auch die Gegenseite. Die Kosten trägt der Verbraucher.
  • Einige Grüne & Gleichdenkende möchten am liebsten eine Sprachpolizei einführen und wenden viel Mühe an Gender-Probleme. Daraus resultieren nicht nur Bevormundung und Sprachpanscherei, sondern auch eine Einschränkung der wissenschaftlichen Freiheit (wb-Link Gender).
  • Bei vielen Bauprojekten wird heute geklagt, um grünen Umweltschutz für Wachtelkönig oder Hufeisennasenfledermaus zu erzielen. In Wirklichkeit werden oft bloß Partikularinteressen auf Kosten der Allgemeinheit durchgesetzt (wb-Link Großbaustellen). Ein Beispiel ist auch der Flughafen BER, der z.B. wegen dem überkandidelten Brandschutz nicht fertig wird.

Viele dieser Probleme werden von der EU heraufbeschworen, wo sich die grünen und linken Kräfte bei den wesentlichen Fragen (außer EU-Ausbau und Immigration) nicht durchsetzen können (Steuerflucht, Geldschwemme, Staatsfinanzierung, Umverteilung von unten nach oben). Auf Nebenschauplätzen wird dafür um so mehr grünes Gedankengut europäisch festgeschrieben.

Bei der Gefügigmachung durch Holocaust-Beschwörung sind sich alle Fraktionen einig, doch die Grünen sind die hervorstechendsten Prediger des schlechten Gewissens. Selbst bei Nicht-Deutschen wird diese Wirkung erzielt: Der Vorwurf historischer Sklaverei, kolonialer Vergangenheit, Unterstützung vom Faschismus schafft  Schuldbewusstsein bei völlig Unschuldigen (wb-Link Psychoanalyse). Und natürlich die religiös anmutende Zuschreibung von Sündhaftigkeit angesichts von Umweltbelastung und Klimawandel. Das trägt zum Impetus bei, mit dem grüne und linke Positionen durchgedrückt werden.

Grüne Wunder

Zu denen gehört die Kritik am übertrieben großen ökologischen Fußabdruck, die ja sinnvoll ist. Nur trifft sie in Deutschland und vielen anderen EU-Ländern den falschen Adressaten. Dort geht die Entwicklung von Haus aus zu nachhaltigen Zuständen, weil die Geburtenraten niedrig sind und das Bevölkerungswachstum rückläufig ist. Dann wurden allerdings zig Millionen Immigranten aufgenommen, so dass die Übervölkerung nicht schwindet. Die kritisierten Rohstoff- und Energieimporte müssen daher weitergehen, und die Umweltbelastung bleibt hoch. Die Beschwerde ist dann allerdings nicht an die Deutschen zu richten, die durch ihren Geburtenrückgang das Gegenteil anstreben.

Mit den Geburten ist der heikle Themenkomplex der geburtenstarken Immigration erreicht (wb-Link Umsiedlung). Auf diesem Gebiet hat die linke und grüne (mit Hilfe der schwarzen) Politik extreme Open-Border-Positionen durchgesetzt, wegen denen die EU zu zerbröseln droht und der innere Friede in Deutschland gefährdet ist. Das grüne Wunder, wie dieser "Ausnahmezustand" über Jahre hinweg aufrecht erhalten werden konnte, ist das Thema eines anderen Artikels (wb-Link Flüchtlingspolitik).

Hier sollen wieder ein paar Punkte gelistet werden, die den Zwiespalt von gut gewollt und schlecht gemacht darstellen:

  • Unter deutschen Eingeborenen ist es Usus, sich erst eine Existenzgrundlage zu schaffen und dann Kinder in die Welt zu setzen. Flüchtlings-Immigranten kriegen anscheinend problemlos Kinder auf gesponserter Existenzgrundlage. Das Geld dafür wird den Steuerzahlern abgeknöpft, die es um so schwerer haben, ihre eigene Existenzgrundlage zu schaffen.
  • Ein grünes Lieblingsthema ist der Familiennachzug, den sie sogar für Abgelehnte ("subsidiär Geschützte") erkämpften. Dieser Familiennachzug für Abgelehnte wurde 2014 eingeführt, im Gegenzug erkaufte sich die Union damit die Zustimmung des Bundesrats zur Erklärung weiterer Staaten als "sichere Herkunftsstaaten". Das wurde während der Bundestagswahlzeit ausgesetzt und nachher auf 1000 pro Monat begrenzt (für Abgelehnte, für Anerkannte gibt es keine Beschränkung beim Familiennachzug). Dieser Tatbestand wird nicht kommuniziert, aber dafür unterfüttert mit manipulierten Berichten (wb-Link Familiennachzug). Die Handhabung vom Familiennachzug privilegiert Flüchtlings-Immigranten gegenüber der einheimischen Bevölkerung, weil weder Sprachkenntnisse verlangt werden, noch die Fähigkeit zum Selbsterhalt (wb-Link Niedergang). Diese Privilegierung ist eine grüne und linke Forderung, die 2015 im Aufenthaltsgesetz realisiert wurde (in Schweden wurde genau das umgekehrte gemacht und die alte deutsche Gleichbehandlungs-Regelung übernommen). Flankierend wurde auf Druck von Grünen und Linken an der Erweiterung des Familienbegriffs gearbeitet, so dass nicht nur Eltern und minderjährige Kinder nachkommen dürfen, sondern auch erwachsene und verheiratete Geschwister, also praktisch ganze Clans.
  • Aus grüner Sicht wird die Umgestaltung Deutschlands in eine multikulturelle Einwanderergesellschaft angestrebt. Die Migration wird als schicksalhaftes Ereignis dargestellt, dem die Bevölkerung sich zu fügen hat. Nach dem Willen maßgeblicher Grüner leben wir in einer Gesellschaft, in der alles jeden Tag neu auszuhandeln ist – nur dass nichts ausgehandelt wird, sondern autokratisch verfügt. Die Bevölkerungsmitte ist nicht gefragt, nur beim Bezahlen. Überzogene Positionen werden durchgedrückt, z.B. Einbürgerung auch von Kriminellen und Dauersozialfällen (Koalitionskriterium für die Berliner Grünen 98). Oder dass Alterstests bei jungen Migranten nicht gegen deren Willen erzwungen werden dürfen (Beschluss EU-Parlament mit den Stimmen von Grünen und Linken).

Grünmenschentum

Die grüne Hypermoral stellt die Zuwanderung an die erste Stelle; der hat sich alles unterzuordnen. Frauenrechte und Umweltschutz sind auf die Plätze verwiesen. Wie sehr Ideologie und Emotion über die Fakten gestellt werden, sieht man an dem Konflikt zwischen Immigration und Frauenrechten. Wer als Multikulti-Bereicherung betrachtet wird, ist oft reaktionär, frauenverachtend, unterwirft sich den hinterletzten Religionen und lässt sich von denen instrumentalisieren und womöglich aufhetzen.

Grüne und linke Moralisten beanspruchen die Deutungshoheit in der Asylfrage. Zum einen haben sie erreicht, dass praktisch alle nach Deutschland reinkommen dürfen, die es bis zur Grenze schaffen. Die anschließende Asylprüfung ist zur Farce geworden, weil auch fast alle Abgewiesenen und Ausreisepflichtigen dableiben. Das ganze Asylverfahren ist eine Farce, weil auch die Zeitbeschränkung vom Schutz ausgehebelt wird. Fast alle dürfen rein, fast alle dürfen bleiben – das Asylrecht, das zum temporären Schutz für Bedrohte eingeführt wurde, wird massenhaft zur Immigration Beliebiger missbraucht.

Gerechtere und effizientere Formen der Hilfe (allen Bedürftigen vor Ort helfen anstatt denen, die es bis hier schaffen) werden tabuisiert. Das Mittel, um sowas durchzusetzen, sind Verlogenheit (Asyl sagen und Immigration meinen) und Verunglimpfung (Andersdenkende sind Unmenschen):

  • Grenzkontrollen = unmenschlich
  • Zurückweisungen = unmenschlich
  • Abschiebungen = unmenschlich
  • Transitzentren = unmenschlich
  • Wohnsitzauflagen = unmenschlich
  • Sachleistungen = unmenschlich
  • Leistungen an Bedingungen knüpfen (Sprache) = unmenschlich
  • Familiennachzug für nicht Asylberechtigte begrenzen = umenschlich
  • Ausweisung nach Straftaten = unmenschlich
  • Abschiebehaft = unmenschlich
  • Sanktionen bei Fehlverhalten (wie bei ALG2 üblich) = unmenschlich
  • kein sofortiger Zugang zu vollen kassenärztlichen Leistungen = unmenschlich

Würde man der Bevölkerung die Frage nach der Immigration ohne Etikettenschwindel stellen, dann gäbe es wahrscheinlich keine zweistellige Zustimmung: Möchten Sie, dass alle Menschen der Welt unkontrolliert bei uns einreisen dürfen, dass sie von uns rundum finanziert werden und auf Dauer bleiben dürfen?

Was tatsächlich gefragt wird und große Zustimmung erfährt, ist in der Art: Möchten Sie dass unser reiches Land den Menschen in Not hilft, und dass niemand dabei diskriminiert wird?

Der Etikettenschwindel ist erfolgreich, sogar nachdem rauskam, dass die meisten "Facharbeiter"-Flüchtlings-Immigranten kaum die Fähigkeiten zum Hilfsarbeiter mitbringen und die Staatskassen das zigfache von dem kosten, was sie einzahlen. Dabei sind die offiziellen Statistiker voll auf der Schwindler-Seite, sie berichten so manipulativ, dass der Terminus Zahlenlieferandos noch geschmeichelt ist (wb-Links Verlogenheit, Manipuliert), Beispiele:

  • "viele Flüchtlinge in Arbeit" = kaum einer erhält sich selbst,
  • "weniger Asylerstanträge" = die Folgeanträge zählen wir nicht mit,
  • "n Visa für Familiennachzug ausgestellt" = x*n Menschen kommen, weil ein Visum für mehrere gilt.

Und kein Wort darüber, dass die nächste Computerrevolution ihre Arbeitskraft sowieso überflüssig macht. Und dass sie längst nicht alle integrationsfähig und -willig sind, wie man an Parallelgesellschaften und Clans sieht (wb-Link Splendid Integration). Das bildet ein krasses Beispiel für gut gewollt und schlecht ausgegangen.

Gut gewollt: Wir holen Flüchtlinge und Menschen in Not zu uns rein und kriegen zugleich Rentenzahler – tolle Idee, nur ist die Realität anders:

Es stimmt fast nichts davon, außer dass es Flüchtlinge und Menschen in Not gibt. Wer aber kommt, sind vor allem un(aus)gebildete Vorteilssuchende, die hier nicht gebraucht werden, die unsere Sozialsysteme viel Geld kosten und die uns den gesellschaftlichen Rückschritt bringen. Sie sind vielfach inkompatibel mit unseren sozialen Einstellungen, patriachalisch, antiemanzipatorisch, mit Scharia-Gläubigkeit, d.h. Kinderehen, Vielweiberei, Beschneidung (Jungen und Mädchen), Verhüllung (Mädchen und Frauen). Viele sind gar nicht willens, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren, sondern streben Parallelgesellschaften an.

Anstatt sie vorher zu fragen und den Unwilligen und Inkompatiblen auf andere Weise zu helfen, wird gelogen und betrogen, um den Schein der Beglückung durch Immigration aufrecht zu erhalten. Bedrückend ist die Fahrlässigkeit, mit der vorgegangen wird, und die dem politischen Eid zur Wahrung der deutschen Interessen entgegensteht. Hopplahopp wird entschieden, und am grünsten gebärdet sich die Bundeskanzlerin (wenn ihr danach ist). Experimente von unabsehbar großer Tragweite werden leichtfertig ausgeführt. Jahrhundertentscheidungen werden autokratisch verfügt. "Bestanderhaltungsmigration" wird von oben herab und hinterrücks eingeführt. Andersdenkende werden bevormundet und verunglimpft, und ihnen wird das Gehör verweigert.

Und wenn die nächste Wahl kommt? Dann wählen die Bevormundeten und Verunglimpften massenweise die Parteien, die sie bevormunden und verunglimpfen. Wenn das kein grünes Wunder ist.

(Der Artikel basiert z.T. auf Leserkommentaren aus der Zeit.)

 

Links von wissenbloggt:

Zusätzliche grüne Links:




Angela Merkel als Bundeskanzlerin!


sausage-1456471_1280Weiterwursteln? Oder Weiterwursteln Ende? (Bild: Alexas_Fotos, pixabay)

Auf diese Frage läuft es bei Merkels Kanzlerschaft ja wohl hinaus. Jaja, auch bei wissenbloggt weiß man, dass Merkel die aktuelle Kanzlerin ist. Die Frage wäre aber, soll sie es denn sein?

Natürlich gibt es ein Dutzend gute Gründe für Merkel:

  1. Es war einmal
  2. Eine wundervolle Prinzessin
  3. Die den Frosch küsste
  4. Und Kanzlerin wurde
  5. Und sie regierte und regierte
  6. Und regierte und regierte
  7. Und sie sah
  8. Dass es nix taugte
  9. Und sie regierte trotzdem weiter
  10. Und sie regierte und regierte
  11. Und regierte und regierte
  12. Und wenn sie nicht gestorben ist
  13. Dann regiert sie noch heute

Von diesen Gründen ist die Kanzlerin selber am meisten überzeugt, warum sonst gäbe sie die Bundestrümmerfrau? Sie muss Stück für Stück demontiert werden – sie geht erst, wenn sie ein komplettes Trümmerfeld hinterlässt.

Die CDU/CSU ist jetzt (Okt/18) schon bei 28%, aber wie es so schön heißt, trau keinem über 30. Solche Prozentwerte haben was mit Demokratie zu tun, und dagegen muss man was unternehmen. Da bietet sich die logische Folge an:

  • Die Banken wurden gerettet,
  • Griechenland wurde gerettet,
  • die Flüchtenden/Immigranten/Asylbewerber werden gerettet,
  • der Euro wird gerettet,
  • Italien wird gerettet,
  • die Türkei muss gerettet werden,
  • das Klima muss gerettet werden,
  • die Diesel-Luft muss gerettet werden,
  • Merkel muss gerettet werden.

Selbstverständlich muss Merkel gerettet werden, wo sie doch quasi der Inbegriff der Rettung ist. Nur wie wäre das zu bewerkstelligen?  Merkelrettung vielleicht über Metoo? Prozente gewinnen durch Fake-Anschuldigungen gegen böse politische Kontrahenten?

Ob sowas mit dem ominösen "Spurwechsel" gemeint ist, der jetzt propagiert wird? Früher war's mal der Ruck, der durchs Land gehen sollte. Der ist ja nun als Rechtsruck realisiert worden. Ganz elegant, die Kanzlerin hat es in wirtschaftlich starken Zeiten geschafft, das Volksvermögen in alle Richtungen zu verteilen. Bloß erfolgte die Verteilung unsinnig und ohne positiven Effekt für die arbeitende Bevölkerung – und darum ruckt es allmählich. Man könnte einwenden, solange Deutschland Zahlmeister der (Merkel-)eigenen Fehlentscheidungen ist, ruckt sich nix, aber dem ist nun nicht mehr so.

Deshalb also der Ruck, der Spurwechsel? Um das das Asylhopping zu kanalisieren? Um Merkel als Spezialistin für selektive Humanität dauerhaft zu etablieren? Um ein neues Zuständigkeitsmikado für unsere Duldungskultur zu basteln?

Darauf gibt es bloß eine rhetorische Antwort: Merkeldämmerung, Merkelbewältigung und Entmerkelung. Aber was soll dann aus uns werden? Und vor allem, was wird dann aus ihr?

In einem früheren Artikel (wb-Link Neues Volk) wurde diese unsere Kanzlerin mit Bewerbungsunterlagen für neue Tätigkeiten ausgestattet, die leicht gekürzt immer noch prima passen.

Stellengesuch: Merkel, Dr., Angela, Bundeskanzlerin

Ich bringe alle Qualifikationen für eine erfolgreiche Führung mit. Ich bin undemokratisch, asozial und religiös. Mit dem Kreuz hab ich's allemal, ich liege sogar mit der Ökonomie über Kreuz. Wenn schon, dafür hab ich gaaanz viel Gefühl.

  • undemokratisch – ich passe stets auf, dass ich nicht zu demokratisch werde. Weil, demokratisch ist, wenn gemacht wird, was die Mehrheit der Wähler will. Ich mache aber, was der Souverän will, und der Souverän bin ich. Schließlich hat man mich demokratisch dazu gewählt.
  • asozial – ich hüte mich vor sozialen Anwandlungen, bäh, sonst wäre ich ja wie die Sozis. Und die Sozis sind auch nicht mehr sozial, also bitte. Die vielen Euros werden schließlich woanders benötigt und die Euros gehören zu Europa, wie schon der Name sagt.
  • religiös – ich bin christlich, weil das ist alternativlos. Islam und Judentum gehören zu Deutschland, weil sie in Wahrheit missverstandene Botschaften von meinem Gott sind, und Deutschland hat eine christlich-jüdisch-muslimische Leitkultur. Am liebsten bete ich alle Probleme weg. Und wenn das nicht funktioniert? Dann will der liebe Gott das halt so, und alles bleibt, wie es ist. Man hält das fälschlicherweise für Aussitzen.
  • unökonomisch – ich werde doch nicht anfangen, Milliarden zu zählen, wenn Menschen in Not sind. Die müssen herkommen, weil, hier wird sie geholfen. Ob sie hier ihren Lebensunterhalt verdienen können, ob sie sich integrieren wollen, und wer die Integrationsarbeit dann leistet, das zählt alles nicht. Mag das auch die teuerste und uneffizienteste Hilfsmöglichkeit sein, mag man fürs selbe Geld 10* mehr Menschen vor Ort helfen können, das ist unsere Willkommenskultur.
  • gefühlig – ja, das sind wunderbare Gefühle, wenn ich meinem Gott dienen kann, um den Einfluss der Religion zu stärken. Die vielen religiösen Immigranten werden benötigt, um ein Gegengewicht zu den gottlosen Humanisten zu bilden, 3* bäh. Lieber der falsche Gott als gar keiner.

Ich sehe ihrer Zusage freudig entgegen, anfangen kann ich jeden Moment, dann ist die Nerverei hier endlich zuende.

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(Unterschrift von Angela Merkel aus Wikimedia Commons)

Eine wissenbloggt-Auswahl der humoristischen und ernstgemeinten Polit-Artikel:




® Radio Erdogan III


612px-Recep_Tayyip_Erdogan_2017In unserem Eigentor-Artikel wurde der Steilpass für diesen Text gegeben. Der türkische Ministerpräsident drängte sich ins Bild mit deutschen Fußball-Nationalspielern. Das bot Anlass zu artgerechter Bespöttelung bei Ratio Erdogan – pardon, bitte den Verschreiber zu entschuldigen, Radio, nix Ratio.

Der Selfmade-Sultan muss kopfstehen, wie es bei wb allen missliebigen Leuten widerfährt (Bild: US Department of State, Wikimedia Commons) – und er darf Folge III von dieser Serie genießen. Radio Erdogan ist eine wissenbloggt-Kreation, die auf Radio Eriwan aufbaut. Es ist immer eine Frage, die an Radio Erdogan gestellt wird, und die Antwort weiß dann ganz allein der Sultan.

Das erste Thema ist dem Entdeckungtrieb der Türkei geschuldet, die ja gern alles mögliche als selbsterfunden vereinnahmen möchte:

  • Trifft es zu, dass Erdogan Amerika liebt? – Im Prinzip nein, weil die Statue of Liberty unschicklich gekleidet ist – ohne Burka -, und in Wahrheit heißt sie nicht Liberty, sondern Neslihan.
  • Trifft es zu, dass Erdogan Amerika liebt? – Im Prinzip ja, weil das Land von der Türkei entdeckt wurde und in Wirklichkeit ÜSA heißt; und weil der Präsi türkische Wurzeln hat und eigentlich Türümpü heißt.
  • Stimmt es, dass es in den ÜSA Zwerge gibt? – Im Prinzip ja, aber die türkischen Zwerge sind größer.

Immer wieder die Intelligenz-Abteilung:

  • Ist es richtig, dass Erdogan nicht bis drei zählen kann? – Im Prinzip nein; er kann bis zehn zählen, und wenn er die Schuhe auszieht, sogar bis zwanzig.
  • Trifft es zu, dass Erdogan ein exzessives Ego hat? – Im Prinzip ja, aber er kann keine Fremdworte.
  • Stimmt es, dass Erdogan gern lernt? – Im Prinzip ja, er freut sich immer wieder, das Kleine Einmaleins zu lernen.
  • Stimmt es, dass Erdogan besonders dumm ist? – Im Prinzip ja, aber die Konkurrenz wird immer größer.

Und die Tücken der Technik:

  • Trifft es zu, dass Erdogan den Computer erfunden hat? – Im Prinzip ja, er sucht nur noch jemanden, der ihn anschalten kann.
  • Trifft es zu, dass Erdogan seinen Computer auf den Boden stellt? – Im Prinzip ja, damit er nicht abstürzen kann.
  • Ist es wahr, dass Erdogan sein U-Boot öffentlich vorführte? – Im Prinzip ja, aber er machte einen Tag der offenen Tür.
  • Ist es wahr, dass Erdogan den Kupferdraht erfand? – Im Prinzip nein, aber er und sein Bruder hoben zugleich eine Kupfermünze auf.

Die sportliche Abteilung:

  • Trifft es zu, dass Erdogan einen Elfer verwandeln kann? – Im Prinzip nein, aber er lässt den Torwart verhaften.
  • Trifft es zu, dass Erdogan zurücktritt? – Im Prinzip nein, der tritt immer zuerst.
  • Stimmt es, dass Erdogan sich an den Haaren aus dem Sumpf zieht? – Im Prinzip ja, deshalb gehen ihm ja die Haare aus.
  • Stimmt es, dass das Stärkungsmittel Erdogan half? – Im Prinzip ja, aber er kriegte den Deckel nicht auf.
  • Stimmt es, dass Erdogan den Damen im Schwimmbad imponieren wollte und deshalb eine Kartoffel in seine Badehose steckte? – Im Prinzip ja, aber er steckte sie hinten rein statt vorn …

Die menschliche Abteilung:

  • Trifft es zu, dass Erdogan die deutsch-türkischen Frauen zum Kinderkriegen aufruft? – Im Prinzip nein, nur wenn es Kindergeld gibt.
  • Stimmt es, dass Erdogan ganz leise am Tablettenschrank vorbeigeht? – Im Prinzip nein, aber er möchte die Schlaftabletten nicht aufwecken.
  • Ist es wahr, dass Erdogan gern seine Erfahrungen weitergibt? – Im Prinzip ja, aber er machte sie im Knast.
  • Ist es wahr, dass man Erdogan trauen kann? – Im Prinzip ja, aber nur eine Revolverlänge weit, und nur, wenn er genau vor der Mündung steht.

Die unmenschliche Abteilung:

  • Ist es wahr, dass Erdogan 3786 Gefangene in seinem Folterkeller hat? – Im Prinzip ja, aber es sind 3786 und ein paar Zerquetschte.
  • Stimmt es dass Erdogan sein Beileid zu der Terror-Explossion in Kurdistan ausgesprochen hat? – Im Prinzip ja, sogar schon vorher.
  • Stimmt es, dass Erdogan ein Schurke ist? – Im Prinzip nein, außer bei Kurden, Journalisten, Oppositionellen, Andersdenkenden, Homosexuellen, Atheisten, Christen, Hindus, Buddhisten oder Frauen.

Tja, Erdogan geleitet die Türkei auf den Weg in die Banenenrepublik – zynische Stimme dazu: Wird Zeit für den Türkei-Beitritt in EU und Eurozone …

 

Zusammengestöpselt von Wilfried Müller

(Aus aktuellem Anlass wurde dieser Artikel am 10.10.18 überarbeitet und ergänzt; er erschien zuerst am 24.5.18.)

Links zu mehr Erdogan-Schmäh und weiteren Humor-Artikeln:




Griechische Finanzwunder


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Was passiert, wenn wohlmeinende Nachbarländer einem bankrotten Staat ganz viel Geld geben? Nun, er macht ein Fass auf, und es ist ein Fass ohne Boden (Bild: Capri23auto & Astryd_MAD, pixabay).

Und dann verlangt er noch mehr Geld.

In Zahlen gefasst sind es 350 Mrd. Euros, die schon im Fass drin sind, und es sollen weitere 280 Mrd. Euros nachfolgen. Besagtes Land hat auch einen Namen, Griechenland. Die Griechenland-Story ist wegen der Italien-Story ein wenig aus dem Fokus geraten, aber sie hat alles, um die Euro-Politik zu beglücken und ihre Kritiker auf die Palme zu treiben. Die Rede ist von Rettungen und Reparationen und Restglaubwürdigkeit. Dreimal darf man raten, welche von den drei Positionen abnimmt, und welche beiden anderen ausufern?

Jeder weiß oder meint zu wissen, dass von dem vielen griechischen Geld kaum was in Griechenland ankam. Das Geld wurde unter dem Label Griechenlandrettung lockergemacht, um dann flugs an Hellas vorbei kanalisiert zu werden, direkt in die Banken hinein. Bei der authentischen Griechenland-Story muss das Fass-Aufmachen deshalb ein wenig zurechtgerückt werden. Nicht ganz von Griechenland weg, nur zeitlich zurück. Im Einzelnen:

Im Jahr 1974 war noch alles in Ordnung, beim Fall der Junta hatte Griechenland eine Verschuldung von 29% BIP (Bruttoinlandsprodukt). Danach wechselten sich demokratisch gewählte Regierungen der Nea Dimokratia und der Pasok ab und stockten die Verschuldung auf. Mit einigen Unterbrechungen trieben sie den Wert über die 100%-Grenze – das Fass war auf.

Verlockung

Dessenungeachtet erschwindelte sich das Land den Euro-Beitritt (2001, 1.). Dadurch durfte es an einem Dreh teilnehmen, der mit dem offenen Fass gut beschrieben ist. In ihrer anfänglichen Naivität fielen die Finanzmärkte nämlich auf die Naivität der Euro-Politik rein: Alle Euro-Staaten bilden dasselbe Risiko, alle zahlen dieselben Zinsen. So lautete das Credo.

Speziell für die Griechen war das eine große Verlockung. Sie waren hohe Geldentwertung gewohnt, und wo sie nun Kredite für 3% kriegten statt 13%, war das praktisch ein Geschenk von 10%. Entsprechend wurde gepumpt, und das Geld wurde nicht nachhaltig angelegt. Bezeichnend für die Vergeudung ist der Wahlkampf 2009, den der spätere Premier Georgios Papandreou mit dem Slogan führte "Geld ist vorhanden."

Damit meinte er, Geld konnte zu den günstigen Zinssätzen der Euro-Zone unbegrenzt beschafft werden. Allein für 2009 betrug das griechische Haushaltsdefizit denn auch 15%. 2011 war das Land zahlungsunfähig.

Die Märtkte hatten endlich gemerkt: Die Griechen zahlen zwar die gleichen Zinsen wie die soliden Staaten, dessenungeachtet wirtschaften sie noch so unsolide wie zuvor. Nein, noch unsolider, denn zuvor wurden sie durch ihre hohen Kreditzinsen etwas diszipliniert. Sobald sie für ihre vielen Schulden wieder echte Marktzinsen zahlen mussten, waren die Griechen praktisch pleite. Das Land hatte sich soviel Geld gepumpt, dass es nun noch mehr Kredite aufnehmen musste, bloß um die Zinsen zu bezahlen.

Zahlungsunfähigkeit

Die Finanzmärkte hatten sich von der Naivität befreit – die Euro-Politik nicht. Sie begann mit ihren Manipulationen gegen die griechische Zahlungsunfähigkeit, Rettung genannt. Zwei Rettungsschirme wurden aufgespannt, um die griechischen Staatsanleihen aufzukaufen, welche die Märkte nicht mehr haben wollten (höchstens zu Wucherzinsen). Bei den Rettungsschirmen wurden die Zinsen fast ganz gestrichen, und die Tilgung wurde auf zig Jahre hinaus verschoben. Das reichte aber immer noch nicht, und dafür waren vor allem drei Faktoren maßgeblich:

  • In einer regulären Ökonomie muss Kreditwürdigkeit erworben werden, durch solides Wirtschaften und durch Substanz, die mit den Krediten aufgebaut wird, so dass die Kredite am Ende zurückgezahlt werden können. Sonst ist das Land überschuldet, wie es in Griechenland der Fall war. Man hatte das Fass aufgemacht und das Geld vergeudet – ein Fass ohne Boden.
  • Die Einführung des Euros machte Griechenland international konkurrenzunfähig, denn das Land konnte nicht mehr abwerten wie sonst immer. Dadurch war die Wirtschaft mehr oder weniger zusammengebrochen.
  • Regulär verlangt die Ökonomie bei Überschuldung und Konkurrenzunfähigkeit, d.h. bei Zahlungsunfähigkeit, einen Konkurs mit einer Restrukturierung. Wenn ein Staat das leistet, kann er anschließend Aufbaukredite zu günstigen Zinsen bekommen und bald wieder florieren. Die Disziplinierung durch Kreditzinsen wurde in der Eurozone aber abgeschafft.

Italienisches Zwischenspiel

In der Euro-Politik können dieselben Fehler problemlos öfters gemacht werden, sie werden allenfalls ein wenig variiert. So wurde dasselbe für Italien eingerichtet, die gleiche Verlockung auf andere Weise – und Italien wurde auch drangekriegt mit dem bodenlosen Fass. Ein paar Jahre, nachdem es in Griechenland schiefgegangen war, wurde die Verlockung der billigen Kredite noch mehr gesteigert, bis Italien der Versuchung erlag.

Italien (und den anderen solventen Euro-Staaten) wurden die Kredite geradezu nachgeschmissen, z.T. sogar mit Negatizins. D.h. es gab eine Belohnung fürs Schuldenmachen (von der EZB durch die QE-Maßnahmen). Dass die notorisch unsolide italienische Finanzpolitik dem nicht widerstehen konnte, war abzusehen. Es verwundert eher, dass andere Eurozonen-Mitglieder nicht genauso mitmachten. Wieder wurden Schulden aufgetürmt und das Geld vergeudet.

Aber der italienische Crash kommt erst noch. Daran arbeitet die EZB derzeit, indem sie der missliebigen neuen italienischen Regierung droht, den Geldhahn zuzumachen. Jahrelang konnte die EZB Italien nicht genug Geld hinten reinschieben, bis sie den Großteil der italienischen Staatsanleihen aufgekauft hatte. Aber jetzt, wo eine unbotmäßige, eurokritische Regierung an die Macht gekommen ist, soll sie diszipliniert werden. Die Botschaft ist: Wir bestimmen, wie ihr regiert. Wir haben schließlich eure Schuldscheine in der Hand, und ihr habt zu kuschen. Wehe, wenn ihr wider den Stachel löckt und weiter versucht, euch aus den Zahlungsverpflichtungen rauszuwinden.

Griechenland

Das täten die Griechen auch gern, aber das Land hat weniger Macht als Italien. Es hat wenig Chancen, die Euro-Politik in einen Zahlungsverzicht zu drängen oder sich sonstwie herauszulavieren. Daher die Idee mit den 280 Mrd. Reparationsforderungen (2.) …

Erstmal ist noch die Rede von den 350 Mrd. Rettungskrediten (Rettungsschirme EFSF und ESM (3.) plus nicht öffentlich gemachte Kredite der EZB). Dabei geht es nicht bloß um Zinsdumping (durchschnittlich ca. 1% statt zweistellig, 4.). Es geht auch nicht nur darum, dass die öffentlichen Euro-Kassen das Kreditrisiko übernahmen, nachdem die Banken Zinsen dafür kassiert hatten. Als das Geld von den Rettungsschirmen via Griechenland in die Banken floss, war das Kreditrisiko vielmehr so gut wie eingetreten:

Die Rettungsschirme haben den Banken die Kredite zurückgezahlt, die Griechenland nicht bezahlen kann, und sie haben Griechenland dafür neue Kredite gegeben, die Griechenland nicht bezahlen kann – darum geht es.

Und es geht darum, dass immer noch so getan wird, als würde Griechenland die Kredite dermaleinst zurückzahlen. Vor kurzem wurde sogar noch gefeiert, dass die Griechenland-Krise vorbei wäre. Die griechischen Banken bestanden den Stresstest – aber der ist bloß ein "PR-Instrument der EZB". Bald die Hälfte der Bankgeschäfte ist doch inzwischen in den unregulierten Schattenbereich ausgelagert – und da wird nicht getestet. Der riskante Handel mit hochspekulativen Derivaten ist der Kontrolle entzogen und taucht in den Bilanzen der Geldhäuser gar nicht mehr auf.

Willkür

Und es hieß, die Politik würde aus dem Euro-Rettungsschirm entlassen (5., 6.) – wie denn wohl? Denn die Restrukturierung klappt ja nicht (7.). Wenn nicht der Druck vom Konkurs dahinter steht, wird platterdings nicht ernsthaft reformiert. Das hat die endlose Geschichte der griechischen Rettungsgelder-Bewilligung Tranche für Tranche klargemacht.

Alles wurde dem Diktat der politischen Willkür unterworfen, und es rächt sich, wenn Rechtstreue und Verantwortlichkeit immer wieder durch politische Willkür ausgehebelt werden. Politischer Druck ist ja Verhandlungssache, und je nachdem wie die politische Willkür ausfällt, werden die einen oder die anderen bevorzugt. Das ist praktisch die ultimative Aufforderung Kuhhandel – zur Ausnutzung aller Erpressungspotentiale.

So ist das zu verstehen, wenn Griechenland nun 280 Mrd. Reparationsforderungen entdeckt (2..) oder sich bad bank-Mogeleien überlegt (8..) statt die ausstehenden Steuern einzusammeln (9.), und dass Italien sich windige Ausreden einfallen lässt, um sich die EZB-Kredite irgendwie vom Hals zu schaffen.

Ganz vorn im Geschehen sind die demokratisch nicht legitimierten Bürokraten von EU und EZB. Die haben Griechenland (und Italien) angefixt und süchtig gemacht, und jetzt schwingen sie die Knute (bildhaft gesprochen). Das Ganze ist überaus unredlich und unseriös. Mit dem Wort Voodoo-Ökonomie ist es gut beschrieben. Nur wer an Wunder glaubt, kann da einen Ausweg sehen.

Nun, für das Wunder werden die deutschen Finanzen herhalten müssen. Man hat die deutschen Dummerchen auch schon angefixt, indem man ihnen 2-3 Mrd. Minimalzinsen aufs Konto schob (10.). So doof kann eigentlich kaum jemand sein, dass er sich von Zinsen blenden lässt und die Tilgung ganz vergisst? O doch, das ist das Grundkonzept von Ponzi schemes (Schneeballsystemen).

 

Medien-Links:

  1. Andreas Georgiou – Griechischer Chefstatistiker verurteilt – wegen Ehrlichkeit (Süddeutsche Zeitung 11.6.): Mit einem groß angelegten Netz von Intrigen und einer Verschwörungstheorie wurde Andreas Georgiou zum Landesverräter und Spion im Auftrag der international agierenden, neoliberal ausgerichteten bösen Mächte gemacht.
  2. Entschädigung für NS-Verbrechen – Griechenland will 280 Milliarden Euro von Deutschland eintreiben (Spiegel Online 6.10.): Solange Griechenland am EU-Tropf hing, vermied es Premier Tsipras, Reparationen für die NS-Kriegsverbrechen zu verlangen. Doch nun, nach Ende des letzten Rettungspakets, will Athen handeln.
  3. Bisherige Euro-Rettungspakete So viel Geld floss nach Griechenland (Tagesschau 5.7.). Rettungspaket I+II+III für Griechenland (2015-2018).
  4. Varoufakis Blasts Europe's Remarkable Ability To Remain In Denial (Zero Hedge 14.7.): The Greek state has thus been offered easy repayments until 2033 in exchange for continuing harsh austerity ad infinitum; impossible annual debt repayments from 2033 to 2060; and a debt-to-national income ratio above 230% by 2060 if the next global recession puts the plan’s over-ambitious growth targets out of reach, as it surely will. Any objective assessment of the Eurogroup’s recent deal on Greek public debt would conclude that it condemns Greece to permanent debt bondage.
  5. Griechenland: Alexis Tsipras will wirtschaftliche "Wiedergeburt" (Zeit Online 9.9., 210 Kommentare): Griechenland hat den Euro-Rettungsschirm verlassen.
  6. Greece Economic Crisis Declared Over: It Isn't (MishTalk 22.6.): Mainstream media is all aglow over the alleged end of the Greek economic crisis. Mainstream media is wrong.
  7. Nach zehn Jahren Ausplünderung ist Griechenland ruiniert. Aufschwung ist nicht in Sicht (junge Welt 4.8.): Im August soll nun das sogenannte Hilfsprogramm – in Wirklichkeit ein Ausplünderungsakt sondergleichen – auslaufen, die Griechen sollen sich wieder »selbst« mit Krediten versorgen können. Zu welchen Konditionen das geschehen soll, ist bisher nicht klar, den Auguren der globalen Finanzwirtschaft gilt das schöne Land inmitten der blauen Ägäis immer noch als Ramschladen.
  8. Greece Planning Bad Debt Bailout For Its Banks After Market Crash (Zero Hedge 14.7.): While the details are still being worked out, an asset protection plan would see lenders unload some bad loans into special purpose vehicles, taking them off banks’ balance sheets. The SPVs would issue bonds, some guaranteed by the state, and sell them to investors, the people said, asking not to be named as the information isn’t public.
  9. How much? Greek state owed huge amount of uncollected taxes (AP 26.9.): Data from the Independent Authority for Public Revenue show tax arrears totaled 182.5 billion euros ($214 billion) on Aug. 10, according to a note sent from the agency to parliament last week and seen by The Associated Press Wednesday.
  10. Germany Has Made Over 3 Billion Profit From Greece's Crisis Since 2010 (Zero Hedge 22.6.): As the Federal Government announced, the Bundesbank achieved by 2017 about 3.4 billion euros in interest gains from the SMP purchases. In 2013, approximately 527 million euros were transferred back to Greece and around 387 million to the ESM in 2014. Therefore, the overall profit is 2.5 billion euros.

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Splendid Integration


girl-982119_1280Zu unserer kulturellen Aufpeppung gehört u.v.a. der Miri-Clan. Der entstand laut wiki in den 1980er Jahren, als die Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon nach Deutschland gekommen waren. Sie waren hauptsächlich in den 1940er Jahren aus dem kurdischen Südostanatolien in den Libanon emigriert (1.).

Dort lebten die sogenannten Mahallamis in Ghettos, bis sie mit dem Beginn des Libanon-Kriegs ab 1975 nach Deutschland auswanderten (das Bild von geralt, pixabay, zeigt kein Clanmitglied).

Eine klare Identität hatten sie nicht, es ist laut wiki umstritten, ob es sich bei den Mhallami um Araber, Aramäer oder Kurden handelt. Fest steht nur, dass viele von ihnen nach Holland, Dänemark, Schweden flüchteten und vor allem nach Deutschland, wo sie sich als Geduldete oder Asylbewerber niederließen. Die Gesamtzahl wird auf 100.000 bis 200.000 geschätzt (2.).

Hauptsächlich leben sie in Berlin, Bremen und Essen, wo sie Clans bilden, außer den Miris die Al-Zeins, die Remmos, die (palästinensischen) Abou-Chakers, die Omeirats und ein Dutzend andere. Ein Teil von ihnen ist kriminell, und durch den bilden sie eine Macht in der dortigen Unterwelt. Seit den 1980er Jahren ist ihr Geschäft Schutzgelderpressung und Drogenhandel, dazu kommen Betrug, Menschenhandel, Geldwäsche, Raub und Mord (3.,4.).

Wie konnten diese Clans so groß werden? Sie treiben seit Jahrzehnten ihr Unwesen; wieso wird erst jetzt verstärkt ermittelt? Das sind die Fragen, die immer wieder gestellt werden, und es gibt keine einleuchtende Antwort dazu.

Inzwischen haben viele Clanmitglieder die deutsche Staatsbürgerschaft, andere sind staatenlos, und die meisten akzeptieren unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung mitsamt dem Rechtsstaat nicht – bei ihnen gilt das Recht des Stärkeren (1.). Wenn die kriminellen Clanmitglieder zu Straftätern werden, kann man sie nicht einfach abschieben. Mit deutscher Staatsbürgerschaft geht das nicht, und Staatenlose nimmt keiner. 

Krimineller Druck

Dabei ist der kriminelle Druck enorm. Die Territorien sind abgesteckt, in manchen Berliner Straßen kommen zwei Polizisten mit einem Streifenwagen nicht durch. Wenn sie vor einem Lokal ein Fahrzeug überprüfen, können sie schnell von 40, 50 Leuten umringt werden (1.).

Laut einem Cicero-Artikel produzieren diese Clans seit den 1990er Jahren die höchste Kriminalitätsrate in Deutschland. Statt sich zu integrieren, bauen sie ihre Großfamilien auf (5.). Die Politik hat darauf nicht reagiert, sie hat ignoriert, wie die Clansleute vor 1989 über die DDR einreisten, wie sie im Jahr 1989/90 über die nicht vorhandene Grenze kamen (allein in dem Jahr kamen 20.000 Menschen aus dem Libanon).

In manchen Fällen sind Ende der 1990er Jahre ganze Dörfer nach Deutschland geflohen (2.), und jetzt leben allein in Berlin circa 140.000 Araber (5.). Viele Tausend davon gehören zu den kriminellen Clans. Trotzdem erlaubt die Politik noch nicht mal, das Problem richtig zu benennen. In Berlin darf die Polizei immer noch nicht von Clan-Kriminalität sprechen, sondern nur von Organisierter Kriminalität.

Wertekonflikt

Hier geht es um mehr als nur kriminelles Verhalten. Es geht um Ablehnung unserer westlichen Werte. Die Araber haben Wertevorstellungen, die laut Cicero ständig mit den Werten unserer Gesellschaft kollidierten. Sie wollten ihre eigene Kultur wiederherstellen und dächten gar nicht an Integration. Wo nun ihr Aufenthalt vielfach legalisiert wurde, haben sie sich längst am Rande der Gesellschaft eingerichtet. Sie haben erkannt, wie man sich dieser Gesellschaft bedienen kann – sie haben die deutsche Gesellschaft als Beute erkoren (5.).

Das wird seit bald 50 Jahren kritisiert. Vor gut 15 Jahren trat sogar ein BKA-Präsident an die Öffentlichleit und warnte vor den Machenschaften der libanesichen Clans. Genutzt hat es nichts; die Kritiker stehen stärker unter Beschuss als die Clansleute. Wer sich kritisch äußerte, wurde als Rechtsradikaler diffamiert. Erst jetzt ist das Tabu gebrochen (5.,6.). Gegen die Clans wird mit neuem Elan polizeilich vorgegangen. Medial auch, und nun "kommt jeden Tag ein neuer Trittbrettfahrer auf die Bühne" – Politiker, die es zig Jahre verpennt haben, wollen nun ganz vorne stehen.

Sie haben Deutschland zu dem Land gemacht, in dem Kriminelle aus der halben Welt gut und gerne leben. Nicht nur hier – mit dem hier "verdienten" Geld werden ganze Dörfer im Ausland mitversorgt (2.). Deutschland ist dasjenige Land, wo man mit kriminellem Background oder Dauersozialhilfe eingebürgert wird (Leserkommentare zu 5.). Die "nichtdiskriminierende" Einbürgerung von Kriminellen und Dauersozialfällen war sogar Koalitionskriterium für die Berliner Grünen 1998.

Ausblick

In der Folge haben sich libanesische, kurdische und türkische Clans ausgebreitet. Dazu kommen tschetschenische, und es könnte bald auch syrische geben (diese Landsmannschaft ist besonders stark vertreten), und auch marokkanische und algerische (unter denen sind laut PKS besonders viel Kriminelle).

Nun, wenn das geschieht und die Polizei nicht hinterherkommt, dann kann sie auf libanesische Security-Firmen zurückgreifen, die von den Clans gegründet wurden … An Personal wird es nicht mangeln, denn allein in der Beiruter deutschen Botschaft liegen 30.000 Anträge auf Familienzusammenführung vor. Außerdem rekrutieren die Clans gern minderjährige Flüchtlinge von sonstwo, um sich zu vergrößern (1.).

Wie der Gesetzgeber die Polizei im Stich lässt, wird in einem weiteren Artikel beschrieben (7.). Dort steht auch ein vernünftiger Ansatz für die Lösung des Geldproblems: die Umkehrung der Beweislast. Es wird ein Geldwäschegesetz gebraucht, bei dem die Sozialhilfeempfänger nachweisen müssen, woher die Geldstapel in ihren Wohungen und auf ihren Konten kommen.

Wenn man Clan-Kriminalität als Clan-Kriminalität benennen würde, wäre das eine erste Stufe im Kampf dagegen. Die zweite wäre, den Schwerstintegrierbaren durch ein Geldwäschegesetz das Geschäftsmodell zu verhageln. Die Integrationsverdrossenheit der Allgemeinheit würde sich schließlich begrenzen lassen, wenn der Kontrollverlust bewältigt würde. Also die verlorenen Gebiete von den Parallelgesellschaften zurückerobern.

Aber daran ist bei der gegnwärtigen Besetzung unserer illustren Großpolitikerriege wohl kaum zu denken.

 

Medien-Links:

  1. Al-Zein, Abou Chaker, Remmos: Die Macht arabischer Clans in Berlin (web.de 22.12.17): Die Berliner Polizei erklärt auf Nachfrage: "Es obliegt der Polizei Berlin nicht, Familienstrukturen zu erforschen oder statistisch zu erfassen. Darüber hinaus findet der Begriff 'Clan' in der Polizei Berlin keine Verwendung." Von Tatverdächtigen und Organisierter Kriminalität ist die Rede, aber von Clans oder gar sogenannten Großfamilien nicht.
  2. Recherche in der Türkei "Das ganze Dorf lebt vom Geld aus Deutschland" (Morgenpost 2.8.18): Fehler in der Integrationspolitik haben den Zusammenhalt der Clans gestärkt. … In manchen Fällen fliehen Ende der Neunziger ganze Dörfer nach Deutschland, ganze Familien. Laut Artikel haben manche von ihnen mehrere Hundert Mitglieder; viele von ihnen sind Kurden oder Palästinenser. Die meisten haben dem Bericht nach keine Pässe mehr, andere schmeißen ihre türkischen Ausweise weg, um ihre Chance auf Asyl zu erhöhen.
  3. Arabische Großfamilien in Deutschland (Kontraste 2.8.): Ob Dortmund, Essen, Bremen oder Berlin: Mittlerweile sind die Clanstrukturen in vielen deutschen Großstädten so verfestigt, dass das Bundeskriminalamt gestern einräumen musste: Die Bedrohung durch organisierte Kriminalität in Deutschland ist hoch.
  4. Ehrenwerte Familien: Libanesische Clans in Deutschland (Focus Online 24.4.17): Nach den Schätzungen der Ermittler sollen allein in Berlin 12 – 17 Clans mit mehreren Tausend Angehörigen leben. Mitglieder aus acht bis zehn dieser Clans sollen kriminell in Erscheinung treten. Sie heißen Al-Zein, Remmo, Omeirat, Miri oder Abou-Chaker, Letztere sind Palästinenser.
  5. „Die Clans betrachten die Gesellschaft als Beutegesellschaft“ (Cicero 5.10.): Der Autor Ralph Ghadban kennt die arabischen Clans in Berlin aus seiner Tätigkeit als Sozialarbeiter in den achtziger Jahren. Jetzt hat er ein Buch über sie geschrieben. Darin wirft er der Politik vor, sie habe die Herrschaft der Clans erst ermöglicht
  6. Deutlich mehr Verfahren gegen Familienclans (Zeit Online 5.8., 530 Kommentare): Die Polizei ermittelt häufiger gegen türkische und arabische Familienclans. Besonders groß ist das Problem in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen.
  7. Politik – Kriminalität –  Berlins Unterwelt ist verloren an die arabischen Clans (Welt 10.4.16): Wie der Gesetzgeber die Polizei im Stich lässt, wird in dem Artikel beschrieben. "Finden wir beispielsweise in der Wohnung eines Beschuldigten 150.000 Euro, obwohl er als Hartz-IV-Empfänger ein Legaleinkommen von weniger als 1000 Euro hat, müssen wir ihm nachweisen, dass die Summen aus kriminellen Geschäften stammen. Wir brauchen die Beweislastumkehr, es müsste genau andersherum laufen."
 
 

Links von wissenbloggt:




® Radio Vatikan neu


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Bei wissenbloggt wurde aus Radio Eriwan das lustige Radio Erdogan. Nun ist es Zeit für Radio Vatikan neu. Das neu trägt der Tatsache Rechnung, dass es schon ein altehrwürdiges Radio Vatikan gibt. Aber der katholische Sender ist nicht gemeint, sondern eine Neuauflage von "Im Prinzip ja, aber …" (Bild: Barni1, pixabay).

Natürlich ist vieles an der Religion mit unfreiwilliger Komik behaftet. Wer nicht auf die sakralen Elemente eingestimmt ist, für den ist das Religiöse profan und oft auch lächerlich. Man muss es nicht so verbissen sehen – das war die ursprüngliche Aussage dieses ketzerischen Textes.

Jetzt in der Neuauflage stellt sich die Frage, ob die humoristische Aufbereitung überhaupt noch angemessen ist, angesichts von Missbrauchsskandalen quer durch die katholische Kirche, bis hin zu Anschuldigungen an den Papst persönlich.

Es ist dann eben Sarkasmus, Zynismus und schwarzer Humor. Wohlan.

Zur Kekswerdung Christi (Oblate) und zu weiteren Interna:

  • Stimmt es, dass sich der Vatikan mit einem Unterhändler von Coca-Cola einigte, der viel Geld dafür anbot, dass es in Zukunft heißt: "Unser täglich Coke gib uns heute!" – Im Prinzip nein. Der Vertrag mit der Bäckerinnung läuft noch.
  • Bestrafte Gott den Oberrabbiner, als der am höchsten Feiertag verbotenerweise Golf spielte? – Im Prinzip nein. Aber er ließ ihn ein Hole-in-one schaffen – und wem erzählt er das nun?
  • Ist es wahr, dass der Papst und der israelische Präsi im Golf ausgespielt haben, welcher Glaube besser ist? – Im Prinzip ja. Aber der Papst ernannte den Golfprofi Bubba Watson zum Kardinal, damit er an seiner Stelle spielte. Er verlor trotzdem – gegen Rabbi Tiger Woods.
  • Trifft es zu, dass die Kirche arm ist? – Im Prinzip ja. Denn selig sind, die geistig arm sind.
  • Hat der Papst die beiden Kaffeepäckchen verzollt, die er hinter der Grenze kaufte? – Im Prinzip ja. Er trug eins unter jedem Arm, und als ihn der Zöllner fragte, ob er was eingekauft hätte, sagte er: "Ja, mein Sohn, zwei Pfund Kaffee. Aber ich habe sie unter den Armen verteilt."
  • Ist es wahr, dass der Papst zu Lebzeiten sehr beliebt war? – Im Prinzip ja. Aber bei seiner Beerdigung hat kaum jemand geklatscht.
  • Stimmt es, dass es keinen Unterschied zwischen Gott und Oberlehrern gibt? – Im Prinzip ja. Gott weiß alles, und Oberlehrer wissen alles besser.

Am Beginn war's auch anders als gedacht:

  • Ist es wahr, dass Gott an Adam und Eva verschiedene Fähigkeiten verteilte? – Im Prinzip ja. Adam bekam das Hirn, und dann sagte Gott: "So, Hirn ist alle, jetzt gibt's Titten!"
  • Ist es wahr, dass Gott an Adam und Eva verschiedene Fähigkeiten verteilte? – Im Prinzip ja. Adam bekam die Fähigkeit, im Stehen zu pinkeln, und für Eva blieb nur das Gehirn übrig.
  • Hat Gott Adam zuerst geschaffen? – Im Prinzip nein. Aber es gibt eine göttliche Abrede mit Eva: "Du wirst Adam im Glauben lassen müssen, dass ich ihn zuerst geschaffen hätte, sonst ist er gekränkt. Denk dran, Eva, das ist unser beider kleines Geheimnis. Du weißt schon, so von Frau zu Frau."
  • Ist es wahr, dass die Menschheit mit Adam und Eva losging? – Im Prinzip ja. Aber keiner weiß, wie sich ihre Kinder Kain und Abel vermehrt haben.
  • Stimmt es, dass es hell wurde, als Gott sprach: "Es werde Licht!" – Im Prinzip ja. Aber Godzilla antwortete: "Sag bitte!"

Zwischendurch eine originale Frage an Radio Eriwan: Darf der liebe Gott Parteimitglied werden? – Im Prinzip ja. Aber zuerst müsste er aus der Kirche austreten.

Und einige gemischte Beiträge:

  • War die arme Frau dankbar, die an Gott schrieb, dass sie dringend 200 Euro brauchte? – Im Prinzip ja. Aber weil der Brief im Finanzamt landete, sammelten sie dort, und sie bekamen nur 100 Euro zusammen. Darauf dankte die Frau Gott, aber sie sagte: "Wenn du mir wieder mal Geld schickst, lieber Gott, dann lass es nicht über das Finanzamt laufen! Sie haben mir nämlich schon wieder die Hälfte abgezogen!"
  • Trifft es zu, dass Gott seiner Bischofin gleich zwei Neujahrswünsche erfüllte? – Im Prinzip ja. Aber er machte ihre Taille fetter und das Bankkonto schlanker.
  • Stimmt es, dass auch die Dicksten in den Himmel kommen? – Im Prinzip ja. Aber nur, wenn sie durchs Ozonloch passen.
  • Werden die katholischen Priester es noch erleben, dass sie heiraten dürfen? – Im Prinzip nein. Aber ihre Kinder.
  • Stimmt es, dass Gott gesagt hat, einen perfekten Mann findet man an jeder Ecke? – Im Prinzip ja. Aber dann machte er die Erde rund.
  • Ist es wahr, dass der Verstorbene eingeäschert wurde? – Im Prinzip nein. Es war ein Grüner, er wurde kompostiert.
  • Stimmt es, dass der Papst von seinem ersten Saunabesuch so begeistert war, dass er auch am nächsten Tag reinwollte, wo gemischte Sauna war? – Im Prinzip ja. Die paar Protestanten stören ihn ja nicht.
  • Trägt sich der Papst wirklich mit Selbstmordgedanken? – Im Prinzip nein. Aber das ist für ihn die einzige Möglichkeit, sich beruflich zu verbessern.

Höllische Aussichten:

  • Stimmt es, dass der Himmel jeden Rechtsstreit mit der Hölle verliert? – Im Prinzip nein. Aber sie können da oben keinen Rechtsanwalt finden.
  • Stimmt es, dass Bill Gates vom Himmel enttäuscht wird? – Im Prinzip nein. Denn er wählt die Hölle, als man ihm dort Sonne, Strand und hübsche Mädchen vorführt, während er im Himmel nur Wolken sieht. Doch hinterher findet er sich in einem glühenden Pestloch hängend – das andere war nur die Demoversion.
  • Ist es wahr, dass der junge Mann am Himmelstor aufgehalten wurde? – Im Prinzip ja. Aber Petrus ließ ihn durch, weil er eine gute Tat berichten konnte. Er hatte eingegriffen, als ein Rocker eine alte Dame belästigte; er hatte den Rocker beschimpft und angespuckt. "Und wann war das?" fragt Petrus. "Vor drei, vier Minuten."
  • Ist es wahr, dass der Stahlfabrikant in die Hölle kam? Im Prinzip ja. Aber der Teufel beschwert sich über ihn: "Was für einen Typen habt ihr mir denn da geschickt? Der hat schon fünf Öfen stillgelegt, 1000 Leute entlassen, und der Rest der Belegschaft streikt!"

 

Zusammenklabüsert von Wilfried Müller

(Aus aktuellem Anlass wurde dieser Artikel am 10.10.18 überarbeitet; er erschien zuerst am 1.7.16.)

Links zu mehr Radio-Schmäh und weiteren Humor-Artikeln:




Papst: Rock hoch oder Hose runter!


zipjeans-3129029_1280Der unsägliche Missbrauchsskandal der katholischen Kirche ist eigentlich medial durch. Aber der Papst wird inzwischen persönlich der Vertuschung beschuldigt und zum Rücktritt aufgefordert.

Der das tut, ist der italienische Erzbischof Carlo Maria Viganò (Bild: MabelAmber, pixabay).

Was haben nun die Bilder mit dem Zip damit zu tun? Tja, der Papst muss die Hose runterlassen, und damit er sieht, wie das geht, spendiert wissenbloggt ein paar Bilder (der Pfeil ist immer vonzip-1686633_1280 geralt, pixabay).

Die Bilder demonstrieren leicht fasslich den Vorgang des Hosenrunterstreifens, wie er auch für notorische Rockträger verständlich sein sollte. Anhand der Bilder kann der Papst zumindest theoretisch erfassen, wie man so ein Ding namens Hose runterlässt (Bild: Uki_71, pixabay).

Gemeint ist es natürlich im übertragenen Sinn – hier werden echte Ansprüche an die geneigten wissenbloggt-Leser gestellt. Sie müssen nicht nur den Übergang vom Papstrock zur Jeazipper-3683251_1280ns bewältigen, sondern obendrein die Jeans als Versinnbildlichung akzeptieren. Denn Hose runter, das heißt mit anderen Worten, die nackten Tatsachen zeigen (Bild: Engin_Akyurt, pixabay).

Und darauf kommt es an. Der Bischof sagt, er habe den Papst sczipper-574008_1280hon 2013 über Missbrauchsfälle informiert, und der Papst habe nicht darauf reagiert (1.,2.). Das Nicht-Reagieren ist selbstverständlich katholische Tradition, aber es wird schließlich Zeit, dass das aufhört (Bild: Fotocitizen, pixabay). Einen entsprechenden Artikel hat wissenbloggt schon geliefert (wb-Link Christentum). Die zugehörige Konsequenz auch schon (wb-Link Reli finisher).zip-390043_1280
Na dann. Keiner wird erwarten, dass der Papst der Religion abschwört. Er wird nicht mal Jeans tragen (Bild: PDPics, pixabay) und seinen Rock allerhöchstens ganz dezent lüften.

Aber der Mief dürfte gewaltig sein, wo er doch schon unter den Plünnen vom vorigen Papst müffelte, der auch großer Vertuscher vor dem Herrn war.

Medien-Links:

  1. Pope Francis: Divisive Devil Responsible For Catholic Pedophile Epidemic (Zero Hedge 9.10.): Archbishop Carlo Maria Viganò: "Pope Francis has repeatedly asked for total transparency in the Church. He must honestly state when he first learned about the crimes committed by McCarrick, who abused his authority with seminarians and priests. In any case, the Pope learned about it from me on June 23, 2013 and continued to cover him."
  2. In "Historic Bombshell", Vatican Official Accuses Pope Francis Of Covering Up Sexual Abuse, Calls For Resignation (Zero Hedge 26.8.): Vigano said that he told Pope Francis in 2013 about allegations of sexual abuse against a prominent priest — and that Francis took no action. Now, the former official, Archbishop Carlo Maria Vigano, 77, is calling for Francis to step down.

Links von wissenbloggt:




„Doom porn“: Neue Spekulationen & mehr Hype ums Klima


climate-change-2063240_1280Gerade wird der Klima-Hype nochmal nachgeschärft (Bild: Tumisu, pixabay) – Pech nur, dass gerade Erdbeben, Tsunamis und  Vulkanausbrüche die Schagzeilen innehaben. Auch dieselt die Diesel-Debatte immer wieder nach.

Doch das ist eine eigene Diskussion. Wie bei der Klima-Debatte ist eigentlich schon alles gesagt (wb-Link doom porn). Aber wenn die UN-Klimatologen vom IPCC nachlegen (1.,2.,3.), kann wissenbloggt auch noch ein paar Takte Klima durchdeklinieren. Das muss ja nicht so weit gehen wie bei der Klimaschutz-Schwindel-Fraktion (4.). Es reicht, die Zeit-Artikel und ihre Leserkommentare anzuschauen (5.,6.), um sich mit Argumenten zu versehen.

In der Zeit-Interpretation sind fürs Klima "schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen" erforderlich (5.). Das schreiben 91 Autoren aus 40 Ländern in ihrem 400-Seiten-Bericht, gemünzt auf politische Entscheidungsträger. Damit ziehen sie die Druckschraube nochmal an, denn beim Pariser Abkommen waren viele Experten noch vom 2-Grad-Limit ausgegangen. Da hieß es noch, eine Erwärmung bis zu zwei Grad plus würde weitgehend kontrollierbare Folgen haben, also Limit 2 °C. Der neue Bericht der Klimaforscher prognosziert aber einen exponentiellen Anstieg der Risiken schon ab 1,5 °C und nicht erst über 2,0 °C.

Falls die Erde 1,5 Grad wärmer wird als zu vorindustriellen Zeiten, heißt es, werden Naturkatastrophen, Hunger und Kriege dramatisch zunehmen (6.). Die Süddeutsche Zeitung meldete schon vorher eine ähnliche Erkenntnis aus der Konfliktforschung: Auf Extremwetter folgen vielfach Gewaltausbrüche. Wenn also der Kampf gegen die Erderwärmung gelänge, würde sich als Zusatzeffekt wohl Frieden ausbreiten (7.).

Demnach könnten (klimatische) Extremereignisse die bestehende Ungerechtigkeit der Gesellschaft akut zuspitzen, bis Menschen zur Waffe greifen. Oder solch ein Ereignis könnte überhaupt erst wegen der desolaten Verhältnisse zur Katastrophe werden, und Klimawandel macht Extremereignisse häufiger und heftiger. Das betreffe speziell diverse afrikanische, asiatische und südamerikanische Staaten, z.B. Nigeria, Eritrea, Angola, Iran, Indonesien, Ecuador, Peru und Nepal.

Abgesehen davon, dass weltweiter Friede ganz sicher ein schöner Effekt wäre, und nicht bloß ein "ganz besonderer Zusatzeffekt der Klimastabilisierung", erheben sich weitere Fragen. Dem wird hier am Beispiel Äthiopien nachgegangen. Ein paar wissenbloggt-Artikel liefern immer dieses Land, wenn es um Probleme geht, und zwar nicht nur um Klimaprobleme (wb-Links Äthiopien):

  • verzehnfachte Bevölkerung von 1950 bis 2050,
  • zerstörte Umwelt wegen Übervölkerung,
  • religiösester Staat der Welt,
  • unter den Staaten mit größten Bildungsunterschied zwischen Männern und Frauen,
  • gehört zu den Staaten mit niedrigstem IQ-Durchschnitt,
  • autoritäre Wirtschaftspolitik verhindert Nachhaltigkeit,
  • ineffizientester Einsatz der Arbeitskräfte – aber
  • beim CO2-Ausstoß pro Kopf ist Äthiopien 9.-letzter.

Daran sieht man, dass höchstwahrscheinlich die Bevölkerungsexplosion der Hauptfaktor für Äthiopiens Probleme ist. Bei wiki wird für das Land keine Bevölkerungspyramide gezeigt, wie sie für exponentielles Bevölkerungswachstum typisch ist, sondern eine deformierte Pyramide, die für eine noch mehr beschleunigte Zunahme steht. Aus dieser Bevölkerungsexplosion resultieren Waldrodung und Übernutzung der Umwelt. Dazu kommt die Religion als Fortschrittsbremse und nochmal extra die christlich-orthodoxe und die muslimische Religion als Ungleichmacher von Männern und Frauen. Obendrein die insuffiziente Politik (Äthiopien steht auf Platz 15 der failed states) – und wenn das alles nicht reicht, kommt womöglich noch das Klima als Problemfaktor dazu. "Womöglich" deshalb, weil die äthiopische Dürre vor allem hausgemacht sein dürfte. Nur eins schlägt positiv zu Buche, der geringe CO2-Ausstoß. Der lässt sich am besten für Vorwürfe an den Rest der Welt nutzen – "die anderen sind schuld, wir doch nicht".

Äthiopien steht nicht allein. Die Bevölkerungsexplosion, die Umweltzerstörung, die perfide Religion, die gescheiterte Politik gibt's auch in anderen Ländern. Obendrein haben andere Länder einen ganz anderen Einfluss aufs Weltklima, speziell als CO2-Emittenten. China (Platz 1 mit 30%) und die USA Platz 2 mit 15%) liefern zusammen fast die Hälfte (wiki-Zahlen von 2015 auf Gesamt bezogen).

Der deutsche CO2-Ausstoß ging seit 1970 trotz vielmillionenfacher Einwanderung um fast 30% zurück. Bei 1,1% Bevölkerungsanteil verursacht Deutschland weltweit nur noch 2,3% der CO2-Emissionen. Gut die Hälfte davon stammt von der Energiewirtschaft. Die schnellste und nachhaltigste Reduktion vom CO2-Ausstoß geht deshalb über Atomkraft, zumindest als Übergangslösung – hier werden Argumente aus den Zeit-Leserkommentaren 6. wiedergegeben.

Was der IPCC-Bericht demnach aussagt ist einmal, dass die Erde sich schneller und mit ernsteren Folgen als angenommen erwärmt. Andererseits behauptet der Bericht, dass der Klimaanstieg ab Mitte des Jahrhunderts konstant bei 1,5-1,9 Grad verharren wird (siehe auch Bild unten). Von 3-4 Grad Erwärmung ist gar nicht mehr die Rede. 2014 hatte der IPCC noch Zahlen vorgelegt, nach denen das 2-°C-Limit kaum einzuhalten wäre. Demnach wäre die Klima-Katastrophen-Uhr zurückzudrehen, sie stünde jetzt wieder auf 5 vor 12 (6.).

Nach eigenen Aussagen ist nun die technische Machbarkeit gegeben, so dass der Klimarat den "raschen Umbau der Weltwirtschaft" fordert. Das finden viele schräg, nicht nur wegen dem vergessenen Hauptfaktor Bevölkerungswachstum. Die Leserkommentare dazu:

  • Wer verdient an der technischen Machbarkeit?
  • Wenn der Klimarat schon mal dabei ist, könnte er gleich noch "Freibier für alle" fordern. Bei beiden Forderungen ist die Erfolgswahrscheinlichkeit ähnlich hoch.
  • Realistisch bleiben: Der Veranstaltungsort der diesjährigen UN-Klimakonferenz ist Katowice – dort rauchen noch die Schornsteine. In Polen werden 91% der Elektroenergie von Kohlekraftwerken erzeugt.

Wie schon im ersten Doom-porn-Artikel von wissenbloggt geschildert, geht es wohl weniger um neue Erkenntnisse, sondern um neue Spekulationen (Doom porn = Aufgeilen am Weltuntergang). Wo jetzt die Hitzewelle vorbei ist, muss was anderes her als der zündende Treibhaus-Spruch vom  “Hothouse Earth”. Der Moorbrand ist ja nun vorbei, die Waldbrände auch (wb-Links Moorbrand, Waldbrand).

Also soll die Erwärmung nun als gefährlicher gelten, obwohl sie geringer ausfällt. Die vorgezeigten Forschungsresultate von 1,5-1,9 °C sind erstaunlich unspektakulär, auch wenn dieser Temperaturspanne und sogar dem Unterschied von 0,4 °C so viel Wirkung zugeschrieben wird (8.).

Verbesserungen durch die Klimaänderung kommen im Resumee nicht vor. Wie schon im vorigen Doom-porn-Artikel darf man den Aussagen also Einseitigkeit vorwerfen. Es ist nun nicht so, als ob die Einseitigkeit ein besonderes IPCC- oder “Hothouse Earth”-Feature wäre; die gibt's auch woanders. Wenn man den derzeitigen Klima-Aktivismus um Diesel-Fahrverbote wegen der NOx-Belastung anschaut, hat man noch ein ganz schräges Beispiel im Visier.

Unten noch eine Sammlung von Links (9.-13.). Wie die Sahara klimamäßig aufgepeppt werden könnte, wie VW gegen Hagel vorgeht, wie unberechenbar das Wetter ist, und wie es doch berechnet wird, nämlich als nächstes kommen 4 warme Jahre. Und wenn es nächstes Jahr kalt wird, gibt's eben neue Studien … (Bild: IPCC-Report 2018)

IPCC-prognose

Medien-Links:

  1. IPCC Press Release (Intergovernmental Panel on Climate Change 8.10.): Ninetyone authors and review editors from 40 countries prepared the IPCC report in response to an invitation from the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) when it adopted the Paris Agreement in 2015.
  2. Link zum Report (Intergovernmental Panel on Climate Change 8.10.).
  3. Schlagzeilen vom Report (Intergovernmental Panel on Climate Change 8.10.).
  4. Klimaschutzschwindel: So wird die Angst geschürt (The European 13.7.): "Es ist nicht exakt eine Rechts-Links-Debatte. Aber es ist sicher, dass dieser Umweltaktionismus die moderne Inkarnation des Kommunismus ist.“
  5. Sonderbericht zum Klimawandel: Klimarat fordert raschen Umbau der Weltwirtschaft (Zeit Online 8.10., 150 Kommentare): Der IPCC-Bericht stellt klar: Die Erde erwärmt sich schneller und mit ernsteren Folgen als angenommen. Die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, ist jedoch "technisch möglich".
  6. IPCC-Bericht zum Klimawandel: Vergesst das Zwei-Grad-Ziel! (Zeit Online 7.10., 600 Kommentare): Naturkatastrophen, Hunger und Kriege werden dramatisch zunehmen, falls die Erde 1,5 Grad wärmer wird als zu vorindustriellen Zeiten. Ist das noch zu verhindern?
  7. Konfliktforschung – Kampf gegen Klimawandel könnte Kriegsgebiete befrieden (Süddeutsche Zeitung 27.7.): Auf Extremwetter folgen in vielen Ländern Gewaltausbrüche. Gelingt der Kampf gegen die Erderwärmung, hätte das wohl einen unglaublichen Zusatzeffekt.
  8. The impacts of climate change at 1.5C, 2C and beyond (Carbon Brief): Carbon Brief has extracted data from around 70 peer-reviewed climate studies to show how global warming is projected to affect the world and its regions.
  9. Massive solar and wind farms could bring vegetation back to the Sahara (The Conversation 6.9.): Scientists have modelled the effects of huge hypothetical energy projects in the desert.
  10. Volkswagen In Trouble For Altering Mexico's Weather (Zero Hedge 23.8.): Hail storms present significant problems for car manufacturers, which often have large numbers of finished vehicles parked outside at distribution centers or plants. Demnach hat VW in Mexico Hagelkanonen installiert, um Hagel auf seine Autohalden zu verhindern.
  11. Hand aufs Herz: Wie wird das Wetter, Frau Jones?  (Zeit Online 17.8., 47 Kommentare): Wir sorgen uns um den Himmel: Das Wetter wird immer unberechenbarer, die Autoindustrie auch. Kann uns jemand beruhigen? (Nochmal die Parallele zur Autowirtschaft.)
  12. Climate models predict the world will be ‘anomalously warm’ until 2022  (The Conversation 14.8.): The next four years are going to be anomalously warm – even on top of regular climate change.
  13. A novel probabilistic forecast system predicting anomalously warm 2018-2022 reinforcing the long-term global warming trend (nature communications 14.8.): Accurate and reliable interannual predictions of global temperatures are key for determining the regional climate change impacts that scale with global temperature, such as precipitation extremes, severe droughts, or intense hurricane activity, for instance. However, the chaotic nature of the climate system limits prediction accuracy on such timescales. Here we develop a novel method to predict global-mean surface air temperature and sea surface temperature …

Links von wissenbloggt dazu:




Griechenland und die Lüge von der „überwundenen“ Finanzkrise


griechenland-schulden_23Der Autor und Journalist Ernst Wolff schreibt z.B. bei scharf links finanzpolitische Artikel. Einer davon wird bei wissenbloggt wiedergegeben, weil er die aktuelle Lage in Griechenland darstellt – und die ist ganz anders, als die Euro-Politik uns glauben machen will (Bildmontage: HF).
Wolff spricht von vorsätzlicher und krimineller Insolvenzverschleppung zugunsten der internationalen Finanzindustrie durch EU und EZB, auf Kosten der Mittelschicht und der schwächsten Teile der Bevölkerung.

Griechenland und die Lüge von der „überwundenen“ Finanzkrise

Von Ernst Wolff

Wer in der vergangenen Woche die Vorgänge im griechischen Bankensystem verfolgte, der rieb sich verwundert die Augen: Die vier größten Geldinstitute – Piräus Bank, Eurobank, Alpha Bank und National Bank – erlebten an der Athener Börse ein wahres Erdbeben.

Seit Anfang September hatte es im Bankensektor des Landes bereits gekriselt, doch in den ersten Oktobertagen verschärfte sich die Situation dramatisch: Die vier Institute mussten Einbußen von bis zu vierzig Prozent hinnehmen, der Aktienkurs der Piräus Bank brach um fast 30 Prozent ein, der Athener Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit 31 Monaten.

Wie konnte das sein? War Griechenland nicht erst im August unter großem Beifall der Politik aus dem Euro-Rettungsschirm entlassen worden? Und hatten die vier Großbanken nicht erst im Mai einen Stresstest der EZB bestanden?

Stresstests: PR-Instrument der EZB

In der Tat sind gerade einmal sechs Wochen vergangen, seit EU-Präsident Tusk dem griechischen Volk mit den Worten „Ihr habt es geschafft!“ per Twitter zur Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte gratulierte und EU-Finanzkommissar Moscovici von einem "symbolischen Schlussstrich unter eine existenzielle Krise des Euro-Währungsgebiets" sprach. Und es ist nicht einmal ein halbes Jahr her, dass die EZB den vier systemrelevanten griechischen Großbanken attestiert hatte, auch schwere Turbulenzen ohne größere Schäden überstehen zu können?

Wer allerdings meint, dass derartige Stresstests irgendeine Aussagefähigkeit über den tatsächlichen Zustand von Geldinstituten haben, der sei daran erinnert, dass die griechischen Banken in den vergangenen acht Jahren dreimal bankrott gegangen sind – und jedes Mal vorher die Stresstests der EZB bestanden haben.

Im Grunde  sind solche Tests nichts anderes als ein PR-Instrument, mit dem die EZB die Öffentlichkeit über den wahren Zustand des Finanzsystems hinwegtäuscht. Selbst wenn sie mit größer Sorgfalt und Ernsthaftigkeit durchgeführt würden, wäre ihr Ergebnis weitgehend unbrauchbar, und zwar aus folgendem Grund: Mehr als vierzig Prozent der Bankgeschäfte werden heute von unregulierten Schattenbanken, hauptsächlich von Hedgefonds, getätigt und die Großbanken haben den riskantesten Teil ihrer Geschäfte längst in diesen Bereich ausgelagert. Insbesondere der Handel mit hochriskanten Derivaten entzieht sich fast gänzlich jeder Kontrolle, da es sich um sogenannte „Over-the-Counter-Geschäfte“ handelt, die in den Bilanzen der Geldhäuser gar nicht auftauchen. Kein Wunder also, dass die Ergebnisse der Stresstests im Grunde wertlos sind.  

Sogar ein Laie würde bei einem Blick auf die Bilanzen der griechischen Großbanken skeptisch werden: Diese Geldhäuser hielten zur Jahresmitte 2018 faule Kredite (Kredite, die seit mindestens 90 Tagen nicht mehr bedient wurden oder ausfallgefährdet sind) in Höhe von 88,6 Mrd. Euro in ihren Büchern – ein Wert, der knapp der Hälfte aller ausgereichten Darlehen entspricht und den von der EU geforderten Höchstwert um das Neunfache übertrifft!

Krise überwunden? Auf keinen Fall…

Was die Entlassung Griechenlands aus dem EU-Rettungsschirm betrifft, so reicht auch hier ein Blick auf Zahlen und Fakten, um der Euphorie der EU-Bürokraten jegliche Glaubwürdigkeit abzusprechen: Griechenland hat seine Probleme seit 2010 bereits dreimal nur mit fremder Hilfe überstanden und innerhalb von acht Jahren Kredite von insgesamt 289 Mrd. Euro aufgenommen. Der Schuldenberg des Landes liegt inzwischen bei rund 180 Prozent der Wirtschaftsleistung – der mit Abstand höchste Wert in Europa.

Um die Illusion einer Rückzahlung aufrecht zu erhalten, haben die Gläubiger des Landes die Schulden immer weiter gestreckt. So haben die Kredite des Europäischen Rettungsfonds ESM mittlerweile eine Restlaufzeit von 32 Jahren, die EFSF-Kredite wurden im Juni dieses Jahres sogar bis 2060 auf 42 Jahre verlängert. Außerdem wurden Zinszahlungen, die eigentlich für 2022 angesetzt waren, um weitere 10 Jahre bis Ende 2032 gestundet.

All das ist nichts anderes als unseriöse Zahlenakrobatik, mit der das Eingeständnis, dass Griechenland und seine Banken längst hoffnungslos bankrott sind, umgangen wird. Warum? Weil Griechenlands Finanzsektor ein Teil des völlig außer Kontrolle geratenen internationalen Finanzcasinos ist und weil ein Bankrott wegen der engen Verflechtung griechischen und ausländischen Kapitals und wegen der unkalkulierbaren Risiken für den Euro und im Derivatebereich mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Einbruch des gesamten Systems führen würde.

Die Aussichten: Katastrophal…

Wie wird es weitergehen? Die Regierung in Athen arbeitet bereits zusammen mit dem Euro-Rettungsschirm ESM und dem griechischen Bankenverband an einem „Interventionsplan“, also einem klassischen Bail-Out mit Hilfe von Steuergeldern aus der EU. Ein von der EU mittlerweile vorgeschriebener Bail-in (also die Beteiligung von Anteilseignern, Anlegern und Aktionären wird offenbar gar nicht erst erwogen, weil man die politischen und sozialen Konsequenzen fürchtet.

Zudem versuchen die in Schieflage geratenen Banken die faulen Kredite derzeit zu bündeln und zu Niedrigpreisen zu verscherbeln. Zwar gibt es genügend Hedgefonds, die bereits darauf warten, zu Minipreisen zuzugreifen. Das aber wird den Markt zusätzlich schwächen und eine weitere Spirale nach unten in Gang setzen.

Gelöst werden die Probleme Griechenlands also auf keinen Fall, aber zwei Dinge sind schon jetzt sicher: Die nächsten Hilfszahlungen werden kommen müssen, und bezahlen wird dafür in erster Linie die arbeitende griechische Bevölkerung, von der 35 Prozent bereits an oder unter der Armutsschwelle lebt, deren Mittelschicht inzwischen von einer Steuerlast von bis zu 75 Prozent erstickt wird und deren Senioren im Januar eine weitere (die 23.) Rentenkürzung, diesmal um 18 Prozent, werden hinnehmen müssen.

Egal, von welcher Seite aus man die Entwicklung in Griechenland betrachtet: Was sich dort abspielt, ist nichts anderes als eine von der Regierung in Zusammenarbeit mit ungewählten Bürokraten der EU und der EZB organisierte vorsätzliche und kriminelle Insolvenzverschleppung zugunsten der internationalen Finanzindustrie auf Kosten der Mittelschicht und der schwächsten Teile der Bevölkerung.

 

Link zum Originalartikel bei scharf links

Links von wissenbloggt:




Reli finisher


t-shirt-181707_1280Johanna841Um beim Marathon als finisher über die Ziellinie zu gehen, muss man eine Mordskondition und ein abartiges Durchhaltevermögen haben. Ähnlich mag es beim Rauchen sein. Wer als smoke finisher reüssiert, darf sich gratulieren. Es gibt aber noch mehr Aufhörer, welche die eine Bemerkung oder die andere wert sind (Bild: Johanna842, pixabay, bearbeitet von wb).
Da käme uns die Politik in den Sinn.

t-shirt-181707_1280Johanna843Wie wär's mit polit finisher? (Bild: creozavr & Johanna842, pixabay, bearbeitet von wissenbloggt). Selbiges wird einer gewissen Regierungschefin aus diesen unsethe-last-shirt-1510598_960_720Alexas_Fotos1ren Landen gern nahegelegt – genug des Vorgeplänkels.

Es muss ja nicht alles politisch sein. Auch wenn es den Euro finishern und den Asyl finishern nicht in den Kram passt (Bild: Alexas_Fotos, bearbeitet von wissenbloggt).

Da wäre noch ein anderes Aufhören, das wahre Wunder wirken könnte, so man es denn zustandebrächte

Was das Land braucht, sind Reli finisher. Ein Ende des Religiozäns würde viele Probleme lösen (Bild: Johanna842, pixabay, bearbeitet von wb).t-shirt-181707_1280Johanna842

Man stelle sich vor, kein religionsgetriebener Kindsmissbrauch mehr. Keine Sharia und keine menschenverachtenden religiösen Praktiken mehr. Der Mensch als Maß der Dinge und keine vermeintlichen Götter. Dann könnte man viele Menschen aus den reaktionären Löchern rausholen, in denen sie sich verkrochen haben (Bild: OpenClipart-Vectors & Johanna842, pixabay, bearbeitet von wb).

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Sie müssten sich dann andere Gründe ausdenken, um sich gegenseitig zu hassen und für ballaballa zu erklären. Reli finisher als edelste Form des menschlichen Daseins könnten der Menschenwürde zum Triumph über die Besitzergreifungsanstrengungen der Götter verhelfen – zumal das ja immer nur die Platzhalter sind, die sich da anstrengen.

Denn Gott? nix da!
 

 

Humorfreie Götter-Links von wissenbloggt:

Links zu Reli finisher von wissenbloggt:




Wie unsere Welt entstanden ist - Rezension zu Mayer-Kuckuk Der gebrochene Spiegel


51wlimrqY5L._SX329_BO1,204,203,200_Der Titel von dem 30 Jahre alten Buch wird dem interessanten und bedeutenden Inhalt nicht gerecht. Denn Symmetriebrechung bedeutet Emergenz und Entstehung von Ordnung – das Thema besteht nicht in ein paar Spiegelscherben, sondern in der Entstehung der Welt. Deshalb ist das Lesen der Mühe wert, zumal der Atom- und Kernphysiker Theo Mayer-Kuckuk † es verstand, komplizierte Sachverhalte ohne unnötige Komplikationen zu vermitteln. Nun unternimmt der wissenbloggt-Allzweck-Rezensent Wilfried Müller den Versuch, die schwierige Materie an den Leser weiterzureichen. Die grundlegenden Sachverhalte dürften für physikalisch und ontologisch Interessierte allemal interessant sein.

Vordergründig geht es um Symmetrie, Symmetriebrechung und Ordnung in der Natur. Die Betonung aufs Symmetrische lenkt davon ab, dass es im Grunde darum geht, wie das alles entstanden ist. Genauer, wie es sich entwickelt hat, als mal etwas da war. Unter dem Stichwort Emergenz wurde das bei wissenbloggt vielfach abgehandelt.

Der Klappentext sagt schon, dass die Symmetrie eins der elementarsten Ordnungsprinzipien der Natur ist – ihre Veränderungen bilden ein grundlegendes Gesetz unseres Kosmos'. Physikalische Gesetze zeichnen sich durch Einfachheit und hohe Symmetrie aus. Bei der Entstehung komplexerer Materie- und Lebensformen geht Symmetrie verloren. Einzelne Atome kann man sich als Kugeln vorstellen. Wenn sich 2 davon zu einem Molekül verbinden, ist das Gebilde nicht mehr rundum symmetrisch.

Es erhält eine Achse, die immer noch eine Symmetrieachse ist, aber eine Raumrichtung besonders auszeichnet. Die Symmetrie ist geringer als zuvor. Sie wird spontan gebrochen, und gleichzeitig emergieren neue Eigenschaften ("Qualitäten"). Das Grundmuster der Symmetriebrechung und der emergenten Entwicklung findet auf allen Ebenen statt, auf der physikkalischen, der chemischen, der biologischen, der mentalen, der sozialen Ebene.

Nicht nur die Symmetrie, auch die Symmetriebrechung ist ein elementares Ordnungsprinzip der Natur. Das Wort Symmetriebrechung wird fast synonym mit Emergenz gebraucht. Auf der Spur vom "Bauplan unserer Welt" verfolgt der Autor dies Prinzip, beginnend bei der Teilchenphysik, bis in die Entstehung der Arten hinein.

Weil Mayer-Kuckuk sich verständlich auszudrücken versteht, wird auch das Schwerverständliche halbwegs nachvollziehbar. Formeln sind in den Anhang verbannt, und auf einige Argumentationen verzichtet der Autor. Das senkt den Anteil der schwer zu bewältigenden Passagen. Der Inhalt wird hier kapitelweise skizziert, mit Hervorhebungen vom Rezensenten.

Spiegelungen

Ein Physiker fängt natürlich von unten her an, deshalb gibt es erstmal ein wenig Symmetriekunde. Es gibt viel mehr Symmetrien, als der Unbedarfte sich denkt. Außer der Rotationssymmetrie gibt's z.B. die Achsensymmetrie, die Translationssymmetrie, die Skalensymmetrie (Selbstähnlichkeit) – und die Symmetrie des völlig Ungeordneten. Dann ist nämlich keine Richtung besonders ausgezeichnet, und alles ist in alle Richtungen symmetrisch.

Mathematisch werden die Symmetrien durch die Gruppentheorie beschrieben. Allein für ein Flächenornament gibt es gibt 17 verschiedene Symmetriegruppen. Für die Form von Kristallen gibt es sogar 230 kristallographische Gruppen.

Unveränderliches in Raum und Zeit

Nach dem Noether-Theorem kann jeder kontinuierlichen Symmetrie eine Erhaltungsgröße zugeordnet werden. Deshalb sind Symmetrien immer mit Invarianzen verknüpft. Bei der Skalensymmetrie gibt es beispielsweise die Skaleninvarianz, was auf physikalisch ausgedrückt nichts weiter bedeutet, als dass die gleichen Strukturen auf verschiedenen Größenskalen auftauchen. Bei zeitlicher Verschiebung gibt's die Zeitinvarianz, was wiederum bedeutet, als dass ein Versuch jederzeit bei der gleichen Eingabe das gleiche Ergebnis bringt.

Ein sehr wesentliches Invarianzprinzip ist die Galilei-Invarianz, nach der die Naturgesetze nicht nur gegenüber Zeit-, sondern auch gegenüber Ortsveränderungen invariant sein müssen (Galilei-Transformation). Die Mathematik dahinter zeigt, dass aus der Zeitinvarianz der Satz von der Erhaltung der Energie folgt, und aus der Ortsinvarianz folgt der Satz von der Erhaltung des Impulses. Zur Invarianz gegenüber Drehungen gehört die Erhaltung des Drehimpulses.

Wenn man in relativistische Bereiche gerät, zeigt sich aber, dass die Galilei-Invarianz nur näherungsweise gültig ist und letzten Endes nicht der Realität entspricht. Im Zusammenhang mit relativistischen Fragen der Gleichzeitigkeit wird auch die Lorentz-Transformation eingeführt: Das fließende "Jetzt" vom menschlichen Zeiterlebnis kann nicht objektiviert werden und muss durch die Angabe eines Weltpunktes ("Hier und Jetzt") ersetzt werden. Das hat Konsequenzen:

Weil es kein absolutes Jetzt gibt, macht die beobachterunabhängige Einteilung von Vergangenheit und Zukunft keinen Sinn. Die "Gegenwart" ist demnach eine Domäne der persönlichen Erfahrung und nichts Objektivierbares.

Wenn danach das nötige Symmetrieverhalten der Naturgesetze diskutiert wird, erspart der Autor dem Leser die Herleitung und hängt ihn damit ab. Das geht aber in Ordnung, denn es wäre zuviel verlangt, dem Leser schnell mal diese Grundlagen beizubiegen.

Ein Gewebe aus Licht und Materie

Nach der Relativitätstheorie wird nun die Quantenmechanik diskutiert. Dem Großmeister Einstein folgend haben andere Koryphäen ihren Auftritt, z.B. Dirac und Feynman. Die Intelligenz des ersteren wird an einem Beispiel demonstiert, anhand der Fischer-Anekdote:

Drei Fischer suchen im Dunklen mit ihren 3 Booten auf einer Insel Schutz. Nachts erwacht der eine und beschließt heimzufahren. Er nimmt sich 1/3 des Fangs, läßt 2/3 da und behält einen Fisch übrig, den er ins Wasser wirft. Danach erwacht noch einer und tut dasselbe (in der dunklen Nacht hat er nicht bemerkt, dass der andere schon weg ist). Er nimmt sich 1/3 des Fangs, läßt 2/3 da und behält einen Fisch übrig, den er ins Wasser wirft. Und nochmal das Gleiche mit dem letzten Fischer. Der denkt auch, dass die anderen weiterschlafen. Er nimmt sich 1/3 des Fangs, läßt 2/3 da und behält einen Fisch übrig, den er ins Wasser wirft.

Wieviele Fische müssen die drei mindestens gefangen haben, damit die Sache funktioniert?

Diracs erstaunliche Antwort: -2.

Der erste Fischer findet -2 Fische und wirft einen weg, macht -3. Davon ist -1 Fisch für ihn, bleiben -2. Das wiederholt sich beim zweiten und beim dritten (Service wissenbloggt: die reguläre Antwort wäre +25).

Das Kapitel geht noch auf die Feynman-Diagramme ein, die so einfach aussehen und so komplizierte Verhältnisse wiedergeben. Ähnlich locker wie bei den Fischen erklärt der Autor den Unterschied von Fermionen (Elektronen, Protonen, Quarks, Neutrinos) und Bosonen (Photonen, Gluonen, Pionen, Higgs-Bosonen, Gravitonen).

Es gibt zwei Parteien: Die Mitglieder der Fermionen-Partei sind feindlich und bewohnen Gebäude mit vielen Stockwerken, wobei in jedem Stockwerk (=Zustand) nur zwei wohnen, eins mit spin up, eins mit spin down (Pauli-Prinzip). Oben wohnen die Luftikusse, sie springen gern mal übers Dach zum Nachbarn und verursachen so chemische Bindungen.

Die anderen sind gesellig, das ist die Bosonen-Partei. Die ziehen alle zusammen ins Erdgeschoss, je mehr, desto lieber. Nur wenn es warm wird, ziehen sie in die oberen Stockwerke (Anregung).

Der gebrochene Spiegel

Die Strukturen sind das Eigentliche, so die Aussage. Die Materie befand sich beim Urknall in Zuständen höchster Symmetrie (entsprechend der hohen Symmetrie der Naturgesetze). Die Fülle von Fermionen und Bosonen und ihren Aggregationen entwickelte sich durch spontane Symmetriebrechungen. Die ursprüngliche Symmetrie ging plötzlich verloren, wobei dieser Verlust mit einem spontanen Ordnungsvorgang verbunden ist. Verlust von Symmetrie und Entstehung von Ordnung sind engstens miteinander verknüpft.

Das gilt für die Entstehung von Atomkernen und Elektronen, von Atomen und Molekülen bis hin zur Bildung von Planetensystemen. Die Gravitationskräfte sind kugelsymmetrisch, also invariant gegenüber Drehungen. Die Planetenbahnen sind aber Ellipsen, d.h. noch nicht mal kreissymmetrisch. Die Achse der Ellipse zeichnet eine Raumrichtung aus – das ist keine besonders symmetrische Struktur mehr, jedoch eine von größerer Ordnung.

"Der gebrochene Spiegel" steht denn auch für den Verlust der Spiegelsymmetrie – womit die Analogie auch schon zuende ist, denn Spiegelscherben gelten nicht als Ordnung. Es folgt ein schöneres Beispiel für spontane Symmetriebrechung: Ein Stab wird achsial belastet. Irgendwann weicht er nach einer Seite aus und biegt sich. Durch die Krümmung verliert er Symmetrie. Und die Gesamtheit der möglichen Zustände gebrochener Symmetrie (in dem Fall Auslenkung nach allen Seiten) ist die Symmetrie des ursprünglichen Problems.

"Problem" heißt das jetzt, weil symmetrische Probleme unsymmetrische Lösungen haben können (wie das Biegen) – und deren Gesamtheit (Biegen in alle Richtungen) repräsentiert wieder die ursprüngliche (Rotations-)Symmetrie.

Das wird nun anhand der Kristallbildung expliziert, wobei das Allzweckwort Phasenübergang eingeführt wird. Der Kristallisationsvorgang ist ein Phasenübergang und zugleich ein spontaner Symmetriebruch. Eine Flüssigkeit gilt Physikern als symmetrischer als Kristalle, weil sie in allen Richtungen symmetrisch ist, während der Kristall besondere Raumrichtungen bevorzugt. Da werden noch Ordnungsparameter unterschieden, die den Grad der eintretenden Ordnung beschreiben.

Diese Zustände (und viele andere) werden bestimmt durch die Coulombsche Kraft. Dieser elektrischen Anziehung sind die Wirkungen keineswegs abzulesen, aus der heraus so viele neue Eigenschaften entstehen. Die neuen Eigenschaften sind in der Natur der Kräfte nicht sichtbar angelegt. Sie heißen emergente Eigenschaften, und die Entstehung dieser Ordnung geht mit der spontanen Symmetriebrechung Hand in Hand (dieser Punkt wird so oft wiederholt, dass die nochmalige Betonung gerechtfertigt scheint).

Bewegung ohne Widerstand

In diesem Abschnitt geht es um die Supraleitung, die damals gerade große Fortschritte machte und die Gedanken der Physiker beflügelte. Es ging aber nicht so stürmsch weiter, und heute wird mit extremen Drücken gearbeitet, um neue Rekorde zu erzielen. Reell scheint aber noch der Rekord von -135 Grad zu gelten, beachtlich, aber keine Sensation mehr. Essenz ist, die Phasenstarrheit der zugrundeliegenden Cooper-Paare erfolgt auch durch spontane Symmetriebrechung.

Die Bausteine der Materie

Die Bestandteile der Materie werden hier durch Symmetriebetrachtungen hergeleitet. Das ist interessant, aber mit einem Hauch handwerklicher Kritik zu sehen. Die Schaubilder mit Spin und Quarks sind nicht sorgfältig bezeichnet und weisen ein paar Flüchtigkeitsfehler auf. Kein weiteres Referat darüber, weil die dargestellten Familien der Fermionen nicht dem aktuellen Stand entsprechen, weil das Bottom-Quark noch Beauty-Quark heißt, das Top-Quark und das Higgs-Boson noch nicht gefunden waren.

Immerhin: Das Quark-Modell ist ein Triumph der Anwendung von Symmetrieprinzipien in der Physik.

Die Kräfte der Natur

Die Bindungskräfte zwischen Atomen und Molekülen sind nicht die fundamentalen Kräfte (starke Wechselwirkung, elektroschwache Kraft, Gravitation). Es sind sekundäre Kräfte (speziell die oben erwähnte Coulombkraft), die durch die Quantenmechanik auf die elektromagnetische Wechselwirkung zurückgeführt werden.

In diesem Kapitel wird der Feldbegriff diskutiert, mit der Aussage, Teilchen sind die Quanten von entsprechenden Feldern. Daher müssen auch zu Eichfeldern Teilchen gehören, zu jenen Feldern, mit denen die Physiker die Maßstäbe verzerren, um ihre Abläufe überall zu gewährleisten (Eichfreiheit). Daher die Aussage, lokale Eichinvarianz bewirkt das Auftreten von Kräften.

In der Folge geht es um das damals noch nicht gefundene Higgs-Teilchen und um weitere Quarks-Physik bis zur spekulativen Vereinheitlichung der Kräfte. Was aktuell interessiert, ist die Wiedergabe von der Anfangsphase des Universums (vereinfacht, mehr bei wiki).

  • bis 10-40 sec: volle Symmetrie aller Wechselwirkungen, Übergänge von Quarks und Leptonen,
  • bis 10-33 sec: Energie unterschreitet die von X-Bosonen, keine Übergänge mehr, X-Bosonen verschwinden, Plasma aus Quarks und Leptonen bildet sich,
  • bis 10-6 sec: Protonen und Neutronen entstehen durch Phasenübergang aus dem Plasma, später Atomkerne und Atome.

Die heutige Materie ist laut Mayer-Kuckuk aus dem Urplasma durch eine Reihe von Phasenübergängen mit Symmetriebrüchen entstanden. Weil die Temperatur runterging, sind die ursprünglichen Symmetrien der Kräfte gut verborgen; viele lassen sich in unserer "kalten" Welt nicht mehr wahrnehmen. Dessenungeachtet bewirkt Symmetriebrechung im Bereich elementarer Kräfte das Auftreten emergenter Eigenschaften – die Voraussetzung für eine geordnete, strukturierte Vielfalt.

Chaos

Beim Chaos gibt es durchaus deterministische Elemente, wie z.B. einen Attraktor. Das ist ein Ort im Phasenraum, auf den sich ein dynamisches System im Lauf der Zeit zubewegt. Die Spur der Bewegung ist oft selbstähnlich, d.h. sie zeigt in der Vergrößerung wieder das gleiche Bild. Es taucht eine neue Sorte von Invarianz auf, nämlich die der Skalen. Diese Skaleninvarianz gilt bei Atomen oder Kristallen nicht.

Ebenso wie der Weg zur Ordnung über die Symmetriebrechung, erfolgt der Weg in die Unordnung, sprich Chaos, durch dynamische Symmetriebrechung in nichtlinearen Prozessen. Wie anhand von Beispielen erläutert wird, können ganz einfache Systeme mit völlig durchschaubaren deterministischen Regeln zu einem unvorhersehbar komplizierten Verhalten führen. Chaotische Systeme enthalten beides, Ordnung und Unordnung. Ihre Vielfalt entspringt dem Gleichgewicht von beidem, von Ordnung und Unordnung.

Ordnung und Leben

Als Physiker ist der Autor jetzt in Bereichen, die weitab von seinem Forschungsfeld liegen. Er sieht dort zuförderst die physikalischen Elemente, z.B. diese Einsicht: In der Nähe des themodynamischen Gleichgewichts müssen alle dynamischen Strukturen verschwinden, wenn sie auf einem Energieumsatz beruhen. Entfernt vom Gleichgewicht gibt es eine Grenze, jenseits derer neue Strukturen auftreten können, die durch den Energiefluss aufrecht erhalten werden. Ein Beispiel dafür ist das Leben.

Das Leben wird nicht durch autonome Strukturen bestimmt wie die Kristalle, sondern durch dynamische Strukturen. Durch diese beiden Ordnungsprinzipien entsteht eine neue Stufe der Komplexität mit neuen emergenten Eigenschaften, mit dem Leben als höchster Form. Nach Mayer-Kuckuk sind die Voraussetzungen für die biologische Entwicklung

  1. Informationsspeicher für die Bauplände des Lebens (DNS),
  2. Mechanismuen zum Lesen und Kopieren dieser Pläne,
  3. Prozesse zur Umsetzung der Baupläne in Zellstrukturen,
  4. Reproduktion mit Selektion zur Selbstverbesserung.

Aus der Sicht des Autors gehorcht die Dynamik des Selektionsprozesses mathematischen Regeln, aber ihr nichtlinearer Charakter erlaubt stationäre, periodische und chaotische Lösungen. Die evolutionäre Entwicklung ist auch durch Zufallsmutationen bestimmt. Diese Mischung von Gesetzmäßigem und Zufälligem gehört zur Signatur des Lebendigen.

Die Hierarchien des Seins

Bei Mayer-Kuckuk sind die physikalischen Ebenen standesgemäß stark repräsentiert, er unterscheidet sie wie folgt:

  1. Strukturen(?) (hypothetisch, aber auch heute sehr im Schwange)
  2. Quarks, Leptonen (Elektronen …)
  3. Baryonen, Mesonen (Protonen, Neutronen …)
  4. Atomkerne
  5. Flüssigkeiten, Festkörper
  6. Moleküle
  7. Makromoleküle
  8. Organismen
  9. Makroskopische Körper (Sonnen, Planeten)

Die maßgebenden Kräfte sind 1. die TOE (Weltformel), 2. die GUT (große vereinheitlichte Theorie), 3. die QCD (Quanten-Chromodynamik), 4. – 8. QED (die erwähnte Coulomb-Wechselwirkung), 9. Gravitation.

Die Welt hat sich demnach nicht in eindeutiger oder gar optimaler Weise entwickelt. Das Zusammenwirken der Kräfte hat die Welt in einem charakteristischen Wechselspiel von Gesetzmäßigkeit und Zufall geformt, Beispiele: spontane Phasenübergänge, Turbulenzerscheinungen und biologische Evolution.

Die Schwierigkeiten beim Verständnis erklärt der Autor so, dass sich unsere Sprache in der makroskopischen Erfahrungswelt entwickelte, und das bestimmt unsere Denkformen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind in der Sprache der Mathematik formuliert und entziehen sich der Anschauung und den eingeübten Mustern – aber sie liefern dennoch eine richtige Beschreibung. Das erscheint paradox, ist aber kein Widerspruch. (In den Anmerkungen ist dann ein wenig Mathe "zur Präzisierung" wiedergegeben.)

 

Theo Mayer-Kuckuk, Der gebrochene Spiegel, Symmetrie, Symmetriebrechung und Ordnung in der Natur, Birkhäuser, 264 Seiten, 1989, antiquarisch bei Amazon

Links von wisssenbloggt: zum Thema Philosophie und zum Thema Emergenz.




® Radio Erdogan II


character-30755_960_720-150x150Die neuen Haha-Erlebnisse von Radio Erdogan sind nicht mehr von Radio Eriwan abgeleitet, sondern von anderen Witzen, z.B. den Blondinenwitzen. Dass der anvisierte Sultan nicht blond ist, spielt dabei keine Rolle. Auf die innerliche Blondheit kommt's an. Wer das mit Blödheit übersetzt, hat wahrscheinlich die passenden Einblicke beim Möchtegern-Sultan gewonnen (Bild: ClkerFreeVectorImages, pixabay).

Wie immer wird eine Frage an Radio Erdogan gestellt, und die Antwort gibt dem Sultan dann Saures. Das erste Thema ist diesmal datentechnisch:

  • Trifft es zu, dass Erdogan den Brand seines Computers gelöscht hat? – Im Prinzip ja. Aber er hat nur die Löschtaste gedrückt.
  • Kann man erkennen, wenn Erdogan am Computer gearbeitet hat? – Im Prinzip nein. Nur am Tipp-Ex auf dem Bildschirm.
  • Kann man ein Fax von Erdogan erkennen? – Im Prinzip ja. An der Briefmarke drauf.
  • Kann man Erdogan ewig beschäftigen? – Im Prinzip ja. Man gibt ihm einen Zettel, wo auf beiden Seiten steht "bitte wenden".
  • Freut sich Erdogan, wenn er ein Puzzle in 4 Monaten fertig kriegt? – Im Prinzip ja. Auf der Packung steht ja 3-4 Jahre.

Der zweite Teil befasst sich mit Führerscheinen und dergleichen:

  • Hat Erdogan eine Fahrprüfung gemacht? – Im Prinzip ja. Öfter als die meisten anderen.
  • Hat Erdogan den Flugschein gemacht? – Im Prinzip ja. Jetzt versucht er, seinen Teppich zum Fliegen zu bringen.
  • Freut sich Erdogan, wenn man ihm einen Deoroller schenkt? – Im Prinzip ja. Aber er hat keinen Deo-Führerschein.
  • Ist Erdogan gegen den Linksverkehr? – Im Prinzip ja. Er will sich ja nicht rechts überholen lassen.
  • Hat Erdogan ein Papamobil bestellt? – Im Prinzip ja. Sie wissen bloß noch nicht, wo sie die Kanonen einbauen sollen.
  • Kann Erdogan sagen, ob der Blinker an ist? – Im Prinzip ja, nein, ja, nein, ja, nein …

Nun geht's in die Natur und noch darüber hinaus:

  • Hält ein Baum stand, an den sich Erdogan lehnt? – Im Prinzip ja, aber der Klügere gibt nach.
  • Fühlt sich Erdogan in der Wüste wohl? – Im Prinzip ja. Aber das Staubsaugen dauert so lange.
  • Weiß Erdogan, ob es Leben auf dem Mond gibt? – Im Prinzip ja. Das Licht geht ja an und aus.
  • Würde Deutschland Erdogan einen Flug zum Mond bezahlen? – Im Prinzip ja, aber nur den Hinflug.

Eine bunte Mischung aus der Welt von Sport bis Mord:

  • Hat Erdogan das Boxen erfunden? – Im Prinzip ja. Aber es war ohne Boxhandschuhe und mit einem Stock, und zwei Leute mussten den anderen festhalten.
  • Wird Erdogan einen Blondinenwitz erzählen, wenn eine blonde Damenfußballmannschaft anwesend ist? – Im Prinzip ja. Aber er will ihn nicht 11-mal erklären.
  • Kann Erdogan den Salzstreuer befüllen? – Im Prinzip ja. Aber es dauert so lange, die ganzen Körner durch die kleinen Löcher zu kriegen.
  • Tritt Erdogan bei der UNO auf? – Im Prinzip ja. Aber nur als Pausenclown.
  • Stimmt es, dass die Türkei mit Volldampf die Demokratie aufbaut? – Im Prinzip ja, nur werden 99% des Dampfes zum Tuten verwandt!
  • Muss man weglaufen, wenn Erdogan eine Handgranate nach einem wirft? – Im Prinzip nein. Man löst die Sicherung und wirft sie zurück.

Zum Abschluss eine rhetorische Fragen ohne die typische Prinzipienreiterei "im Prinzip ja oder nein":

  • Erdogan, kannst du subtrahieren? – Ja? Dann zieh ab!

Nun noch ein kleines Gedicht auf den Weg:

Es ist der eitle Erdogan
In Wirklichkeit ein Dummerjan
Zur kongenialen Merkel
Benimmt er sich wie'n Ferkel
Weil er die Demokraten hasst
Ging er vor Zeiten in den Knast
Der langen Rede kurzer Sinn
Da g'hört der Kurdenkiller hin

 

Zusammengereimt von Wilfried Müller

(Aus aktuellem Anlass wurde dieser Artikel am 2.10.18 überarbeitet; er erschien zuerst am 15.6.16.)

Links zu mehr Erdogan-Schmäh und weiteren Humor-Artikeln:




Insidersicht eines Syrers in Deutschland


angry-man-274175_1280Bei Cicero wird oft ziemlich weit rechts ausgeholt. Mit aller gebotenen Vorsicht wird hier ein Cicero-Artikel referiert, der etwas Besonderes darstellt. Ein Zahnarzt aus Syrien, der 2015 einreiste, schreibt über Dinge, die viele nicht wissen und viele nicht wissen wollen (Link unten, das Bild von Ashish_Choudhary, pixabay, zeigt nicht den Cicero-Autoren Dr. Majd Abboud).

Eine der Hauptaussagen des syrischen Doktors: Damit die Integration noch gelingen kann, müsse man vor allem Schluss machen mit gut gemeinten Denkverboten. Abboud vermisst in den arabischen Ländern besonders schmerzlich die Meinungsfreiheit – und nun findet er hierzulande viele Tabus vor, über die zu sprechen die Political Correctness verbietet.

Es sind eine Menge Tabus in Deutschland, denen der Autor die Grundlage entzieht. Nach eigenen Aussagen erlebte er, wie Deutschland im Umgang mit Flüchtlingen einen Fehler nach dem nächsten beging. Das sagt kein religiös bevormundeter Analphabet, sondern ein Intellektueller, der laut Cicero sehr gut deutsch spricht, der an seinem Artikel lange gearbeitet hat und ihn mehrfach redigieren ließ. Durch seine intellektuelle Kapazität dürfte ausgeschlossen sein, dass Redakteure ihm den Griffel führten, um rechte Inhalte in den Artikel hineinzudrücken. Schon die gelieferte Information spricht dagegen.

Nicht dass man noch nie etwas in dieser Richtung hören konnte. Aber wir werden immer noch schlecht und einseitig über die Zusammenhänge in Syrien informiert. Das erschwert eine konstruktive und kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Flüchtlingspolitik. Leidtragende sind nicht nur die deutschen Bürger, die enorme Probleme vorgesetzt bekommen. Als Opfer fühlen sich auch Geflüchtete, die sich nicht integrieren und auch keine Notwendigkeit dafür sehen – und noch mehr Opfer sind integrationswillige Moslems (wie wie der Autor), die mit den anderen "in den gleichen Topf geschmissen werden".

Wie das zugeht, dass es lauter Opfer gibt? Das ist die Leistung der Willkommenskultur, die von den Flüchtlingen als Einladung verstanden wurde, und die bei ihnen eine Erwartungshaltung aufgebaut hat, deren Ansprüche sie nicht einlösen konnte. Was hierzulande kaum jemandem bekannt war: Es gab nämlich eine Grundlage für das Anspruchsdenken.

Pakt mit dem Teufel

Diese Grundlage ist ein Folgeprodukt des modernen imperialistischen Prinzips, nach dem nicht mehr direkt Krieg um Rohstoffe und Einflußsphären geführt wird. Vielmehr lassen die USA & andere Staaten Stellvertreterkriege führen, um ihre Interessen durchzusetzen. Das geht mindestens bis in die 1980er Jahre zurück, als Großbritannien die Muslimbruderschaft in Syrien unterstützte und die "BBC quasi zum offiziellen Sprecher der Muslimbruderschaft" wurde. Diese britisch gestützte Rebellengruppierung verübte viele Anschläge in Syrien. Ähnliches wiederholte sich in Afghanistan und Libyen.

Die USA und ihre Verbündeten, machen sich bei politischen Konflikten nicht selbst die Hände schmutzig, sondern unterstützen oppositionelle Gruppen durch Geld und Waffenlieferungen. In Syrien ging die Unterstützung an rebellische Gruppen, nämlich den politischen Islam, der dadurch immer größeren Einfluss erlangte. Dr. Abboud spricht bei diesen internationalen Verstrickungen von einem "Pakt mit dem Teufel".

Und nun die Crux: Viele Flüchtlinge, die heute in Deutschland leben, stehen solchen Gruppierungen nahe. Sie verstehen sich deshalb nicht als Gäste, die Schutz benötigen – sondern als Partner, die es verdient haben, belohnt zu werden. Daher die teils enorme Anspruchshaltung.

Die Rebellen wussten laut Abboud außerdem, wenn sie auf Seiten der USA stehen und die Interessen des Westens repräsentieren, können sich alles erlauben. Sie wussten außerdem, dass die deutsche Regierung "sich unter dem Deckmantel der Toleranz für Ausländer mehr einsetzt als für die eigenen Leute". Das steigert die Ansprüche und die Undankbarkeit noch weiter.

Trotz guten Willens und vielen Bemühungen wurden die Erwartungen vieler Flüchtlinge also nicht erfüllt. Die entstehende Kritik und Undankbarkeit waren dem Autor immer sehr peinlich. Er kratzt auch an der Vorstellung der Einheitlichkeit: Weil die verschiedenen Gruppierungen und Nationalitäten der Flüchtlinge einander nicht tolerieren, mussten z.B. unterschiedliche Moscheen gebaut werden. Wie aber soll man von den Deutschen Toleranz einfordern, wenn die neuen Gäste dazu untereinander nicht imstande sind?

Die Erkenntnis ist deshalb, dass Deutsche und Flüchtlinge von völlig verschiedenen Voraussetzungen ausgehen; von daher kann der Autor "sicher sagen, dass der Integrationsprozess von Anfang an zum Scheitern verurteilt war" (das dürfte für einen erheblichen Teil stimmen, wb).

Damit nicht genug, die unüberschaubare Anzahl an Flüchtlingen und die resultierende Personalknappheit führten zum Verlust der Kontrolle. Es war nicht mehr möglich zu prüfen, wer aus Kriegsgebieten kam und zur Anerkennung als Flüchtling berechtigt war. Diese Chance nutzten viele andere, in der zutreffenden Annahme, dass die große Zahl keine gründlichen Kontrollen erlaubte.

Vertuschen

In den Flüchtlingsströmen befanden sich also viele Trittbrettfahrer – und viele Radikale, die im Krieg mitgewirkt hatten und in dem Moment die Chance zur Flucht ergriffen, wo sie die Erfolglosigkeit des Kampfs gegen die syrische Regierung einsahen. Besonders letzteres darf nicht vertuscht werden. Diese Menschen bedrohen laut Abboud den Frieden des Landes, und sie erschweren den Aufenthalt von denen, die sich gut integrieren wollen.

Der Vorwurf: Die deutsche Regierung hat viel zu lange die Augen davor verschlossen. Sie hat so getan, als ob schon alles in Ordnung wäre, und sie hat diejenigen, die darauf hingewiesen haben, als ausländerfeindlich oder intolerant dargestellt. Auch im Hinblick auf die verweigerte Toleranz untereinander hält der Autor die deutsche Regierung für mitschuldig, weil sie zu sehr auf die Forderungen der Flüchtlinge eingeht. Nach seinen Worten scheint es so, als ob die Deutschen den Flüchtlingen mehr entgegenkommen als umgekehrt. Das wirkt auf ihn und viele Deutsche unverständlich.

Er sieht die Lösung darin, die Radikalen und Terroristen unter den Flüchtlingen zu identifizieren. Zum anderen sollte sich Deutschland auch klar und deutlich vom politischen Islam distanzieren – soweit Dr. Abboud.

In den Kommentaren zu seinem Artikel wird in letzterer Hinsicht einige Skepsis geäußert:  Es werde kein Umdenken bei den Politikern geben, sie seien zu tief in ihre Fehler und Lügen.verstrickt. Deutschland werde sich nicht klar und deutlich vom politischen Islam distanzieren, das habe man gerade beim Besuch Erdogans gesehen (Erdogan grüßt mit dem Zeichen der Muslimbrüder, wb-Link Fabia). Und es sei schlimm, dass die Politiker & Jubelschreier immer noch nicht verstünden, dass sie von Anfang an fast alles falsch gemacht haben.

Immerhin sei so ein Insiderbericht das beste Mittel, die "Fraktion der Hypermoralisten" zu entwaffnen. Eine weitere Fraktion sollte nicht unerwähnt bleiben, die der Profiteure. Die Willkommenskultur habe ein neues Geschäftsfeld eröffnet. Das Migrantengeschäft sei eine unerschöpfliche Gewinnquelle für Schlepper und "Gute", die "für ihren Einsatz belohnt" werden müssen.

Es geht auch ums Problembewusstsein: Dass man sich mit ungeregelter Einwanderung religiöse, ethnische usw. Konflikte ins Land holt, sollte jedem klar sein. Wer zur Aufnahme von Schutzsuchenden steht, müsse auch dazu stehen. An dieser Ehrlichkeit fehle es aber wesentlichen Teilen der Medien und der Volksvertreter. Das sei einer freiheitlichen Demokratie mit mündigen Bürgern unwürdig.

Unwürdig auch, dass ein Syrer und kein Deutscher diese vernichtende Analyse schreiben darf. Ein CSU- oder gar AfD-Bundestagsabgeordneter könnte dasselbe nicht aussprechen, ohne wütende Proteste zu ernten. So werden viele Nachfragen, mancher Zweifel und die sachliche Analyse in der öffentlichen Diskussion unterdrückt – soweit die Leserkommentare zum Artikel.

Aus der Sicht von wissenbloggt wäre es interessant, auch Stimmen aus Eritrea, Nigeria oder Indien zu hören, aus anderen Ländern, wo ein starker Flüchtlingsstrom herkommt. Ob es da auch so eine Anspruchdenke gibt? Ob von da noch mehr Radikale kommen?

Beunruhigend ist, dass unsere Politik anscheinend gar nichts davon ahnt. Was dahinter für ein Dilettantismus stecken muss, wenn solche Zusammenhänge offenbar nicht im Kalkül enthalten sind; was da für eine Fahrlässigkeit bei den Entscheidungen herrscht, was für eine Ignoranz gegenüber den Folgen – als ob nicht eine gewaltige Bürokratie dafür bezahlt würde, sowas vorher zu wissen und die Politiker darüber zu informieren.

 

Medien-Link:

Flüchtling über Integration – „Von Anfang an zum Scheitern verurteilt“ (Cicero 28.9.): Unser Autor kam vor drei Jahren als Flüchtling von Syrien nach Saarbrücken. Dort erlebte er, wie Deutschland im Umgang mit Flüchtlingen einen Fehler nach dem nächsten beging.

Links von wissenbloggt:




Im Heim & Die Falle Heiliger Geist - 2 Geschichten von Frank Sacco


SACO7504_894315524050994_1645552570_nIn diesem Artikel spricht der Analytiker Doktor Frank Sacco, der aus persönlicher Betroffenheit heraus über tatsächliche Fälle von religiösem Missbrauch berichtet (anonymisiert, Bild: Sacco).


Im Heim

Sie fand sich im Heim wieder, als Kind, über Nacht. In Großburgwedel, bei Hannover, dort, wo heute Ikea ist. Bei Diakonissen, das sind Schwestern, die mit Jesus verheiratet sind – und manchmal glauben, als Ehefrauen alles machen zu dürfen, alles, was man nicht darf. Dort gab es Schläge, für alle, und andere Gewalt: Sie mussten essen, was sie ausbrachen. Kam ja vom lieben Gott, und nicht etwa vom Bauern aus der Umgebung, für Geld gekauft. „Krause Haare, krauser Sinn, da steckt nur der Teufel drin“, sagte man ihr, dem Kind mit den krausen Haaren. Dazu Einzelhaft, tagelang. Dazu noch gefickt vom Pastor, gefickt mit dem Schwanz und mit der Hölle, mit der Angst davor. Sie durfte nichts sagen davon, von der Fickerei. Sonst käm sie in die Hölle.

Das Kind, das sie bekam, aß den ganzen Tag. Aus Angst. Hatte ja die Angst der Mutter geerbt. Adipositas permagna schrieb der Arzt in die Kartei. Ihr Enkel wurde Autist. Das war seine Lösung des Problems mit der Angst, der ererbten Angst vor der Hölle.

Die Bischöfin hat sich vor der Marktkirche bei ihr entschuldigt. Doch das erhoffte Geld kam nicht rüber. Da sind sie knauserig, die Pfaffen. Sie kriegte dann Krebs. ´S Immunsystem war halt kaputtgegangen.

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Die Falle Heiliger Geist   Geschichten des Pflegers K.

Religionen werden geboren, indem sich hohe menschliche Intelligenz und ein rigoroser Machtwille in Verbrechern zusammenfindet. Wenn also bspw. ewige Folter in einem erfundenen Jenseits erdacht wird, des Weiteren tausende von sog. „Sünden“, die dorthin führen sollen, und dazu recht aufwendige, völlig unsichere und dazu noch teure Auswege, dem gepredigten ewigen Feuer zu entkommen. Als Lockmittel werden ein immer helfen könnender Gott und ein Paradies eingesetzt. Ein Schema F also.

Er sei der größte Sünder, sagte mir Andreas ins Ohr. Auf der N17, wo ich sein Pfleger war. Er gehörte zu den Abertausenden, die sich gegen den Heiligen Geist versündigt hatten, bzw. das glaubten, und die nicht wussten, dass auch der ein Stück schwarzes Geschäft ist, also eine grausame Politik mit der Angst von Kindern. Dieser Geist sei, so hört man von den Schwarzen, noch ärger als Jesus, denn er kenne nicht einmal ein Standrecht. Schon vom armen Jesus, dem mutigen  Kämpfer gegen die herrschende Klasse, behaupten die Kirchenleute, er sei schlimmer als „Adolf Hitler“. Wo Hitler noch „Gnade“ gekannt haben soll, werde man Erbarmen unter Jesus  vermissen – in dessen KZ Hölle. Die Kirchenleute ficken Jesus mit ihrer Erfindung Hölle. Sie machen aus ihm einen Nazi, den Anzubeten sie aber als ein absolutes Muss predigen – auch für Atheisten. Trübe Aussichten also für unsere Kinder. Besser, man setzt keine in diese Welt. Trübe auch für die Mutter Maria. Man unterstellt ihr, eine Hitlerfigur geboren zu haben.

Und Andreas? „Bei ihm hilft gar nichts. Absolut nichts“, so die Ärztin. „Du hast ja erst was bekommen“, sagte  sie ihm und drehte ab. Gegen die Angst vor ewigem Feuer helfen keine Neuroleptika. Da hilft nur ne halbe Narkose mit Tranquilizern, wenn überhaupt. Oder wie wär´s mal mit Gesprächen über das „Geschäft“ der Kirchen? Ihr Geschäft mit der Angst. Doch das machten die Ärzte nicht. Sie waren beides: getauft und gekauft: Das Irrenhaus gehörte der Kirche.

Nach meinem Urlaub wurde Andreas verlegt. Auf die Geschlossene. Erst soll er mit dem Kopf an die Wand gerannt sein. Und in der Nacht hat er sich erhängt. Hat´s einfach nicht mehr ausgehalten. „Der Heilige Geist ist ein großer Haufen Scheiße“, schrieb ich ins Kondolenzbuch. Klar, das war  mein letzter Tag auf der N17. Die Verwaltung hatte was gegen Leute wie mich. Bin dann weg. Weg aus dem Dreck.

Ein „Geschäft“ ist seine Religion der Angst,  bedeutet uns Bischof Nikolaus Schneider, ehemaliger Chef der Evangelischen Kirchen Deutschlands (EKD). Teuer sind unsere Psychiatrien mit einem Heer von Psychiatern. Teuer ist es, die Fabriken und Produkte der Pharmaindustrie auf dem „modernsten“ Stand zu halten, der auch meist der teuerste ist. Teuer sind unsere Tränen nach einem vollendeten Suizid.

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(Bild: AtheistRepublik)

Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor der Bücher

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Spezielle Artikel: Suizidgedichte & Sündengefühle von Frank Sacco




® Radio Erdogan


character-30755_960_720Früher kamen die schönen Haha-Erlebnisse von Radio Eriwan. Heute übernimmt Radio Erdogan diese Funktion. Verblüffend, wie viele von den frechen Witzen geradezu  maßgeschneidert auf den Möchtegern-Sultan von der Türkei passen. Eine Blütenlese an Ignoranz, Dummheit, Anmaßung und Realitätsverweigerung vermischt sich da mit normalen komischen Effekten aus dem Bereich des Menschlichen und Unmenschlichen (Bild: ClkerFreeVectorImages, pixabay).

Es ist immer eine Frage, die an Radio Erdogan gestellt wird, und die Antwort weiß dann ganz allein der windige Sultan. Das erste Thema ist seine Fürsorge für die Meinungsfreiheit:

  • Stimmt es, dass ein Reporter den Präsi Erdogan einen Idioten nannte und deswegen zu zwanzig Jahren Arbeitslager wegen Landesverrats verurteilt wurde? – Im Prinzip ja. Nur, dass er nicht wegen Landesverrats verurteilt wurde, sondern wegen Verrats politischer  Geheimnisse.
  • Stimmt es, dass Erdogan die Witze sammelt, die über ihn erzählt werden? – Im Prinzip ja. Aber er sammelt auch die Leute, die die Witze erzählen.
  • Darf ein Reporter den Präsi kritisieren? – Im Prinzip ja, aber es wäre schade um den Reporter.
  • Gibt es einen Unterschied zwischen Wirbelsäule und Rückgrat? – Im Prinzip nein. Aber eine Wirbelsäule hat jeder.
  • Stimmt es, dass unser Sultan den Reportern nur mit dem Finger gedroht hat? – Im Prinzip ja, aber mit dem Finger am Abzug.
  • Gibt es in der Türkei eine Pressezensur? – Im Prinzip nein. In der Türkei ist es leider nicht möglich, auf diese Frage näher einzugehen.
  • Will Erdogan den Linksverkehr einführen? Im Prinzip ja, damit der  Rechtsweg abgeschafft wird.
  • Hat der Sultan einen Führerschein gemacht? Im Prinzip ja. Aber er hat ihn bei Adolf Hitler gemacht.

Der zweite Abschnitt ist den Ansprüchen gewidmet, die der Sultan seinem Lamd aufbürden möchte:

  • Stimmt es, dass die größten Erfindungen von den Türken gemacht wurden? – Im Prinzip ja. Man nennt das einen Türken bauen.
  • Ist es wahr, dass die Türkei bei der Mikrotechnologie führend ist? – Im Prinzip ja. Die Türkei fertigt die größten Mikrochips der Welt.
  • Gibt es eine türkische Definition für den Panzerwagen? – Im Prinzip ja. Der Panzerwagen ist eine Karosse für touristische Ausflüge in freundlich gesinnte Kurdengebiete. Er kann auch Salut schießen.
  • Wurde der Humor in der Türkei erfunden? – Im Prinzip ja. Aber die Türken haben ihn auch bitter nötig.

Dann natürlich die bange Frage nach dem Grips:

  • Stimmt es, dass der Präsi Erdogan einen IQ-Vergleich mit George Bush machte? – Im Prinzip ja. Erdogan belegte einen ehrenvollen zweiten Platz, während Bush nur Vorletzter wurde.
  • Stimmt es, dass der Präsi Erdogan während seiner Studienzeit die Relativitätstheorie erfand? – Im Prinzip ja. Aber erstens war es nicht die Relativitätstheorie, sondern das Hebelgesetz, und zweitens erfand er es nicht, sondern er wendete es an, als er die Gitterstäbe bearbeitete, denn drittens war es nicht während des Studiums, sondern während seiner Gefängnishaft.
  • Können Kamele Politik betreiben? – Im Prinzip nein. Aber es versuchen immer wieder welche.
  • Kann man Erdogans Gehirn auf Erbsengrösse bringen? – Im Prinzip ja. Aufblasen!
  • Wenn man zu dumm ist, um dumm zu sein, ist man dann gescheit? – Im Prinzip ja. Aber auf den Sultan lässt sich Logik nicht anwenden.

Der Teil mit der Scharia darf nicht fehlen, wo der Präsi doch so geil drauf ist:

  • Stimmt es, dass die westliche Welt am Abgrund steht? – Im Prinzip ja, aber die Türken sind bereits einen Schritt weiter.
  • Kann man die Scharia in einem Land einführen? – Im Prinzip ja, aber man sollte dann in einem anderen Land leben.
  • Sind die segensreichen Auswirkungen der Scharia in der ganzen Welt bekannt? – Im Prinzip ja. Gerade das ist ihr größtes Handicap.
  • Stimmt es, dass die Scharia alle Probleme lösen kann? – Im Prinzip ja, nur wird die Art wie sie es tut, immer ein Problem bleiben.
  • Wäre es nicht am einfachsten, wenn man alle Gegner der Scharia ins Gefängnis stecken würde? – Im Prinzip ja. Aber wer soll dann die Arbeit auf den Feldern und in den Fabriken und Büros verrichten?

Fragen ohne die typische Prinzipienreiterei "im Prinzip ja oder nein":

  • Was ist Chaos? – Fragen zur Erdogan-Politik werden bei Radio Erdogan nicht beantwortet.
  • Warum braucht Erdogans Palast 1000 Zimmer? – Weil er keinen Raum nochmal benutzen kann, nachdem er ihn verstänkert hat.
  • Wie dumm ist Erdogan? – Da könnten 10 von blöd werden.
  • Warum will er, dass Frauen einen Schleier tragen und Männer nicht? – Na gut, da könnten 100 von blöd werden.
  • Wie hoch ist Erdogans IQ? – So hoch wie die Kante von seinem Gebetsteppich. 
  • Wie nennt man die Liste der Leute, die intelligenter sind als Erdogan? Telefonbuch.
  • Warum versteckt sich Erdogan? – Es ist Sperrmüllabfuhr.
  • Wer ist der dümmste Politiker der Welt? – ………… aber dafür hat er die größte Klappe!

Und zum Ausklang: Können Sie uns sagen, wo der Erfinder der Radio-Erdogan-Witze sitzt? – Wir wissen nicht, wo er sitzt, aber er sitzt bestimmt …

Abgehört von Wilfried Müller

(Aus aktuellem Anlass wurde dieser Artikel am 1.10.18 überarbeitet; er erschien zuerst am 23.5.16.)

Links zu mehr Erdogan-Schmäh und weiteren Humor-Artikeln:




Der Skandal hinter dem Skandal hinter dem Skandal oder Flintenuschi im Visier


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Ist das jetzt ein neuer Boom ums Militär, oder ein Boomm? Den Unterschied sollte die Bundes-Flintenuschi kennen (Bild: OpenClipart-Vectors, pixabay, und der Kopf: Jim Mattis, Wikimedia Commons). Es geht in diesem wb-Artikel um eine dreifach gestaffelte Angelegenheit, die mit dem Wort Skandal noch freundlich umschrieben ist. Es ist ein Skandal hinter einem Skandal hinter einem Skandal.

bomb-154456_12801. Moorbrand

Zuerst wäre da der Moorbrand. Das Moor wurde von der Bundeswehr in Brand geschossen, weil niemand den Soldaten gesagt hat, dass man besser keine Raketen in dürre Wälder schießen soll. Kann passieren, Raketen kommen nun mal mit eingebautem Kollateralschaden daher (1.). Die Rauchfahne zog sich über das nordwestliche Emsland und war im 100 km entfernten Bremen noch zu sehen. Im 200 km entfernten Hamburg konnte man den Rauch noch riechen. Das rechtfertigt den Begriff Skandal, auch wenn es nicht richtig geknallt hat (Bild: OpenClipart-Vectors, pixabay).

Eine schöne Einstimmung auf das, was das Kriegsministerium für uns plant? Oder plant es das gar nicht, und es braucht externe Berater, um Rauch und Feuer zu produzieren?

2. Beraterbomb-2025548_1280

Dieser Meinung könnte man sein, wenn man den Skandal Nummer 2 anschaut, den Beraterskandal. Die Ausgaben für Berater werden traditionsgemäß versteckt. Für Hilfe von außerhalb des Kriegsministeriums wurden offiziell nur ein paar Mio. in Anspruch genommen, 2015 etwa 2,2 Mio., 2016 dann 2,9 Mio. und 2017 schon 4,5 Mio. Externe Unterstützung gab's außerdem für laufende Projekte, für den Aufbau von Datenbanken und IT-Systemen. Da ging es schon um 150 Mio. (2., 3., Bild: OpenClipart-Vectors, pixabay).

Da wurde kaum mal geschaut, ob sich die Vergabe an Externe für die Bundeswehr rechnet. Wozu auch, nachdem sich das Auftragsvolumen für Rüstungsvorhaben in den vergangenen Jahren verfünffacht hat, heißt es laut BW-Sprecher: "Wir sind darauf angewiesen." Mit dem eigenen Personal könne die BW die Arbeit nicht bewältigen, denn schon im Beschaffungsamt der BW sind 1000 Stellen unbesetzt. Die offenen Stellen werden auch nicht besetzt; lieber setzt das Ministerium die teuren Unternehmensberater für Alltagsarbeit ein. Zitat (2.): "Berater wurden demnach hinzugezogen, die es sich im Dschungel des Ministeriums offensichtlich gemütlich gemacht haben."

Die Kritik basiert auf einem 18-seitigen Papier vom Bundesrechnungshof, das dem Spiegel vorliegt (4.). Dort wird ein regelrechtes Chaos bei der Beauftragung von Beratern beschrieben, und es werden schwere Vorwürfe gegen die Leitung der BW erhoben. Statt auf eigene Experten zu bauen, werden Externe mit horrenden Tagessätzen engagiert. Das Wehrressort legt nur einen Bruchteil der Berater-Verträge zur Zustimmung vor, ein Großteil der Millionenbudgets wird stattdessen als sogenannte Unterstützungsleistungen verbucht. So erklären sich die offiziell gemeldeteten 2,9 Mio. von 2016 gegenüber den tatsächlichen 150 Mio.

3. Kriegstreibereibomb-explosion-2120226_1280chrom72

Na schön, soweit der Beraterskandal. Beraterskandale gab's schon immer, das ist also nix Besonderes. Bloß dass dahinter der eigentliche Skandal lauert, der echte Boomm-Effekt, oder ist es ein Boom-Effekt? (Bild: chrom72, pixabay)

Da trifft nämlich beides nahtlos zusammen. Erst kommt der Boom, sprich die Aufrüstung, und dann kommt der Boomm, sprich der Knall. Nur ist das Thema irgendwie aus den Medien geraten. Es ist vernebelt (oder verräuchert, siehe oben 1.). Es ist von Beratern verstellt (siehe oben 2.). Nur ist es nach wie vor gefährlich (wb-Links), und deshalb gehört die Flintenuschi ins Visier.

Die Bundeswehr und die Kriegsministerin verstecken sich. Sie werden von den Mainstream-Medien geschont – anscheinend sehen die meisten Medien der geplanten Ausweitung von militärischen Einsätzen freudig entgegen. Der neuen Kriegsbegeisterung sollen keine Hemmnisse entgegenstehen. Das ist der Skandal hinter dem Skandal hinter dem Skandal.

Man lasse sich nicht davon täuschen, dass es im Jargon der Militärs nur um "Verteidigungsanstrengungen" geht. Schließlich machen uns die USA vor, wie sie Demokratie und Rechtlichkeit in allen möglichen Staaten "verteidigen", wo sie gar nichts zu suchen haben.

Wenn die USA und die Mittäter erfolgreich wären, könnte man die Anstrengungen vielleicht verstehen, aber angesichts des Scheiterns in Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen usw. bleibt der deutsche Kriegsehrgeiz völlig unverständlich. Lernt denn da keiner was dazu?

Muss der elende politische Dilettantismus immer wieder durchgezogen werden: Wenn etwas nicht funktioniert, dann mehr davon? Beim Euro funktioniert es nicht, bei der Immigration nicht, und nun beim Militär? Und dann mehr davon?

Man stelle sich vor: Die sind nicht imstande, eine einsatzfähige Truppe vorzuhalten, sie brauchen externe Berater, um mehr schlecht als recht über die Runden zu kommen, und dann wollen sie ihr Geschäftsmodell international ausweiten? Wenn das eine Firma täte, wäre sie ganz fix pleite, und sie würde zum Gespött der Leute.

Das brauchen wir nicht noch amtlicherseits mit Boomm-Effekt.

 

Medien-Links:

  1. Moorbrand im Emsland: Von der Leyen entschuldigt sich (Zeit Online 22.9., 160 Kommentare): Das Moor auf dem Bundeswehrgelände bei Meppen brennt seit mehr als zwei Wochen. Nun hat sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor Ort an die Bürger gewandt. 
  2. Bundeswehr – Einsatz von außen (Süddeutsche Zeitung 27.9.): Das Verteidigungsministerium gerät wegen der Beschäftigung von Beratern und externen Kräften unter Druck. Der Bundesrechnungshof moniert Verstöße bei der Vergabe und Finanzierung von teuren Aufträgen.
  3. Ermittlungen des Rechnungshofes – Verteidigungsministerium vergab rechtswidrig millionenschwere Verträge mit Beratern (Spiegel Online 23.9.): Mit Unternehmensberatern will Ursula von der Leyen das Verteidigungsministerium effizienter machen. Doch nach SPIEGEL-Informationen hat der Rechnungshof aufgedeckt, dass von der Leyens Ressort zu Unrecht Millionen dafür ausgegeben hat.
  4. Weiteres Rechnungshof-Gutachten – Wehrressort zahlte bis zu 150 Millionen Euro jährlich an Berater (Spiegel Online 25.9.): Ursula von der Leyen steht wegen millionenschwerer Berater-Etats in der Kritik. Der Rechnungshof berichtet nach SPIEGEL-Informationen in einem zusätzlichen Gutachten über freihändige Vergaben, fehlende Checks und obskure Aufträge.

Links von wissenbloggt:




Wider den Religionsunterricht


our-lady-2044835_1280Bemerkenswert an dem Artikel von atheisten-info.at ist besonders der Passus über die DDR. Dort lief ein 40-jähriger Versuch ohne Religionsunterricht, und die humanitäre Katastrophe blieb aus: Der Test der gelebten Freiheit von Religion ist erfolgreich verlaufen! (Bild: jjandson, pixabay)
 
Deshalb ist schwer einzusehen, warum die Ewiggestrigen in Österreich (und in Deutschland genauso) dem Religionsunterricht ewigen Bestand gewähren wollen.
Erwin Peterseil bei atheisten-info.at:
 
 

Religionsunterricht hat fixen Platz an Schulen

So ist ein Beitrag auf religion.ORF vom 27.9.2018 getitelt, einleitend heißt es: "Bildungsminister Heinz Faßmann räumt dem konfessionellen Religionsunterricht einen fixen Platz in Österreichs Bildungslandschaft und an Schulen ein."
 

Und weiter unten wird's dann konkret: "An der im Regierungsprogramm festgeschriebenen Einführung eines verpflichtenden alternativen Ethikunterrichts halte er nach wie vor fest, im Moment werde über ihre Finanzierung diskutiert."

Somit soll das Recht auf Abmeldung vom Religionsunterricht durch das Ersatzpflichtfach "Ethikunterricht" ausgehebelt werden.
 

Da es allerdings keine Religionspflicht gibt, Konfessionslose sich also auch nicht abmelden müssen, kann es für Abmelder und Religionslose kein Ersatzfach geben, der Religionsunterricht ist bloß ein Zusatzangebot für Angehörige von Religionsgemeinschaften!

Im Artikel wird auch Schönborn zitiert, es heißt dazu im Artikel:
"Schönborn: Gesellschaft braucht Religionsunterricht – Dass die Gesellschaft den Religionsunterricht brauche, sagte auch Kardinal Christoph Schönborn. Die großen Fragen der Menschheit dürften nicht dem politischen Mainstream oder der Wirtschaft überlassen werden. Wenn Generationen heranwachsen ohne eine Spur von Religionsunterricht, 'wäre das eine Katastrophe für die Gesellschaft'. Er sei froh darum, 'dass wir diesen Stachel in unserem Gesellschaftssystem eingebaut haben und diese Fragen ihren Platz in unserem Bildungssystem haben'."

Aha, das wäre eine Katastrophe für die Gesellschaft?
Wie kommt der Herr Kardinal auf diese Idee?
 
Es gab doch in der DDR einen vierzigjährigen Versuch auf diesem Gebiet!
 

In der DDR-Verfassung von 1949 stand im Artikel 40: "Der Religionsunterricht ist Angelegenheit der Religionsgemeinschaften. Die Ausübung des Rechtes wird gewährleistet." Und im Artikel 44: "Das Recht der Kirche auf Erteilung von Religionsunterricht in den Räumen der Schule ist gewährleistet. Der Religionsunterricht wird von den durch die Kirche ausgewählten Kräften erteilt. Niemand darf gezwungen oder gehindert werden, Religionsunterricht zu erteilen. Über die Teilnahme am Religionsunterricht bestimmen die Erziehungsberechtigten."

Es gab somit in der DDR keinen staatlichen Religionsunterricht, sondern einen freiwillig-kirchlichen, der sich wohl wegen der Machtverhältnisse keines allzu großen Zuspruchs erfreute. Die Zahl der Kirchenmitglieder war niedrig, nach dem Ende der DDR gab's dort wegen der Einführung der Kirchensteuer noch einen zusätzlichen Massenaustritt der verbliebenen Kirchenmitglieder, heute ist das Gebiet der Ex-DDR das religionsfreieste weltweit.

Und was für eine Katastrophe hat sich daraus ergeben?
 

Ist dort irgendwas Schlimmes, das sonst nirgendwo ist? Der Test der gelebten Freiheit von Religion ist erfolgreich verlaufen! Frei von Religion zu sein, ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern eine extrem vernünftige Art zu leben. Die Menschen in der Ex-DDR haben das in der Praxis im Langzeitversuch sehr überzeugend bewiesen!

Darum: Entweder Ethikunterricht für alle, egal ob religionslos oder nicht, oder eben kein Ethikunterricht! Ohne Religionsunterricht fehlt niemanden irgendwas!

 

Link zum Originalartikel bei atheisten-info.at

Links von wissenbloggt:




Fußballerinas - mit Tütü und Schienbeinschoner


footballer-312336_1280Warum ist der Frauenfußball so unattraktiv? Dieser Frage gehen viele Leute nach. Was die Frauen der ersten Liga zusammenkicken, wäre bei den Männern nur viertklassig. Muss das wirklich so sein? (Bild: Clker-Free-Vector-Images, pixabay)

Beim Volleyball ist das ganz anders, schon mal vom Namen her. Die Volleyballerinas spielen Damenvolleyball, und der hat seine eigene Attraktion. Das Netz hängt etwas niedriger, die Damen müssen nicht ganz so hoch springen und nicht ganz so atlethisch spielen wie die Herren.

girl-1953201_1280Dafür spielen sie geschickter und bringen längere Ballwechsel zustande. Das ist attraktiv für die Zuschauer, und niemand redet darüber, ob die Damen drei Klassen schwächer spielen als die Herren. Speziell Beachvolley macht die Damen attakttiv, was vielleicht auch etwas mit der Dienstkleidung zu tun hat (Bild: xusenru, pixabay).

retro-1107639_1280Was kann man tun, um den Fußballfrauen vergleichbare Attraktivität zu verschaffen? Wenn sie atlethisch, konditionell und technisch schwächer sind als die Männer, müssten sie das doch über ausgefuchste Strategie wettmachen können?

Blindes Verständnis bei gut orchestrierten Spielzügen?

Umwerfende Taktik durch wohlgeplante Laufwege?

Pustekuchen. Davon kann keine Rede sein. Die Frauen bolzen genauso rauhbauzig drauflos wie schwächere Männerteams. Das wäre doch quasi ein Plädoyer für sanfteres Einsteigen und das passende Outfit dazu? (Bild: ArtsyBee, pixabay)

Wie gefällig könnte das doch wirken: Die Fußballerinas tanzen ein 3:0 für den FC. Lediglich ein paar grundlegende Entscheidungen wären nötig, ein Tütü-Kompromiss mit den Schienbeinschonern, und als Fußballschuhe Ballerinas. Da reicht dann 1 Stollen, sie tanzen ja auf Zehenspitzen (Bild: skeeze & geralt, pixabay).

ballet-545323_1280Abseits? Die Abseitsregel kann gestrichen werden. Niemand steht abseits, es werden alle einbezogen. Strafstöße werden überflüssig; Elfmeter werden ersetzt durch Elfenmeter. Ballettfiguren liefern die beste Basis für graziöse Strategien und konzertierte Aktionen. De côté, Glissade, Grand jeté, Piqué Tombé. Und Pas de deux klingt doch besser als Doppelpass. Auch ist Battement der battle of the football field vorzuziehen.

Sie müssen sowieso nicht alles neu lernen. Fußballfrauen wie -ballerinas haben Spielbeine und Standbeine. Darauf lässt sich aufbauen. Wenn die Regeln ein bissel angeglichen werden müssen, findet sich garantiert irgendeine ISO-Norm, die das steuert; die gibt's ja für alles.

Nur bitte eines nicht: keine Fußballerfrisuren und -tattoos. Solche Selbstverhunzung macht den Sport nicht attraktiver. Im Gegenteil.

Frischauf drum, Fußballerinas! Die Hools werden euch lieben. Nur keine Torschusspanik. Auch wenn er manchmal eckig erscheint, gilt immer noch: Der Ball ist rund.

Ball & Ballet – das gehört doch irgendwie zusammen.

 

Links zu weiteren Humor-Artikeln:




Rezension zu „Hawking in der Nussschale“ von Florian Freistetter


51QIcDIYcwL._SX328_BO1,204,203,200_Dr. Gerfried Pongratz rezensiert ein Buch, das der Wissenschaftsblogger und Astronom Florian Freistetter über den Physiker Stephen Hawkings geschrieben hat. Freistetters Untertitel kommt aus dem Englischen "in a nutshell": "Kosmos in der Nussschale."

Der Verlag begründet die nutshell: Leichtfüßig, auf das Wesentliche reduziert und unterhaltsam macht uns Freistetter ein kompliziertes theoretisches Werk zugängig. Ein Buch, mit dem Sie tief in das gedankliche Universum des berühmten Physikers eintauchen – ohne den Verstand zu verlieren. Gerfried Pongratz 9/2018:

 

„Hawking in der Nussschale“

Kleines Büchlein, aber beileibe kein Leichtgewicht! Der weitum bekannte und geschätzte Wissenschaftsblogger, Buchautor und Science Buster Florian Freistetter stellt auf 109 kleinformatigen Seiten wieder einmal unter Beweis, dass er es wie kaum ein Zweiter versteht, auch komplizierte wissenschaftliche Sachverhalte gut zu erklären und einem breiten Publikum interessant nahe zu bringen. Humorvoll, locker führt er in den „Kosmos des großen Physikers“ (Untertitel des Buches) und vermittelt Interessierten zumindest eine Ahnung von den Arbeiten und Erkenntnissen Stephen Hawkings, der am 14. März 2018 verstorben ist.

Das Buch widmet sich fünf großen Themen, die Hawkings wissenschaftliche Bedeutung überwiegend begründen, wobei es dem Autor ein Anliegen ist, nicht nur die Erkenntnisse Hawkings, sondern auch die theoretischen Grundlagen dazu, soweit es verbal-schriftlich bei mathematischen Fragen überhaupt möglich ist, populärwissenschaftlich – z.T. unter Zuhilfenahme von Gedankenexperimenten – knapp und klar zu erläutern:

1. SINGULARITÄT:

Stephen Hawking „konnte zeigen, dass die Singularität am Anfang des Universums keine mathematische Kuriosität der Allgemeinen Relativitätstheorie ist (S. 24), er demonstrierte, dass das Universum mit einer Singularität begonnen haben muss“ (S. 25). Hawking verbrachte einen Großteil seines Arbeitslebens damit, eine Theorie zu finden, die über Einsteins Relativitätstheorie hinausgeht und den Urknall prinzipiell verstehbar werden lässt.

2. GRAVITATIONSWELLEN (sich ausbreitende Krümmungen der Raumzeit, wenn schwarze Löcher kollidieren):

Hawking veröffentlichte das „Area theorem“, das in seiner mathematischen Herleitung beweist, dass der Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs niemals kleiner wird. Zusammen mit John Bardeen und Brandon Carter publizierte er „The four laws of black hole mechanics“, die eine Verbindung zwischen Schwarzen Löchern und Thermodynamik herstellen und bis heute zu den bedeutendsten Beiträgen zur theoretischen Physik gehören.

3. DIE HAWKING-STRAHLUNG (Warum Schwarze Löcher nicht so schwarz sind, wie man dachte):

In einer Arbeit („Particle creation by black holes“) konnte Hawking 1975 unter Zuhilfenahme der Quantenmechanik zeigen, dass Schwarze Löcher im Einklang mit der Thermodynamik „strahlen“. Für Laien nicht leicht verstehbar, erläutert Freistetter die Grundlagen dieser Prozesse, die in die Aussage münden: „Die Hawking-Strahlung ist also quasi das, was das Schwarze Loch aus dem Vakuum gemacht hat, das da war, bevor es entstanden ist“ (S. 53). „Bis allerdings ein typisches Schwarzes Loch verschwunden ist, dauert es knapp 10^68 Jahre“ (S. 57). „Der fehlende experimentelle Nachweis der Hawking-Strahlung ist wahrscheinlich auch der Grund, weswegen Stephen Hawking für seine Arbeiten nie mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde“ (S. 59).

4. DAS INFORMATIONS-PARADOXON (Hinter dem Ereignishorizont geht’s weiter):

Ein Schwarzes Loch besitzt 3 Eigenschaften – Masse, elektrische Ladung, Drehimpuls -, mehr kann man darüber nicht wissen. Es hat keine „Haare“, man kann einzelne Schwarze Löcher nicht individualisieren (S. 63). Aus komplizierten Überlegungen und Berechnungen kam Hawking allerdings zum Schluss, dass Information in Schwarzen Löchern nicht vollständig zerstört wird (weswegen er eine Wette verlor). „Das Informationsparadoxon gehört zu den faszinierenden offenen Fragen, die Stephen Hawking der Welt hinterlassen hat“ (S. 71). „Wirklich verstehen wir es erst, wenn wir auch eine Theorie haben, die uns sagt, was es tatsächlich mit der Singularität auf sich hat, die sich hinter dem Ereignishorizont befindet“ (S. 72).

5. VOR DEM URKNALL (In den endlosen Weiten der euklidischen Raumzeit):

Das Verständnis zur Entwicklung des Universums beinhaltet noch zahlreiche offene Fragen, wie z.B. zur Existenz der Materie (warum gibt es so viel mehr Materie als Antimaterie), zur kosmischen Inflation, zur Natur der Dunklen Materie und Dunklen Energie und selbstverständlich auch zu „was war vor dem Urknall?“. Um letzterem näher zu kommen, beschritt Hawking gemeinsam mit James Hartle einen Weg, der über „imaginäre Zeit“ zu „euklidischer Raumzeit“ und zur „Keine-Grenzen-Hypothese“ führt, die besagt, dass „das Universum WAR, ohne Zeit, wie wir sie kennen“ (S. 85). „Hawking und Hartle haben sich ein zeitloses Universum ausgedacht, das trotz allem einen Anfang hat“ (S. 86). Am Moment des Urknalls gibt es einen Punkt, an dem die Zeit verschwindet und zu Raum wird. „Wirklich verstehen kann man die Arbeit von Hawking und Hartle nur mathematisch und nicht anschaulich“ (S. 87). „Was bringt das Universum dazu, sich so zu verhalten? Diese Frage (und andere) konnte Hawking nicht beantworten. Aber er hat uns gezeigt, dass wir nicht fassungs- und ideenlos vor den ganz großen Fragen stehen bleiben müssen“ (S. 88).

Im Vorwort des Buches beschreibt Florian Freistetter, wie ihn – sechszehnjährig – die damals noch weitgehend unverstandenen Schriften Hawkings faszinierten und im Epilog wird seine Verehrung für den großen Physiker, Kommunikator und Menschen deutlich:

„Stephen Hawking war ohne Zweifel ein genialer Wissenschaftler… er hat komplett neue und überraschende Dinge über unser Universum herausgefunden, aber nicht (wie Newton und Einstein) die Naturwissenschaft revolutioniert“… „Und er hat es wie kein anderer Wissenschaftler der Gegenwart oder Vergangenheit verstanden, die zutiefst mathematischen und abstrakten Themen seiner Forschung in die Öffentlichkeit zu tragen“ (S. 92).

Vielen Menschen – nicht zuletzt auch dem Rezensenten – ging und geht es im Hinblick auf Hawkings Wirken ähnlich wie Florian Freistetter. Obwohl Hawkings Arbeiten und Erkenntnisse keine unmittelbaren Auswirkungen auf unseren Alltag besitzen, ist neben seiner Bedeutung als Physiker und Kosmologe auch seine Vorbildwirkung für wissenschaftliche Neugier, für den Drang, zu erkennen, „was die Welt im innersten zusammenhält“, kaum überschätzbar (zusätzlich ist er auch Vorbild für menschliche Größe, Beharrlichkeit, mentale Kraft und – nicht zuletzt – für Humor trotz schwerem Schicksal). Das vorliegende kleine Buch bietet – übersichtlich und anspruchsvoll – grundlegende Einblicke in das Werk des großen Wissenschaftlers, es kann uneingeschränkt empfohlen werden (einige der behandelten Themen erforderten für den Rezensenten, zusätzliche Erläuterungen – z.B. via Wikipedia – beizuziehen).

 

Gerfried Pongratz

Florian Freistetter: „Hawking in der Nussschale“ Der Kosmos des großen Physikers, © Carl Hanser Verlag, München, 2018, ISBN 978-3-446-26245-4, 109 Seiten

Weitere Rezensionen von Gerfried Pongratz




Deutsche Bibelgesellschaft surft auf der Sintflut - Anzeige von Frank Sacco


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Frank Sacco, Doktor der Medizin, ergreift Schritte gegen die Kinderschänder – denn solches sind die Leute, die Kindern Gottangst machen, mit Höllenfeuer und Sintflut (Bild: Semevent, pixabay).

Praxis Frank Sacco

Herrn Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof    Entwurf

Brauerstraße 30, 76135 Karlsruhe

Strafanzeige gegen den Verlag Deutsche Bibelgesellschaft bzw. die dort Verantwortlichen

wegen Verstößen u.a. gegen Art 1 GG, § 131 StGB, § 166 StGB

Begründung:

Im Kinderbuch „Meine schönsten Bibelgeschichten“, lässt die Deutsche Bibelgesellschaft „Gott“ bemerkenswerte Sätze zur Sintflut sprechen. Es gebe außer Noah sonst „niemand mehr auf der ganzen Erde, an dem ich Freude haben  kann…  Alle sind böse.  Nur dich und deine Familie will ich retten… Bald wird die Sintflut kommen“. Fazit: Alle Kinder waren böse. Weil sie „Gott“ keine „Freude“ mehr machten, mussten alle Kinder getötet werden.

Das Buch liegt u.a. für Kinder aus in der Stadtkirche St. Marien Celle (evangelisch). Dort ließ man die Kinder der Gemeinde Bilder zum Thema des Holocaust Sintflut malen. Es ist ein ca. 20 cm dickes Werk geworden und liegt in einer Vitrine.

Diese sog. Sintflut wird unseren Kindern in Wort und Bild (unten) als der erste Holocaust der Geschichte geschildert. Dieser dauerte lt. Bibel etwa ein Jahr. Das Tötungs- bzw. Foltermittel war Regenwasser. Kinder glauben die Geschichte so, wie sie gemeint und ihnen dargestellt ist. Sie sollen massive Angst bekommen. Gottangst. Solcherart missbrauchte Kinder entwickeln, wenn sie sensibel sind,  ein Sacco-Syndrom, siehe Internet. Die Würde eines jeden Menschen wird in und mit  der Geschichte mit Füßen getreten.

Die Sintflut wird, weil „Gott“ in seiner „Güte“ acht Juden verschonte, als eine der „schönsten Bibelgeschichten“ betitelt. Hier wird jedoch ein Holocaust illegal verharmlost und verherrlicht. Vor Jahren fragte ich Pastorin A. zu D. hier am Ort, warum auch alle Babys von „Gott“ ertränkt werden mussten. Die Antwort: „Glauben Sie nicht, dass alle Menschen irgendwo Sünder sind?“ „Gott“ wird also noch nach Auschwitz vor Kindern als ein gerecht waltender Holocaustveranstalter hingestellt, denn nach dem Dogma beider Amtskirchen seien „alle Gerichte“ dieses Gottes „gerecht“.

Es ist dringlich und sollte selbstverständlich werden, dass in der BRD jeder Holocaust negativ dargestellt wird, unabhängig davon, wer ihn begeht.

Gez. Dr. Sacco

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(Bild: Weltbild Verlag, "Illustrierte Bibel für Kinder")

Frank Sacco ist Autor von Das Sacco Syndrom und Autor der Bücher

Weitere Artikel von Frank Sacco

Spezieller Artikel Über die Rache: „Die Rache ist mein“, spricht „Gott“ von Frank Sacco

 




12% im Prekariat, 26% gefährdet


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"Unsere tiefergehenden Analysen zur Teilpopulation der jungen Erwachsenen zeigen, dass diese Gruppen ein breites Spektrum prekärer und sicherer Arbeitsmarkterfahrungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt aufweist. Die größten Cluster beschreiben lückenlose Übergänge in den Arbeitsmarkt, die von Sicherheit geprägt sind. In anderen Clustern werden Bildungs- und Ausbildungsepisoden ebenso wie Familiengründungen von vorübergehender Prekarität begleitet. Die anhaltende Prekarität von (Aus-)Bildungsabbrechern gibt Anlass zur Sorge, dass sich Prekarität für diese jungen Menschen auch in späteren Lebensphasen nur schwer überwinden lässt" (aus der Studie Existiert ein verfestigtes „Prekariat“? der Hans-Böckler-Stiftung, Bild: HBS, es folgt eine Pressemitteilung der HBS).

24.09.2018

Neue Studie untersucht verstetigte Prekarität

Rund jede und jeder achte in der Erwerbsbevölkerung muss dauerhaft unter prekären Umständen leben

Wie groß ist das Prekariat, wenn man einen strengen empirischen Maßstab anlegt? In der Erwerbsbevölkerung leben gut 12 Prozent oder gut vier Millionen Menschen dauerhaft in prekären Umständen. Das heißt: Job ohne Perspektive, zu wenig Einkommen, mangelhafte soziale Absicherung, und das über mehrere Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie.

Der Begriff Prekariat war jahrelang in aller Munde. Dennoch existiert bis heute keine allgemeinverbindliche Definition. Klar ist immerhin: Gemeint ist eine Gruppe, die zwischen der sozial abgesicherten Mehrheit der Erwerbstätigen und den beinahe gänzlich aus dem Erwerbszusammenhang Ausgeschlossenen, etwa Langzeitarbeitslosen, steht. Sie strampelt sich in wechselnden, schlecht bezahlten Jobs ab, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen. Aber lebt jeder befristet Beschäftigte, Leiharbeiter, Minijobber oder mit geringem Erfolg Selbstständige automatisch in prekären Umständen? Nein, sagt das Forscherteam der Studie um Prof. Dr. Jutta Allmendinger vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und Prof. Dr. Markus Promberger von der Universität Erlangen-Nürnberg. Wenn jemand beispielsweise vorübergehend prekär beschäftigt ist, jedoch in einem relativ wohlhabenden Haushalt lebt, könne man zwar von einer prekären Erwerbssituation, jedoch nicht von prekären Lebensumständen sprechen. Dazu müssen verschiedene Faktoren für einen längeren Zeitraum zusammentreffen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler legen also einen mehrdimensionalen Maßstab an, um zu ermitteln, wie verbreitet verstetigte Prekarität in Deutschland ist.

Die Forscherinnen und Forscher haben eine Reihe sozialer Indikatoren zusammengestellt, die als Indizien für ein prekäres Leben dienen können. Diese beziehen sich zum einen auf das Erwerbsleben, darin enthalten sind etwa Niedriglohn, ein unsicherer Job oder fehlender Kündigungsschutz. Zum anderen geht es um den Haushaltskontext: Armut, beengte Wohnverhältnisse oder auch Überschuldung. Von einer „prekären Beschäftigungsepisode“ sprechen die Wissenschaftler, wenn wenigstens zwei der auf den Arbeitsmarkt bezogenen Negativkriterien erfüllt sind. Nach dem gleichen Muster bestimmen sie „prekäre Haushaltsepisoden“. Dies sei ein „konservatives Messverfahren, das erst bei einem deutlicheren Problemumfang“ anschlage.

Anhand repräsentativer Befragungsdaten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) haben die ForscherInnen berechnet, wie groß die Gruppe ist, die längerfristig sowohl von prekärer Beschäftigung als auch von einer prekären Haushaltslage betroffen ist. Der Kalkulation liegen die repräsentativen Angaben von fast 10.000 Personen zugrunde, die in einem Beobachtungszeitraum von zehn Jahren mindestens einmal erwerbstätig waren. Der Untersuchungszeitraum reicht von 1993 bis 2012 und wird in zwei Perioden unterteilt.

Ergebnis: 12,3 Prozent der Erwerbsbevölkerung waren in einem Zehnjahreszeitraum überwiegend prekär beschäftigt und mussten sich anhaltend mit einer ebensolchen Haushaltslage arrangieren.

Unter ihnen bilden Frauen im Haupterwerbsalter, die meistens Kinder und mal keinen, mal einen schlechten Job haben, mit 6,7 Prozent der Erwerbstätigen die größte Teilgruppe. Die zweitgrößte Gruppe besteht aus „Vätern in anhaltend prekärer Lage“, denen es selbst bei dauerhafter Erwerbstätigkeit nicht gelingt, „gemeinsam mit der Partnerin die Familie sicher zu versorgen“. Das sind 4,3 Prozent der Erwerbstätigen. Weitere 1,3 Prozent entfallen auf junge Männer ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Allen drei Gruppen gelingt im zehnjährigen Beobachtungszeitraum unter den jeweiligen sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine nennenswerte Verbesserung ihrer prekären Lebens- und Erwerbsumstände; man kann diese soziale Gruppe mit einigem Recht als „Prekariat“ bezeichnen. Das gesamte Risikopotential ist sogar noch größer, wenn man Menschen einschließt, die kurz- oder mittelfristig prekär beschäftigt sind und vorübergehend in prekären Haushaltslagen leben.

Die Politik sei gut beraten, resümieren die ForscherInnen, sich mit dem Phänomen des Prekariats intensiver auseinanderzusetzen, das in der zahlenmäßigen Größenordnung dem Problem des Hartz-IV-Bezugs ähnelt, sich jedoch in vielen Fällen substanziell davon unterscheidet, vor allem im Hinblick auf die ausgeprägte Erwerbsnähe und Erwerbsbeteiligung. Der Mindestlohn sei für diese Gruppe eminent wichtig, könne aber das Problem nicht alleine lösen. Nachzudenken sei auch über eine „solidarische Lohn- und Steuerpolitik mit Umverteilungskomponenten in Richtung von Geringverdienern“ und ihren Haushalten. Außerdem gebe es Potential für arbeitsrechtliche Reformen: Einschränkung von Befristungen, Regeln für Leiharbeit und Werkverträge, leichterer Zugang zum Arbeitslosengeld für Menschen mit regelmäßigen Erwerbsunterbrechungen.

Link zur Studie:

Markus Promberger u.a.: Existiert ein verfestigtes „Prekariat“? Working Paper Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 85, September 2018.

Infografik zum Download

Link zur Pressemitteilung der HBS

Links zur Ungleichheit:

Wealth Of Top 1% Surpasses $100 Trillion: More Than Global GDP And All Central Bank Balance Sheets (Zero Hedge 25.9.): … the wealth of the top 1% globally has surpassed $100tr now…a number greater than the sum of the big-4 central bank balance sheets, current world GDP and the cost of the ‘07/’08 global financial crisis …

World Inequality Report 2018 (World Inequality Lab): Income inequality varies greatly across world regions. It is lowest in europe and highest in the middle east. In recent decades, income inequality has increased in nearly all countries, but at different speeds, suggesting that institutions and policies matter in shaping inequality (Bild: WID).

widelefant2018


Three reasons some countries are far more unequal than others (The Conversation 25.9.): Why do the richest 1% of Americans take 20% of national income, but the richest 1% of Danes only 6%? Why have affluent British people seen their share of national income double since 1980, while over the same period, the income share of wealthy Dutch hasn’t budged? (Bild: The Conversation).

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Links von wissenbloggt:

 




Kollateralschaden Pandemie


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Epedemien und Pandemien haben das Potential, nicht bloß einige wenige Menschen zu töten (Bild: creozavr, pixabay).

Sie können im Prinzip ganze Landstriche entvölkern. Weil der Durchseuchungsgrad (Epidemologenslang) der Menscheit ständig steigt, kommen alle Seuchen irgendwann überall hin. Da besteht die reale Chance, dass ein Großteil der Menschen an einer exotischen Seuche zugrundegeht – das ist einen wissenbloggt-Artikel wert.

Maßgebliche Einflussgrößen sind Freizügigkeit, Globalisierung, Massentierhaltung und Bevölkerungswachstum. Speziell wo arme Menschen dichtgedrängt unter schechten hygienischen Verhältnissen leben, prosperieren Viren und Bakterien. Dasselbe gilt bei Tieren, die auf engem Raum massenhaft gehalten werden. Man behandelt sie u.a. mit zuviel Antibiotika, und in der Folge entwickeln sich immer mehr resistente Bakterienstämme.

Selbstverständlich sind die Krankheitskeime immer dabei, wo Fernreisen gemacht werden. Je mehr Flugverkehr, desto mehr Durchseuchung. Ein übriges tut der freie Sexualverkehr, der Krankheiten wie Syphilis oder Aids verbreiten hilft. Epedemien sind quasi ein Kollateralschaden von solcher globalisierten Freizügigkeit, von solcher Bevölkerungs- und Tierhaltungsdichte.

Die Liste der allgemeingefährlichen Infektionskrankheiten ist lang (8.). Da tummeln sich exotische Epedemienamen – hoffentlich müssen wir die nicht genauer kennenlernen. Eine kleine Auswahl aus anderen Quellen zeigt die Globalisierung der Epedemien:

Die gruselige Geschichte der Epedemien wird bei wiki aufgelistet. Es spricht nichts dafür, dass die Liste vollständig ist. Im Gegenteil, die Experten warten quasi darauf, dass sie sich verlängert. Das wurde zeitnah in den Medien geschrieben (1., 2., 3., 4., 5., 6., 7.). Dazu nochmal die Links zur Weltgesundheitsorganisation WHO mit ihrer 2018-Liste (8., 9.).

In der Liste taucht eine Epedemie auf, die es noch gar nicht gibt: die "Krankheit X". Damit ist die nächste Pandemie gemeint, egal ob von bekannten oder neuen Erregern. Die hauptsächliche Gefahr wird bei Tieren gesehen, deren Krankheitserreger die Schwelle zum Menschen überspringen könnten. Immerhin gibt es 600.000 bis 800.000 freilaufende Virenarten, die den Menschen infizieren können. Krankmachend sind aber nur etwa 260 – hoffentlich nicht eine zuviel.

 

Medien-Links:

  1. Infektionskontrolle – Gesucht: die nächste große Seuche (Süddeutsche Zeitung 7.3.): Wissenschaftler versuchen, künftige Epidemien besser vorherzusagen. Zu den Verdächtigen gehören Klassiker, aber auch weitgehend unbekannte Erreger wie das Nipah-Virus – sowie "Krankheit X".
  2. Krankheitserreger: Willkommen im Zeitalter der Epidemien (Zeit Online 6.9., 250 Kommentare): Ebola, Zika oder Dengue gefährden mehr Menschen als je zuvor. Sie verschwinden nicht mehr. Fünf Gründe, warum es Erregern immer leichter fällt, uns zu infizieren.
  3. Why pandemic influenza is so deadly – revealed (The Conversation 17.9.): The Spanish flu virus infected a third of the world’s population 100 years ago and claimed the lives of up to 100m people. The virus continued to evolve and its descendants went on to cause all subsequent flu pandemics, leading to the 1918 pandemic flu to be called the “mother of all flu pandemics”. The US army predicts that if a similar flu virus emerged today, it would kill 2.8m people in the US alone or six times more than the 1918 flu.
  4. Bill Gates: The Threat Of A "Disease X" Global Pandemic Is "Very Real" (Zero Hedge 18.9.): "The threat of the unknown pathogen – highly-contagious, lethal, fast-moving – is real. It could be a mutated flu strain or something else entirely. The Swine Flu and 2014 Ebola outbreaks underscored the threat."
  5. "Krankheit X" könnte 30 Millionen Menschen töten, warnt die WHO (Huffpost 13.3.): Die Organisation fordert die Entwicklung umfassender Gegenmaßnahmen.
  6. Usutu-Virus: Das stille Sterben der Amseln (Spektrum.de 22.9.) Das Usutu-Virus ist in Norddeutschland angekommen und rafft massenhaft Amseln dahin. Und noch eine zweite Infektionswelle könnte durchs Land schwappen (gemeint ist das West-Nil-Virus).
  7. „Die neuen Todesfälle durch Borna-Viren bringen das Robert Koch-Institut in Erklärungsnot“ (NachDenkSeiten 24.9.): 2007 erhielt die Virusforscherin Liv Bode den Whistleblower-Preis, weil sie bei ihrer Forschung zum Borna-Virus „Alarm geschlagen“ hat.
  8. List of Blueprint priority diseases (World Health Organization 2/2018)
  9. 2018 Annual review of diseases prioritized under the Research and Development Blueprint (WHO 7.2.):

    • 1. Aflatoxicosis
    • 2. Alphaviruses
    • 3. Anthrax
    • 4. Candida auris
    • 5. Chandipura virus
    • 6. Chikungunya
    • 7. Cholera
    • 8. Endemic Kaposi Syndrome
    • 9. Kyasanur Forest disease
    • 10. Leishmaniasis
    • 11. Mayaro
    • 12. Necrotising cellulitis/fasciitis
    • 13. Emerging non-Polio enteroviruses
    • 14. Oropouche
    • 15. Plague
    • 16. Sindbis
    • 17. South American Heamorrhagic Fevers
    • 18. Usutu
    • 19. West Nile Virus disease
    • 20. Zoonotic brucellosis

Links von wissenbloggt zur Durchseuchungslage:




® Die Frage steht im Raum


FragezeichenWarum steht die Frage im Raum? Na klar, die wird gestellt, also steht sie. Nur das Fragezeichen am Ende wird gesetzt, das darf sitzen (Bild: Wo ist dein Problem Logo, BPHD, Wikimedia Commons).

Die Frage steht, das Fragezeichen sitzt, und wenn zwischendrin eine Pause eingelegt wird, darf die sogar liegen; sie wird schließlich eingelegt.

Bei der Absicht, aus dieser Wirrnis Humor zu saugen, sind auch die Übersetzungen interessant. Auffällig ist, auf englisch gibt es keine klare Entsprechung. Da gibt es nichts, was im Raum steht, sondern es wird bestenfalls erhoben (raised). Es muss auch keine Frage (question) sein, sondern das Modewort issue passt auch. Und der Raum, in dem die Fragen stehen? Den gibt's nur bei uns:

  • the question is
  • the question arises
  • the issue of

Um so wertvoller wird der Fragenraum für uns. Das ist quasi ein Schutzbiotop, wo die Merkwürdigkeiten der deutschen Sprache ihre Urständ feiern. Beispielsweise stehen die Fragen sehr stabil. Sie fallen nicht um, nicht mal die Umfragen. Und wenn Fragen wiederholt werden, werden sie wiederholt gestellt, obwohl sie doch gar nicht fallen können. Das sind dann bohrende Fragen.

Manche Fragen stellen sich sogar von allein. Man sieht, die haben enormes Standvermögen. Es braucht einige Beharrlichkeit, um sie niederzuhalten. Man muss den Mund halten, denn bevor sie gestellt werden, liegen die Fragen auf der Zunge. Sobald sie mal gestellt sind, stehen sie im Raum herum, und nichts kann sie ungefragt machen.

Sie können höchstens verhallen, aber dafür brauchen sie einen Raum mit Hall. Sonst reicht ein Abstellraum. Dadrin können die Fragen im Raum stehen und verstauben. Für offene Fragen braucht es allerdings einen offenen Raum. Manche Fragen sind so global, dass sie eigentlich nur im Weltraum stehen können.

Das wirft die Frage nach der Raumzeit auf. Können Fragen nicht bloß im Raum stehen, sondern in der Raumzeit?

Ob das wohl geht? In der Zeit kann man doch nur liegen, wenn überhaupt. Man liegt in der Zeit, wenn man rechtzeitig fertig ist.

Mal angenommen, die Frage wird gestellt, und damit wird man rechtzeitig fertig? Sie steht dann im Raum, und sie liegt in der Zeit. Steht sie dann in der Raumzeit? Oder liegt sie in der Raumzeit? Oder gibt's womöglich eine Superposition von Stehen/Liegen?

Das führt auf das gleiche philosophische Paradox wie die Frage nach dem Vorstandsvorsitzenden. Steht der, oder sitzt der? (Oder sind Banker/Manager gemeint, die vor Gericht stehen, und danach sitzen die?)

Interessant sind noch die großen und die kleinen Anfragen, denn die werden eingereicht und nicht gestellt. Zwischendurch können noch Zwischenfragen kommen, die ihrem Platz im Zwischenraum finden, sobald man sie in einen Raum stellt. Bei den Abfragen ist der Fall nicht so klar. Die stellt man besser nicht in den Raum, denn das müsste der Abraum sein. Notfalls tut es aber auch ein Klassenraum, wenn Schüler abgefragt werden. 

Gibt's irgendwelche Nachfragen? Richtig, die Nachfragen stellt man auch nicht in den Raum, sondern man schiebt sie nach. Sollte jemand diese Aussage hinterfragen, dann bleibt ihm die Möglichkeit der Hinterfrage. Wo die landet, das weiß keiner. Hinterfragen ist sowieso unmodern, weil jeder seine eigenen Fragen in den Raum stellen will und meistens auch gleich die Antwort.

Das blöde ist nur, dass die Antworten so oft danebenliegen. Und wenn die da immer rumliegen, wie sollen sie dann an die im Raum stehenden Fragen drankommen? Das ist die naheliegende Frage, die im Raum steht …

 

(Dieser Artikel erschien zuerst am 29.12.13 und wurde am 23.9.18 überarbeitet und ergänzt.)

Links zu weiteren Humor-Artikeln:




Unterstellungen zur Asylpolitik


blow-22207_1280Hier geht es nicht darum, blindlings auszuteilen, sondern es handelt sich um wohlabgewogene Einschätzungen. Und warum Unterstellungen? Weil die Zahlen manipuliert werden, darum. Es wird gemauert, getrixt, getäuscht, gelogen und betrogen (Bild: PublicDomainPictures, pixabay, Anklicken zeigt Texte von wb).

Produzenten der Fakes sind staatliche Stellen genauso wie Medien und Lobbys. Letztere sind bei der Produktion von Meinungsumfragen führend. Diese Domäne konnten sie erobern, weil das Vakuum an unmanipulierten staatlichen Zahlen groß ist – und ein Bedürfnis nach stimmigen Zahlen ist allgemein gegeben.

An der Journaille ist dies Bedürfnis großteils vorbeigegangen. Früher, als die Fakes noch nicht Fakes hießen, waren Journalisten mal Leute, die allen Fakes nachgespürt haben. Wenn sie eine Manipulation, eine Täuschung, eine Verschleierung aufdeckten, gab es einen Skandal. Die Publikative galt als vierte Gewalt im Staate.

E und U

Naja, das ist sie wohl immer noch, nur eben anders. Zur Klärung kann man sich an die Musik wenden. Damals gab es die Unterteilung in E-Musik und U-Musik (Ernst und Unterhaltung). Analog dazu könnte man nun E-Journalismus und U-Journalismus unterscheiden. Das wäre dann der Enthüllungsjournalismus und der Unterhosenreport, und von den Enthüllungen landen 90% auch im U-Bereich des Paparazzitums …

Doch doch, es gibt noch den echten Enthüllungsjournalismus. Der Spiegel spiegelt immer noch ganz gut. Sogar im Bundestag stellt die Opposition mittlerweile Nachfragen zum Thema. Aber wenn überhaupt, scannen viele Wissbegierige heute nur noch Datenberge, die von freiwilligen Helfern geleakt werden. Und manche Helfer produzieren das Material gleich selber …

Vielleicht kommt die weltweite Wurstigkeit daher? Fake oder Wahrheit, ganz egal? Hauptsache 'ne knackige Meldung? Am besten eine, die rund um die Welt geklickt wird? Und hätten die Zahlenlieferandos es früher wagen dürfen, solche Machwerke wie aus der heutigen Produktion abzuliefern? Wären sie da nicht medial in die Pfanne gehauen worden?

Wohlan, wenn wb schon mal so metapherös sein darf, mit medialen Pfannen, dann kommt nun die Aussage (z.B. zu New York Times und Süddeutscher Zeitung), dass die Flaggschiffe lecken. Jawohl, sie lecken linksgrüne Füße, die alles Etablierte niedertrampeln wollen …

Äh nein, so nicht.

Arbeitslose und Arbeitende

Um bei der Sache zu bleiben, sind nun ein paar Facts fällig. Den Einstieg können die Arbeitslosenzahlen machen, die nicht ganz zum Thema passen, aber ein besonders verfeinertes Zahlenjonglage-Kunststück darstellen. Das gilt international. Aus der US-amerikanischen work force wird genausoviel herausgerechnet wie aus der deutschen Arbeitslosenstatistik. Immer nach dem Motto, wer sich gerade in der Nase bohrt, der gilt nicht als arbeitslos. Und wer krank ist, und wer in Ausbildungsmaßnahmen abgeschoben ist, und wer das falsche Alter hat, und wer zu lange arbeitslos ist, und wer Angehörige pflegt oder Kinder erzieht, und und und (wb-Link Arbeitslose).

Die meisten Medien akzeptieren diese Betrügerei klaglos. Jedes Jahr werden die offiziellen Zahlen wiedergegeben, und im Kleingedruckten steht dann, naja, da sind auch noch die vielen nicht Gezählten. Warum machen die Medien das? Warum schreiben sie nicht die richtigen Zahlen hin, und wenn die zu gut verbaggert sind, dann eben pi mal offiziell? Wären sie das der Allgemeinheit nicht schuldig? Wenn sie zu hoch schätzen, würde das die Zahlenlieferandos nicht auf Trab bringen? Nicht pi, sondern e? Oder α oder Φ? Oder womöglich echte, redlich ermittelte Zahlen?

Um zum Thema zu kommen, wird nun das Teamwork von Arbeitsamt und Bamf angesprochen. Die beiden Zahlenlieferandos haben eine feine Meldung fabriziert und medienweit unkritisch wiedergegeben gekriegt. 300.000 Flüchtlinge aus den acht Hauptasylländern hatten demnach einen Job gefunden, 238.000 sogar einen sozialversicherungspflichtigen (wb-Link Highlights).

Verdächtig war bloß, dass keine Informationen mitgeliefert wurden, wieviele von den 300.000 sich selbst erhalten konnten, und wie viele direkt oder indirekt aus den diversen Flüchtlingsgeldströmen subventioniert wurden. Wieso ließen sich die Medien mit so einer unseriösen Meldung abspeisen? Warum muss man auf die Leserforen (vor allem der Zeit) zurückgreifen, um solcher migrationspolitischen Selbstbeweihräucherung und -bauchpinselung zu entgehen?

Herausrechnen, Hereinrechnen

Wenn sich die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zusammentun, dann treffen echte Manipulationsexperten aufeinander. An dem 300.000-Beispiel zeigen sie, dass sie nicht nur das Herausrechnen beherrschen wie bei den Arbeitslosenzahlen, sondern auch das Hereinrechnen. Das gehört quasi zu deren Grundrechenarten, Zusammenzählen, Abziehen, Herausrechnen, Hereinrechnen.

Sie tun das anscheinend völlig skrupellos. Bei den Arbeitslosen können sie nicht genug Leute herausrechnen, und bei den Arbeitenden rechnen sie jeden rein, der nicht bei drei auf der Palme sitzt. So machen sie aus Deutschland einen hervorragenden Standort für Lügenproduktion.

Gefällige Beihilfe leisten Organisationen, die unter Staats-Journalismus laufen, vulgo der Tagesschau-Faktenfinder. Die operieren auf der Basis, dass es keine belastbaren Zahlen gibt, nichts Nachvollziehbares und keine uncoupierten offiziellen Quellen. Damit wollen sie alle Arten von pi-mal-Daumen-Schätzungen widerlegen (wb-Link Verboten, verboten).

Warum bohren die Faktenfinder-Journalisten nicht nach, ehe sie äußern, Zahlen nicht nachvollziehbar, Quelle nicht genannt, Zahlen strittig? Genau das wäre doch die Aufgabe von staatlichen Statistikern, dass sie unstrittige Zahlen liefern, und zwar redliche Gesamtzahlen? Wer sagt denen das endlich?

Familiennachzug

Hier bei wissenbloggt wurde schon mehrfach auf die Spaßeffekte beim Familiennachzug hingewiesen. Der wird bei den Flüchtlings-Immigranten nicht mitgezählt. Na schön, sie stellen keinen Asylantrag, aber wieso werden ihre Zahlen dann so verbuddelt? Und warum erfährt man nicht, wieviele den Flüchtlings-Immigranten zugeordnet sind und wieviele anderen Ausländern, die selber dafür aufkommen?

Ein Blick auf die Site des Bamf zeigt, die führen gern Zahlen vor, die zur linksgrünen Agenda passen, zu Integration und freiwilliger Rückkehr. Dazu ein Zahlenkonvolut namens Asylzahlen mit Aufschlüsselungen ohne Ende. Bloß zum Thema Familiennachzug gibt es keine eigene Rubrik, und die Suche bringt nur Artikel zur Gestaltung des Familiennachzugs, wenn man ihn selber durchführen will. Erst nach einigem Herumklicken findet sich dann doch etwas (1.), auf S. 95, nach Ländern aufgeschlüsselt.

Die Gesamtzahl 115.000 für 2017 deckt sich ganz gut mit den bei wb geschätzten 118.000 (wb-Link Familiennachzug). In der Länderwertung sind Syrien, Türkei, Irak Spitzenreiter (Türkei gleichbleibend, Syrien und Irak stark steigend). Viertes Land ist Indien (ebenfalls ansteigend); diese vier Länder machen die Hälfte aus. Die zweite Hälfte wird vom Kosovo angeführt, auch ein paar weitere osteuropäische Länder zeigen stark steigende Zahlen.

Das wäre dringend erklärungsbedürftig. Wo bleibt die Darstellung vom Trend? Die Asylzahlen gibt's monatsweise frisch, zum Familiennachzug gibt's das ganze Jahr noch garnix. Dabei gehen die Zahlen wahrscheinlich steil nach oben. Schlagen sich die 300.000 Asyl-Prozesse in 300.000 neuen Familiennachzügen nieder? Was ist mit dem osteuropäischen Familiennachzug, geht der auch auf Sozialkasse?

Wieso gibt es die Ungleichstellung von den einen, die einen gutbezahlten Arbeitsplatz nachweisen müssen, und deren Familiennachzug deutsch sprechen muss, gegenüber den anderen, die sich nicht selbst erhalten können, und die trotzdem ihre sprachunkundige Familie reinholen dürfen? Warum fragen die Medien nicht nach? Wissen die das nicht, wirkt das Bamf-Versteckspiel?

Umfragen

Bevor die Unterstellungen kommen, sind noch ein paar Beispiele für unterschiedliche Abfrageergebnisse fällig. Es geht um verschiedene Studien (siehe auch wb-Link Umfragen), zunächst um eine vom bekanntermaßen immigrationsfreundlichen PEW (2., 3., 4.), Aussage: A majority of people in several European countries say they support taking in refugees who are fleeing violence and war. Und nun das, was in der Zeit draus wird (5.), Aussage: Mehr als zwei Drittel der Europäer sind laut einer Umfrage weiter für die Aufnahme von Menschen in Not.

"Flüchtling" ist im Original noch jemand, der vor Gewalt und Krieg flieht, und dann sind's "Menschen in Not" – also auch Armutsmigranten. Nach denen wurde aber nicht gefragt. Die Unstimmigkeiten gehen schon beim Original los, so die Numerierung Q53a und Q41b an den Grafiken (2.). Was ist denn mit Q(uestion)1 bis Q40? Anscheinend gab es eine viel größere Zahl von Fragen, von denen selektiv einige wenige veröffentlicht wurden.

So ähnlich geht es bei der größeren SVR-Umfrage zu (6., 7.). Da gab es 136.356 "nicht neutrale Ausfälle insgesamt" und 9.298 "auswertbare Interviews" ( 7. S. 12). Nur 1 Befragter von 15 wurde also verwertet. Wenn das keine ideale Basis für Manipulation ist … Und es gab zwei Fragen, die objektiv beantwortbar sind:

  • "Migranten haben die Kriminalität erhöht", Ergebnis 7% ja, 30% nein (6. S. 14). Real muss es aber 100% ja heißen, laut PKS (z.B. zusätzlich 1,1 Morde/Totschläge pro Tag).
  • "Migranten haben positiv zu Deutschlands wirtschaftlicher Entwicklung beigetragen", Ergebnis 40% ja, 5% nein (6. S. 16). Real 100% nein durch zig Mrd. Nettokosten (das mag sich in Zukunft ändern, aber bis dato ist der Saldo überaus negativ).

Es kamen völlig falsche Einschätzungen als Abfrageergebnis, was die anderen Ergebnisse natürlich auch fragwürdig macht. Von den 9.298 ausgewählten Befragten waren merkwürdigerweise nur 2.720 (29,3%) ohne Migrationshintergrund. Und das ist kein Zufall, es war früher auch schon so. Bei einer früheren Studie gehörten sogar nur 19,5% der Befragten zur Mehrheitsbevölkerung (8.). Wunder was, wenn der SVR schon mal unter "Politbüro der deutschen Migrationspolitik" läuft und seine Studien als Auftragsarbeit der linksgrünen Kreise gelten. Was die Zeit draus macht, ist wieder ein unkritischer Willkommens-Artikel (9.). Es gibt aber auch das Gegenteil, z.B. bei Cicero (10.).

Plausibler erscheint ohnehin eine Direktumfrage bei der Welt (11.). Da wurde ungefiltert abgefragt, ob die unkontrollierte Einwanderung … gut für das Land wäre, Ergebnis 93% nicht gut. Das ist auch bei 80.000 Teilnehmern nicht repräsentativ, aber es zeigt die Spannen, die bei den Erhebungen möglich sind.

Unterstellungen

Endlich ist es soweit, dass die Verdachtsmomente eingesammelt sind. Über die Verlogenheit muss man nicht mehr diskutieren (wb-Link Verlogenheit), aber nun kann es losgehen mit den Beschuldigungen (die ja nun nicht mehr ganz so unbelegt sind). Zumal wir uns im Land der derjenigen befinden, die den Flüchtlings-Immigranten aus der halben Welt glauben, dass sie ihren  Pass verloren haben und Syrer sind (anscheinend kein Problem, wenn der Familiennachzug dann von Nigeria kommt).

Dann dürfen wir auch andere Sachen glauben, und zwar in der weniger gutgläubigen Richtung. Das betrifft nicht bloß die Immigrationsindustrie von Hilfsorganisationen, Vermietern, Sozialarbeitern, Anwälten und anderen, deren Vorteile klar auf der Hand liegen (300.000 Prozesse, dazu ein untypischer Bericht der SZ, 12.).

Mit der Begründung, dass die dargelegten Divergenzen gegenüber der freien Befragung offensichtlich nur fabriziert sein können, unterstellen wir den Agendasetzern (Studien-Autoren, Zeitungs-Redakteuren, Groß-Politikern) konzertiertes Vorgehen:

  • Sie verwischen mit Absicht den Unterschied Flüchtling/Immigrant, um die Zustimmung zum Asyl für allgemeine Immigration zu missbrauchen.
  • Sie stellen die positiven Aspekte unangemessen heraus und verschleiern oder leugnen die negativen.
  • Sie wollen die große Menge der Immigranten drin haben, und die sollen dauerhaftes Bleiberecht kriegen, ehe sich Protest regen kann.
  • Sie wollen eine positive Grundstimmung herbeimanipulieren, um die Basis für die Unterzeichnung vom global compact on refugees im Dezember zu schaffen.

Von dem Pakt wird die Gleichstellung von Flucht und Armutsimmigration geplant, und es soll offene Grenzen für alle geben (wb-Link Umsiedlung). Das versuchen die Agendasetzer schon vorab durchzusetzen. Deshalb wird a) gefragt, ob echte Flüchtlinge kommen dürfen, und dazu sagen sehr viele Befragte ja. Berichtet wird aber b), alle Immigranten wären willkommen.

Wenn b) direkt gefragt wird, nämlich ob allen Armutsflüchtlingen die unkontrollierte Einreise gestattet werden soll – also genau das, was der global compact on refugees erreichen will -, ist die Ablehnung gewaltig.

Ähnlich gewaltig dürfte die Ablehnung bei der Frage sein, ob alle unkontrolliert Reingekommenen und weiter Reinkommenden nach ein paar Jahren dauerhaftes Bleiberecht kriegen sollen.

Um das zu kaschieren, wird gelogen und betrogen und aus den wahren Daten ein Geheimnis gemacht – aus den Gesamtzahlen, aus den Gesamtkosten, aus den Anteilen Selbstversorger/Staatshilfe. Deshalb wird (ohne Druck) nie nachgehakt und kontrolliert, wo sich verdächtige Aspekte auftun, betreffend Immigration und Sekundärimmigration aus Osteuropa, aus der Türkei, aus dem Nahen, Mittleren und Fernen Osten, aus Arabien, aus Afrika.

Das also sind unsere Unterstellungen zur Asylpolitik. Schön wär's, wenn sie sich als gegenstandslos erweisen würden.

 

Medien-Links:

  1. Das Bundesamt in Zahlen 2017 Asyl, Migration und Integration (Bamf).
  2. A majority of Europeans favor taking in refugees, but most disapprove of EU’s handling of the issue (PEW Fakttank 19.9.): A majority of people in several European countries say they support taking in refugees who are fleeing violence and war.
  3. Topline Questionnaire (Pew Research Centre 19.9.).
  4. International survey methodology (Pew Research Centre 5-7/18): 1000 Befragte.
  5. Migration: Große Mehrheit in Europa würde weiter Flüchtlinge aufnehmen (Zeit Online 19.9., 220 Kommentare): Mehr als zwei Drittel der Europäer sind laut einer Umfrage weiter für die Aufnahme von Menschen in Not.
  6. Stabiles Klima in der Integrationsrepublik Deutschland SVR-Integrationsbarometer 2018 (Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration). S. 14: "Migranten haben die Kriminalität erhöht", Ergebnis 7% ja, 30% nein – S. 16 "Migranten haben positiv zu Deutschlands wirtschaftlicher Entwicklung beigetragen", Ergebnis 40% ja, 5% nein.
  7. Methodenbericht SVR-Integrationsbarometer 2018 (Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration). S. 12: "nicht neutrale Ausfälle insgesamt" 136.356 und "auswertbare Interviews" 9.298.
  8. Migrationsforschung : Professor Bade gibt den Anti-Sarrazin (Frankfurter Allgemeine Zeitung 9.5.11) (Prof. Bade ist inzwischen durch Professor Bauer ersetzt). Er ist der Sprecher des einflussreichen Kartells staatlich geförderter Migrationsforschung, die offene Debatten unterbindet. … Kaum jemand aber überprüfte diese vermeintlich repräsentative Studie: 5600 Personen wurden dafür am Telefon befragt, davon hatten 80,5 Prozent einen Migrationshintergrund und nur der Rest von 19,5 Prozent der Befragten gehörte zur Mehrheitsbevölkerung.
  9. Migration: Mehrheit sieht Flüchtlinge als kulturelle Bereicherung (Zeit Online 19.9., 500 Kommentare): Deutschland ist ein weltoffenes Land: Laut einer repräsentativen Befragung beurteilen die meisten Deutschen das Zusammenleben von Einheimischen und Zuwanderern positiv.
  10. Studie zur Integration des SVR – Bis das Ergebnis stimmt (Cicero 21.9.): Eine Studie verbreitet gute Nachrichten über die Integration in Deutschland. Doch der Auftraggeber und seine Methodik ist höchst zweifelhaft. Das hindert viele Medien nicht, die Ergebnisse kritiklos zu veröffentlichen.
  11. Ungarn – Die Kluft zwischen Orbán und Merkel wird zum Abgrund (Welt 17.9.) Abstimmung am Ende des Artikels, Ergebnis aus 80.000 ungefilterterten Stimmen: 93% für die unkontrollierte Einwanderung war nicht gut für das Land.
  12. Flüchtlinge – Gerichte kassieren fast die Hälfte der abgelehnten Asylbescheide (Süddeutsche Zeitung 14.1.): Gegen fast alle ablehnenden Bescheide des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wird geklagt. Diese Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung an die Linksfraktion hervor, die regelmäßig detaillierte Statistiken abfragt … Demnach werden 44% der Verfahren für die Flüchtlinge entschieden, bei Syrern 69% und bei Afghynen 61% – aber das ist nur die 1. Instanz. Das Bamf geht regelmäßig in Berufung und hat in 2. Instanz wiederum oft Erfolg (keine Angabe, wie oft). Bei den 300.000 Prozessen geht es um den Anerkennungs-Status. Nur für anerkannte Flüchtlinge gibt es Familiennachzug, für Angelehnte (subsidiär Geschützte) gibt es nur eine Quote von 1000 pro Monat.
  13. Hold the Front Page: The Reporters are Missing (Consortium News 19.9., 110 Comments): So much of mainstream journalism has descended to the level of a cult-like formula of bias, hearsay and omission. Subjectivism is all; slogans and outrage are proof enough.

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