Vom Islamisten zum Atheisten II


Ahmad O. ist Psychologe in Alexandria, er unterstützt aktiv den politischen Widerstand in Ägypten und berät Aussteiger aus der Islamistenszene.

Im Folgenden Teil 2 des Interviews

Präsident Mursi wirkt wie eine Marionette. Wer sind die wirklich mächtigen Männer in der Muslimbruderschaft? Wieviel Einfluss hat das Militär?

Die wahre Macht bei den Muslimbrüdern haben die Manager des Parteibüros, darüber besteht kein Zweifel. Der mächtigste von ihnen, der Multimillionär Khairat El-Shater, gilt als Hauptfinancier und Chefstratege. Mursi wird von vielen „El-Shaters Reservereifen„ genannt, Mursi ist nur deren Werkzeug, denn er ist inmitten der Moslembrüder aufgewachsen und hat es verinnerlicht, gehorsam und unterwürfig zu sein. Seine einzige Mission ist es, alle Ziele der MB durchzusetzen und ihre Gier nach Macht zu befriedigen. Auch in den ägyptischen Medien reden und versprechen die Führer der MB mehr als Mursi, man muss nur in die Medien sehen um zu entdecken, wer die wahren Führer sind.

Ich glaube nicht, dass das Militär noch Einfluss auf das politische Leben in Ägypten hat. Alles, was die Militärs interessiert, sind finanzielle Vorteile und die haben sie durch den Deal mit Mursi schon bekommen, abgesichert durch die "islamistische" Verfassung. Natürlich gibt es immer noch Theorien, die besagen, dass die SCAF (Supreme Council of the Armed Forces), also der oberste Rat der Streitkräfte, nur auf den richtigen Moment wartet, um zu putschen und wieder an die Macht zu kommen, ich denke das aber nicht, mittlerweile kann ich sogar sagen, dass ich auch nicht denke, dass das Militär jemals die Intention hatte, an der Macht zu sein, es war nur ein Spiel mit der MB, das ist alles, sie haben ihre Schäfchen jetzt im Trockenen.

Der IWF will Ägypten mit einigen Mrd. Dollar unterstützen. Alle bisherigen Finanzspritzen sind ja durch Korruption in den Taschen weniger gelandet (das zumindest unterscheidet sich nur unerheblich von Europa, Anm. der Interviewerin). Hinterfragen die Ägypter diese Finanzhilfen kritisch?

Es gibt keine Möglichkeit, diese Gelder so zu steuern, dass sie der ägyptischen Bevölkerung zugute kommen. Auch deshalb sind viele Menschen hier gegen diese internationale Hilfen, denn Sie wissen sehr wohl, dass das nur weitere Ketten an ihren Beinen bedeutet. Damit ist der Preisanstieg gemeint, der bald kommen wird, solche Finanzhilfen verschieben ihn nur auf einen wahltaktisch geeigneteren Moment. Die Geldgeber haben natürlich Bedingungen, die für die Bevölkerung eine zusätzliche Belastung wären und die das Leben nur weiter erschweren würden, daher sind viele Parteien und Bewegungen gegen diese Hilfen, von denen das Volk außer weiterem Leid nichts hätte!

Wer zahlt, schafft an“ gilt aber auch für die Golfstaaten, deren Einfluss seit den 90er Jahren schon anhand der jährlich steigenden Zahl von verschleierten Frauen auf den Straßen sehr deutlich zu erkennen ist, immer mehr saudische Männer reisen nach Ägypten, um mit jungen Frauen Orfi Ehen einzugehen (Anm: Orfi Ehen sind die sunnitische Form der Zeitehe,also eine Möglichkeit, das Verbot des außerehelichen Geschlechtsverkehrs zu umgehen) usw. Gibt es dafür auch eine kritische Öffentlichkeit?

Ich denke, diese Ölstaaten haben niemals aufgehört, in Ägypten mit zu regieren, nicht erst seit den 90ern. Es hat schon damit begonnen, dass viele Mitglieder und Sympathisanten der MB und anderer Islamisten in diesen Ländern Arbeit gefunden haben und nach ihrer Rückkehr auch die Kultur der Arbeitgeberländer mitgebracht haben und das hat den islamistischen Einfluss noch verstärkt. Natürlich hat das Geld aus den Ölstaaten viele Auswirkungen und so erleben wir jetzt, dass diese Länder versuchen, die ägyptische Wirtschaft zu dominieren durch Projekte, die in der Politik darauf Einfluss nehmen, dass sowohl der Machterhalt der MB als auch die Loyalität der Salafisten gesichert ist, das soll heißen, die Golfstaaten regieren immer mit!

Was die Orfi Heirat mit Ägypterinnen betrifft: das stimmt leider, es wird allerdings hauptsächlich praktiziert, um billig an minderjährige Mädchen zu kommen, was die Sache in meinen Augen noch widerlicher macht.

Die Gesellschaft hat erst begonnen, sich über all das Sorgen zu machen, als die Moslembrüder an die Macht kamen, es braucht aber noch viel Aufklärungsarbeit aller Aktivisten, um die Menschen vor dieser Gefahr zu warnen. Die politischen Parteien müssten sich dieses Themas auch verstärkt annehmen, denn es geht dabei besonders darum, dass Freiheit und Menschenrechte aus dieser Einflussnahme nicht erwachsen werden können. Ich hoffe, dass die neuen säkularen Kräfte in Ägypten das stoppen können und ich bin sicher, dass wir es schaffen werden, Fundamentalismus und Wüstenkultur früher oder später in die historische Bedeutungslosigkeit zurück zu werfen!'

Es ist so evident, dass das Land sehr viele Investitionen bräuchte von der Infrastruktur über Bildung bis hin zum Gesundheitswesen. Glauben die Menschen wirklich, dass man alles nur mit der Sharia erreichen kann?

Vor der Machtübernahme durch die MB glaubten das in der Tat sehr viele und auch, dass die Sharia alle ihre Problem lösen würde. Das ist ja auch der Slogan der MB: „Islam ist die Lösung", und das propagieren sie nach wie vor. Sie haben immer von der mangelnden Bildung der Leute profitiert in den armen Gegenden des Landes, die nicht nur unter schlechter Bildung und Hunger leiden, sondern auch unter Überbevölkerung, die ja auf mangelnde Bildung zurückzuführen ist. Und dabei wurde und wird diesen Menschen auch noch eingeredet: Du bist ein Opfer, also handle auch so, nimm meine Almosen und ansonsten schweige! Das war schon unter Mubarak so, aber die Moslembrüder haben es perfektioniert und mit ihren Essenslieferungen an die Armen auch ihr falsches Bild über den „Allesproblemlöser“ Sharia mit transportiert.

Aber nachdem Morsi und seine Parteifreunde jetzt an der Macht sind sehen die Menschen nun die Fakten und sie beginnen zu erkennen, dass die Sharia kein einziges ihrer Probleme löst – Gesundheitswesen? Bildung? Sicherheit? – da haben die Islamisten überhaupt nichts getan und nun wissen gar nicht so wenige, dass sie an der Nase herumgeführt wurden von Worthülsen und Slogans, die mit unseren wirklichen Problemen überhaupt nichts zu tun haben.

Deshalb denke ich, dass die Popularität der Islamisten im Moment sehr stark nachgelassen hat und deshalb sagen wir den Menschen immer und immer wieder: Wacht auf, die Sharia ist und war eine Utopie!

Haben die ägyptischen Arbeiter eine starke Stimme und wie schwer ist es, Gewerkschaften zu gründen? Wie sieht die Linke generell das Erstarken der Islamisten?

Die ägyptischen Arbeiter haben eine starke Stimme, zumal die Revolution von den Arbeitervororten ausgegangen ist. Sie sind stark, aber nicht gut organisiert, was sich hoffentlich ändern wird.

Die Bildung von Gewerkschaften war schon immer schwer bis unmöglich, mit der neuen Verfassung dürfen solche Vereinigungen nur von der Regierung gebildet werden, weil sie denken, dass sie damit die Arbeiterbewegung kontrollieren können, was aber zeigt, dass sie vor dem Druck der Straße sehr wohl Angst haben!

Seit die Islamisten an der Macht sind, ist auch ein verstärkter Zulauf zu den Linken zu bemerken und diese sind jetzt auch viel aktiver als vorher. Es gibt jetzt viele sozialistische und kommunistische Bewegungen, die gegen das System und gegen einen Gottesstaat kämpfen, so dass ich befürchte, dass bald wieder Blut von linken Aktivisten und Anführern fließen wird.

Sehen Sie im Ansteigen der Lebensmittelpreise, den fast täglich teurer werden Grundnahrungsmitteln wie Brot und Reis, der immer größer werden sozialen Kluft die Gefahr einer sozialen Revolte bis hin zum Bürgerkrieg?

Nun, ich denke, dass die hohe Inflation sicher zu einer vermehrten Unzufriedenheit mit Mursi führen wird und dass das die Revolution gegen das System noch mehr anheizen wird, aber das wäre sicher nicht der einzige Grund.
Unsere Revolution sollte nicht nur Reaktion auf etwas sein, sondern die Ideen dahinter sollten der Motor sein, Prinzipien ausgesprochen von Menschen müssen die Triebfeder sein ,so können wir zu Recht sagen, es gibt eine Revolution, nicht nur eine Reaktion auf Alltagsprobleme, nur so können wir eine nachhaltige Änderung der ägyptischen Gesellschaft erreichen, einen nachhaltigen Paradigmenwechsel, der uns endlich würdevoll leben lässt!

© Edith Bettinger / freidenker.at

Original: http://www.freidenker.at/index.php/blog/2252-vom-islamisten-zum-atheisten-teil-2.html

 

 

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Vom Islamisten zum Atheisten I


Ahmad O. ist Psychologe in Alexandria, er unterstützt aktiv den politischen Widerstand in Ägypten und berät Aussteiger aus der Islamistenszene.

Im Folgenden Teil 1 des Interviews:

Sie wurden in einer muslimischen Familie geboren, nach islamischen Standards erzogen und waren als junger Mann Islamist. Gibt es einen bestimmten Auslöser in Ihrer persönlichen Geschichte, der Sie dazu brachte, diese Ideologie zu überdenken und der Sie zum Atheisten werden ließ?

Nun, ich denke, da gab es keinen bestimmten Punkt, der mich verändert hat, das passierte schrittweise. Ich war mit den Büchern der Muslimbrüderschaft aufgewachsen, mit ihren Geschichten und Führern, aber ich war nie Mitglied. Auf meiner Suche fand ich die salafiyya, (arab: السلفية ,salaf: Vorfahren; ultrakonservative Strömung innerhalb des Islam, die eine geistige Rückbesinnung auf die Vorfahren anstrebt), die für mich damals als erstrebenswert nahe bei den ersten Moslems war. Ich besuchte dann eine weitere islamische Schule, die mir vernünftiger erschien, da ich immer noch keine Antworten erhalten hatte. Das Hinterfragen von angeblich unumstößlichen Fakten wie alte Quellen und der Koran selbst brachte mich dazu, Beweise zu suchen, auch für die Existenz eines Gottes und alles, was damit zusammenhängt. Schließlich wurde mir klar, wenn man akzeptiert, dass alles Denken relativ ist, dann ist auch jeder Wechsel möglich, nicht nur im Denken. Also für mich waren das zwei Jahre Zweifel, Nachdenken und die Suche nach Antworten.

Worin liegt das Ziel Ihrer täglichen Arbeit und wie schaffen Sie es, gegen den voranschreitenden islamistischen Einfluss Mitstreiter zu gewinnen?

Das Ziel ist Freiheit. Das Ziel ist Säkularismus, Wahlfreiheit und Gleichberechtigung. Nicht jeder hier in Ägypten hat ein klares Bild davon, aber ich denke, sie werden bald dazu bereit sein und dafür arbeiten wir. Um Mitbürger dafür begeistern zu können müssen diese zuerst unsere Realität begreifen: Islamisten verwenden ihren Hauptslogan (i.e. Sharia) dazu, Menschen für sich zu gewinnen, daher müssen wir ein Gegenmodell transportieren, das ihr Leben und ihre Bedürfnisse berührt und dieses Gegenmodell ist Säkularismus, denn die Menschen auf den Straßen müssen erfahren, dass es keine Rechte und keine Freiheit gibt ohne eine Trennung von Politik und Religion. Die Slogans für Laizität und Aufklärung müssen auf die Straßen getragen werden, denn das war bisher nie der Fall in Ägypten.

Das erfordert von uns allen eine noch besser organisierte Zusammenarbeit, noch mehr Mut und noch mehr Arbeit auf der Straße, um allen Ägyptern immer und immer wieder zu erklären, dass Säkularismus keine Ideologie oder Religion ist, sondern dass es die einzige Lösung ist, die es einem selbst und allen anderen ermöglicht ein wirklich freies Leben führen zu können, unabhängig von Religion und Lebensplanung.

Wie gefährlich ist es im täglichen Leben für Sie und Ihre Mitstreiter, so offen gegen Moslembruderschaft und Salafisten zu opponieren?

Es ist natürlich gefährlich und viele meiner Freunde haben Probleme in ihren Familien deswegen. Meine Familie weiß nichts über meine Aktivitäten und ich hatte bisher Glück, noch nicht verwundet worden zu sein, was vielen meiner Freunde leider schon passiert ist. Drohungen per Internet, aber auch auf offener Straße sind Normalität für mich, weil die meisten mit purer Gewalt reagieren, wenn sie etwas Ungewohntes und völlig Neues hören.

Können Freidenker und Humanisten in Europa Sie irgendwie unterstützen? „tell the world“ wird wohl nicht ausreichen?

Aufrichtigen Dank für dieses Hilfsangebot, es hilft schon sehr, wenn aus den Medien nicht verschwindet, dass wir hier für unsere Freiheit kämpfen und dass dieser Kampf auch Auswirkungen auf andere Regionen haben wird, wir sind sicher, den Fundamentalismus hier besiegen zu können und dass dieser Kampf gegen Islamisierung auch in anderen Ländern stattfinden wird.

Gibt es etwas, was Sie unseren Politikern sagen möchten, die uns immer glauben lassen möchten, man könne mit Extremisten Argumente austauschen und alles wird gut?

Ich würde ihnen gerne sagen: seid realistisch! Lernt aus der Vergangenheit und der Gegenwart! Seht einfach, was die Islamisten ihrem eigenen Volk antun, dann wisst ihr, mit wem ihr es zu tun habt!
Wer die Rechte der anderen in seinem eigenen Land nicht respektiert, wird diese Rechte schon gar nicht in einem anderen Land respektieren.

Die Geschichte lehrt uns sehr klar, dass Revolutionen nur erfolgreich sein können, wenn Frauen dabei eine prominente Rolle spielen. Was kann getan werden, um die ägyptische Frau zu „entschleiern“ und ihr ihre Stimme in der Konterrevolution zurück zu geben?

Trotz aller Widrigkeiten ist die Revolution noch im Gang. Ich weiß (das Wort glauben verwende ich nicht), dass es keine Revolution ohne Frauen gibt, genauer gesagt ohne die Freiheit der Frau. Es gibt nicht einmal eine freie Gesellschaft ohne freie Frauen, dabei ist es sehr wichtig zu bedenken, dass Frauen nur frei sein können, wenn sie es auch im Denken sind, erst dann ist ein freies Leben auch für sie möglich. Noch immer sind viele Aktivistinnen in alten Denkmustern gefangen. Sie können sich ein Leben außerhalb der alten Normen gar nicht vorstellen und akzeptieren ohne Widerspruch die Grenzen, die ihnen die Gesellschaft und die Traditionen gesetzt haben. Diesen Frauen sage ich immer wieder: befreie dich selbst zuerst, erst dann kannst du auch andere befreien und der erste Schritt dahin ist, sich im Denken frei zu machen!

Fortsetzung folgt …

© by Edith Bettinger / freidenker.at

Bild 1: Ahmad als Muslimbruder

Bild 2: Ahmad als Atheist

 

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Mustafa


438px-Mumienmaske_2_Slg_EbnötherVon Edith Bettinger, Freidenkerbund Österreich (Bild: Helvetiker, Wikimedia Commons).

Bericht I:

M. ist 21 Jahre alt, studiert Englisch und Musik und ist bekennender Atheist. Was ist daran so erwähnenswert?, werden Sie fragen. Nun, M. ist Ägypter und zahlt einen hohen Preis für seine Gesinnung.

Mustafa, so heißt mein Freund, hasst seinen Namen, denn wenn er ihn nennt, denkt sein Gegenüber sofort, dass er Moslem ist. Er möchte nicht als solcher wahrgenommen werden, er ist Atheist und Humanist, darauf legt er großen Wert. In Ägypten kann das mitunter lebensgefährlich sein, zumal wenn man wie Mustafa mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält.

Zusammengeschlagen wurde er schon einmal, weil er in einem Gespräch mit Muslimen geäußert hat, dass der Koran ein lächerliches Buch ist. Bedroht wird er fast täglich.

Mustafa hat grosse Pläne für die Zukunft: er möchte in einem Land leben, wo er nicht 5mal am Tag den Muezzin hören muss, wo es erlaubt ist, philosophische Diskurse ohne den Koran führen zu können, ohne dabei jedesmal befürchten zu müssen, dass Schläger auf ihn angesetzt werden („Sittenpolizei“).

Er möchte mit seiner Freundin Hand in Hand auf der Straße spazieren können und sie küssen, wenn ihm danach ist und nicht, wenn es niemand sieht. Er möchte auch nicht, so wie es ihm sein Vater geraten hat, eine dumme Frau heiraten, „denn die sind leichter zu führen“! Mustafa will eine kluge Frau, eine Frau, die selbstbewusst und emanzipiert ist, denn nur so sieht er gewährleistet, dass er kluge Kinder hat, die so wie er alles sehr kritisch hinterfragen.

Es schmerzt ihn, wenn er verhüllte Frauen sieht, er möchte Aufklärung und Humanismus in die Köpfe seiner weiblichen Landsleute tragen, denn, wie er sagt, „die Frauen sind unsere Zukunft, nur wenn der Staat sie gut und umfassend ausbildet, ist gewährleistet, dass dieses Land eine Zukunft ohne religiöse Gehirnwäsche hat“!

Er ist zutiefst davon überzeugt, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben müssen, dass es ein Verbrechen ist, Frauen nur auf Gebären und Gehorchen zu reduzieren.

Mustafa träumt von einem Ägypten, in dem es in Schulen keinen Koranunterricht gibt sondern Ethikunterricht (diese Debatte führen wir sogar in Österreich noch), in denen der Koran als eines von vielen Büchern vorgestellt wird und nicht als DAS Buch, in denen vom Menschen berichtet wird als Teil der Evolution und nicht als Gottes Geschöpf, von Schulen, in denen Sexualität und Verhütung den jungen Menschen nicht als Teufelszeug vorgelegt wird und in denen Mädchen und Jungen wie selbstverständlich nebeneinander unterrichtet werden.

Mustafa hat auch kreative Ideen zur Verwertung der Moscheen, die ja dann obsolet wären: Coffeeshops, Bars, Diskothequen, Bordelle…

Letztendlich will mein Freund aber nur eines: nämlich offen über alles reden dürfen, ein würdiges Leben in Freiheit ohne Religion!

Anmerkung : Mustafa ist keine Fiktion, es gibt ihn wirklich. Ein wunderbarer junger Mann mit erstaunlichen Ansichten in einem Land, das zu 90% muslimisch ist!

 

Bericht II:

Es ist schon schwierig, genug mit Katholiken zu debattieren, aber wer schon einmal versucht hat,

Moslems argumentativ zu überzeugen, dass sie ihr ganzes Leben einer Märchenfigur unterwerfen, weiß,was Kampf der Worte bedeuten kann.

Mustafa aus dem Norden Ägyptens macht das täglich und ich bewundere ihn dafür. Er hat verschiedene Ansätze, um seinen Verwandten und Bekannten die Unsinnigkeit ihrer „Unterwerfung unter Gott“ (die eigentliche Bedeutung des Wortes Islam) vor Augen zu führen.

Heute hat er mir eines dieser Gespräche übermittelt – ich erlaube mir, es Ihnen in deutscher Übersetzung nahe zu bringen.

Übersetzung! höre ich schon die Einwände, aber dieses Glaubwürdigkeitsproblem hat schon die Bibel, Sie müssen mir einfach vertrauen, schließlich habe ich ja nicht vor, eine Religion gründen zu wollen! ;-)

In geselliger Runde, unter „I am proud to be a muslim“-Landsleuten, stellte er folgende Frage:

Stellt euch vor, ihr findet ein hilfloses Kind am Straßenrand. Niemand kümmert sich um ihn (es muss natürlich ein Junge sein) und er weint herzzerreißend. Ihr könnt das nicht ertragen und nehmt ihn mit nachhause. Ohne Probleme wird er in die Familie aufgenommen, eure Frau und die Kinder lieben ihn und so wächst er heran. Es gibt keinen Grund zur Sorge, ihr investiert natürlich auch Geld in ihn (was wichtig ist für den weiteren Verlauf der Geschichte) und alles scheint perfekt. Inshallah!.

Eines Tages steht der Junge vom Tisch auf, verabschiedet sich und macht sich auf den Weg.

Ihr werdet ihn nie mehr wiedersehen, es ist ein Abschied für immer.

Wie werdet ihr reagieren? Was würdet ihr denken und sagen?

Die Antworten waren unterschiedlich: „Ich werde weinen, er hat mein Herz gebrochen“,

„Ich werde ihn verfluchen auf Lebenszeit“, „Ich werde traurig sein, aber es ist seine Wahl“…

Jeder der Anwesenden hatte eine andere Antwort und dann sagte Mustafa: „Seht ihr, jeder von euch hat seine Art, mit dieser Enttäuschung umzugehen, aber keiner würde ihn verbrennen, wie es Allah für solche Abtrünnige in der Hölle vorgesehen hat! So einem rachsüchtigen Gott ordnet ihr euer Leben unter? Habt ihr darüber schon mal nachgedacht?“

Auf diese Fragen bekam Mustafa keine Antwort. Um die Lage nicht zum Kippen zu bringen, begann man wieder mit männlichem smalltalk und das Thema war vom Tisch. Al hamdullilah,

diesmal hat er seine „Provokationen“ ohne körperliche Gewalt überstanden .

Das ist nur eine von vielen Geschichten meines ägyptischen Freundes , und es werden täglich mehr, fast könnte man sagen ,alf leila we leila‘ (1001 Nacht) für Aufklärer und Hobbyphilosophen!

 

 

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Gespräch mit Moslems


MarsaAlam_Wüste_RotesMeerEin ganz normaler Abend in Ägypten mit meinen moslemischen Freunden Ahmed, Hany, Mohammed et al. – Von Edith Bettinger

Ich: Verdammt heiß ist es heute, wir haben erst Anfang Mai und es ist windig!

Ja schon. Aber der Wind kommt aus der Wüste.

Aber aus der Wüste Saudi Arabiens, der Windrichtung nach zu urteilen ;-)
Nein, du hast keine Ahnung, Saudi Arabien ist dort (zeigt nach Westen)

A propos Saudi Arabien : Ahmed, hast du schon für deinen Freund gebetet?
(Anmerkung : dieser Freund wartet in Alexandria im Spital auf eine Magen-OP)

Gut, dass du mich erinnerst, ich gehe sofort hinein und bete für ihn.

Frage: Wo ist denn Mekka, nur damit du nichts falsch machst?

Na dort! (zeigt wieder nach Westen)

Habibi, muß ich als Nichtmoslem dir sagen, wo Osten ist?

Nein, man kann nichts falsch machen, mit dem Meer im Rücken liegt man da immer richtig.

Das ist aber dann blöd, wenn man an der Mittelmeerküste wohnt, da wird’s dann trickreich, außerdem sitzen wir hier an einer Lagune, da hast du theoretisch 3 Möglichkeiten dafür. Hast du auf deinem Iphone keine Mekka-App installiert?

(Anmerkung: das „Beten mit dem Meer im Rücken„ habe ich schon oft gehört, es ist daher keine Wiederholung einer etwas älteren Satire von mir, sondern wieder einmal tatsächlich so ausgesprochen)

Du hast keine Ahnung, ich gehe jetzt jedenfalls beten!

Nach 2 Minuten: Fertig! Möge Allah mein Gebet erhören und Waleed beistehen! Es wird alles gut inshallah!

Möge der Chirurg ihm beistehen, aber egal, jedenfalls alles Gute für deinen Freund. Ich werde ihn in mein Abendgebet mit einschließen.

Hhhh? Du betest? Bist du also doch gläubig!

Das war ironisch, liebe Freunde, ich bin und bleibe bei den kuffar.

Kuffar ???

Atheistin!

????? Was ist das?

Ich bin frei von Gott und froh darüber!

Du glaubst nicht an Allah? Unmöglich, jeder muss an ihn glauben.

Ich glaube zum Beispiel im Moment nur, dass es morgen noch heißer wird.

Nein, an Allah musst du glauben! Er hat alles geschaffen, auch dich!

Geschafft haben es eine Eizelle meiner Mutter und ein Spermium meines Vaters.

Betretenes Schweigen, ein durchaus gewollter Tabubruch: diese Worte in der Öffentlichkeit auszusprechen, haram und schockierend.

Aber das Spermium, wer hat das geschaffen? Das ist so perfekt ! (Mohammed und Hany zeigen unbewusst (?) auf ihren Schritt)

Abgesehen davon, dass die weibliche Eizelle mindestens genauso perfekt ist, sind Spermien ein Produkt der Evolution, nichts Besonderes, haben alle Säugetiere.

Säugetiere ???

(es folgt ein Exkurs in Biologie, Zyto- und Ontogenese, Embryonalentwicklung, Genetik bis hin zu den Menschenaffen, so weit ich das auf Englisch und Arabisch vermitteln konnte)

Du hast Schimpansen erwähnt, bist du etwa auch so ein Anhänger von diesem Darwin? (Ahmed lacht abfällig)

Wenn du so willst ja, ich bin grundsätzlich eine Anhängerin von Wissenschaft und Menschenrechten, besonders der Aspekt, dass Frauen gleichberechtigt sein sollen, was beim besten Willen nicht aus eurem „heiligen“ Buch ab zu lesen ist.
Mein ganz besonderer Liebling ist ja Sure 2, Vers 223 (Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. …..) Frauen sind eure Äcker? Na danke, darum seid ihr auch so Machos!

Hany ganz aufgeregt: Das stimmt nicht, das steht nicht im Koran!!

Lies es nach, du hast doch sicher einen bei dir.

Nein, ich trage doch nicht den Koran spazieren!

Ahmed zückt sein Handy: ich habe es sicher gespeichert!
(sucht lange und spielt dann die Rezitation der Sure vor)

Offenbar kenne ich den Koran besser als ihr, lest es nach, wenn ihr zu Hause seid.

Mohammed ziemlich sauer: Du kennst dich da nicht aus und kannst da nicht mitreden, du bist kein Moslem!

Blödes Argument! Dann kannst du auch nicht beurteilen, wie sich eine Frau schicklich anzuziehen hat, du bist ja keine Frau.

Al hamdullillah, ich bin keine Frau, aber das ist etwas anderes, das eine ist DIE Religion, das andere ist eine Frau!

Ach ja, verstehe, leuchtet ein, tolle Erklärung :-(

Hören wir auf über Religion zu reden, das ist zu privat.

Mabruk habibi, du hast es erfasst, Religion ist in der Tat Privatsache, das hat sich nur bei euch noch nicht so herumgesprochen.

Schon wieder, höre jetzt auf, sonst werde ich wirklich böse.

Ok, ok, will ja mit euch noch einen netten Abend verbringen, lassen wir es bleiben. Nur eins noch: Es gibt keine Götter, auch euren Allah nicht.

Ahmed beschwichtigend: ist deine Meinung. Lass uns wetten: wenn ich Recht habe, treffen wir uns nach dem Tod wieder, wenn du Recht hast, treffen wir uns nicht mehr.

Handschlag, die Wette gilt.
Treffen werden wir uns aber auf keinen Fall wieder, denn ich komme sicher in die Hölle, Frau und ungläubig noch dazu.

Zustimmendes Gelächter, der Abend dauerte auch ohne Gespräche über Religion und Gott noch lange, über Frauen lässt sich ja bekanntlich auch vortrefflich debattieren.

© by Edith Bettinger, Mai 2013

 

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Gelebter Islam in Ägypten


Nach jahrzehntelanger schmerzvoller Suche habe ich jetzt endlich den wahren Sinn meines Lebens gefunden! Niemand geringerer als Allah hat mir  den richtigen Weg gewiesen, den Islam! Welch größere Erfüllung kann es für eine Frau geben als eine treue, gottgefällige Muslima zu sein.

Ich hatte das große Glück, in den letzten Tagen des heiligen Ramadan in Ägypten zu sein, und da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren –  DAS ist wahre Lebensfreude! Was kann es Erfüllenderes geben, als 12 Stunden lang weder Nahrung noch Getränke zu sich zu nehmen, das ganze bei ca. 40 Grad im Schatten – DAS ist wahrer Glauben! Raucher unter Euch wissen, wie schwer es ist, einen halben Tag nichts Nikotinöses zu sich zu nehmen. Man hat dann Entzugserscheinungen, die Zunge klebt trocken am Gaumen, der Magen spricht zu einem, die Laune fällt in den Keller – das ist nichts gegen die Erfüllung, Allahs Geboten gehorcht zu haben. Nur wer Entbehrung kennt, weiß Überfluss zu schätzen! Welch ein orgiastisches Fest ist es, wenn die Minute des Fastenbrechens herannaht, und man endlich all das tun darf, was vorher verboten war. Wobei diese Minute nicht vorhersehbar ist, das macht das ganze noch mystischer. Ich dachte bisher, dass dieser Moment dann eintritt wenn, wie es im heiligen Koran steht, ein schwarzer Faden nicht von einen weißen unterschieden werden kann – also NACH Sonnenuntergang bei Dunkelheit!

Weit gefehlt, es ist viel komplizierter: Ein Islamgeleerter (kein Druckfehler!) im Fernsehen gibt die Zeit vor – meistens so ca. 17:15 Uhr, wobei es da  aber noch nicht dunkel war! Wie konnte ich nur glauben, dass Allah von uns einfache Regeln fordert, da muss schon ein Wissender den Moslem instruieren, wäre ja noch schöner!

Nun also darf gevöllert werden, esstechnisch alles, was Mutter Natur so hergibt, es gibt auch einiges aufzuholen und für den nächsten Tag Speicher anzulegen. Da darf es dann auch mal Bier sein und Haschisch, Allah hat es gegeben und nimmt es auch wieder! Spätestens da wusste ich, dass man den Koran nicht so wörtlich nehmen darf. Bier ist KEIN Alkohol und Haschisch KEIN Suchtmittel, pflanzliche Nahrung eben. Wenn es doch nicht regelkonform sein sollte – das macht der einfache Gläubige mit Allah ganz persönlich aus. Wer sind wir schon, dass wir den Willen Allahs verstehen können?

Natürlich ist es auch weise und sinnvoll, so viel Geld im Ramadan für die nächtlichen Orgien auszugeben, dass für den Rest des Jahres der durchschnittliche Moslem so was von pleite ist – wen kümmert es; wenn Allah will, dass wir arm sind, sind wir arm – Inshallah!!!

Dieses Inshallah ist überhaupt sehr praktisch, es lebt sich viel unbeschwerter , wenn man sich über nichts Gedanken machen muss – es ist völlig sinnlos, etwas anders oder gar besser machen zu wollen – Allah will, dass es so ist, also ist es so. Punkt. Ende der Diskussion. Wir haben kein Geld? No problem, wenn Allah will, wird er uns Geld schicken! Wie schön doch das Leben ist!

Autofahren in Ägypten ist ebenfalls von dieser Philosophie durchdrungen: Licht bei Nacht – nur was für westliche Weicheier. Angurten – ditto – wenn Allah will, dass wir sterben, dann sterben wir! Ach, wie schön ist doch das Leben – wir hängen nur nicht besonders daran! Das ist eine Lebenseinstellung, von der wir noch was lernen können!

Außerdem sehr praktisch: als Moslem muss man nichts wissen! Wissenschaft ist ebenfalls nur was für westliche ungläubige Warmduscher – lies den Koran, da steht alles drin – sogar der Urknall – angeblich. Die genaue Stelle habe ich leider nicht erfahren, dazu müsste ich den Koran schon im Original auf Arabisch lesen, und das kann ich leider nicht. Und Übersetzungen verzerren halt die wahre Aussage, schließlich ist keine Sprache so reich wie die arabische!

Das leuchtet ein! Ergo genügt ein einziges Buch im Haushalt, das spart doch Platz und Geld. Bücherregale sind nicht nötig! Guter Nebeneffekt – die Frau muss weniger abstauben! Also wer Ägypten als emerging new market sieht – mit dem Verkauf von Billy Regalen wird er pleite gehen!

Falls ihr euch wundern solltet, dass ich das politisch korrekte man/frau nicht verwende: wundert euch nicht – das ist auch sehr angenehm in einer islamischen Gesellschaft: kein Mensch gendert da herum, es ist de facto alles männlich, außer DIE Frau und DIE Tochter. Nachdem ja die arabische Sprache nicht nur in Aussprache und Schrift, sondern auch grammatikalisch sehr schwierig ist, muss man sich doch bei Allah nicht auch noch mit allzu viel weiblichen Formen herumschlagen, das werdet ihr ja verstehen. Natürlich werden Verben auch im Feminin konjugiert, aber nachdem ja Frauen im öffentlichen Leben kaum bis gar nicht vorkommen, reicht es völlig, z.B. für „bitte“ (minfadlak) nur das maskulinum zu lernen! Man wird nicht in die Verlegenheit kommen, eine Dienstleistung von einer Frau zu erbitten!

Apropos Frau: Von wegen Rolle der Frau: da gibt’s nichts zu diskutieren, es ist von der Natur so vorgegeben, dass die Frau Kinder bekommt, oder seht Ihr das anders?  Auch da haben die Ägypter recht: wenn die Frauen dasselbe leisten könnten wie Männer – wieso gibt es dann so wenig Frauen in Politik und Wissenschaft?

Ebenfalls ein netter Punkt : Ehe auf Zeit! Das haben ja eigentlich die schiitischen Iraner erfunden, aber die Praktikabilität dieses Konstrukts hat sich natürlich auch unter sunnitischen Arabern schnell herumgesprochen: In Ägypten gibt’s dafür sogar eigene Formulare – die Pharaonen  haben schließlich die Bürokratie erfunden – diese Form des Zusammenlebens nennt sich „Urfi-Ehe“. Mittlerweile gibt es fast so viele Urfi-Ehen wie gesetzlich geschlossene – man spricht von ca. 400.000 / Jahr!

Kann ich gut verstehen, warum das so ist – die demografische Entwicklung in Ägypten ist ja völlig gegenläufig zu unserer: eine sehr junge Gesellschaft, und diese jungen Menschen wollen nicht nur arbeiten (das ist bei 40% Arbeitslosigkeit auch nicht so einfach), sondern auch ihre sexuelle Lust ausleben.

Nun ist das im Islam vor- und außerehelich streng verboten (wie ja auch bei den Katholen –   mit dem Unterschied, dass die Moslems das noch ernst nehmen). Laut Gesetz ist es einem Mann und einer Frau nicht gestattet, sich in einem Raum aufzuhalten, wenn Sie nicht verheiratet sind. Dieses Gesetz wird zwar nicht eingehalten – außer im ländlichen Raum – aber exekutiert wird es: so hat die security wenigstens etwas zu tun!

Also muss eine islamische Hintertür her, das ist dann dieses Formular, von einem Anwalt abgestempelt und von 2 Zeugen mit Unterschrift beglaubigt, wobei diese 2 Zeugen nicht unbedingt physisch anwesend sein müssen. Die Namen und Unterschriften von Anwalt und Bräutigam gefälscht tun es auch. Allah ist Zeuge, das sollte reichen! Braut und Bräutigam unterschreiben ebenfalls (die sollten das wirklich tun) und schon ist man verheiratet!

Vorteile für den Mann: Er kann ohne schlechtes Gewissen Sex haben, er behält den Vertrag, er braucht seiner „Ehefrau“ weder Wohnung, Hausrat oder Gold zu kaufen, er kann die Ehe jederzeit ohne Angabe von Gründen beenden (Vertrag zerreissen genügt) – eine eindeutige win/win – Situation. Vorteile für die Frau: Sie ist verheiratet – das war´s aber dann auch schon, Rechte entstehen keine aus dieser Form des Zusammenlebens.

Urfi-Ehen sind  genau genommen sogar verboten – aber wen interessiert das im Moment der Eheschließung, wenn man wie eine nach Wasser lechzende Gazelle das Paradies der fleischlichen Lust so nahe vor Augen hat.

Blöd wird’s nur dann für die Frau, wenn der Mann sich scheiden lässt! Dann hat Sie weder Anspruch auf eventuell vorhandene Kinder, geschweige denn auf finanzielle Unterstützung. Außerdem ist Sie gesellschaftlich gebrandmarkt, weil urfi-verheiratet und daher eine Hure!

Der Mann kann so viele derartige Konstrukte eingehen wie er möchte. Die religiös von Ihm geforderten Normen sehen ja nur keinen Sex VOR der Ehe vor – das hat er ja erfüllt.

Man muss sich eigentlich nur an Geboten und Verboten orientieren , eine verheiratete Frau sein und fruchtbar, natürlich, dann wird Frauen der Himmel auf Erden geboten. Ägypter wissen nämlich noch, wie man Frauen erobert und verehrt: die Frau ist ein Kristall, ein Edelstein, die Sonne, der Mond, das Meer, eine Rose, das Augenlicht usw. … das klingt auf Arabisch natürlich viel besser. Außerdem hat der Mann zu Hause eh nix zu melden, in der Öffentlichkeit kann er ja dann ruhig bei einer Shisha in der Männerrunde sein Testosteron spielen lassen!

Ein paar Kleinigkeiten konnte ich leider trotz intensiver Recherche nicht klären:

Unter welchen Umständen genau muss das strenge Fasten im Ramadan NICHT eingehalten werden? Zu dieser Frage hatte  jeder eine andere Antwort, der Koran ist da auch keine Hilfe, da z.B. harte Arbeit wirklich jeder anders definiert!

Muss das 5malige Beten am Tag wirklich in Richtung Mekka, also in Ägypten eher gen Osten gerichtet, praktiziert werden? Oder doch „mit dem Meer im Rücken“, was dann, je nach Landesteil, auch mal Richtung Westen bedeuten würde? Wo kommen die vielen bunten Glühbirnen her, die im Ramadan die Moscheen schmücken, so dass jeder Christbaum dagegen ein altersschwaches Glühwürmchen ist?

Fragen über Fragen, auf die es bis dato keine Antwort gibt!

Die Frustration darob lässt mich jetzt zum Schluss meiner Suada kommen, durchaus in Weltschmerz und tiefster Verzweiflung, oder, wie die Ägypter sagen würden : Das Leben ist ein Jammertal!

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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Gespräch mit Kopten


MarsaAlam_FlughafenEin ganz normaler Abend in Ägypten mit meinen koptischen Freunden Kamal, Ibrahim, Hany et al – Von Edith Bettinger

Ich: Verdammt heiß ist es heute, aber kein Wunder, der Wind kommt aus der Wüste.

Nein, es ist einfach Sommer. Der Wind kommt vom Meer.

Stimmt, aber ihr seid die ersten, die das auch so sehen. Jedenfalls sind heute ungewöhnlich viele Leute unterwegs.

Es ist Ostern, weißt du, viele Ägypter machen jetzt Urlaub.

Ach ja, daran hab ich nicht gedacht, in Österreich war Ostern ja schon vor einem Monat. Jetzt kommt aber bald wieder so ein komischer katholischer Feiertag, hab aber vergessen, welcher, ich bringe die sowieso alle durcheinander.

Wie kannst du das durcheinander bringen, du bist doch katholisch!

Bin ich nicht, ich bin getauft worden, das war‘s dann aber auch schon und seit vielen Jahren bin ich Atheistin, das wisst ihr doch!

Ja, das hast du uns schon oft gesagt, aber um ehrlich zu sein, kennen wir diese Religion nicht.

Atheismus ist keine Religion, das bedeutet einfach, dass man nicht an Gott glaubt.

??? Das geht? Wie kann man da leben? Man braucht doch Gott!

Braucht man nicht, wie ihr an mir sehen könnt, aber ich diskutiere mit Freunden nicht gerne über Glauben und Religion, hab da so meine Erfahrungen.

Ist ok, ist ohnehin privat, wir feiern jetzt jedenfalls alle die Auferstehung von Jesus Christus.

Das ist mir klar, „unser“ Christus ist bereits auferstanden, der katholische halt und nicht der orthodoxe. Lustig, oder?

Lustig ist das nicht, aber wir freuen uns jedes Jahr darüber, dass Jesus für uns auferstanden ist.

Mit uns meint ihr die Kopten? Ich sehe auch viele Muslime hier „feiern“!

Feiertage sind Feiertage, viele Gäste kommen in der Zeit und das ist gut so. Obwohl..

Obwohl was?

Anstrengend sind sie schon, das muß man ehrlicherweise zugeben. Laut und anstrengend, da sind europäische Touristen anders.

Na ja, so eine Gruppe Europäer kann aber auch bisweilen ziemlich nervig sein, ägyptische Großfamilien sind eben mehr als 2 Personen ;-)

Familie plus Freunde, das ist das Problem! Ist am Dienstag aber wieder vorbei, dann sind sie alle wieder in Kairo.

Dann herrscht wieder Flaute?

Ja, es sind wesentlich weniger Gäste aus Europa hier seit der Revolution, gut 40% weniger. Scheiß Revolution!

Sagst du das jetzt wegen der Einbußen im Tourismus oder weil es euch Kopten jetzt allgemein schlechter geht als unter Mubarak?

Beides, ihr werdet es ja in Europa nicht mitbekommen, wie der Hass auf uns geschürt wird, Kirchen angezündet und Christen getötet werden.

Doch, das erfahren wir schon, es ist nicht täglich in den Nachrichten, aber durch Internet und nicht zensuriertes Satellitenfernsehen kann man alles erfahren, wenn man es nur möchte.

Das ist gut. Wir Kopten sind ja sehr friedfertig und lassen uns nicht aufhetzen, wir wollen einfach nur in Frieden leben. Wir sind gebildeter und die reichsten Ägypter sind Kopten. Deshalb zahlen wir einfach unseren Teil und haben unsere Ruhe. Das hat schon Papst Shenouda, dieser heilige Mann, so ausgehandelt. Auch der neue Papst lässt sich nicht zu etwas Unüberlegtem hinreißen. Israel hat zum Beispiel angeboten, ägyptische Kopten aufzunehmen, aber der Papst hat das abgelehnt, weil das hier nur Unruhe stiften würde.
Hany ganz aufgeregt: Amerika wäre doch viel besser! Das ist ein großes Land, aber gerade Israel? Amerika hat das nicht angeboten, nach Israel wollen wir nicht, das wäre eine zu große Provokation.

Das ist überraschend für mich, dass ihr Israel ansprecht. Das ist ein besonders delikates Thema in Ägypten. Meiner Erfahrung nach hat der Hass auf Israel seit der Revolution noch zugenommen.

Das stimmt leider. Die Ägypter lassen sich zu leicht beeinflussen. Nach außen hin sind die Juden das Übel, aber dass Palästinenser bei uns als ungebildet und kriminell gelten, sagt keiner dazu.
Warum nimmt denn Ägypten nicht mehr Palästinenser auf? Sie sind einfach Verbrecher!

Kamal beruhigend: Es ist verständlich, dass sich Israel verteidigt, wenn es angegriffen wird. Die heiligsten Stätten der Juden und Christen befinden sich in Israel, das steht schon im Alten Testament. Die Juden haben Anrecht auf dieses Land, sie sind schon länger dort. Sie kamen ja schließlich nicht vom Mars! Zwei Staaten, Mauer dazwischen und Schluss!

Das ist aber eine sehr moderne Meinung zu Israel, das höre ich in Ägypten zum ersten Mal.

Wenn du dich auch nur mit Moslems unterhältst, kein Wunder. Ich sagte doch, wir Christen sind gebildet.

Jetzt haben wir nur über Politik geredet. Wie geht es eigentlich Yousry bzw. seiner Frau? Hat sie schon geboren?

Nein, noch nicht. Sie ist schon 4 Tage über der Zeit, aber jetzt geht es nicht wegen Ostern.

Was hat denn Ostern damit zu tun? Wenn es soweit ist, ist es soweit!

Nein, der Arzt hat gesagt das geht schon und über die Feiertage ist ohnehin kein Arzt verfügbar.

Die arme Frau! Das ist ja fahrlässig!

Es macht ihr nichts aus, es ist Gottes Wille.
Ibrahim ganz aufgeregt: auch meine Frau hat die 2 Söhne am Dienstag nach Ostern geboren. Ist das nicht großartig? Gott schenkt uns unsere Kinder immer nach dem Osterfest!

Das ist aber nicht Gott, das sind die Ärzte, die zu den Feiertagen nicht arbeiten! Meint ihr das wirklich ernst? Gottes Wille?

Ja, das ist sein Geschenk an uns, dieses ganz besondere Geburtsdatum.

Ok, da steig ich aus. Hoffe, es geht alles gut bei der Geburt!

Wird sicher, Gott schützt uns!

Muss er auch, wenn alle koptischen Frauenärzte lieber die Auferstehung feiern als ihre Glaubensschwestern zu entbinden. Lasst uns über etwas Anderes reden. Es ist immer noch verdammt heiß heute Abend….

P.S.: Yousrys Frau hat am Mittwoch nach Ostern einen Sohn geboren, er wird Peter getauft werden.

© by Edith Bettinger, Mai 2013

http://www.freidenker.at/index.php/blog/2957-gespraech-mit-kopten.html

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

 




Noch ein Schmankerl aus Österreich


Der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari empfiehlt sündigen Priestern im Falles eines Zölibatsbruchs eine „wehtuende Spende“.  Sogar in der aktuellen Wochenausgabe der deutschsprachigen Papstzeitschriftt „L`Osservatore Romano“ wurde das bischöfliche Referat aus Graz nun samt heikler Zölibatspassage veröffentlicht!

 

Konkret rät Kapellari Priestern, die „in eine Berufs- und Berufungskrise geraten sind oder seit langem in einem falschen Kompromiss stehen“ zu einer „fast wehtuenden, großzügigen Spende“ – etwa für hungernde Menschen. Mit dem klaren Ziel für sündiges Gottespersonal: „wieder freier atmen zu können“.

Als eine Form modernen Ablasshandels will der Grazer Diözesanbischof seinen Vorschlag aber „auf keinen Fall“ sehen. „Es ist eine von vielen Möglichkeiten, damit zu beginnen, in so einer Situation den Knoten zu lösen. Ich lege da auch keine Tarife fest und prüfe auch nicht nach, ob und wie viel ein Priester gespendet hat“. Aber: „Werden Versprechen gebrochen, gibt es einen Selbstbehalt“, erläutert Kapellari im Gespräch mit dem Standard…

Das alleine ist ja schon urkomisch, ich möchte den Lesern aber anhand von postings im dazugehörigen thread im online Standard den Tag noch weiter versüssen und zeigen, wie kreativ und sarkastisch die Poster in diesem Forum sind!

Achtung : es ist nicht alles jugendfrei ;-)

Die Quadratmoral der katholischen Amtskirche

Dieser Vorschlag erniedrigt die betroffenen Frauen zu bezahlten Konkubinen. Im Pfarrhof herrscht „Begleitservice“. Dazu passt, dass der Papst Kondome für männliche Prostituierte gestattet. Das ist keine Doppelmoral mehr, sondern Quadratmoral.

Kann es sein,

dass die Pfaffen viel zu oft mit Weihrauch als psychogene Substanz hantieren?
Anders ist diese „Schnapsidee“ nicht zu verstehen. Gilt das in Zukunft auch für das Basisvolk, anstelle von 3 Vaterunsern etc. nach der Beichte die Bankomatkarte zücken?
Echt skurril, diese Fritzen!

Regress

Hat sich der Kapellari in seiner Demenz überlegt, ob er nicht für ein paar Jahrzehnte nachzahlen müsste?

Glaubt die Kirche

… selber nicht mehr an die abschreckende Wirkung ihrer Himmel/Hölle-Konstruktion?

Gute Idee, daher

möchte ich konstruktiv mitarbeiten und folgenden Bußkatalog anbieten:
1. Sex mit erwachsener Frau (Frau ist einverstanden): 200 EUR
2. Sex mit erwachsenem Mann (Mann ist einverstanden): 150 EUR
3. Sex mit Kollegen (Kollege ist einverstanden): 100 EUR
4. Selbstbefriedigung: 50 EUR
5. Vergewaltigung (Erwachsener): Verwarnung
6. Vergewaltigung kleiner Kinder: wird vom Leiter der Glaubenskongregation vertuscht, daher straffrei, um die neue Strenge der katholischen Kirche auszudrücken, bekommt das Opfer – mit angemessenem Abstand von 30-40 Jahren – einen Schokoriegel. Für die Verwendung von bösen Kondomen wird ein Zuschlag von 30 EUR berechnet. Abtreibungen werden von der Kirche bezahlt, an Alimenten beteiligt sich die Kirche zu 60%.

Gute Idee, aber

ich würde noch zwecks der Mehreinnahmen vorschlagen, dass man mit RK – Gutscheinen, die man auch gerne zu Weihnachten verschenken kann, schon vorab die irdischen Freuden für nächste Jahr sichern kann. Oder wie wäre es mit einer RK – Bonus Card, 20% auf alles …

Braucht der Papst vielleicht schon wieder neue Prada-schlapfen?

Keine schlechte Idee!

Aber, ob die Geliebte des Pfarrers das Geld nimmt?

„… um Last von der Seele zu nehmen, lohnt es sich eben auch, Lösungsansätze auf materieller Ebene zu suchen.“

Das ist ja unglaublich, wie entlarvend diese Aussage ist!

Neues Gehaltsschema für Priester

Grundgehalt 2.000,–
Hotelspesen 500,–
Verhütungszuschuss 120,–
Konkubinats-Subvention 750,–
———————————-
Bruttogehalt 3.370,–
Schnaxl-Ablass -1.370,–
———————————-
Gehalt vor Steuern 2.000,–

Offenbar machte die Kirche im letzten Quartal zu wenig Umsatz…

…der Aufsichtsrat sucht neue Einnahmequellen :-)

Pfarrer wird zur Rede gestellt:

Sie schlafen mit der Köchin in einem Bett?
Ja, aber wir haben ein Bügelbrett dazwischen!
Und wenn das Bügelbrett umfallt?
Dann werfen wir ein Zehnerl in die Kasse!
Nur ein Zehnerl?
Ja, aber es läppert sich ganz schön zsamm!

Jener Mann spicht wirr, er möge sich einen von der Palme wedeln, auf dass er wieder klaren Gedankens werde!

Frauenbild der Kirche:

Heilige oder Huren. Heilige faßt man nicht an, für Huren bezahlt Mann.

Tarife

Ich hab da einmal eine kleine Spendenliste zusammengestellt. Als Vorschlag natürlich – bitte um Ergänzung!
1 x nackert duschen: 5 €
1 x Zipfl zupfn: 10 €
1 x dem Ministranten in den Hintern ….: 7 €
1 x mit dem Kaplan: 10 €
1 x eine Frau küssen: 1000 €
1 x SEX (pfuigack) mit einer Frau: 10.000 €

Religion von innen

das ist nur ein weiterer beweis, dass religion von innen ziemlich unlustig ist, von aussen betrachtet aber SEHR lustig

und wenn jeweils bei Selbstbefriedung zumindest eine kleine Geldstrafe gäbe, wäre ganz Griechenland gerettet.

Zahlen für sex?

So ein Konzept gibt es schon…

Ein Verein, der
– Homosexuelle und
– Frauen benachteiligt,
– Pädophile unterstützt,
– und jetzt auch noch über ein Standbein in der Zuhälterei nachdenkt!
Ich kann jedem Mitglied nur raten, darüber ganz objektiv nachzudenken.
Ein Schelm der denkt, es könnte die katholische Kirche gemeint sein.

Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!

Der Kirche muss es finanziell ganz schön dreckig gehen

wenn sie jetzt schon die eigenen Hirten schröpft.

Geld gegen Vertrauen – DAS nenn ich moralische Wertvorstellungen!

Sollte jemand …

frei atmen wollen, so biete ich mich an, eine Spende entgegenzunehmen. Bitte um Kontaktaufnahme.
Ich könnte dann auch freier atmen, sozusagen mein Selbstbehalt.

Ich finde die Idee gut, ABER man sollte sich nicht so einfach freikaufen können. Deshalb schlage ich ein 3-Säulen Modell vor:
1. eine saftige Spende
2. öffentliches Auspeitschen
3. Sitzen im Beichtstuhl und um Vergebung bitten
Die katholische Kirche und deren Vertreter müssen wieder frei von Sünde sein

Gibt es dann eine Preisliste:
– für heterosexuellen Sex
– für bisexuellen Sex
– für einen Dreier
– für Gruppensex
– für spezielle Praktiken wie SM, etc.
– kein Tarif für Frauen in der Kirche; die haben ohnehin nichts zu melden und zu lachen
– Rabatt bei Personen, die schon bezahlt worden sind
– Rabatt bei kostenpflichtigen Swingerclubbesuchen
– Rabatt bei kostenpflichtigen Online-Portalen
– Zusatztarif für Geliebte, je Dauer der Liebschaft
– Zusatztarif für Geliebte mit Kind
– Rabatt für Geliebte, die im Dienste der Kirche steht
– Zusatztarif für jene Männer, die weiter oben in der Kirchenhierarchie stehen. Je verlogener und desto mehr man verdient, desto mehr zahlt/spendet mann.

vier Zusatztarife vergaß ich noch:
– Zusatztarife für alle Pfarrer, die ein Eheseminar leiten, aber nicht wissen wie Ehe funktioniert
– Zusatztarife für alle Pfarrer, die ein Eheseminar leiten, dabei Untreue predigen, aber zugleich Zölibatsbruch begehen, also im engeren Sinne auch untreu gegenüber ihrem Glauben sind
– Spezieller Zusatztarif für all diejenigen, die Sex im Jahr 2011 noch unter Strafe stellen.
– Spezieller Zusatztarif für jene Glaubensgemeinschaften, wo Pfarrer, Bischöfe, Kardinale und Päpste KEINEN Zölibatsbruch begehen, aber wie gamsige, kastrierte Eunuchen umherlaufen. Letzteres ist wider die Natur und sollte dementsprechend streng bestraft werden.

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

 




Betest du noch oder kopulierst du schon?


Vorbemerkung der Redaktion: Zu diesem „schwierigen“ Thema war es nicht leicht, eine einigermaßen passende Illustration zu finden. Was in öffentlichen Museen zu betrachten ist (Agostino Carracci (1557 – 1602), Jupiter et Junon), kann ja wohl nicht Pornographie sein, oder? In der unendlichen Fülle türkischer und arabischer Pornos (leider musste ich mir das antun) habe ich nichts gefunden, was ich hier hätte präsentieren können.

Eine der wichtigsten Entwicklungen beim heranwachsenden homo sapiens ist die Entdeckung des eigenen Körpergefühls und der damit verbundenen Sexualität. Es wundert daher nicht, dass genau an diesem so verletzlichen Punkt die Sachwalter des jeweils wahren und einzigen Glaubens ansetzen und stets darum bemüht sind, nur ja keine Freude aufkommen zu lassen.

Die Katholiban treiben es da ja bekanntlich besonders bunt und verlangen von Ihrem Bodenpersonal absolute sexuelle Enthaltsamkeit (über Wirkungen und unerwünschte Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Pfarrer oder Bischof). Nun könnte man sich ja entspannt zurücklehnen und sich denken: so what? wäre da nicht die bigotte Sexualmoral, die sie auch ihren Anhängern abverlangen.

Den wenigsten Katholiken dürfte bekannt sein, dass das Empfinden sexueller Lust beim Geschlechtsakt nicht einmal in ehelichen Beziehungen erlaubt ist.

Diese Saat hat reichlich Früchte getragen. Noch in meiner Großelterngeneration war Sex etwas „Schmutziges“ und Masturbation führte zu Knochenschwund und Verkrümmung der Wirbelsäule.

Die sexuelle Revolution hat sich aber trotz massivem Lobbying der Kirche ihren Weg gebahnt, und die meisten Frauen lassen sich von der Androhung der Höllenverdammnis nicht mehr daran hindern, ihre eigene Sexualität zu erfahren und auszuleben (Männer durften das ja ohnehin schon immer).

 Wir wollten uns nun der islamischen Sexualmoral zuwenden, denn uns „Westlern“ wird ja immer vorgeworfen, wie moralisch verdorben wir sind. O-Ton: Eure Männer bringen es nicht und eure Frauen sind Schlampen!

Aus der Fülle an Vorschriften, die ein Moslem während seines Lebens zu beachten hat, ließe sich ja  tatsächlich ein perfektes „normales“ Leben ableiten, hier die wichtigsten Punkte:

  1. es gibt nur 2 Arten von Frauen : Jungfrauen und Ehefrauen ( i.e. Mütter )
  2. es gibt keinen vor- und außerehelichen Sex
  3. es gibt keine Pornographie und Prostitution
  4. Homosexualität ist anormal und daher nicht vorhanden
  5. aus o.g. Punkten ergibt sich, dass es auch keine Geschlechtskrankheiten gibt

Dass dem natürlich nicht so ist, bedarf keiner weiteren Ausführung – es „menschelt“ auch in islamischen Ländern. Besonders gut sehen (im wahrsten Sinne des Wortes) kann man das an Hand der mittlerweile doch großen Anzahl islamischer Pornos im Internet. Da zeigt sich auch schon der erste Unterschied zu westlichen Produkten: das Adjektiv „islamisch“ ist in der Tat ein Kategoriebegriff, wird auch manchmal durch „arabisch“ oder „türkisch“ ergänzt.

Da ich viel Zeit im arabischen Raum verbracht habe und mir diese Lebenswelten vertraut sind, erschöpft sich meine Recherche auch auf Videos aus diesem Teil der islamischen Welt, man möge mir das nachsehen.

Es gibt durchaus Unterschiede zu bemerken, schon beim ersten Durchschauen: die Filmchen sind von traurig schlechter Qualität, da fast ausnahmslos „homemade“, also eine finanzstarke Pornoindustrie gibt es wirklich keine, aber Voyeure und Möchtegernpornostars sehr wohl.

Interessant ist auch, dass es kaum Unterkategorien gibt, allerdings wird auf nationale Unterscheidungen Wert gelegt, so als würden Ägypter anders kopulieren als Libanesen und Saudis.

Was auch auffällt ist, dass Frauen nur ganz selten wirklich nackt zu sehen sind – de gustibus non est disputandum. Die Verhüllung des weiblichen Körpers setzt sich im Schlafzimmer fort.

Nicht so der männliche Körper: der wird in aller Pracht ausgiebig abgefilmt, strotzend vor Selbstbewusstsein, auch wenn das Endprodukt für erfahrene Frauen dann doch eher enttäuschend ist.

Aus frauenrechtlerischer Sicht sind ja Pornos eher bedenklich, Nährboden für diese Ansicht liefern die islamischen Pornos allemal, denn „die Frau sei dir ein Acker…“ wie es im Koran steht, wird hier vorexerziert.

Interessanterweise gibt es überdurchschnittlich viele gay porns, es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie entlarvend die Marktwirtschaft sein kann.

In Zeiten von Internet und smart phones wird früher oder später jede Lüge aufgedeckt und sei es nur die, dass es in der islamischen Welt keine sexuellen Aberrationen und Perversionen gibt (damit meine ich natürlich nicht Homosexualität) – besonders beliebt sind Videos mit sodomistischen Szenen, die über Handys verbreitet werden.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Männer, die sich von diesen Spartenfilmchen Erregung erhoffen, wohl eher enttäuscht sein werden und dass sich Frauen erst gar nicht die Mühe machen müssen, nach arabischen feurigen Liebhabern zu googeln, jeder Rosamunde Pilcher Schinken bietet mehr Extase!

P.S.: aus medienrechtlichen Gründen Linkanfragen nur direkt bei der Autorin

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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