Widerstand gegen Abschiebung nach Iran

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Nazanin vom Zentralrat der Ex-Muslime, wendet sich an uns mit einer Bitte um Unterstützung (13.8.):

Unser Mitglied und Asylbewerber, Herr Mehrzad Zarnegar, wurde heute morgen, als er wegen der Verlängerung seines provisorischen Ausweises zur Ausländerbehörde ging, verhaftet und soll nach Iran abgeschoben werden. Trotz allen Bemühungen und dem Einsatz verschiedener Organisationen für seine Freilassung sitzt er immer noch in Abschiebehaft und kann jeder Zeit nach Iran abgeschoben werden.

Mehrzad Zarnegar ist 26 Jahre alt und seit Oktober 2012 Mitglied des Zentralrats der Ex-Muslime. Er hatte an verschiedenen Demonstrationen und Veranstaltungen gegen das islamische Regime teilgenommen. Seine Verwandten wurden im Iran hingerichtet und sein Leben wird ebenso in ernsthafter Gefahr sein, wenn er nach Iran abgeschoben wird. Er lebte bis heute mit seiner deutschen Freundin in Koblenz. Heute nachmittag wurde er von der dortigen Abschiebehaft zum einem anderen Ort namens Ingelheim am Rhein verlegt. Vor einigen Minuten habe ich mit ihm telefoniert und er meinte, dass es eventuell das letzte Telefonat wird, weil er nicht wusste, ob er dort sein Mobiltelefon behalten darf oder nicht.

Wir möchten jetzt von allen Seiten der Hebel in Bewegung setzen um ihm zu helfen und ihn aus der Haft zu befreien. Wir wären Euch dankbar, wenn ihr Euch dafür einsetzt. Bitte tut, was in eurer Macht steht. Schreibt Protestbriefe in Eurem Namen oder im Namen Eurer Organisation an die zuständige Behörde, kontaktiert einflussreiche Personen, die eventuell sich dafür einsetzen können/wollen.
Leitet diesen Brief an Euren Bekanntenkreis weiter und bittet um Mitwirkung. Sehr wichtig ist die Presse. Die Presse ist zum Teil davon informiert und wir hoffen, dass morgen Einiges in den örtlichen Zeitungen zu lesen sein wird, aber je mehr desto besser. Radio und Fernsehen sind auch wichtig.

Kontaktdaten der zuständigen Behörde, welche die Abschiebung ausgestellt hat:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Referat Außenstelle Trier
Postanschrift: Postfach 1213,  54292 Trier
Fr. Krippes
Tel.: 06511463-0 Zentrale, 06511463-458
Fax: 06511463-199
Akz. oder Geschäftszeichen: 5567467-439

Link zu einem Artikel in der Rhein-Zeitung: http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/koblenz_artikel,-Junger-Iraner-kaempft-gegen-seine-Abschiebung-_arid,1023064.html   

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4 Gedanken zu „Widerstand gegen Abschiebung nach Iran

  1. Es wäre an der Zeit, dass sich auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland (Herr Mazyek) für diesen Fall (und ähnliche) einsetzt.

    Sonst wird man das mulmige Gefühl nicht los, dass die islamischen Verbände insgeheim mit den menschenrechtswidrigen Praktiken in islamischen Ländern sympathisieren.

  2. Frank Berghaus sagt: 14. August 2013 um 12:22

    Es wäre an der Zeit, dass sich auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland (Herr Mazyek) für diesen Fall (und ähnliche) einsetzt.

    Es ist moslemischen Organisationen schwer zuzumuten, daß sie sich für das Überleben von Apostaten einsetzen, die ja nach dem Willen Allahs getötet werden müssen.

    Sonst wird man das mulmige Gefühl nicht los, dass die islamischen Verbände insgeheim mit den menschenrechtswidrigen Praktiken in islamischen Ländern sympathisieren.

    Na, der Verdacht ist ja wohl nicht weit hergeholt. 🙂

    Verwunderlich ist allerdings, daß die Behörden just in diesem Fall so auf eine Abschiebung versessen sind, während bei Kriminellen selbst die leisesten Bedenken bezüglich einer möglichen Hinrichtung in ihrer Heimat eine Abschiebung verhindern.

  3. Manchmanl geht es doch erfreulich schnell:



    von Nazanin B. (ZdE) erreichte uns folgende Nachricht:



    > "Liebe Freunde,


    >

    > heue Nachmittag hat Shahnaz Morattab mich angerufen und diese gute

    > Nachricht mitgeteilt.

    > Mehrzad wurde heute Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr freigelassen.

    >

    > Ich weiß nicht wie ich mich beieuch für eure schnelle Hilfe und

    > großartigen Einsatz bedanken soll.

    >

    > Er hat mich vor ca. 1,5 Stunde angerufen und war noch unterwegs nach

    > Hause. Man hat ihn das ganze Geld, was er in der Tasche hatte genommen

    > als Transportgeld (Koblenz nach Ingelheim) und ohne Geld wieder

    > freigelassen. Aber er war froh und konnte nicht glauben, dass er so

    > schnell wieder gehen konnte. Er hat sich bei uns allen bedankt. Er

    > meinte, dass er jetzt vielleicht etwas mehr nachvoll ziehen kann, was

    > die Gefangenen im Iran durch machen. Es ist eigentlich gar nicht zu

    > vergleichen.

    >

    > Morgen muss er zu zuständige Behörde im Koblenz. Ich bin gespannt, was

    > man ihm morgen erzählen wird. Shahnaz Morattab weiß aus Erfahrung,

    > dass man seinen Asylantrag auf keinen Fall mehr ablehnen kann.

    >

    > Wir haben wieder gezeigt, das gemeinsamer Kampf für eine gute und

    > gerechte Sache sich immer lohnt.

    >

    > Liebe Grüße und einen schönen Abend wünsche ich Euch allen.

    >

    > erleichterte und frohe Nazanin"



    Vielen herzlichen Dank allen, die sich für Mehrzad Zarnegar eingesetzt haben!

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