Illegales Überholen beim Auto-Ranking?

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603px-Zeichen_276_-_Überholverbot.svgEigentlich hat der ADAC nichts bei wissenbloggt verloren, so war die bisherige Theorie. Wenn allerdings die Fälschung soweit geht, nicht nur das Renommee aufzuputzen, sondern auch die Wahl zu verfälschen, dann wird eine andere Qualität des Skandals erreicht. Das ist illegales Überholen bei der Kür der Jahreswagen, oder wie der ADAC das zu nennen beliebt (Bild: Mediatus, Wikimedia Commons).

Wo die Rechercheure mal am Werk sind, da kommen neue Durchstechereien zum Vorschein. Am 31.1. schreibt die Süddeutsche Zeitung in Affäre um "Gelben Engel" – ADAC-Chef befürchtet weitere Betrügereien: Präsident Peter Meyer schließt nun nicht mehr aus, dass auch die Reihenfolge bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" manipuliert wurde.

Bisher bestand der ADAC-Skandal hauptsächlich darin, es würden nur die Zahlen aufgeblasen, damit der Allgemeine Deutsche Automobil-Club wichtiger erscheint, als er ist. Wenn es aber Fälschungen beim Ranking gibt, wie nun nicht mehr ausgeschlossen wird, dann geht das ins Kriminelle, weil massive kommerzielle Interessen davon betroffen sind.

Man konnte wohl noch die Manipulationen bei der Vergabe des "Gelben Engels" als geringfügig wegerklären, und den Missbrauch der Rettungshubschrauber sicherlich auch.

Im Angedenken an Frau Schavan, die geschasste Ministerin für Bildung und Forschung, ist das vernachlässigbar, denn die hat sich von der Flugbereitschaft der Bundeswehr schnell mal zum Papst nach Rom fliegen lassen, um mit ihm zu beten. Schavan wurde aber nicht deswegen zurückgetreten, und auch nicht, weil sie als Wissenschaftsministerin (!) Vorsitzende des Kuratoriums der ökumenischen Stiftung Bibel und Kultur war (Ihr diesbezügliches Engagement umschrieb sie laut wiki wie folgt: „Die Stiftung Bibel und Kultur wird sich auch in den nächsten Jahren darum bemühen, vor allem junge Menschen neugierig auf die Bibel zu machen.“), sondern wegen Abkupferei bei ihrer Doktorarbeit.

Wie es um die Doktorarbeiten der ADAC-Riege steht, ist unbekannt, aber gegen die präsumptive Überholerei beim Ranking muss wohl die Obrigkeit einschreiten. In Vorbereitung dessen wird der Präsident von der SZ zitiert mit "Für uns sind Offenheit, Transparenz und umfassende Aufklärung oberstes Gebot." Also Radarpistolen in Anschlag gebracht und das Flensburger Punkteranking für die Überholsünder aufgewertet.

Aber Achtung, wenn's zu viele Punkte werden, droht der "Idiotentest" (MPU;  wie man sich vorbereitet, konnen die ADACler hier lesen). Und wehe, wenn's rauskommt, dass die bei der verwerflichen Überholerei unter Alkohol standen, dann gibt's Bonuspunkte.

Eigentlich ist Überholen ganz einfach: vorher ist man hinter ihm und hinterher ist man vor ihm. Aber man macht das besser so, dass es nicht auffällt oder wenigstens keinen Ärger macht.

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3 Gedanken zu „Illegales Überholen beim Auto-Ranking?

  1. Bisher bestand der ADAC-Skandal hauptsächlich darin, es würden nur die Zahlen aufgeblasen, damit der Allgemeine Deutsche Automobil-Club wichtiger erscheint, als er ist. Wenn es aber Fälschungen beim Ranking gibt, wie nun nicht mehr ausgeschlossen wird, dann geht das ins Kriminelle, weil massive kommerzielle Interessen davon betroffen sind.

    Wie man an den ganz kleinen echten Zahlen erkennen kann, interessiert das "Lieblingsauto der Deutschen" fast niemanden. Deshalb kann es auch der Wirtschaft ziemlich gleichgültig sein, welches Auto da gewinnt. Die "massiven kommerziellen Interessen" kann ich somit nicht erkennen.

    Davon abgesehen ist die ganze Sache eine peinliche Stümperei, denn wenn man so etwas überhaupt macht, dann muß man es klug genug machen um sicherzustellen, daß es nicht auffliegt.

  2. Danke, Argutus, da werd ich nächstes Mal dran denken, wenn ich was manipuliere.

  3. Also doch, die SZ am  6.2. in Manipulation beim "Gelben Engel" – ADAC begünstigte BMW: VW Tiguan raus, BMW Fünfer rein: Der Automobilclub hat bei seinem Autopreis nicht nur die Stimmzahlen, sondern auch die Rangfolge verändert. Hinweise auf ähnliche Manipulationen gibt es nun auch bei früheren Wahlen.

    Also, wenn ich die Auswertung der wb-Lebensqualitäts-Umfrage mache, werde ich ADAC-Methoden anwenden.
     

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