Bann für Terror

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800px-Baudet_du_Poitou_donkey_Esel_04Derzeit sind die Medien voll mit Meldungen über den Terror, sei es im irakischen oder im syrischen Bürgerkrieg, im nigerianischen Religionskrieg, sei es mit Kampfdrohnen im Irak, Drohnen allgemein und möglicherweise sogar in der deutschen Bundeswehr. Die Drohnen laufen unter Gegenterror, aber man darf füglich bezweifeln, ob sie nicht auch ohne terroristische Bedrohungen am Himmel aufgezogen wären. Das macht es so schwierig, Recht und Unrecht zu unterscheiden.

Eine Imagekampagne sondergleichen versucht den Terror vermittelbar zu machen, wenn sie auch auf hamdulillahörige Ballermänner abzielt. Im Internet beobachtet man eine Professionalisierung der Terror-Sites, eine Ästhetisierung und Verklärung des blutigen Geschäfts bis hin zur Pfadfinderromatik. Darüber schreibt der Nahost-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Tomas Avenarius am 27.6. in  Fürchtet euch (nicht online). Die Ziele des Terrors sind frei nach Avenarius:

  1. Furcht zu verbreiten
  2. Geltungsbedürfnis, Leute, die zurecht niemand kennt, wollen gekannt werden und so ihren Egotrip ausleben
  3. Geldgebern zu imponieren, die sowas sponsern
  4. Mittäter zu gewinnen

Geld und Geltung gehen zusammen, wenn zum Kampf gegen Europa, die USA, die Menschenrechte und die Religion außerhalb des eigenen Fundamentalismus' geblasen wird. Kann man nun sagen, das ist ein Haufen unwissender, abergläubischer Eiferer, die sich an Blut und Macht berauschen?

Ganz so einfach ist es wiederum nicht, wenn man sich vergegenwärtigt, dass in Nigeria 70% des Staatshaushalts für die Regierungsgehälter ausgegeben werden, und dass der Bildungsetat dort nur 0,5% davon ausmacht. 80% der Leute leben in Armut, mit weniger als 1 Dollar/Tag, 25% der Kinder können keine Schule besuchen (Zahlen aus einem SZ-Leserbrief).

Nochmal die SZ vom 3.6. dazu, Syrien – Wo Terroristen wachsen: Nach Afghanistan und Irak ist Syrien nun das Ausbildungsland für Dschihadisten. Der Schrecken des Bürgerkrieges ist längst in Europa angekommen.

Das ist eine andere Facette der professionellen Ausbeutung der Missstände (normalerweise keine sss-Schreibung hier, aber wenn's so schlimm steht…). Man hat also die konkrete Grundlage für ein Aufbegehren, das bei vielen auch in Emigration umschlägt. Die Emigration ist keine nachhaltige Lösung (siehe auch Sophistik zur Migration: “Es ist gut für die Armen, dass die Reichen reich sind”).

Der Terrorismus ist aber auch nicht. Der kanalisiert den berechtigten Zorn nochmal anders falsch. Die Agendasetzer sind Gottesvorgaukler, die in Wirklichkeit ihrer eigenen Willkür frönen. Unbedarfte und Unwissende fallen darauf rein. Aber auch Leute sind anfällig, die es besser wissen müssten. Daran trägt die Religion viel Schuld, die christliche wie die muslimische.

Die einzige weltweit akzeptierte Kultur ist die von Wissenschaft und Technik, weil für jeden sichtbar ist, dass religiöser Hokuspokus nicht funktioniert – die moderne Technik degegen sehr wohl. Die Autorität dieser Moderne als ethosstiftende Instanz ist aber nicht gegeben. Die Religionen schieben ihr überkommenes Ethos dagegen an, und die Verquickung – ja, Besudelung – unserer modernen Kultur mit Religion schafft die Grauzonen, in der die Religion bis hin zum Terror gedeiht. Wo der Verstand regieren sollte, wird er durch Hallelujazinationen oder Hamdulillahzinationen angefochten.

Der religiöse Durchseuchungsgrad ist immer noch hoch, bis in unsere Regierung hinein und in die Position unseres Präsidenten. Mit welchem Recht sollen wir nun verurteilen, wenn unser Halleluja-Bim-Bam woanders durch Hamdulillah-Ying-Yang ersetzt wird? Wir haben hierzulande Wissenschaft und Technik gegen die Religion erkämpft und dann den Gebrauch der Technik mit Menschenrechten sozialverträglich gemacht. Aber wir exportieren Technik und  Wissenschaft ohne den properen intellektuellen Überbau, ohne Menschenrechte, ohne Aufklärung, ohne Humanismus. Stattdessen klebt an den Gaben unserer Kultur unbefugterweise, doch traditionellerweise das christliche Etikett dran, und das rächt sich.

Mit einem sauberen, religionsbereinigten Ethos würde unsere Kultur in den Augen der Revolutionäre besser dastehen, zumal wenn sie bei uns auch funktionieren würde. Also keine Ausbeutung nach Banker-Art, keine Ausforschung mit Spion-Methoden, keine Mörderdrohnen ohne Kriegserklärung. Die Trennlinie geht durch unsere Kultur durch, ein (kleiner) Teil davon ist auch nach unseren Maßstäben ungut, aber das Meiste ist eine echte zivilisatorische Errungenschaft. Das sehen die Terror-Fundis nicht, und wenn sie das sehen könnten, wären sie keine Terror-Fundis.

Doch wie es ist, leugnen die Fundamentalisten die Wissenschaft, wollen aber an deren Errungenschaften teilhaben. Das ist unredlich, sei ihnen gesagt. Konsequenterweise sollten sie auf die moderne Technik verzichten und sich auf das beschränken, was ihr eigenes Weltverständnis hervorbringt. Standesgemäß sollten sie also nicht autofahren, sondern auf dem Esel reiten, und sie sollten ihre Finger von Handy und TV lassen und dafür Rauchzeichen und Trommelsignale senden. Sie sollten mit Pfeil und Bogen kämpfen und allenfalls mit Stinkbomben, statt mit MPs und Granaten. Das gilt für die fundamentalistischen Christen und Kreationisten ebenso wie für die fundamentalistischen Muslime, also für die gesamte Esel-Fraktion (Bild: Norbert Nagel, Mörfelden-Walldorf, Germany, Wikimedia Commons).

Was tun?

Nachdem die Gaben der Technik teils ohne die zugehörige geistige Grundlage und fast immer ohne die sozialen Komponenten in die Welt verkauft wurden, ist daran kaum noch was zu ändern. Eine freiwillige Selbsbeschränkung der Esel-Fraktion scheint auch kaum möglich. Nicht mal die Brutalo-Methode mit den Killerdrohnen ist erfolgversprechend, dagegen sprechen die rechtlichen und ethischen Probleme, und noch mehr die haarsträubenden "Kollateralschäden".

Schon weil das Problem mit der Immigration verknüpft ist, braucht es dringend eine Lösung. Abhilfe bei den anarchistischen und kleptokratischen Zuständen wäre gut, weil das einen großen Teil der Ursachen beseitigen würde. Ein neuer Marshalplan für Nigeria & Co.? Nein, das Geld verschwindet bloß in den Taschen der Kleptokraten. So ist es auch mit der großen Menge der Entwicklungshilfegelder. Also Nigeria & Co. auf die Sanktionsliste setzen? Das verschärft das Problem womöglich noch mehr.

Eine Patentlösung ist nicht in Sicht. Also Weiterarbeiten an der Aufklärung, keine Religiösen wählen, humanistische Ziele populär machen. Und einen Bann für Terror, das ist realistisch, zumindest was die Informationsverbreitung angeht. Nicht auf die Terror-Seiten gehen. Terror-Sponsoren boykottieren, wenn sie bekannt werden, z.B. nicht nach Katar fahren. Den Namen der Organisationen nie wieder nennen.

Wenn eine Knallchargen-Truppe sich z.B. nach dem 1.4. benennt, und der Name taucht nie auf, dann kriegt sie auch keine Sponsoren und keine Mitläufer. Egal, wie groß der Schock ist, den die Esel-Fraktionäre auszulösen versuchen, wir sollten sie nie mehr nennen. Was wir benennen sollten, ist die Unvernunft und Schädlichkeit der Religion, und das läuft ja schon ganz gut.

Merksatz dazu: Wer kniet, der steht und versteht nicht, und wer versteht, der kniet nicht.

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