Die GroKo mit dem ProPo

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protest-155927_640Wir reden jetzt nicht griechisch miteinander, aber was die GroKo mit dem ProPo treibt, das ist genial. Im Klartext: die Große Koalition geht mit dem Protest-Potential um, das ist so elegent wie linksrum pupsen und rechtsrum stinken (Bild: OpenClips, pixabay).

Die Stänkerer sind natürlich immer die anderen, diese Leute, die auf die Straße gehen. Wenn in deren Nähe das Wort Dschihadistan oder Scharia Himmelfahrt oder Islamisierung fällt, sind sie flugs als Nazis erkannt. Diese Erkennungsdienste leisten die liberalen Medien, die auf jedes Reizwort in solcher Richtung mit Nazi! reagieren. So erlauben sie den Nazis, auf der Protestwelle zu surfen, und so leisten sie der GroKo wertvolle Zubringerdienste.

Beide nehmen den Protest für sich ein. Die Nazis machen sich zu eigen, was ihnen schlimmstenfalls zum Teil gehört. Sicherlich gibt es Fremdenhasser und Ausländerfeinde, aber wer macht sich die Mühe, ihre tatsächliche Zahl festzustellen? Wer sagt, dass nicht der größere Teil der Protestanten redlich ist und berechtigte Sorgen hat? Etwa um den Komplex Ausbeutung, Prekarisierung und Roboter übernehmen herum? Niemand – oder kaum jemand – wagt das zu denken.

Denn die GroKos nehmen den Protest genauso sehr für sich ein wie die Nazis, nur anders herum. Als ob da Radaumacher zum Kladderadatsch antreten würden, wird der Protest pauschal verurteilt und in Bausch und Bogen abgelehnt. Ohne auf irgendwelche Argumente zu hören, mit selbstauferlegtem Denkverbot, und schon ist ein wunderbarer Keil ins Protest-Potential getrieben.

Die einen protesttieren, die anderen sammeln sich in vorauseilendem Ungehorsam, um dagegen zu protestieren. Das ist genial.

Auf diese Weise eliminiert sich das Protest-Potential selber. Die einen sind die Bösen, weil mit Nazi-Anruch parfümiert, und das reicht, um sie quasi unhörbar zu machen. Die anderen sind die Guten, die einfach nur böse auf die Bösen sind, und die dankbar annehmen, was man ihnen als böse serviert. Beide Parteien sind böse aufeinander statt auf das, wo wirklich alle böse drauf sein sollten, auf Ungleichheit und Ungerechtigkeit auf politische Willkür ohne Ende bis hin zu militärischen Abenteuern statt Infrastruktur-Ausbau.

Das ist die süßeste Verarschung, seit es die GroKo gibt. Manch einer  erblasst vor Neid, wenn er sieht, wie geschickt man das Protest-Potential ins Leere laufen lässt, und wie cool man es fertigbringt, dass es sich an sich selber abarbeitet. Das schafft Raum in einer Welt des politischen Reformbedarfs, der mit dem Speed der Kontinentaldrift abgearbeitet wird. Der Protest ist neutralisiert, eleganter als die politischen Bestrebungen, die bloß immer von den Lobbys neutralisiert werden. Weiter so, Chapeau!

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