Emergenz der Kapitalverteilung

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lion-671193_640Diesmal bringt wissenbloggt einen Text, , der sich als Nachtrag für die Emergente Sozialordnung liest. Der Physiker und Autor Dr. Günter Dedié stellt uns auch eine weitere  "Notiz" zur Verfügung, in der es um das Kapital des 21. Jhd. geht – wo ist es? Diese Texte sind dem Facebook-Auftritt vom Emergenz-Netzwerk entnommen und stammen von Günter Dedié (das Bild mit dem traurigen Denkmals-Löwen stammt von plasterbrain, pixabay):

Nachtrag zum Denkmal (28.11.14)

Was das Denkmal des deutschen Wählers mit Emergenz zu tun hat? Unsere Sozialordnung wird emergent durch den kollektiven Willen der Bürger gestaltet. Es gibt niemand, der die Interessen der Bürger vertritt, wenn sie es nicht selbst tun. Wenn die Bürger sich durch die Propaganda der etablierten Regierungen einschläfern lassen, weil sie kein Interesse an oder keine Kenntnisse zu wichtigen Themen haben, sind sie ein Spielball der Machthaber und ihrer Auftraggeber. Wie hat es der „große“ Juncker schon vor längerer Zeit so schön gesagt: "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde,dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." (Bild: Dedié)

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Das Kapital im 21. Jhd. – wo ist es? (18.11.14)

 

"Das Kapital des 21. Jahrhunderts" von Thomas Piketty ist zwar ein dicker Wälzer, besticht aber durch sehr viele Fakten und sachliche Analysen. Eine Kernaussage ist die rasch wachsende Ungleichheit der Vermögen in den westlichen Demokratien in den letzten Jahrzehnten, die laufend weiter zunimmt. Treiber der Ungleichheit ist die Kapitalrendite, die ständig höher ist als die Wachstumsrate von Produktion und Einkommen.  Das Kapital besteht seit etwa 1950 vor allem aus Inlandskapital und Immobilien, weil der Wertanteil von landwirtschaftlichem Grund und Boden im Vergleich dazu sehr klein geworden ist. Die Kapitalrendite besteht aus Gewinnen, Dividenden, Zinsen, Mieten usw.

Wie kann die Kapitalrendite so hoch sein? Eine der Strategien zur Maximierung haben wir in den Finanzkrisen kennengelernt: Man investiert in Hochrisiko-Anlagen wie griechische Staatsanleihen vor der Euro-Einführung mit hohen jährlichen Renditen. Den Verlust des Kapitals, der dabei auch mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit eintritt, lässt man sich ggfs. vom Steuerzahler ersetzen.

Diese Entwicklung geht weiter und droht extreme Formen von Ungleichheit hervorzubringen, die den sozialen Frieden gefährden und die Werte der Demokratie.

 

Ausführlicher finden Sie die naturwissenschaftlichen Hintergründe in meinem Buch  Die Kraft der Naturgesetze, Günter Dedié, Verlag tredition, 2015 (zweite verbesserte Auflage für gebundene und broschierte Bücher).

Links zum Emergenz-Netzwerk, zu Dediés wb-Artikeln und den "Notizen"

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