Fifa balla balla

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statue-495270_640Bei wissenbloggt wird nur über Fußball berichtet, wenn's gar nicht anders geht. Die Fédération Internationale de Football Association oder kurz Fifa macht allerdings so viele Schlagzeilen, dass wieder mal eine Ausnahme fällig wird – so steht es seit November '14 im wissenbloggt-Artikel Fußball vor der Fifa retten. Nun ist der Anlass also wieder gegeben, aus dem Sumpf des Schweizer Vereins (!) FIFA zu berichten.

In dem Bild von coombesy, pixabay, wird noch der Eisenfuß symbolisiert, mit dem die Schweizer Vereinsmeier den Fußball treten – zumindest scheint diese Interpretation zulässig. Andere Interpreten schrieben Die Fifa ist durch. Sie macht den Fußball bald kaputt.

Das steht aber nicht in der aktuellen Berichterstattung, sondern in einem Zeit-Artikel vom 27.11., der im wb-Text zitiert wird. Dort wird die Revolutionswahrscheinlichkeit gegen die Fifa berechnet, nach wb-Kalkulation 101-102% Revolutionswahrscheinlichkeit. Dabei ging die Sache viel schlichter aus: Die US-amerikanische Justiz hat übernommen.

Wenn alles diskutiert wird und keiner zu was kommt, dann tritt die US-Justiz in Erscheinung. Und siehe da, es bewegt sich doch was. Das war der Fall, als das Schweizer Bankengeheimnis angegriffen wurde, exklusiv vom US-Finanzministerium, alle anderen haben gekniffen. Und nun ist es der Fall bei den Fifa-Mauscheleien, wo die US-Justizministerin und der Direktor des FBI die Ermittlungen über die Fifa in die Hand genommen haben. Die sind wohl schon auf die Schweiz eingestimmt, wo anscheinend paradiesische Verhältnisse für den internationalen Rechtsmissbrauch herrschen.

Nicht zu verschweigen ist allerdings das brutale Zupacken der US-Militärjustiz beim Fall USA vs. Bradley Manning und auch das US-Unrecht in Deutschland.

Nun aber zum aktuellen Fifa-Trubel. Am 27.5. berichtet die Süddeutsche  Zeitung vielfältig über die Fifa, u.a. in Korruption bei der Fifa Aufstand! Gegen die Fußballregierung! Inhalt: Sepp Blatters Männerbund muss gezwungen werden, sich mit dem Rechtsverständnis der realen Welt zu befassen. Auf eine Reform von innen hat man lange genug gewartet.

Auf dem Korruptionsindex fehle die Weltregierung des Fußballs, dabei würde sich die Fifa unter den Schurkenstaaten wohl gut machen. Aber allzu viele leben gut von dem Geschäft mit dem Fußball, das der Verbandskonzern auf maximalen Ertrag getrimmt habe. Blatters Wahl würde das System in die Unendlichkeit verlängern – sie dürfe jetzt nicht stattfinden, zu Beginn solcher Ermittlungen.

Der SZ-Artikel von gerade eben (28.5.) heißt Fifa-Skandal – Der Tag, an dem der Präsident nicht tanzt: Der Zugriff der Justiz hätte für Fifa-Chef Sepp Blatter nicht ungünstiger kommen können. So kurz vor der erhofften Wiederwahl verliert er Getreue, die ihm wichtige Dienste erwiesen – auch ein Europäer ist unter den Verdächtigen. Die UEFA (noch ein Schweizer Verein!) fordere, die Abstimmung zu verschieben.

Angesichts der Vorwürde der US-Behörden "Sie haben den Fußball gekidnappt" dürfte das angebracht sein. Funktionäre hätten sich über Jahrzehnte systematisch berreichert. Die Ermittlungen seien erst am Anfang. Die US-Behörden werden sich jedoch nicht mit der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar befassen.

Wahrscheinlich haben sie auch so genug zu tun. Die Fifa hat so viele Eigentore geschossen, dass sie angreifbar genug sein sollte. Und wenn die US-Justiz schon dabei ist, möge sie bitte die UEFA nicht vergessen und erst recht nicht das IOC. Das International Olympic Committee ist – wie denn auch anders – ein Schweizer Verein.

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Ein Gedanke zu „Fifa balla balla

  1. Um den Titel Fifa balla balla zu rechtfertigen, stimmte man entsprechend ab. Das Geheimnis warum konnte inzwischen geklärt werden:

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