Ehe für alle oder eher nicht?

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women-149577_640Die Ehe für alle ist ein ziemlich komplexes Problem, schreibt Siegfried R. Krebs in Freigeist Weimar am 19.6. Das wird in seiner anonymen Zuschrift Alternative L(i)ebensweisen: Das Gender- u.a. Scheinprobleme weiter ausgeführt. Es geht um das Ende der Diskriminierungsmöglichkeiten und das zukünftige Bild der Ehe im Verhältnis zu den Transgender-Leuten (Aussage: marginales Problem, Bild: OpenClipartVectors, pixabay).

Im folgenden Artikel bespricht Krebs eine weitere Äußerung dazu, einen Auszug aus der jungen Welt, Ausgabe vom 19.06.2015, Seite 10 / Feuilleton von Dusan Deak, Ehe für alle. Der Inhalt dieser Satire kurz referiert:

Eingetragene Partnerschaften gibt's nicht mehr, die Ehe für alle ist längst fällig, incl. Gleichstellung von Homo-Ehen. Also keine privilegierten Partnerschaften mehr. Lesben, Homosexuelle und was es noch an Gendervariationen gibt muss regulär und gesetzlich sanktioniert untereinander heiraten dürfen. Die Spießerlebensform Ehe soll nicht für Heterosexuelle reserviert sein, Schwule und Lesben haben das gleiche Recht auf Spießigkeit.

Der Artikel von Siegfried R. Krebs nimmt Bezug auf die o.a. Zuschrift und die Junge-Welt-Satire. Er teilt nicht die Meinung der "Gutmenschelnden" und findet die um Ehe-Freiheit Bemühten naiv, weil sie sich von den realen Problemen im Hier und Heute ablenken lassen. Da ist sicher was dran, nur wird in dem Artikel nicht klar, welchen Standpunkt Krebs in Sachen Ehe vertritt, außer Aufklärung tut not.

 

Und noch ein Pseudo-Mittelschicht-Problem: Die Ehe für alle

WEIMAR. (fgw) Gestern wurde hier ein Ausschnitt aus einem schriftlichen Gedankenaustausch mit einem guten Freund publiziert. Darin geht es um das Phänomen des Kleinbürgers resp. der ominösen Mittelschicht und ihrer Pseudo-Probleme. Passend dazu veröffentlichte die Tageszeitung "junge Welt" heute unter der Überschrift "Ehe für alle" eine Satire von Dusan Deak über ein weiteres solcher "Probleme" und Themen. Darin heißt es u.a.:

"Die Lesben, Homosexuelle und auch die restlichen 59 Facebook-Gendervariationen müssen regulär (und gesetzlich sanktioniert) untereinander heiraten können. Nur weil die homophobe Natur eine gleichgeschlechtliche Fortpflanzung in der Evolution nicht berücksichtigt hat, kann das kein Grund dafür sein, eine Spießerlebensform (Ehe) nur für Heterosexuelle zu reservieren."

Was in dieser Satire möglicherweise sehr abstrus klingt, das hat dennoch einen realen Kern. Denn genauso "argumentieren" nun mal gutmenschelnde Öko-Neoliberale, Genderer, Pseudo-Emanzen, Veganer oder Waldörfler… Und finden leider auch Gehör bei viel zu vielen naiven Zeitgenossen. Jene lassen sich somit ganz fabelhaft von den realen Problemen im Hier und Heute ablenken. Deshalb sollte man sich solch "faule Eier" nicht ins Nest legen lassen, sondern den eigenen Verstand wachhalten: Aufklärung tut not! Auch und gerade gegenüber denjenigen, die sich für besonders modern und aufgeklärt halten.

Zum Originalartikel bei der Jungen Welt geht's hier lang.

Siegfried R. Krebs

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4 Gedanken zu „Ehe für alle oder eher nicht?

  1. Auch die Monogamie ist natürlich eine religiöse Konstruktion. Man muss sie überdenken. Während eine Frau heute oft in der Armut landet, wenn es zur Scheidung kommt, kann dies nicht passieren, wenn eine Ehe aus 6 Personen besteht (z. B. vier Frauen und 2 Männer). Man lebte im Studium in einer WG, verstand sich (auch sexuell), und will weiter zusammenbleiben. Das geht mit Trauschein statistisch wohl besser. In einer Großehe gibt es weniger Eifersucht. Schert dann jemand aus, bleiben noch 5 über, die dann noch einen zuheiraten können. 

  2. Die Artikel 2 Satz 1 sowie 3 Satz 2 GG gewährleisten für diese Fälle m.E. hinreichend Rechte und Rechtssicherheiten.

    _____

    Saco sagt: 21. Juni 2015 um 07:57

    Auch die Monogamie ist natürlich eine religiöse Konstruktion.

    Danke für diese Satire.

    Schwäne z.B. leben monogam; ob sie auch eine Religion haben, wurde wissenschaftlich vermutlich noch nicht untersucht. Könnte aber ein herausforderndes Thema für einen Biotheologen sein.

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  3. Monogamie eine religiöse Konstruktion, Saco? Die Natur hat doch eine Menge Monogamie vorzuzeigen, aber eine Konstruktion mit 4:2 eher nicht. Doch wenn jetzt die Schranken bei der Ehe fallen, warum nicht auch Inzest (dagegen gibt's eh keine vernünftigen Gründe, solange nicht die Abhängigkeit ausgenutzt wird), Mehrfachehen 4:1 (political correctness für Muslime, und die Fußballfrauen haben ja auch so gespielt), und eben das Saco-Modell 4:2.

  4. Ich bin sehr für Inzest – obwohl ichs mir mit Mamma oder meiner Schwester nie vorstellen. Ich hab aber eine Patientin, die ihren Bruder gern geheiratet hätte. Sie hatte ihn zufällig kennengelernt und sich unwissend um die Verwandschaft in ihn verliebt. Das gab eine lange Depression, weil es eben nicht ging, nicht erlaubt war. Vor einer Inzestehe sollte man aber ein genetisches Gutachten einholen, oder Verhütung betreiben. Vielleicht sind ja doch Mißbildungen häufiger. Hab ich auch so an den Justizminister so geschrieben. Ödipus kriegte aber nur gesunde Blagen.

    Tiere haben m. E. auch Ansätze von Religion, die ja vorwiegend irrational ist und primär einem Schutzbedürfnis entspringt. Das Alphatier wird "verehrt", mag es noch so alt sein und noch so krank und schwach. Man "weiß" sich als Herde aber durch dieses Tier beschützt. Das beruhigt die Nerven nach dem Motto: "Und ob ich doch wandelte im tiefen Tal, mir wird nichts mangeln…" 

    Geld sammelt das Alphatier aber nicht ein. Doch es läßt sich gern kraulen und verwöhnen. Und darf auch – unverheiratet – Kinder machen.

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