Trefflicher Buchtitel & Argumentation (Eckhardt Kiwitt)

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 brief-an-die-heuchler-von-charb-auf-deutschAuf seiner site DAS ISLAM-PRINZIP – Betrachtungen zu einer ganzheitlichen (totalitären) Religion schreibt Eckhardt Kiwitt über Religion oder sonstige Ideologie. Diesmal geht es um das Buch des ermordeten Charb, des Chefredakteurs von „Charlie Hebdo“. Kiwitt erwähnt in seiner Rezension niemanden und spricht niemanden persönlich an. Er überlasst es jedem selbst, sich angesprochen zu fühlen oder nicht, sich wiederzuerkennen oder nicht.

 

Trefflicher Buchtitel & Argumentation

Die Heuchler, das sind in dieser Beschreibung von Stéphane Charbonnier* Leute, die einerseits eine totalitäre Ideologie und ein despotisches System verklären — und es mit Menschen gleichsetzen, die in diesem System leben (also die Gleichung "Ideologie = Menschen" aufsetzen). Und Leute andererseits, die sich selbst paternalistisch — und damit den eigenen Rassismus nicht erkennend oder ihn unbeholfen und selbstbetrügerisch ausblendend — über jene Menschen erheben, sich teils zu Vormündern derer machen, die im Islam leben. Die Rassisten, denen sie damit in die Hände spielen, sind demnach diejenigen, die eine "Kritik" am Islam lediglich vorschieben oder gar vortäuschen, um ihre ablehnende Haltung und abwertende Meinung gegenüber anderen Menschen zum Ausdruck zu bringen — die Kritik am Islam also lediglich instrumentalisieren, um gegen andere Menschen z.B. wegen deren Religionszugehörigkeit, deren Weltanschauung oder wegen deren Herkunft hetzen zu können. Ohne Hetze gegen andere Menschen kommt die Islam-"Kritik" dieser Rassisten nicht aus. Die Heuchler und die Rassisten ergänzen sich insofern auf ganz wundersame Weise. Danke an Stéphane Charbonnier und an den Übersetzer Werner Damson für dieses gedanklich, argumentativ und sprachlich sehr klare Buch !

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* Stéphane Charbonnier – CHARB:
Brief an die Heuchler – und wie sie den Rassisten in die Hände spielen
Verlag Tropen (www.tropen.de)
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Stéphane Charbonnier war Herausgeber und Zeichner der französischen Sátirezeitschrift Charlie Hebdo.

Weitere Information in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Charbs „Brief an die Heuchler“ – Beeilt euch, wenn ihr noch ein wenig lachen wollt! (24.7.)

Kundenrezensionen bei amazon (incl. Kiwitts Rezension)

Link zum Originalartikel von Eckhardt Kiwitt (31.7.)

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2 Gedanken zu „Trefflicher Buchtitel & Argumentation (Eckhardt Kiwitt)

  1. Aus Kreisen der gbs-muc erreicht uns ein Kommentar, der ein paar Highlights aus Charbs  "Brief an die Heuchler" hervorhebt. Hier ein paar "nette Zitate, die … für Diskussionen mit Gläubigen geeignet erscheinen":

    Zitat 1 auf S. 24: "Kurz gesagt, das Problem sind weder Koran noch Bibel – beide Bücher sind einschläfernde, unzusammenhängende und schlecht geschriebene Romane -, sondern der Gläubige, der Koran und Bibel wie eine Montageanleitung für ein Ikea-Regal liest".

    Zitat 2 auf S. 28: "Braucht Gott, dieser breitschultrige Typ, der mit unserem Planeten so rumspielt wie der Autofahrer vor der roten Ampel mit seinem Nasenpopel, braucht er einen x-beliebigen Anwalt, um seine Ehre wiederherzustellen?"

     

  2. @ Wilfried Müller: 3. August 2015 um 09:26

    Derlei originelle Sätze und Gedanken gibt es in dem Buch von CHARB. etliche, was mir das Lesen zu einem echten Vergnügen gemacht hat und weshalb ich es gern weiterempfehle.

    Bin nun gespannt, ob diejenigen, um die es in dem Buch geht und die auf dem Cover genannt werden, die Bereitschaft aufbringen, das Buch z.B. auf ihren Webseiten zu thematisieren oder es auch nur zu erwähnen — oder ob sie es vorziehen, Terry Pratchett zu bestätigen, der mal gesagt hat

    « Die Wahrheit mag da draußen sein,
    aber die Lügen sind in deinem Kopf. »

    Jedoch:

    Die Eitlen lieben den Blick in den Spiegel nur solange, wie ihnen der Spiegel nicht von anderen vorgehalten wird.

    Eckhardt Kiwitt, Freising

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