Wort zum Sonntag, den 10.1.2021

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Mk. 1,7-11: Johannes verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Heute steht es in der Proportion von der Länge des Evangeliums zur Länge der Schönbornpredigt ca. 1 zu 7 für’n Schönborn. Die Bibelstelle ist auch wieder unfreiwillig lustig. Man stelle sich vor, da gibt es einen ewigen dreifaltigen Gott, der schickt die zweite Falte mittels Befruchtungshilfe durch die dritte Gottesfalte per Jungfrauengeburt hinunter auf einen Planeten namens Erde und freut sich dann über seinen geliebten Sohn, an dem er Wohlgefallen hat. Mit der Wesenseinheit Gottes in drei Gottesfalten kann das nichts zu tun haben. Aber die Lehre von der göttlichen Dreifaltigkeit wurde – wie schon kürzlich (im Wort 579) hier verkündet – ja erst zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) entwickelt, davon konnte der Evangelist Markus noch nix wissen!

Aber was predigt heute der Schönborn, gehen wir gleich zu seinem Resümee: „Jesus kommt an den Jordan, mitten unter den vielen Menschen, die sich von Johannes im Wasser des Flusses untertauchen lassen. Erst jetzt tut der Himmel kund, wer dieser Mann ist, der dreißig Jahre unbekannt und unerkannt unter den Menschen gelebt hat: ‚Eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.‘ Von da an tritt Jesus ins Licht der Öffentlichkeit. Ich frage mich immer mehr: Was hat dieses lange verborgene Leben Jesu mir persönlich zu sagen? Ich sehe darin vor allem die Einladung, auf die oft so verborgene Gegenwart Gottes in meinem Leben zu achten. Er ist da, mitten im unscheinbaren Alltag, ob ich es beachte und merke oder nicht. Und das mein ganzes Leben lang.“

Der Jesus war also 30 Jahre inkognito unterwegs, erst dann fing er mit seiner Arbeit als Religionsverkünder an! Wenn es die Figur des Jeschua ben Josef wirklich gegeben hat und das nicht alles eine Jahrzehnte später erfundene Story ist!
Die Schlussfolgerungen des Herrn Kardinal sind jedenfalls für einen Kirchenführer etwas überraschend, der Schönborn hat schon sein ganzes Leben lang, Probleme seinen Gott zu bemerken! Natürlich: wie sollte er ihn bemerken, Götter existieren ja nur in der menschlichen Phantasie! Aber bei einem Erzbischof sollte dieser Gott doch leichter wahrnehmbar in seinem Hirn montiert sein! Er lebt ja schließlich davon!

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