Epilepsie und Dämonen, Predigt am Sonntag

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Mk 1,29-39: Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Heute vertreibt der Jesus wieder einmal epileptische Anfälle, deren Ursache man damals klarerweise nicht kannte und darum daraus Dämonenbesessenheiten machte. Heute kann man diese Krankheit doch etwas besser behandeln, in Wikipedia heißt es dazu: „Ein epileptischer Anfall ist eine Folge plötzlich auftretender, synchroner elektrischer Entladungen von Nervenzellen (Neuronengruppen) im Gehirn, die zu unwillkürlichen stereotypen Bewegungs- oder Befindensstörungen führen.“ Das hat der Jesus natürlich noch nicht gewusst – auch als allwissender Gottessohn hatte er kein göttliches Wikipedia. Epilepsie gibt’s in vielen Varianten, ihre Behandlung ist auch heute noch schwierig, aber für Dämonen hält die Nervenzellenentladungen heute niemand mehr (außer vielleicht bei den Evangelikalen, die könnten noch dumm genug dafür sein…).

Aber das nur nebenbei, was sagt der Herr Bischof Schönborn dazu? Er befasst sich mit der Jesusbegegnung und schließt seine Predigt so: „Ich versuche, in meiner Vorstellung mich in die Menge hineinzuversetzen, Jesus zu sehen, zu spüren. Ich lese das Evangelium gerne so, als wäre ich Augenzeuge, als dürfte ich jetzt dabei sein. Und in gewisser Weise stimmt das auch. Was damals geschah, bleibt gegenwärtig. Im Glauben kann ich daran teilnehmen. Das wird mir besonders deutlich bei dem, was nun folgt: Jesus schleicht sich in aller Früh aus dem Haus und geht aus dem Ort hinaus an einen einsamen Platz, um zu beten. Im Stillen möchte ich mit Jesus gehen, beobachten, wie er da ganz alleine betet. Was geschieht da? Wie betet er? Was bewegt sein Herz? Er schweigt darüber. Aber eines ist spürbar: Hier ist seine tiefste Quelle. Aus ihr schöpft er. Daher kommt seine Kraft, die viele Menschen heilt. Daher stammen seine Worte, die so tief berühren. Das lässt uns ahnen, worum es Jesus wirklich geht: Dass möglichst viele Menschen Zugang zu dieser Quelle finden, zu dem, den er einfach Vater nennt. „Alle suchen dich“, sagen ihm die Jünger, als sie ihn finden. Genau deshalb hat er sich zu uns auf den Weg gemacht, bis heute.“

Ein Kardinal muss natürlich an seine Religion glauben! Darum ist für ihn die Bibel ein Tatsachenbericht! Dass sein Jesus der Sohn Gottes und die zweite Falte im dreifaltigen Christengott ist, thematisiert er nicht. Warum sollte die zweite Falte zur ersten Falte beten müssen? Und warum wundert sich der Schönborn darüber, dass der Gottessohn Jesus seinen Vater einfach Vater nennt? Beim Kreuzzeichen heißt die dazugehörige Betfloskel „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, amen“. Jeder Beter nennt den Gottvater „Vater“! Das Problem dabei ist es allerdings, dass es keine Götter gibt, auch keine miteinander verwandten dreifaltigen. So das genügt! Weil unsereiner kommt ja problemlos gottfrei zurecht! Auch als chronisch Kranker!

Entnommen bei www.atheisten-info.at

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