Wort zum Sonntag, den 21.2.2021

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Wort zum Sonntag, den 21.2.2021 wieder mit atheistischen Anmerkungen von Erwin Peterseil:

Mk. 1,12-15: Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste. Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Der arme Jesus! Wird vom Satan in Versuchung geführt! Hoffentlich lässt er sich nicht verführen, der arme Sohn Gottes! Und die Frohbotschaft! Das Reich Gottes ist nahe! Das wäre knapp vor 2000 Jahren gewesen! Was ist jetzt mit dem Reich Gottes? Ist es gekommen? Mit der katholischen Weltherrschaft? Und ist es dann wieder gegangen, weil wir in vielen Gegenden die gesetzliche Religionsfreiheit erreicht haben?
Das Evangelium ist heute nur ein paar Zeilen lang, da genügen auch die paar Zeilen als Kommentar. Freuen wir uns heute, dass es bei uns kein Gottesreich gibt! Hallelujah!
Oder schauen wir trotzdem noch nach, was der Herr Bischof Schönborn dazu predigt? Na gut, samma neugierig! Er schreibt nix vom Reich Gottes, sondern über die Fastenzeit, die am Aschermittwoch begonnen hat und außer ein paar fanatischen Katholiken niemanden interessiert! Und über die Corona-Pandemie schreibt er auch wieder, weil wir leben ja eh schon fast ein Jahr in der Corona-Fastenzeit!
Er schreibt Gott habe seinerzeit das jüdische Volk 40 Jahre durch die Wüste geführt und baut daraus die Corona-Brücke: „Soll das heißen, dass ich die lange Corona-Wüstenzeit für eine Initiative Gottes halte? Sicher nicht im Sinne einer Strafe Gottes. Aber das glaube ich schon, dass Wüstenerfahrungen in unserem Leben etwas mit Gott zu tun haben. In der Bibel ist die Wüsste der Ort der Gottbegegnung. Alles andere fällt weg. Jesus ist der Einsamkeit der Wüste ausgesetzt. In der Corona-Zeit müssen wir auf vieles verzichten, was uns wichtig und wertvoll ist. Das führt unweigerlich zur Frage: Worauf kommt es wirklich an? Was trägt, was hält, was hat Bestand? Wir brauchen keine eigenen Fastenvorsätze. Corona fordert schon genug Opfer. Nehmen wir sie als Läuterung an!“
Was ist eine Läuterung? Wikipedia weiß es: „Die Läuterung (zu lauter ‚rein‘) bedeutet, etwas von Schlacken oder Verunreinigungen zu befreien und es auf diese Weise zu reinigen.“ Im Duden stehen dazu folgende Synonyme: „Besserung, Berichtigung, Verbesserung“. Nach einem Jahr Coronafasten hat der Schönborn also genug gefastet! Ist es ab jetzt doch eine Strafe Gottes? Aber dann dürften doch keine gläubig-praktizierenden Katholiken Corona-Opfer sein?
Machen wir es heute ausgiebig, hier noch drei bischöfliche Absätze:
„Das Zweite: Jesus ‚wurde vom Satan in Versuchung geführt‘. Markus sagt nicht, worin die Versuchung bestand. Kein Mensch kommt ohne Versuchung durchs Leben. ‚Führe uns nicht in Versuchung‘, so beten wir im Vaterunser. Führt Gott uns in Versuchung? Sicher nicht! Aber er lässt es zu, dass wir mit vielerlei Versuchungen zu kämpfen haben. So war es auch für Jesus. Umso mehr dürfen wir ihn bitten, dass er uns in diesen Kämpfen hilft und uns unsere Schwäche verzeiht. Die größte Versuchung ist es, mutlos zu werden und an Gottes Barmherzigkeit zu verzweifeln.
Und das Dritte: In der Wüste war Jesus ‚bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm‘. Auch wir sind allen möglichen Gefährdungen ausgesetzt, aber die Hilfe des Himmels ist uns zugesagt. Wir sind nicht alleingelassen!
Ostern kommt ganz sicher. Jesus ist auferstanden. Das Leben siegt über den Tod. ‚Kehrt um und glaubt an das Evangelium‘, gerade jetzt!“

Ja, dummerweise siegt der Tod über das Leben, weil sterben müssen wir alle, gläubige Katholiken leben allerdings unter der Einbildung, dass es nach dem Tod ein ewiges Leben im Himmel oder in der Hölle gibt! Von der Hölle wird heute weniger gepredigt, weil der katholische Gott seine Katholiken natürlich lieber im Himmel haben will! Aber dazu müssten sie eben auch gläubige Katholiken sein, die werden aber immer weniger! Für die große Mehrheit der katholischen Kirchenmitglieder ist die Bezahlung des Kirchenbeitrages die wesentliche religiöse Handlung in ihrem Dasein, weil die glauben speziell, dass man in Österreich immer noch katholisch sein sollte…


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