Zum Wesen der Kritik

Unter Kritik versteht man die Beurteilung eines Gegenstandes oder einer Handlung anhand von Maßstäben. Wie die Philosophin Anne-Barb Hertkorn ausgeführt hat, ist Kritik damit „eine Grundfunktion der denkenden Vernunft und wird, sofern sie auf das eigene Denken angewandt wird, ein Wesensmerkmal der auf Gültigkeit Anspruch erhebenden Urteilsbildung.“ Sie gilt im Sinne einer Kunst der Beurteilung als eine der wichtigsten menschlichen Fähigkeiten.

Neben der Bedeutung der prüfenden Beurteilung und deren Äußerung in entsprechenden Worten bezeichnet die Kritik – insbesondere in der Verbform kritisieren ebenso wie monieren und die Monierung – auch eine Beanstandung oder Bemängelung

Als Grundregel darf gelten:

Es kann nicht angehen, dass der Kritisierte darüber entscheidet, welche Kritik zulässig ist und welche nicht.

Kritik wird unterschieden von:

  • der Skepsis, die ständig zweifelt und die niemals vergisst, dass auch sie selbst irren kann
  • einem Verriss, der als Schmähkritik nicht auf eine Verbesserung des kritisierten Gegenstandes abzielt, sondern auf seine Vernichtung
  • Schmähkritik, die nicht mit Argumenten geführt wird und die auf die Verächtlichmachung einer kritisierten Person abzielt
  • Tadel und Schelte, missbilligenden Beurteilungen, die als Erziehungsmittel eingesetzt werden
  • Krittelei, als anhaltendes und kleinliches Kritisieren mit Tendenz zum Nörgeln und Sichbeklagen
  • Beckmesserei, als kleinliche, pedantische Kritik