Gibt es einen Gott oder keinen?

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Diese Frage wurde am 1.6.2021 auf der Site kath.net in der Form einer Buchvorstellung mit daraus zur Frage passenden Zitaten gestellt

Es geht um das Buch „Gott und die Welt“ von Eckehard Bamberger, einem sehr katholischen Bücherschreiber

Gott und die Welt – Zitat Nr. 1 mit angehängten atheistischen Kommentaren:
„Die Frage, ob es Gott gibt oder nicht, ist leichter zu beantworten, als man glaubt. Ja, es gibt Gott. Wer sagt, dass es keinen Gott gibt, ist bloß zu faul, darüber nachzudenken. Atheisten verfügen über weniger Einsicht als die Menschen vor tausend Jahren, die damals in den Urwäldern gelebt haben. Diese Menschen bezogen sich nicht etwa auf die Verehrung der Natur, sondern hatten ihr eigenes Verständnis des Begriffs „Religion“. Die Naturvölker hatten viele geheimnisvolle Wesen, die sie göttlich verehrten, und machten sich sogar Vorstellungen von einem obersten Gott. Alle Regionen der Welt hatten ihre eigenen Götter, zu denen sie Vertrauen hatten und die sie verehrten. Ja, Gott ist eben keine Erfindung des Christentums, aber davon später. Mit Sicherheit waren die Naturvölker hervorragende Beobachter gewesen, denen die Schönheit von Pflanzen, Bäumen und Tieren auffiel, noch mehr ihren Nutzen bewunderten und sich bei ihren Göttern bedanken wollten, weil den Menschen früherer Zeiten die Natur und das Naturgeschehen als die Ordnung ihrer Welt galt.“
Atheistischer Kommentar: Ja, die urzeitlichen Völkern erklärten sich die Welt durch das Wirken höherer Wesen, zum Beispiel wurden Gewitter durch Blitz- und Donnergötter und nicht durch elektrische Spannungen verursacht! Und der Sonnengott drehte sich um die Erde, der Mondgott leuchte oft mehr oder weniger heftig in der Nacht, auch Wind und Regen waren Produkte höherer Wesen: das war ja ganz einfach, man kannte die Zusammenhänge in der Natur fast gar nicht, darum vermenschlichte man diese durch Vergötterung. Und da die Sippe oder der Stamm ja auch einen Häuptling hatte, gab es auch einen Götterhäuptling! Ja, die Natur war die Ordnung der Welt, was ja nicht so falsch gedacht ist, weil die Gesamtheit der existierenden Faktoren verursacht eben die herrschenden Zustände, aber dazu braucht man keinen Naturbeherrschergotthäuptling, das ergibt sich eben!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 2: „Ähnlich wurde im mittelalterlichen Denken der Begriff des „ordo“ aufgefasst; Ordnung galt hier als die Ausrichtung alles Seienden auf Gott als Endzweck, was sich auch in der Gesellschaft und ihrer Rangordnung widerspiegelte. Wie der Bereich des Seienden standen auch das Denken und Erkennen unter dem Aspekt der Ordnung.“
Atheistischer Kommentar: Die bestehende Ordnung, also die Abfolge des Zusammenwirkems der natürlichen Elemente, erschuf die Vorstellung eines Gesamtzweckes in Gottesform. Das erklärte und hob auch das Selbstbewusstsein der Menschen, sie standen Gott nahe, dass es keine Götter gab, darauf konnte man nicht kommen, weil dann wäre mangels echten Wissens die Welt wieder unerklärbar gewesen…

Gott und die Welt – Zitat Nr. 3: „Des Öfteren taucht die Frage auf, warum es denn so viele Religionen gäbe, die an einen Gott glauben, auf der ganzen Erde und zu allen Zeiten; auch gab es nie einen Volksstamm, der keinen Gottesglauben gehabt hätte. Vor allem die Naturvölker kannten neben ihren Göttern auch Geister und andere Wesen, die sie verehrten. Manche ihrer heiligen Stätten zeugen von ihren Vorstellungen von einem obersten Gott. Meist wurden diesem als Schöpfer und als Urhebergott Besonderheiten zugeschrieben. Nach Überlieferung mancher Stämme sollte dieser unter den Menschen sogar gelebt haben. In Afrika hatte der oberste Gott bisweilen keinen oder unterschiedliche Namen, sodass sogar ‚Christentum‘ als Gottesname übernommen wurde.“
Atheistischer Kommentar: Die Götterwelt war klarerweise eine Spiegelung der Menschenwelt, im Stamm gab es eine Hierarchie, bei den Göttern auch! Bei den alten Germanen war das eben der Wotan, der jetzt noch im englischen Wednesday exisiert, der Donnergott hieß dort Thor und lebt noch im Thursday, der Donnergott hieß in unseren gegenden Donnar und steckt jetzt im Donnerstag. man hatte es bei der seinerzeitigen Zwangschristianisierung nicht gewagt, die alten Götter völlig auszurotten. Und dass Gott unter den Memnschen gelebt habe, kommt nicht nur bei Naturvölkern vor, das existiert heute noch beim Christenvolk! Das müsste der Bamberger doch wissen, sein Gott ist ja schließlich der angeblich seinerzeit auf Erden wandernde Jesus!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 4: „Nun in die Neuzeit. Europas Länder leben und erleben ihr Christentum gegenwärtig ziemlich lau. Schenkt man Statistiken und lokalen Erhebungen der Wichtigkeit von Religion Glauben, ist der Aufwärtstrend zugunsten des Atheismus nicht zu übersehen. Der Atheismus als Gesellschaftslehre ist jedoch viel mehr als bloße Religionslosigkeit. Von schlichten Geistern zur Grundlage ihres Handelns genommen, vermag der Atheismus Zügellosigkeit und Verbrechen zu beschwören. Ebenso lebt der nach dem Zweiten Weltkrieg von dem Franzosen Jean-Paul Sartre (1905-1980) initiierte Existenzialismus fort, mit seinem unbestreitbaren Potenzial, Menschen, die kein natürliches Gefühl für Moral haben, zu einem Leben ohne Rücksicht und Verantwortung zu verführen.“
Atheistischer Kommentar: Ja, der Bamberger hat sogar einen Blicck auf die Realität, das Interesse an Religion ist in den entwickelten Ländern – speziell in denen mit funktionierenden sozialstaatlichen Einrichtungen – ansteigend am Absinken. Gottes Hilfe braucht man kaum noch, Gott erklärt die Welt nimmer, der Urknall knallte schließlich gottlos und die materielle Entwicklung der seither vergangenen rund 14 Milliarden Jahre hat eben aus den vorhandenen materiellen Bedingen unsere jetzige Welt geschaffen! Inklusive des menschlichen guten oder schlechten Mitwirkens! Dass Religionslosigkeit oder Atheismus die Ursache für Straftaten sind, ist eine leere Behauptung. Gesetze gelten schließlich für alle und Atheisten wollen genauso wenig in den Knast wie Katholiken! Und hier ein Zitat von Satre: „Der atheistische Existentialismus, für den ich stehe, ist zusammenhängender. Er erklärt, dass, wenn Gott nicht existiert, es mindestens ein Wesen gibt, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, ein Wesen, das existiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann, und dass dieses Wesen der Mensch oder, wie Heidegger sagt, die menschliche Wirklichkeit ist. Was bedeutet hier, dass die Existenz der Essenz vorausgeht? Es bedeutet, dass der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach definiert.“ Ja, gut beobachtet, ohne Menschen hat es auch keine Götter gegeben! Maikäfer und Hirsche haben keine Kirche!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 5: „Die Philosophie dieser Zeit war der Idealismus der Freiheit. Keine Weltanschauung und kein System der Werte haben Allgemeingültigkeit, lautete damals die Parole. Mit einer solchen Einstellung wurde Sartre ein Verderber, statt ein Philosoph zu sein. Mit seiner atheistischen Einstellung und seinem politischen Engagement – so während der Studentenunruhen vom Mai 1968 – wurde Sartre zum Idol und zur politischen Leitfigur einer ganzen Generation, oder gleich mehrerer Generationen? So wurde der Atheismus zu einer Weltanschauung für ein Leben ohne Gott und eine Befreiung von der Religion.“
Atheistischer Kommentar: Und? Hat der Satre so eine nachhaltige Bekehrung veranstaltet? Meinereiner hatte keinen Satre, meinereiner hatten einen Urgroßvater, der seinen Vater entsprechend aufklärte! Meine Erziehung war religionsfrei, wurde allerdings damals noch dadurch gestört, dass zwar in der Verfassung seit 1867 die Religionsfreiheit festgeschrieben war, aber in der Realität erst in unseren jetzigen Zeiten tatsächlich verwirklicht werden konnte. Meinereiner wurde wegen des gesellschaftlichen katholischen Drucks seinerzeit noch getauft und musste in der zwölfjährigen Schulzeit jede Woche in den zwei Religionstunden heucheln und lügen, Hände falten und Goschen halten! Der Atheismus war immer eine Weltanschauung für ein Leben ohne Gott und eine Befreiung von der Religion! Wir sind nach Gottes Idee entstanden, sagen alle religiösen Menschen. Was kann man gegen den atheistischen Glauben sagen, Gott sei nach der Idee der Menschen entstanden? Seit Xenophanes von Kolophon (ca. 570-470 v.u.Z.) wissen wir das: „Die Äthiopier behaupten, ihre Götter seien stumpfnasig und schwarz, die Thraker, blauäugig und rothaarig. Wenn die Pferde Götter hätten, sähen sie wie Pferde aus“. Ohne Gott und Religion zu leben, bedeutet in der Realität zu sein!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 6: „Einige Worte zum Atheismus. Der Atheismus (gr. atheos, ohne Gott) ist eine Wortbildung des 16. Jahrhunderts. Schon im Alten Testament im Psalm 14, die Torheit der Gottesleugner, steht geschrieben: Die Toren sagen in ihren Herzen: ‚Es gibt keinen Gott.‘ Dann, im 19. Jahrhundert, wurde jeder Gottesglaube problematisch und man versuchte, in verschiedensten Formen den Atheismus zu begründen. Unter den Philosophen war Sartre derjenige, der sich mit seiner Gottlosigkeit letztlich auf Seifenblasen stützte. Was von seinen Anstrengungen übrig blieb, erschöpfte sich letztlich im Liebäugeln mit einem Weltbild ganz ohne Gott und Religion. Unter Atheismus versteht man für gewöhnlich die Idee, dass es keinen Gott gibt. Gäbe es Gott für uns Christen nicht, würde das auch heißen, dass es weder unsere schöne Welt noch ein Universum geben würde. Im 19. Jahrhundert lebte einer der größten Philosophen namens Immanuel Kant, der den Begriff Meinung als ein mit Bewusstsein unzureichendes Fürwahrhalten erklärt. Im Unterschied dazu werden Glauben als eine subjektive Gewissheit und Wissen als subjektives und objektives Fürwahrhalten definiert. So gesehen steht der Atheismus auf zwei Fundamenten – der Meinung und der Lächerlichkeit. Wer vom Atheismus redet, müsste nun verstanden haben, dass dieser keine Philosophie ist, sondern ein Irrtum.“
Atheistischer Kommentar: Atheisten waren also in den Zeiten der frühen Religionen auch schon vorhanden, die Gottesgläubigen behandelten sie damals so, wie sie bis tief ins 20. Jahrhundert behandelt wurden. In der Zeit der Aufklärung begann es, dass sich vernünftiges Denken zu verbreiten anfing. Die Schlussfolgerung vom Eckehard Bamberger, dass es ohne Gott weder die Welt noch ein Universum geben würde, also dass gar nix existieren täte, ist natürlich bloß die Umkehrung seiner Ideologie, ohne Gott keine Welt! Aber es ist umgekehrt: ohne eine mit Menschen bewohnte Welt kein Gott! Denn die Menschen haben sich Götter erschaffen, das grüne Gras und der Maulwurf hatten keine Götter! Es bedurfte der Denkfähigkeit, sich Götter zu schaffen und es bedarf offenbar einer vermehrten Denkfähighkeit, ohne Götter zu sein. Meinereiner tut sich ja dabei leicht, religionsfrei erzogen ist mir schon durch den in der Volksschule erlittenen Religionsunterricht immer klar gewesen, was für ein Unsinn Religionen sind! Ein einziges Mal hat meinereiner von der Religion profitiert, meinereiner hat im Bereich der Geisteswissenschaften zur mündlichen Matura nicht die unheimlich stoffreichen Fächer Deutsch oder Geschichte genommen, sondern den billigen Gegenstand „Religion“, dort wurde meinereiner nach den historischen Quellen vom Gottessohn Jesus gefragt und nach der Funktion des Gewissens. War also leicht zu beantworten! Hab zwar damals schon genug darüber gewusst, dass alle historischen Quellen des Jesus Fakes sind, aber sie aufzuzählen, war leicht! Und die katholische Definition des Gewissens war auch schnell zu lernen gewesen! Dazu ein Link zur PDF „Glaubenselend“ – dort kann man darüber unterhaltsam nachlesen…

Entnommen bei www.atheisten-info.at

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3 Gedanken zu „Gibt es einen Gott oder keinen?

  1. Steht in diesem Buch auch etwas über Göttinnen — oder passen die nichts ins Bild patriarchalischer Herrschaftsstrukturen ?

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  2. Intuitiv legt man die Betonung in der Beitragsüberschrift («Gibt es einen Gott oder keinen?») vermutlich auf das erste Wort.

    Legt man die Betonung jedoch auf „einen“, ergeben sich andere Möglichkeiten:

    „Gibt es einen Gott oder zwei?“

    „Gibt es einen Gott oder viele?“

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