Synodaler Weg: Die Feinde der Kirche blasen zum Sturm!

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(Michael van Laack) In Deutschland besuchen nur noch 10 bis 12 % der Katholiken die Sonntagsgottesdienste. Als die Zeiten noch dunkel waren und die finstere mittelalterliche Theologie die Gläubigen knechtete, waren es 65 bis 72 %. Dies nur als Service-Information.

In der vergangenen Woche tagte wieder einmal der „Synodale Weg“, jene hauptsächlich aus Verbandskatholiken, hauptamtlichen Gemeinde-Mitarbeitern, einigen Priestern und den deutschen Bischöfen bestehende Versammlung, die sich anmaßt, für alle Katholiken Deutschlands zu sprechen und die sich legitimiert glaubt, die Verfassung der Kirche ändern zu können. Und das selbstverständlich nicht nur für Deutschland.

Deutschland, der Nabel der Weltkirche

So wie die Grünen den Anspruch haben, von Deutschland aus die Welt vor dem Klimawandel retten zu können, weil alle anderen Staaten unserem „Erfolgsmodell“ folgen werden, glauben die Synodalen fest daran, dass ihre „Beschlüsse“ und deren möglichst rasche Umsetzung in Deutschland der Weltkirche als Vorbild für den synodalen Prozess in Rom 2023 dienen wird.

Und dies, obwohl sowohl Papst Franziskus selbst als auch die Glaubenskongregation und der Apostolische Nuntius für Deutschland mehrere mahnende Briefe an die Deutsche Bischofskonferenz gesandt haben. Am deutsch-katholischen Wesen wird am Ende auch Christus genesen. Davon sind viele Mitglieder des „Synodalen Wegs“ fest überzeugt.

Das Thema „Sexueller Missbrauch“ ist nur das Einfallstor

Hier sehen wir eine weitere Parallele zu den Grünen. Diese wollen über den Schlüsselbegriff „Klimawandel“ einen sozialistischen Systemchange erreichen. Hat man erst einmal einen Fuß in der Tür zum Bundeskanzleramt, kann man alle anderen gewollten Veränderungen step by step verwirklichen.

Der Schlüsselbegriff für die Zerstörer der römisch-katholischen Kirche ist der des „sexuellen Missbrauchs“. Damit wir uns nicht missverstehen: Beim sexuellen Missbrauch gibt es nichts zu beschönigen und all das widerliche Vertuschen, Kleinreden und mit Phrasen das Thema vom Tisch nehmen muss enden. Auch müsste es in der Tat andere Konsequenzen für manchen bischöflichen Akteur geben als jene, die wir aktuell sehen.

Jene, die den Synodalen Weg aufgrund des Missbrauchsthemas initiierten und als offiziöse Institution installierten, hatten aber von Beginn an die Absicht, über das Thema „Macht der Kleriker“ ganz andere Themen zu spielen als nur den sexuellen Missbrauch.

Das Problem der Pädophilie lösen, indem Homosexualität positiv bewertet wird

Mehr als 80 % der missbrauchten Kinder und Jugendlichen haben das männliche Geschlecht, mehr als 90 % der Missbrauchstäter sind Männer. Folglich ist klar: Die katholische Kirche hat seit vielen Jahrzehnten zu lax die geschlechtliche Orientierung vor allem ihrer Priesteramts- und Ordenskandidaten geprüft. So sieht man das auf dem „Synodalen Weg“ selbstverständlich nicht.

Zum einen fordert man dort eine von der Lehre der Kirche abweichende Bewertung der Homosexualität, zum anderen wird behauptet, viele der Missbrauchstaten wären nie geschehen, wenn Priester ihre Sexualität offen ausleben dürften und zudem die Machtstrukturen in der Kirche andere wären. Läge die Macht bei den Laien, wäre nichts vertuscht worden und vermutlich auch deutlich weniger geschehen.

Belegen freilich können sie ihre Behauptungen nicht, aber das ist für die Feinde der Kirche im Inneren und die sie unterstützenden MSM auch irrelevant. Sie missbrauchen die Opfer der sexuellen Gewalt ein zweites Mal, um über dieses Thema den vollkommenen Umsturz der kirchlichen Hierarchie zu erreichen und sich selbst – ähnlich den Jakobinern der Französischen Revolution – noch größere Macht zu verleihen, als jener ihnen verhasste Klerus jemals besaß. Jeder aus ihnen wäre gern Papst, nur dass er sich je nach Gusto anders nennen würde. Denn sie alle eint der Hass auf die gewachsene Lehre und Verfassung der Kirche.

Braucht die Kirche Priester?

Eine knappe Mehrheit der abstimmenden Synodalen war in der vergangenen Woche davon nicht überzeugt, weshalb sie genau über diese Frage diskutieren und am Ende einen Beschluss fassen lassen möchten. Zumindest jene knappe Mehrheit hat mit diesem Abstimmungsergebnis innerlich den Boden der römisch-katholischen Kirche verlassen und augenscheinlich das Ziel, ihr Wesen und ihre Verfassung zu zerstören und sie in eine weitere protestantische Denomination zu verwandeln.

Neben diesem grellen Schlaglicht, das in der vergangenen Woche vom „Synodalen Weg“ geworfen wurde, gab es noch ein zweites deutliches Zeichen dafür, dass am Ende des Weges eine innerkirchliche Revolution stehen soll. Geplant ist, einen sogenannten „Synodalen Rat“ zu installieren, in dem neben Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz mehrheitlich Laien (gern aus dem hoch vergüteten Verbandskatholizismus) sitzen.

Dieser Rat soll permanent Erneuerungen und Veränderungen produzieren, die Kirche dauerhaft im Wandel halten, gewissermaßen an jedem Tag neu denken. Nichts darf gewiss sein, nichts verbindlich. Kein Stein soll mehr auf dem anderen bleiben außer denen, die das Fundament bilden, auf dem der „Synodale Rat“ erschütterungsfrei stehen kann, um seine Pfründe zu sichern. Weshalb die Kirchensteuer auch das einizige ist, was nicht zur Disposition steht. Alles kann, nichts muss! So wie es in deutschen Swingerclubs allgemein üblich ist.

Alter Wein in neuen Schläuchen

Das Gerüst des Aufstands im Inneren der Kirche bildet allerdings nicht diese neu hinzugekommenen Forderungen und Absichten, sondern jene, die nach Luther und der seiner Reformation wirkungsgeschichtlich zuschreibbaren Französischen Revolution samt nachfolgender „Aufklärung“ innerkirchlich über Hermes, Döllinger, Congar, Rahner und viele andere immer wieder im kirchlichen Raum „diskutiert“ und eingebracht wurde. Der „Synodale Weg“ bildet – um einen Begriff des hl. Papstes Pius X. zu verwenden – jenes „Sammelbecken aller Häresien“, aus dem die Feinde der Verfassung der römisch-katholischen Kirche seit Jahrhunderten schöpfen: Protestantismus, Sozialismus, Liberalismus.

Wer die gesunde Lehre nicht erträgt, wer die Gründung der Kirche durch die Apostel auf dem Felsen, der Petrus ist, negiert oder für irrelevant hält, dem muss das Zölibat zuwider sein. Und dem wird auch der Gedanke, dass Frauen nicht als „alter Christus“ am Altar die Wandlungsworte sprechen können, nichts weniger als unerträglich sein.

Wer Gleichheit als Begriff auch auf die Geschlechter ausdehnt und im Sinn der Radikalfeministin Simone de Beauvoir ein drittes Geschlecht annimmt, wer Mann und Frau nur für ein soziales Konstrukt hält, dem muss zwangläufig die Anrede „Vater“ als diskriminierend in den Ohren klingen; der braucht keinen Gott, sondern selbstverständlich eine Gott*in, um die Vielfalt des Erschaffers der Welt diskriminierungsfrei auszudrücken.

Sie wollen nicht mehr katholisch sein

Wer die Freiheit des Menschen, Gutes und Böses zu tun, mit dem Anspruch verwechselt, Böses ungestraft tun zu dürfen, dem muss auch der Sündenbegriff zutiefst zuwider sein. Der kann nicht verstehen, warum die Kirche zwar Homosexuelle als Menschen segnen kann, aber nicht homosexuelle Verbindungen durch eine Segnung der Ehe faktisch gleichstellen. Wem das Wort „Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen.“ als aus der Zeit gefallen vorkommt, der muss den Kopf darüber schütteln, dass wiederverheiratete Geschiedene nicht zu den Sakramenten zugelassen werden können.

Wer nicht akzeptieren will, dass Christus in Petrus einen Statthalter (einen Stellvertreter) eingesetzt hat, dessen Nachfolger die Binde- und Lösegewalt gewissermaßen „erben“, dem muss der Primat und erst recht die Unfehlbarkeit in Glaubensfragen zuwider sein. Wer wie die Synodalen alles fortlaufend der sogenannten „Lebenswirklichkeit“ anpassen will, für den müssen Dogmen (verbindliche Glaubenssätze) unerträglich sein. Denn es gibt ja nichts Ewiges außer der Debatte.

Geht mit Gott, aber geht!

Alles bis hierhin Beschriebene kann man in der Tat so oder so sehen. Jeder hat das Recht, zu glauben und für richtig zu halten, was er mag. Aber die Synodalen sollten sich dann bitte auch eingestehen, dass sie nicht mehr römisch-katholisch sein wollen; dass ihnen mehr der Sinn nach dem Protestantismus steht. Jeder Gläubige ist frei zu entscheiden, ob er gehen oder bleiben will. Keiner ist gezwungen, so zu glauben und in einer so verfassten Kirche zu leben.

Aber es hat auch niemand das Recht, seine kleine eigene Ansicht von Kirche per Dekret der Gemeinschaft der Gläubigen aufzuzwingen, indem er sich anmaßt im Namen der Gemeinschaft zu sprechen, die ihn nicht legitimiert hat. „Der synodale Weg“ ist noch weniger als das ZDK legitimiert, im Namen der Gläubigen und mit Auswirkungen für ihr Katholischsein, verbindliche Entscheidungen zu treffen; nicht einmal, sie im Namen der Gläubigen zu fordern.

Verschwindet endlich, Ihr Selbstermächtiger!

Wir haben es hier mit einem sich selbst zur Veränderung der Verfassung der römisch-katholischen Kirche legitimierenden Gremium zu tun, dass nur so wirken kann, wie es wirkt, weil die meisten deutschen Bischöfe sich feige den Wünschen der hedonistischen und postchristlichen Gesellschaft beugen. Solch folgsame Bischöfe hätte sich gewiß auch Adolf Hitler gewünscht.

Deshalb empfehle ich auch heute am Schluss meines Textes allen, denen die römisch-katholische Kirche nur dann als Heimat gilt, wenn sie nach ihrem Gusto umgestaltet wird, auszutreten und entweder Altkatholik (das scheint mir mit Blick auf die Forderungen die klügste Lösung) zu werden oder einer EKD-Kirche beizutreten. Glaubt, wie ihr wollt! Aber nehmt die Axt von der Wurzel, die Christus ist und Euren Presslufthammer vom Fundament, auf dem die Kirche errichtet ist. Verlasst uns. Geht mit Gott, aber geht!

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