Causa Böhmermann: Die AfD genießt devot, als „Nazis“ kriminalisiert zu werden!

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(Michael van Laack) Am Freitagabend hat Jan Böhmermann einmal mehr seinen Haß ergossen über die Feinde der bunten (also sozialistischen), postchristlichen (deshalb islamophilen) und gender- sowie klimagerechten Gesellschaft. Im Rahmen einer etwa 20-minütigen Diskreditierungs- und Verleumdungsorgie widmete er sich diesmal der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Den Begriff AfD verwendete er jedoch sehr selten, ersetze ihn fast durchgängig mit „Nazis“.

Die AfD ist also eine Partei, die Millionen nicht in ihr Weltbild passende Menschen vergasen oder anders ermorden, in Foltergefängnisse stecken und die Demokratie durch eine Diktatur ersetzen möchte? Ist das tatsächlich so?

Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!

Offensichtlich, denn noch nie hat sich ein führendes Mitglied dieser Partei gegen diese aus vielen Mündern und über viele Lippen fließende widerliche Herabwürdigung, gegen diesen skandalösen historischen Vergleich und die Relativierung der Verbrechen der NSDAP und ihrer Schergen öffentlichkeitswirksam und massiv gewehrt.

Weder in redundanten Einzelstatements noch in einer großen Parteikampagne oder gar juristischer Form. Stillschweigen bedeutet bekanntlich Zustimmung. Im feigen Wegducken und einer „Es bringt nichts, dagegen jetzt etwas zu unternehmen“- oder „Nicht einmal ignorieren“-Haltung war die AfD in den vergangenen Jahren immer wieder gut, wenn Probleme von außen oder innen sie bedrängten.

Und so wird die Partei in den kommenden Jahren (falls sie nicht zuvor durch weiteren Druck von außen pulverisiert, durch Mitgliederschwund marginalisiert oder von innen gespalten wird), bei 10 % vor sich hindümpeln und von den anderen 90 % weiterhin gemieden, geächtet und verachtet. Denn „Nazis“ will man in Deutschland selbstverständlich nicht wählen.

Stillschweigen bedeutet Zustimmung

Offensichtlich glauben die Strategen der Partei, man müsse nur lange genug den Vogel Strauß geben, lange genug den Kopf in den Sand stecken. Irgendwann hätten dann die Gegner keine Lust mehr, die AfD eine „zutiefst nationalsozialistische Partei“ und zumindest ihre Mitglieder (letztendlich auch ihre Wähler) Nazis zu nennen. Doch weit gefehlt, meine Damen und Herren!

Wer es sich über Jahre fast devot gefallen lässt, als Mensch dargestellt zu werden, der Menschen vergasen und fremde Länder okkupieren möchte, der die eigene Bevölkerung unterdrücken und alles Nichtdeutsche aus dem Land treiben will, den wird man niemals in Ruhe lassen. Den wird man immer als Feind der Demokratie brandmarken und aus dem gesellschaftlichen Diskurs ausschließen. Und das mit vollem Recht! Denn wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt.

Als „Nazi“ lässt sich auch gut leben, oder?

Da gilt auch die Ausrede nicht: „Die bösen Medien sind schuld, denn sie stehen uns nicht zur Seite gegen diese unsäglichen Beschimpfungen.“ Natürlich tun sie das nicht, denn sie sind ja Teil des Problems. Es bringt aber nichts, wenn man sich – von Dritten in der Öffentlichkeit permanent als Täter präsentiert, als „Nazi“ nicht nur stigmatisiert aondern dadurch auch kriminalisert – selbst ausschließlich in der Rolle des schweigenden Opfers gefällt. Es gilt immer (an allen Orten und für jeden Menschen) für seine Überzeugungen zu kämpfen und falschen Darstellungen der eigenen Person oder Organisation vehement und vor allem redundant zu widersprechen.

Doch zu viel Feigheit (sie nennen es politische Klugheit) liegt in den Herzen der meisten Kader, die eine Alternative für Deutschland sein wollen. Also: Lasst Euch einfach weiter auch im ÖRR und an anderen Orten als Nazis verunglimpfen, freut Euch über 10 % auch bei zukünftigen Wahlen und haltet Euch weiter für eine Alternative, die Ihr durch Eure nicht nur auf diesem Feld defensive Maulwurf-Strategie nicht mehr seid.

Denn „Nazis“ werden niemals mehr eine Alternative für Deutschland sein. Also: Wehrt Euch oder macht es Euch mit Euren Mitarbeitern angemessen alimentiert in der Opposition gemütlich. Das ist doch eigentlich schon mehr, als man von diesem Land erwarten darf, wenn man als „Nazi“ in ihm lebt und wirkt, oder?

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