Kampf gegen Lebensschutz: Satanische Pervertierung des Freiheitsbegriffs!

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(Michael van Laack) An manchen Tagen – so auch gestern, nachdem ich vom erneuten Farbanschlag auf 1000plus in München erfahren hatte – frage ich mich, ob jene, die Abtreibung als Menschenrecht proklamieren und mit offenem Hass (der nicht selten in Sachbeschädigung und Androhung körperlicher Gewalt mündet) denen begegnen, die sich für das Lebensrecht Ungeborener einsetzen, ihren Müttern dankbar dafür sind, dass sie sich gegen eine Abtreibung entschieden haben.

Oder ob sie eher ein gestörtes Verhältnis zu ihren „Gebärenden“ haben, weil diese ihre Töchter und Söhne nicht im eigenen Leib zerstückeln und so bedauerlicherweise das Licht der Welt erblicken ließen. Das Licht einer Welt, die sie (wie vermutlich auch sich selbst) so sehr hassen, dass sie es aus verschiedensten Gründen als Zumutung oder gar Grausamkeit empfänden, in ihrem eigenen Leib etwas heranwachsen fühlen und später aus ihm heraustreten sehen zu müssen, was auch nur für einen einzigen Atemzug mit all dem Negativen in Berührung käme.

Ich will Spaß, keine Kinder!

Dann aber bringe ich meinen Puls wieder in den Ruhezustand und betrachte die Sache ganz nüchtern. In einer Spaßgesellschaft (im Hedonismus) hat nur Platz, was als Zugewinn, als Beitrag zur Erhöhung der eigenen Lebensqualität oder eine Steigerung der eigenen Person im Ansehen Dritter wahrgenommen wird. Schwangerschaft macht „hässlich“, eine Geburt oft schmerzhaft; die Pflege des Neugeborenen, bis es aus den Windeln ist, oft mit schlaflosen Nächten verbunden.

Viel Zeit verbringt man in den kommenden Jahren mit dem Kind. Mal benötigt es Trost, mal Anleitung, mal Pflege. Und vor allem: Es kostet Geld. Und davon haben viele nur sehr wenig. Und ebenso viele sind „alleinerziehend“. Aus verschiedensten Gründen, die zumeist im Verhalten eines oder beider Partner nach Bekanntwerden der Schwangerschaft, oft allerdings auch im „Dein Musikgeschmack gefällt mir nicht“-Scheidungsrecht zu finden sind.

Hinzu kommt, dass Sex mittlerweile zum Konsumgut geworden ist. Zuerst ein spannender Kinofilm, dann gutes Essen und zum Abschluss tollen Sex. Die Erfindung der Pille hat gewiss dazu beigetragen, dass Sex diesen Status erhielt, aber nicht das Medikament allein. Denn es ist auch eine Haltungs- und Moralfrage. Das seit etwas mehr als einem halben Jahrhundert (mittlerweile bereits sich selbst) verdunstende Christentum hat bei vielen Menschen die Haltung zum Wert des Lebens in den Gesellschaften des Westens verändert. Im Sozialismus und Kommunismus des Ostens sahen wir dies bereits ein weiteres halbes Jahrhundert früher.

Die Doppelzüngigkeit der Regierenden

Die uns Regierenden werden immer mehr zum Motor einer menschenfeindlichen Agenda. Sie nennen das Töten Menschenrecht und pervertieren den Begriff der Freiheit. Denn frei wollen viele unserer Spitzenpolitiker und Medienschaffenden ihre Bürger nur in der Frage des Tötens Ungeborener und beim Cannabiskonsum entscheiden lassen, nicht aber in anderen Bereichen, die gesellschaftlichen Fragen berühren.

Das offenbart sich z. B. in aller Deutlichkeit in Bereichen wie Genderideologie (LGBTI-Hype, Gendersternchen), der Pandemie, bei Sprechverboten (Zigeuner, Mohr usw.) und in der Frage der Zusammenleben genannten Zwangsverschmelzung verschiedener Kulturen, Konfessionen und Religionen und ihrer „Versöhnung“ mit dem atheistischen Sozialismus.

„Vater“ Staat mutiert zum Feind der Ungeborenen

In diesen Bereichen will der Staat das Denken bestimmen, die Betrachtungsweise einer Frage für alle definieren. Wer sich widersetzt, wird von jenen, die von sich behaupten, mehr zu sein (oder es tatsächlich sind) im Namen der Freiheit und Toleranz diskreditiert, aus dem Diskurs und wo möglich auch von gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Um das zu kaschieren, gewährt er in anderen Bereichen, (Abtreibung, Ehe für Alle, Digitales „Leben) Scheinfreiheiten.

Von der zukünftigen Regierung dürfen Lebensschützer noch weniger Unterstützung erwarten, wie von der bisherigen, an der zumindest noch eine Parteienfamilie (CDU(CSU) beteiligt war, die den totalen Dammbruch verhinderte. Unter der zukünftigen Ampel werden die §§ 218/219 StGB ersatzlos gestrichen und die im Bundestag stark vertretende Spaßjugend (Jusos, Grüne Jugend, Junge Liberale) werden auch an der Fristenlösung schrauben. Drei Monate zur Entscheidung, ob ein Kind ins eigene Leben passt, ist den meisten von ihnen zu wenig. Mindestens sechs Monate, idealerweise bis zum Tag vor der Geburt.

Krokodilstränen über den demografischen Wandel

Der Begriff ist in aller Munde. Unsere Berufspolitiker warnen beständig vor einer Vergreisung der Gesellschaft, vor der Instabilität des Rentensystems, vor Fachkräftemangel, vor einer Spaltung der Gesellschaft durch ungerechte Lastenverteilung. Gleichzeitig aber fördern sie die Kinderlosigkeit, indem sie zwar bejammern, dass Beruf und Kinder für viele immer noch unvereinbar sind, tun aber weder etwas für ein gerechteres Lohngefüge noch für die Förderung von Familien durch angemessenes Familiengeld und noch deutlich zu wenig für bedarfsorientierte Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

Stattdessen lassen sie zu, dass seit nunmehr mehreren Jahrzehnten Jahr um Jahr 100.000 bis 130.000 Kinder im Rahmen der sogenannten sozialen oder eugenischen (dem nationalsozialistischen Bild von Lebensunwertigkeit huldigend) abgetrieben werden. Seit mehreren Jahrzehnten jedes Jahr 4.000 zukünftige Grundschulklassen. Seit Beginn des Jahrtausends sind das bereit über 80.000 Schulklassen. Rechnet man ein das ein Teil dieser im Mutterleib getöteten heute bereits selbst schon wieder Kinder hätte, kann man noch 5.000 Schulklassen hinzurechnen, die rechnerisch mitabgetrieben wurden.

Warum dieser Hass?

All das ist so und wir können es (denn wir sind in dieser Gesellschaft leider nicht genug) im Großen nicht verhindern. Aber im Kleinen können wir für die Kleinen Erfolge erzielen, Wirkmacht durch Signale entfalten. Genau das machen Vereine wie 1000plus. Stimmt, man kann es einen Tropfen auf den heißen Stein nennen, wenn man in Statistiken und Effektivitätsmaßstäben denkt. Aber aus dem Verständnis der Lehre Christi heraus ist jedes Leben schützenswert, denn es trägt ein einmaliges – von den anderen verschiedenes und zugleich gemeinsames – Zeichen an sich. Jeder Mensch hat eine Seele. Von Beginn an. Deshalb: Wenn die Mitarbeiter dieser Vereine auch nur einem einzigen Kind durch ihre kluge Beratung und Begleitung ermöglichen, das Licht der Welt zu erblicken, ist dies ein wertvolleres Geschenk als jeder Edelstein.

Warum also dieser Hass? Warum gibt es Bewegungen und Vereinigungen (übrigens hauptsächlich aus Frauen bestehend), die es nicht ertragen können, dass es Menschen gibt, die zum Leben beraten? Die Antwort scheint mir ebenso einfach wie ernüchternd: Weil die Ideologie, der die Mitglieder dieser Lebenshasser verhaftet sind, nur das eigene Leben zu lieben lehrt.

Für sie ist es unerträglich, dass Menschen existieren, die ein Gegenmodell propagieren. Diese werden von den Lebenshassern als Bedrohung für das System wahrgenommen, dass ihnen als das einzig wahre gilt: eine vom Christentum befreite, hedonistische und pseudoliberalistische Gesellschaft. Die Freiheit, die sie meinen, ist nicht die Freiheit des Andersdenkenden, sondern immer nur die ihre.

Seid Amboss, nicht Hammer!

Mit einem Bibelzitat auf den Punkt gebracht: „Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.“ (Mk 5, 9). Gibt es Dämonischeres als den Hass auf das Leben und die Lebensentscheidung anderer. Gibt es Dämonischeres als Propaganda für den Tod Ungeborener? Gibt es Dämonischeres als Menschen, die in der Geburt eines Kindes eine Bedrohung sehen? Nein, aber wir hatten das in anderer Form schon einmal. Vor 2.000 Jahren sah Herodes in der Geburt eines Kindes eine Bedrohung und ließ um seiner habhaft zu werden, andere töten.

Geschichte wiederholt sich nicht, aber bestimmte Denkmuster kehren immer wieder zurück. Im Auslöschen eines Ungeborenen lässt sich die Auslöschung Gottes als dem Herrn über Leben und Tod sehr gut „nachspielen“. Und das tun sie seit Jahrzehnten abermillionenfach! Nicht nur in Deutschland!

Deshalb: Lasst uns weiter jene unterstützen, die zum Leben beraten. Durch eine Spende, das Gebet, das teilen diverser Inhalte in den sozialen Netzwerken. Oder vielleicht sogar durch ehrenamtliches Engagement für den Lebensschutz. Auch wenn wir damit jenen, die den Tod des einen Geschöpfs mit der Bewahrung der Freiheit des anderen Geschöpfs begründen, immer mehr zum Dorn im Auge und so selbst mit Häme übergossen werden sollten. Hier gilt in besonderem Maß das Wort des Münsteraner Bischofs Clemens August Kardinal von Galen: Seid Amboss, nicht Hammer. Denn der Hammer zerbricht!

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