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Alle Jahre wieder kommt das Boosterkind…

(Michael van Laack) „…auf die Menschen nieder, die im Lockdown sind.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in Zukunft Lieder wie dieses anstimmen, ist recht groß. Dies wissen auch jene, die aktuell die Gesellschaft in Gute und Böse, Geimpfte und Ungeimpfte, Retter und Gefährder einstufen. Denn aktuell wird noch alle sechs Monate – später vielleicht einmal jährlich – eine Auffrischung benötigt, um den Status „Geimpft“ nicht zu verlieren und dadurch automatisch zahlreicher Freiheiten beraubt zu werden.

Sorry, Booster muss das selbstverständlich heißen. Denn der Begriff Auffrischungsimpfung könnte unerwünschte Assoziationen in Verbindung mit der Grippe hervorrufen.

Erschreckend niedrige Influenza-Impfquoten

Wer erinnert sich noch an die Zeit, an denen Menschen ab 65 die Grippeimpfung ans Herz gelegt wurde? Das ist schon zu lange her? Keineswegs, noch im Frühherbst 2019 gab es solche Kampagnen. Allerdings nur mit Blick auf ältere Menschen Denn jungen und mittelalten Meschen drohe keine Gefahr, da sie ein gutes Immunsystem hätten. Von Verantwortung der jungen Generation gegenüber den Älteren sprach in all den Jahren zuvor niemand.

Gefruchtet haben die Kampagnen in all den Jahren freilich nicht sonderlich viel. Bei den vulnerablen Gruppen (wie man heute so schön sagt, um intellektueller zu klingen) ab 65 Jahren lag in Deutschland die Impfquote 2018 mit 35 % im Mittelfeld der Industriestaaten. Frankreich und Italien bei über 50 % sowie die USA und GB um die 70 % waren deutlich impfwilliger.In der Grippesaison 2018/19 starben in Deutschland fast 30.000 Menschen an einer der Influenza-Varianten. Was neben der geringen Impfquote wohl auch daran liegt, dass RKI die Wirksamkeit von Influenza-Wirkstoffen mit 41 bis 63 % angibt.

Wie kann es sein, dass trotz langjähriger Forschung und beständiger Weiterentwicklung die Wirksamkeit der Influenza-Wirkstoffe so niedrig ist, während die Wirksamkeit der binnen weniger Monate aus dem Boden gestampften Covid-Impfstoffe irgendwo zwischen 70 und 80 % angelegt ist und das Boostern sogar 95 % verspricht?

Die Euphorie des Beginns

Auch nach der Entwicklung der ersten Influenzawirkstoffe glaubte man, die Krankheit ausrotten zu können, musste jedoch rasch erkennen, dass immer neue Mutationen alte Wirkstoffen weniger oder gar unwirksam werden ließen, deshalb die Auffrischungsimpfung. So weit so gut!

Nun aber stehen wir vor einer Lage, die vielen Angst macht, auch weil hinsichtlich der weltweiten Todesfälle Erinnerungen an die Spanische Grippe wach werden, die am Ende des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts mindestens 40 Millionen Menschen das Leben kostete. Es wäre die Pflicht von Politik und Medien, den Menschen ihre Ängste zu nehmen, ohne die Gefahrenlage zu verharmlosen. Was wir jedoch sehen ist gezielte Panikmache in den Medien, sich widersprechende Statements, keine einheitliche Strategie, Erzeugung von Gruppendruck, Schuldzuweisungen, Stigmatisierung!

Vorzuwerfen ist vielen Regierungen (doch rede ich hier primär von der deutschen), dass sie falsche Hoffnungen machen, hin und wieder auch die Wahrheit mäßig entstellen und wider besseres Wissen die Gesellschaft spalten. Denn jenen, die sich nicht impfen lassen wollen, wird der Vorwurf gemacht, den Tod Dritter billigend in Kauf zu nehmen, obwohl es doch ein Zaubermittel gäbe: Die Impfung!

Eine letzte große Anstrengung?

Nein, denn das Murmeltier wird nun jedes Jahr grüßen. Zunächst gar halbjährlich. Wer sich nicht boostern lässt, wird bald als ungeimpft gelten müssen, weil die Wirkung aller Impfstoffe rasch nachlässt. Alle paar Monate also werden wir in der Öffentlichkeit wieder über Geimpfte und Ungeimpfte reden und den Umgang mit Ihnen. Die Spaltung der Gesellschaft in Gute und Böse könnte zum Dauerzustand werden.

Zumal wir auch noch andere „Gut-und-Böse-Kriterien“ haben, die eine Spaltung der Gesellschaft in eine helle und eine dunkle Seite vorantreiben: Neben dem Gegensatzpärchen Geimpfte und Ungeimpfte haben wir noch Klimaretter und Klimaleugner, Asylfreund und Nazi, Gender-Fan und Homophober, staatstreuer abtreibungsfreundlicher Christ und frauenrechtsfeindlicher Katholiban.

Selbst wenn wir in den nächsten Wochen durch Druck (Lockdown für Ungeimpfte, 2G, Homeoffice usw. eine Impfquote von 95 % erreichen würden, hätten wir in sechs oder zwölf Monaten die exakt gleiche Debatte. Denn über Afrika und Asien erreichen uns in Zyklen neue Mutanten. Das wissen auch die Top-Virologen und -Epidemiologen und viele unserer Spitzenpolitiker.

Ewige Boosterquote? FFP2-Interwall? Freiheit nur für Willige?

Ihr Problem ist schlicht und einfach: Ohne Gesichtsverlust können sie nicht mehr zurück. Sie können sich nicht einfach vor die Kameras stellen und sagen: Leute, wir haben Euch über 20 Monate falsche Hoffnungen gemacht und eine Fehleinschätzung nach der anderen verkündet. Denn ein Schutz vor Corona wird wegen der Mutanten und nachlassender Wirkung der Impfung in Zukunft nicht effektiver sein wie bei einer Grippe.

Um des Erhalts sowohl der eigenen Macht als auch der Stabilität der bereits installierten aber noch nicht endgültig verankerten politischen Religion willen werden sie die Daumenschrauben weiter anziehen müssen und dürfen niemals zugeben, was selbst für die meisten wenig hellen Köpfe evident ist: Jedes Jahr werden wir im Herbst/Winter Impfdruck verkünden müssen, jedes Jahr werden wir Tausende Coronatote beklagen.

Alle Jahre wieder…

Jedes Jahr um diese Zeit werden sie den Bürgern Masken aufsetzen und Freiheitsrechte nur den Impfwilligen geben, um die angestrebte Boosterquote zu erzielen. Jedes Jahr – wie es diese schäbige Kampagne #allesindenArm auf Twitter fordert. Ab jetzt und für immer, denn Corona ist – wie jede de die Atemwege betreffende Viruserkrankung – unausrottbar. 

Alle Jahre wieder, kommt das Boosterkind, auf die Menschen nieder, die im Lockdown sind! Deshalb schon heute: Gesegnete Impfzeit und einen guten Rutsch in die Injektionsnadel!

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