Steinigt Björn Höcke! Er hat „Alles für Deutschland!“ gesagt.

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(Michael van Laack) Haben wir aktuell keine größeren Probleme? Doch, natürlich! Am deutschen Klimawesen soll in den nächsten Jahren die Welt genesen, ebenso die Weltkirche am deutschen „Synodalen Weg“, die EU an unserer Finanzpolitik, Afrika an unseren Impfdosis-Spenden und die Flüchtlinge an unserem Sozialsystem. Deshalb geht „Alles für Deutschland“ natürlich gar nicht.

„Alles von Deutschland und für die Welt!“ lautet die neue buntfaschistische Maxime. Das bekommt nun auch der umstrittene Chef des real immer noch existierenden Flügels in der AfD – Björn Höcke – zu spüren.

Aufhebung von Höckes Immunität gefordert

Bereits im Frühsommer wurde er angezeigt, weil er eine seiner Reden mit „Alles für Deutschland!“ schloss, wie es auch Ernst Röhm und manch anderer führender Kopf der SA gewohnheitsmäßig tat, weil dies der Wahlspruch der Hitler 1934 zu mächtig werdenden Sturmabteilung war, weshalb er sich des als gefährlichen Konkurrenten empfundenen Röhm entledigte.

Sich lästiger Konkurrenten im eigenen System oder Team entledigen, ist im wirklichen Leben obligatorisch, aber selbstverständlich grundsätzlich verwerflich. Nicht nur, wenn am Ende der biologische Tod des Konkurrenten steht.

Wie auch immer! Höcke ist Historiker und war sich gewiss der Wirkung des Wordings und der damit verbundenen Implikationen bewusst. der thüringer AfD-Chef ist zweifellos ein Mensch, der gern und häufig auf roten Linien tanzt, um die Grenzen des Sagbaren zu verschieben.

Internationalsozialisten

Aber darf deshalb die Phrase „Alles für Deutschland!“ bis in alle Ewigkeit auf dem Index der verbotenen Phrasen stehen? Eigentlich nicht. Allerdings leben wir in einem Land, in dem sich in diesen Jahren eine politische Religion formiert, die internationalsozialistisch ausgerichtet ist. Für diese Leute ist Nationalismus ein Verbrechen, Stolz auf das Vaterland eine schwere Straftat und Politik primär für die eigenen Bürger und danach erst für die Bürger anderer Staaten ein Sakrileg. Denn: „Zuerst mein Volk und dann die vielen anderen“ ist krass Nazi, falls er nicht von PoC oder Anhängern der Barmherzigkeitsreligion Nr. 1 verwendet wird!

Diesem Denken folgend ist selbstverständlich jede öffentliche Äußerung, die das Vaterland in den Vordergrund stellt, nicht hinnehmbar. Wer wie die Altparteien vom im EU-Zentralstaat aufgehenden (verdunstenden) Deutschland träumt, dem sind alle anderen Klänge zuwider. Er hält sie gar für gefährlich, denn sie könnten Erinnerungen wecken an das Deutschland unter den Kanzlern Adenauer bis Kohl, in dem sich Patrioten noch wie Sand am Meer tummelten.

Merkel tat alles, was sie tat, für Deutschland… oder so!

Sie ist die einzige Person, von der man in diesen Tagen noch sagen darf, sie habe alles, was sie tat, für Deutschland getan: den Euro und damit deutsche Sparbücher gerettet, Deutschland von der bösen Kernenergie befreit, Deutschlands Ansehen in der Welt durch die Grenzöffnung enorm gesteigert usw. usf. – Und sie ist selbstverständlich nicht Rääächts sondern die Erfinderin der neuen Mitte.

Ja, Höcke hat provoziert. Er hat das Motto der SA an den Schluss einer Rede gestellt. Dass aber ein Motto, welches für sich betrachtet nichts Verwerfliches beschreibt (denn es könnte auch als Überschrift des Amtseides des Bundeskanzlers und der Minister stehen) eine strafbare Handlung darstellen soll (Volksverhetzung oder Ähnliches), entzieht sich der Logik und meiner Ratio. Denn schließlich steht auch „Liberté, Égalité, Fraternité“ nicht auf der Liste des Unsagbaren, obwohl unter diesem Banner während der Französischen Revolution und der jakobinischen Schreckensherrschaft hunderttausende Unschuldige inhaftiert, gefoltert und oder getötet wurden.

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