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Aus Respekt vor Dr. Frank Berghaus wird dieser Blog nicht gelöscht!

(Michael van Laack) Vor zehn Monaten übergab mir Frank Berghaus seinen über zehn Jahre geführten Blog. Kurz darauf starb er, dann erkrankte ich und benötigte eine recht lange Rekonvaleszenz, um beruflich und im Bloggeschäft wieder Fuß zu fassen. Für „Wissen bloggt“ war das Gift, zumal ich darüber hinaus hier meine Artikel von Beginn an ganz anderen Themen gewidmet hatte, als die Leser es bis dahin gewohnt waren. Deshalb habe ich den Blog kaum mehr bespielt.

Das wird auch in Zukunft so sein, denn meine neue Blogheimat ist „Conservo“. Ein politischer Blog, den Peter Helmes (ehemaliger Berater und Wahlkampf-Manager von Franz-Josef Strauß vor zwölf Jahren gegründet hat und den ich seit Ende Mai auf seine Bitte hin führe.

Ich möchte allerdings nicht, dass Frank Berghaus‘ Artikel verloren gehen, denn manch einer davon ist – so wurde mir berichtet – für die humanistische Bewegung von grundlegender Bedeutung. Zudem hatte ich Frank versprochen, mit seinem geistigen Erbe sorgsam umzugehen. Deshalb werde ich diese Seite für mindestens fünf Jahre bestehen lassen. Die Kosten sind der Rede nicht wert.

Wer aus der hier versammelten Leserschaft meine neue virtuelle Wirkungsstätte gern kennenlernen möchte:

https://www.conservo.blog/

Möglicherweise werde ich auch die Abonnenten dieses Blogs in den Conservo-Blog importieren (ohne dass sie hier verlorengehen). Doch das ist eine technische Frage, mit der ich mich aktuell noch nicht beschäftigen möchte.

Ihnen allen, die Sie Frank Berghaus vermissen, danke ich für ihr Verständnis für meine Entscheidung. Sollte wider Erwarten jemand Interesse daran haben, den Blog zu übernehmen und weiterzuführen, möge er sich mit mir in Verbindung setzen.

Ihr und Euer

Michael Theodor van Laack

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Vatertag? Antifeministische Erinnerungskultur braucht niemand. Der Staat ist aller Kinder Vater!

(Michael van Laack) Bollerwagen und Besäufnisse in Gartenrestaurants, im Wald und auf der Wiese werden wir in Coronazeiten kaum sehen. Dennoch haben „Mutter Kirche“ und „Vater Staat“ am Tag Christi Himmelfahrt, der von manchen schwerpunktmäßig als „Vatertag“ begangen wird, aus unterschiedlicher Motivation Grund zum Jubel.

Viele Väter dürften allerdings kaum lachendes Auges diesen Tag begehen, wie es die Kirche tun kann. Denn sie macht sich ab heute für die Ankunft des Heiligen Geistes in zehn Tagen (Pfingsten) schön und „fit“. Vieler Väter Augen werden allerdings (und das nicht nur an diesen Tag, aber vielleicht heute mehr als sonst) tränengefüllt sein.

1977 – Beginn der Sterbehilfe für die Keimzelle der Gesellschaft

Wenn man auf die Familienpolitik der Bundesrepublik Deutschland zurückschaut, könnte man den Eindruck gewinnen, manche Pläne wären auf 50 oder mehr Jahre angelegt worden, als der erste Dominostein umgestoßen wurde. Aber Politik und Langzeitstrategie? Das ist nicht erst seit der Flüchtlingswelle oder gar der Pandemie-Bekämpfung eher unwahrscheinlich.

Um langfristig abweichungsfrei vorplanen zu können, bedarf es einer linearen Entwicklung und/oder einer unglaublichen Menge an spieltheoretischem Vorherwissen mit Blick auf entstehende gesellschaftliche Strömungen und geopolitische Veränderungen. Dass die Entwickler der 1977 inkraft getretenen Reform des Ehe- und Familienrechts diese Fähigkeiten besaßen und als ihr Endziel die Zerstörung der Familie als Keimzelle der Gesellschaft spätestens 2030 im Blick hatten, wage ich zu bezweifeln.

Der Wegfall der Schuldfrage

Die Ersetzung des Verschuldensprinzip durch das Zerrüttungsprinzips war gut gemeint und sicherlich auch sinnvoll mit Blick auf die Tatsache, dass viele Männer die Gattin immer noch als Teil ihres Hausstandes betrachteten, über den sie verfügen könnten, wie es ihnen beliebte.

Doch mit dem endgültigen Wegfall einer gesetzlich vorgeschriebenen Aufgabenteilung nahm in den folgenden Jahren die innereheliche Entwicklung einen ganz anderen Verlauf als mit dem neuen Partnerschaftsprinzip beabsichtigt. Den Vätern dieser Gesetzesreform ging es darum, die klassische Aufgabenteilung aufzubrechen: Das sogenannte „Heimchen am Herd“- bzw. „Kinder-Küche-Kirche“-Prinzip sollte der Vergangenheit angehören. Mann und Frau sollten sich die Aufgaben im Haushalt partnerschaftlich teilen, beide gemeinsam entscheiden, wer in welchem Umfang erwerbstätig sein sollte. In der Theorie absolut sinnvoll!

Zerrüttungsprinzip wird zum Bumerang

Fremdgeher gab es schon immer, da müssen wir uns nichts vormachen. Mit dem Aufkommen der modernen Verhütungsmittel (vor allem der Pille) wurde es allerdings einfacher. Der Spaß im fremden Bett wurde gefahrloser, die Zahl der außerehelichen Beziehungen stieg. Und nicht nur das. Der Begriff „Liebe“ bekam einen neuen Inhalt. Liebe war plötzlich nicht mehr nur die wirklich tiefe Zuneigung (Herz an Herz) von zwei Menschen, die ihr ganzes Leben beieinanderbleiben wollten und sich bedingungslos vertrauten. Denn als Option hinzu kam das „Liebe machen“.

Schon vor fast 35 Jahren sagte mir eine junge Frau: „Mit X ist es nur Sex. Meinen Mann hingegen liebe ich.“ Eine glatte Selbsttäuschung! Und so kam es, wie es kommen musste. Immer mehr Männlein oder Weiblein verglichen ihre Partner mit anderen: „Mit ihr macht das Vögeln viel mehr Spaß!“ „Er hat ein größeres Bankkonto!“. So sehen wir bis Ende der 80er – also nur knapp 13 Jahre nach der Reform – die Scheidungsrate um 210 % steigen. Zu Beginn des Jahrtausends dann eine weitere Verdopplung dieses Werts.

Zweifellos darunter auch manche Ehe, die zerrüttet war, weil der eine oder andere Ehepartner gewalttätig oder dem Alkohol verfallen war (zumeist Männer), aber der überwiegende Teil waren Lust-Scheidungen. „Wir verstehen uns einfach nicht mehr!“ „Ich habe mich neu verliebt!“, „ich brauche einfach meine Unabhängigkeit!“.

Unabhängigkeit: Zauberwort und Selbsttäuschung!

Frei von Zwängen leben. Möglichst wenige Verpflichtungen haben. Kurz: Unverbindlichkeit. Ein Lebensgefühl, das – ausgelöst durch die 68er-Bewegung – in der Jugend-Generation der 70er voll zur Entfaltung gelangte, erntete in den 80ern bittere Früchte. Bei kinderlosen Ehen stellte das selbstverständlich kein sonderliches Problem dar. Jeder ging seinen Weg und man schaffte einen finanziellen Ausgleich, so dies möglich und notwendig war.

Doch auch immer mehr Kinder wuchsen nun bei nur einem Elternteil auf. Meistens bei der Mutter, denn es war – Gleichbehandlungsgrundsatz hin oder her – eherner Grundsatz der Jugendämter und der Familiengerichte: Das Kind gehört nach der Trennung automatisch zur Frau. Zu ihr hätte es eine engere Beziehung.

Eine schon damals von manchen nicht wirklich verstandene Ansicht, wo doch das Partnerschaftsprinzip auch dazu führen sollte, dass die Erziehungsleistung auf beide Elternteile verteilt wird. Also durfte man eigentlich nicht davon ausgehen, dass die Beziehung des Kindes zur Mutter eine grundsätzlich eine intensivere ist. Einzelfallprüfungen, nach denen andere Sorgerechtsentscheidungen trafen, gab es im vergangenen Jahrtausend kaum. Im neuen etwas häufiger, aber viel geändert hat sich nicht. Aktuell (2021) liegt das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder in Deutschland in 92,76 Prozent bei der Mutter.

Die Unterhaltspflicht – Dilemma für Väter und Staat

Wie oben festgestellt: Um sich scheiden zu lassen und Unterhaltsansprüche zu haben, reicht es seit der Reform aus, das Hobby des Partners (der Partnerin) nicht ertragen zu können, welches diese(r) nicht aufgeben möchte. Das Kind bleibt bei der Mutter. Je nach Verdienst des Vaters haben Mutter und Kind bis zu einem gewissen Alter des Kindes Unterhaltsansprüche gegen den geschiedenen Partner, das Kind hat sie bis zur Volljährigkeit, oft auch bis zum Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Regelstudiengangs. Nicht wenige Unterhaltspflichtige können allerdings über einen längeren Zeitraum keine Leistungen erbringen. Dann springt das Jugendamt mit einer Pflichtsumme (Mindestsatz der jeweils gültigen Tabelle) ein. Für den Unterhaltspflichtigen entsteht eine Verbindlichkeitslast, die selbst im Fall einer Insolvenz nicht der Masse zugeschlagen wird, sondern theoretisch bis zum Lebensende als Anspruch der jeweils zuständigen Kommune bzw. des Bundeslandes bestehen bleibt.

Doch wir haben nicht nur Väter (und eben einige Mütter), die nicht zahlen können, sondern oft auch diejenigen, nicht zahlen wollen, obwohl sie könnten. Hin und wieder greifen die Gerichte hart durch, zwingen zur Zahlung oder nehmen den Schuldner in Haft wegen Verstoß gegen die Unterhaltspflicht (Gefängnisstrafe) oder zumindest in Beugehaft, bis er zahlungswillig ist.

Mehrfach bestraft!

Das größte Problem der Rechtsprechung: Die Familiengerichte setzen aufgrund der beruflichen Qualifikation fiktive Mindestwerte fest, die jemand verdienen könnte, wenn er sich nur genug anstrengen würde. Wird dieser Wert nicht erfüllt, gilt dies je nach Bundesland bereits als Verstoß gegen die Unterhaltspflicht. Diese Väter sind also oft mehrfach bestraft: Sie haben Altschulden gegenüber dem Staat für Unterhaltsvorschuss; bei Verurteilung wegen Verstoß gegen die Unterhaltspflicht gelten sie als vorbestraft wie jemand, der schwere Körperverletzung oder gar einen Raub begonnen hat; auf dem Arbeitsmarkt sind sie deswegen oft benachteiligt; kaum jemand wird ihnen eine Wohnung vermieten beim Blick z. B. auf den Schufa-Score.

Das Kindeswohl. Oft nur eine Worthülse

Ein Kind braucht Mutter und Vater gleichermaßen. Das wissen wir nicht nur aus Psychologie und Soziologie. Die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder ist unter Alleinerziehenden fast fünfzehn Mal höher als in intakten Familien-Verbände; sogar noch dreimal höher als in Mama-Papa-Kind-Familien, auf die aus vielfältigen Gründen das Jugendamt ein Auge hält. Auch die schulischen Leistungen Alleinerziehender – nicht nur aus bildungsfernen Milieus – sind im Durchschnitt weitaus schlechter.

Offiziell ist das Elternteil, bei dem das Kind dauerhaft lebt, zum Wohlverhalten aufgefordert. Es soll die Beziehung zum nicht im Haushalt lebenden Elternteil fördern, so gut es geht; regelmäßige Besuche ermöglichen; in den Ferien Aufenthalte am Wohnort dieses Elternteils gestatten. Vor allem aber nicht schlecht reden über den Partner, von dem man geschieden ist oder getrennt lebt.

Dass dies nicht der Realität entspricht, wissen wir. Besonders dort, wo (zumeist) der Vater wenig bis keinen Unterhalt leisten kann, wird schlecht über ihn mit den Kindern gesprochen. Je älter die Kinder werden, umso mehr erhält dieses Sprechen dann auch Rechtfertigungscharakter. Dem Kind wird vermittelt, warum es richtig – gar notwendig – war, sich scheiden zu lassen. Das negative Bild über den in einem anderen Haushalt wohnenden Elternpart manifestiert sich und ist später kaum mehr zu korrigieren. So hört man aus dem Mund junger Erwachsener oft den Satz: „Meine Mutter (oder mein Vater) ist für mich gestorben. Der hat sich nie gekümmert, war moralisch ein Miesling und/oder eine faule Sau!“ – Auch dann, wenn ein neuer Lebenspartner ins Spiel kommt, verliert sich häufig das Interesse, Kontakte zum „Erzeuger“ oder der „Gebärerin“ zu fördern.

Väter, die keine Verantwortung übernehmen wollen:

Auch deren Zahl ist groß, aber sie stammen fast sämtlich nicht aus der Gruppe der Geschiedenen. Die meisten dieser Väter wollten eigentlich gar kein Kind. Diesem „Unglücksfall“ vorausgegangen war eine lockere Beziehung, ein „One-Night-Stand“. Sie stehlen sich aus der Verantwortung. Oftmals drängen sie sogar die Frau zur Abtreibung. Misslingt dieses Ansinnen, verweigern sie den Kontakt zum Kind und zahlen Unterhalt nur mit der Pistole auf der Brust.

Mütter, die lediglich einen „Erzeuger“ brauchen:

Diese Gruppe ist klein, wächst aber. Man möchte zwar ein Kind, aber will sich nicht binden. Ein Partner ist ja auch nicht notwendig – denken sich viele dieser Frauen – denn entweder der „Erzeuger“ zahlt oder der Staat.

Herzlichen Glückwunsch, lieber Staat!

Vielen Mandatsträgern in Bund und Land gefällt das alles übrigens sehr. Die Hoheit über die Kinderbetten. Zerschlage die Familien, nehme einen Erziehenden weg, schaffe so materielle Abhängigkeit vom Staat und zusätzlich auch die Abhängigkeit in der Erziehungsfrage. Allleinstehende müssen oft die staatlichen Einrichtungen in Anspruch nehmen: Krippe, KITA, nachschulische Betreuung. – Läuft super! Denn die Rechnung begleicht die Solidargemeinschaft der Steuerzahler.

Fazit

Nein, man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Aber mir würde der Status des Ehe- und Familienrechts vor der Reform 01.07.1977 sehr gefallen. Nicht das Bild der Frau vom Heimchen am Herd wohlgemerkt. Lediglich die rechtliche Situation, wie oben beschrieben. Das mag auch daran liegen, dass ich gewissermaßen – auch wenn es bei mir nicht so schlimm gekommen ist wie in manchen oben beschriebenen Fällen – ein „gebrannter Vater“ bin.

Denn wäre manches noch so wie zu Helmut Schmidts Zeiten, hätte meine 2005 von mir geschiedene Frau auf meine Frage „Würdest Du Dich auch trennen und scheiden lassen wollen, wenn die Lage so wäre, dass das Kind automatisch zum Vater kommt?“ ganz sicher nicht geantwortet: „Natürlich würde ich mich dann nicht scheiden lassen. Ich kann doch nicht ohne meine Erbsenprinzessin sein!“ Tja…

ALLEN LIEBENDEN UND/ODER

LEIDENDEN VÄTERN TROTZ ALLEM

EINEN SCHÖNEN VATERTAG!

UND BITTE CHRISTI HIMMELFAHRT

NICHT GANZ VERGESSEN!

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Generalvikar des Bistums Speyer wird Altkatholik – Ein Kirchenfeind weniger!

(Michael van Laack) Eine hartherzige Überschrift zum Rücktritt und Übertritt des Speyerer Generalvikars Andreas Sturm? Nein! In der römisch-katholischen Kirche Deutschlands tummeln sich seit Jahrzehnten viele Bischöfe, Priester, Ordensleute, Diakone, Universitätsgelehrte und Pastoralmitarbeiter, die Etikettenschwindel betreiben. Sie lassen sich aus Kirchensteuergeldern und vom Staat für ihren Dienst in der katholischen Kirche gut bis fürstlich bezahlen, arbeiten aber mit Hochdruck daran, die Institution ihres Brötchengebers mit sozialistischem oder radikalliberalem Gedankengut zu verseuchen.

Häufig gelingt ihnen das auch sehr gut, aber nicht überall und – aus ihrer Sicht – vor allem nicht schnell genug. Aktuell bemühen sie sich darum, das Kreuz als Siegeszeichen durch die LGBTI-Flagge (die mit der christlichen Symbolik des Regenbogens genauso wenig zu tun hat wie die Hakenkreuzfahne) zu ersetzen. Zudem wollen sie das Bewusstsein von den 51 bis 764 Geschlechtern in die Kirche hineintragen, die priesterliche Ehelosigkeit zerstören sowie die Priesterweihe der Frau als biblisch begründet verkaufen und die Verweigerung dieser Weihe im Sinn des radikalen Feminismus als frauenfeindlich darstellen

Diener der „Lebenswirklichkeit“

Insgesamt verstehen sie sich primär als Diener weltlicher Ideologie (bei Gender, beim Kampf gegen den Klimawandel, in der Migrationsfrage und der Beurteilung des Islams, in der Frage eines EU-Zentralstaats ohne Gottesbezug, hinsichtlich der Soziallehe, der Sexualmoral, der Notwendigkeit liturgischen Betens usw. – Keinen Stein wollen diese Leute mehr auf dem anderen lassen. Alles soll hinterfragt und umgepflügt werden, um danach auf dem so behandelten neuen Glaubensboden die eigenen (Irr-)Lehren säen und den Blick auf Gott verstellen zu können.

Was diese Leute „Synodaler Weg“ nennen, ist der Versuch, 500 Jahre nach Luther weit über ihn hinauszugehen. Sie lehnen nicht nur den Primat des Papstes und die Unfehlbarkeit (ausschließlich in Glaubensfragen) ab und erklären Dogmen zu unverbindlichen mittelalterlichen bis vorkonziliaren Dokumenten, die keinen Bestand mehr hätten. Nein, sie wollen nicht weniger als Revolution!

Religionsfreie Kirche als Stütze des Staates

Eine Kirche, in der jeder Gläubige tun und lassen kann, was er mag, aber auch dazu nicht verpflichtet ist. Eine Kirche, die jeder „Gläubige“ jeden Morgen neu denkt und gegebenenfalls auch sein Gottesbild immer wieder seiner „Lebenswirklichkeit“ anpasst. Eine Kirche ohne verbindliche Moral und unverrückbare Glaubenssätze. Letztendlich ist ihr Ziel eine religionsfreie Kirche, so absurd sich das für manchen vielleicht lesen mag.

Diese Leute lehnen tief in ihrem Herzen den Glauben der Kirche komplett ab. Christus, so sagen sie, habe keine Wunder gewirkt, denn die in der Bibel geschilderten Wunder seien naturwissenschaftlich sämtlich nicht möglich und Christus wäre ja kein Zauberer gewesen. Darüber hinaus habe Darwin bewiesen, dass Gott den Menschen nicht geschaffen hat. Die Zehn Gebote seien eine Erfindung des Volkes Israel, um der Gemeinschaft eine stabile Werteordnung zu geben.

Der Liebe Gott weiß auch nicht alles. Wir schon!

Damit habe Gott ebenso wenig zu tun wie mit der Gründung der Kirche. Jene Stellen des neuen Testamentes, die sich auf dieses Ereignis beziehen (Du bist der Fels…) seien in späterer Zeit interpoliert (eingeschoben) worden, um die Gründung einer Gemeinschaft zu rechtfertigen, die sich nicht der Vielgötterei Roms unterwerfen wollte.

Bei all dem aber was sie glauben (oder besser nicht glauben), versichern sie der Öffentlichkeit immer wieder, römisch-katholische Christen zu sein; sie wollten doch nur die Restauration der verschütteten urkirchlichen Gemeinde erreichen im Geist der Erneuerungsnotwendigkeiten, die das 21. Jahrhundert vom Menschen fordere. Ihnen gehe es letztlich darum, die Strahlkraft der Kirche zu erhöhen.

Das urkirchliche Licht sei verdunkelt, das Ur-Salz schal und der Ur-Sauerteig verdorben worden, sagen sie. Verdorben durch die zweittausendjährige Kirchengeschichte. Sie seien die neuen Lichtbringer, sie würden die Herzen der Katholiken durch ihre „Reformen“ wieder mit Freude und Glaubensfestigkeit (an was auch immer) erfüllen.

Geht mit oder ohne Gott, aber geht!

Wir aber wissen, was sie sind: Feinde Christi, Feinde der Kirche, Feinde jeder Seele. deshalb sollten wir ihnen nicht nachweinen, wenn sie uns verlassen. Sie sind dort, wohin sie gehen, deutlich besser aufgehoben: Außerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen.

Extra ecclesiam nulla salus. Der ideale Aufenthaltsort für jene, die seit Jahren Zweifel in die Herzen der Gläubigen säen und das Ansehen der Kirche in der Öffentlichkeit immer weiter verdunkeln.

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1. Mai: Putins nützliche Idioten schreien Scholz nieder und bewerfen Giffey mit Eiern

(Michael van Laack) Kriegstreiber – so meinen sie – seien Deutschland, die USA und andere westliche Staaten. Sie würden sehenden Auges in einen 3. Weltkrieg steuern und einen Atomschlag Putins provozieren. All das übrigens, nachdem sie in den vergangenen Jahrzehnten Putin den Einmarsch in die Ukraine aufgezwungen hätten durch nicht eingehaltene Versprechen (z. B. NATO-Osterweiterung).

Zudem sind die von Teilen der AfD sowie einigen Youtubern und Bloggern der „freien Medien“ aufgehetzten Krakeler auch oft der Ansicht, Putin habe schon ganz recht mit seiner Entnazifizierung. denn ein großer Teil der ukrainischen Bevölkerung liebe klammheimlich den Nationalsozialismus.

Weder Pazifisten noch Freiheitskämpfer. Und erst recht keine Christen!

Sie, die behaupten, für die Freiheit zu kämpfen, für Frieden und Wohlstand einzustehen, um Deutschland vor dem Totalitarismus zu bewahren, bedienen sich immer häufiger totalitärer Methoden. Der politische Gegner ist niederzuschreien und temporär oder wenn möglich gar für immer mundtot zu machen.

Sie, die behaupten, für den wahren Humanismus einzustehen, wenden sich gegen die Verhinderung eines Völkermords, gegen die Einäscherung zahlreicher ukrainischer Städte. Mitleid haben sie nur mit sich selbst. ihr Wohlstand ist in Gefahr, tausende Vergewaltigungen und zigtausende ermordete unschuldige Kinder, Frauen und alte Menschen sind ihnen vollkommen egal. Jedem das seine und mir das meiste.

Sie, die sich teilweise sogar Christen schimpfen, fordern dazu auf, den Mörder sein blutiges Handwerk auch in Zukunft verrichten zu lassen und weiteren potenziellen Opfern nicht zur Hilfe zu eilen. Solange wir Putin geben, was er fordert, wird er sein Schwert nicht gegen uns richten, so glauben sie.

Ihr „Gott“ wird immer neue Opfer fordern

Dass der Blutdurst ihres „Gottes“, den sie zu besänftigen trachten, unendlich groß sein könnte? Nein, darüber wollen sie nicht nachdenken. Und wie kann man sich am besten selbst von der Reflexion abhalten? Durch stumpfes Nachbeten alter Parolen (z. B. „Frieden schaffen ohne Waffen“), die schon damals, als sie erstmals skandiert wurden, zwar einen  wunderschönen Klang besaßen und eine großartige Botschaft transportierten, aber als off the world galten. 

Und so pfeifen und schreien sie – statt sich der grausamen Realität in Person des russischen Präsidenten im virtuellen Zarengewand zu stellen – lieber ihre Wut heraus und zeigen so der Welt, wie sehr sie ihre demokratisch gewählten Vertreter verachten. Oder ergehen sich auf Facebook und Twitter im an die Wand malen von Horrorszenarien und dem Diskreditieren aller als Kriegstreiber und Globalisten, die außerhalb ihrer Blase zu atmen und zu denken wagen Wie erbärmlich!

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Der 1. Mai – Nicht nur das Hochfest der ANTIFA

Was ist nur aus der katholischen Kirche geworden und ihren so genannten Arbeiter-Verbänden wie z. B. der KAB? 1955 setzte Pius XII. für den 1. Mai einen neuen Feiertag in den weltkirchlichen Festkalender ein: Josef der Arbeiter. Diese Entscheidung bildete den sichtbaren liturgischen Höhepunkt des zu diesem Zeitpunkt vom Papst bereits ein Jahrzehnt lang nach vorn getriebenen Engagements der Katholiken in Gewerkschaften und anderen Arbeitermilieus.

Die Kirche – so der Wille und Plan Pius XII. sollte den Kommunisten nicht kampflos die Arbeiterschaft überlassen, die einer kapitalistisch-sozialistischen Willkür ausgesetzt war. Verstaatlichung verbunden mit einer noch massiveren Ausbeutung der Werktätigen als jener in rein kapitalistischen Systemen.

Nur noch Sonntagsreden

Vieles von dem, was Pius XII. in zwei Reden vor Arbeitern im März 1945 und Mai 1955 gesagt hat und was ich hier verschmolzen darstellen möchte, lässt sich Eins zu Eins auf die heutige Zeit übertragen. Vieles aber zeigt auch den Unterschied auf zwischen der Kirche unserer Tage und jener vor fast 70 Jahren: Damals eine Kirche, die sich entschlossen zeigte, den radikalen Kräften nicht kampflos das Feld zu überlassen und sich vor die Arbeitnehmer bzw. an ihre Seite zu stellen. Heute eine Kirche, die nur noch in Sonntagsreden leise Missstände kritisiert, sich aber faktisch dem sozialistisch-kapitalistischen System und der im Kern christenfeindlichen Regierung klaglos unterwirft, von ihm nicht wenig profitiert und deshalb Christus fast nichts mehr, dem Kaiser aber über Gebühr Münzen gibt.

Nun möchte ich aber endlich Eugenio Pacelli, den Papst, den Himmler gern persönlich erschossen hätte, zu Wort kommen zu lassen:

Gerechtigkeit hat viele Feinde

Die Freiheit der Wirtschaft ist nicht weniger vom Mo­nopol oder der wirtschaftlichen Despotie einer anonymen Anhäu­fung von Privatkapital bedroht als von dem Machtübergewicht or­ganisierter Massen, die bereit sind, ihre Gewalt zum Schaden der Gerechtigkeit und des Rechts anderer zu gebrauchen.

Jetzt ist die Zeit gekommen, die leeren Phrasen aufzugeben und an eine neue Ordnung der Produktivkräfte des Volkes zu denken. Das heißt, die Menschen müssen über der Unterscheidung von Arbeitgebern und Arbeit­nehmern jene höhere Einheit sehen und anerkennen, die alle unter­einander verbindet, die an der Produktion mitarbeiten. Man muss ihre Verbindung und ihre Solidarität in der Verpflichtung sehen, unter der sie stehen, gemeinsam für das Gemeinwohl und die Be­dürfnisse der ganzen Gemeinschaft zu sorgen.

Der Sozialismus ist kein taugliches Mittel

Jesus Christus wartet nicht, dass ihm der Weg in die sozialen Wirk­lichkeiten mit Systemen eröffnet wird, die nicht von ihm ausgehen, ob sie sich nun „Laien-Humanismus“ oder „vom Materialismus ge­säuberter Sozialismus“ nennen. Sein göttliches Reich der Wahrheit und Gerechtigkeit ist auch in den Regionen gegenwärtig, wo der Klassengegensatz ständig die Oberhand zu gewinnen droht. Des­halb beschränkt sich die Kirche nicht darauf, eine gerechtere soziale Ordnung zu verlangen, sondern gibt auch deren beherrschende Grundsätze an und spornt die Regierungen, die Gesetzgeber, die Arbeitgeber und die Betriebsleiter an, sie zur Ausführung zu bringen.

Wir brauchen auf dieses Thema, das Wir bei ändern Gelegenheiten schon genügend behandelt haben, nicht näher einzugehen. Wir möch­ten jedoch die Aufmerksamkeit jener Enttäuschten darauf lenken, dass weder neue Gesetze noch neue Einrichtungen genügen, um dem einzelnen die Sicherheit des Schutzes vor jeglichem missbräuchlichen Zwang und die Möglichkeit freier Entfaltung im sozialen Leben zu geben. Es wird alles umsonst sein, wenn der einfache Mann in der Angst lebt, der Willkür ausgeliefert zu sein, wenn er sich nicht von dem Gefühl frei zu machen vermag, er sei dem guten oder bösen Willen derer ausgeliefert, welche die Gesetze praktisch ausführen oder als öffentliche Funktionäre von Einrichtungen und Organisationen walten; wenn er feststellt, dass im täglichen Leben alles abhängt von Beziehungen, die er vielleicht nicht hat, die aber andere haben, wenn er hinter der Fassade dessen, was Staat heißt, das getarnte Spiel mächtiger organisierter Gruppen argwöhnen muss.

Christen müssen mutiger die Schwächen benennen

Der Einsatz der christlichen Kräfte im öffentlichen Leben besagt also ganz gewiss, gute Gesetze und zeitgemäße Einrichtungen voran­zubringen. Aber er besagt noch mehr, die Herrschaft der hohlen Phrase und der maskierten Schlagworte zu ächten; er besagt, dass der einfache Mann in seinen rechtmäßigen Forderungen und Erwartun­gen der Stütze und Hilfe sich sicher fühle. Man muss eine öffentliche Meinung schaffen, die, ohne skandalsüchtig zu sein, mutig und eindringlich auf Personen und Verhältnisse hinweist, die den guten Gesetzen und Einrichtungen nicht entsprechen oder das, was wirklich ist, täuschend verhüllen.

Um dem einfachen Bürger Einfluss zu gewähren, genügt es nicht, ihm den Stimmzettel oder andere ähnliche Mittel in die Hand zu geben. Wenn er sich den führenden Schichten beigesellen will, wenn er zum allgemeinen Wohl unter Umständen dem Mangel fruchtbarer Gedanken abhelfen und den eindringenden Egoismus überwinden will, muss er selbst die nötigen inneren Kräfte und den brennenden Willen besitzen, dazu beizutragen, dass in das gesamte öffentliche Wesen eine gesunde Moral einströme.

Seid zuerst sozial und dann politisch!

In der Arbeiterbewegung können wahrhaft enttäuscht nur die sein, die den Blick einzig auf das unmittelbar Politische, auf das Spiel der Mehrheiten richten. Euer Wirken vollzieht sich jedoch auf dem so entscheidenden Vorfeld des Politischen. Für euch handelt es sich darum, den wahren christlichen Arbeiter durch eure „soziale For­mung“ für das gewerkschaftliche und politische Leben zu bilden und anzuleiten und seine ganze Existenz durch eure „soziale Aktion“ und euren „Sozialdienst“ zu stützen und zu erleichtern. Setzt also ohne Kleingläubigkeit die bis jetzt geleistete Arbeit fort! Damit werdet ihr Christus einen unmittelbaren Zugang zur Welt des Ar­beiters eröffnen und einen mittelbaren auch zu den anderen Ge­sellschaftsschichten. Das ist der grundlegende „Zugang“; ohne ihn wäre jeder andere „Zugang“, jedes andere „Aufgeschlossensein“, nach welcher Seite auch immer, nur eine Kapitulation der Kräfte, die sich christlich nennen.

Ja, geliebte Arbeiter, der Papst und die Kirche können sich der göttlichen Sendung nicht entziehen, zu führen, zu schützen, zu lieben, vor allem die Notleidenden, die ihnen umso teurer sind, je mehr sie des Schutzes und der Hilfe bedürfen, ob sie nun Arbeiter oder andere Kinder des Volkes sind.

Der 1. Mai als neuer Feiertag

Diese Pflicht und Aufgabe wünschen Wir, der Stellvertreter Christi, sehr deutlich von neuem herauszustellen, und zwar heute, am 1. Mai, den die Welt der Arbeit sich zuerkannt hat als eigenes Fest mit der Absicht, dass von allen die Würde der Arbeit anerkannt werde und sie dem auf der ausgleichenden Verteilung von Rechten und Pflich­ten ruhenden gesellschaftlichen Leben und den entsprechenden Ge­setzen ihren Geist aufpräge.

Wenn der 1.Mai so von den christlichen Arbeitern aufgefasst wird und sozusagen die christliche Salbung empfängt, ist er weit davon entfernt, als Ursache von Zwietracht, Hass und Gewalttätigkeit zu wirken. Vielmehr wird er eine stets wiederkehrende Einladung an die moderne Gesellschaft sein, zu vollenden, was dem sozialen Frieden noch fehlt. Ein christliches Fest also, d.h. ein Tag des Jubels über den greifbaren und fortschreitenden Triumph der christlichen Ideale der großen Familie der Arbeit.

Damit dieser Sinn euch gegenwärtig sei, und in gewisser Weise als unmittelbare Gegengabe für die zahlreichen und kostbaren Ge­schenke, die Uns aus allen Gauen Italiens zugekommen sind, teilen wir freudigen Sinnes unseren Entschluss mit, das liturgische Fest des hl. Joseph des Handwerkers einzusetzen, und setzen es ein, indem wir ihm eben den 1. Mai zuweisen.

Schlussbemerkung

Nein, es macht keinen Sinn, vergangenen Zeiten nachzutrauern und zwanghaft längst verhallte Worte als Lösung für die heutige Zeit herbeizuziehen. Dennoch lohnt es sich, manches fast Vergessene neu ins Licht unserer Lebenswirklichkeit zu rücken und so – „Prüfet alles und das Gute behaltet.“ – Inspiration für die Gegenwart zu erhalten, neuen Mut zu gewinnen, Zukunft als Christ mitzugestalten. Unsere (Vor)-Väter und -Mütter haben bewiesen: Vieles ist möglich, wenn man es nur wagen will!

Hinweis: Diesen Artikel habe ich erstmals am 01.05.2020 Philosophia Perennis auf veröffentlicht. Im Gegensatz zu vielem anderen ist er seither nicht gealtert.

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„Wen einmal so berührt die heiligen Lieder…“

(Rainer Buck) Ja, es gibt sie noch. Zeitgenössische Musik aus Deutschland, die tief berührt. Die Band „Schwarzbrenner“ setzt dabei auf Dichtkunst aus den Blütejahren großer deutscher Dichter, die sie mit eingängigen rockigen Riffs und starken Melodien unterlegt.

Ihr Bluesrock hat für sich auch schon beinahe einen klassischen Touch, er knüpft an die späten 1960er Jahre an, als junge weiße Musiker den Blues für sich entdeckten und beim Rockpublikum populär machten. Alexis Korner, John Mayell, Eric Clapton, um einige Namen zu nennen.

Georg Heym als „Leitstern“

Bluesrock trifft Poesie, das war schon 1995 das Motto, als Wolfgang Becker zusammen mit Christoph Keisers die Band „Schwarzbrenner“ gründete. Die Inspiration für den Bandnamen lieferte eine am Niederrhein verbreitete Tradition, inhaltlich lieferte das Werk des jung verstorbenen expressionistischen Dichters Georg Heym (1887-1912) die Vorlagen für die Eigenkompositionen der Band. Heym blieb lange Jahre der Hausdichter der Gruppe. Die bilderstarke Sprache des jugendfrischen Poeten war für Becker gar nicht so weit weg von den Lyrics, die von Bluessängern von Robert Johnson bis Bob Dylan in ihren Liedern zum Leben erweckt wurden. Musikalisch wandeln „Schwarzbrenner“ eindeutig auf angloamerikanischen Pfaden, wobei sie keine Blues-Puristen sind, sondern eher rockige Töne anschlagen.

„Goldene Ströme“: Gespeist aus Brentano, von Arnim und Eichendorff

In den letzten 5 Jahren hat Werner Becker das lyrische und damit auch das musikalische Spektrum ausgeweitet, zunächst wurde er bei den Barockdichtern Andreas Gryphius und Paul Fleming fündig, deren Poesie aus schweren Zeiten im Mittelpunkt der Alben „Reiseleben“ (2018) und „Bestürmte Schiffe“ (2019) standen. „Der Ruf der Dichter“ (2020) stellte dann Werke von Heym neben die der Barockdichter. Mit dem letztjährigen Werk „Zauberworte“ entdeckten „Schwarzbrenner dann die Romantik mit Werken von Clemens von Brentano und Achim von Arnim. Das aktuelle Album „Goldene Ströme“ ist nun wieder den Werken eines einzelnen Mannes gewidmet, dem wohl bedeutendsten Dichter der deutschen Romantik, Joseph von Eichendorff (1788-1857).

Dieses neue Album – die 13. Veröffentlichung der Bandhistorie – könnte nun eine Gelegenheit sein, diese interessante deutsche Band kennenzulernen. Musikalisch ist es das vermutlich abwechslungsreichste Werk der Gruppe, denn die romantischen Texte rufen natürlich nach Melodien, die sich vom Bluesschema etwas lösen; da klingen auch folkloristische Töne an; eines der vielen virtuosen Gitarrensoli erinnert an einen Gesellschaftstanz aus der Zeit Eichendorffs. Zudem bilden drei Songs eine 18minütigen Suite, in der sich rockige und lyrische Klänge abwechseln und in das Auf und Ab des Dichterlebens entführen.

In diesen Zeiten wird Eskapismus zur echten Alternative

Kein Freund der Eichendorffschen Dichtkunst muss befürchten, dass dessen Verse doch die rockige Vertonung ihres Zaubers beraubt werden. Und kein Freund melodischer Rockmusik wird den Eindruck haben, dass hier etwas steif in Richtung Hochkultur getrimmt wird, was von Leidenschaft und Zugänglichkeit lebt. Vielmehr erlebt man in der Symbiose neu, dass hinter den alten Versen ein seinerzeit junger Mensch aus Fleisch und Blut steht, der in seiner Sensibilität die Höhen und Tiefen des Lebens ausmisst und in Poesie fasst. 

Der Lebenswelt Eichendorffs spürt man mit wachsender Lust nach, wenn man sich erst einmal an den Code der Romantik gewohnt und etwas frei gemacht hat von den hohlen Phrasen der Gegenwart, die über die Medien hartnäckig unseren Alltag begleiten. Eskapismus? Nicht nur, denn „wen einmal so berührt die heiligen Lieder“ findet vielleicht dabei auch sich selbst „Sein Leben taucht in die Musik der Sterne.“ 

Schwarzbrenner: Poesie und Bildung aus einem Guß

Das immer wieder Erstaunliche bei bisher jeder neuen „Schwarzbrenner“-Scheibe, die ich hörte, ist die unprätentiöse musikalische Verpackung, die Punktgenauigkeit der Songs, die Soli, die wie aus dem Ärmel geschüttelt wirken. Diese Lockerheit haben wenige deutsche Bands und noch weniger solche, die zugleich einen inhaltlichen Anspruch verfolgen.

Die Musik von „Schwarzbrenner“ ist auf den gängigen „Streaming“ und Download-Plattformen zu finden, aber eigentlich ruft sie natürlich nach dem klassischen Tonträger. „Goldene Ströme“ ist wie die anderen genannten Alben in einem attraktiven Digipack mit Booklet erhältlich, in dem alle Texte abgedruckt sind. Bestellung über die Website der Band www.schwarzbrenner.de

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Aldi Nord wirbt für Kinderlosigkeit

(Michael van Laack) Wird „Billig“-Discounter ALDI bald nicht nur seine Butter verteuern, sondern auch Windeln, Kindernahrung, Fleisch und fleischhaltige Produkte vom Markt nehmen? Wir wissen es nicht, aber ein Tweet vom Wochenende gibt zumindest den Hinweis auf eine in Zukunft deutlich abgespeckte Produktpalette.

Theo Carow outete sich neulich als bisexuell (was eigentlich niemanden mehr interessiert, wenn es sich nicht um einen sogenannten followerstarken Influencer handelt), ernährt sich vegan und hält nichts davon, Kinder zu zeugen, weil diese dann in einer bösen queerfeindlichen Welt aufwachsen müssten und in Kindergarten/Schule mit unsere schöne bunte Welt zerstörenden Fleischfressern in Berührung kämen.

Ida Marie Sassenberg (wellshesassy) beschäftigt sich auf Instagram mit Themen wie dem Patriarchat, Menstruation und unerlaubten Übergriffen vom Pizzalieferanten, was ihr wokes und zumeist weibliches Publikum begeistert. Auch sie hält nichts davon, Kinder in die Welt zu setzen. Das sollen mal andere machen, damit noch jemand da ist, der ihr in 40 oder 50 Jahren ihren dann nicht mehr ganz so süßen Popo im Seniorenheim abwischt. Obwohl: Sie ist auch eine Freundin der Euthanasie, so dass sich diese Frage möglicherweise dann gar nicht mehr stellen wird.

Mehr lebendige Rinder statt nerviger Kinder

Wie auch immer: Diese beiden Influencer sind – so scheint es – äußerst beliebt und deshalb wichtige Glieder der Zivilgesellschaft in ihrer Konsumentenfunktion. Das hat ALDI Nord erkannt und macht deshalb Werbung mit den beiden. Wofür? Keine Ahnung! Denn die Frage muss richtigerweise „Wogegen?“ lauten.

Gegen das Kinderkriegen und gegen nicht veganes Essen. Na, dann ist dem Konzern ganz gewiss bald eine Förderung durch das Bundesfamilienministerium und jenes für Landwirtschaft und Ernährung sicher. Und Millionen neue Kunden und Kundinnen, die Kinder hassen und Nutztiere lieben (weil sie ihr Leben nicht im Schlachthof beendet sehen wollen) werden in die Läden strömen. Auf die anderen Kunden kann ALDI Nord dann getrost verzichten!

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Karfreitag: Die Geburtswehen der Kirche beginnen – Gott würfelt nicht!

(Michael van Laack) Karfreitag, ein Leidenstag! Als ob die Menschen nicht schon genug Leid zu ertragen hätten, erwartet die Kirche, dass wir auch in diesem Jahr mit dem Leiden von dieses Jesus Christus beschäftigen? Ja, das tut sie – aus guten Gründen!

Z. B. um uns die Furcht vor dem biologischen Tod zu nehmen und die Hoffnung zu schenken, das mit ihm nicht alles endet. Erst dadurch erhält unser Tun und Lassen Sinn und Ziel! Nur durch den Glauben an Christus vermögen wir, gutes und schlechtes Handeln effektiv voneinander zu unterscheiden.

Dieser Tag ist für die Kirche zu ernst und auch traurig, als dass ich eine Einführung zu den antiquarischen liturgischen Texten bieten möchte, die sich mit der aktuellen politischen oder kirchlichen Situation beschäftigt. Deshalb schicke ich dem Text von Pater Benedikt Baur OSB lediglich Gedanken voraus, die auch ein wenig mit Theologie und Philosophie zu tun haben.

Ein Leben – geopfert für das Leben von Milliarden

Baurs Gedanken zum Karfreitag (Werde Licht, II. Teil: Osterfestkreis, Freiburg i. Br., Ausgabe letzter Hand 1959) werden viele nicht verstehen und manche sogar verstören. Ein Einziger opfert sein Leben für alle Menschen bis zum Ende der Menschheitsgeschichte. Bis zu dem Tag, an dem der letzte Mensch seinen letzten Atemzug tun wird, bis zur Wiederkunft eben dieses am Kreuz Gestorbenen am sogenannten „Jüngsten Tag“? Das ist doch abenteuerlich, oder? Ja, für jene, die nicht an Gott glauben, ist es das zweifellos.

Denn für sie ist das alles nur Teil oder Variation einer größeren Erzählung, die sich von der Suche der Höhlenmenschen nach Erklärungen für Naturerscheinungen über die Geschichte der bereits untergegangenen großen (assyrisches, ägyptisches, griechisches und Römisches Reich und die aktuelle dominierenden Weltreligion bis zu den esoterischen Gruppen der Neuzeit zieht. Sie sehen keine Spur Gottes und wollen auch lieber gar nicht danach suchen. Denn das könnte ihr Weltbild erschüttern.

Gott würfelt nicht

All jene sollten also hier vielleicht aufhören zu lesen. Oder aber – wenn sie es nicht tun wollen (schon deshalb nicht, weil der Autor selbst es ihnen vorschlägt) – zumindest Verständnis dafür aufbringen, dass immer noch die große Mehrheit der Menschen auf dieser Welt die Entstehung des Universums samt Urknall und dem, was vor diesem gewesen sein muss, nicht als einen Zufall betrachten, sondern einen Pantokrator annehmen.

Einen ersten Urheber, den ersten Beweger, der Energie nicht übertragen bekam, sondern aus sich heraus – aus seinem Wollen – andere Dinge in Bewegung brachte.. Damit das riesige Dominospiel namens Schöpfung – Stein um Stein umfallend zunächst Materie, dann Leben und zum Schluss denkende Wesen hervorbrachte. Wesen, die nun wieder auf der Suche nach ihrem ersten Ursprung sind.

Das Leben vom Ende her denken schadet nicht!

Und – liebe Atheisten, Humanisten oder wie auch immer ihr Euch versteht: Sterben müssen wir alle. Deshalb ist das Überkübeln der Christen und anderer gläubiger Menschen mit Eurem Spott und Eurer Häme letzten Endes nur Windhauch. Denn erst nach dem biologischen Tod wird klar, wer recht hatte. Wenn Ihr recht haben solltet, spielt es keine Rolle, denn ihr könnt dann nicht mehr in Triumphgeheul ausbrechen.

Sollten aber wir, die wir an diesen Gott glauben, recht haben, wird das für den ein oder anderen nicht nur ein Augenöffner sein, sondern der erste Blick in die für ihn vermutlich trostlose, weil gottferne Ewigkeit. So mag jeder auf dieser Erde nach seiner Façon selig werden. Wir Christen können Euch nur ein Beispiel geben, den Glauben an Christus verteidigen und ihn Euch anbieten! Erkennen und entsprechend der Erkenntnis handeln, das ist Euer Job.

Und nun die angekündigten Gedanken von Benedikt Baur:

Der Ungerechte sündigt, der Ge­rechte wird gestraft!

Jesus stirbt für uns, für jeden von uns persönlich. Der Tod ist der Sünde Sold. Alle Folgen der Sünde, aller Schmerz, alle Not des Lebens drängen sich im Tod zusammen. Gottes Gerechtigkeit hat in nichts so tief und so greifbar den Menschen erfasst wie in der Angst und in den Schauern des Todes. Vor dem Tode bebt jede Kreatur. Nichts ist so sehr die natürliche Strafe der Sünde wie der Tod, der gewaltsam die Fäden durchschneidet, welche die Seele an den Leib und an die Erde fesseln: Denn die Sünde hat zuerst das Band zerrissen, mit welchem sie an Gott gebunden war. Und Er, unser Heiland, gibt sich um unseretwillen, freiwillig in den Tod. Das ist Seine Liebe, „stark wie der Tod“. Der furchtbarste Aus­druck der göttlichen Gerechtigkeit, der Tod, wird die höchste Tat Seiner Liebe. Sein tiefstes Leiden wird Seine höchste Tat der Liebe zu uns; zu mir!

Jesus stirbt für uns. Er opfert Seinen Leib. Und indem Er Seinen Leib opfert, hat Er den Leib der Menschheit, den Leib des Todes, in dem die Sünde wohnt, ans Kreuz geschlagen. Er hat unsere sündige Natur in die reinigende, sühnende Glut Seiner Opfer­flamme, in das reinigende, heilende Bad Seines Blutes eingetaucht: sie geht wiedergeboren, reif für die Kindschaft Gottes und für die ewige Verklärung, daraus hervor.

Was tue ich für Gott?

Jesus stirbt für uns, an unserer statt! Geheimnis­volle Ordnung! Der Ungerechte sündigt, der Ge­rechte wird gestraft. Der Schuldige begeht das Ver­brechen, der Unschuldige büßt es. Der Herr bezahlt, was der Knecht verbrochen. Gott übernimmt, was der Mensch verschuldet. Meine Ungerechtigkeit, und Gottes Gerechtigkeit und Liebe. Das tut Gott für mich. Was tue ich für Ihn?

„Deine lebenspendende Liebe, o Jesus, benetzt gleich der Quelle im Paradies Deine Kirche und bewässert sie wie einen geistlichen Garten. Der Strom aus dieser Quelle teilt sich in die vier Evangelien, befruchtet den Erdkreis, erfreut die Schöpfung und lehrt die Völker, Dein heiliges Eeich zu suchen.“ (Antiphon aus der griechischen Liturgie).

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Deutschland gestern: „Nie wieder!“ – Deutschland heute: „Einmal geht noch!“

(Michael van Laack) Die Russen ziehen sich aus dem Großraum Kiew zurück, jubelten gestern viele deutsche Mainstream-Medien. Doch klang in deren Meldungen leider auch „Putin hält doch, was er verspricht!“ und „Wegen seines guten Willens sollte Deutschland den Überfall auf die Ukraine nicht noch härter sanktionieren.“ mit. Erleichterung floss aus den Federn vieler Journalisten in ihren Berliner Schreibstuben.

Polens Vize-Regierungschef Jarosław Kaczyński sieht das ganz anders. In der Welt am Sonntag lässt er die Leser heute wissen: „Ich bin sehr unzufrieden mit dem Verhalten der deutschen Regierung. Deutschland könnte mehr Waffen liefern. Und Deutschland könnte sich in der EU für ein Ölembargo aussprechen. Man darf eine Großmacht wie Russland nicht andauernd unterstützen mit Milliardenzahlungen aus dem Kauf von Energie. Das ist aus politischer und moralischer Sicht unzulässig. Das muss ein Ende haben, und Deutschland sollte dazu endlich eine eindeutige Haltung einnehmen.“

Eine eindeutige Haltung – Nicht mit Putins ehemaligen(?) Freunden

Ob Steinmeier (in den guten alten sanktionsfreien Zeiten Lawrows bester Kumpel), Merkel (Putins einzige westliche Duz-Freundin aus dem Club der Mächtigen), Maas (der Abhängigkeit Deutschlands vom russischen Gas zynisch weglächelte) oder Scholz, der allen dreien sehr nahesteht, nicht nur als Juso den Sozialismus und die DDR ganz toll fand und Schröder nicht öffentlich kritisieren oder gar dessen Parteiausschluss fordern mag: Sie alle hatten und haben keinerlei Interesse daran, dass Putin stürzt oder die Russen am Ende tatsächlich aus der ganzen Ukraine vertrieben würden.

Zwar bejammert die deutsche Bundesregierung pflichtschuldig im Kreis von EU, NATO und G7 den Angriffskrieg, die vielen zivilen Opfer und das Schicksal der Flüchtlinge. Doch heißt es auch immer wieder „Zu viele Waffen sind auch keine Lösung!“. Das meint: Wir wollen doch nicht ernsthaft die Ukraine ertüchtigen, den Konflikt vollständig für sich zu entscheiden. Die Krim und alle „Republiken“, die Putin gern heim ins Reich holen will, soll er bekommen und auch die Anlegeplätze für seine Schwarzmeerflotte in Odessa. Je länger der Krieg dauert, umso größer das Leiden der Zivilbevölkerung, höre ich immer wieder sagen. Eine unerbittliche Logik!

All das muss die innere Haltung des Kanzlers, der Verteidigungsministerin, des Finanzministers, des Wirtschaftsministers und der Außenministerin sein, auch wenn sich die beiden Letztgenannten in den vergangenen Wochen zumindest in der Klarheit ihrer Worte deutlich vom Rest der Ampel-Regierung absetzten.

Christliche Flüchtlinge bringen Buntheitsanstrengungen in Gefahr

Hinzu kommt, dass der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine die Buntheit gefährdet. Denn nicht barmherzige junge muslimische Männer werden in den nächsten Monaten vermehrt über die Straßen und Plätze dieser Republik stolzieren, sondern zumeist christliche (orthodoxe) ältere Männer und junge Frauen mit ihren Kindern.

Deshalb dürfte auch Innenministerin Faeser tief in ihrem Herzen mit Unbehagen auf die Lage schauen. Wenn die alle bleiben müssten, geriete die die religiöse Buntheit in Gefahr und es würden sich neue Konfliktlinien auftun, an denen sich einmal mehr die ganze „Menschenfreundlichkeit“ junger muslimischer Neubürger offenbaren könnte.

Deshalb wäre eine Teilung der Ukraine in Putins Osten und EU-Westen aus sicht der Bundesregierung eine Win-Win-Situation. Alle Flüchtlinge könnten in ihr Land zurückkehren und der langsam wieder anfahrende Konsum (nachdem dann auch alle Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden müssten), würde für noch mehr „Wohlstand“ bei uns sorgen. Zwischenfazit. Die Regierung ist dankbar, nicht anders zu können – Denn sie würde auch nicht anders wollen!

Wir sollten weiterhin unsere alten Fehler machen. Das lief doch gut!

Deutschland bremst und bremst und bremst. Ab und an gemeinsam mit Frankreich, dessen Nähe zu Russland selbstverständlich auch nicht vernachlässigt werden darf. Aber zumeist allein. Scholz musste zum Aus für Nordstream 2 getragen werden; die angeblichen massiven Sanktionen nehmen alle Banken und alle Rohstoffimporte (neben Kohle und Gas auch Edelmetalle und seltene Erden) aus, um Deutschlands Wohlstand nicht zu gefährden, wie es heißt. Und Waffen gab es nur nach flehentlichen öffentlichen Appellen, die harsche Reaktionen anderer NATO- und EU-Mitgliedsländer hervorriefen.

Demnächst (vermutlich in 20 bis 30 Jahren, damit niemand mehr haftbar gemacht werden kann) wolle man allerdings intensiv aufarbeiten, ob die geschaffene Abhängigkeit von Russland (Energie, Rohstoffe) und der Ukraine (Automobilzulieferung, Ernährungssektor) tatsächlich dazu beigetragen hat, dass Putin vor aller Welt die Wirtschaftsmacht Deutschland (einstiger Exportweltmeister und viertgrößter Waffenexporteur) am Nasenring durch den Moskauer Staatszirkus ziehen kann.

Junkie-Logik: Wir hassen unseren Dealer, aber wir lieben seine Ware!

Das ist jetzt aber ein zu starkes und ungerechtes Bild, höre ich sagen. Keineswegs: denn in diesen Tagen säuft sich die Bundesregierung Putins Trickserei legitimierend die Tatsache schön, dass sie ihre Gasrechnungen spätestens ab Ende dieses Monats in Rubel begleichen muss und dadurch zum massiven Unterlaufen der Sanktionen beitragen wird. Darüber hinaus weiß Putin genau: Nach den zwei finanziell desaströsen Coronajahren und der Notwendigkeit, zumindest am Atomausstieg festzuhalten, weil sonst die Regierungskoalition noch vor Pfingsten 2022 zerbräche) muss Deutschland zu kreuze kriechen, wenn es keinen Totalzusammenbruch wie jenen im Weimar der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erleben will.

Deshalb sind der deutschen Politik und den meisten Mainstreammedien auch die Toten in Botscha oder anderen Orten der Ukraine faktisch gleichgültig. Ob es nun insgesamt 5.000 sind oder ob es eine Million würden. Zahlen sind relativ, solange sie nicht in Euro oder Rubel auf Konten sichtbar sind.  Öffentlichkeitswirksam muss man die ausgelöschten Menschenleben natürlich betrauern und Putin mit Den Haag drohen. Auch muss man ihn vor dem Einsatz biologischer und chemischer Waffen oder gar taktischer Atomsprengköpfe warnen, weil die meisten Deutschen leider immer noch nicht alles Mitleid abgeschliffen bekommen haben und Moral immer noch mehr ist als eine leere Worthülse. Aber zu viel Empathie ist irgendwie auch keine Lösung, oder?

„Nie wieder!“ Die Frage ist nur: Was?

Denn in letzter Konsequenz wissen unsere Politiker: selbst wenn der Bündnisfall einträte, weil z. B. die baltischen Staaten angegriffen würden: Deutschland müsste darauf warten, dass Putin den Gashahn abstellt. Ihn selbst abzudrehen, würde den wirtschaftlichen Niedergang beschleunigen. Klar, wenn Putin abdrehen ließe, wären die Folgen die gleichen. Aber dann könnten Scholz und Habeck stolz und erhobenen Hauptes erklären: „Wir haben es nicht zu verantworten. Wir haben alles getan was unser ehemaliger guter Freund und aktueller Kriegsverbrecher von uns verlangte. Wir hätten sogar bei russischen Konzentrationslagern in der Ukraine oder solchen für Ukrainer auf russischem Boden weggeguckt. Wir haben alles getan. Denn für uns galt und gilt ‚NIE WIEDER! – Nie wieder wollen wir frieren oder kein Internet mehr haben!“

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Das neueste Stück am „Schmierentheater Scholz, Habeck & Co.“: Die Rubel-Lüge

(Michael van Laack) Eines hat Wirtschaftsminister Robert Habeck glasklar gesagt: Wenn kein russisches Gas mehr nach Europa fließt, wird das in absehbarer Zeit nicht nur für die deutsche Industrie schwere Folgen haben: Produktionsstillstände, hohe Arbeitslosigkeit, Gefährdung des sogenannten „Wohlstands“ der Bundesbürger.

So, damit ist der Ehrlichkeitsmodus der Bundesregierung aber auch schon wieder beendet. Denn faktisch – und schon das sagen uns Scholz, Habeck & Co nicht mehr mit klaren Worten – kann Deutschland es sich weder in diesem noch mindestens in den beiden folgenden Jahren leisten, irgendeine noch so unsinnige Forderung Putins nicht zu erfüllen.

Scheinheiligkeit ist des Politikers höchste Tugend

Das Gefasel von der Solidarität mit der Ukraine können sie sich also sparen. Nicht nur, weil wir hauptsächlich und vor allem zu spät Waffen aus alten DDR-Beständen an die Ukraine geliefert haben, die entweder in Deutschland selbst lagern und deren Abgabe bzw. Ausfuhr aus anderen EU-Staaten die zuständigen Ministerien oft sehr zögerlich gehehmigten. Sondern vor allem, weil mit unserem Geld weiterhin das System Putin finanziert wird. Nicht nur über die Gasrechnung, sondern auch mit der Bezahlung von Kohle, Öl sowie seltenen Metallen und Erden, ohne die unsere (Elektro-)Automobilindustrie aufgeschmissen wäre.

Der übelste Verrat am angeblich solidarisch mit allen möglichen Mitteln unterstützten ukrainischen Volk aber läuft in diesen Tagen auf offener Bühne vor unser aller Augen ab und wird nicht nur (erwartungsgemäß) vom ÖRR sondern auch von den in den vergangenen Wochen häufiger als in der Merkel-Ära kritischen Mainstreammedien sekundiert: Die Inszenierung der Rubellüge!

Es fühlt sich nur nach Euro an

Wir erinnern uns: Putin hatte am 31. März erklärt, ab dem 1. April müssten die Kunden der „unfreundlichen Staaten“ (zu denen auch die gesamte EU gehört), ihre Gasrechnungen in Rubel zahlen. Kaum war das ausgesprochen, wiegelte Bundeskanzler Scholz während eine Pressekonferenz ab und erklärte, Putin unmissverständlich erläutert zu haben, dass auch weiterhin in Euro oder Dollar gezahlte werde. Ähnliche ließ sich Habeck in einem Interview ein.

Die erste Beruhigungspille für das Gewissen der Deutschen war eingeworfen. Die zweite gab uns anschließend Putin selbst zum Konsum, indem er erklärte, selbstverständlich könnten die Kunden auch weiterhin in Fremdwährung auf ein Konto einzahlen. Erst danach würde die Umwandlung in Rubel erfolgen. Jubel, Trubel, Heiterkeit bei den deutschen TV- und Print-Medien, „große Erleichterung“ in der Ampelkoalotion. Es ändere sich fast nichts, hieß es. Das Ganze sei nur eine Aktion zur Gesichtswahrung Putins. Zwar veranschaulichten einige Medien das Prozedere, wie die Zahlung tatsächlich zu erfolgen habe und wann die Rechnung als beglichen gelte, blieben aber bei der unwahren Behauptung, für die Kunden ändere sich nahezu nichts.

Die fast perfekte Rubel-Lüge

Die Wahrheit ist allerdings eine andere. Sollten sich die Kunden auf den von Putin vorgeschlagenen Weg einlassen, machen sie genau das, was G7 und EU niemals tun zu wollen behaupten: Sie begleichen ihre Gasrechnung in Rubel.

Stellen wir uns der Einfachheit halber vor, jeder Deutsche, der mit Gas heizt, hätte einen Einzelvertrag mit Gazprom. Bisher zahlen alle Kunden am Monatsanfang einen fest vereinbarten Abschlag in Euro auf ein Konto des Unternehmens. Nun schreibt Gazprom seinen deutschen Privatkunden einen Brief:

„Lieber Kundin, lieber Kunde! Leider müssen wir Sie ab heute als unfreundliche Person einstufen. Sie wissen genau warum! Wir wollen ihnen aber dennoch gern weiterhin unser Gas verkaufen. – Das funktioniert ab dem kommenden Monat so: Sie gründen ein russisches Fremdwährungskonto bei unserer russischen Bank. Dorthin zahlen Sie wie gewohnt Ihren Abschlag in Euro. Zur Gründung dieses Kontos müssen Sie nicht einmal etwas unterschreiben. Wir berechnen dann in Ihrem Auftrag den Gegenwert in Rubel bei der russischen Zentralbank und überweisen den Rubelbetrag nach Ausgleich eines noch zu definierenden Kursschwankungsverlustes auf ein zweites Konto, das auch unter Ihrem Namen geführt wird.  Dann müssen Sie uns allerdings die Einwilligung geben, dass wir den Abschlagsbetrag von Ihrem Rubelkonto an den Gaslieferanten ihres Vertrauens überweisen dürfen. Selbstverständlich erhalten Sie zusätzlich eine schriftliche Bestätigung, dass Sie ihre Rubelrechnung bezahlt haben.“

Deutschland tut was es kann, solange es nicht weh tut!

Und nun erkläre mir jemand plausibel, dass die Rechnung nicht in Rubel bezahlt würde, sondern sich das lediglich so anfühle. Anderes Beispiel: Ich besitze ein Dollarkonto in den USA, auf das ich hin und wieder Euro einzahle, die dann automatisch zum Tageswert konvertiert gebucht werden. Wenn ich nun die USA besuche und in einem Restaurant mit einer Geldkarte, die diesem Konto zugeordnet ist, meine Rechnung begleiche, hätte ich der Logik von Scholz, Habeck, ARD, ZDF usw. folgend mein Steak in Euro bezahlt.

Sorry, liebe Bundesregierung, liebe Medien: Verarschen könnt Ihr Euch allein! Diese Tage sind viel zu ernst, als dass wir mit Tricksereien unser Gewissen beruhigen dürfen. Vor allem mit Blick auf das Leid der Ukrainer ist der Versuch, die eigenen Beschlüsse durch die Hintertür wieder zu kassieren, um mit reinem Gewissen und solidarisch erhobenen Hauptes durch die Berliner Blase flanieren zu können, erbärmlich.

Sagt den Leuten doch einfach: Es tut uns gefühlt fast schon ein bisschen leid um die Menschen in der Ukraine. Aber selbst dann, wenn Putin mit einem taktischen Atomschlag Kiew zerstören würde, müssten wir auf all seine Zahlungsforderungen eingehen: Denn wir brauchen sein Gas, Öl und Kohle sowie seine Edelmetalle und seltenen Erden, um „unseren Wohlstand“ zu sichern. Noch einmal: Erbärmlich, wie Ihr Euch in diesen Tagen in Euren Regierungsämtern windet!

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Möglicher Gas-Stopp: Wird aus dem „Schlaraffenland“ ein „Hungerbunker“?

(Michael van Laack) Heute Morgen hat die Bundesregierung die erste von drei Warnstufen des „Notfallplans Gas“ ausgerufen, weil definitiv ab 1. April kein Rubel für die Energielieferungen rollen wird und deshalb damit gerechnet werden muss, dass Putin – der ansonsten gern und häufig mit Lügen und Täuschungen operiert – in diesem Fall die Wahrheit sagt und den Gastransfer in die EU und somit auch nach Deutschland stoppen wird.

Panik schüren ist spätestens seit Corona politisches Standardtool

Ebenfalls gestern erklärte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bei Lanz, ein Öl- und Gasembargo werde „Not und Elend“ über Deutschland bringen. Folglich müsste das – sollte Tschentschers Prognosen sich als richtig erweisen – auch im Fall eines Energiestopps durch die russische Seite so sein.

Aus meiner Sicht ist es zu früh, eine Bewertung über die zukünftige Entwicklung abzugeben, weil im Fall des Energiestopps manch anderes Ereignis eintreten wird, dass wir heute noch nicht auf dem Schirm haben. Denn aus der Geschichte wissen wir: Völker in Not erschließen sich oft vorher nicht in den Blick genommene Wege, um sich selbst oder gegenseitig zu helfen.

Es geht nicht nur um Brot backen und Popo abwischen

Sicher aber ist: Nachrichten wie diese werden bei nicht wenigen Deutschen seichte Panik auslösen. So ist zu befürchten, dass Hamsterkäufe, vor denen die Regierung in den vergangenen Wochen stets gewarnt hat, schon recht bald bei ganz anderen Produkten als Mehl, Toilettenpapier oder Sonnenblumenöl einsetzen werden. Weniger durch Geringverdiener und ALG-II-Empfänger als bei der mehr oder weniger besserverdienenden Mittelschicht.

Am 13. August 2019 hatte ich auf Philosophia Perennis einen Artikel mit der Überschrift „Klimawandel-Wandel? Schleift Cucagna, treibt die Konsum-Dämonen aus!“ veröffentlicht. Cucagna ist ein eher selten verwendeter Begriff für das Schlaraffenland. Diesen möchte ich hier nachfolgend noch einmal leicht verkürzt veröffentlichen, weil er erneut gut zur Situation passt.

Gibt es ein Recht auf Tiefkühlpizza und Online-Spiele?

Seinerzeit ging es um freiwilligen Konsumverzicht und Energiesparen im Interesse des „Kampfes gegen den Klimawandel“. In diesen Tagen geht es um möglichen erzwungenen Verzicht und Energieunterversorgung. Die Moral von der Geschicht‘ aber ist die Gleiche: Nicht alles, was wir konsumieren, ist lebensnotwendig, ist nicht einmal einfach nur Wohlstandssicherung, sondern geht weit darüber hinaus.

Schmerzhafte Verluste für die Jünger des Konsumgottes, die gefühlt mehr unter der Nichtverfügbarkeit vieler Produkte zu leiden glauben, als die wirklich Sozialschwachen tatsächlich leiden werden, sobald der Staat keine Möglichkeit zur sozialen Abfederung mehr haben sollte oder haben will.

Wie auch immer. Hier mein damaliger Artikel (um den Schlussteil gekürzt):

Wer kennt es nicht, das Märchen vom Schlaraffenland, dass sich in der Sammlung Ludwig Bechsteins findet, vielen Kindern unzählige Mal vorgelesen und oft (zuletzt 2016 von der ARD) verfilmt wurde. In jedem Märchen findet sich – mal offensichtlich, mal im Subtext – eine Botschaft, etwas moralisch-moralisierendes. So auch in der Erzählung über das Schlaraffenland, oder wie es Welsch (Romanisch) heißt: Cucagna.

Ein unerreichbares Land?

Bechsteins Erzählung beginnt mit einem Hinweis darauf, dass dieses Land ein unerreichbares sei. Niemand wisse, wo es liege, sonst würde wohl ein jeder dahin auswandern. Nun, Bechstein kannte die Industriestaaten des Westens und des asiatischen Ostens selbstverständlich noch nicht. Wäre er ein unter uns Lebender, fiele der Text wohl eher unter die Kategorie „Kapitalismus- und Konsumkritik“; ein Leitartikel für die Kulturseiten der „taz“ oder der „Zeit“; von den meisten schon nach wenigen Wochen wieder vergessen, nachdem sich bestenfalls die Wirtschaftsredaktionen anderer Häuser augenzwinkernd an ihm abgearbeitet hätten.

Heute freilich glauben viele Menschen zu wissen, wo das Schlaraffenland oder gar die Schlaraffen-Kontinente liegen: Europa und die USA hat man als solche identifiziert, weshalb manch einer („manch eine“ seltener) gern dorthin „flüchtet“. Aber nein, mein Thema soll heute nicht Migration sein, sondern der Klimawandel-Wandel.

Eierfladen an Türen und Wänden, Schweinebraten an den Balken

Klingt gut, oder? Vor allem klingt es nach: Alle werden satt! Auch wenn es zweifellos nicht der Lebenswirklichkeit aller Bürger der Schlaraffenkontinente entspricht, dass sie sich über das notwendige Maß mit Essen und Trinken versorgen, sich besaufen und mästen können, so gilt tatsächlich: Niemand muss bei uns verhungern, auch wenn er mittellos ist.

Dennoch wird viel gejammert. Manchmal zurecht, manchmal nicht. Da ist vom notwendigen Lebensstandard die Rede (der freilich undefiniert bleibt), den aber jeder zu haben hat: über das Essen hinaus Recht auf „angemessene“ Kleidung, auf Beteiligung am sozialen (kulturellen) Leben, freien Zugang zu den Kommunikationsmitteln. Manche behaupten gar, ohne Auto führe man ein menschenunwürdiges Leben. Ebenso sei unterprivilegiert, wer nicht in Urlaub fahren oder sich SKY und sonstige zusätzliche TV-Sender leisten könne. Lebensqualität definiert sich immer mehr über Konsumgüter-Beschaffungsfähigkeit: die Möglichkeit, Geld zur Befriedigung diverser über das Lebensnotwendiges hinausgehende Bedürfnisse zur Verfügung zu haben.

Was man bei uns für einen Dukaten kauft, kostet dort nur einen Pfennig

Luxus ist teuer, will Bechstein damit sagen Wie gemein! Überflüssiges, über den Bedarf, über das Lebensnotwendige Hinausgehendes kostet im Vergleich zu diesen Gütern mehr Geld, nur die Reichen können es sich leisten. Der Autor mag dabei edle Weine, aufwendige Kleiderstoffe, Parfum oder Gewürze im Blick gehabt haben neben den Produkten, die er im mit dem Preisvergleich eingeleiteten Abschnitt beschreibt.

„Geiz ist geil“ heißt es heute und: „Gutes muss nicht teuer sein!“ – Unter diesen Überschriften verlangt der Konsument – man ist schon versucht zu schreiben: Er glaubt, ein Recht darauf zu haben – hohe Qualität, Riesenauswahl und rasche Verfügbarkeit zum kleinen Preis. Die Technik macht es möglich. Industriell kann heute unseren Standards entsprechende qualitativ mittelwertige Bekleidung hergestellt werden, die sich im 19. Jahrhundert nur die Oberschicht leisten konnte. Alkoholika aus allen Teilen der Welt, exotische Früchte, Handys und PCs aus Nordamerika oder Südkorea: Alles ist zu einem Preis auf dem Markt, den sich der Durchschnittsverdiener leisten kann.

Alles, was man haben kann, möchte man auch haben: Man möchte es geschmeckt, gerochen, getragen und benutzt haben. Denn das Leben ist kurz (zumindest für jene, die nicht an ein Leben nach dem Tod glauben). Deshalb sind viele permanent von dem Unbehagen erfüllt, sie könnten etwas verpassen, etwas nicht erlebt, gesehen, gespürt oder verwendet haben. Jedes kleine Glück vor dem biologischen Tod muss man mitnehmen. Koste es, was es wolle… Ach nein, so teuer ist schlaraffenland-ähnlicher Konsum heute ja gar nicht mehr!

Gebratene Vögel in der Luft, Fische springen aus dem Wasser in die Pfanne

Richtig so, warum auch noch selbst kochen? Die Zeit kann effektiver genutzt werden. Entweder (falls man berufstätig ist) um das Geld zu verdienen, damit man sich Fertigprodukte oder (je nach Einkommen) regelmäßige (Fast Food)-Restaurantbesuche leisten kann oder – um mehr Zeit zu haben: So kann man mit der Familie bzw. am besten für sich allein andere Dinge konsumieren. Sei es die TV-Soap bei RTL, das Casino-Spiel im Internet oder auch mal ein gutes Buch auf dem Tablet. – Zudem: Zumindest was die Fertigprodukte betrifft: „So preiswert kann man das doch selbst gar nicht kochen!“, lautet ein gern genommenes Argument.

Käse, Fleisch, Kleider – alles in größter Auswahl

Man stelle sich vor, man stehe in einem Lebensmittelgeschäft vor der Tiefkühltheke und es stünden dort statt 50 nur fünf verschiedene Sorten Pizza zur Auswahl; oder an der Käsetheke sieben statt siebzig Sorten; für Veganer keine 100 Sorten vegane Wurstprodukte; im Bekleidungsgeschäft nur Kleider in fünf Schnitten und zehn Farben statt der viel gepriesenen unendlichen Vielfalt; PKWs gäbe es nicht mit 300 Auswahlmöglichkeiten für die Sonderausstattung, in vierzig Lackschattierungen und mit sieben verschiedenen Motor-Varianten.

DAS WÄRE UNMÖGLICH, denn dann könnte man sich ja nicht mehr frei entscheiden. Folglich ginge Individualität verloren oder besser: Der uniformierte Massenmensch hätte eine seiner wenigen Möglichkeiten verloren, sich vom Mit-Individuum zu unterscheiden, da er ansonsten nichts weiter ist als ein Mikrogramm der Millionen Tonnen schweren Konsumentenmasse.

Ein funktionierendes Rädchen im Getriebe der Weltgemeinschaft (besser Weltwirtschaft). Als Säugling mit feinster Baby-Spezialnahrung aufgepäppelt, die wenigen Jahrzehnte seines armseligen „Erwachsenen“-Lebens umgeben von ihn scheinbar aufwertenden direkt konsumierbaren Artikeln oder Objekten, um am Ende seine Asche in die edle Marmorurne füllen zu lassen; selbstverständlich Marmor mit ganz außergewöhnlichen Farbgesteinsadern, die er sich zu Lebzeiten aus Nordafrika hat einfliegen lassen, um noch vor dem Tod das gute Gefühl zu haben, am Tag der Urnenbeisetzung bestaunt zu werden. Und wenn es das letzte Ersparte gekostet haben sollte.

Alte Frauen kann man auf dem Markt gegen junge eintauschen

Immer jung zu sein, sportlich, fit. Keine Schwächen haben oder zumindest nicht zeigen. Makellosigkeit ist das Gebot unserer Dekaden. Was „schön“ ist, definiert der Markt.

Was du zu tun hast, um nach dieser Definition schön zu sein (und somit klug und erfolgreich in den Augen Deiner neidischen Mitkonsumenten)? Nun: kaufe zahlreiche Produkte auf chemischer oder „natürlicher“ Basis, um Deine Haut zu straffen, kaufe Sportgeräte und Fitnessdrinks. Tanke Energie! Der Konsum all dieser Güter und Aktivitäten lässt Dich vergessen, dass Du mit jedem Tag, an dem Du aufwachst, einen Tag näher an der Marmorurne im strahlendjugendlichen Weiß mit den hübschen bunten Gesteinsadern bist.

„Sex sells“ selbstverständlich auch: nicht nur die Pornoindustrie mit Filmen zu allen möglichen und vielen auch (un)möglichen Spielarten des Kopulierens ohne Zeugung; nicht nur die vielen „Spielzeuge“; nicht nur die zahlreiche Literatur für den erfolgreicheren Stellungskrieg.

Es geht um mehr. Wer kann, der kann. Wer kann, ist potent! Wer potent ist, ist stark, bleibt jung! Jung ist schön, schön ist klug… Eine unendliche Kette: Der Konsum der Gefühle hier kombiniert mit dem Konsum der ihn unterstützenden Ge- und Verbrauchsgüter.

Wer das Schlaraffenland verlassen will, muss die dicke Reisbrei-Mauer durchfressen

Was der DDR der antikapitalistische Schutzwall war, ist den heutigen der virtuelle konsumistische Schutzwall. Wer sich nicht unterwirft, wer nicht mitzieht oder mitziehen kann beim „Mein Konto, mein Auto, mein Haus“-Spiel in der ihn umgebenden soziologischen Schicht… der wird ausgeschlossen, gemieden, gehört halt nicht dazu. „KANN es sich nicht leisten!“, heißt es. Die Frage nach dem Wollen stellen sie sich nicht, die Frage nach der Stumpfheit und Nutzlosigkeit des eigenen Konsums stellen sie sich schon mal gar nicht.

Wer also ausbrechen will aus Cucagna, der muss sich durch eine dicke Mauer fressen von gesellschaftlichen Zwängen und Vorurteile, muss sich immer bewusst sein, dass er mit jedem weiteren Biss durch diese Mauer immer einsamer wird. Die Furcht vor der Einsamkeit (dem nicht dazu gehören) ist es, die nahezu jeden mitmachen lässt, den einen mehr, den anderen weniger. Letztendlich aber machen fast alle mit, die es sich leisten können.

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Andrij Melnyk, Feindbild der Stuhlkreisgründer und Putinversteher

(Michael van Laack) Von „maßlos fordernder Wicht“ über „Nazihelden-Verehrer“ bis „Kriegstreiber“ ist so ziemlich alles dabei, wenn man auf die Reaktionen in den sozialen Netzwerken nach einem Interview oder Tweet des Botschafters der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland schaut. Politiker sind etwas höflicher. „Überzogene Forderungen eines zurecht Verzweifelten“ lesen wir da. Oder „Wir tun alles, was uns möglich ist. Melnyk ist zu ungeduldig.“

Zweifellos ist Andrij Melnyk verbittert. In seinem Land sterben Abertausende Menschen. Die genaue Zahl dürfte sich (wenn überhaupt) erst nach dem Ende des Krieges ermitteln lassen. Städte werden dem Erdboden gleich gemacht, Raketenangriffe zwingen die Menschen im ganzen Land immer wieder in die Bunker, die Hauptstadt wird belagert, zivile Ziele geraten zunehmend in den Fokus der russischen Armee. Und dann ist da noch Putin, der in Reden und Aufsätzen unmittelbar vor dem Krieg (wie Hitler in „Mein Kampf“) fein säuberlich auflistet, welche Gebiete sich Russland neben der Ukraine einverleiben müsste, um wieder zur alten Größe zu gelangen. Putin, der dem westen fast täglich persönlich oder durch seinen Außenminister Lawrow droht. Mal offen, mal im Subtext.

Melnyk entsetzt über deutsche Naivität und Kaltschnäuzigkeit

‚Ihr diskutiert und zaudert Euch zu Tode!‘, ruft der Botschafter deshalb im übertragenen Sinn immer wieder in die deutsche Gesellschaft hinein. Und ihr glaubt: Wenn wir jetzt ein bisschen helfen, lässt man uns gewiss wieder in Ruhe unseren Geschäften nachgehen. Sollen sich doch die anderen Staaten um die Sicherheitsarchitektur Europas kümmern. Wir geben Geld, das muss reichen. Und außerdem ist der Krieg ohnehin bald vorbei, die Ukraine kann ihn nicht gewinnen. Und danach? Danach gehen wir Schritt für Schritt wieder zur Tagesordnung über. Denn wir brauchen Russland für „Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft.“

Am Tag des Angriffs auf die Ukraine erklärten mehrere deutsche Regierungsmitglieder dem ukrainischen Botschafter sinngemäß: Ihr bekommt von uns gar nichts, denn unsere Analysten haben erkannt, dass Ihr in zwei Tagen besiegt seid. – Tja, blöd gelaufen aus Sicht des Schröderfreundes Scholz und des Lawrow-Kumpels Steinmeier! Mittlerweile sehen wir den 34. Tag des Krieges mit einer sich (auch dank der USA und GB) tapfer und effektiv wehrenden ukrainischen Armee.

Honeckers Schrott könnt ihr gern haben

Und so blieb den deutschen Zauderern nichts anders übrig, als nach dem gefühlt hundertsten Telefongespräch von Scholz mit Putin und dem tausendsten Appell, SOFORT die Kriegshandlungen einzustellen, als nachzuschauen, was denn noch so an Kriegsmaterial aus der untergegangenen DDR bei uns oder befreundeten NATO-Staaten vor sich hinschlummerte. Hat auch seinen Vorteil. Dann müssen wir die Dinger nicht für teures Geld entschärfen und verschrotten…

https://twitter.com/MelnykAndrij/status/1507866610161303552

Als dann aber die Ukraine den viertgrößten Waffenexporteur der Welt eine Liste mit benötigten Waffen vorlegte, herrschte zunächst eisiges Schweigen. Nachdem Melnyk öffentlich redundant auf die Anfragen hinwies, sah man sich zu der Aussage veranlasst, die Bundeswehr könne leider keine Waffen mehr abgeben, sonst würde ihre eigene Wehrfähigkeit von 20 % auf 0 fallen. Die Bitten der Ukraine, dann doch einfach mal bei deutschen Waffenherstellern nachzufragen, was dort vielleicht auf Lager läge, blieb erneut unbeantwortet bzw. wurde mit Hinweisen auf langwierige Genehmigungsverfahren erst einmal aufs Eis gelegt

Wie auch immer. Nun hat die Ukraine (entweder mit eigenem Geld oder frischen Dollar), selbst moderne Waffen bestellt und die Hälfte bereits geliefert bekommen. Merkwürdigerweise erfolgte die Exportgenehmigung hierzu durch das Wirtschaftsministerium sehr zügig.

Mit Provokationen aus dem Appeasement-Schlaf holen

Zurück zu Botschafter Melnyk und den mehr als nur traurigen Verbalangriffen auf seine Person. Ich erinnere mich an einen alten Witz: Adolf Hitler, Neville Chamberlain und der polnische Ministerpräsident Felicjan Składkowski saßen am Vorabend des 2. Weltkriegs beim Abendessen. Hitler erklärte „Heute gehört mir Deutschland, und morgen die ganze Welt!“ worauf Skladkowski Chamberlain zuflüsterte: „Ich habe es Ihnen ja gesagt!“, Dieser jedoch wandte sich freundlich an Hitler und bat: „Können Sie das nicht auf übermorgen verschieben? Morgen ist nämlich mein Skatabend!“

Die ukrainische Regierung und mit ihr Melnyk als deren Vertreter und Sprachrohr in Deutschland erkennen in Scholz und den Seinen die Appeasement-Politik der britischen Regierung. Hitler ließen die Westmächte alles durchgehen. Ob den so genannten Anschluss Österreichs, die Einnahme des Sudetenlandes, die Zerschlagung der Resttschechei, Ansprüche rund um Danzig), alles ließ man laufen, um den Frieden und den Wohlstand der gerade wieder aufblühenden Weltwirtschaft zu sichern. Nichts tun was den Diktator provoziert. Maximal kleine Nadelstiche, verbunden mit der Ankündigung eines Pflasters für diese Verletzung, sobald er sich bereiterklärt, seinen Gebietshunger ab sofort einzustellen.

Angst fressen Seele auf

Deutschland, so sieht es die ukrainische Regierung und auch ihr Botschafter, redet viel, wenn der Tag lang ist, aber bemüht sich, Entscheidungen und Festlegungen so lange als möglich hinauszuzögern. Und dies, während Stunde um Stunde seine Heimat Ukraine mehr zerstört wird, immer mehr Menschen sterben und vor dem Bombenterror fliehen.

Selbstverständlich gibt es zwischen den 30ern des 20. und den 20ern des 21. Jahrhunderts einen bedeutenden Unterschied: Die Atomwaffe. Doch muss die Frage erlaubt sein: Sollte die NATO, dann nicht eventuell auch auf einen Kriegseintritt verzichten, wenn die baltischen Staaten von Russland angegriffen und/oder besetzt würden. Und wäre Polen wirklich groß und bedeutend genug, um einen Atomkrieg zu riskieren. Vielleicht käme Deutschland sogar damit klar, die Osthälfte abzugeben. Ist ohnehin erst seit 30 Jahren wieder unser Staatsgebiet.

Euer Blut komme über uns und unsere Kinder. Lässt sich ja wieder abwaschen!

Nein, wie dürfen uns nicht leichtfertig direkt militärisch in den Ukrainekrieg eingreifen. Aber wir dürfen uns auch nicht von Angst leiten lassen. Putin, sein inner circle und viele andere Entscheider in Russland wissen genau, dass ein Atomkrieg auch das ihnen heilige Russland zerstören würde. Der westen weiß das auch. Wer zuerst auf den Knopf drückt, stirbt als zweiter. – Die Frage aber, der sich auch Deutschland stellen muss: Wollen wir „notfalls“ bis zum letzten Ukrainer das Blut dieses Volkes über uns kommen lassen?  Würden wir uns auch nach dem Einsatz biologischer oder chemischer Waffen bzw. taktischer Atomschläge auf dem Gebiet der Ukraine weiterhin Öl und Gas liefern lassen, solange wir es nicht in Rubel bezahlen müssen? Andrij Melnyk fürchtet, dass es so sein könnte. Und ich fürchte, er hat recht!

https://twitter.com/MelnykAndrij/status/1508599887641944066

Ja, Deutschland nimmt Hunderttausende Flüchtlinge auf. Das ist allerdings das Mindeste, das sie tun kann. Aber reicht es aus, die Wirkung abzumildern? Nein! Nicht so lange man der Ursache alle Möglichkeiten lässt, immer und immer wieder neue Wirkungen zu erzielen und neues Leid zu schaffen. Und – schaut man auf die Energiesituation – diesen Kriegsterror wegen eigener Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte weiterhin brav mitzufinanzieren. Ich weiß nicht, was in einigen Jahrzehnten über Deutschland zu diesem dunklen Kapitel europäischer Geschichte in den Lehrbüchern stehen wird. Aber ich fürchte, es wird einmal mehr wenig Gutes sein.

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Landtagswahl im Saarland: (K)ein guter Tag für die AfD!

(Michael van Laack) 23 Kreuze auf Wahlzetteln müssen noch gefunden werden. Auch die Erhöhung ungültiger Stimmen oder die Korrektur der Anzahl der Wahlberechtigten nach unten könnte hilfreich sein. Ansonsten wird Bündnis90/Die Grünen einmal mehr nicht in den Landtag des kleinsten Bundeslandes außerhalb der Stadtstaaten einziehen. 23? Da war doch irgendwas…

Bätschi, wir sind drin. Ihr nicht!

Auch die FDP (und das ist sicher) wird im neuen Landtag nicht vertreten sein. Ebenso die Linkspartei, die ihren jahrzehntelangen Höhenflug einer einzigen Person verdankt: Oskar Lafontaine. Tobias Hans wurde abgestraft für seine mehr als nur sprunghafte Corona-Politik und am Ende auch für seine oft unklugen Aussagen und dümmlichen Kurzvideos. Anke Rehlinger – die während der Pandemie nicht den Buhmann (bzw. die Buhfrau) spielen musste – gilt vielen Saarländern als weniger klimahysterisch als viele ihrer Genossen und zudem in Wirtschaftsfragen kompetent und maßvoll agierend.

Und die AfD? Sie ist mit 5,7 % die dritte Partei im Landtag. Drei Sitze gegen 48. Oppositionsarbeit wird da schwierig. Auch, weil nicht einmal zwischen diesen drei Landtagsabgeordneten Einigkeit herrscht. Und doch sahen wir am Ende des Wahlabends nur noch Freude über den Wiedereinzug und (klammheimlche) Schadenfreude darüber, dass es die drei anderen Kleinparteien nicht geschafft haben. Also abhaken und zurück zur Tagesordnung….

Die AfD muss sich neu aufstellen: Personell und inhaltlich!

Moment mal, so schnell bitte nicht. Jubel, Trubel, Heiterkeit sollte die AfD ob dieses Wahlergebnisses ganz sicher nicht verströmen. Denn im Gegensatz zur FDP und den Grünen hat sie von einem niedrigen Ergebnis bei den vergangenen Landtagswahlen kommend noch einmal Stimmen verloren. Die Partei, die einst antrat, mit ihrem Mut zur Wahrheit Deutschland zu verändern, scheint auch gestern Abend der Wille verlassen zu haben, sich der Wahrheit zu stellen, dass die Landtagswahlen 2021 im Westen, die BTW und auch die erste Wahl 2022 Abschwung statt Aufschwung zeigen.

Blau verliert den Glanz des Anfangs

Weidel, Chrupalla und die vielen anderen Schönredner im Bundesvorstand und anderen Parteigremien müssen endlich der Frage nachspüren, welche Faktoren neben der Verfassungsschutzdiskussion in den vergangenen 18 Monaten überall (teilweise sogar im Osten, wenn man auf aktuelle Umfragen schaut) diesen Trend erklären. Niederlagen schönsaufen war bisher das Alleinstellungsmerkmal der anderen Parteien. Damit sollte die AfD um des eben bereits erwähnten Muts zur Wahrheit willen gar nicht erst anfangen. Allerdings scheint dieser Mut in vielen Mandatsträgern längst verdunstet zu sein scheint.

Wichtige Landtagswahlen stehen 2022 noch an. Die „Weniger kann mehr sein“-Haltung vor allem der AfD-Spitzen aus dem Osten und Teilen des Südens wird dann nicht mehr helfen. Die Partei für sogenannte „Westwähler“ attraktiver zu machen, muss primäre Aufgabe der nächsten Monate sein. Um dies erreichen zu können, bedarf es in Teilen auch einer personellen und strategischen Neuausrichtung. Mit Slogans, die man in Chemnitz oder Dresden gern hört, wird die AfD in Kiel, Düsseldorf oder Hannover keinen Erfolg (mehr) haben. Maranatha! Kehrt um! Sonst frisst die Wahrheitsrevolution aus dem Osten zuerst ihre Kinder und anschließend den Wählerwillen die Partei.

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Hätten wir in Deutschland ohne Corona und Lauterbach weniger „Putinversteher“?

(Michael van Laack) Als ich vor 100 Tagen aus gesundheitlichen Gründen in eine Blogpause ging, war ich zuversichtlich, dass sich der eisige Sturm, der in Form der Coronapolitik über Deutschland hinwegwehte, zwar nicht in ein laues Lüftchen verwandeln, aber doch deutlich abflauen würde. Ich hatte gehofft, die Debatte könne entschärft werden, ebenso die Bitterkeit in den Argumenten der Kontrahenten abnehmen und die Verhärtung der Herzen ihren Höhepunkt überschritten haben.

Orkanböen statt lauen Lüftchen

Nun, nach etwas mehr als 100 Tagen, wacht der Blog in einem Deutschland auf, dessen Opposition (die offiziellen Vertreter links wie rechts und ihre Fürsprecher in den sozialen Netzwerken) sich noch wesentlich deutlicher von Altparteien und MSM absetzt, als noch im November 2021. Aus Mahnern sind Gegner, aus Gegnern Feinde geworden. Und was mich ganz besonders erschüttert: Aus Verteidigern der Freiheit Sekundanten der Tyrannei.

Corona inkl. Impfplicht, Klimawandel, afrikanische Migration und die sich in der Folge der teilweise irrationalen Politik auf diesen Feldern entwickelnden sozialen Verwerfungen (Wohnungsnot, Inflation, Arbeitslosigkeit usw.); all das hatte ich auf dem Zettel für meinen Wiedereinstieg in die Blogwelt nach 100 Tagen. Und selbstverständlich gilt es auch, diese Themen in den kommenden Wochen zu beleuchten.

Doch wir wissen: Ein anderes Thema überdeckt alles. Der 24. Februar 2022, der Tag des Angriffs auf die Ukraine. Ein Tag, den man – in diesem Punkt gebe ich Olaf Scholz recht – in vielerlei Hinsicht als Beginn einer Zeitenwende bezeichnen muss.

Krieg hat immer eine Vorgeschichte

Ein Blick in die Geschichtsbücher – und da reichen die Seiten, auf denen die Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts beschrieben werden, vollkommen aus, hat immer eine Vorgeschichte. Fehleinschätzungen, Fehlverhalten, Fehlentscheidungen. Hinterher ist man immer klüger. Wäre das deutsche Kaiserreich keinen Beistandspakt eingegangen, hätten die Westmächte Hitler schon an der Saar oder spätestens vor Österreichs Grenzen gestoppt… Hätte, Hätte, Fahrradkette.

Und so mag auch die NATO-Osterweiterung nur wenig klug vollzogen worden und später die westliche Reaktion auf die Einnahme der Krim zu weich gewesen sein. Auch in den letzten Wochen vor dem Ukrainekrieg mögen manche Signale zu leise gewesen und deshalb von Putin als Einladung verstanden worden sein…

Aber all das ist es nicht, was mich seit etwas mehr als vier Wochen umtreibt. Auch ich halte Kritik an Biden, der EU und manch anderem Player für berechtigt. Und ja: es ist vor allem Aufgabe der parlamentarischen Opposition und der so genannten freien Medien, Sachverhalte zu beleuchten, die in den MSM liebesdienerisch oder gar nicht behandelt werden.

Die „freien“ Medien – Putins 5. Kolonne?

Was ich aber in den vergangenen Wochen auf nicht wenigen sich selbst liberal und/oder konservativ nennenden Blogs (sei es jouwatch, Die Nachdenkseiten, Unser Mitteleuropa, Philosophia perennis und manch anderen) lesen musste, hat im Wesentlichen nichts mehr mit kritischer Berichterstattung zu tun. Putins Krieg verharmlosen, Putin verstehen, das Morden der russischen Armee relativieren. Das ist es, was ich lese. Und das ist es, was mich sehr schmerzt.

Mehr jedoch schmerzt mich, dass nicht nur die genannten Strategien verfolgt werden, sondern die Taten des Kriegsverbrechers Putin in der Berichterstattung ebenso wenig vorkommen, wie die Darstellung des Leidens der Zivilbevölkerung (im Land und auf der Flucht). Statt dem ein oder anderen Bericht über die ukrainischen Flüchtlinge nur negative Berichterstattung über mit den Millionen Frauen und Kindern einfließenden Schwarzafrikaner. Statt eines Artikels über gezielte Angriffe auf Schutzräume der Zivilbevölkerung zweifelhafte Videos, die Folter von Russen in der Ukraine belegen sollen.

Statt Entlavung der Lügen Lawrows der Vorwurf an den ukrainischen Präsidenten, als Jude nazis zu unterstützen und permanent Fake News zu verbreiten. Statt Verteidigung der Freiheit offene oder im Subtext verborgene Tyrannophilie. Kriegstreiber, so lesen wir, seien ausschließlich USA und andere westliche Staaten. Putin sei gewissermaßen zum Völkermord (den man selbstverständlich nicht so nennt) gezwungen, weshalb das eben auch gar kein Völkermord sei, sondern Kollateralschäden zur Erreichung gerechter Kriegsziele.

Woher diese Kälte? Woher die Verteidigung und Verharmlosung der Unfreiheit?

Während meiner Zeit bei Philosophia Perennis (wo ich innerhalb von drei Jahren knapp 1000 Artikel verfassen durfte), konnte ich manch anderen Blogger der freien Medien kennenlernen. Bei keinem Einzigen sah ich in diesen Jahren die Tendenz, Krieg zu verharmlosen und Diktaturen zu verteidigen. Habe ich mich in diesen Menschen getäuscht? Trugen sie lediglich Masken, die mit Freiheit, Liberalismus, Konservativismus und Humanismus beschriftet waren und warteten nur auf die passende Gelegenheit, um ihrer Verachtung für Demokratie und Menschenwürde freien Lauf zu lassen?

Nein, das glaube ich nicht! Merkel, Spahn, Lauterbach, die MSM, die unerträgliche Corona-Politik, das Abschalten der Grundrechte, willkürliche und oft ineffektive Schutzmaßnahmen, linientreue Bundesverfassungsgerichtsurteile, der Umgang mit Demonstranten, die Beschimpfung von AfD-Mandatsträgern und ihren Sympathisanten als Nazis und zuletzt die Debatte über die Impfpflicht haben – so scheint es mir – viele meiner Bloggerfreunde jegliches Vertrauen in die Demokratie verlieren lassen.

Ist die Demokratie schon tot?

Innerlich sind sie aus unserer Republik ausgewandert, das Fundament der freiheitlichen Grundordnung betrachten sie als Mythos, als Floskel, als ein entkerntes Gut. Sie verachten zutiefst das politische Establishment und die linksliberalen Führer diesseits und jenseits des großen Teichs. Und sie liegen auch in vielem richtig bei dem, was sie zu Migration, Klimapolitik, Corona usw. schreiben. Das rechtfertigt aber nicht ihre unsägliche Verteidigung des Kriegsverbrechers Putin, vor allem aber nicht das Beschweigen und Verharmlosen des Leids

Dieselben Leute, die jahrelang und teilweise zurecht beklagen, die Demokratie in Deutschland erodiere massiv, die wie ich in Dutzenden Artikel auf Philosophia Perennis vor der Etablierung einer politischen Religion warnten, die fast zwangsläufig in den Totalitarismus kippen muss, verbünden sich – wenn man es so scharf formulieren will – in diesem Wochen mit einem Tyrannen, dessen Gebietsdurst nach eigenen Angaben weit über die Ukraine hinausgeht und dem Menschenleben (sowohl die des eigenen Volkes als auch fremder Völker) nichts bedeuten.

Kehrt um!

Ihr, die Ihr Euch u. a. die Verteidigung der Meinungsfreiheit in Deutschland auf ihre Fahnen geschrieben habt, stellt Euch an die Seite eines Frauen- und Kindermörders, der im eigenen Land keine Meinung neben der eigenen duldet, der seine Assassinen gegen Kritiker im In- und Ausland aussendet und zigtausende Oppositionelle in Arbeitslagern physisch und psychisch bricht.

Solange Ihr das tut, ist Euer Kampf gegen Impfpflicht und Klimawahn, Eure berechtigte Warnung vor Islamisierung und Genderideologie und manches mehr nur Worthülse. Vor allem aber Eure immer wieder virtuell an die Wand geschriebene Parole: „Wir verteidigen die Freiheit!“. Denn ihr verteidigt sie nicht, sondern reicht jenen die Fackel, die sie auf dem Scheiterhaufen der Geschichte brennen sehen möchten. Maranatha!

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Fazit zu 2021: Mit Spaziergängen lässt sich die Demokratie nicht mehr retten!

(Michael van Laack) „Das Dunkel, das uns umgibt, wird immer dichter, lassen Sie uns bitte dennoch nicht den Mut verlieren! Gerade die Leser von PP haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir gemeinsam stark sind und einer den anderen auffängt, wenn das Dunkel ihn verschlingen will oder er nicht mehr anders kann, als in die innere Emigration abzutauchen.“ 

Das schrieb David Berger zum Jahresausklang 2019 an unsere Leser auf Philosdophia Perennis, als in Deutschland noch kaum jemand wahrgenommen hatte, welches Virus in China aufgetaucht war und einigen Virologen Kopfzerbrechen bereitete.

Zunächst einmal wünsche ich Ihnen und Euch aus meiner 100tägigen Rekonvaleszenz einen trotz dieser dunklen Tage guten Start ins Jahr 2022.

Und hier noch einmal – gewissermaßen als Artikeleinstieg – mein Audio aus dem Silvesterartikel 2020:

(K)Ein Rückblick auf das Jahr 2021

Was kann man zu diesem Jahr rückblickend schreiben? Vielleicht: Es begann dunkel (bedrückend), blieb bis Ostern wenig hell, nahm zu den Sommerferien Fahrt auf, schien Corona zur Bundestagswahl fast vergessen zu haben, um sich dann wieder mit dem zu füllen, was manche die „neue Normalität“ nennen. – Und nun, da das Jahr sich dem Ende zuneigt, machen wir einfach einen Haken hinter 2021 und plakatieren „Vergeben, Vergessen, Verzeihen!“? Das hätten sie zumindest gerne, all die Berufspolitiker, die gesinnungsschnüffelnde Journaille, die verweltlichten Kirchenfürsten und zivilgesellschaftlichen Buntheits- Gender- und Corona-Beauftragten.

Das geht sicher nicht, denn kein Jahr hat die Gesellschaft (und das nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern Europas) so sehr gespalten, wie dieses zweite Coronajahr. Ich will hier nicht all die Fehleinschätzungen und das Vor und Zurück der Regierung und der Ministerpräsidenten beschreiben, das massiv Glaubwürdigkeit gekostet hat, die von den MSM im Laufe des Jahres immer weniger übertüncht werden konnte. Auch möchte ich mich am Silvestertag nicht noch einmal über 2G, 3G und Impfpflicht verbreiten.

Das habe ich auf diesem Blog und zuvor gemeinsam mit David Berger bis August auf Philosophia Perennis oft und ausgiebig getan. Auch will ich kein neues Lamenti darüber anstimmen, dass die Querdenken-Bewegung sich selbst einer höheren Wirksamkeit beraubt hat, weil sie esoterische Spinner und wirklich Rechtradikale auf ihren Demos sprechen ließ. Denn: was geschehen ist, ist geschehen und lässt sich nicht mehr rückgängig, sondern nur noch besser machen. Heute ist nicht der Tag, in die politische Berliner Blase zu stechen oder unter den „Spaziergängern“ Leberhaken zu verteilen.

War da noch was? Außer Corona selbstverständlich!

Klar war da noch was! Es gab einmal mehr ein Rekordjahr, was Straftaten von Asylanten und Migranten betrifft, vor allem der so genannten Delikte gegen den Menschen (Vergewaltigung, Totschlag, Mord, schwere Körperverletzung), und es gab erneut terroristisch motivierte Straftaten in Deutschland und anderen europäischen Staaten.

Es gab wie immer viele kleine Polit-Skandälchen und einmal mehr eine schäbige Diskreditierungs-Kampagne gegen die AfD. Die deutsche Wirtschaft hat sich bisher scheinbar stabil gehalten, doch erst die Winter- und Frühjahrsquartale 2022 werden das ganze Ausmaß der finanziellen Verwüstung und der Vernichtung von Arbeitsplätzen und somit Existenzen zeigen. Und vielleicht erst in einem Jahrzehnt werden wir die Folgen der Verwüstungen in der Psyche vieler Kinder und Jugendlicher sehen.

Jeder bekommt, was er verdient!

War da noch mehr? Jep! Joe Biden – Liebling der deutschen MSM – ist US-Präsident geworden und seitdem läuft in den USA alles besser. So könnte man jedenfalls glauben, denn über die chaotische Politik seiner Administration verlieren deutsche Medien selbstverständlich kein Wort der Kritik. Was war sonst noch? Ach ja, Bundestagswahl. Merkel ist weg, Scholz ist da. Hurra… oder so! Auf jeden Fall haben die Deutschen bekommen, was sie verdienen, weil sie es gewählt haben:

Einen in dubiose Geldgeschäfte verwickelten Bundeskanzler, einen Twitter-Gesundheitsminister, eine permanent plagierende Außenministerin, den bestgetarnten Maoisten Deutschlands als Wirtschaftsminister, zwei Dauerkiffer und Gelegenheitskokser an der Spitze des Finanz- und des Landwirtschaftsministeriums, eine bekennende ANTIFAschistin als Innenministerin sowie eine Verteidigungsministern, die eigentlich ihre Karriere beenden wollte und den Job nur angenommen hat, weil die Bundewehr der neuen Bundesregierung total egal ist und sie somit genau die richtige Person, um der Landesverteidigung des Todesstoß zu versetzen.

2021: Viel von „Wir“ geredet, doch nur sich selbst gemeint

Auch aus einem anderen Grund sollte sich für die Mehrheit der Bürger das Jammern verbieten. Denn – wie unsere politischen Spitzen nicht müde werden zu betonen: Alles Geld, was sie in die Hand nehmen, alle Schulden, die sie machen… all das geschieht nur, weil der Bürger es so will: Die Zivilgesellschaft will mehr Buntheit: Der Bürger zahlt dafür gern. Fast genauso gern wie seine Rundfunkgebühr, damit ihm täglich gesagt und erklärt werden kann, was er will.

Die deutsche Jugend: weich wie ein nur noch lauwarmer Cheeseburger, bunt wie ein Regenbogen und so klug wie ein Papagei, der nachplappert, was Herrchen oder Frauchen ihm vorsagen, will die „Klimawende sofort“: Kein Problem, der Bürger zahlt das zusätzlich zu den aus Corona erwachsenden Kosten sehr gern.

Die Umfragen sind eindeutig: „Wir“ wollen mehr Islam, höhere Energiekosten, teurere Autos, weniger Fleisch, schärfere Restriktionen zur Zerstörung des Mittelstandes. All das wollen wir und all das bekommen wir. Auch 2022. Denn die träge Masse hat in Deutschland noch nicht den kritischen Punkt erreicht, an dem sie erkennen wird, dass sie zwar gemästet wurde wie eine Weihnachtsgans, doch der Tierpräparator schon in der dunklen Ecke des Stalles stand und darauf wartete, ein besonders schönes Exemplar des mündigen Bürgers ausstopfen zu können, dass dann das Highlight der alljährlichen Ausstellung „Vorbildliche Zivilgesellschaftsmitglieder“ bilden wird.

Es gibt kein Zurück vor 2021

Ich könnte den Lesern nun noch tausend gute Ratschläge mitgeben und auch Hoffnung auf Besserung im Jahr 2022 formulieren. Doch das erste ist nicht notwendig, weil meine Leser das selbstständige Denken nicht verlernt haben, sich folglich nicht gut als ausgestopftes Musterexemplar eines „Scholz-Bürgers“ eignen. Bürger wie uns kann man nur den Hals abschneiden, nach dem Keulen würde wir sofort wieder aufstehen. Das wissen diese Leute genau. Deshalb stellen sie uns ja auch wahlweise an den Pranger oder ins Abseits.

Und das zweite: Hoffnung auf Besserung? Die habe ich in der Tat verloren. Eine Besserung werden wir nicht sehen, so lange das System Merkel in Scholz oder wem auch immer weiterlebt und das System EU-Kommission noch funktioniert. Bei freien Wahlen lässt sich kaum mehr etwas wirklich ändern. Man kann die Opposition stärken (was 2021 verpasst wurde), aber die Allparteien-Koalition (die Einheitsparteien mit unterschiedlichen Namen) ist zu stark, als dass sie nicht weiterregieren und Deutschland wie Europa schrittweise ins noch tiefere Dunkel führen könnte.

Das hatten wir alles schon einmal. Und wir sind immer wieder aufgestanden 1945, 1989… und wir werden es wieder tun. Allerdings nicht 2022. Dafür ist die Zeit noch nicht reif, denn es geht zu vielen Menschen noch zu gut. Wohlstand macht blind für Demokratie-Defizite!

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100 Tage Pause – Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage!

(Michael van Laack) Erst vor wenigen Monaten habe ich von meinem plötzlich und unerwartet verstorbenen Freund Frank Berghaus diesen Blog übernommen. Und schon muss ich ihn für einige Zeit einfrieren, weil ich selbst gesundheitlich angeschlagen bin. Niemand bedauert das mehr als ich selbst!
 
Vor knapp drei Wochen hat der Onkel Doktor bei mir Herzrhythmusstörungen diagnostiziert. Nach weiteren Untersuchungen steht fest: Diese sind nicht physischer Natur, sondern psychisch bedingt. In den vergangenen dreieinhalb Jahren habe ich mir augenscheinlich zu viel zugemutet.
 
Zum einen gab es im familiären Umfeld erhebliche Veränderungen, die zur Mehrbelastung führten. Zum anderen habe ich meine Kräfte sowohl beruflich (als Redenschreiber) aber auch in meiner „ehrenamtlichen Tätigkeit“ für den Blog Philosophia Perennis, den ich in Moderation, Betreuung der Profile auf Telegram, Facebook und Twitter über einen längeren Zeitraum allein bespielt und mit David Berger zusammen mit zahlreichen Artikeln versorgt habe, augenscheinlich überschätzt.
 

Die Zeichen zu ignorieren, wäre unvernünftig

 
Erste Zeichen für eine Schwächung meiner mentalen Belastbarkeit nahm ich schon im Februar dieses Jahrs wahr, habe sie aber geflissentlich ignoriert. Auch, weil ich meinen Partner auf Ühilosophia Perennis, der selbst zwischendurch eine kleine Krise hatte, nicht im Stich lassen wollte. Nun aber spüre ich, dass ich nicht so weitermachen darf  (und kann). wie bisher, wenn ich meiner Familie als Vater und Sohn noch einige Jahre erhalten bleiben möchte, was selbstverständlich grundsätzlich in Gottes Hand liegt.
 
Bis Ende März werde ich gern hin und wieder meine privaten PN auf Facebook und meine E-Mails checken und auch antworten, aber mich komplett aus Debatten herausnehmen. Meine Familie und meine recht umfangreiche theologische, philosophische und politikwissenschaftliche Bibliothek werden die Batterie bilden, aus denen ich meine Energie ziehe.
 

Dank an alle und besonders an einige

 
Bedanken möchte ich mich besonders bei Rainer Buck, Harald Stollmeier, David Berger, Verena Kohlmeyer, Dagmar Heinemann, Eduard Pröls, Morten Coord, Wolfgang F. Rothe und posthum bei Frank Berghaus, die mir in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder Inspiration und Stütze waren und hoffentlich bei meinem geplanten „Comeback“ erneut sein wollen.
 
Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage! Bleibt gesund und lasst Euch nicht verbiegen, wie heftig auch immer der Sturm Euch trifft.
Ihnen und Euch allen wünsche ich schon heute ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und trotz aller Widrigkeiten einen gesunden Start in das Jahr 2022.
 

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Schwarz, Rot, Gold – Coronaängste und die neue Pilatusfrage: Was ist Freiheit?

(Michael van Laack) Schwarz ist die Farbe jener, die sich vor einer Infektion, einem schweren Verlauf und (vom Ende her gedacht) vor dem Tod fürchten. Rot ist die Farbe all derer, die in der Impfung eine Gefahr für Leib und Leben sehen, Langzeitschäden befürchten und letztendlich wie jene, die Schwarz tragen, den vorzeitigen Tod fürchten.

Gold hingegen glauben beide Gruppen zu tragen. Golden ist die Freiheit. Sie dauerhaft zu verlieren, ist eine Angst, die nahezu jeden Menschen in verschiedensten Lebenssituationen umtreibt. Der Verlust der Kontrolle über das eigene Leben, sei es durch eine schwere Krankheit (z. B. Schlaganfall oder Querschnittslähmung), sei es durch einschränkende Gesetze.

Freiheit erlangen wir aktuell, so die einen, nur durch die Impfung zurück, während die anderen glauben, dass sich, wer die Impfung annimmt, jenen unterwirft, deren politische Religion in anderen Bereichen (Klimawandel, Gender Mainstreaming) längst auf dem Vormarsch ist.

Ein Land in Angst und Schrecken

Zwei Drittel der Bürger haben sich impfen lassen, ein Drittel nicht. Doch 100 % – so scheint es – lassen sich bei ihrer Entscheidung von Angst leiten und gerieren diese aus Informationen, die sie von den Influencern (Politik, Medien, Wissenschaft) beidseitig der Impfgrenze erhalten. Nur noch wenige Menschen fragen sich: „Was will ICH? Was sagt mir MEIN Herz? Zu welchem Ergebnis komme ich durch EIGENES Nachdenken?

Nun lässt sich berechtigterweise einwenden, Entscheidungen treffe der Mensch grundsätzlich auf der Basis ihm vorliegender Informationen. So sollte es sein, aber letztlich sind die meisten Menschen Herdentiere, die sich die Entscheidung, in welche Richtung sie laufen sollen, gern von den Hirten (Vordenkern) oder den Hunden (Populisten im negativen Sinn des Begriffs) abnehmen lassen.

Wir haben verlernt, frei zu entscheiden

Jahrzehntelang lief es für die meisten Menschen in Deutschland und der westlichen Welt perfekt. Zwar wurde immer mal wieder auf hohem Niveau gejammert, aber die Bäuche der meisten Bürger waren (und sind es auch heute noch) gut gefüllt, die Sparbücher auch. Kurz Das Gefühl, ein freier Mensch zu sein, hatte fast jeden Bürger erfasst.

Eine Konsumgesellschaft, in der Freiheit auch fest gemacht wurde an der Zahl der Brotsorten, der scheinbar individuellen Gestaltung des neuen PKW bei Bestellung, des Umfangs der Speisekarte in Restaurant und der Möglichkeit, sich überall in der Welt im Urlaub auszuleben. Immer neue Bedürfnisse wurden geweckt und die Möglichkeit, diese zu decken, galt und gilt vielen als Beweis dafür, dass sie freie Menschen in einem freien Land seien. Doch seit dem Römischen Reich (und vermutlich auch schon davor) steht und fällt alles mit dem „Brot und Spiele“-Prinzip. Die Herrschenden (das politische Establishment) waren sich der zentralen Funktion dieses Prinzips immer bewusst, die meisten Bürger auch heute noch nicht. Oft steht es selbst jenen nur nebulös vor Augen, die es (wie auch das sogenannte Herrschaftswissen) kritisieren, weil sie sich seiner Vorzüge nur allzugern bedienen.

Das Zerfallen der „Freiheit“

Nur dann, wenn wirtschaftliche Krisen über ein Land fegten, geriet dieses Prinzip ins Wanken und die Zahl jener, die sich über Unfreiheit und Ungeerechtigkeit im jeweils eigenen System Gedanken machten, stieg kurzfristig an. Dennoch blieb das Vertrauen in „die da oben“ zumeist groß genug, um die Krisenzeit zu überbrücken und danach die alten „Freiheiten“ wieder voll zu genießen.

Zwar kann man die Jahrtausendwende nicht im mystischen Sinn mit einer Zeitenwende gleichsetzen. Dennoch brachte der Beginn des Jahrtausends vor allem in den Ländern des Westens das System der tatsächlichen und scheinbaren Freiheit mehr und mehr ins Wanken. Millionen Menschen aus armen afrikanischen und asiatischen Länder kamen über uns, um auch ein Stück unserer Freiheitstorte zu genießen.

Das man sie über uns kommen ließ, hat seine tiefste Ursache in einem falschen Humantätsbegriff, der allerdings eng verknüpft ist mit dem hier erläuterten unvollständigen Freiheitsbegriff.  Zudem rückte in diesen Jahren die Endlichkeit der Ressourcen und damit auch die Begrenzung weiterer „Freiheits-„Möglichkeiten in das Bewusstsein vieler Menschen.

Freiheit betrachten die meisten nur unter materialistischen Aspekten

Daher auch die Angst vor den Folgen des Klimawandels. Es geht den meisten Menschen nicht darum, wirkliche „Freiheiten“ zu verlieren, sondern vieles zu verlieren, was ihren Großeltern, Eltern und auch ihnen lediglich als wichtigster Bestandteil der Freiheit vorgestellt wurde. Freiheit bedeutet für viele, zu konsumieren und zu benutzen, was sie wollen und wann sie es wollen.

Ähnliches sehen wir bei Corona. Es geht auch in dieser Freiheitsdebatte im Kern nicht einfach um die Freiheit, Entscheidungen eigenverantwortlich treffen zu können, z. B. zu bestimmen, wann man wohin geht oder mit wem man sich trifft. Es geht vielen Menschen um Huxleys schöne neue Welt, vor der ihre intellektuellen Vorbilder immer warnen, die aber in Teilen schon längst verwirklicht ist und deren (scheinbaren) Vorteile sie vermissen.

Die Wegnahme von Konsummöglichkeiten (aktuell das Recht auf Weihnachten als Genussfest und weniger im religiösen Sinn, der Verlust von Arbeitsplätzen, das Abschmelzen von Vermögen. All das wird gleichgesetzt mit die Freiheit des Individuums einschränkenden Anzeichen. Und auch das Recht des Auslebens sexueller Lust in jeglicher Spielart gehört bei Huxley einfach dazu.

„Mein Gott ist das Geld und meine Gäste die Gläubigen, die es mir bringen.“, sagte mir vor vielen Jahren ein österreichischer Hotelbesitzer. So weit gehen die meisten deutschen Bürger vermutlich noch nicht. Aber Konsum und das nötige Kleingeld dazu, das Recht auf Spaß und die Pflicht des Staates, das Ausleben jedes Bedürfnisses zu jeder Zeit zu garantieren, wird zunehmend als Fundament, wenn nicht gar als Hauptbestandteil der Freiheit identifiziert.

Verlogene Freiheitsdebatte

Deshalb widert mich die aktuelle Freiheitsdebatte, ganz egal ob Geimpfte oder Ungeimpfte, Verfechter der Impfpflicht oder Freunde von Darwin sie führen, immer mehr an. Denn selbst die meisten Politologen und Philosophen haben in dieser Debatte nicht mehr den ganzen Menschen im Blick, sondern lediglich seine Aktionsspielräume in einer Konsumgesellschaft, die sich seit Jahrzehnten (unbemerkt zunächst) immer mehr ad absurdum führt und auch ohne Migration, Klimawandel und Corona vor die Wand fährt.

Selbst dort, wo die eine wie die andere Seite in der Coronafrage Kinder instrumentalisiert, geht es den meisten vom Ende her gedacht nicht wirklich um die Kinder, sondern um sich selbst. Denn in der Coronazeit steigt aus verschiedensten Gründen der Anteil der notwendigen eigenen Erziehungsleistung. Das war die Freien nicht mehr gewohnt. Oder anders: Wir wollen zwar keine Hoheit des Staates über die Kinderbetten, aber wir wollen auch nicht allzu viel Zeit verschwenden müssen im Umgang mit unseren Kindern.

Was gehört für Sie zur Freiheit?

Wie auch immer Sie – liebe Leser – sich entschieden haben: ob für die Impfung oder dagegen, ob sie für Impfpflicht oder Darwin stehen: gehen Sie mal in sich und definieren Sie für sich den Begriff Freiheit. Schreiben Sie auf eine Liste, was aus Ihrer Sicht erfüllt sein muss, damit wir freie Menschen in einem freien Staat sein können. Sie werden überrascht sein, was ihnen bei längerem Nachdenken alles einfällt außer Theaterbesuch und Maskenfreiheit in den Schulklassen. Vielleicht sind ja sogar Punkte dabei, die sie in den vergangenen Jahrzehnten schon längst vergessen hatten, weil sie sich einer Gesellschaft hingegeben haben oder in sie hineinwuchsen, für deren Glieder ein Restaurant, das keinen Beilagenwechsel ermöglicht, bereits freiheitseinschränkende Maßnahmen vornimmt.

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Karl Lauterbach & Co.: „Hier privat“ – Das Bundeskabinett verkommt zu Twitterministern!

(Michael van Laack) Nein, die Ampel hat das nicht erfunden. Vermutlich nicht einmal Sawsan Chebli, die schon sehr früh als Integrationsbeauftragte „Hier privat“ twitterte. Und auch mancher Minister der GroKo tat es. Keiner allerdings will es auch als Minister weiterhin so exzessiv tun, wie Karl Lauterbach.

Die Frage, die es zu stellen gilt: Ist es – so man sich in einer herausgehobenen politischen Stellung befindet – verantwortbar, „hier privat“ zu twittern?

Ich glaube nicht, denn:

Ich schreibe was ich will, denn mich löscht niemand

Klar, bei Lauterbach kann man verstehen, dass er seine 750.000 Follower nicht verlieren möchte, denn dann würde kaum mehr jemand seine „Aufklärungsarbeit“ (die täglich neuen Horrorstudien) beachten. Und dennoch: Gewisse Ämter und Jobs verpflichten dazu, auf private Äußerungen, die den eigenen Tätigkeitsbereich betreffen, zu verzichten.

Freilich ist das auch strategisch clever. Kommt mal ein umstrittener Tweet, kann sich der Regierungssprecher vor die Mikrofone stellen und säuseln: „Dies hat Frau/Herr Bundesminister X auf seinem privaten Account geäußert. Die Bundesregierung und ganz besonders der Kanzler machen sich diese Ausführungen nicht zu eigen.“ Zudem wird Twitter es niemals wagen, das Profil deutscher Bundesminister für einige Tage zu sperren oder gar ganz zu entfernen. Auch werden deren Tweets ganz gewiss nicht nach den üblichen Standards auf Hass und Hetze überprüft.

Bundesminister als private „Wahrheits“-Multiplikatoren

Möglicherweise möchte auch der eine oder die andere (z. B. Nancy Faeser) Volksnähe demonstrieren, wenn neben der Tätigkeitsbezeichnung „Bundesministerin des Innern und für Heimat“ so wertvolle Informationen wie „Eintracht-Fan“ stehen. Hauptsächlich aber dürfte das Kabinett Scholz seine Twitter-Accounts in Zukunft nutzen, um sich gegenseitig öffentlich (dabei ihre Geschäftsbereiche verlassend) zu unterstützen oder zu kritisieren. So z. B., wenn Frau Faeser sich  – wie vor einigen Tagen geschehen – in außenpolitische Fragen (Grenze Polen/Ukraine) einmischt.

Nicht, dass nun jemand zu dem Schluss käme, ich würde Ministern das private Sein und somit einen wesentlichen Teil des Menschseins absprechen wollen. Denn ich gehöre bekanntlich nicht zu den Impfpatrioten, die sich gern mal der „Mörder ohne Menschsein“-Frage widmen.

Doch wer unter einem Kanzler, der darauf vereidigt wurde, Schaden vom Volk abzuwehren und dessen Nutzen zu mehren, der Bundesrepublik Deutschland und somit seinen 80 Millionen Bürgern dient, darf seine herausgehobene Stellung nicht missbrauchen, um – weiterhin als Privatperson erscheinend – politische Agenden durchzusetzen und wie Schauspieler oder Musiker eine Fanlegion hinter sich zu versammeln, die alles von den Lippen pflückt und jene „Wahrheiten“ in die sozialen Netzwerke multipliziert, die der Minister oder die Ministerin „privat“ kommuniziert.

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Die Grünen: Der neue Gegner von Abtreibung und Impfpflicht?

(Michael van Laack) Dass nicht alles ist, wie es scheint, haben wir im Corona-Zeitalter (es wird sich ganz sicher dazu auswachsen) bereits schmerzlich erfahren dürfen. Und auch, dass Politiker sich der Doppeldeutigkeit ihrer Forderungen und Sprachbilder nicht immer bewusst sind, auch wenn den meisten von ihnen Doppelzüngigkeit zur zweiten Natur geworden ist.

Ein anschauliches Beispiel dafür lieferte gestern die grüne Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn – Katja Dörner – in einem Tweet, der einen etwas älteren Hinweis aus den Reihen der EU-Parlamentarier ihrer Partei in Erinnerung rief, um ihn für aktueller denn je zuvor zu erklären.

Selbstverständlich geht es hier nicht um Ungeborene oder Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen für sich entschieden haben, auf eine Impfung gegen Covid-19 und seine Mutationen zu verzichten, sondern um die edelsten Menschen, die Europa jemals gesehen hat: junge und kräftige afrikanische Männer meist muslimischen Glaubens, die alibitechnisch und weil sich das auf Fotos vom Flüchtlingsleid besser macht, auch ein paar Kinder und Frauen mitbringen, um in Deutschland Asyl zu erzwingen.

Wer Behandlung in Würde verdient, definieren wir!

Dass es auch außerhalb der täglich in den Fokus genommenen Gruppen (Migranten, Asylanten, andere PoC, von Rechten durch deutsche Städte gehetzte Linke, Angehörige eines der 451 Geschlechter oder Parteimitglieder von Bündnis90/Die Grünen) Menschenwürde geben könnte, übersteigt leider das an vielen Stellen offenbar werdende sehr begrenzte intellektuelle Vermögen aller „Aufrechten“ und „Anständigen“.

Bei den Themen Abtreibung und Impfpflicht wird das besonders deutlich. „Dein Bauch gehört Dir und Dein Arm uns.“ Was den Bauch betrifft, so gehört Dir in diesem nicht nur das für zu viel Geld mit Blick auf den Waren- und Nährwert bei McDonalds erworbene und angedaute Menu, sondern auch alles andere in ihm. Auch der in ihm wachsende neue Mensch. Und der muss weg, damit Du ein Leben in Würde führen kannst: ein standesgemäßes, erfolgreiches, von Zukunftssorgen freies Leben. Du bist alles, was in Dir wächst, ist nichts.

Sind Ungeimpfte Mörder oder Menschen mit Würde?

Und: Dein Arm gehört uns, weil der Spruch der Nationalsozialisten „Du bist nichts, Dein Volk ist alles.“ gar nicht ganz so falsch war. Denn Deine Impfverweigerung tötet anderes Leben. Allerdings keines im Bauch, der Dir gehört. Und deshalb hast Du Dich zu fügen! Du musst dem Staat erlauben, alle sechs, fünf, vier, drei Monate neue Impfstoffe in Dich hineinspritzen zu lassen, sonst bist Du kein Mensch, dem es zukommt, Würde zu besitzen. Du bist unwürdig, ein Vollmitglied unserer Gesellschaft zu sein.

Wer es fassen kann, der fasse es!

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Beile Ratut über Freiheit, Deformation der Demokratie und Sklaven der eigenen Bedürfnisse.

(Michael van Laack) „Wir hängen fest im Modell einer repräsentativen Demokratie“, das schon lange nicht mehr die Lebenswirklichkeit der Bürger sowie geo- und wirtschaftspolitische Realitäten abbildet, sagt die hauptsächlich in deutscher Sprache publizierende und in Finnland geborene bekannte Schriftstellerin Beile Ratut, die u. a. Wirtschaftswissenschaften und Literatur studiert hat.

2019 erregte sie einiges Aufsehen mit „Das Fanal des Ego auf den Stufen der Kirche“, einer knallharten und eloquenten Abrechnung mit der Kirche des Westens nach dem II. Vatikanischen Konzil, wie Rainer Buck dieses Werk seinerzeit in seiner Kurzrezension auf Philosphia Perennis beschrieb.

Der Staat ist kein Wert an sich

In Ihrem neusten Youtube-Video spürt Beile Ratut der Frage nach, welche Folgen das Zusammenschmelzen des Wertekanons (die Wertewelt) der Mütter und Väter des Grundgesetzes bereits hatte und in Zukunft haben wird. Aber auch, von welchem Interessen Regierende und Politiker im Allgemeinen – die den Staat selbst als Wert definieren – sich in unserer Zeit leiten lassen und wohin die Entwicklung führen wird, wenn die ursprünglichen Korrektive (Medien und Religion) nicht wieder in Funktion kommen und die Mehrzahl der Bürger das Leben eines Sklaven in einem nur scheinbaren Schlaraffenland dem „anstrengenderen“ (aber von Werten und Grenzen getragenen) Leben in Freiheit vorzieht.

Beile Ratuts Gedanken mögen hilfreich sein, um das Verhalten der Politik und der Medien in der aktuellen Corona-Krise besser nachvollziehen zu können. Sie bieten aber auch die Gelegenheit, ein wenig in sich selbst hineinzuhorchen. Das eigene Tun und Lassen zu reflektieren, dürfte auch niemandem schaden. Denn, so Ratut: „Freiheit bedeutet auch, dass der Mensch nicht Sklave seiner Bedürfnisse und seiner Gier ist.“- Dies aber verstehen jene gewiss nicht, die auch exzessiven Konsum und Reichtum auf Kosten anderer für ein Grundrecht halten.

Abschließend möchte ich noch auf einen Artikel aus meiner eigenen Feder hinweisen, der auch schon ein wenig älter ist, aber gut zu diesem Themenkomplex passt.

https://philosophia-perennis.com/2019/08/13/klimawandel-wandel-schleift-cucagna-treibt-die-konsum-daemonen-aus/

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Katholische Initiative „Deutschland betet“: Mit dem Rosenkranz für das Ende der gesellschaftlichen Spaltung!

(Michael van Laack) Am heutigen 8. Dezember, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens und in Zukunft an jedem Mittwoch ruft die katholische Initiative „Deutschland betet“ zum öffentlichen Rosenkranzgebet in Kirchen und auf Plätzen. Für nicht wenige angeblich besorgte Beobachter (zumeist sich selbst als liberal bezeichnenden Zeitgenossen) besteht die Initiative aus „rechten Christen“, die unter dem Deckmantel des Katholischen Querdenker-Gedankengut verbreiten und zum Ungehorsam gegen staatliche Verordnungen aufrufen wollen.

Manch einer wiederum aus dem Milieu eben dieser „Querdenker“ oder andere sogenannte Impfgegner versuchen tatsächlich, sich dort unterzuhaken, indem sie die eigentliche Intention – das Rosenkranzgebet zur Beseitigung der Spaltung der Gesellschaft – in ein „Gebet gegen die Corona-Diktatur“ umwidmen und entsprechend politisch besetzen wollen. Dabei ist die Botschaft der Initiatoren klar und deutlich in dem niedergelegt, was ihr Sprecher Manfred Benkert in allen großen Netzwerken in diesen Tagen verbreitet:

Lassen wir keinen Raum für noch mehr Spaltung unserer Gesellschaft!

„Wir wollen nicht zu Demonstrationen aufrufen! Wir wollen zum Gebet aufrufen und zwar stellvertretend, fürbittend, wiedergutmachend und den Himmel bestürmen. Wie vieles im geistlichen Leben fängt alles zuerst bei uns selber an. Seien wir selbst versöhnte Menschen und beten wir um Buße und Umkehr für uns aber auch für alle Menschen.

Seien wir Lichter in der Welt, die gerade so dunkel ist. Legen wir ein öffentliches Zeugnis ab für unseren Glauben – Jede und Jeder an dem Ort und in der Stadt, an dem Platz wo Gott sie oder ihn hingestellt hat und zwar friedlich und der Einheit und der Liebe dienend. Es kommt auf jede und jeden einzelnen von uns an. Wir sind alle gerufen als Kinder Gottes und als Menschen guten Willens. Lassen wir keinen Raum für noch mehr Spaltung unserer Gesellschaft!

Vergelt´s Gott für Eure Geduld und Eure Bereitschaft, für unser Land und alle Menschen, die hier leben im Gebet einzustehen! Möge es keine Stadt und kein Dorf in unserem Land geben, wo nicht der Rosenkranz öffentlich gebetet wird. Mögen unsere Gebete wie Weihrauch zum Himmel emporsteigen. Überziehen wir unser Land mit unserem Rosenkranzgebet.“

Möge es keine Stadt und kein Dorf in unserem Land geben…

Die ursprünglich in Österreich gegründete Initative hat ihren Weg nach Deutschland und im geringen Umfang auch in andere Nachbarstaaten gefunden. Zahlreiche Gebetsorte für die heutigen Veranstaltungen sind in dieser Karte verzeichnet. Die Initiative ist auch auf Telegram erreichbar.

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Polizist: Ungeimpfte sind indirekte Mörder und zudem keine Menschen mehr!

(Michael van Laack) Coronafaschismus ist ein Begriff, den ich ungern benutze, da er bedauerlicherweise auch oft zweckentfremdet Verwendung findet. Hier aber trifft er vollkommen zu. Wer derartig verbal entgleist, steht nicht mehr auf dem Fundament des Grundgesetzes und vertritt ein Menschenbild, dass wir längst überwunden glaubten.

Das nachfolgend eingebettete Video vom gestrigen Abend in Pirna macht mir regelrecht Angst, denn offenbar gibt es unter den deutschen Beamten einige (vielleicht sogar viele), die aus Montgomerys „Pandemie der Ungeimpften“ und den Volksschädlings-Postings von Linkstwitter den Schluss gezogen haben, dass die Nationalsozialisten nicht ganz im Unrecht waren, als sie davon sprachen, dass es Untermenschen gibt.

Meiner Ansicht nach muss dieser Beamte umgehend aus dem Dienst entfernt werden, denn wer eine solche Haltung vertritt, würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur einem Schießbefehl blind folgen, sondern auch ohne Schießbefehl in einer Lage, die er als Bedrohung seiner selbst durch ungeimpfte indirekte Mörder und Nichtmenschen betrachtet, unverhältnismäßige Gewalt einsetzen.

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Und täglich grüßt das Mutantentier: Lauterbach wird Gesundheitsminister!

(Michael van Laack) Gestern bei Anne Will hatte man nicht den Eindruck, dass Karl Lauterbach davon überzeugt sei, als Nachfolger des überaus „erfolgreichen“ Jens Spahn neuer oberster Virenbekämpfer zu werden. Doch nun erreicht uns alle schon vor Weihnachten eine frohe Botschaft: Heute ist uns ein Gesundheitsminister geboren. Freuet Euch und frohlocket! Jauchzt, ihr Corona-Engel! Betet an, ihr Impf-Hirten und Covid-Könige!

Ab jetzt werden wir Lauterbachs neueste Erkenntnisse über diverse weltweite Covid-Studien nicht mehr nur dreimal täglich in seinen Tweets sondern in Form eines fortlaufenden News-Tickers und diesen zusammenfassene Presserklärungen des Gesundheitsministeriums lesen dürfen.

Schon bald wird alles gut…

Vielleicht könnte man – um die Reichweite zu erhöhen – in Zukunft statt Werbung vor der 20.00 Uhr-Tagesschau die Sendung „Fünf Minuten Angst mit Karl“ ins Programm aufnehmen. Natürlich nur für einen kurzen Zeitraum. So lange, bis auch die letzte Mutante erkannt hat, dass es keinen Sinn mehr macht, sich gegen die Impfstoffe zu stellen. Kann ja nicht lange dauern. Bei der Grippe ging das ja auch sehr zügig! Oh… Wait…

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Corona: Es ist besser, statt Rezos oder Neverforgetnikis Wissen „Keine Ahnung“ zu haben.

(Michael van Laack) Wer macht den wichtigeren Job? Multiplikatoren, die eine Botschaft oder vermeintliche Tatsache unkommentiert weitergeben, um sicherzustellen, dass eine bestimmte Sichtweise möglichst vielen bekannt wird? Oder doch eher Influencer, die nicht einfach nur Meinung Dritter abbilden in der Hoffnung, dass sie bei möglichst vielen hängen bleibt, sondern davon überzeugen wollen, ihr Betrachtungswinkel zu einer bestimmten Frage sei der einzig Richtige.

Das mag ich nicht entscheiden. Was ich weiß: Beide – Multiplikatoren und Influencer – tragen eine große Verantwortung auf ihren Schultern. Denn was sie teilen, schreiben oder sagen, hat immer Wirkung auf eine große Zahl von Menschen. Überall dort, wo Multiplikatoren und Influencer (ob sie die jeweilige Botschaft tatsächlich selbst mittragen oder dies nur für Geld tun) ihre Meinung und ihre „Fakten“ präsentieren, entsteht Polarisierung. Polarisierung aber ist immer der wichtigste Baustein, letztlich sogar die Grundveraussetzung für das Entstehen von Spaltung.

Meinungsbildung in Krisenzeiten: Ein zweischneidiges Schwert

In Krisenzeiten ist es deshalb wichtiger als im normalen politischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Chaos, dass sich vor allem die Influencer dieser Verantwortung bewusst sind. Selbstverständlich hat jeder Mensch seine eigene Sicht auf die mehr oder weniger wichtigen Fragen, die das Gemeinwesen betreffen. Und ebenso selbstverständlich hat auch jede Partei ein großes Interesse daran, dass die von ihrer vertretenen Politik von möglichst vielen Menschen angenommen wird.

Deshalb kann man von Influencern und Bloggern, die entweder direkt oder indirekt (Zuwendungen, Spenden) von Parteien oder gar staatlichen Institutionen bzw. bestimmten Blasen und Echokammern abhängig sind – die also ihr Brot damit verdienen – nicht erwarten, dass sie ausgewogen berichten. Erwarten kann man nur, dass sie den Anschein erwecken, dies zu tun, was den monetär erfolgreichen Influencern auf YouTube und anderen Plattformen in der Regel auch gut gelingt.

Die leisen Stimmen sind oftmals die klügeren

Darum sind in Zeiten, in denen viele blind fliegen auf der Suche nach Landebahnzeichen, jene Leute ganz besonders wichtig, die auf ihren Kanälen zu bestimmten Themen verschiedene Betrachtungsweisen nahezu wertfrei gegenüberstellen, manchmal auch nur den Erklärbär geben. Menschen jeden Alters, die nicht behaupten, sie allein hätten die Weisheit und Wahrheit ganz auf ihrer Seite. Leute, die ihre Mitmenschen tatsächlich noch ermutigen, selbstständig zu denken und zu einem eigenen Ergebnis zu kommen, statt auf Kommando alle Code-Einleitungen wie „Macht Euch mal klar… “ oder „Wir wissen doch alle…“ nachfolgenden Informationen eins zu eins gewissermaßen als Evangelium zu verinnerlichen.

Und so erfreue ich mich immer wieder an den im Zwei-Wochen-Rhythmus erscheinenden Videos eines jungen Mannes auf seinem Kanal „Kein Ahnung“. Selbstverständlich hat auch er zu den meisten Themen, die er behandelt, eine eigene Meinung. Diese Meinung scheint auch ab und zu durch. Alles andere wäre auch verstörend. Aber bei allem ist er unaufdringlich, nicht reißerisch, nicht prophetisch, nicht wie ein Professor von seinem Katheter herab belehrend; und vor allem argumentiert er nicht diskreditierend oder Unmut verstärkend.

„Keine Ahnung“ ist besser als zuviel „Gewissheit“

Besonders gut hat mir sein neuestes Video zum Thema Impfpflicht gefallen. Deshalb muss es Ihnen, liebe Leser selbstverständlich noch lange nicht gefallen. Schauen Sie es sich einfach an und bilden sich dann ihre eigene Meinung, denn die Meinung anderer machen sich in diesen Zeiten schon viel zu viele zu eigen. „Die da oben oder meine großen Vorbilder auf YouTube werden schon wissen, was zu denken das Beste ist.“ Wer diese Haltung einnimmt, ist eigentlich schon tot. Ganz ohne Herzstillstand.

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KZ-Überlebender Nick Hope: Der Machtgeist Hitlers kehrt nach Österreich zurück!

 

(Michael van Laack) Nazi-Vergleiche verbieten sich, heißt es immer wieder besonders aus den Milieus, in denen sich die Aufrechten und Anständigen tummeln, die „unsere Demokratie“ verteidigen, wenn in den verbalen Gefechten zwischen Gepimpten und Ungeimpften mehr oder weniger schräge historische Bezüge die Runde machen. Wie aber sieht es mit einem KZ-Überlebenden aus? Darf der das? Oder verbietet sich einer Person wie ihm in besonderem Maß, die „Einmaligkeit“ von vielem zu entwerten, was während der Non-Vogelschiss-Periode geschah? 

In Deutschland erleben wir in dieser Frage allerdings immer zweierlei Maß. Während bestimmte Vergleiche (wie z. B. jener zwischen Höcke und Goebbels oder die Bezeichnung der AfD als „zutiefst nationalsozialistische Partei“ regelmäßig virtuellen Beifall auf offener Szene gerieren und auch im Bundestag von dessen Präsidium kaum gerügt werden, geht der Vergleich des Infektionsschutzgesetzes mit dem „Ermächtigungsgesetz“ selbstverständlich gar nicht.

Auch der Hinweis „Ungeimpfte unerwünscht“ vor manchen Ladenlokalen mit Schildern an Ladentüren des 3. Reichs (wenn auch nur der Form nach) in einen Zusammenhang zu stellen, wird als absolutes No-Go empört zurückgewiesen.

Ehemaliger Dachauer KZ-Häftling warnt vor der Rückkehr dunkler Geister

Der 97-jährige Nick Hope, der bei seiner Geburt in der Ukraine Nikolai Choprenko hieß, wurde 1942 als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt und zur Munitionsproduktion in einer Münchener Fabrik eingesetzt. Für eine Explosion in diesem Werk machte man ihn mitverantwortlich, weswegen er in das KZ Dachau überstell wurde, in dessen Außenlager Allach er erneut unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit im dortigen BMW leisten musste. Als die Nazis 1945 das Außenlager räumen, schicken sie tausende Häftlinge auf einen Todesmarsch. Beim Eintreffen der Alliierten und der Beendigung dieses Marsches wieg Nick Hope noch knapp 40 kg.

In den vergangenen Jahrzehnten war Hope ein begehrter Gesprächspartner der KZ-Gedenkstätte Dachau und anderer Institutionen, die das Gedächtnis des Holocaust und der Verfolgung anderer Gruppen im 3. Reich aufrechterhalten.

Ist Hitlers Machtverständnis zurück?

Vor einigen Tagen nun hat sich der 97-jährige mit einer Kurzbotschaft an die Öffentlichkeit gewandt, in der er vor einer Rückkehr des Hitlerschen Machtverständnis in Österreich warnt und sich auch besorgt über die Zukunft seiner Wahlheimat USA geäußert. In linken Twitterblasen in den USA herrscht riesige Empörung, im deutschsprachigen Raum ist seine Botschaft weitgehend unkommentiert geblieben.

https://twitter.com/AliceimGagaland/status/1466118197833355267

Aus meiner Sicht verdient diese Botschaft allerdings weitere Verbreitung, besonders mit Blick auf das, was sich aktuell im österreichischen Machtgefüge nach dem Rücktritt von Kurz als Kanzler und vor allem nach seinem vollständigen Rückzug aus der Politik tut.

Zweifellos werden manche nun behaupten, dieser arme alte Mann sei wohl von bösen rechten Christen (denn er fordert ja am Ende auch zum Gebet auf), instrumentalisiert worden. Dies dürften vor allem jene aus dem politischen Betrieb machen, denen Instrumentalisierung zur zweiten Natur geworden ist und die deshalb in anderen all das Schlechte vermuten, das sie selbst erfüllt.

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