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Angela Merkel, die (Raben)Mutter der Nation

(Michael van Laack) Stepstone ist eine Jobbörse. Solche Unternehmen schießen wie Pilze aus dem Boden, seit Angebot und Nachfrage für Zeitarbeit, Teilzeitstellen und Minijobs stark anstgesteigen sind. Liest sich poitiver, als es ist. Denn oftmals müssen Arbeitnehmer mehrere Jobs annehmen, um ihren Lebensunterhalt überhaupt noch bestreiten zu können.

Möglich wurde diese Entwicklung durch die Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik der Regierung Schröder, die Angela Merkel beharrlich fortsetzte. Kein Wunder also, das Stepstone allen Grund hat, der „letzten Verteidigerin der freien Welt“ einen neuen Ehrentitel zu verleihen: „Mutter der Nation“.

OK, seit Inge Meysels Tod 2004 ist dieser Job vakant. Doch war er seinerzeit genauso  wenig angemessen für die bekannte Schauspielerin, die öffentlich ihren Stolz darüber zum Ausdruck brachte, abgetrieben zu haben, wie er es heute für die kinderlose Bundeskanzlerin ist.

Die Rabenmutter der Nation

Bei Merkel ist es allerdings nicht der Aspekt der Kinderlosigkeit, der sie dieses Ehrentitels unwürdig macht, sondern das vollkommene Fehlen mütterlichen Verhaltens. Eine gute Mutter liebt und schützt ihre Kinder. Für Angela Merkel wäre deshalb „Rabenmutter der Nation“ die zutreffendere Bezeichnung.

Auch wenn es uns schwerfällt: Betrachten wir – die Bürger uns für einen kurzen Moment als „Kinder“ der Kanzlerin. Hat sie ihre Kinder geschützt? Liegt ihr unser aller Wohlergehen am Herzen? Nein, in entscheidenden Momenten der Geschichte hat sie die Interessen anderer Familien ihren Kindern vorgezogen. Immer und immer wieder!

Geld- und Energiekrisen

Zu spät reagierte sie auf die Griechenland-Krise, sodass sich diese zur Eurokrise ausweiten konnte. Weil sie und ihr Finanzminister zuvor über Jahre die Augen vor der Wirklichkeit verschlossen, wurde Merkels Kindern eine vierzehnstellige Schuldenlast fremder Familien aufgebürdet. Ein ähnlicher Betrag kam bei der sogenannten Bankenrettung hinzu, dass die Rettung systemrelevanter Institutionen als „alternativlos“ ein gestuft wurde.

Es folgte die Energiewende. Merkels Kinder müssen auf klimaneutralen Atomstrom verzichten, weil sie ihrer Partei Hilfe für eine bevorstehende Landtagswahl geben wollte, die am Ende doch an die Grünen verloren ging. Weil in Japan die Erde bebte, bürdete die „Mutter der Nation“ ihren Kindern ohne Not hohe Energiekosten und Versorgungsungewissheit auf, die sich durch die Diskussion um den Klimawandel noch einmal verstärkte.

Für Angela Merkels Kinder kommt der Strom aus der Steckdose. Von wo der Strom in die Steckdosen fließt und ob er ausreichen wird, den bedarf auch in der Zukunft zu decken? Wenn sich diese Fragen stellen, sitzt die Mutter der Nation schon längst Cocktails schlürfend auf ihrer Lodge in Namibia.

Merkel liebt nur die Kinder der Anderen

Die rechtswidrige Grenzöffnung und die ungehemmte und ungeprüfte Masseneinwanderung hauptsächlich junger Männer aus muslimischen Gesellschaften war auch kein mütterlicher Akt. Jede Mutter freut sich, wenn Kinder zum Spielen ihren Nachwuchs besuchen, aber ganz sicher nicht, wenn sie Teile der Wohnung dauerhaft belegen und Beköstigung durch die selbstgewählten Ersatzeltern erwarten. Auch ist es einer Mutter nicht egal, wenn ihre Kinder verletzt oder gar ermordet werden. Sie beweint sie und schützt die verbliebenen Kinder umso intensiver. Unsere Rabenmutter der Nation vergießt allerdings nur dann Tränen, wenn ihre Kinder nicht mit fremden Kindern spielen wollen oder fremden Kindern Leid antun.

Auch in der Pandemie hatte Angela Merkel kein Mitleid mit ihren Kindern. Statt ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene Erfahrungen zu machen, mutierte sie gemeinsam mit Jens Spahn zu Helikoptereltern, ließ ihre Kinder nicht mehr aus den Augen, verbot ihnen das Spielen mit Freunden, gab ihnen Stubenarrest, zwang und zwingt sie durch Hinweise wie „Du darfst nie wieder auf den Spielplatz, in die Schule oder ins Restaurant, wenn Du Dich nicht impfen lässt“, den Onkel Doktor für ein paar Piecks aufzusuchen. Eine Mutter hätte abgewogen, mit ihren Kindern gesprochen, sie in die Entscheidung ein bezogen und ihnen am Ende Entscheidungsfreiheit gelassen.

Aus Eigennutz vergebener Ehrentitel

Rabenmütter tun diese selbstverständlich nicht. Oft verachten sie ihre Kinder, selten gönnen sie ihnen etwas, oft wollen sie den Nachwuchs dominieren. Dieses Profil passt viel besser auf die Frau Bundeskanzlerin. Das Stepstone augenscheinlich ein anderes Profil von Angela Merkel erstellt hat, mag daran liegen, dass ihr Geschäftsmodell von Zeiten der Unsicherheit, des häufigen Jobwechsel und Zeitverträgen lebt. In diesem Bereich hat Merkel ganze Arbeit geleistet. Deshalb kann man sie mit Fug und Recht „Mutter der Jobbörsen“ nennen, aber ganz gewiss nicht „Mutter der Nation“. Denn sie liebt weder ihre Kinder noch das Haus (die Nation), in dem sie mit ihnen lebt.

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AfD-Wähler sollten Hans-Georg Maaßen die Erststimme geben

(Michael van Laack) Laut einer Forsa-Umfrage tendieren im Wahlkreis 196 (Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg) aktuell 30 % der AfD-Stammwähler dazu, mit der Erststimme nicht ihren Direktkandidaten Jürgen Treutler sondern den von Angela Merkel aus dem Amt geputschten und in weiten Teilen des eigenen Partei-Establishments verhassten ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzes – Hans-Georg Maaßen – zu wählen.

Und das ist auch gut so! Denn es ist die einzige Antwort, die ein Patriot in diesen Tagen auf das skandalöse Verhalten hochrangiger CDU-Kader geben kann. 30 % AfD-Stimmen für Maaßen sind allerdings noch nicht genug, denn in den Umfragen liegt der ehemalige Biathlonstar und Bundestrainer Frank Ullrich vorn, der für die SPD kandidiert. Von Politik versteht dieser Mann ungefähr so viel, wie ein Friseur von einer Operation am offenen Herzen.

Die CDU ist der Erzfeind der AfD

So betrachtet sollte es jedem AfD-Wähler oder gar Mitglied ein Gräuel sein, auf dem Wahlzettel bei der CDU ein Kreuz zu machen. Zumal Spitzenkandidat und Möchtegern-Kanzler Armin Laschet erst jüngst in mehreren TV-Runden und Interviews sein Mantra wiederholt hat, dass die CDU mit der AfD nicht koalieren, nicht kooperieren, nicht einmal reden werde.

Deshalb kommt für Bürgerliche und Patrioten nur die AfD infrage. Eigentlich! Doch bei Hans-Georg Maaßen sollten diese Wähler eine Ausnahme machen. Zum einen, um ein Zeichen zu setzen, dass sie nicht vergessen haben, unter welch schäbigen Umständen er aus dem Amt geputscht wurde.

Zum anderen, um in diesem Wahlkreis zu demonstrieren: Als Patrioten lassen wir es nicht zu, dass ein Mann auf offener Bühne demontiert und diskreditiert wird, dass man ihn die Nazi-Ecke stellt, seine politische Karriere (ja beinahe schon seine Biografie zerstört), weil er des wagte, die Bundeskanzlerin der Lüge zu überführen.

Laschets Zukunftsteam würde SPD wählen

Zwar äußerte sich mit Bildungsministerin Karin Prien nur ein Mitglied aus Laschets Zukunftsteam dergestalt, dass sie Maaßen nicht wählen würde, wenn sie in seinem Wahlkreis gemeldet wäre, aber die ausbleibende negative Reaktion auf ihre subtile Empfehlung, in diesem Fall eher der SPD die Erststimme zu geben, zeigt Einverständnis durch Stillschweigen.

Laschet erklärte sogar, diese Empfehlung zur Wahl des Kandidaten einer anderen Partei stelle für ihn keinen Grund dar, Karin Prien aus seinem Zukunftsteam zu entfernen. Augenscheinlich ist für ihn und die CDU insgesamt parteischädigendes Verhalten mittlerweile ein strategisches Tool bei der Bekämpfung von als Merkel-Kritiker identifizierten „Parteifreunden“.

Erststimme für Maaßen als Zeichen des Widerstands

Die AfD argumentiert im Bundestagswahlkampf immer wieder zu Recht, dass eine Zweitstimme für kleine Parteien (wie z. B. die Freien Wähler) eine verschenkte Stimme ist, wenn man sich von CDU und CSU abwenden will, weil diese Parteien keine Chancen haben, in den Bundestag zu kommen. So gehen der AfD wertvolle Stimmen verloren in ihrem Bestreben, auch im neuen Bundestag wieder als starke Oppositionskraft vertreten zu sein.

Das gleiche Argument lässt sich in der besonderen Situation im Wahlkreis 196 auf die Erststimme anwenden. Jede Stimme für den AfD-Direktkandidaten Jürgen Treutler ist eine verlorene Stimme. Denn er hat keine realistische Chance auf Platz 1. Aber in diesem Wahlkreis kandidiert einer der wenigen noch verbliebenen echt konservativen und dem Vaterland verbundenen CDU-Mitglieder.

Erststimme für Maaßen auch Zeichen der Solidarität

Er repräsentiert jene CDU, die wir sahen, bevor die Gründung der AfD im wahrsten Sinne des Wortes NOTwendig wurde. Ihn gilt es zu stärken gegen jene sich nur noch Demokraten nennenden Unionspolitiker-Gestalten, die auch im nächsten Deutschen Bundestag wieder zu Hunderten vertreten sein werden.

Und mit dem Erststimmen-Kreuz für Hans Georg Maaßen würden die AfD-Wähler in Suhl noch ein weiteres Zeichen setzen: Dass sie es ernst meinen mit ihrem Patriotismus, ihrer Vaterlandsliebe. Sie würde demonstrieren, dass sie im entscheidenden Moment bereit sind, über den eigenen Parteischatten zu springen und jenem Kandidaten ihre Stimme zu geben, der um der Wahrheit willen seine Karriere aufs Spiel gesetzt und das Partei-Interesse dem Wohl des Vaterlandes untergeordnet hat.

Zuerst das Land, dann die Partei, dann die Person. Leider ist dieses Denken heute nicht nur nicht mehr selbstverständlich, sondern zur Rarität geworden. Und jene, die sich diesem Denken und entsprechenden Handeln verpflichtet fühlen, werden von den sich selbst als „anständig“ und „aufrecht“ bezeichnenden Vertretern des Establishments mit zunehmender Verve und Härte bekämpft. Denn sie gefährden die Etablierung jener politischen Religion, die sich gern „unsere Demokratie“ nennt.

Eine Erststimme für die Vernunft

Denn auch nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt nahm und nimmt Maaßen kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, vor jenen zu warnen, die uns alle zu gehorsamen Gliedern eines bunten (linken) Multikuti-Staates umerziehen wollen und die äußeren und inneren Feinde Deutschlands klar zu benennen.

Einmal mehr geht er in diesen Wochen „All-In“, riskiert bei einer Niederlage den Verlust des Restes seiner Reputation. Ihm in dieser Situation seine Stimme zu verweigern, wäre ein klares Zeichen dafür, dass wir Konservative, Bürgerliche und Patrioten in puncto Solidarität kein bisschen besser sind als die Unionsparteien und alle anderen Linksgrünen. Hans-Georg Maaßen ist eine der wenigen Stimmen der Vernunft in der CD. Deshalb will Merkels Entourage ihn endgültig zum Schweigen bringen. Denn Vernunft leitet den inneren Kreis der Macht – dem Maaßen einst selbst angehörte – schon lange nicht mehr.

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Scholz, Baerbock, Wissler: Sozialisten-Koalition wird Verfolgungsdruck auf Demokraten erhöhen!

(Michael van Laack) Noch wird Deutschland nicht von einer sozialistischen Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei regiert, obwohl es sich in manchem bereits seit einigen Jahren so anfühlt. Die Verschiebung der Unionsparteien nach links bildete nur den Auftakt zu einem Szenario, dass wir uns zwar ausmalen, seine negativen Folgen für einen Teil unserer Gesellschaft aber doch noch nicht ganz erfassen können.

Der Verfolgungsdruck auf bürgerliche Milieus, auf konservative Christen, auf patriotische Politiker und nicht linientreue Medienschaffende, den wir bereits seit 2015 und verstärkt sei dem Einzug der AfD in den Bundestag verspüren, wird steigen.

Rot-Grün-Dunkelrot ist die wahrscheinlichste Konstellation

Weder Olaf Scholz noch Annalena Baerbock schließen in diesen Tagen eine Koalition mit der Linkspartei aus. Nachdem zahlreiche Spitzenpolitiker der SPD in den vergangenen Monaten immer wieder erklärten, die CDU müsse als Regierungspartei abgewählt werden, ist ein Koalition nach s der neuwahl vom Tisch.

Zudem hat sich das gegenseitige Misstrauen von FDP und Grünen wegen der gescheiterten Jamaika-Verhandlungen 2017 als so groß erwiesen, dass eine Ampel nur als Notkoalition infrage käme. Die primäre Option von SPD und Bündnis90/Die Grünen ist folglich eine Koalition mit der vermutlich nur bei 6 oder 7 % liegenden Linkspartei sein. Das wird erhebliche Folgen haben für alle Bürger, die sich nicht zur „Zivilgesellschaft“ bekennen und zudem wirtschaftlich verheerend sein.

Demokratie wird Schritt für Schritt durch „unsere Demokratie“ ersetzt

Es gilt „unsere Demokratie“ zu verteidigen, hören und lesen wir seit Jahren in zahlreichen Statements der Altparteien. Ein nur scheinbar unauffälliges Wording. Nicht „die Demokratie“ gilt es zu verteidigen, sondern „unsere“. Eine Demokratie, die alles außerhalb ihres engen ideologischen Meinungskorridors Liegende als demokratiefeindlich bewertet und auch und deshalb konsequent jede Kritik an Regierungspolitik als das Setzen demokratiegefährdender Akte versteht.

Zudem steht hinter „unsere Demokratie“ auch ein anderes Verständnis von Meinungsfreiheit. Zwar darf der Bürger in diesem System (noch) öffentlich sagen und schreiben, was er möchte, doch muss er mit „Konsequenzen“ rechnen, wenn er Meinungen vertritt, die gegen „unsere Demokratie“ („unsere“ Entscheidungen und „unser“ Wertesystem) stehen.

Ganz gleich ob zu Fragen der Bewertung des Islams, zu Migration im Allgemeinen, zum Klimawandel, zu Corona, zur Gendersprache, zur Abtreibung oder zur Regenbogenideologie: Wer Meinungen vertritt, die von den gewählten Vertretern „unserer Demokratie“ und ihrer Schutzstaffel „Zivilgesellschaft“, nicht vertreten, gefährdet das System. Er muss entweder mit Druck zu Einsicht gebracht oder abgeschaltet werden.

Der größte Feind „unserer Demokratie“ ist die Gemeinschaft

Heute muss der Staat viele seiner Widersacher nicht mehr einsperren oder gar hinrichten lassen, will er sich ihrer entledigen. Meinungsbildung erfolgt zunehmend virtuell, immer mehr soziale Kontakte verkümmern, die Beziehungsunfähigkeit steigt und mit ihr sinkt die Empathie. Dies macht sich das System „Unsere Demokratie“ zunutze. Die Förderung der Digitalisierung geschieht nicht uneigennützig, um den Menschen gutes zu tun. Es gilt, sie immer mehr zu vereinzeln und gleichzeitig ein möglichst genaues Profil von jedem Bürger erstellen zu können. Nicht nur für gezielte Werbung.

Die Idee der digitalen Schule, in der junge Menschen nicht mehr in Klassenverbänden gemeinsam lernen und Freundschaften schließen (in denen sie also fürs Leben lernen), sondern allein in ihrem Zimmer sitzen, während die Eltern Niedriglohnjobs nachgehen, wird im Nachgang zu den „guten Erfahrungen“ während der Corona-Pandemie verstärkt ins Spiel gebracht, ebenso das permanente Homeoffice in allen Büroberufen.

Die ideale Gesellschaft besteht aus Empathielosen

Für Sozialisten wäre es ideal, wenn sich diese Ideen verwirklichen lassen. Zwischenmenschliche Beziehungen auf das kalte Bildschirmgesicht des Arbeitskollegen oder Mitschülers reduzieren. So könnte verhindert werden, dass Menschen zu vertraut miteinander werden, sich in der Freizeit zusammenrotten und „unsere Demokratie“ bekämpfen.

Die Aktivitäten der Bürger ließe sich so auch in der Freizeit besser steuern. Die Zahl derer, die persönliche Kontakte als unnötig oder gar unproduktiv empfänden, würde deutlich ansteigen. Entsprechend wäre auch die Verlagerung von immer mehr privaten Aktivitäten ins Netz wahrscheinlich. Immer weniger Menschen würden füreinander einstehen, wenn andere angegriffen werden. „Jeder ist sich selbst der Nächste“ bekäme eine ganz neue Bedeutung.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz wird unter Rot-Grün-Dunkelrot zur Waffe

Schon seit Jahren sehen wir die wachsende Tendenz, dass regierungskritische Meinungen von den großen sozialen Netzwerken gelöscht und starke freie Medien (Youtuber, Blogs) immer wieder „bestraft“ werden. Fake News Rassismus, Genderfeindlichkeit, Islamophobie, Hassrede. Hauptsächlich unter diese fünf Kategorien fällt reichweitenstarke Kritik am Regierungshandeln den öffentlich-rechtlichen Medien, der in weiten Teilen linksradikalen LGBTI-Community oder dem Islam.

Ziel ist schon jetzt, oppositionelle Meinungen zum Schweigen zu bringen. Unter Rot-Grün-Dunkelrot wird das NetzDG endgültig zur Waffe, zum virtuellen Hinrichtungsinstrument. Kritiker zum Schweigen bringen und wenn nötig öffentlich ächten und vernichten. Der „Kampf gegen rechts“, jene wichtigste Aufgabe in „unserer Demokratie“, wird unter Rot-Grün-Dunkelrot endgültig zum Zerstörungsinstrument. Und es wird keine große Gegenwehr geben.

Die Mehrheit beugt sich der Ächtungsgefahr

Die „kleinen“ Leute“, also der Durchschnittsuser, der ausschließlich Informations- und Nachrichtenkonsument ist, wird sich schnell einschüchtern lassen. Bewertet er einen regierungskritischen Beitrag positiv, ermahnt man ihn zunächst freundlich. „Unterstützt Du wirklich diese Nazis und Rassisten? Ich glaube, Dir war gar nicht bewusst, was Du da gelikt hast!“ Hilft das nichts, meldet man das Profil. Nach ausreichenden Meldungen gibt es Zeitstrafen und öffentliche Ächtung (Achtung: Corona-Leugner-Profil“ „Vorsicht vor diesem Klimawandel-Leugner“. Die Mehrheit der Durchschnittsuser lässt sich davon beeindrucken.

Und die anderen? Ein sozialistisches Dreierbündnis wird dafür sorgen, dass die AfD rasch zum Beobachtungsfall wird und mit einem Verbotsverfahren drohen. So kann man sich gegenüber den großen Plattformen rechtfertigen für die „Bitte“ (Forderungen, alle Profile von Mandatsträgern zu löschen, dass sie verfassungsfeindliche Propaganda betrieben.

Wer nicht für uns ist, ist rechts!

Aber auch Mitglieder anderer Parteien, die sich nicht zivilgesellschaftskonform äußern, werden rasch die Möglichkeit verlieren, sich in sozialen Netzwerken zu äußern. Ebenso wird es den Youtubern und Bloggern der freien Medien rasch an den Kragen gehen. Wen man durch Klagen nicht finanziell ruinieren kann, den wird man abschalten. Niemand wird sicher sein, auch nicht jene Blogger, die auf ausländischen Servern liegen. Denn die Bundesregierung kann jederzeit Netzsperren für einzelne Seiten oder Anbieter einführen. Das könnte manchen Provider finanziell ruinieren, sodass er „freiwillig“ die Verträge mit den gewünschten Personen lösen wird.

Was ich hier beschrieben habe, ist kein Horrorszenario. Es ist zum Teil bereits Lebenswirklichkeit und wird definitiv noch blutiger, wenn jene die Bundesregierung bilden sollten, die ihren Hass auf alles deutsche, weiße, christliche, konservative, echt liberale und patriotische seit Jahren teils unverblümt und teils maskiert zur Schau stellen: Unter Rot-Grün-Dunkelrot wird es nicht mehr heißen: „Deutschland, Du mieses Stück Scheiße“ sondern Reitschuster, Flesch, Tichy, Berger, van Laack, ihr miesen Stücke Scheiße, ihr Feinde „unserer Demokratie“. Wer so frage ich mich, wird uns dann zur Seite stehen?

(K)eine Wahlempfehlung!

Und nein, unter einer CDU-geführten neuen Bundesregierung wird Deutschland und uns allen, die wir aus anderen Blickwinkeln als die Regierung auf die Nation schauen, auch nicht gut gehen. Aber wohl auch nicht schlechter als jetzt. Deshalb gilt es, am 26. September zu verhindern, dass auch nur die Chance für ein sozialistisches Dreierbündnis besteht, eine Koalition zu bilden.

Deshalb sehe ich aktuell nur zwei Parteien, die man wählen kann: die eine aus Überzeugung, die andere aus strategischen Überlegungen: Die AfD und die CDU. Alle anderen Parteien werden nach der Wahl wie tollwütige und hungrige Hyänen über Deutschland herfallen, die ohnehin schon schwächelnde und intellektuell rasch verdunstende Opposition binnen weniger Jahre endgültig zerstören und unsere Heimat sowohl finanziell als auch kulturell liquidieren.

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Angela Merkel: Wird die Zerstörerin der CDU noch die Neujahrsansprache halten?

(Michael van Laack) Von „Ich sehne den Tag herbei, an dem die Alte endlich weg ist!“ bis zu  „Die letzte Verteidigerin der freien Welt ist unersetzlich!“ lesen wir in diesen Wochen an Bandbreite alles, was zum absehbaren Ende Angela Merkels als Bundeskanzlerin gesagt werden kann. Manch einer hat schon die verbleibenden Tage bis zur Bundestagswahl in seine Gartenbank oder Holzwand geritzt, um sie nun genüsslich abzustreichen. Doch ist der 26.09.21 noch lange nicht der Tag, an dem die Zerstörerin der CDU das Kanzleramt räumt. Die Gartenbank könnte sich komplett mit Kerben füllen, bis der Tag anbricht, an dem ihr Nachfolger (oder ihre Nachfolgerin) den Amtseid spricht.

Das Grundgesetz sieht keine starre Frist für die Wahl eines Bundeskanzlers und damit die Regierungsbildung vor. Die bisherige Bundesregierung bleibt so lange geschäftsführend im Amt, bis sie von einer neuen Regierung abgelöst wird. Und das könnte lange dauern, wenn die aktuellen Umfragen am Wahlabend auch nur einigermaßen Bestand haben sollten.

Hat die stärkste Partei ein Vorrecht auf die Regierungsbildung?

Nein, auch wenn das in diesen Tagen hauptsächlich von Unionspolitikern – die immer noch vom Sieg Laschets überzeugt sind, so formulieren; wie erst gestern Friedrich Merz bei Maybrit Illner. Schon mehrfach sahen wie Bundes- und Landtagswahlen, in denen sich die Wahlverlierer unter Führung der zweitstärksten Partei zu einem Bündnis zusammenfanden. Als herausragendstes Beispiel hierfür kann die BTW 1969 gelten, als die Union 46,1 % erhielt und die SPD im Drei-Fraktionen-Parlament mit 42,7 % eine Koalition mit der FDP einging, die bei Verlusten von 3,7 % gerade noch so mit 5, 8 % in den Bundestag eingezogen war.

Umso schwieriger wird dieser Anspruch in einem Sechs-Fraktionen-Parlament durchsetzbar, je geringer die Abstände zwischen den Konkurrenten sind. In der neuesten Umfrage des Politbarometers von heute sehen wir Union und SPD fast gleichauf und die grünen nur knapp 2 % dahinter. Die Zeit der Volksparteien scheint zumindest mittelfristig vorbei, was den Anspruch, als größte unter den etwas mehr als ein Fünftel der Wähler vertretenden Parteien den Erstzugriff aufs Kanzleramt zu haben, pulverisiert.

Die AfD ist nicht regierungsfähig! Oder?

Klar ist nur: Mit der AfD will keiner. Die einen (SPD, Grüne, Linke) nicht, weil sie nur eine sehr geringe bis keine Schnittmenge mit der Alternative für Deutschland in der Frage der Zukunft unseres Landes haben. Die FDP bricht, weil sie trotz nicht weniger Gemeinsamkeiten in Fragen der Migrations-, Klima- und Corona-Politik eine Partei bleibt, die sich Machtoptionen in alle Richtungen offenhalten will. Und das ist eben zurzeit entweder die Ampel-Koalition oder Jamaika.

Würde Lindner morgen in die Kameras sprechen: „Wir haben das noch einmal nachgeprüft, in vielem stimmen wir zumindest in den großen Linien mit der AfD überein, wäre – auch wenn es nur noch vier Wochen bis zur Wahl sind, die 5-%-Hürde in Gefahr. Denn die linke Journaille des ÖRR und zahlreicher anderer Leitmedien, die den Nazi-Popanz gegen die AfD mit Duldung und vielleicht sogar im Auftrag des Bundeskanzleramts aufgebaut haben, würden eine (wenn auch nur schrittweise) Demontage dieses Mythos zum jetzigen Zeitpunkt niemals zulassen.

CDU: Die unglaubwürdigste aller Parteien

In der Unionsfraktion gibt es nicht wenige (wenn auch nicht die Mehrheit), die den harten Kurs gegen die AfD im Herzen nicht mittragen. Angela Merkel hat die CDU entkernt. Die pseudokonservativen oder sozialliberalen Sprechblasen, die viele ihrer Mandatsträger in den Wahlkreisen immer noch absondern, entsprechen schon seit Langem nicht mehr den Entscheidungen ihrer Minister und der Strategie der Bundeskanzlerin.

Diese Diskrepanz macht die Unionsparteien von Tag zu Tag unglaubwürdiger. Will sie doch allen (außer der AfD) alles sein. Grün, sozialdemokratisch, liberal und hin und wieder auch ein ganz kein wenig kommunistisch. Zumindest, wenn es gegen die AfD geht. Da ist die Union bei den Methoden nicht wählerisch und übernimmt auch gern mal ANTIFA-Sprech und demonstriert Seit an Seit mit der „Kommunistischen Plattform“ gegen rechts.

Langwierige Koalitionsverhandlungen stehen bevor

Sollte es am Ende für eine Zweierkoalition (Rot-Grün oder Schwarz-Grün) reichen, was aktuell allerdings noch vier bis fünf Prozentpunkte entfernt ist, könnte Merkel bereits Ende Oktober Geschichte sein. Denn seit Monaten laufen hinter den Kulissen Vorbereitungen auf die von vielen bis vor wenigen Wochen noch für sicher gehaltene Hochzeit von Laschet und Baerbock. Ebenso rasch dürften sich Scholz und Baerbock einigen. Denn Scholz wird für die Chance, nach 16 Jahren wieder die SPD im Chefsessel des Bundeskanzleramtes sitzen zu lassen, nicht weniger Konzessionen machen als Laschet, der um des Machterhalts willen mit fast (?) jedem ins Koalitionsbett zu steigen bereit sein dürfte. Es wird so oder so grüner in Deutschland. Und somit sozialistischer.

Eine Zweier-Koalition ist Stand heute allerdings sehr unwahrscheinlich. Allerdings sehen wir seit Monaten ein derartiges Auf und Ab, dass man nicht vollkommen ausschließen kann, dass der Wahlabend uns ein entsprechendes Ergebnis beschert. Und so könnten auch die Grünen stärkste Partei werden. Eine grün-rote, grün-schwarze oder gar grün-rot-dunkelrote Bundesregierung kann ich mir (in dieser Rangfolge) nicht vorstellen. Laschet oder Söder unter Baerbock? Niemals!

Scholz unter Baerbock in einem Zweier-Bündnis? Nur, wenn die SPD entgegen sonstigen Gepflogenheiten die vier wichtigsten Ministerien besetzen dürfte. Ein Dreierbündnis zwischen Grünen, SPD und Linkspartei unter Baerbocks Führung werden die verbliebenen 30 % Sozialdemokraten in der SPD nicht mittragen. Esken, Walter-Borjans, Kühnert und Co könnten einen solchen Aderlass der Partei niemals kompensieren und würden rasch wieder in jene Bedeutungslosigkeit fallen, aus der Baerbocks und Laschets Fehler sie gerade erst herausgezogen haben.

Ist Merkel am Neujahrstag 2022 noch im Amt?

Das steht zu befürchten. Alles deutet darauf hin, dass drei Parteien notwendig sein werden, um die neue Bundesregierung zu bilden. Doch aktuell herrscht schon Ausschliesseritis. Eine Deutschlandkoalition (Schwarz-Rot-Gelb) schließt die SPD kategorisch aus. Es wird – da ist man sich in der Führung absolut einig, keine neue Koalition mit der Union geben. Die FDP will mit den Grünen nicht unter Führung der SPD in eine Ampel gehen. Lindner würde es ggf. noch tun, aber der Widerstand in der eigenen Partei ist so massiv, dass er nicht einmal im Notfall dazu die Erlaubnis erhalten würde.

Jamaika wurde 2017 versucht und ist in den Koalitionsverhandlungen krachend gescheitert. Aber es scheint aktuell die einzige realistische Option. Denn nach ihrem Stimmverhalten zu Afghanistan gehen zunehmen neben führenden Sozialdemokraten auch Grüne (wie gestern Habeck bei Illner) zur Linkspartei auf Distanz. Sollte Jamaika nicht möglich sein, weil die CDU nur auf dem zweiten oder gar dritten Platz in der Endabrechnung läge, würde es noch komplizierter. Die Wahrscheinlichkeit, dass Angela Merkel uns dann auch noch „Frohe Ostern“ wünscht – notfalls in einer Minderheitsregierung – ist nicht so gering, wie manche uns glauben machen wollen.

Am Ende könnte auch eine Riesenüberraschung stehen

Allerdings – auch diese Aussage mag manchen Leser nun überraschen: Je länger Koalitionsverhandlungen andauern, je mehr Monate Regierungsbildung nicht gelingt, umso stärker wird die AfD ins Spiel kommen. Im Fall einer Minderheitsregierung müssten Union (wenn diese 23+ Prozent erreichen kann) und eine 12 %-FDP sich auf sie verlassen. Zukunftsmusik, keine Frage. Und wahrscheinlich kommt es nicht so weit. Aber in Wochen wie diesen, in der Gesellschaft und die politische Landschaft gespaltener sind als je zuvor, darf man auch diese Option nicht ungenannt lassen. Um der Erlangung der Macht willen verdrängen manche all ihre Aversionen.

Ob freilich die AfD in einem solchen Fall auch vergessen würde, wie verächtlich sie von Union und FDP in der vergangenen Legislatur behandelt wurde und ob der ÖRR für einen solchen Fall nicht sogar gemeinsam mit Grünen und Linken zur Revolution aufrufen würde, bliebe abzuwarten. Sicher ist in diesen Tagen nur, dass nichts mehr sicher ist. Und deshalb sollten alle, die froh sind, dass „die Alte“ bald weg ist, noch keinen Sekt kaufen geschweige denn ihn kaltstellen.

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Briefwahl bildet nicht den Wählerwillen am Wahltag ab

(Michael van Laack) Corona und die Furcht vor Ansteckung ist dank der Panikstrategie der Bundesregierung, der Regierungsparteien in den Landesparlamenten und den MSM immer noch das dominierende Thema in Deutschland. Das Angstlevel wird künstlich hochgehalten. Vor allem deshalb werden wir – wie zuvor bei zahlreichen Landtagswahlen – bei der Bundestagswahl im September eine Rekordbeteiligung bei der Briefwahl sehen.

Die Landeswahlämter Bayerns, Baden-Württembergs und von NRW rechnen nach dem Anlaufen der Briefwahl vor einigen Tagen die Beteiligung bereits auf über 50 % der Wahlberechtigten hoch. Wird dadurch das Wahlergebnis beeinflusst? Wählen die Bürger anders, als sie es in den Wahlkabinen tun würden? Und wenn ja, warum? Und: Ist die Briefwahl manipulationsanfälliger?

Ereignisse der letzten Wochen vor der Wahl bleiben unberücksichtigt

Je früher der Wähler seine Stimme abgibt, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich am Wahltag ärgert, seine Stimme bereits abgegeben zu haben. Bei manchen Landtagswahlen 2021 stimmten auch deshalb die Wahlergebnisse nicht wie gewohnt mit den Umfragen überein, weil viele Bürger ihre Stimme abgegeben hat, bevor z. B. die Maskendeals zuungunsten der CDU ins Kontor geschlagen sind.

Dies könnte auch vor der Bundestagswahl noch der Fall sein, denn in diesen Wochen werden bekanntlich fast täglich neue Skandale und Skandälchen offenbar und vieles von dem, was man den Bürgern noch gestern als gesichert und in Stein gemeißelt verkündet hat, relativiert und geändert. Aktuell z. B. wird die Briefwahl – wenn man Genosse Trend glauben möchte – hauptsächlich der SPD nutzen. Käme dann in 14 Tagen ein massiver Skandal, der Scholz schwer belastet, ans Tageslicht, könnten Millionen Stimmen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Denn so etwas funktioniert nur bei der Wahl des falschen Ministerpräsidenten.

Senioren wählen im Wohnzimmer eher die CDU

Das sagt zumindest der Kommentator der Tagesschau in einem Online-Artikel zu den Landtagswahlen am 14. März in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Dann muss man sich fragen: Wen würden sie denn wählen, wenn sie zum Wahllokal gingen? Die FDP oder gar die AfD? Tatsächlich? Dann ist es ja gut, dass es Corona gibt, oder?

Jüngere sind gebildet und wählen deshalb Grün

Und das tun sie vermehrt per Briefwahl. Denn die intellektuelle deutsche Jugend hat Besseres zu tun, als den unnötigen Weg zum Wahllokal zu machen. Die jungen Denker nutzen ihre äußerst knapp bemessene Freizeit lieber sinnvoll und wählen deshalb per Brief.

Beides mag stimmen. Doch warum das Wahlergebnis deshalb für diese Parteien besser ausfallen soll als für die anderen Parteien, ist nicht begründbar. Es sei denn, Wähler der SPD, Linken, FDP und vor allem die AfD würden zum einen aufgrund ihrer immer wieder minderen Bildung vergessen, Briefwahl zu beantragen und am Wahltag dann zu faul sein, sich auf den Weg zu machen. Oder sich vor Corona fürchten und großmütig auf die Abgabe ihrer Stimme verzichten. Wer das glaubt, glaubt auch, dass die Regierung Merkel in den vergangenen Jahren stets grundgesetzkonform gehandelt hat.

Schwächen der Briefwahl

Wenn ich zur Wahlurne gehe, ist gesichert, dass meine Stimme gezählt wird. Und das Kreuz wird dort gesetzt, wo ich es möchte. Denn es besteht während der ganzen Wahlhandlung und der Auszählung bis zur Weitergabe des Ergebnisses an das Kreiswahlamt stets Zugang zum Wahllokal. Nur für eine oder zwei Sekunden schließt der Wahlvorsteher in manchem Wahllokal symbolisch die Tür und verkündet das Ende des Wahlgangs. Danach darf jeder, der möchte, das Zählgeschäft beobachten. Selbstverständlich, ohne die Zählenden zu stören.

Die EINZELNEN Schwachpunkte

  1. Es kann nicht sichergestellt werden, dass der Wähler selbst es ist, der seinen Stimmzettel ausfüllt und abschickt. Vor allem bei älteren oder anderen nicht mobilen oder behinderten Menschen ist es leicht möglich, in ihrem Namen zu wählen.
  2. Familienangehörige können massiven Einfluss auf die Wahlentscheidung nehmen. Familienoberhäupter (und das sind immer noch viele) können das Kreuz an der richtigen Stelle anordnen. Oder Partner einander Vorhaltungen machen, dass z. B. er AfD und sie Grüne wählt, um einen Familienkrach zu vermeiden, ist man ja immer bereit, nachzugeben. In diesem Fall würde das bedeuten: Unter Aufsicht das Kreuz machen.
  3. Wenn der Wähler seinen Wahlbrief nicht selbst in den Briefkasten wirft, kann der damit Beauftragte oder sich selbst dazu Bevollmächtigende den Einwurf einfach unterlassen. Z. B. wenn er weiß, dass die Oma oder der Lebenspartner das aus seiner Sicht Falsche gewählt hat.
  4. Der Stimmzettel kann der Post auf dem Weg zum Briefwahl-Lokal verloren gehen. Ab Einwurf des Briefes gibt es keine Kontrollmöglichkeit mehr. Denn die Bürger erhalten nach der Wahl keine Bestätigung, dass ihr Wahlschein eingegangen ist. Zwar kann man theoretisch beim Landeswahlamt „Einsicht“ ins Wählerverzeichnis nehmen. Jedoch ist der Weg so mühsam und kompliziert, es sind Fristen und Formen einzuhalten, sodass kaum ein Bürger von dieser Möglichkeit Gebrauch macht. Doch selbst wenn man die Bestätigung hat, dass der Wahlschein nicht eingegangen ist: Nachwählen kann man nicht, weil sich der Einwurf der Post ans Amt nicht nachweisen lässt.
  5. Durch versehentliches Einlegen des Wahlscheins in den Umschlag mit dem Stimmzettel wird die Stimme ungültig. Auch das kann bei der Urnenwahl nicht geschehen, da die Wahlbenachrichtigung vom Wahlvorstand einbehalten wird.
  6. Wer sehr frühzeitig seine Stimme abgibt, kann oft nicht mehr auf spätere Entwicklungen vor dem Wahltag reagieren, die ihn zu einer anderen Wahlentscheidung veranlassen würden.
  7. Nun zum heikelsten Punkt: Oft werden schon an den Tagen vor dem Wahlsonntag die Umschläge geöffnet und der Wahlschein vom Umschlag mit dem Stimmzettel getrennt. Auch wenn das in manchen Bundesländern offiziell nicht zulässig ist. Doch wo kein Kläger, da kein Richter.

Briefwahl ist eine Notlösung, darf nicht zur Regel werden

Ich will nicht behaupten, dass Behörden im großen Stil Wahlbetrug verüben, aber es wäre problemlos möglich. Dazu ist es lediglich notwendig, die separierten Umschläge mit den Stimmzetteln wegzuschaffen und durch eine vorher vorbereitete gewünschte Mischung auszutauschen. Dann sähe beim Zählgeschäft am Abend alles perfekt aus.

Ja, ich bin mir sicher: Deutschland ist noch immer ein Rechtsstaat. Aber einer, der an manchen Stellen seit einigen Jahren zu verdunsten beginnt. Deshalb mein Appell: Macht Euch an den Wahltagen auf zu den Urnen. Beobachtet, wenn es Eure Zeit erlaubt, auch still das Zählgeschäft. Dokumentiert Unregelmäßigkeiten. Gerechterweise alle, nicht nur die, die möglicherweise Eure Partei betreffen. Nur so lässt sich garantieren, dass Eure Stimme zählt! Meidet die Briefwahl, denn sie hat viele Schwächen!

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Nach der BTW 2021 regiert der „Club der Unwählbaren“

(Michael van Laack) Wir haben die Qual der Wahl. Das ist eigentlich immer so. Doch am 26. September 2021 wird die Qual größer sein als je zuvor, denn zur Wahl steht an der Front eine Heerschar von Betrügern und Korrupten, Unfähigen und Freiheitsfeinden, Diskursverweigerern und Mauerschützen, Zersetzern und Gespaltenen.

Nicht zur Wahl zu gehen ist allerdings auch keine Alternative. Denn mit diesem Verhalten schwächen wir nicht nur die Demokratie weiter und schenken am Ende unsere Stimme jenen, die wir von all den zur Wahl Stehenden am Wenigsten wollen, sondern machen uns zu Erfüllungsgehilfen jener Parteien und Menschen, die uns in eine „schöne neue Welt“ führen wollen.

Nichtwähler ergeben sich in ihr Schicksal

Wer nicht wählt, dem fehlt sogar der Wille – wenn er sich schon nicht anders in der Gesellschaft einbringen möchte oder kann – ein oder zwei Kreuze auf dem Stimmzettel zu machen, um den Hohepriestern der im Aufbau befindlichen politischen Religion, die im Totalitarismus enden muss, weil ihr dogmatisches System keinen anderen Weg offen lässt, zu demonstrieren: Die gruppe jener, die sich Euch in den Weg stellt, ist größer, als Ihr es wünscht und hofft.

Die Teilnahme an einer Wahl sollte man in einer Demokratie, die Deutschland trotz der wachsenden Defizite immer noch ist, grundsätzlich nicht verweigern. Und noch etwas anderes gilt es zu berücksichtigen: Wer seine Stimme aus Protest Kleinstparteien leiht, deren Wahlprogramm entweder utopische Forderungen beinhaltet oder nur eine kleine Interessengruppe im Auge hat wie Frührentner oder Tierschützer, verschenkt in dieser krisenhaften Zeit die Möglichkeit, echte Opposition so stark wie möglich zu machen.

Vom „Club der Unwählbaren“ habe ich in der Überschrift gesprochen. Doch wen meine ich damit:  letztendlich alle im Bundestag vertretenen Parteien, wobei mir eine aus diesen jedoch als das geringste Übel gilt: die Alternative für Deutschland.

CDU und CSU

Was wählen jene, die sich für ein Kreuz bei einer dieser beiden Parteien entscheiden? Das hat Roland Tichy neulich treffend beschrieben: „Die CDU ist unkenntlich geworden. Entkernt. Sie zerbröselt, weil die Bindungskräfte gemeinsamer Werte, Ideale und Ideen verschwunden sind wie herausgewaschener Mörtel. Was bleibt, sind Brösel.“

Schaut man auf die Brösel, so sind die meisten davon grün und rot gefärbt. In Fragen des Klimawandels, der Migration, bei Corona, in der Familien- und Bildungspolitik, im Umgang mit Andersdenkenden außerhalb des eigenen Meinungskorridors. Überall dort blitzt immer wieder sozialistisches – hinter dem C mehr schlecht als recht verborgenes – denken.

Dazu ein Spitzenkandidat, der sich windet wie ein Aal, der sich nur zum Schein von der Kanzlerin absetzt, der selten konkret wir, floskelhaft spricht und Ungereimtheitsräume aus seiner Vergangenheit nicht mit entlastenden Inhalten füllt. Ihm schwebt ein „Weiter so“, umgeben von unfähigem Personal wie Jens Spahn oder Andreas Scheuer. Gestützt von seinem ewigen Widersacher Markus Söder, dem wohl grünsten aller Spitzenpolitiker der Union.

SPD

Dass die Sozialdemokraten aktuell – wenn man den Umfragen traut – mit ihrem Spitzenkandidaten Olaf Scholz auf dem Weg ins Kanzleramt sind, haben sie zweierlei zu verdanken: Zum einen dem Umstand, dass die MSM die Partei in den vergangenen Monaten nicht mehr auf der Rechnung hatten, weil sie sich ausschließlich auf den Zweikampf zwischen der Union und den Grünen konzentrierten. Zum zweiten der Schwäche der anderen: Einer Union in desolatem und gemerkeltem Zustand und einer unwürdigen Spitzenkandidatin der Grünen, die nicht einmal dann ihr eigenes Geburtsdatum fehlerfrei aufsagen könnte, wenn sie es sich in großen Ziffern auf den Unterarm tätowieren lassen würde.

Lebten wir noch in der Prä-Merkel-Ära, wäre jemand wie Scholz niemals Spitzenkandidat geworden. Die ungeklärten Verstrickungen in der Wirecard-Affäre und sein Verhalten gegenüber der Antifa und der Polizei während des G20-Gipfels in Hamburg wäre in normalen Zeiten Grund genug in zu verstecken. Aber normale Zeiten haben wir schon lange nicht mehr und zu verstecken hat die SPD etwas ganz anderes, nämlich dunkelrote Sozialisten wie Saskia Esken, Norbert Walter-Borjans und Kevin Kühnert.

Dazu ein ebenso gefärbtes Parteiprogramm, dass der soziologischen und monetären Unterschicht nach bewährtem Muster ein Paradies auf Erden verspricht und – in blumige Formulierung gekleidet – den Kampf gegen das Großkapital neu aufnimmt. Dass die Medien diese Themen im Vorwahlkampf kaum aufgegriffen haben, ist wie bereits ausgeführt der Tatsache geschuldet, dass kaum jemand mehr die SPD auf der Rechnung hatten. Und nun, wo für die Grünen das Rennen ums Kanzleramt erledigt sein dürfte, wird auch niemand mehr Themen gegen Scholz spielen. Damit die von ihnen verehrte Annalena Baerbock trotz all ihrer Schwächen am Ende doch noch ins Kanzleramt kommt. Als Vizekanzlerin an der Seite des Wirecard-Skandalmanns.

Bündnis 90/Die Grünen

Über Annalena Baerbock ist bereits alles geschrieben, was zu schreiben nötig war. Rhetorisch ist sie bestenfalls als Kassenprüferin eines ehrenamtlich geführten Eine-Welt-Ladens geeignet und charakterlich ist sie komplett ungeeignet. Wer seinen Lebenslauf so umfangreich manipuliert und sein Buch nicht selbst schreibt, sondern von einem offensichtlich schlecht bezahlten (sonst hätte er weniger plagiiert und mehr Kreativität gezeigt) Ghost verfassen lässt, darf niemals eine Nation wie Deutschland führen, darf eigentlich nicht einmal als Ministerin in den Kreis der Macht gelassen werden.

Dass allerdings wird geschehen. Denn ganz egal ob unter Laschet oder Scholz: Die Grünen werden maßgeblichen Einfluss auf die politischen Geschicke Deutschlands bekommen. Ganz egal, ob Baerbock oder der bestgetarnte Maoist Deutschlands – Robert Habeck – das Außenministerium führen, ob Claudia Roth Innenministerin oder Cem Özdemir Finanzminister wird oder nicht. Unter der Herrschaft der Mitglieder des Clubs der Unwählbaren wird Deutschland in den nächsten Jahren noch grüner als unter Merkel und Schritt für Schritt in den Sozialismus geführt. Allerdings nicht nach chinesischem Modell, denn China betreibt keine Energiepolitik, die den Industriestandort und die Energieversorgung gefährdet.

FDP und Linkspartei

Zu beiden Parteien möchte ich hier nur wenige Worte schreiben. Die FDP bleibt das Fähnchen im Wind, dass Freiheit und Liberalismus immer im Sinne jener definiert, von denen sie sich die größte Aussicht auf Machtbeteiligung verspricht. Noch dazu sehen wir mit Christian Lindner einen Spitzenkandidaten, der maßgeblich am unwürdigen Schauspiel des Rückgängigmachens der demokratischen Wahl eines Ministerpräsidenten beteiligt war.

Was die Linkspartei angeht: Sie ist und bleibt die SED 2.0. Sie wollen zurück in jene Gesellschaftsordnung, die im Osten vor dem Mauerfall herrschte. Ihre Spitzenkandidaten und nahezu alle anderen hohen Kader verachten die Demokratie, bedienen sich ihrer lediglich als Steigbügelhalter auf ihrem Weg zurück zur Macht. Die SPD könnte ihr dabei helfen, denn Olaf Scholz wird nicht darüber entscheiden, mit wem nach der Wahl Koalitionsverhandlungen geführt werden. Seine Rolle wird die des freundlichen Gesichts des Sozialismus sein.

Alternative für Deutschland

Im Club der Unwählbaren die am ehesten Wählbaren? Vielleicht! Obwohl: Keine Partei stellt ihre innere Spaltung so sehr zur schau, wie die AfD. In keiner Partei (aktuell vielleicht die CDU ausgenommen) sahen wir in den vergangenen Jahren so viele Mandatsträger, die sich öffentlich gegen ihren Vorsitzenden (Jörg Meuthen) stellten oder ihm zumindest die öffentliche Unterstützung verweigerten. In keiner Partei (ausgenommen die Linkspartei) sehen wir so viele Kader, die sich öffentlich auf roten Linien tanzend grenzwertig äußern; nirgendwo so viele Austritte oder Parteiausschlussverfahren, die dazu noch öffentlich diskutiert werden. Wir sehen aber auch: Keine Partei wird von den etablierten Mitgliedern des Clubs der Unfähigen so sehr bekämpft, ja regelrecht gehasst.

Das wiederum zeigt mir: All jene, die Deutschland in einen soften bis harten Sozialismus führen wollen, die einer Klimareligion zum Sieg verhelfen und neben christlichen Werten sogar das Naturrecht infrage stellen, bekämpfen gemeinsam diese eine Partei. Und zwar nicht, weil sie das „Nie wieder“ auf ihren Fahnen stehen haben, sondern weil sie instinktiv spüren: Unser Weg in den Buntfaschismus könnte von einem gärigen Haufen versperrt werden.

Der Club der Unwählbaren wird regieren, aber…

Für die Altparteien ist die AfD kein einfacher politischer Gegner, sondern ein Feind. Sie ist (wie konservative und rechte Parteien für die Regierung manchen unserer Nachbarländer auch) ) in Deutschland die größte Bedrohung auf dem Weg zu einem EU-Superstaat, die größte Bedrohung auf dem goldenen Pfad zur „schönen neuen Welt“. Auch wenn die Konklusion am Ende gewiss manchen mit Unbehagen erfüllen wird: Die AfD erscheint mir selbst in ihrer jetzigen desolaten Verfassung die einzige Alternative für alle, die so lange als möglich im Bundestag ungeheuchelter Opposition eine Stimme verleihen wollen. Wenn diese Partei tatsächlich erledigt werden könnte, stünde dem widerstandslosen Umbau der Gesellschaft nichts mehr im Weg. Und das müssen wir leisten, um uns selbst noch im Spiegel anschauen und unseren Kindern und Enkeln in die Augen schauen zu können. Widerstand gegen die schrittweise Zerbröselung der Demokratie!

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Michael van Laack übernimmt „Wissen bloggt“

Als Frank Berghaus mir vor knapp einem Monat anbot, seinen mit viel Herzblut aufgebauten und etwas mehr als ein Jahrzehnt bestehenden Blog zu übernehmen, habe ich zunächst gezögert. Denn Frank und ich sind in vielem sehr verschieden. Er ein dem Atheismus zugeneigter Humanist, ich ein römisch-katholischer Theologe. Frank politisch eher dem linksliberalen Gedankengut (so jedenfalls habe ich ihn immer wahrgenommen) zugeneigt, ich ein in rechten Polit-Milieus gut vernetzter Blogger, Redenschreiber und Stratege.

Ein Stabwechsel und eine Zäsur

Was mich dann aber bewog, über sein Angebot nachzudenken, und es letztendlich anzunehmen, ist die (wenn auch nur virtuelle) Freundschaft zwischen uns beiden. Es gab manche Diskussion zu politischen Themen, manchen kritischen Kommentar von ihm unter meinen Artikeln auf „Philosophia Perennis“ oder meinen Postings auf Facebook. Trotz all der Unterschiedlichkeit sind wir uns aber von Beginn an mit gegenseitigem Respekt und einer zwischen einem Atheisten und einem Christen leider in unsere Gesellschaft viel zu selten gepflegten Wertschätzung begegnet. Für mich war und ist das in einer Zeit, in der die einen die anderen aus dem Diskurs ausgeschlossen sehen möchten und manche Rechte und Linke sich nur noch mit Hass, Hetze und oft auch persönlicher Diskreditierung im Netz begegnen, ein ermutigendes Zeichen.

Freilich habe ich Frank gesagt: „Wenn Du mir – der ich trotz meiner bürgerlichen Positionen bei manchen als rechtsradikal verschrien bin – Deinen Blog übergibst, könnte ein nicht unerheblicher Shitstorm über Dich hereinbrechen.“ Doch dieser Einwand hielt ihn nicht davon ab, dass Angebot aufrecht zu erhalten.

Neubeginn nach Philosophia Perennis

Am 29. Juli 2021 haben David Berger und ich unsere Zusammenarbeit auf dem reichweitenstarken Blog “Philosophia Perennis“ beendet: https://philosophia-perennis.com/2021/07/29/nach-fast-1-000-artikeln-mein-abschied-von-philosophia-perennis/ Unmittelbar danach habe ich (was schon länger geplant war) einen dreiwöchigen Urlaub vom politischen Betrieb und den Wirrnissen in Deutschland angetreten.

Die kommenden Wochen werde ich nutzen, um den Blog peu à peu im Design zu verändern und ein wenig umzubauen. „Wissen bloggt“ wird die Dependance meines neuen (ausschließlich Tagespolitik kommentierenden) umfangreicheren Blogs „Aus Zeit und Ewigkeit“, der am 1. September 2021 an den Start gehen soll. Auf „Wissen bloggt“ wird es zwar auch hin und wieder um politische Themen gehen, doch als Gastautoren werden in den nächsten Monaten hauptsächlich Historiker, Psychologen, Erziehungswissenschaftler, Philosophen, Theologen und Naturwissenschaftler zu Wort kommen.

„Wissen bloggt“ weiterentwickeln

Im Gegensatz zum neuen Blog „Aus Zeit und Ewigkeit“, der ausschließlich Tagesaktuelles spielen und möglichst kurze Artikel bringen wird, sollen auf „Wissen bloggt“ die jeweiligen Themen ausführlich beleuchtet werden. „Wissen bloggt“ soll also eine im besten Sinne des Wortes bunte Plattform werden, die den ganzen Menschen im Blick hält. Freilich nicht bunt im Sinn roter oder grüner LGBTI-Ideologie, von FFF oder BLM. Manch ein mehr oder weniger prominenter Gastautor wird zu Wort kommen und – so hoffe ich – mit seinen Thesen eine ebenso offene wie respektvolle Debatte unter der Leserschaft anstoßen.

Ab dem 25. August 2021 wird auf „Wissen bloggt“ täglich ein Artikel erscheinen. Bis dahin werde ich einige Veränderungen am Design vornehmen, die ein oder andere neue Rubrik schaffen und das Titelbild erneuern. Und trotz der Bearbeitung dieser kleinen Baustellen selbstverständlich nicht vergessen, dass ich eigentlich immer noch im Urlaub bin! Soll heißen: während der nächsten neun Tage gibt es keinen weiteren Artikel von mir.

Die verschiedenen Facetten des Humanismus

Genug für heute! Noch einmal von Herzen Danke an Frank Berghaus, der mit dieser Entscheidung zweifellos ins Risiko gegangen ist. Ich werde alles daransetzen, dem Vertrauensvorschuss gerecht zu werden und diesen zehn Jahre alten Blog nicht in etwas vollkommen anderes umwandeln, sondern ihn auf dem stabilen Fundament aufbauend weiter entfalten, den Humanismus in all seinen Facetten abbilden und manch einen Geisteswissenschaftler zu Wort kommen lassen, dem in unserer Zeit an anderen Orten der Diskurs und die Möglichkeit zu publizieren versagt bleibt.

Dennoch wird „Wissen bloggt“ nur die Dependance von „Aus Zeit und Ewigkeit“ sein. Denn ich bin und bleibe auch weiterhin hauptsächlich ein politischer Blogger, der zu seinen Überzeugungen steht, sein Fähnchen nicht in den Wind des Mainstreams hält und deshalb auch immer wieder deutlich Partei ergreift.

Das gemeinsame betonen, ohne das Trennende zu verschweigen

Nun also bis zum 25. August, liebe Leserinnen und Leser. Ich freue mich auf Sie und Euch und hoffe, dass – nachdem wir in den kommenden Monaten Gelegenheit gehabt haben werden, uns ein wenig zu „beschnuppern“ – trotz mancher Gegensätze ein Band des gegenseitigen Vertrauens geknüpft werden kann, so wie es Frank Berghaus und mir gelungen ist. Denn es ist ganz egal, ob wir an einen Gott glauben oder nicht, an ein Weiterleben nach dem biologischen Tod oder nicht. Unser aller Aufgabe ist es, im Hier und Jetzt im Rahmen unserer Möglichkeiten Gesellschaft mitzugestalten.

Ihr und Euer Michael van Laack

Die großen Medien lassen manch einen, der es verdient, gelesen oder gehört zu werden, nicht zu Wort kommen und beschweigen viele Themen konsequent.

Mit den Blogs „Aus Zeit und Ewigkeit“ und „Wissen bloggt“ möchten meine Gastautoren und ich dieser Entwicklung im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten so gut als möglich entgegenwirken.

Die Blogs werden bewusst werbefrei gehalten. Umso dankbarer bin ich für kleine Zuwendungen als Zeichen Ihrer Wertschätzung und zur Deckung der Kosten.

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IN EIGENER SACHE

Wissenbloggt wurde von mir vor zehn Jahren, im April 2011, gegründet – und hat eine durchaus wechselvolle Geschichte mit Höhen und Tiefen hinter sich, auf die ich aber hier nicht im Einzelnen eingehen werde.

Im Moment steht eine schwer wiegende Entscheidung an, da sich mein Gesundheitszustand zusehends verschlechtert.

  1. Die naheliegende Möglichkeit wäre, die Site zu schließen und vom Netz zu nehmen. Das wäre aber mit dem Verlust aller bisher erschienenen Artikel verbunden.
  2. Die Suche nach einem Nachfolger, den man in unserem Sinne Humanist nennen könnte, blieb trotz einigen Bemühens erfolglos. Der Zufall fügte es aber, dass sich ein Blogger, den ich seit geraumer Zeit kenne, und den ich trotz aller Gegensätze  meinen Freund nennen darf, eine neue Heimat suchte. Die kann ich ihm hier geben gegen die Zusicherung, die alten Artikel unangetastet stehen zu lassen.

Der Charakter und die Inhalte von Wissenbloggt werden sich nun ganz entscheidend ändern. Ich kann und werde darauf natürlich keinen Einfluss nehmen. Irgendwann in den nächsten Wochen (wohl Mitte August) wird er sich hier als neuer Betreiber selbst vorstellen.

Meine Aufgabe ist beendet und ich wünsche allen Lesern eine erfolgreiche und glückliche Zukunft. Ciao!




Blick nach Medjugorje 2021

Schauen wir wieder einmal nach, was es Neues am berühmten Wallfahrtsort Medjugorje gibt, wo seinerzeit die Gottesmutter Maria täglich den Gläubigen neue Botschaften schickte, hier ein Screenshot vom 11.7.2021 von medjugorje.at:


Ja, die Site schaut auch heute noch so aus wie hier schon  im Oktober 2020 zu sehen war, die letzte Botschaft der einst so fleißigen Maria ist immer noch vom 25.6.2020
, also schon älter als ein Jahr, möglicherweise stiehlt sich jetzt niemand mehr seine Zeit für diese Site! Die Botschaften wurden ja von dortigen von Maria erleuchteten Frauen seit 1981 täglich verkündet, das ist ihnen nach fast 40 Jahren wohl dann doch zu fad geworden.

Aber schauen wir uns noch an, ob es fallweise noch Pilgerfahrten dorthin gibt, das war seinerzeit ja ein sehr großes Geschäft für den Fremdenverkehrssektor! Jetzt ist unter dem Menupunkt „Reisen“ nichts mehr zu finden. Beim vorigen Bericht dazu wurde dann auf der deutschen Medjogorje-Site nachgeschaut, dort gab es auch Reisen für Österreicher, schauen wir jetzt also auch wieder bei den frommen Piefkis nach:

Ja, dort botschaftet die Maria noch, aber auch nicht mehr täglich, sondern jeweils nur noch am 25. jedes Monats!

Und Reisen in den einst so überlaufenen Pilgerort werden in der BRD schon noch organisiert, sogar für Oberösterreicher:

Und auf Vatican News steht zu Medjugorje auch noch ein unterhaltsamer Text, zwar wird weiterhin festgehalten, dass der Vatikan die behaupteten Marienerscheinungen und Marienbotschaften nicht anerkennt, aber ein Bischof will den Ort für Neuevangelisierungen nutzen, hier aus der Meldung vom 31. 1. 2021:

Die angeblichen Marienerscheinungen in Medjugorje sind von der Kirche noch nicht offiziell anerkannt. Doch für den polnischen Erzbischof Henryk Hoser, apostolischer Visitator in dem Wallfahrtsort in Bosnien-Herzegowina, ist Medjugorje eine Art Modell der Neuevangelisierung.
Und warum sieht er das so? Weiter im Text: In vielen traditionell christlichen Ländern gebe es eine massive Entchristlichung, einen stillen Abfall vom Glauben, und daher braucht es eine neue Evangelisierung Europas, Nordamerikas und der gesamten atlantischen Zivilisation. Das erklärte Hoser am Samstag bei einem Online-Kongress, der aus Anlass des 40. Jahrestags der ersten angeblichen Marienerscheinungen veranstaltet wurde.
Die Neuevangelisierung sollte laut Hoser den Akzent auf all die Elemente setzen, die wir im Zug des Glaubensschwundes verloren haben, vor allem auf die unmittelbare, lebendige, fruchtbringende Beziehung zu Gott, der unser Schöpfer und unser Retter ist. Verloren gegangen seien das Gespür für das Sakrale sowie das Gebet. An dieser Stelle setze Medjugorje an: Es bietet uns, so würde ich sagen, die klassischen Dinge an, vor allem verschiedene Arten des Gebets, individuelles Gebet, gemeinsames Gebet, Stille. Als spezifisches Element sei dem Ort die marianische Frömmigkeit zu eigen.

Soweit aus der Vatican-News-Meldung.

Na, das ist spaßig! Wer nach Medjugorje pilgert, der braucht doch keine Neuevangelisierung, der muss doch ohnehin vom Kopfhaar bis zu den Zehenspitzen voll mit Katholizismus sein!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Der Atem der Welt

Rezension von Dr. Gerfried Pongratz: Stefan Bollmann: „Der Atem der Welt – Johann Wolfgang Goethe und die Erfahrung der Natur“ © 2021 Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-608- 96416-5, 650 Seiten.

Neben mehreren umfangreichen Goethe-Biografien am Bücherbord (z.B. Rüdiger Safranski, 748 Seiten) eine weitere mit 650 Seiten? Lohnt sich der Zeitaufwand? Die Antwort des Rezensenten: Ja, er lohnt sich! Der Germanist, Historiker und Philosoph Stefan Bollmann versteht es, auf einer spannenden Entdeckungsreise durch Goethes Schaffen als Naturschriftsteller und Naturforscher ein neues Goethebild zu vermitteln. „Einfühlsam und mit großer Erzählkunst“ legt er nach seinem Buch „Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist“, eine weitere Goethe Biografie vor, die das Potential besitzt, Bestsellerstatus zu erreichen.

Goethe als „Dichterfürst“ ist allgemein bekannt und geschätzt. Als Naturforscher und Naturschriftsteller wird er von vielen Menschen, auch Goethe-Verehrern, meist weniger gesehen, obwohl er diese Seite seines Schaffens als mindestens ebenbürtig, in manchen Bereichen sogar als bedeutender als sein literarisches Oeuvre betrachtete. „Diese Biographie ist auch ein Versuch, das Unterlassene nachzuholen. Goethe nur als Dichter zu verstehen, heißt zwar nicht, ihn grundsätzlich misszuverstehen, aber die Hälfte auszublenden“.

Aus dem bereits in jungen Jahren sich der Natur zuwendenden und sich selbst als Teil der Natur erfahrenden Dichter Johann Wolfgang Goethe wurde nach und nach ein kundiger Naturforscher mit dem Ziel, aus der ungeheuren Mannigfaltigkeit der Natur ihre Einheit und die Gesetze ihrer Entwicklung zu erkennen. Goethe entdeckt die Natur als Ordnung, die größer ist als er selbst und stellt durch genaue Beobachtung und Beschreibung fest, dass das Wesen der Natur in Veränderung besteht: „Betrachten wir aber alle Gestalten, besonders die organischen, so finden wir, dass nirgend ein Bestehendes, nirgend ein Ruhendes, ein Abgeschlossenes vorkommt“.

Stefan Bollmann widmet sich mit Akribie und großer Ausführlichkeit Goethes Kompetenz als Naturforscher, der seine Untersuchungen „an konkrete Erfahrungen bindet, und zwar nicht nur unter Laborbedingungen, sondern an der frischen Luft“. Das Buch gliedert sich in zahlreiche Kapitel, ein umfangreicher Anhang ergänzt die Ausführungen. Im ersten Teil „Erfahrungen“ beleuchtet der Autor die Entwicklung Goethes als „Stadtkind“, das von der Naturkatastrophe des großen Erdbebens in Lissabon erschüttert wird, er beschreibt in „Lehrjahre“ und „Wanderjahre“ die intensiven Naturerlebnisse des jungen Literaten und führt in „Steinzeit“ zu Goethes Entdeckungen, wenn dieser „unter Tage geht, auf Gipfel steigt und dabei entdeckt, dass die Natur eine Geschichte hat“.

„Forschungen“ nennt sich der zweite Teil des Buches, in dem es um „Entdeckungen“, „Metamorphosen“, „Abenteuer der Ideen“ und „Der Atem der Welt“ geht. Dabei erschließt es nicht nur Goethes Naturverständnis, sondern begleitet ihn auch auf seinen ausgedehnten Reisen in Italien, der Schweiz, in Thüringen und im Harz. Aus den Impulsen, die er dabei empfing und nicht zuletzt aus seiner intensiven Freundschaft mit Alexander von Humboldt und anderen bedeutenden Forschern seiner Zeit resultieren für ihn Anregungen, die u.a zu botanischen, geologischen, anatomischen und optischen Untersuchungen führen, die ihrer Zeit weit voraus waren und zum Teil fundamental neue Erkenntnissen zeitigten, zum Teil aber auch in Irrtümer mündeten.

Eine Beschreibung der im Buch behandelten nahezu unüberschaubaren Vielzahl Goethescher wissenschaftlicher Ideen, Vorhaben und bahnbrechender Projekte, wie auch seiner dabei erlangten Erkenntnisse würde den Rahmen dieser Besprechung bei weitem sprengen, als besonders herausragend daher nur drei Beispiele:

1. Der zu Goethes Zeiten sehr bedeutende Mediziner und Anatom Peter Camper hatte bei Affen einen Zwischenkieferknochen, das Os prämaxillare, gefunden, der bei Menschen nicht vorhanden sei. Daraus schloss er, dass der Mensch sich grundsätzlich von Affen unterscheide und mit diesen nicht verwandt sein könne. Goethe untersuchte Tier- und Menschenschädel im Jenaer Anatomischen Institut und entdeckte im März 1784, dass sowohl Menschen wie auch Affen diesen Zwischenkieferknochen besitzen. Diese Entdeckung beeinflusste das damalige Weltbild; was Theologen indiskutabel erschien, konnte Goethe beweisen: Mensch und Tier sind miteinander verwandt.

2. Ausgehend von seinen Beobachtungen des ständigen Wandels und der Veränderungen in der Natur befasste sich Goethe ab 1787 mit der Metamorphose von Pflanzen, wobei er eine „Urpflanze, als wunderlichstes Geschöpf der Welt“, bzw. eine „allgemeine Formel“, die auf die Entwicklung aller Pflanzen anwendbar sei, zu suchen begann. Diese Suche richtete sich nach und nach nicht mehr auf eine konkrete Pflanze, sondern auf ein „Prinzip zum Design aller Pflanzen“, bzw. zur Rückführbarkeit aller organischen Formen auf eine gemeinsame Urform. Seine Untersuchungen führten ihn zu allgemeinen Erkenntnissen über Metamorphosen in der Natur, womit er vielen Wissenschaftlern bis heute als Vordenker der Evolutionstheorie gilt.

(Werner Heisenberg 1967: „Die berühmte Doppelkette der Nukleinsäure erfüllt im Rahmen der Biologie die gleiche Funktion wie Goethes Urpflanze in der Botanik. In beiden Fällen handelt es sich um das Verständnis der gestaltenden, der formgebenden Kräfte in der belebten Natur, um ihre Zurückführung auf etwas Einfaches, allen lebendigen Gestalten Gemeinsames“ [S. 369]).

3. Einen weiteren, für Goethe selbst ungemein wichtigen Gegenstand seiner Forschungen bildeten Farben, denen er sich bereits ab 1768 als „Thema, das ihn als Forscher und Schriftsteller in den verbleibenden Lebensjahrzehnten unermüdlich beschäftigt“ zugewandt hatte. Er entwickelte dabei die für seine Naturforschung zentralen Kategorien der „Polarität und „Steigerung“, wobei er im Bereich der Farben lediglich von Rot, Blau und Gelb als reinen Farben ausging. Da die Augen nach dem Prinzip des Sukzessiv-Kontrastes beim Betrachten einer Farbe selbst die Komplementärfarbe bilden, stellte er alle Farben, in Paaren diametral gegenüberstehend, in einem Kreis dar. Licht und Dunkelheit sah er als gleichberechtigte Phänomene, die für die Entstehung von Farben nötig und verantwortlich seien. Goethe glaubte, damit die optischen Forschungsergebnisse Newtons widerlegt zu haben, was schon von manchen seiner Zeitgenossen bezweifelt wurde und sich letztendlich auch als Irrtum herausstellte. Geistesgeschichtlich und wissenschaftshistorisch bedeutsam ist Goethes Farbenlehre jedoch bis heute geblieben, da sie seinen ganzheitlichen Ansatz der Naturbetrachtung und seine Beobachtungsgabe dokumentiert und seine Bevorzugung der Anschauung gegenüber der Abstraktion belegt. Für ihn selbst bildete sein monumentales Werk „Die Farbenlehre“ – neben Faust – das Opus magnum seiner Lebenszeit.

Über Goethes Leben und Werk sind ganze Bibliotheken geschrieben worden. Die ihm gewidmeten Lexika und Kompendien, Jahrbücher und Leitfäden sind kaum noch zu zählen“ (Wikipedia). Stefan Bollmann gelingt es dennoch – anschaulich analysierend – neue Aspekte von Goethes Leben als Gelehrter und Naturforscher aufzuzeigen und ihre Bedeutung zu vermitteln: „Man wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass Deutschlands größter Dichter Naturwissenschaftler war“. „Der Atem der Welt“ belegt dazu auch eine große Geschichte der Naturwahrnehmung und Naturerfahrung, eingefügte Bilder und Verse erweitern das Verständnis und erhöhen das Lesevergnügen. Das Buch bietet Lektüre, die sowohl vom Umfang, wie auch vom Inhalt sehr fordernd, aber auch sehr lohnend ist.

„Wir lernen mit Augen des Geistes sehen, ohne die wir, wie überall, besonders auch in der Naturforschung, blind umhertasten“ (Zitat Goethe in „Vergleichende Anatomie“).

Gerfried Pongratz 7/2021




Gott geht nicht in Rente

Das ließen die Vatican-News am 22.6.2921 wissen! Denn das war die Botschaft des Papstes zum Tag der Großeltern. Konkret heißt es: „“Gott ist uns immer nahe – er ist ewig und geht nie in den Ruhestand, niemals.“ Er selbst sei ja auch schon im „Ruhestandsalter“ und habe vor seiner Wahl zum Papst gedacht, „dass ich nicht mehr viel Neues anfangen könne“, so Franziskus in dem Text, der mit Blick auf den kirchlichen Welttag der Großeltern und Senioren verfasst wurde. Der 84-jährige Franziskus hat diesen Welttag eingerichtet, er wird dieses Jahr am vierten Juli-Sonntag zum ersten Mal begangen.
Weiter heißt es: „Ich bin alle Tage mit euch“ (vgl. Mt 28,20b) – um dieses Wort Jesu an die Jünger kreist die Papstbotschaft. „Der Herr kennt alle unsere Leiden in dieser Corona-Zeit“ – „Dies sagt er heute auch zu einem jeden von euch. ‚Ich bin alle Tage mit dir, lieber Großvater, liebe Großmutter.‘ … Die ganze Kirche ist euch nahe. Oder sagen wir besser: sie ist uns nahe. Du bist ihr nicht gleichgültig, sie liebt dich und möchte dich nicht allein lassen!“
Das gelte gerade auch angesichts der schweren Prüfung, die die Corona-Pandemie für alte Menschen bedeute. „Der Herr kennt alle unsere Leiden in dieser Zeit. Er ist denen nahe, die die schmerzliche Erfahrung machen, bei Seite geschoben zu werden; unsere Einsamkeit – die durch die Pandemie noch verschlimmert wurde – ist ihm nicht gleichgültig.“

Soweit die Meldung der Vatican-News. Nicht erläutert wird, warum der fleißige Gott sich nicht um das menschliche Leid kümmert, also z.B. den Corona-Virus mit seiner dreifaltigen göttlichen Allmacht aus dem Verkehr zieht! Oder schöpft er mit der COVID-19-Krankheit die Bösen und/oder die Guten aus dem irdischen Leben? Die einen, um sie in der Hölle zu bestrafen, die anderen, um sie im Himmel zu belohnen und die Zwischensorte, um sie mit einer zeitlich begrenzten Fegefeuerstrafe zu belegen. Dass nur eine der drei Kategorien die Corona-Ansteckungen bekommt und daran stirbt, ist bisher schließlich nicht aufgefallen.

Aber unsereiner ist ja ehrlich! Gott wird wieder einmal freigesprochen, er kann nix für diese Krankheit, die es wirklich gibt und an der bis gestern weltweit 180.374.256 erkrankt und 3.907.694 gestorben sind, denn – wie gesagt – die Krankheit gibt’s wirklich, Gott ist jedoch bloß eine Schimäre, also eine Einbildung, ein Trugbild, ein Hirngespinst! Schimären können nix für Pandemien und können auch nicht auf Rente gehen, Gott kann maximal aus zunehmend mehr Menschenköpfen verschwinden, allerdings nicht aus eigener Gotteskraft, sondern weil Menschen ja über Religionen kritisch nachdenken können. Menschen haben dereinst Götter erschaffen und sie können sie auch entsorgen! Äpfel, Regenwürmer oder Pferde haben nie Götter gehabt, weil dazu braucht man abstraktes Denken, als Menschen ihr Denken in den frühen Stufen über den Instinkt erhoben, waren Götter die Erklärung für alle unerklärbaren und unsteuerbaren Erscheinungen, wie hier schon oft geschrieben, Blitz und Donner waren kein Produkt elektrischer Spannungen, sondern wurden vom Donnergott verursacht, der seinerzeitige alte Donnergott, in unseren Breiten „Donnar“ genannt, steckt immer noch im Wochentag „Donnerstag“, zum Blitz und Donner erklären, dazu braucht man den Donnar nimmer, auch an die heutig noch vorhandenen Götter wird zunehmend weniger geglaubt, hier wieder einmal die Götter-Umfrage-Tabelle aus der Zeitung STANDARD von 2018 (die nächste kommt vielleicht 2022):

Da ist z.B. recht lustig, dass noch fast 50% an die Jesuskreuzigung glauben (die kann ja wirklich passiert sein), aber nur noch 20 % an den Hauptlehrsatz der Christenlehre, nämlich an die Auferstehung des Jesus!
Damals war in vier Jahren der Glaube im Durchschnitt von 35 auf 25 % zurückgegangen, das wird sich wohl auch weiterhin so entwickeln…

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Ist die Caritas was Unentbehrliches?

Kath.net sagt das:
Bischöfe: „Österreich ohne die Caritas wäre unvorstellbar“

Und der Text dazu: plus atheistische Einwendungen:
„Mariazell, 17.06.2021 (KAP) ‚Österreich ohne die Caritas wäre unvorstellbar.‘ – Das betonen die heimischen Bischöfe zum Abschluss der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell in einer Erklärung. Anlass ist das 100-jährige Bestehen der Caritas in Österreich. Die Bischöfe sagen in ihrer Erklärung ‚Danke und Vergelt’s Gott für 100 Jahre Dienst am Nächsten und für die starke Stimme der Caritas für all jene, die selbst keine Stimme haben oder nicht gehört werden‘.
Atheistische Einwendung: In Österreich hat die Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert begonnen, den Sozialstaat zu erkämpfen, gelungen ist das dann vollständig im 20. Jahrhundert, für Dienste an der Allgemeinheit hat es schon länger Einrichtungen gegeben, man denke etwa an die freiwilligen Feuerwehren!

Kath.net: Rund 1.600 professionelle Caritas-Einrichtungen in ganz Österreich würden gemeinsam mit den mehr als 3.000 Pfarren im Land ein verlässliches Netz bilden, ‚das gleichermaßen geprägt ist von Barmherzigkeit, Mitmenschlichkeit und Fachkompetenz‘. Caritas sei praktizierte Nächstenliebe mit tausenden hauptamtlichen und rund 50.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Mehrheit von ihnen seien Frauen und rund 75 Prozent aller Leitungspositionen in der Caritas sind mit Frauen besetzt, betonen die Bischöfe: ‚Alle in der Caritas Engagierten sind jeden Tag aufs Neue bemüht, in jedem Menschen Christus zu sehen und ihm auf Augenhöhe und in geschwisterlicher Liebe und Respekt zu begegnen.‘
Atheistische Einwendung: Die hauptamtlichen Mitarbeiter werden klarerweise bezahlt, Pflegepersonen in von der Caritas betriebenen Altersheimen, tun nichts anderes als die Beschäftigten in den gleichen staatlichen Einrichtungen, sie pflegen und bekommen dafür bezahlt! Dass jeder Mensch als Christus gesehen wird, kann wohl bei religiös besonders gestörten Personen ein Symptom sein, aber auch ein Feuerwehrmann hilft seinen Mitmenschen, ohne deswegen brennende Jesushäuser löschen zu müssen…

Kath.net: Die Caritas habe keine parteipolitischen Agenden, halten die Bischöfe fest. Sie stehe keiner Partei ’näher‘ oder ‚ferner‘. Ihr Platz sei schlicht ‚an der Seite der Armen und all jener, die Hilfe brauchen; ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihres Geschlechts‘. Zu den Aufgaben der Caritas gehöre es auch, ‚mitunter unbequem zu sein und Verantwortungsträger daran zu erinnern, ihre Arbeit an den Grundsätzen von Gemeinwohl und Gerechtigkeit auszurichten‘, so die Bischöfe und weiter: ‚Wenn die Caritas das Wort ergreift, dann ergreift die Kirche in Österreich das Wort. Wir Bischöfe stehen zur Caritas in unseren Diözesen und auf Österreich-Ebene.‘ Der Einsatz für die Schwächsten, für die Armen, Alten, Kranken und Flüchtenden ‚ist und bleibt für uns alle christlicher Grundauftrag‘.
Atheistische Einwendung: Und was ist mit der von der SPÖ betriebenen Volkshilfe? Die Leute dort tun dasselbe, brauchen dafür aber keine Götter & Bischöfe! Und für die Schwächsten, für die Armen, Alten, Kranken und Flüchtenden ist im Prinzip auf gesetzlich geregelte Art der Sozialstaat zuständig, dass sich die kirchliche Caritas auf diesem Dienstbereich betätigt, ist nur eine Betätigungsmöglichkeiten für diesen Verein, nicht etwas, das es ohne Caritas gar nicht gäbe! Und wenn die Caritas Geld braucht, dann zahlen das der Staat und oder die Nutzer!

Kath.net: Als Signal der Solidarität mit an Hunger leidenden Menschen hat die Bischofskonferenz beschlossen, dass am Freitag, 30. Juli, um 15 Uhr im Gedenken an die Sterbestunde Jesu in möglichst allen Pfarrgemeinden in Österreich die Glocken für fünf Minuten geläutet werden. Das Läuten der Kirchenglocken gegen Hunger solle entsprechende Hilfsmaßnahmen der Caritas unterstützen.“
Atheistische Einwendung: Ja, da werden dann die Hungrigen vom Hunger befreit, wenn sie Glockengeläut serviert bekommen? Aber die Hungrigen werden staatlich versorgt, weil dass niemand zu verhungern braucht, dafür sind die sozialstaatlichen Einrichtungen da! Österreich ist ohne die Caritas jederzeit vorstellbar!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Kirche wird völlig bedeutungslos sein

Kirche wird völlig bedeutungslos sein

So titelte die christliche Site PRO am 16.6.2021 einen Artikel,
es heißt dann weiter:

Christian Stückl sieht die katholische Kirche in die Bedeutungslosigkeit driften: „Selbst auf den Dörfern heraußen verliert die Kirche völlig an Substanz. Die Leute gehen nicht mehr in die Messe, sie treten aus der Kirche aus“, sagte der Leiter der Oberammergauer Passionsspiele der Augsburger Allgemeinen.

Christian Stückl sagte: „Man hat die Kirche eigentlich innerlich schon abgeschrieben.“ Er sagte zudem: „Kirche ist nicht mehr Teil unserer Gesellschaft.“ Stückl, der nach eigenen Worten früher eifriger Kirchengänger war, sagte, es gebe nur noch wenige Priester. Manche hätten so große Pfarrverbände, dass sie keine richtige Seelsorge mehr betreiben könnten. In der Kirche fehlten die ganzen jungen Leute. „Aber wenn in den Pfarreien keine Jugendarbeit, keine Jugendseelsorge mehr stattfindet, dann verschwindet sie einfach von der Bildfläche.“ Stückl fügte hinzu, man werde sich an ein Bayern ohne große Kirche gewöhnen müssen. „In ein paar Jahren wird Kirche völlig bedeutungslos sein.“

Stückl wird die Passion 2022 zum vierten Mal inszenieren – wegen Corona zwei Jahre später als geplant. Der Ehrenbürger Oberammergaus, der auch Intendant des Münchner Volkstheaters ist, hat die Passion in vieler Hinsicht erneuert. Insbesondere befreite er sie von antisemitischen Zügen.

Hört sich gut an! Der Mann lebt schließlich im kirchlichen Umfeld und sieht darum die Realität! In der BRD gab es 2019 (die Zahlen für 2020 werden erst im Juli veröffentlich werden) 3.014 Pfarren, aber nur 1.990 Diözesanpriester, von den noch vorhandenen Kirchenmitgliedern, gehen noch um zehn Prozent nach kircheneigenen Zählungen sonntags in die Kirche! Bei den jungen Leute ist es in der BRD nicht anders als in Österreich, junge Leute gehen fast gar nicht in die Kirche, wenn ältere praktiziernde Katholiken versterben, haben sie keinen entsprechenden Nachwuchs.

Domradio-de meldete am 11.4.2021 über die Teilnahme am Religionsunterricht: „Immer weniger Schüler besuchen konfessionellen Unterricht – Nur noch ein Drittel – Bundesweit sinkt der Anteil der Mädchen und Jungen, die an einer Schule Religionsunterricht erhalten. Im Detail sind die Entwicklungen in den Bundesländern verschieden.  Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes.“ Anzumerken ist dazu noch, dass es in der BRD relativ viele kirchliche Schulen mit Öffentlichkeitsrecht gibt, in diesen ist natürlich die Teilnahme am Religionsunterricht Pflicht!

2018 gab es in Deutschland 787.541 Geburten, aber katholische Taufen nur noch 167.787, die Katholikenzahl belief sich auf 23.002.128, das ist ein Bevölkerungsanteil von knapp 28 %, theoretisch müsste es also um die 220.000 katholische Taufen geben, das ist eine Differenz von fast einem Viertel. Die Bedeutungslosigkeit wird somit von Jahr zu Jahr zunehmen, speziell weil auch die Zahl der tatsächlich praktizierenden katholischen Kirchenmitglieder in den letzten 15 Jahren um fast um die Hälfte gesunken ist, 2019 gab es nicht mehr vier, sondern nur noch etwas mehr als zwei Millionen regelmäßige sonntägliche Kirchgänger…

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Gibt es einen Gott oder keinen?

Diese Frage wurde am 1.6.2021 auf der Site kath.net in der Form einer Buchvorstellung mit daraus zur Frage passenden Zitaten gestellt

Es geht um das Buch „Gott und die Welt“ von Eckehard Bamberger, einem sehr katholischen Bücherschreiber

Gott und die Welt – Zitat Nr. 1 mit angehängten atheistischen Kommentaren:
„Die Frage, ob es Gott gibt oder nicht, ist leichter zu beantworten, als man glaubt. Ja, es gibt Gott. Wer sagt, dass es keinen Gott gibt, ist bloß zu faul, darüber nachzudenken. Atheisten verfügen über weniger Einsicht als die Menschen vor tausend Jahren, die damals in den Urwäldern gelebt haben. Diese Menschen bezogen sich nicht etwa auf die Verehrung der Natur, sondern hatten ihr eigenes Verständnis des Begriffs „Religion“. Die Naturvölker hatten viele geheimnisvolle Wesen, die sie göttlich verehrten, und machten sich sogar Vorstellungen von einem obersten Gott. Alle Regionen der Welt hatten ihre eigenen Götter, zu denen sie Vertrauen hatten und die sie verehrten. Ja, Gott ist eben keine Erfindung des Christentums, aber davon später. Mit Sicherheit waren die Naturvölker hervorragende Beobachter gewesen, denen die Schönheit von Pflanzen, Bäumen und Tieren auffiel, noch mehr ihren Nutzen bewunderten und sich bei ihren Göttern bedanken wollten, weil den Menschen früherer Zeiten die Natur und das Naturgeschehen als die Ordnung ihrer Welt galt.“
Atheistischer Kommentar: Ja, die urzeitlichen Völkern erklärten sich die Welt durch das Wirken höherer Wesen, zum Beispiel wurden Gewitter durch Blitz- und Donnergötter und nicht durch elektrische Spannungen verursacht! Und der Sonnengott drehte sich um die Erde, der Mondgott leuchte oft mehr oder weniger heftig in der Nacht, auch Wind und Regen waren Produkte höherer Wesen: das war ja ganz einfach, man kannte die Zusammenhänge in der Natur fast gar nicht, darum vermenschlichte man diese durch Vergötterung. Und da die Sippe oder der Stamm ja auch einen Häuptling hatte, gab es auch einen Götterhäuptling! Ja, die Natur war die Ordnung der Welt, was ja nicht so falsch gedacht ist, weil die Gesamtheit der existierenden Faktoren verursacht eben die herrschenden Zustände, aber dazu braucht man keinen Naturbeherrschergotthäuptling, das ergibt sich eben!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 2: „Ähnlich wurde im mittelalterlichen Denken der Begriff des „ordo“ aufgefasst; Ordnung galt hier als die Ausrichtung alles Seienden auf Gott als Endzweck, was sich auch in der Gesellschaft und ihrer Rangordnung widerspiegelte. Wie der Bereich des Seienden standen auch das Denken und Erkennen unter dem Aspekt der Ordnung.“
Atheistischer Kommentar: Die bestehende Ordnung, also die Abfolge des Zusammenwirkems der natürlichen Elemente, erschuf die Vorstellung eines Gesamtzweckes in Gottesform. Das erklärte und hob auch das Selbstbewusstsein der Menschen, sie standen Gott nahe, dass es keine Götter gab, darauf konnte man nicht kommen, weil dann wäre mangels echten Wissens die Welt wieder unerklärbar gewesen…

Gott und die Welt – Zitat Nr. 3: „Des Öfteren taucht die Frage auf, warum es denn so viele Religionen gäbe, die an einen Gott glauben, auf der ganzen Erde und zu allen Zeiten; auch gab es nie einen Volksstamm, der keinen Gottesglauben gehabt hätte. Vor allem die Naturvölker kannten neben ihren Göttern auch Geister und andere Wesen, die sie verehrten. Manche ihrer heiligen Stätten zeugen von ihren Vorstellungen von einem obersten Gott. Meist wurden diesem als Schöpfer und als Urhebergott Besonderheiten zugeschrieben. Nach Überlieferung mancher Stämme sollte dieser unter den Menschen sogar gelebt haben. In Afrika hatte der oberste Gott bisweilen keinen oder unterschiedliche Namen, sodass sogar ‚Christentum‘ als Gottesname übernommen wurde.“
Atheistischer Kommentar: Die Götterwelt war klarerweise eine Spiegelung der Menschenwelt, im Stamm gab es eine Hierarchie, bei den Göttern auch! Bei den alten Germanen war das eben der Wotan, der jetzt noch im englischen Wednesday exisiert, der Donnergott hieß dort Thor und lebt noch im Thursday, der Donnergott hieß in unseren gegenden Donnar und steckt jetzt im Donnerstag. man hatte es bei der seinerzeitigen Zwangschristianisierung nicht gewagt, die alten Götter völlig auszurotten. Und dass Gott unter den Memnschen gelebt habe, kommt nicht nur bei Naturvölkern vor, das existiert heute noch beim Christenvolk! Das müsste der Bamberger doch wissen, sein Gott ist ja schließlich der angeblich seinerzeit auf Erden wandernde Jesus!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 4: „Nun in die Neuzeit. Europas Länder leben und erleben ihr Christentum gegenwärtig ziemlich lau. Schenkt man Statistiken und lokalen Erhebungen der Wichtigkeit von Religion Glauben, ist der Aufwärtstrend zugunsten des Atheismus nicht zu übersehen. Der Atheismus als Gesellschaftslehre ist jedoch viel mehr als bloße Religionslosigkeit. Von schlichten Geistern zur Grundlage ihres Handelns genommen, vermag der Atheismus Zügellosigkeit und Verbrechen zu beschwören. Ebenso lebt der nach dem Zweiten Weltkrieg von dem Franzosen Jean-Paul Sartre (1905-1980) initiierte Existenzialismus fort, mit seinem unbestreitbaren Potenzial, Menschen, die kein natürliches Gefühl für Moral haben, zu einem Leben ohne Rücksicht und Verantwortung zu verführen.“
Atheistischer Kommentar: Ja, der Bamberger hat sogar einen Blicck auf die Realität, das Interesse an Religion ist in den entwickelten Ländern – speziell in denen mit funktionierenden sozialstaatlichen Einrichtungen – ansteigend am Absinken. Gottes Hilfe braucht man kaum noch, Gott erklärt die Welt nimmer, der Urknall knallte schließlich gottlos und die materielle Entwicklung der seither vergangenen rund 14 Milliarden Jahre hat eben aus den vorhandenen materiellen Bedingen unsere jetzige Welt geschaffen! Inklusive des menschlichen guten oder schlechten Mitwirkens! Dass Religionslosigkeit oder Atheismus die Ursache für Straftaten sind, ist eine leere Behauptung. Gesetze gelten schließlich für alle und Atheisten wollen genauso wenig in den Knast wie Katholiken! Und hier ein Zitat von Satre: „Der atheistische Existentialismus, für den ich stehe, ist zusammenhängender. Er erklärt, dass, wenn Gott nicht existiert, es mindestens ein Wesen gibt, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, ein Wesen, das existiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann, und dass dieses Wesen der Mensch oder, wie Heidegger sagt, die menschliche Wirklichkeit ist. Was bedeutet hier, dass die Existenz der Essenz vorausgeht? Es bedeutet, dass der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach definiert.“ Ja, gut beobachtet, ohne Menschen hat es auch keine Götter gegeben! Maikäfer und Hirsche haben keine Kirche!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 5: „Die Philosophie dieser Zeit war der Idealismus der Freiheit. Keine Weltanschauung und kein System der Werte haben Allgemeingültigkeit, lautete damals die Parole. Mit einer solchen Einstellung wurde Sartre ein Verderber, statt ein Philosoph zu sein. Mit seiner atheistischen Einstellung und seinem politischen Engagement – so während der Studentenunruhen vom Mai 1968 – wurde Sartre zum Idol und zur politischen Leitfigur einer ganzen Generation, oder gleich mehrerer Generationen? So wurde der Atheismus zu einer Weltanschauung für ein Leben ohne Gott und eine Befreiung von der Religion.“
Atheistischer Kommentar: Und? Hat der Satre so eine nachhaltige Bekehrung veranstaltet? Meinereiner hatte keinen Satre, meinereiner hatten einen Urgroßvater, der seinen Vater entsprechend aufklärte! Meine Erziehung war religionsfrei, wurde allerdings damals noch dadurch gestört, dass zwar in der Verfassung seit 1867 die Religionsfreiheit festgeschrieben war, aber in der Realität erst in unseren jetzigen Zeiten tatsächlich verwirklicht werden konnte. Meinereiner wurde wegen des gesellschaftlichen katholischen Drucks seinerzeit noch getauft und musste in der zwölfjährigen Schulzeit jede Woche in den zwei Religionstunden heucheln und lügen, Hände falten und Goschen halten! Der Atheismus war immer eine Weltanschauung für ein Leben ohne Gott und eine Befreiung von der Religion! Wir sind nach Gottes Idee entstanden, sagen alle religiösen Menschen. Was kann man gegen den atheistischen Glauben sagen, Gott sei nach der Idee der Menschen entstanden? Seit Xenophanes von Kolophon (ca. 570-470 v.u.Z.) wissen wir das: „Die Äthiopier behaupten, ihre Götter seien stumpfnasig und schwarz, die Thraker, blauäugig und rothaarig. Wenn die Pferde Götter hätten, sähen sie wie Pferde aus“. Ohne Gott und Religion zu leben, bedeutet in der Realität zu sein!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 6: „Einige Worte zum Atheismus. Der Atheismus (gr. atheos, ohne Gott) ist eine Wortbildung des 16. Jahrhunderts. Schon im Alten Testament im Psalm 14, die Torheit der Gottesleugner, steht geschrieben: Die Toren sagen in ihren Herzen: ‚Es gibt keinen Gott.‘ Dann, im 19. Jahrhundert, wurde jeder Gottesglaube problematisch und man versuchte, in verschiedensten Formen den Atheismus zu begründen. Unter den Philosophen war Sartre derjenige, der sich mit seiner Gottlosigkeit letztlich auf Seifenblasen stützte. Was von seinen Anstrengungen übrig blieb, erschöpfte sich letztlich im Liebäugeln mit einem Weltbild ganz ohne Gott und Religion. Unter Atheismus versteht man für gewöhnlich die Idee, dass es keinen Gott gibt. Gäbe es Gott für uns Christen nicht, würde das auch heißen, dass es weder unsere schöne Welt noch ein Universum geben würde. Im 19. Jahrhundert lebte einer der größten Philosophen namens Immanuel Kant, der den Begriff Meinung als ein mit Bewusstsein unzureichendes Fürwahrhalten erklärt. Im Unterschied dazu werden Glauben als eine subjektive Gewissheit und Wissen als subjektives und objektives Fürwahrhalten definiert. So gesehen steht der Atheismus auf zwei Fundamenten – der Meinung und der Lächerlichkeit. Wer vom Atheismus redet, müsste nun verstanden haben, dass dieser keine Philosophie ist, sondern ein Irrtum.“
Atheistischer Kommentar: Atheisten waren also in den Zeiten der frühen Religionen auch schon vorhanden, die Gottesgläubigen behandelten sie damals so, wie sie bis tief ins 20. Jahrhundert behandelt wurden. In der Zeit der Aufklärung begann es, dass sich vernünftiges Denken zu verbreiten anfing. Die Schlussfolgerung vom Eckehard Bamberger, dass es ohne Gott weder die Welt noch ein Universum geben würde, also dass gar nix existieren täte, ist natürlich bloß die Umkehrung seiner Ideologie, ohne Gott keine Welt! Aber es ist umgekehrt: ohne eine mit Menschen bewohnte Welt kein Gott! Denn die Menschen haben sich Götter erschaffen, das grüne Gras und der Maulwurf hatten keine Götter! Es bedurfte der Denkfähigkeit, sich Götter zu schaffen und es bedarf offenbar einer vermehrten Denkfähighkeit, ohne Götter zu sein. Meinereiner tut sich ja dabei leicht, religionsfrei erzogen ist mir schon durch den in der Volksschule erlittenen Religionsunterricht immer klar gewesen, was für ein Unsinn Religionen sind! Ein einziges Mal hat meinereiner von der Religion profitiert, meinereiner hat im Bereich der Geisteswissenschaften zur mündlichen Matura nicht die unheimlich stoffreichen Fächer Deutsch oder Geschichte genommen, sondern den billigen Gegenstand „Religion“, dort wurde meinereiner nach den historischen Quellen vom Gottessohn Jesus gefragt und nach der Funktion des Gewissens. War also leicht zu beantworten! Hab zwar damals schon genug darüber gewusst, dass alle historischen Quellen des Jesus Fakes sind, aber sie aufzuzählen, war leicht! Und die katholische Definition des Gewissens war auch schnell zu lernen gewesen! Dazu ein Link zur PDF „Glaubenselend“ – dort kann man darüber unterhaltsam nachlesen…

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Taufen oder nicht taufen?

Im Gespräch – Julia Schnizlein – evangelische Pfarrerin am 23.5.2021 in der Sonntagsbeilage der Kronenzeitung

Der Text verlangt nach atheistischem Kommentar (natürlich von Erwin Peterseil):

Pfarrerin: „Ob wir die Chance haben zu glauben, hängt zum Großteil an unseren Eltern“, hat eine meiner Konfirmandinnen neulich gesagt. „Unsere Eltern waren es, die uns zur Taufe getragen haben. Deswegen stehen wir heute hier als ,Konfis‘.“ Die Konfirmation wird in vielen evangelischen Kirchen traditionell zu Pfingsten gefeiert. Junge Menschen im Alter von 13 oder 14 Jahren bekennen sich dabei offiziell zu ihrem Glauben. Es ist ein selbstbestimmtes Ja zu einer Entscheidung, die ihre Eltern viele Jahre vorher für sie getroffen haben.
Atheistischer Kommentar: So einfach ist das auch nicht, weil die Kinder stehen ja im Banne ihrer Umwelt. Meinereiner kann sich noch gut daran erinnern, wie mir mein zwar formell katholischer, aber praktisch religionsfreier Vater zur von der Schule aufgenötigten Erstkommunion folgendes Versprechen gab: wenn ich mich da einordne und nicht auffalle, dann bräuchte ich mich später nicht firmen lassen! Meinereiner akzeptierte diesen Deal in einer Zeit wo die katholische Kirche stellenweise noch sehr allmächtig war! Meinereiner erzählte dann dem Pfaffen im Beichtstuhl irgendeinen belanglosen Sündenquatsch, tat dann in der Kirche so, als würden die auferlegten Strafgebete gebetet und lachte dabei innerlich über diesen ganzen Blödsinn, zu dem sich meinereiner dabei natürlich persönlich in keinerweise bekannte! Die schulisch organisierten Osterbeichten machte meinereiner dann bis zum Ende der Volksschule und dann noch in der ersten Klasse der Mittelschule mit, dort merkte meinereiner dann, dass die Teilnahme oder Nichtteilnahme gar nicht überprüft wurde und die Pfaffen konnten meineneinen ab der 2. Klasse beichtmäßig am Arsch lecken! Zur Entscheidung meiner Eltern, mich taufen zu lassen, hat meinereiner nie „ja“ gesagt, weil der Taufvorgang war ja auch von meinen Eltern nur wegen der damals diesbezüglichen strikten Tradition eingehalten worden. Meine Kinder wurden natürlich nicht getauft und ihnen ist bis heute keine Sekunde deswegen irgendwas abgegangen, sie haben nie nach Religion gefragt, sie haben ja auch keine kleinkindliche religiöse Gehirnwäsche erleiden müssen, aber auch keine atheistische Gehirnwäsche erhalten.

Pfarrerin: Ich kenne Eltern, die unsicher sind, ob sie ihr Kind taufen lassen sollen. Sie wollen keinen Fehler machen und das Kind nicht bevormunden. Sie wollen ihm keinen religiösen Weg aufzwingen, den es womöglich nicht gehen will.
Atheistischer Kommentar: Es gibt ja heute mehr vernünftige Eltern als damals, aber der Druck, Kinder taufen zu lassen, ist gesellschaftlich immer noch vorhanden. Die Kirchen müssen ja dafür das größte Interesse haben, weil sonst in der heutigen Zeit der Mitgliederbestand in jeder Generation stark schrumpfen würde! Es ist rechtlich eine Sauerei, dass ungefragt mittels Taufe von den Eltern in die Kirche Hineingetretene, dann dort Mitgliederpflichten haben! Man stelle sich etwa vor, es wäre möglich, dass in der Politik Eltern, die einer Partei angehören, ihren Nachwuchs als Säuglinge zu Parteimitgliedern machen könnten!

Pfarrerin: Während Eltern in Sachen Namenswahl, Ernährung, Frühförderung oder Schulwahl oft weniger zimperlich sind, wird die Entscheidung der Religionszugehörigkeit immer häufiger auf Kinder abgewälzt. Solange das ungetaufte Kind dann tatsächlich die Möglichkeit bekommt, Religionsunterricht zu besuchen, sich spirituell fortzubilden und in religiöse Gemeinschaften hineinzuschnuppern, um dann eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen, ist das o.k.
Atheistischer Kommentar: 2019 gab es 84.952 Geburten in Österreich, katholisch getauft wurden 44.977 und protestantisch 2.314, damit liegen die katholischen Taufen um rund 1.700 über dem Bevölkerungsanteil (55 %) und die protestantischen (3,4%) um gut 500, das sind dann pro Prozent Anteil bei den katholischen 818 und bei den Evangelsicehn 680, der Unterschied ist also nicht besonders hoch. Wenn jemand einer Partei oder einem Verein beitreten will, dann tut man das aus eigenem Entschluss und nicht weil es dafür eine öffentliche Abrichtung gegeben hat!

Pfarrerin: Aber oft wird mit der Entscheidung gegen eine Kindertaufe die Tür zu religiösen Erfahrungen völlig zugeschlagen. Dadurch geht etwas Wertvolles verloren. Denn die Taufe ist mehr als die Mitgliedschaft on einem Verein. Die Taufe kommt von Gott selbst. Sie ist das sichtbare Zeichen, dass Gott unser Leben segnet. Dass wir nicht auf uns allein gestellt sind. ER hält seine schützende Hand über uns, auch in Momenten, in denen Eltern das nicht können. Die Taufe symbolisiert Gottes „Ja“ zu uns. „Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur“, heißt es in einem beliebten Tauflied.
Atheistischer Kommentar: Aha, die Taufe kommt von Gott selbst? Wie macht er das, der Gott? Steht er dann hinterm Pfarerer und führt ihm die Hand? Da noch nie irgendwer diesen Gott gesehen hat, ist so eine Aussage eine reine Glaubensbehauptung für die es keinen Furz eines Beleges gibt! Eine schützende Hand eines Gottes ist meinemeinen auch nie begegnet, aber die Religion konnte meinereiner dereinsten als Faulheitshilfe verwenden. Bei der mündlichen Matura gab es drei Fachgruppen, die naturwisenschaftliche, die geisteswissenscahftliche und die sprachliche. Seltsamerweise gehörte Religion in der Schule zur Geisteswissenschaft, man konnte in diesem  Bereich entweder wirklich was lernen müssen, speziell Geschichte und Deutsch stellten hier hohe Anforderungen, oder man wählte das Faulehundefach, nämlich Religion! Denn der damalige Religionslehrer war ein Opfer der Umstände vergangener Zeiten, seiner Mutter hatte er versprechen müssen, ein „Geistlicher“ zu werden, auf dass sie deswegen in den Himmel komme, so musste der Zwei-Meter-Mann seine Lebenspartnerschaft im Verborgenen leben, er hoffte bis zum Tode vergeblich auf das Ende des Zölibats – dass gleich sieben in Religion maturierten, war nicht seiner Christenlehre, sondern dem Opportunismus von sieben bequemen Schülern zuzuschreiben, wir wussten, dass die mündliche Matura in Religion ein Lercherlschas war, man erhielt vom Lehrer eine kurze Liste mit Fragen, man konnte ihm mitteilen, welche davon man besonders gut gelernt hatte, die Vorbereitung in diesem Gegenstand war eben ein Lercherlschas! Da war die unfreiwillig erlittene Taufe einmal was Brauchbares! Ein Kind des Zufalls sind wir allerdings alle! Wenn man vom Urschleim bis zur eigenen Person geht und dabei bedenkt, wieviele Fortpflanzungen mit jeweils zufälligen Ergebnissen aus hunderten Millionen Möglichkeiten dazu abgelaufen waren, dann könnte man feststellen, die eigene persönliche Existenz hätte eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr minus unendlich, plus eins!

Pfarrerin: Die Taufe setzt den Grundstein in ein Urvertrauen, das gegen Ängste aller Art hilfreich sein will. Es heißt, Martin Luther habe immer, wenn er Angst hatte, mit Kreide auf einen Tisch geschrieben: „Ich bin getauft.“ Diese drei Worte gaben ihm Kraft und Mut. Denn er wusste: Das „Ja“ Gottes ist unverlierbar, unlösbar und bleibt für immer.
Atheistischer Kommentar: Ja, die religiöse Gehirnwäsche bei Kindern im Urvertrauen kann enormen Schaden anrichten! Und kein Gott ist unverlierbar, unlösbar und bleibt für immer, weil jeder Gott ist eine den Leuten aufgenötigte menschliche Erfindung! Damit fertig zu werden, gibt geistige Freiheit! Meinereiner hat da leicht reden, weil meinereiner hat sich ja nie unterworfen…

Pfarrerin: Wäre es nicht schade, wenn Kinder das nicht glauben können?
Atheistischer Kommentar: Nein, das ist eine Freude! Wer als Kind im Alter des Urvertrauens religiös eingekocht wird, der hat danach Probleme, das zu überwinden, sich also kritisch damit auseinanderzusetzen. Meinereiner hat ja als Kind auch geglaubt: an das Christkind und an den Osterhasen! Aber das war leicht zu überwinden, wenn man erfahren hat, dass die Eltern Christkind und Osterhase sind, dann war dieser Kinderglaube huschhusch weg! Meineneinen hatte es extrem gestört, dass in den zwölf Jahren Schulzeit jede Schulwoche im Religionsunterricht zwei Stunden hingebungsvoll gelogen und geheuchelt werden musste, also insgesamt war es Pflicht um die 900 Stunden lang die Hände zu falten und die Goschen zu halten! Diese Homepage hier ist immer noch die Rache dafür!

Also: Nichttaufen ist die Befreiung bevor das Problem überhaupt auftritt!




Barmherzigkeit und Nächstenliebe

Ohne Sarkasmus

Am 24. November 2017 kam es in Ägypten, im Norden des Sinai, zu einem Massaker, bei dem laut Medienberichten mehr als 300 Menschen ermordet wurden.
Ein paar Leute hatten geglaubt, dass andere nicht richtig glauben, und fühlten sich berufen, sie deshalb zu ermorden.
Absurd !

Ebenso absurd erscheint mir die Reaktion der Ägyptischen Regierung, die mit Racheakten auf den Terroranschlag reagierte, statt z.B. die sozialen Ursachen in den Blick zu nehmen – und damit vermutlich nur weiteren Hass und Rachegelüste schürt, was zu weiterem Terror führen dürfte, auf den die Ägyptische Regierung dann mit Racheaktionen reagieren wird …
Absurd !

„Karl Marx hielt die Religion für das ‚Opium des Volkes‘.
Heute wissen wir:
Sie sind weniger ein Beruhigungsmittel, um die Härten des Lebens zu ertragen, sondern das Aufputschmittel der Völker — bestens geeignet, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen.“
(Robert Misik: Gott behüte!)

Weitere Einschätzungen:
Ägyptens Regierung ignoriert die Ursachen des Terrors
Ägyptens Luftwaffe attackiert Terroristen

Ergänzung:

„… Das ist das eigentliche Problem in Ägypten: Diese Regierung schafft mit Massenverhaftungen und Folter die Bedingungen, die neue Terroristen hervorbringen.“
Andrea Böhm im Gespräch mit Mohamed Lotfy

Anmerkung:
Glaubenseifer ist in der Menschheitsgeschichte nichts Ungewöhnliches. Andrea Böhm berichtet in ihrem Logbuch am 26. November 2017 «Im Tal der Heiligen – eine Wanderung durch das Wadi Qadisha» unter dem Stichwort „Christen gegen Christen“

Ein frühes Schisma hat sich hier an der Levante abgespielt. „Die eine Seite meinte, Jesus habe einfach so ….“ – Georges schnalzt mit den Fingern – „… Gottes Willen verkörpert. Andere glaubten, Jesus habe zwei Naturen gehabt, eine göttliche und eine menschliche und …“ – jetzt schlägt er mit der Faust in die Handfläche – …“schon gingen sie sich gegenseitig an die Gurgel.“

Zitat einer unbekannten Autorin:

Sobald Menschen anfangen, ihre außerhalb rationaler Erkenntnis befindlichen Glaubenssätze absolut zu setzen und auch noch mit Strafnormen zu versehen, wird es gefährlich.

~ ~ ~

Schlussbemerkung:
In den Religionen ist viel von Barmherzigkeit, von Toleranz und von Nächstenliebe die Rede.
In unserer Verfassung, dem Grundgesetz, kommen diese Begriffe m.W. nicht vor.
Dennoch – oder gerade deshalb – klappt es damit hier oft besser als in den Religionen und Glaubensrichtungen untereinander.

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Beitragsbild (Symbolbild): The Ummayad Mosque also known as the Grand Mosque of Damascus (wikimedia)
Author: jamesdale10


Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net




Pfingsten 23.5.2021

Die Pfingstpredigt:

Apostelgeschichte 2,1-11: Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Ja, so ein Heiliger Geist, der kann was, der funktioniert mündlich wie der Google-Übersetzer schriftlich! Schaut Euch das an, so schaut der obige Text googleübersetzt auf lateinisch aus: Actus Apostolorum II, 1-11: cum complerentur dies Pentecostes, erant omnes sunt in eodem loco. Murmur repente de caelo tamquam procella agebam, et replevit totam domum ubi erant sedentes. Et apparuerunt illis dispertitae linguae tamquam ignis, et ventilati sunt; uterque sedisset. Et repleti sunt omnes Spiritu Sancto et coeperunt loqui aliis linguis prout Spiritus mihi ut faciam eis. Sed Iudaeis in Jerusalem, viri religiosi ex omni quod sub caelo sunt gentes. Signa autem surgens perculsis ac turba; quisque pro se loqui audivimus unusquisque lingua sua. Et in nihili redacti sunt stupore et dixit: Respice! Hic autem non omnia omnibus Galilaeis peccatores loqui? Quare non potest nos audivimus unusquisque lingua in matrem, Parthi et Medi et Elamitae et qui habitant Mesopotamiam et Iudaeam et Cappadociam Pontum et Asiam, Phrygiam quoque et Pamphyliam, a, a regio Aegypti et Lybiae quae est circa Cyrenen , qui hic manere inter quas Romani, Iudaei quoque et proselyti Cretes et Arabes audivimus – audivimus loquentes eos nostris linguis magnalia Dei praedicate.
Und so schaut dieselbe Stelle in der lateinischen Bibel aus: cum conplerentur dies pentecostes, erant omnes pariter in eodem loco et factus est repente de caelo sonus tamquam advenientis spiritus vehementis et replevit totam domum ubi erant sedentes et apparuerunt illis dispertitae linguae tamquam ignis seditque supra singulos eorum et repleti sunt omnes Spiritu Sancto et coeperunt loqui aliis linguis prout Spiritus Sanctus dabat eloqui illis erant autem in Hierusalem habitantes Iudaei viri religiosi ex omni natione quae sub caelo sunt facta autem hac voce convenit multitudo et mente confusa est quoniam audiebat unusquisque lingua sua illos loquentes stupebant autem omnes et mirabantur dicentes nonne omnes ecce isti qui loquuntur Galilaei sunt et quomodo nos audivimus unusquisque lingua nostra in qua nati sumus Parthi et Medi et Elamitae et qui habitant Mesopotamiam et Iudaeam et Cappadociam Pontum et Asiam Phrygien und Pamphylien, Frygiam et Pamphiliam Aegyptum et partes Lybiae quae est circa Cyrenen et advenae romani Iudaei quoque et proselyti Cretes et Arabes audivimus loquentes eos nostris linguis magnalia Dei.

Also ganz gleich schaut es nicht aus. Aber das nur als Gag nebenbei, was schreibt heute der Herr Kardinal Schönborn auf seiner Homepage und in der Kronenzeitung? Hier sein Resümee: „Woran merkt ihr, ob etwas vom Heiligen Geist stammt? Wie spürt man sein Wirken? Die Antwort gibt der Apostel Paulus, wenn er aufzählt, was ‚Frucht des Geistes‘ ist: ‚Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.‘ Paulus liefert gleich dazu eine lange Liste von Verhaltensweisen, die sicher nicht vom Heiligen Geist stammen: ‚Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid, maßloses Essen und Trinken und Ähnliches mehr.‘ Ich habe eine schöne Umschreibung für das gefunden, was als gemeinsamer Nenner all der guten Früchte des Heiligen Geistes gelten kann: ‚Gemeinsam über sich hinauswachsen‘. Und die Wurzel aller Fehlhaltungen kann in einem Wort zusammengefasst werden: der Ich-bezogene Geist. Die Corona-Krise hat uns für beide Haltungen deutliche Beispiele vor Augen geführt. Sie hat uns an manche Grenzen geführt, in Belastungen, die schwer durchzustehen waren und sind. Sie hat aber auch beeindruckend gezeigt, wie Menschen in den Herausforderungen der Krise gemeinsam über sich hinausgewachsen sind. Ich glaube, darin dürfen wir das Wirken des Heiligen Geistes sehen. Er ist die tragende Kraft für den Neuanfang.“

Ja, ganz vergisst dabei der Herr Bischof auf die Kirchengeschichte, weil die katholische Kirche ist ja auch des öfteren über sich hinausgewachsen! Und hat dabei ihr seinerzeitiges Weltreich errichtet mit – wenn es ging – Zwangstaufen rund um die Erde und der Verpflichtung der Menschen alleine an die katholischen Götter zu glauben! Man hat dazu z.B. den verheerendsten Krieg der Menschheitsgeschichte geführt, von 1618 bis 1648 den Dreißigjährigen Krieg, der hat gerechnet auf die jeweiligen Populationen mehr Tote gefordert als der 1. und 2. Weltkrieg zusammen! Jetzt geht das schon länger nimmer, heute kann uns die Kirche am Arsch lecken, ohne dass sie dagegen irgendwas tun kann! Amen, so ist es!




«Respekt» und andere Weltanschauungen

Vom Nehmen und Geben

Erstes Bild Dass Menschen, die einer oder mehreren der drei monotheistischen Religionen angehören, alle an den Einen / das Eine „Gott“ glauben, ist für viele eine unumstößliche Wahrheit. Untermauert wird dies mit Sätzen wie «Judentum, Christentum und Islam gehören nicht nur geschichtlich zusammen, sie sprechen von demselben Gott, dem Schöpfer, Offenbarer und Richter …», oder auch «Liebe zu dem Einen Gott und die Liebe gegenüber dem Nächsten — diese beiden Prinzipien finden sich immer wieder in den heiligen Schriften des Islams und des Christentums.» (Quelle: „Wir glauben alle an den gleichen Gott“; katholisch.de). Gemein ist manchen (dieser) Menschen auch, dass sie gegenüber anderen bei Gelegenheit „Respekt“ für ihre Religion, für deren Glaubensinhalte, Riten und Symbole nicht nur erwarten, sondern einfordern. Eine ebensolche Wahrheit ist es vielen, dass dieses „Gott“ uns Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat.

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Screenshot (Collage, eigenes Werk) aus „Wir glauben alle an den gleichen Gott“ (katholisch.de)

Im Jahr 2020 veröffentlichte der kurdischstämmige Exil-Iraker Ahmed (Amed) Sherwan das Buch KAFIR. Darin schildert er seine Abkehr vom Islam, die für ihn zum Fluchtgrund aus einer von Despotismus, religiösem Rigorismus und versteinerten Traditionen geprägten Umgebung wurde, erzählt aber auch von einer Begebenheit in seinem neuen Heimatland im Jahr 2018, als er (als heterosexueller) während einer Pride CSD18 in Berlin auftrat:

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Screenshot (Ausschnitt, eigenes Werk) aus einem Video des öffentlichen Auftritts von Amed Sherwan

Wer an Gott glaubte, müsste logischerweise akzeptieren, dass die menschliche Vielfalt Gottes Werk sei und Gott selbst daher genauso gut vielfältige Formen annehmen könne. Der muslimischen Community würden etwas mehr Selbstironie und Selbstkritik nicht schaden. Ich wusste, dass das in Zeiten mit so viel Hass schwer war, aber gerade jetzt war es wichtig, den Extremistinnen und Extremisten nicht das Feld zu überlassen.
Ich wollte nicht nur an den traditionellen religiösen Vorstellungen rütteln, sondern mit einem humoristischen Statement zeigen, dass auch Flüchtlingsgesichter weltoffen sein konnten. Warum sollte es nicht möglich sein, gleichzeitig gegen Sexismus, Heteronormativität und Muslimfeindlichkeit zu sein? Ich druckte mir ein T-Shirt mit einer Regenbogenflagge und dem Aufdruck Allah is Gay, bastelte mir Demoschilder für Oriental Diversity, machte davon ein Foto und postete es mit einer Ankündigung auf Facebook: […] (KAFIR, Seite 179).

Sein Auftritt mit besagtem T-Shirt, den man für infantiles Gebaren oder für eine spätpubertäre Aktion halten mag, der jedoch ein gesellschaftspolitischer Akt war, hatte für Amed Sherwan einige unschöne Folgen: Er wurde nicht nur beschimpft, es wurde ihm gar gedroht, ihn zu ermorden (siehe z.B. die Beiträge „Allah is gay“ – Ex-Muslim erhält Morddrohungen für T-Shirt sowie „Allah ist schwul“: Für Solidarität mit muslimischen LGBTI auf den CSD aus dem Jahr 2018, aber auch Blog-Beiträge von Amed Sherwan). Einige Leute waren mit der Vorstellung, dass ein „Gott“, welches uns Menschen — alle Menschen — nach seinem Vorbild erschaffen haben soll, nicht nur hetero-, sondern auch homosexuell und vieles mehr sein müsse oder wenigstens sein könne, vielleicht derart überfordert, in Erklärungsnot, und argumentativer Hilflosigkeit ausgesetzt, dass sie sich in Gewaltphantasien flüchteten. „Respekt“ für andere als die eigene Weltanschauung aufzubringen (siehe „Religionsfreiheitsphobie“, darin u.a. Allgemeine-Menschenrechte-Phobie, Minderheitenrechtephobie, Meinungsfreiheitsphobie, Andere-als-die-eigenen-Wahrheiten-Phobie) kann halt sehr anstrengend und herausfordernd sein, zumal, wenn das (ideologisch verengte) Wertegefüge, welches der eigenen Weltanschauung zugrunde liegt, nur einen sehr eng begrenzten Toleranzrahmen aufweist (vgl. u.a. den Beitrag Toleranz und Wertschätzung).

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Screenshot (Collage, eigenes Werk) der Google-Bildsuche zu „Allah is Gay“

Die Google-Bildsuche nach „Allah is gay“ fördert eine Vielzahl an Ergebnissen zutage, darunter auch solche, auf denen die Shahada in arabischer Schrift zusammen mit den Worten „ALLAH IS A GAY GOD“ in lateinischen Buchstaben auf eine Regenbogenfahne / -flagge gedruckt ist; „Gott“ scheint es zu gelingen, dem mit Gelassenheit und der sprichwörtlichen Barmherzigkeit zu begegnen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den Film „Das Leben des Brian“, der in meiner Wahrnehmung die Verkitschung und Verklärung des Lebens Jesu karikiert, nicht jedoch die Person des biblischen Jesus als solcher.

Um an dieser Stelle möglichen Spekulationen (oder Hoffnungen, Erwartungen) vorzubauen:
Ich bin heterosexuell.

~ ~ ~

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Screenshot (eigenes Werk)

Zweites Bild Im April 2021 haben der Deutsche Bundestag und der Bundesrat dem „Gesetz zur Regelung des Erscheinungsbilds von Beamtinnen und Beamten“ zugestimmt. Ziel dieses Gesetzes ist es, eine „Regelung des zulässigen Ausmaßes von Tätowierungen und anderer Formen des Erscheinungsbildes von Beamtinnen und Beamten beziehungsweise Soldatinnen und Soldaten“ zu schaffen.

Von einigen Seiten kam Widerspruch, ja Protest gegen dieses Gesetz; so wurde u.a. die These aufgestellt: „Dieses Gesetz schränkt die Religionsfreiheit ein und diskriminiert wieder einmal muslimische Frauen auf dem Arbeitsmarkt“ (auch Screenshot).

Nun bin ich kein Gegner* oder gar Feind derjenigen, die diese These aufgestellt und verbreitet haben, habe an der These selbst jedoch etwas zu bemängeln:

1.: Der Artikel 4 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland garantiert im Satz 1 die „Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses“ sowie im Satz 2 die „ungestörte Religionsausübung“.
2.: Beamte und Soldaten, aber auch Richter, repräsentieren im Dienst den religiös und weltanschaulich neutralen Staat und dessen Institutionen, nicht jedoch ihre eigene Religionszugehörigkeit (sofern sie einer Religionsgmeinschaft angehören oder sonstwie religiös sind) oder ihre eigene Weltanschauung (siehe dazu den Artikel 140 GG, darin insbesondere die Sätze 1 und 2 des Artikels 136 WRV).
3.: Zu den Dienstpflichten von Beamten und Soldaten gehört es m.E. nicht, tatsächliche oder vermeintliche religiöse Gebote und Vorschriften (im Dienst) zu befolgen und dabei den Anschein zu erwecken, es handle sich bei diesen religiösen Geboten oder Vorschriften um staatliche Gesetze.
4.: ♦ Glauben dürfen alle Menschen weiterhin, was sie wollen, auch dürfen alle weiterhin Glaubens-, Weltanschauungs- sowie Religionsgemeinschaften angehören;
♦ die Gewissensfreiheit wird durch das o.a. Gesetz nicht eingeschränkt;
♦ bekennen dürfen sich weiterhin alle, zu was sie wollen, und
♦ religiöse Rituale und Zeremonien (außerhalb des Dienstes) ungestört praktizieren ebenso.
Durch das Gesetz zur Regelung des Erscheinungsbilds von Beamtinnen und Beamten wird also keines dieser Rechte eingeschränkt.

Dadurch, dass aus der Gruppe der von dem o.a. Gesetz möglicherweise Betroffenen, das für alle gleichermaßen gilt ohne jemanden zu bevorzugen oder zu benachteiligen (Artikel 3 Satz 3 GG), ein bestimmter, namentlich bezeichneter Personenkreis herausgegriffen und diesem nach Meinung einer Partei womöglich Sonderrechte eingeräumt werden sollten, wird dieser Personenkreis ausgegrenzt, diskriminiert, und eventuellen Ressentiments ausgesetzt. Dies ist zum Nachteil insbesondere des genannten Personenkreises. Respekt für die Werte des freiheitlichen demokratischen, religiös und weltanschaulich neutralen Staates und seiner Institutionen kommt in dem Ansinnen nicht zum Ausdruck.

Zu den im vorherigen Absatz angesprochenen Ressentiments ein Zitat von Bertrand Russell aus seinem Buch Eroberung des Glücks (Conquest of Happiness):

Warum ist eine Propaganda, die an den Hass appelliert, so ungleich erfolgreicher als irgendein Versuch, freundschaftliche Gefühle zu erwecken?

Bertrand Russel_Eroberung des Glücks_EN

Why is propaganda so much more successful when it stirs up hatred than when it tries to stir up friendly feeling?

_______
* In Gegnerschaft stehe ich zu Parteien, deren Politik aus meiner Sicht, in meiner Wahrnehmung, darauf abzielt, den demokratischen Rechtsstaat zu zerstören. Dazu zähle ich z.B. die sog. „AfD“.
Andere Parteien sehe ich als Partner im demokratischen Gefüge, auch wenn ich nicht alle Positionen teile, die sie vertreten.

Eingangsbild:
„The importance of knowing perspective“, William Hogarth (1697-1764), Wikipedia, gemeinfrei


Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net




Hat Gott auch den Teufel geschaffen?

Das stand am 10.5.2021 in der Kirchenzeitung des deutschen Bistums Hildesheim zu lesen!

Was natürlich gar keine Frage sein kann! Weil das weiß sogar ein Atheist, der sich mit Religionen befasst! Hier sollte der biblische Bericht über die Erschaffung des Teufels stehen, aber dieser war in seiner Vollständigkeit nicht zu ergoogeln! Offensichtlich ist die Erschaffung des Teufels den Christenkirchen eine Peinlichkeit. Aber meinereiner kann sich ja noch daran erinnern, was er seinerzeit in der Schule darüber im Religionsunterricht gehört hat, dass nämlich unter den Engeln Hochmut ausbrach, der oberste Engel über seinen göttlichen Schöpfer aufsteigen wollte und darum von diesem samt seinen Anhängern in die Hölle gestürzt und zum Satan befördert wurde.

Im Kirchenblatt heißt es einleitend: „Der Katechismus beantwortet diese Frage mit dem Bild des ‚gefallenen Engels‘: dass nämlich ‚Satan und die anderen Dämonen, von denen die Heilige Schrift und die Überlieferung der Kirche sprechen, von Gott erschaffene gute Engel waren, die aber böse wurden, weil sie in freier und unwiderruflicher Wahl Gott und sein Reich zurückgewiesen und damit die Hölle verursacht haben‘ (siehe Katechismus, Nr. 391-395).“
Und schließen tut der Artikel so: „Der Teufel ist die Antwort auf die Erfahrung, dass es Böses in der Welt gibt. Aber er ist in dieser Vorstellung kein Mit-Gott – eine Macht auf gleicher Ebene wie Gott -, sondern im Wortsinn ein Gegen-Gott: ein Geschöpf, das den Schöpfungsauftrag verfehlt, weil es sich gegen Gott stellt. Der Teufel will andere mit ins Verderben ziehen, die sich dann sprichwörtlich das Leben zur Hölle machen. Die christliche Zuversicht ist, dass der Mensch dieser Versuchung des Bösen und zum Bösen nicht hoffnungslos ausgesetzt ist, sondern durch Christus, den Auferstandenen, das todbringende Böse überwinden kann.“

Ja, das ist für Gläubige wahrscheinlich trotz der angeführten Jesushilfe ein Problem! Aber als Atheist weiß man ja, es gibt keine Götter und keine Teufel, das sind nur menschliche Einbildungen, der nicht erschaffene Gott hat mangels eigener Existenz auch keine Teufel erschaffen können. Und was Schlechtes, was Böses kann jeder von uns tun und tut es auch! Aber die Meisten von uns tun das nicht hauptberuflich! Weil das führte zwar nicht in die Hölle, aber hinter Gittern und das ist auch nichts Erstrebenswertes…

Hier auch noch die im Kirchenblatt angeführten Sünden-Punkte des Katechismus:

391. Was verlangt die Annahme der Barmherzigkeit Gottes von uns? Um Gottes Barmherzigkeit annehmen zu können, müssen wir unsere Verfehlungen bekennen und unsere Sünden bereuen. Gott selbst deckt durch sein Wort und seinen Geist unsere Sünden auf, schenkt uns die Wahrheit des Gewissens und die Hoffnung auf Vergebung.
392. Was ist die Sünde? Die Sünde ist „ein Wort, eine Tat oder ein Begehren im Widerspruch zum ewigen Gesetz“ (hl. Augustinus). Die Sünde ist eine Beleidigung Gottes im Ungehorsam gegenüber seiner Liebe. Sie verwundet die Natur des Menschen und beeinträchtigt das menschliche Zusammenleben. In seiner Passion deckt Christus die ganze Schwere der Sünde auf und überwindet sie durch seine Barmherzigkeit.
393. Gibt es verschiedenartige Sünden? Die Verschiedenartigkeit der Sünden ist groß. Man kann sie unterscheiden nach ihrem Gegenstand, nach den Tugenden oder den Geboten, denen sie widersprechen. Man kann sie in Sünden direkt gegen Gott, gegen den Nächsten oder gegen uns selbst einteilen oder auch in Sünden, die man in Gedanken, Worten und Werken oder durch Unterlassungen begeht.
394. Wie unterscheidet man die Sünden bezüglich ihrer Schwere? Man unterscheidet zwischen Todsünden und lässlichen Sünden.
395. Wann begeht man eine Todsünde? Man begeht eine Todsünde, wenn zugleich eine schwerwiegende Materie, die volle Erkenntnis und die freiwillige Zustimmung vorliegen. Eine solche Sünde zerstört in uns die Liebe, beraubt uns der heiligmachenden Gnade und führt uns zum ewigen Tod der Hölle, wenn wir sie nicht bereuen. Todsünden werden gewöhnlich durch das Taufsakrament oder durch das Sakrament der Buße und der Versöhnung vergeben.

Ja, das trifft einen wie meineneinen natürlich punktgenau!
Meinereiner ist ein Todsünder, das ergab sich ganz klar mit dem kurz vor dem Erreichen der Volljährigkeit und der dadurch entstehenden Pflicht zum Kirchenbeitrag erfolgten Kirchenaustritt!

(Hier das so sündhafte Amtsdokument, siehe bei www.atheisten-info.at)

Knapp 21 Jahre war meinereiner formal katholisch – ohne jemals auch nur eine Silbe von diesem Zeugs zu glauben! Und gezahlt hat meinereiner nie einen Groschen an die katholische Kirche!
Gott hat nicht den Teufel erschaffen, aber Österreich erschuf 1867 den Artikel 14 im Staatsgrundgesetz, der uns das Recht auf Religionsfreiheit festschrieb! Für die Kirche wird das teuflisch gewesen sein, für unsereinen ist es herrlich!




Sie handeln im Sinne der Schrift!

Nein, überrascht bin ich nicht. Dass der Vatikan eine deutliche Absage an die Segnung homosexueller Paare erteilt hat, verwundert keinesfalls. Wenngleich noch immer viele Katholiken davon überzeugt sind, dass Papst Franziskus einen liberaleren, menschlicheren und empathischeren Kurs als seine Vorgänger fährt, beweist die aktuelle Entscheidung das Gegenteil: Man hat selten einen wankelmütigeren Pontifex erlebt, der sich um alle heiklen Fragen windet wie ein Aal. Einerseits rät er Eltern von Kindern, die homosexuelle Neigungen zeigen, einen Besuch beim psychiatrischen Facharzt an. Gleichzeitig betont er die Würde von LGBT-Menschen, die auch die Kirche in ihren Reihen willkommen heißen müsse. Konkrete Aussagen aber gibt es nicht – außer der scheinbar eigenwilligen Konnotation biblischer Textstellen, aus denen der Vatikan seine Feststellung ableitet, dass zumindest gelebte Homosexualität Sünde sei. Die Aussage der römischen Glaubenskongregation scheint in dieser Hinsicht unmissverständlich. Daher wird eine solche Überzeugung auch in Teilen der katholischen wie in evangelikalen Kirchen weiterhin unumstößlich praktiziert und muss zur unmittelbaren Konsequenz führen, dass ein Bund zweier Gleichgeschlechtlicher nicht unter dem Segen Gottes stehen kann.

Wenngleich man im Vatikan auch Schwule und Lesben als Geschöpfe des Herrn ansieht, gilt zumindest ihr sexuelles Verhalten als nicht vereinbar mit den Lehren der Heiligen Schrift. Ein Großteil der protestantischen Kirchen hat hierzu mittlerweile eine andere Position eingenommen, obwohl auch dort teils erbittert gerungen wird. Denn da reiben sich die Verse 8 und 11 aus 1. Johannes 4 („Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.“ […]  „Ihr Lieben, hat Gott uns so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.“) sowie 3. Mose 18,22 („Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.“) – und scheinbar lässt sich der Widerspruch auf den ersten Blick auch nicht auflösen. Schließlich erweckt gerade der Johannesbrief den Eindruck, als sei jede Form der Liebe von Gott zu den Menschen, seine Agape, gutzuheißen. Nein, sogar mehr: Wer liebt, der ist in Gott. Kein Ton von Ausgrenzung schwul-lesbischer Zärtlichkeit und Nähe. Dagegen macht Levitikus deutlich, dass praktizierte Sexualität zwischen zwei Personen desselben Genus nicht vorgesehen waren.

Die kritische Exegese weist darauf hin, dass zu Zeiten der Bibelentstehung ein Miteinander von Menschen gleichen Sexus undenkbar gewesen ist – eine Ablehnung also rein aus der Unbekanntheit heraus entstanden ist. Sicherlich hatte auch die Vorstellung einer bestimmten Form des gleichgeschlechtlichen Liebesakts Widerstand provoziert. Ich selbst sehe in der Übersetzung aus dem Hebräischen gewisse Defizite und vermute, dass nicht vom Beischlaf zwischen zwei Männern gesprochen wurde, sondern vom Akt eines Mannes mit einem „Jüngling“. Diese Interpretation würde allein vom Kontext Sinn machen – und die sich stabil haltende Sichtweise in Frage stellen, ob die Bibel denn tatsächlich eine wertende Aussage über die Homosexualität trifft. Denn man mag sich durchaus vorstellen, dass die Schrift nach einem ganz bestimmten Willen, mit einer religiösen und ideologischen Intention ausgelegt werden soll – zumindest dann, wenn es um Machtansprüche im Kirchenapparat geht.

Der bewahrende Klerus hat auch unter Franziskus die Oberhand, daran gibt es keinen Zweifel. Deshalb sind die hilflosen Versuche von Jorge Mario Bergoglio auch erklärbar: Seine Flucht nach vorne wird von radikalen Kräften gebremst, das zeigen die Schwankungen in der Durchsetzungskraft und den Deutungen des Papstes, auf die sich kaum noch jemand verlassen kann. Wie viele Nachfolger Petri in der Vergangenheit, so schafft es auch Franziskus nicht, sich innerhalb der festgefahrenen Strukturen zu emanzipieren. Ob er tatsächlich homosexuelle Liebe ablehnt, wird man aus seinen Einlassungen wohl auch künftig nicht erfahren. Im Moment scheinen die Zeichen neuerlich auf Restriktion zu stehen. Für schwule und lesbische Katholiken kein guter Zeitpunkt, um auf geistlichen Beistand für die Partnerschaft zu hoffen. Gerade deshalb macht die Aktion „Liebe gewinnt“ Hoffnung und verbreitet Zuversicht, dass nicht wenige Priester an der Basis, aber auch viele Gemeinden in ihrer Gesamtheit hinter der Segnung aller Menschen stehen, besonders dann, wenn sie in wertschätzender Zuneigung zueinander leben und nicht selten über Jahre und Jahrzehnte in verantwortungsvoller Gemeinschaft leben.

Ich begrüße deshalb das Engagement und die Vehemenz, mit der sich beispielsweise der Litzelstetter Pfarrer Armin Nagel für das Segnen aller Liebenden einsetzt und die vatikanischen Einlassungen empört zurückweist. Nein, Kirche muss sich nicht dem Mainstream anschließen, sie darf aber auch nicht den Fehler machen, ein Regelwerk wie die Bibel ausschließlich im Werteumfeld von vor 2000 Jahren zu betrachten. Ohnehin: In Genesis ist deutlich festgehalten, dass es nicht dem Geistlichen zusteht, über die Legitimation des Segens für den Einzelnen zu urteilen. Denn als Diener des Herrn handelt er allein stellvertretend für Gott. Und dessen Haltung wird klar, wenn wir in 1. Mose 12,2 lesen: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“. Das Zitat enthält keinerlei Beschränkung, weshalb es ausschließlich der dogmatischen Lehre der Kirche zu verdanken ist, dass auch das Freiburger Erzbistum offiziell an der Versagung des Segens gegenüber homosexuellen Paaren festhält. Eine biblische Begründung für diese Positionierung gibt es nicht, weshalb alle Beteiligten von „Liebe gewinnt“ im Sinne der Schrift handeln.

Dennis Riehle

Martin-Schleyer-Str. 27

78465 Konstanz




1. Schawwal – Ende der Tortur

Nach gregorianischem Kalender am 13. Mai 2021 stellt sich die islamische Welt wieder vom Kopf auf die Füße: Der Ramadan kommt mit einem Fest namens Aïd el fitr – in deutschsprachigen Gegenden auch Zuckerfest genannt – zu seinem Ende. Dann liegen dreißig entbehrungsreiche Tage hinter den Moslems, soweit sie der Pflicht zum Ramadan nachgekommen sind, was mitnichten durchgängig der Fall ist. Nach Befragungen durch fowid nehmen in Deutschland allenfalls 50% der Moslems die Mühsal der täglichen Tortur auf sich. Das wird auch von islam.de bestätigt. Wer übrigens glaubt, dass das in so genannten „islamischen“ Ländern (mit Ausnahme der Hardliner-Staaten) völlig anders aussähe, täuscht sich über die wachsende Zahl der von mir gern als Kulturmoslems bezeichneten weniger an Religion Interessierten (Bild: OpenClipart-Vectors, pixabay).

Eines der Sprachrohre des organisierten Islams in Deutschland ist islam.de, eine Website, die darum bemüht ist, die „schönen“ und „edlen“ Seiten des Islams darzustellen. Hauptsprecher der Moslems ist Ex-FDP-Mitglied Aiman Mazyek. Durchaus lesenswert – wenn auch völlig aus der Zeit gefallen und weltfremd – ist seine Einführung in das Wesen des Ramadan http://islam.de/16161.php: „Wie einen guten Freund begrüßen Muslime den Fastenmonat Ramadan. Es ist ein Freund, der zum Innehalten anregt, zum Studium des Korans, zur Betrachtung unserer spirituellen Quellen, unserer religiösen Heimat. Es ist eine Zeit der körperlichen Entbehrung und der geistigen Erneuerung, der inneren Einkehr und der Gemeinschaft. Im Ramadan sind die Moscheen voller als gewöhnlich. Im Ramadan rücken Familien und Freunde enger zusammen, ist die Gemeinschaft der Gläubigen spürbarer als sonst. Das Fasten im Ramadan ist die dritte der fünf Säulen des Islams. Es ist ein vierwöchiger Gottesdienst, währenddessen der Mensch über die Beziehung zu seinem Schöpfer nachdenken kann und soll“.

Im Ramadan wird zudem an die Mildtätigkeit der Gläubigen appelliert. Der Zaket, eine weitere Säule des Islam, ist eine am 27. Ramadan festgelegte Summe, die jeder Moslem an Bedürftige entrichtet. Entweder man gibt dieses Geld oder auch eine Sachspende in Form von Nahrungsmitteln an einen Imam, der es an die bedürftigen Empfänger weiterleitet, oder man spendet direkt an eine karitative Einrichtung. Nicht selten werden Wohlhabende zu Banketten geladen, zu denen leicht 250 oder mehr Besucher zusammenkommen, die jeweils ein Iftar (das tägliche Essen zum  Fastenbrechen) zu bewusst sehr überhöhten Preisen einnehmen, damit eine stattliche Summe für die entsprechende Einrichtung zusammenkommt. Das sind – wenn man vom religiösen Hintergrund einmal absieht – sehr schöne Veranstaltungen, an denen sich zum Beispiel hier in Tunesien jeweils auch die ausländische Community lebhaft beteiligt. Auch meine Frau und ich haben mehrfach an so etwas teilgenommen.

Das ideale Bild des „Fastenmonats“ geht auf Mohammed selbst zurück, der angeblich während dieser Zeit seine ersten Begegnungen mit einem „Engel“ namens Gabriel hatte. Von diesem erfuhr er die Worte eines Gottes, den Moslems Allâh nennen. Gebündelt fanden diese Worte sich schließlich im Koran wieder. Erste schriftliche Aufzeichnungen der Visionen des schreibunkundigen Propheten finden sich etwa 40 Jahre nach dessen Tod. Wie viel während dieser Periode mündlicher Überlieferung von den Adepten verändert, umgestellt oder neu hinzugedichtet worden ist, entzieht sich natürlich der detaillierten Kenntnis. Viele der im Koran beobachtbaren Inkonsistenzen lassen sich aber wohl nur durch diesen Transmissionsweg erklären. Entsprechende wissenschaftliche Bemühungen um Klärung werden allerdings von nicht wenigen Moslems argwöhnisch beäugt, selbst wenn die Ergebnisse von der Universität Al Azhar in Kairo stammen, einem Forschungsort, der gemeinhin so etwas wie den Vatikan des Islam darstellt.

Die genaue Anwendung der Regeln verlangt von gesunden Moslems ab der Pubertät rund 14 bis 15 Stunden täglich (in Deutschland leicht auch 18-19 im Hochsommer) und trotz Temperaturen von über 40° im Schatten die totale Enthaltsamkeit: Essen, Trinken, Rauchen sind verboten – und natürlich auch Sex.

Weiterhin sind Meditationen und die vorgeschriebenen Gebete, im Ramadan sechs statt der üblichen fünf, einzuhalten. Zudem soll sich der Moslem dazu auch noch aller „unreinen“ oder feindseligen Einstellungen enthalten – soweit sich das überprüfen lässt. Theoretisch ist eine solche genaue Befolgung, wie auch Mazyek andeutet, nur in einer Gesellschaft möglich, die während dieser Zeit Ferien nimmt, oder die sich darauf beschränkt, eine Herde Schafe und Ziegen und allenfalls einige Kamele zu hüten. In der modernen Arbeitswelt, die der muslimische Gott Allâh entweder nicht voraussehen konnte oder wollte, ist dies praktisch unmöglich. Wie sieht also die Praxis aus?

Von den in Deutschland lebenden Moslems praktiziert nach Angaben von islam.de überhaupt nur in etwa die Hälfte den Ramadan, und auch wohl mehrheitlich (soweit sie im Arbeitsleben stehen) befolgen diese nur den Essens-, Trinkens- und Rauchensteil der Regeln (hier „le jeûne“ genannt), was natürlich bereits für sich allein genommen ungemein schwer fällt.

Für die geforderte Meditation dürfte am Arbeitsplatz genauso wenig Zeit verbleiben wie für die ordnungsgemäße Verrichtung der Gebete. Man stelle sich zum Beispiel einen Fließbandarbeiter vor, der seinen Arbeitsplatz verlässt, um neben dem Band den Gebetsteppich auszurollen! Oder einen Schullehrer, der den Unterricht unterbricht, um sein Gebet zu verrichten. Das würde die (ohnehin angeschlagene) Akzeptanz von Moslems in der westlichen, ergebnisorientierten Gesellschaft sicherlich nicht befördern. Also wird es unterlassen. Das ist auch hier in Tunesien so. Man mache sich da bitte keine falschen Vorstellungen. Von etlichen weiß ich, dass sie sich zwar am Arbeitsplatz selbst zurückhalten (um dem sozialen Druck zu entgehen), doch sobald sie das Firmengelände verlassen haben, wird die erste Zigarette angesteckt und zu Hause zumindest Wasser getrunken, weil es sonst nur schwer auszuhalten ist.

Wegen dieser Unmöglichkeiten verkommt der Grundgedanke des Ramadans zur Enttäuschung nicht weniger strenggläubiger Moslems zur bloßen Einhaltung der äußeren Regelstruktur, der eigentliche Inhalt höhlt sich zunehmend aus. Das sehen auch die moslemischen Verbände so, aber mehr als (fordernde) Appelle an die nicht-moslemischen Kollegen, doch bitte Rücksicht auf die Moslems zu nehmen, fällt ihnen dazu nicht ein. Die Mehrheit soll sich nach ihren Vorstellungen der Minderheit anpassen. Das gehört zu einer ganzen Serie stetiger Forderungen von moslemischer Verbandsseite: die Aufnahmegesellschaft soll sich bewegen – man selbst hat dies nicht nötig, weil man sich im Besitz der alleinigen Wahrheit glaubt. Dieses offensichtliche Integrationsproblem wird von vielen Moslems einfach dahingehend gelöst, dass sie entweder den Regeln des Ramadan nicht mehr folgen, oder die Exerzitien am Abend nach der Arbeit nachholen.

Eine adaptive Lösung der schwierigen Regel, die die Flüssigkeitsaufnahme verbietet, was nicht selten vor allem bei Älteren zu Dehydrationsbeschwerden bis hin zu echten gesundheitlichen Schäden oder gar zum Tod führt, lieferte bereits vor langer Zeit der Gründungspräsident des modernen Tunesiens, Habib Bourguiba, als er im Fernsehen die Frage, ob er den Ramadan befolge, schlicht mit „Nein, ich arbeite“ beantwortete. Ostentativ leerte er ein Glas Wasser nach seiner Antwort. Von den „Rechtgläubigen“ in der islamischen Gesellschaft wird er seither als Apostat bezeichnet. Der Koran verlangt für Menschen wie ihn die Todesstrafe. Die wird aber derzeit nur in den sehr extremen islamischen Ländern wie Saudi-Arabien oder Iran exekutiert.

Die Reduzierung des Ramadan auf die nur äußere Einhaltung der Fastenregeln unter Auslassung der meditativen Anforderungen gibt einen Hinweis darauf, in welche Richtung sich ein sogenannter moderater Islam entwickeln könnte, nicht etwa durch Selbstreform, dazu erscheint er derzeit unfähig, sondern durch den Druck moderater Moslems, die angesichts der doppelten Anforderungen zwischen Religion und Arbeitswelt praktische Lösungen suchen. So wird auch die Flüssigkeitsaufnahme tagsüber nicht auf ewig das Tabu bleiben können, das es heute vielfach noch ist. So bedienen sich zum Beispiel die 60 Arbeiterinnen, die im Unternehmen meiner Frau arbeiten, nach anfänglichem scheuen Zögern inzwischen wie selbstverständlich an den aufgestellten Automaten, die in der nur schwach klimatisierten Halle gekühltes Wasser anbieten.

Romdhane Mubarak

Die Adaptation an modernere Erkenntnisse und Notwendigkeiten, von Christen und Juden kulturell längst umgesetzt, wird auch den Islam nicht ausklammern, wenn er sich dauerhaft in den europäischen Kulturen etablieren will. Einen Anfang zu den erforderlichen Veränderungen hat in Deutschland der inzwischen emeritierte Göttinger Professor Bassam Tibi gemacht, dessen Vorschläge für einen „Euro-Islam“, ausgerichtet an dem von ihm eingeführten Begriff der „Leitkultur“, vieles von dem, was am Islam stört wie etwa die Shari‘ah oder die Rolle der Frauen, als entweder zweitrangig einstufen, oder dessen völlige Abschaffung einfordern. Inzwischen gibt es auch im Netz, oft von Frauen betrieben, säkular-moslemische Seiten, auf denen Angleichungen der strengen Systematik an das moderne Leben gefordert werden. Unter „säkular-moslemisch“ wird generell ein Islam verstanden, der sich den Anforderungen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stellt und die Trennung zwischen Religion und Staat fordert. Man kann solche Bestrebungen nur voll unterstützen, denn genauso wenig, wie es gelingen wird, zum Beispiel den Katholizismus völlig abzuschaffen, wird es möglich sein, etwa den Islam zu verbieten. Also muss er gemeinschaftsverträglicher werden, wie dies ja in Teilen zumindest selbst mit den Kirchen gelungen ist – nicht von heute auf morgen, aber immerhin in überschaubarer Zukunft. In Deutschland wurde gerade ein vielversprechender Ansatz zu einem solchen säkularen Islam mit der Gründung der Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin gebildet. Die Protagonisten streben dabei als Integrationsbeitrag einen regen Austausch mit der Gesellschaft an – und zwar nicht nur mit der religiösen, sondern auch mit den humanistischen Teilen. Das ist sehr begrüßenswert und wird von vielen Humanisten unterstützt. 

Wenn auch nicht gerade in Saudi-Arabien, so doch in den Randländern des Islam wie zum Beispiel in Tunesien, beginnt der innere Widerstand gegen die als unangemessen empfundene Tortur auf weniger intellektuelle Weise. Man beginnt zu erkennen, in welchem Umfang die Volkswirtschaft durch die strikte Einhaltung der Ramadan-Regeln beeinträchtigt wird. Ein vernünftiges, durchgehendes Arbeiten ist häufig gar nicht möglich, wenn man nur noch in miesepetrige und unleidliche Gesichter blickt. Die Auswirkungen von Nährstoffmangel auf das Wohlbefinden und die Denkfähigkeit sind in den fortschrittlicheren Ländern längst wissenschaftlich detailliert erforscht und gut bekannt. Selbst einfacher veranlagte Hijab-Trägerinnen trauen sich inzwischen trotz des enormen sozialen Drucks, bei anstrengenden Arbeiten in der Hitze, die Wasserflasche in Griffweite zu haben. In manchen Belegschaften finden sich die strikten Befolger bereits in der Minderheit. Dies gilt nota bene in Tunesien, mit Einschränkungen auch in Algerien. In Marokko hindert der §222 des Strafgesetzbuches eine Aufweichung der religiösen Vorschriften. Öffentliches Ramadanbrechen untertags wird mit 6 Monaten Gefängnis bestraft. Immerhin existieren bereits an den König gerichtete Initiativen, dieses Gesetz aufzuheben oder abzumildern.

Ein gesondertes Problem stellt die ständige Übermüdung dar, was sich in einer stark erhöhten Unfallrate auf den Straßen zeigt. Zum Verständnis dieses Phänomens muss man sich den Ablauf einer typischen Nacht im Ramadan vor Augen führen. Abends um ca. 19 oder 20 Uhr ist Iftar, das Ramadanbrechen. Da wird dann wegen des tagsüber erlittenen Mangels gegessen was das Zeug hält (man spricht selbst hier in Tunesien respektlos von „la grande bouffe“ wie der gleichnamige Film: Das große Fressen). Anschließend geht es auf die Straße, um sich mit Freunden und Bekannten in den proppenvollen Cafés zu treffen, was bis ungefähr Mitternacht dauert. Dann ab nach Hause und noch ein paar Süßigkeiten hineingestopft. Spätestens kurz nach 3 Uhr bimmelt der Wecker (in Kairo und anderen großen Städten geht eigens ein Ausrufer um, der die Leute weckt), denn spätestens gegen 4 Uhr ist es wieder vorbei mit der Nahrungsaufnahme. Dass dieser Schlafmangel nicht gerade dazu beiträgt, die Sicherheit im Verkehr zu erhöhen, liegt auf der Hand. Ich war selbst Zeuge der bizarrsten Unfälle, die unter normalen Bedingungen einfach nicht passieren. Der Grund immer wieder derselbe: am Steuer sanft entschlafen!

Das selbst auferlegte Leiden dokumentiert sich am besten in der Reaktion der Betroffenen selbst: Spätestens eine Woche vor Ablauf des „heiligen“ Monats beklagt sich die Mehrheit und zählt nur noch die Tage, bis endlich der 1. Schawwal erreicht ist. Dann beginnt das Leben erneut. Die islamische Welt steht wieder auf den Füßen.

Nachtrag: In der besonderen Situation Tunesiens sei mir eine Randbemerkung erlaubt. Nach der Revolution wurden alle einsitzenden Extremisten (soweit es nicht Schwerstkriminelle waren) aus den Gefängnissen entlassen. Sie bilden das harte Rückgrat extremistischer Parteien wie Ennahdha des Sheikhs Rachid al-Ghannouchi. An derem extremem Rand wiederum befinden sich die eingefleischten Salafisten, die bereits Kinos in Brand gesteckt haben, Frauen ohne Kopftuch gern mal an den Haaren ziehen, oder Sommer-leicht bekleidete Mädchen auffordern, sich züchtig zu bekleiden. Da etliche Cafés in den größeren Städten den Nichtbefolgern weiterhin Getränke und Essen anbieten, befürchtet die Polizei nun Anschläge auf solche Orte und hat die Sicherheitsvorkehrungen entsprechend erhöht. Ich kann nur hoffen, dass diese Maßnahmen von Erfolg gekrönt sein werden, da ich keinen höhnischen Artikel zu einem evtl. Fall in bestimmten Publikationen lesen möchte. Im Jahr 2021 entfällt das natürlich weitgehend wegen Corona.

Auf den diesjährigen Stand gebracht am 10. Mai 2021.




Wort zum Sonntag, den 9.5.2021

Jh 15,9-17: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.

Es ist immer wieder lustig, wenn man Bibeltexte liest, in denen die heilige Dreifaltigkeit keine Rolle spielt. Kann auch gar nicht sein, weil der Jesus hat ja noch nichts gewusst davon, dass er die zweite Falte in einem dreifaltigen allmächtigen Gott ist, weil diese Lehre wurde – wie auch in Wikipedia steht – „seit Tertullian durch verschiedene Theologen, wie besonders Basilius der Große, und Synoden zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) entwickelt“. Der Jesus selber war noch keine Falte in einem allmächtigen dreifaltigen Gott! Er folgte gemäß der Bibel bloß den Befehlen seines Vaters!

Aber das nur nebenbei, wie resümiert heute der Herr Bischof von Wien seine Predigt? Der Schönborn schließt so: „Freundschaft mit Jesus: Das ist zuerst ein Geschenk, ein Angebot Jesu. ‚Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.‘ Freundschaft kann man nicht fordern. Sie kann nur wachsen, reifen, sich bewähren. Die Initiative geht von Jesus aus. Er hat seinen Jüngern seine Freundschaft dadurch gezeigt, dass er sich ihnen ganz anvertraut hat: ‚Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.‘ Nur dem Freund vertrauen wir das Persönlichste aus unserem Leben an. Nichts schmerzt mehr, als wenn dieses Vertrauen verletzt wird. Ob dann die Freundschaft wiederhergestellt werden kann? Petrus hat das erlebt, als er Jesus in der Nacht der Gefangennahme dreimal verleugnet hat. Seine bitteren Tränen zeigen, wie sehr es ihn geschmerzt hat, dass er den besten Freund aus Feigheit verleugnet hat. Deshalb gehört Versöhnung unter Freunden zu den freudigsten Momenten. Da erst wissen wir, wie kostbar die Freundschaft ist.“

Die Erwählung der Katholiken erfolgte geschichtlich nicht durch den Jesus, sondern durch die zwangsweise Einführung der christlichen Religion als Staatsreligion des Römischen Reiches durch das Dreikaiseredikt von 380! Aber das kennen die regelmäßigen Besucher dieser Site eh schon längst, laut Textzähler kamen „Dreikaiseredikt“ und „380“ bisher zusammen in einer html 41mal vor, jetzt sind’s 42mal! Und jetzt noch eine Wiederholung: Meinereiner ärgert sich immer noch darüber, dass seinerzeit vor 74 Jahren das katholische Taufen von Kindern noch allgemeine Bürgerpflicht war und meinereiner darum zwölf Jahre lang den Religionsunterricht besuchen und jede Schulwoche zwei Religionsstunden lang lügen und heucheln musste! Und der Ärger darüber motiviert meineneinen immer noch dazu, diese Site zu betreiben, Amen, so ist es!

PS: Die Formulierung „lügen und heucheln“ kommt auf dieser Site 38x vor!

PPS: Heute war es schon die 600. Predigt, das erste Atheisten-Wort zum Sonntag erschien am 4. Juli 2010, anfangs geschah das eher noch unregelmäßig…




Nur Kindgerechtes ?

„Antimuslimischer Rassismus“ von ungewöhnlicher Art:
Die Namen der Akteure spielen dabei für mich keine Rolle, die Handlungsmuster finde ich maßgeblich

Im April 2021 berichtete Deutschlandfunk Kultur auf seiner Website, dass die „Göttliche Komödie“ neu ins Holländische übersetzt wurde, um sie „freundlicher und zugänglicher“ zu gestalten. Bei dieser Gelegenheit wurde jene Textpassage, in der der Prophet des Islams, Mohammed, sowie dessen Schwiegersohn Ali erwähnt sind, ausgelassen, entfernt, mit der Begründung, dass man „einen Großteil der Leserinnen und Leser“ nicht „unnötigerweise verletzen“ wolle.

Die Göttliche Komödie (Divina Commedia) des italienischen Dichters, Philosophen und Begründers der modernen italienischen Schriftsprache Dante Alighieri (1265-1321) ist eines der Werke zeitloser Weltliteratur. Musiker, Bildhauer, Maler, Literaten und Filmemacher ließen sich durch das Werk inspirieren, es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, und Forscher widmeten ihr Abhandlungen. Die Wikipedia schreibt zum Inhalt u.a.:

Personen der antiken, der biblischen und vor allem der mittelalterlichen Geschichte, bekannte und minder bekannte oder manchmal auch (heute) unbekannte, werden hierbei als Individuen mit ihren persönlichen Leidenschaften, Erinnerungen und Verfehlungen oder Verdiensten präsentiert […]

Im 28sten Gesang des ersten Teils der Dichtung, der mit „Die Hölle“ überschrieben ist, werden, neben anderen Figuren, auch der Mohammed und Ali erwähnt:

Dieweil ich auf ihn starrte, ganz entsetzt,
Sah er mich an, rief, mit den Händen beiden
Die Brust aufreißend: «Schau, wie ich zerfetzt!
Schau, welche Wunden Mahomet muß leiden!
Vor mir geht Ali, weinend, von den Braun
Gespalten bis zum Kinn von scharfer Schneiden.
Ein jeder war, dem hier du kannst erschaun,
Sämann von Zwist und Hetzerei im Kleide
Des Fleisches: jetzt drum selber so zerhaun.
Ein Teufel, der uns solches tut zuleide,
Dort hinten steht; wenn wir die Bahn hinwieder
Der Qual umkreist, fällt seines Schwertes Schneide
Aufs neu auf jeden unsrer Rotte nieder;
Denn eh wir wieder ihm vorübergehn,
Sind allemal geheilt die wunden Glieder.
Doch wer bist du? Bleibst ob dem Bogen stehn
Und gaffest? Aufschub hoffst du wohl der Plage,
Die dir auf deine Beichte ausersehn?»

(Übersetzung: Friedrich Freiherr von Falkenhausen (1869-1946))

Mit Blick auf den Inhalt von Dantes „Göttlicher Komödie“ — «Personen der antiken, der biblischen und vor allem der mittelalterlichen Geschichte» — hätte bei der Neuübersetzung (siehe oben) mit gleicher Begründung, dass man also „einen Großteil der Leserinnen und Leser“ nicht „unnötigerweise verletzen“ wolle, jedoch auf viele weitere Textteile verzichtet werden müssen (vergl. auch Mohammed in Bildern, # 13 sowie # 24 bis # 27, sowie den Beitrag Mohammed-Karikaturen in der Wikipedia).

Das Signal der o.a. Textverstümmelung an die islamische Welt und an in Europa lebende Muslime ist aus meiner Sicht: „Liebe Muslime, wir wollen euch solche Textpassagen nicht zumuten, weil wir euch für Unmündige halten. Deshalb bekommt ihr von uns nur eine Übersetzung, die nach unserer Überzeugung für euch kindgerecht aufbereitet ist.“

In der Begriffs- und Wertewelt mancher (politischer) Kreise wird ein solches Vorgehen gelegentlich als „Rassismus“ bezeichnet. Zur Vertiefung: Brief an die Heuchler.

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Beitragsbild oben: Codex Altonensis: Dantes Comedya; Wikipedia; gemeinfrei.


Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
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QS72@gmx.net




DGHS-Präsident: Sterbewillige brauchen Ansprechpartner 

DGHS-Präsident: Sterbewillige brauchen Ansprechpartner

WEIMAR. (dghs/fgw) Die Deutsche Geslleschaft für humanes Sterben e.V. (DGHS) sieht nach der Orientierungsdebatte im Bundestag einen klaren Auftrag an die Ärzteschaft. Rechtsanwalt Prof. Robert Roßbruch, Präsident der DGHS äußert daher kurz vor Beginn des diesjährigen Ärztetages Verständnis für die Position des Ärztekammer-Präsidenten Professor Dr. Klaus Reinhardt, dass Ärztinnen und Ärzte „keine zu zentrale Rolle“ (Prof. Reinhardt im „Spiegel“ vom 24.4.2021) bei der Suizidhilfe einnehmen wollen.

Allerdings sei es, so Roßbruch, unverzichtbar, dass es Ärztinnen und Ärzten ohne Strafandrohung und der Gefahr berufsrechtlicher Sanktionen möglich sein müsse, unter Beachtung von Sorgfaltskriterien die Rezepte für die zur Selbsttötung benötigten und geeigneten Medikamente auszustellen:

„Es gibt viele Mediziner, die dazu bereit sind. Die Berufsordnungen einiger Landesärztekammern bauen aber noch immer eine einschüchternde Drohkulisse auf, so dass Mediziner Patienten mit einem begründeten Sterbewunsch oftmals nicht ergebnisoffen und sachlich beraten wollen.“ Selbstverständlich könne und dürfe kein Arzt zu einer indirekten oder gar faktischen Mitwirkung an einer Selbsttötung verpflichtet werden. Roßbruch weiter: „Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26.2.2020, das die Selbstbestimmung des Einzelnen so klar stärkte, muss für die Menschen signalisiert werden, dass es viele Hilfen ZUM Leben gibt. Sollte ein Einzelner zu dem Schluss kommen, dass er zum Sterben Hilfe braucht, sollte es genauso ein klares Signal geben, welches Verfahren er dazu durchlaufen muss.“

Mit Blick auf die kürzlich im Bundestag stattgefundene Orientierungsdebatte zu einer möglichen Neuregelung der Suizidhilfe sagt DGHS-Präsident Roßbruch:

„Die DGHS begrüßt die stattgefundene Orientierungsdebatte ausdrücklich, sie war längst fällig. Allerdings blieben die Wortbeiträge durchgehend an der Oberfläche und im eigenen Wertekanon stecken. Es scheint sich bis auf die Initiatoren der zwei Gesetzentwürfe noch kaum jemand ernsthaft damit befasst zu haben, wie die Hilfestellung und die Beratungsangebote konkret ausgebaut werden können.“

Beispielsweise wäre eine Pflicht für den Einzelnen, eine Beratungsstelle (mehrfach) aufzusuchen, für Schwersterkrankte unzumutbar. Zudem wäre eine allzu starke Einengung auf die Berufsgruppe der Ärztinnen und Ärzte als Helfende nicht wünschenswert. Als weiteren Punkt, der von der Politik behandelt werden muss, nennt Roßbruch eine Änderung im Betäubungsmittelgesetz, das bislang eine entsprechende Verschreibung von Natrium-Pentobarbital, das sich bei Schweizer Sterbehilfeorganisationen als optimales Mittel bewährt hat, in Deutschland verhindert. Entscheidend bleibe, dass Menschen mit Suizidüberlegungen nicht allein gelassen werden.

„Ein zugewandtes und ergebnisoffenes Gespräch, das letztlich die Suizidhilfe nicht kategorisch ausschließt, kann viele Verzweiflungshandlungen verhindern helfen“, so Roßbruch. Letztlich seien es nur sehr wenige Menschen, die eine Suizidhilfe tatsächlich in Anspruch nehmen, nicht selten genüge das Wissen, dass sie als Ultima ratio umsetzbar wäre.

(SRK)

03.05.2021
Von: (SRK)




Der Weinstock und die Reben

Wort zum Sonntag, den 2.5.2021

Jh 15,1-8: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Na, das ist ja ein weit reichendes Angebot, das da der Jesus seinen Jüngern macht! „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.“ Hat aber nie im geringsten funktioniert, der Jesus hat seinen Jüngern niemals alle ihre Wünsche erfüllt, obwohl das für eine Falte des dreifaltigen allmächtigen Gottes doch nur ein Furz einer Lerche („Leachalschas“) gewesen wäre! Aber Götter sind eben nur Phantasiegestalten, denen man alles zuschreiben kann, diese Phantasiegestalten aber deswegen nicht real werden!

Aber das nur nebenbei, was predigt heute der jesusgläubige Schönborn dazu? Er schließt so: „Gott ist der Winzer, wir sind die Rebzweige. Was oft wie harte Einschnitte aussieht und auch als schmerzlich erlebt wird, ist in Wirklichkeit eine Reinigung, eine Läuterung, die unser Leben von manchem Unfruchtbaren befreien will. Es ist wirklich nicht leicht, das so zu sehen. Wie kann Gott schweres Leid zulassen? Ist er gar ein grausamer Sadist, der uns unnötig leiden lässt? Und doch machen wir die Erfahrung, dass gerade die schweren Zeiten in unserem Leben die Phasen waren, in denen wir am meisten gereift sind. Ich möchte sie persönlich nicht missen, bin aber auch dankbar, wenn sie vorbei sind. Vielleicht ist die ganze Corona-Krise eine große Läuterung? Den zweiten Zusammenhang sieht Jesus in der Beziehung zu ihm. ‚Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.‘ In allen Prüfungen des Lebens ist es eine unschätzbare Hilfe, das zu erfahren: Mein Leben ist verbunden mit dem Urquell des Lebens. Ich muss es nicht alleine schaffen. Ich könnte es auch gar nicht. Die Reben beziehen den Lebenssaft aus dem Weinstock. Wir haben unsere Lebenskraft aus unseren unlösbaren Zusammenhängen mit dem göttlichen Quellgrund. Jesus sagt es klar und nüchtern: ‚Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.‘ Wir können als Menschen zwar Vieles und Großartiges leisten. Nachhaltige Frucht werden wir nur bringen, wenn wir den großen Zusammenhang mit dem göttlichen Weinstock nicht verlieren.“

Der Weinstock ist ein gutes Gleichnis! Denn der trägt Weintrauben und aus diesen kann man Wein machen und ihn trinken, dann ist man besoffen und träumt möglicherweise von Göttern! Man könnte natürlich auch die Frage stellen, woher der göttliche Weinstock seinen Ursprung hätte? Wer hat den gesetzt? Ein göttlicher Winzer? Und woher kam der? Oder ist der Weinstock von selber gewachsen, wurde sozusagen urgeknallt? Für einen Bischof stellt sich so eine Frage klarerweise nicht, er lebt ja auch beruflich von seiner göttlichen Weinrebe! Ein bisschen Realität lässt der Schönborn jedenfalls über, er sagt keine Silbe zum obigen Satz „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten“. Weil dass ihm alle Wünsche mit göttlich-weinstöckiger Hilfe in Erfüllung gehen, das erwartet er natürlich nicht, wenn er seinen Weinstock um was bittet, dann passiert eben das Gewünschte manchmal oder es passiert nicht. Weil mangels Götter ist das Geschehen ja nicht von diesen abhängig, was geschieht, das geschieht materiell aus dem Möglichen! Amen, so ist es!

Entnommen bei www.atheisten-info.at