Ethikunterricht für alle

Ethikunterricht für alle

Dazu läuft noch bis zum 25.1.2021 die Eintragungsfrist für das Volksbegehren „Ethik für alle“, weil die Regierung hat ja den neuen Ethikunterricht nur für die Schüler eingeführt, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Der Religionsunterricht wird damit als Ethikunterricht und nicht als religiöse Lehre bewertet und wer den Religionsunterricht nicht besucht, gilt somit als eine Art ethikloser Untermensch, der zwangsbelehrt werden muss!

Das Volksbegehren hat folgenden Wortlaut:

„Zur Erfüllung des Wertevermittlungsauftrages der Schule (§1(2) SchOG, Art14(5a)B-VG) fordern wir die Einführung eines vom Religionsunterricht entkoppelten Ethikunterrichtes in jeder Schule mit Öffentlichkeitsrecht als Pflichtfach für alle SchülerInnen von der 1. bis zur 12./13. Schulstufe.
Ferner fordern wir:
-Ein abgeschlossenes Ethik-Lehramtsstudium als Mindestqualifikation für EthiklehrerInnen
-Unvereinbarkeitsregeln für Ethik- und zugleich ReligionslehrerInnen
-Ein Ethikfachinspektorat“

Begründung des Einleitungsantrages des Volksbegehrens „Ethik für ALLE“:

Der Ethikunterricht ist als solcher konsensfähig und eine repräsentative Umfrage belegt, dass über 70% der ÖsterreicherInnen einen Ethikunterricht für ALLE bevorzugen. Und dennoch: im Schuljahr 2021/22 soll der Ethikunterricht ausschließlich als Pflichtfach für Schülerinnen und Schüler, die keinen Religionsunterricht besuchen, eingeführt werden. Die von der Koalition beschlossene diskriminierende Einführung dieses wichtigen Fachs ist aus pädagogischer, gesellschaftlicher und demokratiepolitischer Sicht nicht vertretbar.

Nur ein gemeinsamer Ethikunterricht für ALLE Schülerinnen und Schüler – ungeachtet ihrer religiösen Zugehörigkeit und ab der ersten Klasse – würde hingegen die Vielfalt in der österreichischen Gesellschaft widerspiegeln, das Gemeinsame betonen und einen wichtigen Beitrag zur Integration in Österreich leisten. Ferner würde nur ein seitens der Republik beaufsichtigter gemeinsamer Ethikunterricht für ALLE gewährleisten, dass die Erfüllung des „Zielparagraphen“ (§2 Abs. 1 Schulorganisationsgesetz) in Österreichs Schulen sachlich und frei von ideologischer bzw. politischer Einflussnahme stattfindet.

Der Ethikunterricht ist viel zu wichtig, um den Partikularinteressen der Religionsgemeinschaften oder einer politischen Partei geopfert zu werden. In einer offenen, säkularen Gesellschaft kann – und muss – ein Ethikunterricht viel mehr bieten als einen minderwertigen Ersatz für den (nichtbesuchten) Religionsunterricht. In den Genuss eines Ethikunterrichtes sollen vielmehr in jeder Schule mit Öffentlichkeitsrecht alle SchülerInnen des intakten Klassenverbandes und unabhängig vom Besuch (oder Nichtbesuch) eines Religionsunterrichtes kommen – und zwar ab der 1. und bis zur 12./13. Schulstufe. Denn wer zum Zweck der Wertevermittlung Klassen entlang konfessioneller oder ethnischer Grenzen auseinanderdividiert, der spaltet die Gesellschaft auch außerhalb der Schule und wer mit der Wertevermittlung zu spät beginnt, der vermittelt zu wenig.

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Wort zum Sonntag, den 10.1.2021

Mk. 1,7-11: Johannes verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Heute steht es in der Proportion von der Länge des Evangeliums zur Länge der Schönbornpredigt ca. 1 zu 7 für’n Schönborn. Die Bibelstelle ist auch wieder unfreiwillig lustig. Man stelle sich vor, da gibt es einen ewigen dreifaltigen Gott, der schickt die zweite Falte mittels Befruchtungshilfe durch die dritte Gottesfalte per Jungfrauengeburt hinunter auf einen Planeten namens Erde und freut sich dann über seinen geliebten Sohn, an dem er Wohlgefallen hat. Mit der Wesenseinheit Gottes in drei Gottesfalten kann das nichts zu tun haben. Aber die Lehre von der göttlichen Dreifaltigkeit wurde – wie schon kürzlich (im Wort 579) hier verkündet – ja erst zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) entwickelt, davon konnte der Evangelist Markus noch nix wissen!

Aber was predigt heute der Schönborn, gehen wir gleich zu seinem Resümee: „Jesus kommt an den Jordan, mitten unter den vielen Menschen, die sich von Johannes im Wasser des Flusses untertauchen lassen. Erst jetzt tut der Himmel kund, wer dieser Mann ist, der dreißig Jahre unbekannt und unerkannt unter den Menschen gelebt hat: ‚Eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.‘ Von da an tritt Jesus ins Licht der Öffentlichkeit. Ich frage mich immer mehr: Was hat dieses lange verborgene Leben Jesu mir persönlich zu sagen? Ich sehe darin vor allem die Einladung, auf die oft so verborgene Gegenwart Gottes in meinem Leben zu achten. Er ist da, mitten im unscheinbaren Alltag, ob ich es beachte und merke oder nicht. Und das mein ganzes Leben lang.“

Der Jesus war also 30 Jahre inkognito unterwegs, erst dann fing er mit seiner Arbeit als Religionsverkünder an! Wenn es die Figur des Jeschua ben Josef wirklich gegeben hat und das nicht alles eine Jahrzehnte später erfundene Story ist!
Die Schlussfolgerungen des Herrn Kardinal sind jedenfalls für einen Kirchenführer etwas überraschend, der Schönborn hat schon sein ganzes Leben lang, Probleme seinen Gott zu bemerken! Natürlich: wie sollte er ihn bemerken, Götter existieren ja nur in der menschlichen Phantasie! Aber bei einem Erzbischof sollte dieser Gott doch leichter wahrnehmbar in seinem Hirn montiert sein! Er lebt ja schließlich davon!




Freies Denken ist ohne eine freie Sexualität nichts wert 

WEIMAR. (fgw) Freigeist (frz. Libertin) – das Wort sagt sich leicht dahin. Doch wer aber ist ein Freigeist bzw. was ist ein Freigeist? Besser gefragt: Was sollte einen Freigeist charakterisieren, was ihn auszeichnen?

Mein ganz persönliches Credo als Freigeist lautet so:

„Über alles nachdenken können und wollen,

über alles auch reden (schreiben) wollen und können;

keineswegs aber das alles auch tun wollen, tun wollen müssen!“

Ein Freigeist ist also zuerst vom Kopf, vom Verstand her ein Freidenker. Also jemand, der nicht in – zumeist widersinnigen – religiösen Dogmen gefangen ist. Doch der Mensch ist nicht nur „Kopf“, ist nicht nur (wenn möglich) ein Verstandesmensch.

Er ist und bleibt ursprünglich, also ein Natur-Wesen. Ist also auch Körper, und die Natur hat ihm aufgegeben, sich zu vermehren, seine Spezies zu erhalten. Womit wir bei der Sexualität wären. Und bei der Sinnlichkeit. Ein Freigeist ist also auch ein Freisinniger. „Freisinnig“ meinte im deutschen Sprachgebrauch des 19. Jahrhunderts, zuvörderst eine politische Einstellung, die der Aufklärung, der republikanischen Demokratie verpflichtet sein sollte.

Aber man kann diesen Begriff auch eindeutiger formulieren als „freie Sinnlichkeit“ – im weitesten Sinne als freie Sexualität, als frei gelebte Sexualität. Wobei „freie Sexualität“ nichts wertneutrales ist. So wie jeder einzelne Mensch höchst individuell ist, so ist auch seine Sexualität stets höchst individuell, und unwahrscheinlich facettenreich. Zu bedenken ist beim heute inflationären Gebrauch der Begriffe „frei“ und „Freiheit“ immer auch, daß die eigene Freiheit stets da endet, ja, da enden muß, wo sie die Freiheit eines jeden Anderen tangiert oder gar verletzt.

Ja, die sexuellen Veranlagungen des Menschen, seine Neigungen, seine Bedürfnisse, seine geheimen Wünsche und nicht zuletzt seine diesbezüglichen Phantasien sind derart vielfältig und daher kaum zu kategorisieren. Zumal nicht zuletzt die jeweiligen Produktions- und Eigentumsverhältnisse und die darauf basierenden gesellschaftlichen Verhältnisse die ganz individuellen zwischenmenschlichen Beziehungen begründen.

Zu berücksichtigen sind ferner die in allen Epochen deutlich verschiedenen geprägten Kulturkreise rund um den Erdball. Was einst bzw. heute und dort völlig „normal“ war bzw. ist, das kann anderswo zu dieser oder jener Zeit als widernatürlich, gar als „pervers“ gelten. Und geächtet sein, gar mit drakonischen Strafen sanktioniert werden.

Aber es gab auch – überwiegend sogar – Zeiten, in denen vielgestaltige heidnische bzw. polytheistische Weltanschauungen, Religionen, dominierten – Sexuelles war mitunter sogar in kultische Rituale integriert. Die also sinnenfreudiger (sagen wir es auch so: die durchaus humanistischer waren) waren als z.B. das monotheistische Christentum. Welches im Kern jedwede Sexualität, die nicht der „leider“ notwendigen Erhaltung der eigenen Art dient, als Sünde verdammt. Und gerade dieses Einreden von Schuld, das Schüren von Ängsten vor Höllenstrafen sollte sich als bestes Mittel für die Herrschaft von Priesterkasten über Mensch, Gesellschaft und Staat erweisen.

Was kann man nun alles zum Ausleben einer freien Sexualität rechnen? Nicht nur monogame, sondern auch polygame oder polyamore Beziehungen. Nicht nur heterosexuelles, sondern ebenso homo- und bisexuelles Verlangen und Ausleben.

Grenzen wir aber nun die Sexualität, genauer die „freie Sexualität“ hier auf den Bereich des sogenannten BDSM ab. Was diese vier Buchstaben bedeuten, das möge jeder selbst in einem Lexikon nachschlagen. Aber da ist es wieder – das Kategorisierungsproblem. Auch dieser Bereich der Sexualität ist derart vielfältig, ist so vielgestaltig. Da gibt es Dominant-devotes (bzw. Submissives), da gibt es Sado-masochistisches, gar auch beides zusammen, da gibt es Bizarres…

Und zumindest seit Menschen der klassenlosen Urgemeinschaft entwachsen sind, leben sie solche Neigungen und Bedürfnisse aus. Denn jetzt war man ja so produktiv, daß es im Leben um mehr als nur den Erhalt der primitiven Existenz ging. Allerdings, dieses Ausleben von Lust konnten – und wollten und durften – sich auch nur die Angehörigen der jeweils herrschenden Klassen erlauben. Den Untertanen war dies, blieb dies, strikt verboten. Das änderte sich erst in Europa und Nordamerika ab Mitte des 20. Jahrhundert. Und erst mit dem letzten Drittel dieses Jahrhunderts verließ das stets latent vorhandene BDSM-Leben seine Verstecke. Man begann es jetzt, nicht zuletzt dank des Internets, öffentlich auszuleben. Und auch nicht mehr nur unter den „oberen Zehntausend“ und in Künstlerkreisen…

All dieses wurde, dezent nur, auch in meinem Universitätsstudium der Kulturwissenschaften angesprochen. Kulturgeschichte der Sexualität nannte sich das neutral und konkret. Gerne hätte ich zu diesem Thema auch meine Diplomarbeit geschrieben. Aber für ein ausführliches Quellenstudium war nicht genügend Zeit.

Aber danach – mittlerweile seit rund 25 Jahren – hatte ich viele Gespräche bzw. Befragungen mit Frauen, die sich als „devot“ bzw. „submissiv“ bezeichnen. Und ich las auch vieles an sexualwissenschaftlicher Fachliteratur – in Verbindung mit den oben erwähnten Erlebnisberichten bzw. geäußerten Phantasien. Was die Berichte angeht, so hatten meine Gesprächspartnerinnen diese sowohl positiv erlitten als auch negativ „erlitten“.

Mich persönlich interessierte vor allem die Frage, warum sich Frauen freiwillig einem Mann sexuell unterwerfen wollen? Warum gerade selbstbewußte, selbständige und beruflich erfolgreiche Frauen – und nicht zuletzt in gehobenen Positionen tätige – das wollen? Aber wenn man für ein weiteres Nachdenken anstelle von „Unterwerfung“ das Wortpaar „vertrauensvolle Hingabe“ setzt, dann kann man feststellen, daß hier Unterwerfung nichts anderes als eine ganz besondere Form von Hingabe, von Liebe darstellt. Wobei freie Sexualität nicht unbedingt mit Liebe im klassischen Sinne einhergehen muß. Sie kann auch auf „nur“ freundschaftlicher Basis gelebt werden.

Wer waren nun diese Frauen, die sich offen zu ihren Neigungen, zu ihren Phantasien und zu dem Ausleben derselben bekannten? Sie waren Leitende Oberärztin und Ärztinnen, Rechtsanwältin und Inhaberin einer großen Kanzlei, Geschäftsführende Gesellschafterinnen mittelständischer Unternehmen, Diplom-Ingenieurinnen, Leiterin einer großen christlichen Buchhandlung oder Gymnasiallehrerin – und zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Unabhängig voneinander sagten sie mir über ihre Motive, sexuell submissiv bzw. devot sein zu wollen:

– ich muß den ganzen Tag stark sein,

– darf keine Fehler machen,

– darf keine Schwäche zeigen,

– ich muß stets Entscheidungen treffen, Anweisungen geben,

– ich muß stets korrekt sein (auch in der Sprache),

– (ich muß auf strikte Hygiene achten)

– ich muß bewerten, bestrafen, belobigen…

…also möchte ich – auch als Ausgleich dazu – im Privaten, im Sexuellen einfach nur das Gegenteil sein dürfen. Ich möchte nur Weib, nur „Fotze“ sein, möchte benutzt werden und sehen, spüren, DASS und WIE SEHR es ihn nach mir verlangt, und daß ich seine Lust befriedigen kann und damit auch die eigene. Ich möchte es hier „schmutzig“, obszön usw. usw.

Etwas sehr ähnliches bekam ich etwa fünf bis zehn Jahre später auch von Gymnasiastinnen und Studentinnen zu hören, die mit ihren 18 bis 24 Jahren deutlich jünger waren als vorgenannte Frauen. Auch wenn bei diesen dennoch die Neugier überwog, sie einfach nur Erfahrungen sammeln wollten. Und auch schon erste, wenngeich differenzierte Erfahrungen gemacht hatten.

Äußerungen aus den Weiten des WWW blieben und bleiben aber für mich generell außen vor, denn da ist ja viel zu oft keiner das, was sie und er zu sein vorgeben.

Was diese hochgebildeten, selbstbewußten und selbständigen Frauen und ihr Frau-sein und ihre Sexualität charakterisiert hat nichts mit den vorgeblichen Frauenrechten etc. zu tun, die von verklemmten EMMAnzen oder gendernden Menschen wie eine Monstranz vor sich her getragen werden. Und die Männer bzw. das „Patriarchat“ für alle Übel dieser Welt verantworlich machen. Die im Prinzip nur die christliche Sinnenfeindlichkeit fortsetzen. Das gilt leider auch für viele Menschen, die sich als Freidenker oder Humanisten bezeichnen.

Zurück zum Thema: Mich persönlich fasziniert vor allem das (Rollen-)Spiel aus Macht und Hingabe, denn nichts anderes stellt eine dominant-devote Liebesziehung im Kern dar. Denn nur in einem solchen Rollenspiel können Phantasien zum Leben erweckt werden. Und Immer wieder – nicht nur im sexuellen Bereich – bewegt mich gerde als Freigeist konkret die Frage von Macht und Verhinderung von Machtmißbrauch.

Denn wie oben geschrieben, „freie Sexualität“ ist nicht wertneutral, sie ist nicht an Liebe gebunden. Sie wird zu oft mit kommerziellen Interessen verbunden; da kann naive Hingabe zu Hörigkeit, kann zum Absturz führen. Zu viele Menschen, Männer zumeist, nutzen unter Vortäuschungen gerade die Neugier junger Frauen, von Mädchen, aus, um sie gezielt und hinterhältig in die Prostitution zu zwingen. Das soll mit Absicht betont werden. Eben deshalb muß Vertrauen an erster Stelle beim Eingehen einer solchen BDSM-Beziehung stehen, gepaart mit gegenseitiger Achtung!

Übrigens, selbst das Thema Inzest sollte in solchen Überlegungen über freie Sexualität nicht ausgeklammert worden. Denn in der Geschichte der Menschheit war das durchaus nicht immer ein Tabu. Man denke da nur an die Pharaonen und die Inca. Ja, selbst in einer sehr bedeutenden europäischen Dynastie ist es bis ins 20. Jahrhundert hinein üblich gewesen, immer wieder Cousinen zu ehelichen. Und im katholischen Hochadel Europas galten Mädchen noch bis Mitte des 19. Jahrhundert ab dem 13. Lebensjahr als „ehemündig“ Das alles hatte allerdings mit freier Sexualität und erst recht mit Liebe nichts zu tun. Sondern diente ausschließlich dem Macht- und Vermögenserhalt.

Und, wer glaubt, das hier zum Thema Niedergeschriebene sei nur kranker Männerphantasie entsprungen, der bzw. die nehme doch bitte mal entsprechende Literatur aus Frauenhand zur Kenntnis – beispielsweise „Anankes“ Trilogie um „Clair de Lune“. Was darin z.B. an extremsten, bizarrsten Praktiken einer dominant-sadistischen Frau detailliert beschrieben gibt, das kann sogar einen gestandenen Mann zum Schaudern bringen.

Abschließend noch einmal zurück zum Credo eines Freigeistes. Man kann dieses auch etwas anders formulieren:

Alles was mündige Menschen im Vollbesitz ihrer geistigen Käfte, verantwortungsbewußt und freiwillig miteinander für gemeinsamen Lustgewinn tun, all das ist normal. Es ist daher egal, wen man liebt, wann und wo und auch wie man liebt. Wichtig ist nur, DASS man liebt UND auch selbst geliebt wird!

Siegfried R. Krebs

07.01.2021
Von: Siegfried R. Krebs




Ausgesprochenes

Ausgesprochenes

Woody Allen: Es gibt nicht nur keinen Gott, sondern auch keinen Installateur am Wochenende.

Louis Aragon: Von allen möglichen sexuellen Perversionen, ist die Religion die einzige, die jemals wissenschaftlich klassifiziert worden ist.

Aristoteles (384-322 v.u.Z.!): Gebete und Opfer sind nutzlos.

Isaac Asimov: Richtig gelesen ist die Bibel das beste Argument für den Atheismus, das je geschaffen wurde.

Michail Bakunin: Würde Gott wirklich existieren, müsste man ihn abschaffen.

Charlie Chaplin: Aufgrund einfacher Vernunft glaube ich nicht an Gott, an keinen.

Richard Dawkins: Vom Testosteron aufgeweichte junge Männer, die zu unattraktiv sind, um in dieser Welt eine Frau zu bekommen, könnten verzweifelt genug sein, um für 72 eigene Jungfrauen in eine nächste Welt zu gehen.

Albert Einstein: Jeder Blödsinn kann dadurch zu Bedeutung gelangen, dass er von Millionen Menschen geglaubt wird.

Karl Farkas: Jeder Mensch ist nur so gut wie es ihm geht.

Ernst Haeckel: Gott? Ein gasförmiges Wirbeltier.

Rod Steiger: Die Menschheit hat viel mehr Wunder vollbracht als der Gott, den sie erfunden hat. Was für eine Tragödie ist es, einen Gott zu erfinden und dann leiden zu müssen, um ihn als König zu erhalten.

Mark Twain: Die Götter bieten keine Belohnungen für den Intellekt. Es gab noch nie einen, der irgendein Interesse dafür zeigte.

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Rückgang der CO2-Emissionen durch Corona-Pandemie

Das meldete am 4.1.2021 die Max-Planck-Gesellschaft:

Corona-Pandemie führt zu einem Rekordrückgang der globalen CO2-Emissionen

Die CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern fielen 2020 mehr als viermal stärker als während der globalen Finanzkrise im Jahr 2008, so die aktuelle Bilanz des Global Carbon Projects. Die atmosphärische CO2-Konzentration stieg trotzdem weiter an und wird im Jahresmittel voraussichtlich einen neuen Rekordwert erreichen.

Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang der globalen Kohlendioxid-Emissionen geführt. Dies zeigt die jährliche Bilanz des Global Carbon Projects (GCP), eines weltweiten Zusammenschlusses von Klimaforschern, an dem Sönke Zaehle und Christian Rödenbeck vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena mit Analysen der Land- und Ozeankohlenstoffspeicherung beteiligt sind. Die Wissenschaftler analysieren, welche Mengen an Treibhausgasen jährlich freigesetzt beziehungsweise der Atmosphäre durch Aufnahme in Landvegetation und Ozeane entzogen werden.

Der neueste Bericht des GCP zeigt, dass es fünf Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen gelungen ist, die Zunahme der globalen CO2-Emissionen zu verlangsamen: In der Dekade von 2010 bis 2019 gingen die fossilen CO2-Emissionen bereits in 24 Ländern mit wachsenden Volkswirtschaften deutlich zurück, was auch auf ein Greifen von Klimapolitik zurückzuführen sein könnte. Im Jahr 2020 sanken die weltweiten fossilen Emissionen auch aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie um den Rekordwert von sieben Prozent oder umgerechnet etwa 2,4 Milliarden Tonnen CO2 auf 34 Milliarden Tonnen CO2. Dieser Rückgang ist erheblich größer als frühere signifikante Rückgänge von 0,5 (1981 und 2009), 0,7 (1992) und 0,9 (1945) Milliarden Tonnen CO2. Emissionen aus anthropogener Landnutzung verblieben auf durchschnittlichem Niveau. Um die Pariser Klimaziele nicht zu überschreiten, müssen zwischen 2020 und 2030 jedes Jahr zusätzlich ein bis zwei Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden.

Transportsektor bringt die größten Corona-bedingten Reduzierungen

Besonders deutlich war der Rückgang der Emissionen in den USA (minus zwölf Prozent) und in den EU-Mitgliedsstaaten (minus elf Prozent). „Hier trafen verringerte Emissionen aus der Kohlenutzung und die Auswirkungen der pandemiebedingten Beschränkungen zusammen“, erklärt Julia Pongratz von der LMU München. „Schon 2019 stiegen die CO2-Emissionen langsamer als in den Vorjahren. Mit der Corona-Pandemie sanken die Emissionen nun deutlich, deshalb ist 2020 ein zentrales Jahr. Ob dies einen Trend einläutet, hängt allerdings stark davon ab, wie sich die Maßnahmen in den Covid-19-Stimuluspaketen weltweit ausgestalten. Wir beobachten bereits, dass die Emissionen sich langsam wieder dem Niveau von 2019 annähern.“

Für den größten Teil des Rückgangs der Emissionen im Jahr 2020 war der Transportsektor verantwortlich. Auch im Dezember 2020 lagen die Emissionen aus dem Straßen- und Luftverkehr aufgrund der anhaltenden Beschränkungen immer noch um etwa 10 Prozent beziehungsweise 40 Prozent unter den Werten des Vorjahres. Ob der 2020 auch durch Corona bedingte Rückgang der Emissionen sich in der Zukunft fortsetzen wird, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden, warnen die Forscher. Nach dem Rückgang der Emissionen aufgrund der globalen Finanzkrise 2008 stiegen die Emissionen im Jahr 2010 sprungartig um fünf Prozent an, als sich die Wirtschaft erholte. Es besteht die Befürchtung, dass ein sprunghafter Anstieg der CO2-Emissionen auch 2021 eintritt.

Atmosphärische CO2-Konzentrationen steigen weiter

Trotz des Rückgangs fossiler Emissionen ist der atmosphärische CO2-Gehalt auch 2020 immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Die Analysen der Forscher zeigen, dass die Land- und Ozeansenken im langjährigen Mittel proportional zu den Emissionen kontinuierlich gewachsen sind und so etwa 54 Prozent der gesamten anthropogenen CO2-Emissionen im Jahr 2020 aufgenommen haben. „Diese Senken bremsen so den Anstieg des Wachstum des CO2 in der Atmosphäre“ sagt Sönke Zaehle vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie, „das Verständnis dieser Senken und ihrer Reaktion auf zukünftige Emissionen und den menschengemachten Klimawandel sind daher von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung des atmosphärischen CO2-Gehalts.“

Die weiterhin hohen Emissionen ließen den CO2-Gehalt in der Atmosphäre weiter ansteigen. Im Jahresmittel wird er voraussichtlich einen neuen Rekordwert von 412 ppm (parts per million) erreichen. Das entspricht einer Zunahme von 48 Prozent gegenüber dem vorindustriellen Wert. Stabilisieren wird sich der atmosphärische CO2-Gehalt und damit das Weltklima erst, wenn die globalen CO2-Emissionen sehr nahe bei Null liegen, so die Forscher.

Das Team von 86 Klimaforschern aus aller Welt veröffentlicht die CO2-Bilanz 2020 in der Fachzeitschrift Earth System Science Data. Das Global Carbon Budget 2020 ist die 15. Ausgabe der jährlichen Gutachten. Aus Deutschland sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU München, des Alfred-Wegener-Instituts (Bremerhaven), des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (Hamburg), des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie (Jena), des Karlsruhe Institute of Technology, des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung (Kiel) und des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung (Warnemünde) beteiligt.




Hinter allem eine Absicht

Das Denken in Ursache-Wirkung-Mustern ist in uns Menschen tief und in jedem von uns bereits seit frühen Kindertagen verankert. Allerdings können solche Denkmuster zu Fehlschlüssen führen, wie sich in manchen Welterklärungsversuchen sehr religiöser Menschen bereits seit Jahrtausenden dann zeigt, wenn hinter dem Ursache-Wirkung-Prinzip eine Absicht vermutet oder eine Absicht unterstellt wird.

Auf der profanen Ebene entstehen Fehlschlüsse beispielsweise dann, wenn Wolken und Regen derart in einen Zusammenhang gestellt werden, dass es die Wolken gibt, damit es regnen kann. Oder dass es die Sonne gibt, damit es auf der Erde warm ist. Das Gegenteil zu denken, dass es also regnet weil es Wolken gibt, oder dass es auf der Erde warm ist weil es die Sonne gibt, kommt manchen Menschen als plausible Erklärung (als Kausalzusammenhang) nicht nur in diesen Beispielen nicht in den Sinn, da sie jeweils eine Absicht — ein „damit“ statt eines „weil“ — als Erklärung und zum Verstehen des Sachverhalts erwarten (oder benötigen).

Auf der religiösen Ebene kommt es bisweilen zu sehr bedenklichen Blüten:
Vor ca. elf Jahren haben zwei sehr religiöse Menschen unterschiedlicher (abrahamitischer) Religionszugehörigkeit mir gegenüber behauptet, Erdbeben seien — Zitat — «eine Strafe Gottes». Worauf sie ihre These stützten, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

In dem Buch Die Wahrheit über Eva: Die Erfindung der Ungleichheit von Frauen und Männern zeigen die Autoren Carel van Schaik und Kai Michel anhand mehrerer Beispiele auf, wie das Ursache-Wirkung-Prinzip verzerrt wird, um Machtansprüchen und Machtmechanismen eine Grundlage zu geben.

Aus dem Kapitel I. Als Eva eine Göttin war, Unterkapitel Unsere Schwäche für Ursprünge ein kurzes Zitat aus diesem Buch (Seite 58):

Das eigentliche Verhängnis für die Frauen nahm seinen Lauf, als Adam und Eva missbraucht wurden, um die Existenz des Bösen in dieser Welt zu erklären, und dadurch Eva zunehmend ins Visier geriet, der die Schuld an allem Unheil in die Schuhe geschoben wurde. Das prägte die christliche Kultur bis ins Mark. Noch heute ist es die offizielle Lehrmeinung der katholischen Kirche, dass das Böse, die Sünde, durch Adam und Eva in die Welt trat und durch den nicht einmal biblischen Fall der Engel.

Deshalb besitzt die Enthüllung, dass die Adam-und-Eva-Geschichte heidnische Vorgänger besaß, dass sie eine recht genau historisch zu verortende Erfindung war, eine so große Brisanz. Es ist das Ziel jeder Herrschaft, sich und die Stützen ihrer Macht zu festigen, sie zu «naturalisieren» […], sie ihrer geschichtlichen Gewordenheit zu entkleiden und «natürlich» erscheinen zu lassen. Also zu verschleiern, dass sie ein künstliches Produkt von Menschenhand ist.

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Die Wahrheit über Eva: Die Erfindung der Ungleichheit von Frauen und Männern
von Carel van Schaik und Kai Michel
Rowohlt Buchverlag
ISBN 978-3-498-00112-4




HLS aktuell: Neuaufstellung der DGHS am 40. Geburtstag 

WEIMAR. (dghs/fgw) Wie schon gute Gewohnheit geworden, konnte auch zu diesem Quartals-(und Jahres-) wechsel die aktuelle Ausgabe der DGHS-Vierteljahreszeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ (HLS) ihre Leserschaft erreichen. Die DGHS – das heißt ausgeschrieben Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. – versteht sich als Menschenrechts- und Patientenschutz-Organisation sowie als Bürgerrechtsbewegung. Schwerpunktmäßig geht es in der Heft-Ausgabe 1-2021 um die auf der jüngsten Delegiertenversammlung beschlossene Neuaufstellung der Organisation.

Der neue Präsident Prof. Robert Roßbruch schreibt dazu in einem Editorial:

»Das Jahr 2020 war wohl eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte der DGHS. Zunächst haben wir mit unserer Verfassungsbeschwerde § 217 StGB aus der Welt geschafft. Diese Strafrechtsnorm ist seit dem Urteil des Bundesverfas-sungsgerichts vom 26.2.2020 dauerhaft Geschichte. Nebenbei haben wir damit auch Rechtsgeschichte geschrieben, denn noch nie wurde eine Strafrechtsnorm in Gänze für verfassungswidrig und für nichtig erklärt. Darüber hinaus vermitteln wir für unsere Mitglieder seit Mai dieses Jahres ärztliche Freitodbegleitungen (FTB). Dieses zusätzliche Hilfsangebot für Mitglieder unserer Solidargemeinschaft wurde nun auch am 40. Jahrestag der DGHS auf der Delegiertenversammlung in unserer am 7.11.2020 verabschiedeten Satzung verankert. Ein großer Erfolg, den vor einem Jahr noch niemand in dieser schnellen und konsequenten Umsetzung erwartet hat, zumal es erst einmal galt, die Strukturen und Sicherheits-kriterien zu schaffen, um die unseren ethischen Ansprüchen genügende ärztliche Freitodbegleitung vermitteln zu können.« (S. 3)

Im weiteren berichtet die HLS-Redaktion ausführlich über die Delegierten-Versammlung, die am 7. und 8. November unter strengen Hygiene-Auflagen in Berlin stattfand. Auf den Tag genau 40 Jahre nach Gründung der Bürgerrechts- und Patientenschutz-organisation wurde die Satzung in einigen wichtigen Punkten geändert und das Präsidium in neuer Zusammensetzung gewählt (S. 4 ff.).

Viele weitere Veranstaltungen, die sonst regelmäßig von der DGHS angeboten werden, konnten wegen der Corona-Auflagen nur unter strengen Auflagen oder gar nicht stattfinden. Eine Alternative, um dennoch miteinander sprechen zu können, sind Video-Konferenzen. Über damit gemachte Erfahrungen berichten lokale Ansprechpartner (S. 11, S. 23-24). Was technisch zu beachten ist, um digital mit dabei sein zu können, erläutert ein Service-Beitrag (S. 19-20).

Auf politischer Ebene bleibt die DGHS weiter an ihren Zielstellungen dran. Ein Gerichtsurteil in der Auseinandersetzung zwischen Schwerkranken und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) liegt aktuell vor. Der von DGHS-Präsident RA Prof. Robert Roßbruch geführte Rechtsstreit geht in die nächste Runde (S. 12).

Im Nachbarland Österreich gab es eine aufsehenerregende Entscheidung desVerfassungsgerichts-hofes, wonach das bislang dort geltende Suizidhilfe-Verbot als verfassungswidrig bewertet wurde (S. 14-15).

Informationen aus den Regionen, Buchbesprechungen, Presseschau, Leserbriefe sowie Veranstaltungstips runden die Zeitschrift wie gewohnt ab.

Mehr zur DGHS und der HLS gibt es auf deren Webseite zu lesen.

(SRK)

31.12.2020
Von: (SRK)




Gott bricht Abstandsregeln

Das verlautbarte gemäß Bericht vom 25.12.2020 auf ReligionORF.at Bischof Glettler, der Bericht beginnt so:

Glettler: Gott bricht zu Weihnachten alle Abstandsregeln
Gott hat zu Weihnachten nach den Worten des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler „alle Abstandsregeln gebrochen und sich selbst in die Futterkrippe gelegt“. Auf mehrfache Weise zog Glettler Bezüge zwischen der Coronavirus-Pandemie und dem Weihnachtsgeschehen.

Glettler meint dann, Gott habe zu Weihnachten „alle Abstandsregeln gebrochen und sich selbst in die Futterkrippe gelegt“. Und Weihnachten sei ein „bereits millionenfach getesteter Impfstoff gegen die vielfachen Erkrankungen des Herzens und der Seele, für die wir alle anfällig sind.“ Und das Feiern von Weihnachten „wie Teilnahme an einer himmlischen Impfaktion“ und ein Schutz vor den „letzten Abgründen aller Daseins- und Zukunftsängste“.

Aha? Wenn wer wegen der Corona-Pandemie Zukunftsängste hat, dann hilft dagegen Weihnachten? Wie macht Weihnachten das? Laut Bischof Glettler sei sein Gott die „Mitte unseres Daseins, was auch immer uns an Schicksalsschlägen daherkommt“ und habe damit Menschen aller Zeiten „innerlich berührt und heil gemacht“.

Es wird schon stimmen, dass ein Bischof solche Gefühle entwickelt, aber warum sollten das normale Menschen tun? Weil dann der Corona-Virus davonläuft? Und die Kranken innerlich berührt und heil gemacht werden? Da wird er lange warten können der Herr Bischof, dass sowas passiert!

Aber ein Zölibatär hat ja auch seine zölibatärischen Bedürfnisse, in Einsamkeit und Bedrängnis soll man sich „von Gott umarmen“ lassen und Weihnachten sei ein Aufruf, „uns gegenseitig zu umarmen, auch wenn dies physisch vorläufig nur eingeschränkt möglich ist“.

Dieses priesterliche Bedürfnis kenne ich schon seit meiner Jugend. Alle Mitglieder der katholischen Jugend, die ich damals kannte, hatten einen extremen Hang zum Händeschütteln, man schüttelte bei einem Zusammentreffen, man schüttelte zum Abschied. Auch bei älteren Menschen erkennt meinereiner die katholische Erziehung, wenn wer ein eifriger Händeschüttler ist, dann ist er im Kreis der katholischen Kirche erzogen worden! Gelernt hatten die Leute das von den Priestern, denen ja körperliche Nähe verboten ist, ständig allen die Hände zu schütteln, war daher ursprünglich eine zölibatäre Ersatzbefriedigung des Intimbedürfnisses, die sich im zölibatären Umkreis bleibend verankert hat! Damit bricht man von Gott abwärts die Abstandsregeln!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Fundamentalistische Sekte




Barack Obama „Ein verheißenes Land“

Rezension von Gerfried Pongratz:

Lesevergnügen und Wissensgewinn auf über 1.000 Seiten

Barack Obama: „Ein verheißenes Land“

© Penguin Verlag, 2020, ISBN 978-3328600626, 1024 Seiten.

Los Angeles, 9. Oktober 2000, Parteitag der Demokraten; der junge Senator Barack Obama aus Illinois wird nicht eingelassen, weil seine Personalien den Security-Leuten verdächtig vorkommen – verbittert nimmt er das nächste Taxi zurück zum Flughafen. Eine Anekdote, die sich wie folgt fortsetzt: Vier Jahre später, beim nächsten Parteitag, hält der damals Abgewiesene eine historische Grundsatzrede, die ihn an die Spitze seiner Partei und weitere 4 Jahre später als ersten Afroamerikaner ins Weiße Haus bringt.

Wer Memoiren verfasst, will im Gedächtnis bleiben und dabei auch mitbestimmen, wie er wahrgenommen werden möchte. So auch Barack Obama, der im vorliegenden ersten Teil seiner Autobiografie, die 1024 Seiten umfasst, seinen Werdegang von frühester Jugend bis einschließlich der ersten drei Jahre als Präsident der Vereinigten Staaten im Weißen Haus beschreibt: Sehr ausführlich, sehr gekonnt, sehr authentisch, dazu fesselnd literarisch. In erster Linie als persönliche Schilderung der Ereignisse, in zweiter auch als Rechtfertigung der eigenen Handlungen, Entscheidungen und Unterlassungen. Er führt, oftmals garniert mit humorvollen Kommentaren und emotionalen Erzählungen, erstaunlich intim durch sein privates Leben in und abseits der Präsidentschaft und schildert dabei, ebenfalls erstaunlich offen und sehr ausführlich, nicht nur seine Gedanken und Wertvorstellungen, sondern auch die ihn immer wieder heimsuchenden Selbstzweifel in kritischen Situationen und vor schwierigen Entscheidungen.

Man lernt in diesem Buch sehr viel über das Amt des “mächtigsten Mannes der Welt” und über den Menschen, der dahintersteht. Mit all den Zwängen und Entscheidungsnotwendigkeiten, denen er – sehr oft entgegen eigenen Wünschen und Vorhaben – ausgesetzt ist; am Beispiel Terrorbekämpfung in Afghanistan und im Irak wird dies besonders deutlich. Obwohl Obama im Vorwort des Buches meint, dass das Land am Ende seiner Präsidentschaft besser als vor seiner Amtsübernahme dagestanden sei, räumt er selbstkritisch ein, dass er mit vielen seiner geplanten Vorhaben, wie auch mit seinem zentralen Wahlversprechen von „Change“, als geplantem Wandel hin zu einer gerechteren Gesellschaft, letztlich nicht durchgedrungen ist.

Obamas Regierungszeit war davon gekennzeichnet, dass ihm von Anfang an eine gnadenlose, extrem gehässige Opposition gegenüberstand, die nicht davor zurückschreckte, ihn mit Hilfe feindlich gesinnter Massenmedien (z.B. Fox News) persönlich zu diffamieren und beispielsweise auch mit „er ist kein Amerikaner“ zu verleumden. Auch wurde er immer wieder als entscheidungsunfähig dargestellt, wobei man gleichzeitig alles erdenkbar Mögliche unternahm, seine Pläne und Vorhaben mit populistischer Propaganda zu verunglimpfen und mittels juristischer und politischer Blockaden zu verhindern, bzw. zu verzögern.

Es würde den Umfang dieser Besprechung bei weitem sprengen, auch nur ansatzweise die im Buch beschriebenen Vorgänge darzustellen. Der auf Obama ständig ausgeübte Druck von Partnern und Verbündeten, in diverse Krisen militärisch einzugreifen und die von ihm selbst gefühlte Verpflichtung, kriegerischen Entwicklungen, bis hin zur Verhinderung von Genoziden, militärisch zu begegnen, bestimmten seine außenpolitische Agenda. Die dabei erlittenen Niederlagen sowie auch die zahlreichen vergeblichen Versuche, Eskalationen zu befrieden und militärische Einsätze zu vermeiden, bzw. zu beenden, führten zu großen persönlichen Enttäuschungen (und negativen Reaktionen der Bevölkerung), die seine Amtszeit mehr und mehr zu überschatten begannen.

Das Buch liest sich flüssig und spannend (als Hörbuch wird es auch in Originalsprache von Obama selbst vorgetragen), die Beschreibung bedeutsamer Begebenheiten und dramatischer Vorfälle, aber auch von Obamas kritischen Reflexionen zur eigenen Rolle im oft desillusionierenden Geschehen besitzt literarisches Niveau. Man lernt in diesem Buch sehr viel über die USA – auch auf der Kommunal- und Senatsebene – und deren Weltpolitik und versteht, ohne sie deswegen alle gutzuheißen, manche Vorgänge, die von auch wohlwollend Außenstehenden oftmals als sehr negativ und kontraproduktiv wahrgenommen wurden, bzw. werden. Viele seiner Schilderungen, z.B. von Begegnungen mit Politiker-Eliten der ganzen Welt und die Beurteilung einzelner dieser Persönlichkeiten (z.B. von Angela Merkel) sind nicht nur sehr informativ, sondern besitzen auch hohen Unterhaltungswert. Leider verliert sich der Text manchmal allzusehr in Details und Nebenschauplätze und ermüdet mit der Nennung zahlreicher Namen, eine deutliche Kürzung und Beschränkung auf die allerwichtigsten Ereignisse und Akteure hätte ihm gut getan. Trotz dieses Vorbehalts bietet das Buch neben tiefen Einblicken in das Leben einer besonderen Persönlichkeit zeitgeschichtlich und politikwissenschaftlich Interessierten sehr informative Lektüre durch eine große Fülle an Einsichten, Hintergrundinformationen und einen aus „Obama naher“ Sicht spannenden Blick auf die Welt. Es vermittelt Lesevergnügen und Wissensgewinn, die den für 1000 Seiten notwendigen Zeitaufwand “lohnen”.

Gerfried Pongratz 12/2020




Spiritueller Adventskalender in der Corona-Krise

Daraus ein Auszug zum Kalendertag 17.12.2020, Schwester Philippa Rath lässt auf katholisch.de wissen:

Gott ist der „Ich bin da“: Er lässt uns nicht allein

Meinereiner lässt auch nicht allein und kommentiert den Text der Schwester Philippa!

katholisch.de: Gerade in diesem Jahr sind die letzten Tage vor Weihnachten für viele Menschen von Unsicherheit und Angst geprägt. Doch die Benediktinerin Philippa Rath möchte trotz der Corona-Pandemie Hoffnung verbreiten: Gott lässt niemanden allein.
Atheistischer Kommentar: Wer sich vor Corona fürchtet, der tut das ja nicht erst vor Weihnachten. Und dass Gott niemand allein lässt, ist nicht feststellbar. Wer war in der Corona-Pandemie mit Gott zu zweit?

Schwester Philippa: Die letzten Tage vor Weihnachten sind in diesem Jahr für viele Menschen geprägt von Unsicherheit, Angst und Einsamkeit. Vielleicht auch von Zweifeln, ganz sicher aber von einer unstillbaren Sehnsucht nach Heil und Heilung. In dieser Situation können uns die sogenannten O-Antiphonen, die vom 17.– 23. Dezember in der Vesper gesungen oder gebetet werden, ein Trost und ein Zeichen der Hoffnung sein. In diesen wunderbaren Gesängen wird Jesus Christus unter Bildworten und Titeln angerufen, die im Alten Testament dem erwarteten Messias zugesprochen wurden: O Weisheit, O Adonai, O Wurzel Jesse, O Schlüssel Davids, O Morgenstern, O König der Könige, O Emmanuel.
Atheistischer Kommentar: Aha, wenn liturgische Gesänge erklingen, dann kommt Trost und Hoffnung, hier der Gesang vom 17.12.:
https://www.youtube.com/embed/Rsd8hwGa3F4
Und? Schon genügend Trost und Hoffnung eingetropft?

Schwester Philippa: Wir können Gott keinen gültigen Namen geben, sondern Gott ist der Name über alle Namen (Phil 2,9). Wir können ihn nicht benennen, uns seiner nicht bemächtigen, sondern ihn nur in immer neuen Bildern umschreiben. Er ist das Mysterium unseres Lebens. Das spüren wir in dieser Zeit der Pandemie besonders deutlich und manchmal auch schmerzlich: Gott ist immer der ganz andere. Er bleibt uns nicht selten fern und fremd. So oft können wir ihn nicht verstehen. Wir können ihn nur erahnen und uns ihm fragend, stammelnd, zweifelnd und hoffend annähern, wie dies die O-Antiphonen tun. Und wir können uns erinnern: an das Heilswirken Gottes an seinem Volk Israel und an das Heilshandeln Jesu an den Menschen.
Atheistischer Kommentar: Ja, Götter sind Mysterien! Wie der Rübezahl! Ein Mysterium ist ein Sachverhalt, welcher sich der Erklärbarkeit prinzipiell entzieht! Unser Leben ist kein Mysterium, wir wissen wie es entsteht und wie es gelebt wird und wie es endet, dazu brauchen wir keinen Gott, auch keinen ganz anderen! Wir erahnen Götter nicht, sondern wer entsprechend abgerichtet wurde, der bildet sie sich samt ihrem vermeintlichen Handeln und Wirken ein!

Schwester Philippa: Solches Sich-Erinnern kann auch für uns heute heilsam sein und unseren Blickwinkel ändern. Vielleicht erkennen wir dann: Gott lässt sein Volk nicht allein. Er lässt auch uns, er lässt auch mich, nicht allein. Niemals, auch und gerade nicht in Zeiten der Not, wie die Welt sie derzeit erlebt. Denn er ist der „Ich bin da“. Er geht alle unsere Wege mit. Dazu ist er Mensch geworden an Weihnachten. Und dazu hat er uns verheißen: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ (Mt 28,20)
Atheistischer Kommentar: Erinnern ans biblische Heilswirken des Jesus? Da kann man sich maximal an Bibeltexte erinnern! Und wo ist der Gott, der immer da ist, jetzt in der Zeit der Corona-Pandemie? Wunderheilt er? Fängt er Corona-Viren ein? Arbeitet er an Impfstoffen? Wenn er bis ans Ende der Welt alle Tage da ist, warum merkt niemand was davon? Meinereiner kann abschließend wieder wiederholen: Den Corona-Virus gibt’s wirklich, Götter gibt’s keine! Amen, so ist es!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Von Jesus kein Lebenszeichen!

Helmut-Otto Manning – Von Jesus kein Lebenszeichen! Zur Realgeschichte von Christentum und Islam von den Anfängen bis zur Gegenwart – Herausgeber: Independently published 2020, 204 Seiten, Kindle E-Book 9,90. Taschenbuch 23 Euro

Weltreligionen fallen nicht vom Himmel. Auch werden sie nie von Einzelpersonen begründet. Jesus und Mohammed hat es also nie gegeben. In vordemokratischen Zeiten dienten Religionen einzig dazu, die Macht einer herrschenden Elite zu legitimieren. Wechselte diese Elite, wurde der alte Kult angepasst, um die neuen Verhältnisse göttlich zu rechtfertigen. Ein Prozess, der Jahrhunderte dauerte. Die Herrschaftsform bestimmte stets den Kult, um die Macht göttlich durch ein jenseitiges Spiegelbild zu rechtfertigen. Diese Entwicklung wird hier dargelegt. Durch Jahrhunderte Schul- und Hochschulaufsicht gelang es dem Klerus, seine Mythen zur Geschichte zu machen. Dennoch bleiben sie Märchen. Schwangere Jungfrauen, fliegende Analphabeten und Halbgötter gab und gibt es so wenig wie Feen, Kobolde und Elfen. Und da sich Wissenschaftler nicht mit Geistwesen befassen, ist die Historizität von Jesus und Mohammed eben nicht wissenschaftlich anerkannt. Hier wird wohl erstmals die reale Entwicklung von Christentum und Islam aus älteren Kulten anhand historischer Fakten nachgezeichnet.

Entnommen bei www.atheisten-info.at

Bestellungsmöglichkeit über Amazon – dort können auch die ersten 23 Seiten des Buches probegelesen werden!




Advent im Parlament

Kein Mandat für Advent im Parlament

Aussendung von Niko Alm vom 8.12.2020:

Für eine vom Parlament unterstützte Gebetsfeier gibt es in einem weltanschaulich-religiös neutralen Staat keinen Spielraum.

Gerade die vermeintliche Harmlosigkeit einer überkonfessionellen Gebetsfeier im Parlament verschleiert Instrumentalisierung der Politik durch Religion. Die inszenierte Harmonie immunisiert gegen die Kritik jener, die das Problem auf einer grundsätzlichen Ebene verorten. Für das Prinzip, der Nicht-Identifikation von Republik und Religion ist es nämlich völlig unerheblich, wie diese Überlagerung beschaffen ist. Freilich gäbe es auch gute inhaltliche Gründe, warum eine noch nähere Bindung von Republik und der diskriminierenden Ausgestaltung eines elitären Klubs der Staatsreligionen keine gute Idee ist: Der politische Einfluss organisierter Religion begünstigt überholte Ansichten zu Geschlechtergerechtigkeit, sexueller Orientierung, Selbstbestimmung und Meinungsfreiheit. Religion ist ein Einfallstor für dogmatische Unwissenschaftlichkeit und im Extremfall antidemokratisch bis hin zur Gewaltbereitschaft.

Eine fortgesetzte Verstaatlichung von Religion soll aber gar nicht auf dieser nutzen- bzw. schadenorientierten Ebene diskutiert werden. Das in Österreich praktizierte kooperative Belohnungs- und Bestrafungsmodell zwischen Staat und Religion verstößt an sich gegen den Gleichheitsgrundsatz und gegen das Prinzip der Religionsfreiheit, das nicht-religiöse Weltanschauungen zwar sprachlich diskriminiert, aber mitmeint. Die Republik unterscheidet zwischen anerkannten religiösen und nicht anerkannten (nicht-)religiösen Weltanschauungen und steht damit einer freien Orientierung nach der persönlichen Überzeugung im Weg, indem sie Strukturen der Ungleichbehandlung pflegt und ausbaut.

Das Nationale Gebetsfrühstück

Der Präsident des Nationalrats, die Präsidentin des Bundesrats und ein Komitee aus aktiven und ehemaligen Parlamentariern laden auf dem digitalen Briefpapier des Parlaments zum „Nationalen Parlamentarischen Gebetsfrühstück“ ein. Als Vorbild dieses identitätspolitischen Vernetzungstreffens dient das 1953 etablierte US-amerikanische „National Prayer Breakfast”, an dem bisher auch jeder US-Präsident seit Eisenhower teilgenommen hat. (Anm. Auf Netflix gibt es mit „The Family“ eine schöne Dokumentation dazu.) Solche Veranstaltungen nehmen in den USA naturgemäß ein anderes Ausmaß an. Einen Gastredner wie U2-Frontman Bono (2006 in den USA) wird Wolfgang Sobotka kaum gewinnen können. Dass das „interkonfessionelle und überfraktionelle“ adventliche Gebet diesmal nur im Livestream verabreicht wird, ist aber dem Ausnahmezustand geschuldet. Beten steht zwar auf dem Programm, aber strategisch dient das Format dazu, den bestehenden Einfluss der organisierten Religion in der Politik zu erhalten und gegebenenfalls auch auszubauen.

25 Staatsreligionen

Entgegen landläufiger Meinung sind Republik und Religion in Österreich nicht sauber getrennt. Es gibt zahlreiche sachliche und institutionelle Vermischungen: in Schulen und Universitäten, beim österreichischen Bundesheer, bei dem Bischöfe und Imame als Militärseelsorger (ohne psychologische oder therapeutische Ausbildung) eingesetzt werden, in Klassenzimmern und Gerichtssälen, wo Kreuze anzeigen, wer die letzte Instanz ist und vieles mehr.

 Ein weltanschaulich neutraler Staat würde damit mehrfach sein Identifikationsverbot mit Religion verletzen – alleine die Republik Österreich ist in dieser Frage gar nicht unparteiisch. Sie fördert 25 Staatsreligionen in Form 16 gesetzlich anerkannter Religionsgemeinschaften und neun religiöser Bekenntnisgemeinschaften mit umfangreichen Sonderrechten und Ausnahmen aus sonst allgemein gültigen Gesetzen. Die Aufnahme weiterer Religionen oder gar nicht-religiöser Weltanschauungen in diesen exklusiven Klub ist durch den Abwehrcharakter des Bekenntnisgemeinschafts-Gesetz realpolitisch ausgeschlossen.

Provokante Grenzüberschreitung

Bei der „adventlichen Gebetsfeier” im Parlament soll es auch Lesungen von „Vertretern der verschiedenen Konfessionen“ geben. Eine sehr bestimmte Formulierung, die nahe legt, dass alle – jedenfalls aber die 25 Staatsreligionen – eingeladen wären und teilnehmen. Das ist nicht der Fall, handelt es sich doch de facto um eine katholische Veranstaltung und nicht um einen interreligösen Dialog, auch wenn Protestanten, Juden und Muslime als Quote ins Organisationskomitee sitzen oder mitbeten. Dafür gäbe es übrigens auch noch immer das von der Republik Österreich unterstützte König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog. Das Parlament ist kein Mediator zwischen untereinander verfeindeten Ideologien, die vor allem dann immer zusammenhalten, wenn Privilegien abgesichert werden müssen. Viel mehr kann mit dem Titel „Hoffnung in der Krise“ auch nicht gemeint sein. Dass Gebete und Lesungen nichts gegen die Corona-Pandemie ausrichten werden, versteht sich von selbst, aber richten sie auch keinen Schaden an?

Doch. Diese Gebetsfeier ist nicht weniger als eine missbräuchliche Verwendung der parlamentarischen Infrastruktur und Identität, eine bewusste Provokation des Nationalratspräsidenten Sobotka, der gemeinsam mit den Claqueuren seines Komitees zum Nationalen Gebetsfrühstück ausreizen will, wie viel Katholismus (politischer Katholizismus) in politischen Institutionen in Zukunft akzeptiert werden wird.

Amenlos

Alm

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Entnommen bei www.atheisten-info.at




Der Papst und die Demokratie

Papst Franziskus gegen zu viel Demokratie in der Kirche

Das verkündeten katholisch.de und andere kirchliche Sites am 25.11., meinereiner hat das erst am 29.11. entdeckt und bringt die Meldung hier am 30.11. mit atheistischen Anmerkungen:

katholisch.de: Papst Franziskus tritt die Demokratie-Bremse: Als verfehlt bezeichnete er jetzt Initiativen, die, wenngleich in gutem Willen, die Kirche wie eine Partei mit demokratischen Verfahren oder auf synodalem Wege organisieren wollten.
Atheistische Anmerkungen: Im 19. Jahrhundert hatte der Vatikan gegen die gesellschaftlichen und politischen Reformen und Umbrüche der Moderne und des Liberalismus den „Antimodernismus“ ausgerufen! In den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts hat man sich dann in dieser Hinsicht gemäßigt, mit dem Geist der Gegenwart freundete man sich trotzdem nicht an, die Kirche blieb bis heute eine autoritäre und weitgehend demokratiefreie Einrichtung – Was durchaus Berechtigung hat, die Protestanten haben innerkirchliche demokratische Einrichtungen schon seit längerer Zeit, dort ist der Schwund von praktizierenden Kirchenmitgliedern und der Mitgliederschwund deutlich höher als in der katholischen Kirche. In der BRD waren diese beiden Kirchen ja lange etwa in gleicher Größe, hier eine Übersicht von 1950 bis 2019:

Die Evangelischen waren in den christlichen Zeiten in Deutschland mehr als die Katholiken, im heutigen Säkularismus haben die Katholiken die größere Kirche, diese hat seit 1950 nur 18,8 % verloren, die evangelische 25,7 %, auch der Anteil der Praktizierenden ist bei den Protestanten deutlich niedriger, Katholiken gehen etwa zehn Prozent am Sonntag in die Kirche, Protestanten um die drei Prozent. Bei der katholischen Kirche hält offenbar die unliberale Art die Mitglieder besser: hier wirkt wohl noch die berühmte Pascalsche Wette: Man ist vorsichtiger, vielleicht könnte es den katholischen Gott und seine Höllenstrafen doch geben…

katholisch.de: Papst Franziskus hat Kirchenreformen nach allein demokratischen Maßstäben eine Absage erteilt. Die Existenz der Kirche beziehe ihren Sinn aus der Verwurzelung in Christus. Unabdingbar seien das Hören auf die Lehre der Apostel, geschwisterliche Gemeinschaft, die Feier der Sakramente und das Gebet, betonte Franziskus in seiner wöchentlichen Videoansprache am Mittwoch. Alles, was in der Kirche jenseits dieser Eckpunkte wachse, sei ohne Fundament und „auf Sand gebaut“.
Atheistische Anmerkungen: Ja, das stimmt, der Sinn der Kirche ist sie selber! Das Problem dabei ist, dass in entwickelten Ländern immer mehr Leute die Kirche und ihre Lehren als Unsinn sehen und darum sich mit der Lehre der Apostel gar nimmer befassen, auch wenn sie noch Kirchenmitglieder sind, sich nicht als Gemeinschaft sehen, nicht beten und nicht in die Kirche gehen. Die Kirche hat ein Fundament: ihren Reichtum, ihre Besitzungen, ihren politischen Einfluss. Ihre Lehre ist allerdings leere Luft, wie sich an den selten durchgeführten Umfragen zu kirchlichen Dogmen zeigt, hier wieder einmal die Umfrage aus dem „Standard“ von 2014 und 2018:

In nur vier Jahren ist der Schnitt der Schnitt des Glaubens ans römisch-katholische Glaubensbekenntnis von 35 auf 25 % geschrumpft, an den Hauptglaubenssatz, der Auferstehung des Jesus, glauben nur noch 20 %!

katholisch.de: „Es ist Gott, der die Kirche macht, nicht der Lärm um Werke“, sagte der Papst. Als verfehlt bezeichnete er Initiativen, die, wenngleich in gutem Willen, die Kirche wie eine Partei mit demokratischen Verfahren oder einem „synodalen Weg“ organisieren wollten. „Ich frage mich: Wo ist der Heilige Geist? Wo ist das Gebet? Wo ist die Liebe in Gemeinschaft? Wo ist die Eucharistie? Ohne diese vier Koordinaten wird die Kirche eine menschliche Gesellschaft“, sagte der Papst. Wenn der Heilige Geist fehle, sei die Gemeinschaft von Gläubigen „ein schöner humanitärer, wohltätiger Verein“, aber nicht Kirche. Die Reformbemühungen des „Synodalen Wegs“ deutscher Katholiken erwähnte er nicht ausdrücklich.
Atheistische Anmerkungen: Wer sucht heute noch nach dem Heiligen Geist? Wer betet gläubig und warum und wofür? Meinereiner muss auch manchmal in die Kirche gehen, wenn Verstorbene nicht am Friedhof, sondern nur in der Kirche verabschiedet werden. Obwohl man heute vorher nimmer beichten gehen muss, um zur Kommunion gehen zu dürfen, ist es bei diesen Messen immer so, dass nur eine recht kleine Gruppe aus den an der Messe teilnehmenden Leuten den „Leib des Herrn“ zu sich nimmt. Der Heilige Geist fehlt natürlich immer, weil der ist klarerweise nur eine in den Köpfen von Gläubigen existierende Fiktion…

katholisch.de: Franziskus führte aus, Predigt und Glaubensunterweisung erinnerten an die Worte und Taten Jesu. Die beständige Suche nach Gemeinschaft schütze vor Egoismus und Parteiungen. Das „Brechen des Brotes“ in der Eucharistie mache Jesus gegenwärtig, und das Gebet öffne Raum für den Dialog mit Gott. „Gott schenkt Liebe und bittet um Liebe. Das ist die mystische Wurzel allen Glaubenslebens“, sagte der Papst.
Atheistische Anmerkungen: „Parteiungen“ ist ein anderes Wort für „Fraktionierungen“, also Gruppenbildungen. das will man natürlich nicht haben, weil eine einheitliche katholische Kirche ist natürlich eine stärkere Körperschaft als eine trotzkistische Partei, über die es in den 1968-Zeiten den Witz gab: „Was macht ein Trotzkist, wenn er allein ist? Er sucht sich einen anderen Trotzkisten, damit er sich spalten kann!“ Das Problem der katholischen Kirche sind nicht die Fraktionen, sondern die Religion selber! Immer weniger Leute haben einen Bedarf für liebe und hilfreiche Götter, weil gegen viele Probleme im Leben haben wir ja unsere Sozialversicherung und andere Sozialeinrichtungen und brauchen darum helfende Götter immer weniger. Einen Gott zu lieben, damit er uns liebevoll hilft, lohnt sich immer weniger! Denn mangels Existenz hat er ja sowieso nie geholfen, man konnte sich diese Gotteshilfe allerdings einbilden, wenn man zu Gott gebetet hatte und dann aus der Klemme, die das Beten auslöste, wieder herausgekommen ist! Die mystische Wurzel des Glaubens war früher die kleinkindliche religiöse Abrichtung und die fehlende Motivierung zum Zweifel. Die Kirchenschrumpfungen spiegeln auch wieder, dass das heute anders ist! Ändern können die Kirchen das in unseren Breiten nimmer! das weiß sogar der Vatikan, man erinnere sich an die für 2012 angesetzte Neuevangelisierung Europas, die dann kommentarlos nicht einmal ansatzweise probiert wurde…

Aber zusammenfassend kann man dem Papst recht geben, eine katholische Kirchendemokratisierung würde auch nicht helfen!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Wissenbloggt ist repariert

Liebe Leser von Wissenbloggt. Durch eine Systemumstellung durch den Provider war diese Seite nicht mehr funktionell. Dank der Anstrengungen eines Freundes, der sich in diesen technischen Angelegenheiten auskennt, Matthias Oberer, funktioniert es wieder. Für die Betreiber noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber kommt Zeit, kommt Rat.

In jedem Fall werden wir in den nächsten Tagen den Betreiber wechseln, da sich domainfactory nach zehn Jahren, die ich dort Kunde war, als maximal unkooperaticv gezeigt hat.




Ethik rein, Religion raus

Niko AlmAussendung von Niko Alm vom 21.11.2020.

Den verpflichtenden Besuch des Religionsunterrichts für Schüler, die nicht am Ethikunterricht teilnehmen, abzustellen, wäre der nächste Schritt am Weg zu Ethik für alle.

Nach über zwanzig Jahren Schulversuch haben die Grünen und die ÖVP gemeinsam mit der FPÖ die "Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts für jene Schüler beschlossen, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen." So formuliert es der ORF in einer wenig verklausulierten Jubelmeldung seines Religionsressorts, in der vor allem der Position der katholischen Kirche Platz eingeräumt wurde. Dass nach diesem Etappensieg der anerkannten Kirchen – die nicht-christlichen Religionsgemeinschaften sind nicht mitgemeint – die Religionslehrer in Zukunft auch Ethik unterrichten sollen, versteht sich aus deren Perspektive von selbst.

Es ist so absurd, wie es klingt. Während andere konfessionell gebundene Formen des Religionsunterrichts einander ausschließend sind – eine islamische Religionslehrerin kann etwa nicht zusätzlich evangelischen Unterricht abführen -, soll das bei der Kombination aus Ethik und Religion kein Problem sein? Diese Logik ist erstaunlich, weil der verpflichtende Ethikunterricht ja ganz offensichtlich als Alternative (i. e. Strafe) wie ein weiterer Religionsunterricht für jene eingeführt wurde, die sich von diesem abmelden wollen. Und diejenigen, die nie vorhatten einen Religionsunterricht zu besuchen, werden jetzt einfach mitgenommen.

Ethik ist keine Ersatzreligion

Der schwarzgrünen Regierung und vor allem den treibenden Kräften hinter diesem Gesetz ging es nie darum, Ethik als eigenständiges Unterrichtsfach zu etablieren, sondern die Abmeldungen vom Religionsunterricht zu reduzieren und die beiden Unterrichtsformen über Personalunionen einander anzunähern. Untermauert wird das insbesondere von Vertreter†innen der Kirchen mit dem Argument, dass Religionsunterricht ohnehin schon wie Ethikunterricht geführt werde – übrigens sehr zum Leidwesen von konservativen Gläubigen.

Dieses Argument ist aus ganz prinzipiellen Gründen falsch. Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Behauptung handelt, die wohl jeder Ethiklehrer brüsk zurückweisen würde, ist es völlig unerheblich, ob der Religionsunterricht in der Praxis einem Ethikunterricht gleicht. Zwischen diesen beiden Fächern steht eine intellektuelle Feuermauer. Ethik ist weder Ersatz für Religion, noch folgt der Unterricht einer dogmatischen Ideologie. Der Religionsunterricht hingegen ist immer als religiöse Unterweisung zu sehen. Das ist sein Kernauftrag (Siehe: Missio canonica).

Religion durch den Hinterhof

Wer, wie aktuell zum Beispiel der VP-Nationalratsabgeordnete Rudolf Taschner, an dieser Stelle die Argumentation bemüht, dass Religion ohne Integration in den Schulbetrieb in "Hinterhöfen unterrichtet" wird und dort gefährliche Wirkung entfaltet, insinuiert gleichzeitig, dass religiöse Indoktrination, die später einmal zu religiös motiviertem Terror führen kann, besser in der Schule abgeführt wird. Dieses oft von intellektuellen Hinterbänklern vorgebrachte Argument, Religionsunterricht im kooperativen Modell von Republik und Religion so "entschärfen" zu wollen, ist als weiteres Indiz zu werten, dass bei der Einführung des Ethikunterrichts primär der Erhalt religiöser Unterweisung in der Schule bezweckt wird.

Das Identifikationsverbot des weltanschaulich-religiös neutralen Staat weiterhin zu brechen, um das schädliche Potenzial von Religion in einem konfessionellen Unterricht im Ermessensspielraum der Religionen selbst zu entschärfen zu lassen, ist paradox. Die Schule ist mit Sicherheit der falsche Ort, Ideologien zu vermitteln, die sich der Erkenntnis nach wissenschaftlicher Methode per definitionem entziehen, die Frauen und Homosexuelle abwerten und nach Einschätzungen vieler offensichtlich auch prototerroristische Aufhetzung (Sonst würden ja nicht immer wieder die Hinterhöfe bemüht.) verfolgen.

Religionsunterricht spaltet

Die staatlich legitimierte Unterweisung in religiösen Denkmustern ist nicht nur pädagogisch bedenklich, sie wirkt auch sozial destabilisierend. Konfessioneller Religionsunterricht spaltet den Klassenverband nach dem Religionsbekenntnis der Eltern. Ein gemeinsamer Unterricht in weltanschaulichen Grundlagen und kritischem Denken findet in der Schule auch mit der Einführung des Ethikunterrichts in der geplanten Form nicht statt. Das Schulsystem benachteiligt längst nicht mehr nach Herkunft, Haarfarbe, Geschlecht, sexueller oder politischer Orientierung, aber es wirkt weiterhin differentialistisch, wenn es um Weltanschauung geht.

Religion darf nicht aus der Schule verschwinden, aber sie soll im Unterricht – wie auch politische Ideologien – nur aus einer Außensicht vermittelt werden: in Geschichte, in Philosophie und natürlich Ethik. Nur ein gemeinsamer verpflichtender Ethikunterricht für alle kann dazu beitragen, die religiöse Ideologisierung von Kindern zumindest soweit zu verschieben, bis sie ihre Religionsmündigkeit im Alter von 14 erreicht haben und sich selbst aktiv dafür entscheiden.

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Neuer Schweizer Kirchenaustrittsrekord!

The beautiful mountain landscape with church. Switzerland.

The beautiful mountain landscape with church. Switzerland.

Die katholischen Austrittszahlen in der Schweiz für 2019 wurden erst am 19.11.2020 gemeldet, VATICAN NEWS verlautbarte die Zahlen auf ihrer Site:
"31.772 Menschen in der Schweiz sind im vergangenen Jahr ausgetreten – das ist ein Viertel mehr als im Vorjahr. 2018 musste die katholische Kirche 25.366 Austritte hinnehmen. Das zeigen neueste Zahlen und ein Bericht des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) in St. Gallen. Das Institut wird von der katholischen Kirche in der Schweiz getragen. Bereits die Kirchenstatistik 2018 vermeldete eine Zunahme der Kirchenaustritte um ein Viertel. 2017 lag die Zahl der Austritte noch bei 19.893."

Auf kath.press heißt es: "Die Zahl der Kirchenaustritte in der Schweiz ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Demnach traten 2019 dort 31.772 Menschen aus der katholischen Kirche aus, wie das Portal kath.ch (Donnerstag) unter Berufung auf das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in Sankt Gallen berichtete. Dies sei etwa ein Viertel mehr als im Jahr davor (25.366). Das SPI wird von der katholischen Kirche in der Schweiz getragen. Auffällig sei, dass mehr Menschen zwischen 51 und 65 Jahren der Kirche den Rücken kehrten, hieß es. 2019 waren demnach 24 Prozent der Ausgetretenen in dieser Altersgruppe. 2011 seien es 16 Prozent gewesen."

Hier ein Screenshot von der Site des Schweizer Bundesamtes für Statistik mit den Angaben zur Religion von 1970 bis 2018:

Man sieht: auch in der Schweiz sind die Protestanten tüchtiger im Mitgliederschwund, sie sind von 1970 und 53 % bis 2018 auf 30% gesunken, bei den Katholiken war dieses Minus nur rund neun Prozent (52 auf 43), der Anstieg der Konfessionslosen belief sich auf gut das Zehnfache, von ca. zwei Prozent auf 22 %.

Vergleich zu Österreich: 2019 sind hierzulande 1,34 % der Katholiken ausgetreten, in der Schweiz war es rund ein Prozent, also ein bisschen mehr geht noch!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Österreich: Lockdown ab 17.11.2020

coronavirusbeDas war wohl unvermeidbar geworden, die österreichischen Zahlen erreichen Weltrekordniveau, weltweit gab es im November im Tagesschnitt pro Mio. Einwohner 72 neu Infizierte und einen Toten, in den USA, dem Land wo es die meisten Infektionen gibt, lauten diese Zahlen pro Mio. EW und pro Tag 340 neu Infizierte und drei Tote, in Österreich sind es 749 neu Infizierte und fünf Tote!

Hier Kurven über die tägliche Zunahme:

1. weltweit:

2. USA:


3. Österreich:

Was sieht man da? Weltweit ging es stetig um die Infizierung neuer Länder und um die entsprechende Ausbreitung dort, diese Kurve hat dadurch auch einen stetigen Verlaufsanstieg. Die Kurve der USA sieht ähnlich aus, dort gab es zeitweise Anstiegsrückgänge, jetzt geht's wieder aufwärts!

Und Österreich? Bei uns blieb es lange flach und dann ging's seit Anfang Oktober plötzlich in Richtung Weltrekord! Man sieht, dass es in Österreich lange Zeit gut funktioniert hatte, der kleine Gipfel vom März wurde rasch downgelockt, dann war lange eine Ruhe, im August wurden Auslandsreisen wieder üblich und dadurch neue Viren ins Land geholt, Anfang September ging es wohl auch darum wieder los und da hätte wohl schon der nächste rigorose Lockdown folgen müssen!

Im Frühjahr gab es einen einzigen Tag mit mehr als tausend Neuansteckungen, im Herbst ließ man den Anstieg eskalieren!

Vergleichen wir mit Deutschland: Dort hat man gut neunmal so viele Einwohner, die Gesamtzahlen der Infizierten und der Toten beliefen sich am 14.11. auf  788.899 und 12.619, pro Mio. EW sind das 9.505 und 152,  in Österreich waren das insgesamt 198.291 und 1.746 und pro Mio. EW 22.280 und 196, Österreich coroniert also auf die Einwohner gerechnet die BRD bei den Angesteckten um das 2,3fache und bei den Toten um knapp 30 Prozent!

Ob das allein von der Regierung zu verantworten ist, darf allerdings bezweifelt werden. Es ist leicht möglich, dass es hierzulande einfach mehr bürgerlich freie Idioten gibt, wie man sie bei Befragungen im TV öfter zu hören bekommt und auch praktisch sehen kann. Eine wesentliche negative Rolle spielt es wohl auch, dass die Ansteckungsquellen so oft nicht mehr ausgeforscht werden können, dafür müsste man einfach mehr Personal einsetzen und die Angesteckten entsprechend verhören!

Hier ein Screenshot der Zeit im Bild vom 14.11., er zeigte Horden von Menschen, die sich wegen des für den 17.11. angekündigten Lockdown auf den Einkaufsstraßen drängten:

So derartig deppert muss man sein! Oder man beschwert sich darüber, dass beim Lockdown Grundrechte eingeschränkt werden, Grundrechte hätten wohl wichtiger zu sein als die Bekämpfung einer Pandemie…

Aber ab Dienstag gilt in Österreich (Screenshot APA-Aussendung):

Wir sitzen tief in der Coronascheiße! Also: Bleibt daheim und tut außerhalb nur das absolut Lebensnotwendige!

Hier die Kurve von China:

Dort ist die Krankheit anfangs expandiert und wurde Anfang März gestoppt, vom 1.4. bis zum 14.11. gab es eine Vermehrung von nur rund sechs Prozent, in Österreich war das vom 1.4. bis 14.11. eine Vermehrung um rund 1800 %. Die Chinesen hatten eben schon zu Beginn einen vollständigen Lockdown gesetzt, dort ist jetzt eine tägliche Vermehrung von durchschnittlich 25 Neuinfektionen und das bei einer Bevölkerung von 1,4 Milliarden!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Junge FDPler wollen Inzestverbot abschaffen

BlumenDas war am 13.11.2020 entsprechenden Aussendungen zu entnehmen!

FDP-Jugend will Inzest erlauben:
Warum sollte Inzest mit einer Freiheits- oder Geldstrafe bestraft werden, wo es doch bei diesem "Verbrechen" keine Opfer gibt.
Wenn zwei einwilligungsfähige Personen sich entschließen, Sex zu haben, dann kann man das verwerflich oder eklig finden, letztlich geht es Staat und Gesellschaft aber nichts an.
Wer Inzucht mit dem Argument eines erhöhten Risikos für Behinderungen verbieten will, betreibt menschenverachtende Eugenik und müsste konsequenterweise auch allen Menschen mit vererbbaren Nachteilen die Fortpflanzung verweigern.
Abschließend erklären die Jungen Liberalen: "Nein, wir finden diese Forderung nicht deshalb richtig, weil wir mit unseren Geschwistern oder Eltern ins Bett wollen und nein, sie ist auch nicht unser wichtigstes Anliegen. Aber wir finden die Forderung richtig und vertreten sie selbstbewusst."

Das Inzestverbot ist ein urtümlicher Bestandteil der Menschheitsgeschichte! Es gab zwar in diversen Altkulturen Geschwisterehen, z.B. in Ägypten. Es stehen aber schon entsprechende Verbote in den Büchern von Moses, siehe z.B. 5 Mose 27:22: "Verflucht sei, wer bei seiner Schwester liegt, die seines Vaters oder seiner Mutter Tochter ist!"

Im Gesetzbuch – Codex Hammurapi – des babylonischen Königs Hammurapi I. (er lebte von 1792 bis 1750 v.u.Z) wurde der Beischlaf zwischen leiblichen Eltern und Kindern verboten, konkret enthielten die §154 bis 158 folgende sexuelle Vorschriften:
§154 Wenn ein Mann mit seiner Tochter der Blutschande schuldig ist, wird er ins Exil getrieben.
§155 Wenn ein Mann ein Mädchen mit seinem Sohn verlobt und sein Sohn mit ihr Verkehr hat, aber er (der Vater) sie danach beschmutzt und dabei überrascht wird, dann wird er gefesselt und ins Wasser geworfen.
§156 Wenn ein Mann ein Mädchen mit seinem Sohn verlobt, aber sein Sohn sie nicht gekannt hat, und wenn er sie dann beschmutzt, soll er ihr eine halbe Goldmina zahlen und sie für alles entschädigen, was sie aus dem Haus ihres Vaters gebracht hat . Sie kann den Mann ihres Herzens heiraten.
§157 Wenn jemand nach seinem Vater Blutschande mit seiner Mutter schuldig ist, werden beide verbrannt.
§158 Wenn jemand nach seinem Vater mit seiner Hauptfrau, die Kinder geboren hat, überrascht wird, wird er aus dem Haus seines Vaters vertrieben.

Diese Verbote, die es in vielen Völkern schon in der Urgeschichte gab, hatten einen einfachen Grund: Inzest war Inzucht und Inzucht brachte viele Fehlgeburten und Behinderte. Was man heute ganz einfach in Wikipedia nachlesen kann:
Das Risiko für das Auftreten einer vorhandenen Erbkrankheit beträgt für Paare:
2–4 % bei nicht blutsverwandten Partnern (statistischer Durchschnitt)
1/64  =  1,56 % bei blutsverwandten Cousin–Cousine 2. Grades
1/16  =  6,25 % bei blutsverwandten Cousin–Cousine (1. Grades)
1/8  =  12,50 % bei blutsverwandten Onkel–Nichte, Tante–Neffe, Großelternteil–Enkelkind oder Halbgeschwister
1/4  =  25,00 % für blutsverwandte Vater–Tochter, Mutter–Sohn oder vollbürtige Bruder–Schwester

Und irgendwelche Gendefekte haben ja die meisten Leute, in der Evolution hat sich ja die zweigeschlechtliche Fortpflanzung als nahezu vollständige Norm deswegen durchgesetzt, weil Gendefekte in der Regel in der Vererbung wechselweise vom nichtdefekten Geschlechtspartner ausgeglichen werden! Aber unter nahen Verwandten sind diese Gendefekte eben oft beiderseits vorhanden!

Also sollte man diese Verbote bestehen lassen!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Feueralarm von R. Kiefer

FeueralarmFeueralarm 2010:
100 Menschen laufen raus und sind froh, dass sie aus der Gefahrenzone kommen.

Feueralarm 2020:
60 Leute laufen raus und sind froh, dass sie aus der Gefahrenzone kommen.

5 Leute erklären, dass der Feueralarm nur ein Geräusch ist. Und Geräusche gab es schon immer. Und wir leben noch.

3 Leute verklagen den Staat, weil sie die Musik auf ihren Kopfhöhrern kaum noch verstehen.

5 Leute finden, dass nur weil jetzt Rauch da ist und gerade ein brennender Kollege am Fenster vorbeigefallen ist, man nicht vergessen sollte, dass es auch schonmal Fehlalarme gab. Und fordern andere auf, sitzen zu bleiben, bis geklärt ist, ob wirklich Leute sterben.

1 Kollege erklärt, dass nur weil ein brennender Kollege am Fenster vorbeigefallen ist, nicht sicher ist, ob dieser nicht irgendwann sowieso gestorben wäre.

4 Leute weisen darauf hin, dass sie Feuerwehr ganz schön teure Autos hat und fragen einfach mal ohne Hintergedanken, wem dieser Feueralarm wohl nützt. Sich jetzt retten zu lassen, würde schließlich bedeuten, sich dem korrupten System zu unterwerfen.

2 Leute weisen darauf hin, dass es seit 2012 in einer Firma von George Soros einen Brandschutzplan gibt, der auch vorsieht, dass man flüchtet, die Feuerwehr gerufen wird und Löschmittel eingesetzt wird. Zufall?

4 Leute erläutern wortreich das Gedächtnis des Wassers. Die Feuerwehr, die uns mit Wasser benetzt, ist nur ein Handlanger der Eliten, die uns damit homöopathisch impfen.

6 Leute weisen darauf hin, dass die Ausbildung der Azubis nicht unterbrochen werden darf, um die Evakuierung durchzuführen. Außerdem darf der Geschäftsbetrieb nicht leiden!

Der Hilfskoch aus der Kantine setzt sich an die Spitze einer Bewegung, die Flüchtende mit Benzin bespritzt, um darauf hinzuweisen, dass sie gerade Ihres Grundrechtes auf langsames Gehen beraubt werden.

3 Leute weisen darauf hin, dass beim letzten Großbrand auch so eine Panik verbreitet wurde, ausnahmslos alle rausgerannt sind, rausgetragen wurden und einige sogar von Feuerwehrleuten abgeseilt wurden.
Und da sei am Ende keiner gestorben und nur 3 im Krankenhaus gewesen.
Sowas ist nie gefährlich.

2 Leute weisen darauf hin, dass täglich Leute an Krebs, Aids und Hunger sterben und da auch kein Alarm erklingt

3 Leute schreiben ein Buch, dass die Idee der Gewebsschäden durch Hitze ein Konstrukt aus dem Mittelalter sei, Feuer noch nie unter dem Elektronenmikroskop beobachtet wurde und die Kochschen Postulate für Feuer nie nachgewiesen wurden.
Sie werden reich.

2 Leute merken an, dass Brandmelder gar nicht zum Nachweis von Feuer geeignet sind.

(Geklaut aus einem FB-Post)




Großangelegte Razzien bei Muslimbruderschaft

MuslimbruderschaftWie die Staatsanwaltschaft Graz in einer Aussendung vom 9.11.2020 wissen ließ, hat es in den heutigen frühen Morgenstunden Razzien in der Steiermark, Kärnten, Wien und Niederösterreich gegen die Muslimbruderschaft gegeben. Es wird gegen mehr als 70 Beschuldigte und mehrere Vereine ermittelt, die verdächtig sind, Mitglieder der terroristischen Vereinigungen Muslimbruderschaft und Hamas zu sein.

In über 60 Wohnungen, Geschäfts- und Vereinsräumen wurden Durchsuchungen durchgeführt, 30 Personen festgenommen und der behördlichen Vernehmung wegen des Verdachtes auf Tätigkeiten in  terroristischen Vereinigungen und Terrorismusfinanzierung zugeführt. Innenminister Karl Nehammer stellte dazu fest, "wir gehen gegen diese kriminellen, extremistischen und menschenverachtende Organisationen mit aller Härte und allen Möglichkeiten des Rechtsstaats vor", mit diesem Einsatz wären Wurzeln des politischen Islams gekürzt worden.

Dieser Vorgang soll schon länger vorbereitet worden sein und hätte mit dem Wiener Terroranschlag nichts zu tun. Aber nach dem Skandal über unterbliebene Ermittlungen nach diesbezüglichen Informationen von anderen Geheimdiensten, ist es ja wohl ohnehin höchste Zeit, dass endlich entsprechend gehandelt wird!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Offener Brief in Sachen Islamismus

Säk HilfeAussendung der "Säkularen Flüchtlingshilfe" in der BRD vom 4.11.2020:

Ende Oktober forderte Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos sowie stellvertretender Parteivorsitzender der SPD, in einem Gastbeitrag im Spiegel angesichts des islamistisch motivierten Mordes an dem französischen Lehrer Samuel Paty, dass die politische Linke ihr Schweigen beenden und den Kampf gegen Islamismus nicht länger den Rassisten überlassen solle. Die Säkulare Flüchtlingshilfe unterstützt seinen Appell in einem Offenen Brief:

Sehr geehrter Herr Kühnert,
für Ihren wichtigen Gastbeitrag im Spiegel "Die politische Linke sollte ihr Schweigen beenden" vom 21. Oktober 2020 möchten wir Ihnen herzlich danken. Wir begrüßen die offene Debatte, die Sie damit ausgelöst haben.
Zunächst sind Sie jetzt – neben dem Zuspruch – leider auch den üblichen Unterstellungen und Diffamierungen ausgesetzt. Die unlauteren Attacken nicht nur von Islamisten und Islamlobbyisten, sondern selbst aus linken Kreisen kennen wir aus eigener Erfahrung nur zu gut. Daher möchten wir Ihnen öffentlich unsere volle Unterstützung aussprechen. Wir sind überzeugt, dass gemeinsam eine Wende der Islam- und Migrationsdebatte zum Besseren gelingen kann.

Ihre Worte verdienen, in all ihrer Klarheit und Eindringlichkeit gehört zu werden:
"Wenn die politische Linke den Kampf gegen Islamismus nicht länger Rassisten überlassen will, muss sie sich endlich mit diesem blinden Fleck beschäftigen…

Selbstverständlich ist es die Aufgabe linker Politik, die sozialen Zusammenhänge rund um Terror und Kriminalität zu durchleuchten und daraus Schlüsse zu ziehen. Linke Politik muss Machtverhältnisse und Hierarchien thematisieren, sich für die Sozialisation des einzelnen interessieren und sie muss diskriminierende Strukturen in Staat und Gesellschaft aufdecken und ändern. Dem Ziel folgend, unser Zusammenleben gerechter und somit auch sicherer zu machen, kann anschließend über einzelne Maßnahmen gestritten werden.

Doch über eines muss von Beginn an unverdruckste Klarheit bestehen: Alle Terrorakte gleichen sich in ihrer Unrechtmäßigkeit und alle Todesopfer des Terrors gleichen sich in der unweigerlichen Auslöschung ihrer Existenzen. Diese bedrückenden Fakten sowie das Mitgefühl mit Opfern und Angehörigen stehen am Anfang einer jeden Betrachtung.

Darüber müssen wir sprechen. Laut, öffentlich, unmissverständlich.

Wir sehen uns als Verbündete in dem von Ihnen beschriebenen "Kampf gegen Islamismus" und für eine offene, freiheitliche Gesellschaft.
Der Islamismus ist der Grund, warum wir in unseren Heimatländern kein freies, normales Leben führen können. Wir mussten vor islamischer Bedrohung und Gewalt fliehen und müssen uns selbst hier weiterhin vor Übergriffen schützen.
Wir sehen mit Sorge das Auftreten des Islamismus in Deutschland und Europa. Auch sehen wir die Auseinandersetzung mit diesen Problemen als wichtiges Mittel an, um der Verbreitung von Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft entgegenzutreten und Lösungen anzubieten.

Auf wen setzt die "politische Linke" in Zukunft?

Wir können nicht erkennen, wie es der Integration dienen soll, dass Teile Ihrer Partei und deutsche Ministerien auch zukünftig noch in einseitiger Weise mit Islamverbänden und Organisationen kooperieren, die einen Scharia-Vorbehalt verfechten und nicht für den vollen Bestand der Menschenrechte eintreten. Der Schulterschluss der Politik sollte den liberalen Muslimen gelten.
Wir Ex-Muslime haben diese menschenfeindliche Ideologie hinter uns gelassen schon bevor wir deutschen Boden betraten. Wir vertraten schon vor unserer Flucht die Werte der Demokratie und der universellen Menschenrechte, der Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit. Möge die deutsche Gesellschaft diese Werte und Freiheiten niemals aufgeben – zu keinem Preis.
Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass die deutsche Politik einen angemesseneren Umgang mit den Regierungen und dem politischen Islam unserer Heimatländer findet. Von dort kennen wir nämlich die anti-feministischen, anti-LGBT oder antisemitischen Positionen, die auch hier von Islamisten immer offener vertreten werden und mit denen sie zu Gewalt und Mord aufstacheln.
Wir haben Sie kürzlich eingeladen, über unsere Erfahrungen und unsere Vorschläge zu diskutieren. Offen und online mit den Unterzeichnenden und vielen mehr. Wann haben Sie Zeit?

Mit freundlichen Grüßen
Rana Ahmad, Mitgründerin und Vorstand Säkulare Flüchtlingshilfe
(aus Saudi-Arabien geflohen)
Mahmudul Haque Munshi, Vorstand Säkulare Flüchtlingshilfe
(aus Bangladesch geflohen)
Khulud Alharthi, Kolumnistin Welt am Sonntag
(aus Saudi-Arabien geflohen)
Worood Zuhair, Frauenrechtlerin
(aus dem Irak geflohen)
Amed Sherwan, Blogger, Menschenrechtsaktivist
(aus Irakisch-Kurdistan geflohen)

Entnommen bei www.atheisten-info.at

 




Die seelisch Verletzten — Eine Geschichte in zwei Teilen

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For the English version of this post, please refer to
The mentally injured – A story in two parts
.

Über Hilflosigkeit, über Frust und Verzweiflung

Wird Kritik an patriarchalen Strukturen oder Verhaltensweisen, an Diskriminierung (vulgo «Rassismus»), oder an Despotismus geübt, ist es manchmal nicht unwichtig, wie diese Kritik formuliert wird, und insbesondere, wer sie ausspricht.

DER GESCHICHTE EINER TEIL

In einer Rede, die die Norwegerin Deeyah Khan, Tochter eines Pakistani und einer Afghanin, im Jahr 2016 im Rahmen der Veranstaltungsreihe TEDx Talks hielt (siehe auch die TED-Website), erzählt sie zunächst aus ihrer Kindheit und Jugend in Norwegen in einer muslimischen, nicht besonders religiösen Familie. Es sind Erlebnisse und Erfahrungen, die nicht auf ein bestimmtes Land oder auf einen bestimmten Kulturkreis beschränkt sind, Erlebnisse und Erfahrungen, die es in ähnlicher Weise überall gibt.

Wie sie von ihrem Vater gedrängt, nein rabiat gezwungen wurde, ein Musikinstrument und Gesang zu erlernen, Musik zu machen und damit öffentlich aufzutreten;

… von einem „weißen“ Norweger nur wegen ihrer südasiatischen Abstammung (als ob sie sich damit etwas hätte zuschulden kommen lassen) bespuckt und beschimpft wurde;

… von Menschen aus „ihrem“ islamisch geprägten Kulturkreis — sie spricht von «brown people» — wegen ihrer öffentlichen Auftritte in einer Musikgruppe angefeindet, angegriffen und mit Morddrohungen konfrontiert wurde.

Wie sie deswegen aus „ihrem“ islamisch geprägten Umfeld keinerlei Anteilnahme oder Hilfe erfuhr;

… während ihrer späteren Arbeit in Hilfsorganisationen erkannte, dass ihre persönlichen Erlebnisse in „ihrem“ islamisch geprägten Umfeld, in dem die „Ehre“ und der Ruf der Familie oder der Gruppe bestimmende Größen für das Zusammenleben sind, keine Ausnahme, sondern die Regel darstellen;

… während dieser Arbeit desorientierten jungen Menschen — insbesondere jungen Männern — begegnete, die in dem Spannungsfeld von autoritärer, auf Einschüchterung setzender Erziehung einerseits und Diskriminierungserfahrungen andererseits keine eigene Persönlichkeit aufgebaut hatten, und die persönliche Gewalterfahrungen an andere weitergaben.

Sie erzählt von jungen Menschen, die auf dem Weg zum Erwachsenwerden nach Vorbildern, nach Orientierung, nach Gruppenzugehörigkeit und Halt suchen und wie ihnen dies von «braunen Männern mit Bärten», von «zynischen alten Männern, die Blut für ihren eigenen Profit verwenden wollen», wie Deeyah Khan sie nennt, nur scheinbar gegeben wird (vergl. die Sekten-Checkliste).

Deeyah Khan zeigt auf, wie nicht Selbstausgrenzung in Parallelgesellschaften, nicht Hass, nicht die ständige Opferrolle, sondern Akzeptanz der Werte des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaats und des individuellen Selbstbestimmungsrechts aus der Spirale der Gewalt herausführt.

An muslimische Eltern richtet Deeyah Khan die Frage:
«Können Sie sich für sie (für Ihre Kinder) anstatt für Ihre Ehre entscheiden?»

Sie zitiert passend dazu ein afrikanisches Sprichwort:

Wenn die Jungen nicht in die Dorfgemeinschaft eingeführt (aufgenommen) werden, werden sie das Dorf niederbrennen, nur um seine Wärme zu spüren.


Den vollständigen Text der Rede von Deeyah Khan gibt es als PDF (48 Seiten) synoptisch English-Deutsch,
und einen Cover für die Printausgabe.

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DER GESCHICHTE ANDERER TEIL

Image Problem (mit Erlaubnis durch Cox & Forkum)

  • Das Recht auf freie Meinungsäußerung fügt niemandem einen Schaden zu.
  • Eine Karikatur zu zeichnen oder zu veröffentlichen fügt niemandem einen Schaden zu.
  • Jemandem den Kopf abzuschneiden fügt demjenigen einen Schaden zu,
    dem der Kopf abgeschnitten wird.

~ ~ ~

Am 16. Oktober 2020 wurde der Lehrer Samuel Paty in dem Ort Conflans-Sainte-Honorine nahe Paris in Frankreich ermordet. Paty hatte in einer Unterrichtsstunde die Meinungsfreiheit bzw. das Recht auf freie Meinungsäußerung thematisiert, ein Rechtsgut, das in Frankreich wie auch in vielen anderen Ländern zu den verfassungsmäßig garantierten Grundrechten gehört.
Im Rahmen der Unterrichtsstunde hatte er u.a. eine Karikatur aus der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo verwendet und den Schülern — nach einem Hinweis, dass sie den Klassenraum ggf. vorher verlassen dürften, falls sie die Karikatur nicht sehen wollten — gezeigt. In der Karikatur war gemäß Bildbeschreibung der Erfinder und Prophet des Islams, Mohammed, abgebildet.
In der Wikipedia sowie in anderen öffentlichen Medien wurden die Tat, deren Vorgeschichte sowie der Tathergang und internationale Reaktionen auf die Tat breit thematisiert (siehe den Beitrag «Anschlag in Conflans-Sainte-Honorine» in der Wikipedia).

~ ~ ~

Zunächst ein paar kurze Anmerkungen zu den drei Punkten oben am Beginn des zweiten Teils dieses Beitrags.

  • Das Recht auf freie Meinungsäußerung fügt niemandem einen Schaden zu:

Das Recht auf freie Meinungsäußerung, welches ein allen Menschen in diesem Land gewährleistetes Grundrecht ist, unterscheide ich von einer einzelnen Meinungsäußerung — also einer Handlung einer Person –, die jemandem selbstverständlich dann einen Schaden zufügen kann, wenn in der Meinungsäußerung z.B. eine Diffamierung (Verunglimpfung) oder eine Verleumdung enthalten ist. In solchen Fällen ist die Meinungsäußerung eine Straftat — siehe die §§ 185 bis 189 StGB (in Deutschland). Die bloße Grundrechtsgarantie verursacht jedoch keinen Schaden, verpflichtet oder zwingt niemanden, seine Meinung zu äußern, hält aber auch niemanden davon ab.

  • Eine Karikatur zu zeichnen oder zu veröffentlichen fügt niemandem einen Schaden zu:

Beim Zeichnen einer Karikatur wird eine Idee eines Zeichners grafisch umgesetzt, es wird der Strich eines Zeichenwerkzeugs auf ein Blatt Papier aufgetragen; ein Schaden entsteht dadurch niemandem (es sei denn, man wollte einen Schaden darin erkennen, dass sich der Zeichner der Karikaturen bezeiten ein neues Zeichenwerkzeug kaufen muss).
Wird die Karikatur veröffentlicht, mag sich eine lebende Person, die in der Karikatur dargestellt ist, trotz verzerrter Physiognomie darin wiedererkennen. Einigen Karikaturisten gelingt es, Charaktereigenschaften, die einer Person zugeschrieben oder angedichtet werden, zeichnerisch umzusetzen. Dies ist besonders beispielhaft in Karikaturen bekannter Personen des öffentlichen Lebens wie z.B. solchen des 45sten Präsidenten der USA, Donald Trump, zu sehen.
Derlei Darstellungen mögen den karikierten Personen gefallen oder auch nicht; sollten sie der Meinung sein, dass ihnen durch die Veröffentlichung solcher Darstellungen ein tatsächlicher Schaden entstanden ist, steht ihnen der Rechtsweg offen. Ebenso, wenn sie sich durch die verzerrte Darstellung beleidigt oder sonstwie in ihren Rechten verletzt fühlen sollten.

Screenshot: Karikaturen Donald J. Trump (eigenes Werk)

  • Jemandem den Kopf abzuschneiden fügt demjenigen einen Schaden zu, dem der Kopf abgeschnitten wird:

Das Zufügen einer Körperverletzung mit Todesfolge, Totschlag sowie Mord wird m.W. in allen Ländern der Erde als Straftat respektive als Verbrechen geahndet. Das Opfer einer solchen Tat ist nach Tatbegehung tot, die Tat wird als Offizialdelikt strafrechtlich verfolgt.

~ ~ ~

Nach der Ermordung des Lehrers Samuel Paty (siehe oben) kam es in einigen Ländern zu Demonstrationen, in den (sozialen) Medien wurde Protest laut. Die Demonstrationen richteten sich in wenigen Fällen gegen die Ermordung des Lehrers, in vielen anderen Fällen jedoch dagegen, dass er während einer Unterrichtsstunde das Recht auf freie Meinungsäußerung thematisiert und als anschauliches Beispiel dazu eine Karikatur gezeigt hatte.

Bildliche Darstellungen des Islam-Erfinders und Propheten Mohammed führen, insbesondere dann, wenn es sich bei den Darstellungen um Karikaturen handelt — und anders als bei vergleichbaren Darstellungen anderer Personen — regelmäßig dazu, dass auf eine (weltweite !) Einschränkung des Rechts auf freie Meinungsäußerung gedrängt wird. Oft reicht es, dass jemand nur vom Hörensagen — oder gar gerüchteweise — Kenntnis von derlei Darstellungen bzw. Karikaturen erlangt hat statt die Bilder selber gesehen zu haben. Der Grund, warum der Islam-Erfinder und -Prophet Mohammed karikiert oder warum eine Karikatur von ihm gezeigt wird, spielt dabei keine Rolle, Zusammenhänge scheinen belanglos oder werden nicht reflektiert.

In einem Leserkommentar, der zu einem Facebook-Eintrag veröffentlicht wurde (siehe den anonymisierten Screenshot unten) dessen Aussagen man, bei ähnlicher Wortwahl, sehr häufig begegnen kann, kommt zum Ausdruck, welches die Beweggründe für so manche Äußerung sein mögen:

[…] Unser Prophet Mohamed sws war KEIN Islamist oder Terrorist. Die Karikaturen beleidigen unseren Propheten, der sehr wichtig für uns Muslime ist. Für nicht-gläubige Menschen ist das schwer nachvollziehbar, das versteh ich weil ich selbst mal zu diesen Personen gehört habe. Aber gläubige Christen oder Juden können das eher nachvollziehen. Die Liebe zu unserem Propheten ist daher sehr gross und schwer zu beschreiben. […]

Screenshot eines Facebook-Kommentars (eigenes Werk; Click für vergrößerte Ansicht)

Wie man jemanden noch beleidigen kann, der seit bald 1400 Jahren tot ist, erschließt sich mir nicht, denn der angeblich Beleidigte hat keine Möglichkeit, sich beleidigt zu fühlen oder auf die Beleidigung mit juristischem Vorgehen zu reagieren. In Deutschland ist der Straftatbestand der Beleidigung ein Antragsdelikt.

Die Worte «Die Liebe zu unserem Propheten ist daher sehr gross und schwer zu beschreiben.» in obigem Kommentar drücken m.E. eine Idealisierung und Verklärung, aber auch eine Identifizierung mit dem Islam-Erfinder und -Propheten Mohammed aus. Und sie lassen eine Hilflosigkeit erkennen, zumindest eine Hilflosigkeit in der Argumentation.

Die Idealisierung und Verklärung kann bis in den Bereich der Verkitschung gehen, wie sie auch in einigen anderen Fällen zu beobachten ist, in denen Wunschvorstellungen die allgemein wahrnehmbare Wirklichkeit überlagern oder verzerren. Jede Kritik wird dann mglw. als persönlicher Angriff gedeutet.

In der Identifizierung mit einer anderen Person kommt zum Ausdruck, dass die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit (schwer) beschädigt wurde, wie es Deeyah Khan in dem oben, im ersten Teil dieses Beitrags besprochenen Video, darlegt. Gruppendruck, der die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit behindert oder gar unterbindet, tut ein Übriges.
Der Protest gegen sog. Mohammed-Karikaturen ist dann lediglich eine Ersatzhandlung. Eigentliches Ziel des Protests ist der Despotismus, sind die — nicht nur dem Islam innewohnenden — patriarchalen Herrschafts-, Gesellschafts- und Machtstrukturen — ein Protest, wie er sich z.B. auch während des Arabischen Frühlings in mehreren islamischen Ländern entladen hat.

ZUM SCHLUSS

Der Islam — oder andere den Freiheitswillen der Menschen einschränkende oder unterdrückende Religionen und sonstige Ideologien –, oder rechtsreaktionäre, faschistoide Akteure wie z.B. Salafisten und andere sehr konservative Vertreter, Befürworter und Verteidiger oder auch Sympathisanten und Solidarische des Despotismus und der Einschüchterungen sowie Rechtsextremisten, die häufig die Gelegenheit nutzen, Respekt für den Islam und dessen Erfinder einzufordern, die umgkehrt jedoch nicht immer bereit sind, Respekt für die Werte des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat sowie für die Allgemeinen Menschenrechte in gleichem Maße zu erbringen geschweigedenn den Vorrang auch nur der Grundrechte über allen religiösen Vorschriften und Geboten anzuerkennen, jener Grundrechte, die wegen des Gleichheitsgrundsatzes vor dem Gesetz (in Deutschland Artikel 3 Satz 1 GG) für alle Menschen gleichermaßen gelten, sind in diesem Gefüge nicht die Lösung, sondern das Problem, das es mit den Mitteln und Möglichkeiten des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaats wie z.B. dem Recht auf freie Meinungsäußerung zu überwinden gilt.

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Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net




Corona-Regeln beim Sonntagsgottesdienst

Stephansdom_innen_pixabay_st-stephans-cathedral-2971734_1920Solche erließ die katholische Kirche in Österreich schon am 25.10.2020:

In allen katholischen Diözesen gelten österreichweit wieder verschärfte Maßnahmen zum Schutz gegen eine Corona-Infektion.
Weiterhin vorgeschrieben ist ein Abstand zu anderen Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, von mindestens 1 Meter.
'Konkretisierung: der Mindestabstand darf bei der Vornahme religiöser Handlungen – falls erforderlich – unterschritten werden. Dabei muss jedoch ein Mund-Nasenschutz getragen werden.
Der Mund-Nasenschutz ist während des gesamten Gottesdienstes verpflichtend. Ausgenommen davon sind Kinder unter 6 Jahren und Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen MNS tragen können sowie Gottesdienste im Freien. Konkretisierung: Soweit für das Wahrnehmen der liturgischen Dienste (Priester, Lektor/Lektorin, Kantor/Kantorin, etc.) das Tragen eines Mund-Nasenschutzes während der Feier nicht möglich ist, sind diese für den unbedingt notwendigen Zeitraum davon befreit, müssen aber zur Kompensation größere Sicherheitsabstände einhalten. Da ein häufiges An- und Ablegen des Mund-Nasenschutzes problematisch sei, wird jene Person, die den Gottesdienst leitet – also meist der Priester – in der Regel auch keine Maske tragen. Der Dienst von Ministranten und Ministrantinnen ist mit Mindestabstand und Maske möglich.
Es müssen sichtbar Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren müssen Flächen und Gegenstände häufig gereinigt und desinfiziert werden.
Kirchen sind bestmöglich zu lüften. Darüber hinaus sind die Weihwasserbecken zu entleeren und reinigen.
Weiterhin soll ein Willkommensdienst als Service am Kircheneingang angeboten werden, da sich dieser bewährt hat.

Ferner gibt es seit 9. Oktober detaillierte Regel rund um den Kommunionempfang. So müssen die Hostien während der Messe bis zur Kommunionspendung zugedeckt sein. Kurz vor dem Austeilen der Hostien muss der Priester den Mund-Nasenschutz anlegen und bei der Kredenz im Altarraum die Hände gründlich waschen oder desinfizieren. Das gilt auch für die anderen Kommunionspender, diese empfangen die Kommunion aus hygienischen Gründen erst nach dem Kommuniongang der Gemeinde.
Beim Kommuniongang ist von den Gläubigen der Mindestabstand von einem Meter einzuhalten. Die Worte "Der Leib Christi – Amen" entfallen unmittelbar beim Empfang der Kommunion durch die Gläubigen. Der Priester kann diese Worte aber nach dem "Seht das Lamm Gottes … Herr, ich bin nicht würdig" sprechen, worauf alle mit "Amen" antworten. "Mit der heiligen Kommunion in den Händen treten die Gläubigen wenigstens zwei Meter zur Seite, um in Ruhe und Würde die Kommunion zu empfangen, was mit einem leichten Anheben des MNS möglich ist". Weiter empfohlen bleibt die Handkommunion, allerdings ist auch die Mundkommunion weiterhin möglich.
Wer einen liturgischen Dienst wahrnimmt, hat vor dem Gottesdienst die Hände gründlich zu waschen oder zu desinfizieren. Sollte es bei der Wahrnehmung eines liturgischen Dienstes, wie beispielsweise der Kommunionspendung, zu einem direkten Handkontakt gekommen sein, "so ist die liturgische Handlung zu unterbrechen. Die Betroffenen waschen bzw. desinfizieren ihre Hände. Dann kann die Feier fortgesetzt werden", wird ausdrücklich festgehalten.

Welche Alternativen gibt es zum Gottesdienstbesuch?
Wer aus gesundheitlichen Gründen Bedenken hat oder verunsichert ist, ist eingeladen, daheim als Hauskirche Gottesdienst zu halten und sich im Gebet mit anderen zu verbinden; dafür können auch Gottesdienstübertragungen (Radio, Fernsehen, Livestream etc.) eine Unterstützung sein.
Modelle für das Feiern von Hausgottesdiensten werden von den Liturgiereferaten der Diözesen in Österreich und Bozen-Brixen sowie von den Liturgischen Instituten in Salzburg und Freiburg/Schweiz über www.netzwerk-gottesdienst.at angeboten.

Soweit die Auszüge aus den katholischen Regelungen. Aber warum tut man dort nix Religiöses gegen die Pandemie? Also den allmächtigen katholischen Gott durch Gebete ersuchen, er möge die Pandemie beenden? Nachdem dieser Gott gemäß Bibel auch dafür zuständig ist, Vögel vom Baum fallen zu lassen und unsere Kopfhaare zu zählen, müsste er doch auch den Corona-Viren aus uns herausfallen lassen können und sie in Staub verwandeln oder so!

Aber man kennt in der Kirche wohl diesen Gott inzwischen und weiß, dass er nix machen wird! Und darum bastelt man die obigen Regeln und hofft, dass das hilft, dass doch noch ein paar Leute sonntags in die Kirche gehen und dass die Sonntagsmessen möglichst keine Ansteckungszentralen werden! Meinereiner hat jedenfalls hier die kirchlichen Regelungen verlautbart, weil wir müssen ja alle schauen, dass die Ansteckungen wieder weniger werden, am 31.1. hat es in Österreich jedenfalls 5.349 Neuinfizierte gegeben, 27 Tote und insgesamt 26.500 akut Kranke, um rund 3.000 mehr als am 30.10. Meinereiner wird sich zumindest kirchlich sicherlich nicht infizieren!

PS: Makaber ist eine am 1.11. in der Zeitung "Östereich" veröffentlichte Umfrage in Sachen Corona: 58 % meinen die Regierung hätte die Lage nicht mehr im Griff, 76 % meinen die aktuelle 2. Welle ließe sich nicht stoppen, 61 % sagten, sie würden sich gegen den Corona-Virus nicht impfen lassen!
61 % wollen sich somit die Möglichkeit einer Ansteckung offen halten…

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Sternstunden der Wissenschaft

SternstundenRezension von Dr. Gerfried Pongratz: Lars Jaeger:

„Sternstunden der Wissenschaft

Eine Erfolgsgeschichte des Denkens“

© Südverlag GmbH, Konstanz 2020, ISBN 978-3-87800-140-9, 335 Seiten.

 

Dem Physiker, Unternehmer und Buchautor Lars Jaeger ist es ein wichtiges Anliegen, die Bedeutung von Wissenschaft und technologischer Entwicklung, aber auch von Philosophie und Geschichte, einem breiten Publikum nahe zu bringen, wissenschaftliches Denken in seinen Aus- und Wechselwirkungen zu erläutern und die Möglichkeiten, aber auch Gefahren neuester Technologien aufzuzeigen. Sein neuestes Buch beschreibt den Siegeszug der Wissenschaften auf der Basis von intellektuellen Tugenden, die unser Denken ausmachen und die es gerade in Zeiten von „fake news“ zu verteidigen gilt; es bietet historisch und thematisch weitumfassende, tiefgründige Lektüre auf populärwissenschaftlich hohem Niveau.

 

In vier Teilen mit zahlreichen Kapiteln und Unterkapiteln, deren Überschriften die Inhalte bereits erahnen lassen, wird dargestellt, „wie Europa als erster Kulturraum das wissenschaftlich-rationale Denken ´erfand`, das die westliche Welt letztlich zur wirtschaftlichen und politischen Vormachtstellung führte“. Lars Jaeger begründet diese Entwicklung mit vier wesentlichen Tugenden, die als einmalige Kombination aus kulturellen, ökonomischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten aufeinandertrafen und bis heute hohe Bedeutung besitzen.

 

Als erste Tugend nennt er „Die Abkehr von Dogmen“, deren Kern die wissenschaftliche Methode des methodischen Zweifels bildet. Über mehr als ein Jahrtausend war in Europa jegliches Denken über die Natur und den Menschen von religiösen Dogmen beherrscht. Erst ab dem 12. Jahrhundert nahm mit dem Theologen Peter Abaelard (1097-1142) ein langer Prozess seinen Anfang, der sie zunehmend infrage stellte. Uneingeschränktes Streben nach Wahrheit, verbunden mit intellektueller Redlichkeit und die Akzeptanz der Möglichkeit eigener Irrtümer bilden die Voraussetzung, die Welt immer besser so zu erfassen, wie sie wirklich ist: „Allumfassende Welterklärungsmodelle, philosophische Gedankengebäude und wissenschaftliche Theorien müssen immer wieder auf den Prüfstand.“

 

Vertrauen in die eigene Beobachtung“ bildet die zweite Tugend. „In der Wissenschaft kommt es auf die eigene, überprüfbare Wahrnehmung an, nicht auf einen kollektiven Glauben“. Die ersten Schritte zur Beobachtung der Natur mit dem Ziel, ihre Gesetze zu verstehen, unternahm der arabische Physiker Ibn al Haitham (965-1040). Nur sehr langsam setzte sich die Auffassung durch, dass sich die Welt nur durch den Einsatz der eigenen Sinne und der phänomenologischen Erfahrung realitätsnah erfassen lässt. Dieser empirische Ansatz bildete die Basis für das wissenschaftliche Experiment; Wissenschaftler begannen, Beobachtungen unter künstlichen Bedingungen durchzuführen, wobei die von Lukrez weitergeführte Lehre Epikurs über Roger Bacon und Francis Bacon vom Experiment zum Fortschrittsoptimismus führte.

 

„Die Suche nach dem Großen Ganzen“, verbunden mit „Vertrauen in die unbestechliche Mathematik“ ergibt die dritte Tugend. „Die Sprache der Natur ist die Mathematik“ (Galileo Galilei) – nur mit ihrer Hilfe lassen sich aus isolierten Beobachtungsdaten allgemeine Naturgesetze herleiten, aus deren Kenntnis die Möglichkeit entsteht, sich ihrer gezielt zu bedienen. Ausgehend von Archimedes, über Kopernikus, Newton, Leibniz usw. beschreibt der Autor den Siegeszug der Mathematik.

 

„Die Umsetzung von Wissen in Technologie“, bzw. „Die Anwendung von Wissen zum Wohlergehen der Menschheit“ bildet die vierte Tugend. Mit ihr wurde und wird das Wohlergehen der Menschen immer weiter gesteigert, wobei nicht übersehen werden darf, dass Technologien auch bewusst eingesetzt werden, Menschen zu schaden. Sie können aber auch unbewusst, bzw. unbeabsichtigt – siehe Klimawandel – dazu führen, dass ihr Einsatz gravierende Verschlechterungen der Lebensbedingungen mit sich bringt. Wissenschaft macht die Welt nicht besser, ihre Umsetzung in Technologien muss Risiken objektiv erfassen und ausschalten, oder zumindest minimieren.

 

Die Verankerung der vier Tugenden im Denken der Menschheit war und ist von ständigem Auf und Ab gekennzeichnet. Derzeit sieht sich der westliche Kulturkreis mit der großen Herausforderung konfrontiert, dass alle vier Tugenden gleichzeitig angegriffen werden; beispielsweise durch:

  • Fundamentalistisch-dogmatische Bewegungen mit großer Anhängerschaft.
  • Die Unterschätzung des Wertes kritischen Denkens und eigener Wahrnehmung, womit „fake news“ immer größere Bedeutung erlangen.
  • Die Aufteilung der Welt in Informations- und Wahrheitsblasen. Das große Ganze gerät aus dem Fokus, es wird salonfähig, sich eigene „Wahrheiten“ zurechtzubasteln.

 

„Sternstunden der Wissenschaft“ beschreibt, wie sich nach der Zerstörung antiken Wissens durch religiöse Fundamentalisten dessen Wiederentdeckung und Transfer aus dem oströmischen und arabischen Kulturraum vollzog und wie neben der Überwindung von Dogmen und der Verminderung kirchlich-religiöser Deutungshoheit zahlreiche weiterer Einflüsse – z.B. durch die Entdeckung der „Neuen Welt“, die Erstarkung des Bürgertums, die Erfindung des Buchdruckes – zu mehr Innovationswettbewerb führten. Neben der Beschreibung erzielter Fortschritte, aber auch eingetretener Rückschläge, würdigt der Autor eine Vielzahl bedeutender Denker mit ihren Beiträgen von der griechischen Antike bis zur Neuzeit, von Platon bis zu Albert Einstein, wobei er auch die bei dieser Entwicklung entstandenen Auseinandersetzungen und technologischen Umstürze beleuchtet. Last not least ist es ihm ein Anliegen, auf die Gefahren der Gegenwart durch „Populismus als Feind der wissenschaftlichen Tugenden“ hinzuweisen.

 

„Sternstunden der Wissenschaft“ bietet – erhellt durch zahlreiche aufschlussreiche Originalzitate und mehrere Abbildungen – eine lange, spannende Reise durch die Erfolgsgeschichte des wissenschaftlichen Denkens, der Autor verbindet damit „…eine große Hoffnung: Wenn wir erkennen, wie lang und mühsam der Weg war, bis das rationale Denken endlich den Glauben an Autoritäten und Magie vertreiben konnte, werden wir auch den vier wissenschaftlichen Tugenden wieder mehr Wertschätzung entgegenbringen. Denn dann erkennen wir, dass rationales Denken nicht selbstverständlich ist – und wir die Tugenden der Wissenschaft niemals kampflos preisgeben dürfen.“

 

Gerfried Pongratz 10/2020