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Ist die Caritas was Unentbehrliches?

Kath.net sagt das:
Bischöfe: „Österreich ohne die Caritas wäre unvorstellbar“

Und der Text dazu: plus atheistische Einwendungen:
„Mariazell, 17.06.2021 (KAP) ‚Österreich ohne die Caritas wäre unvorstellbar.‘ – Das betonen die heimischen Bischöfe zum Abschluss der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell in einer Erklärung. Anlass ist das 100-jährige Bestehen der Caritas in Österreich. Die Bischöfe sagen in ihrer Erklärung ‚Danke und Vergelt’s Gott für 100 Jahre Dienst am Nächsten und für die starke Stimme der Caritas für all jene, die selbst keine Stimme haben oder nicht gehört werden‘.
Atheistische Einwendung: In Österreich hat die Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert begonnen, den Sozialstaat zu erkämpfen, gelungen ist das dann vollständig im 20. Jahrhundert, für Dienste an der Allgemeinheit hat es schon länger Einrichtungen gegeben, man denke etwa an die freiwilligen Feuerwehren!

Kath.net: Rund 1.600 professionelle Caritas-Einrichtungen in ganz Österreich würden gemeinsam mit den mehr als 3.000 Pfarren im Land ein verlässliches Netz bilden, ‚das gleichermaßen geprägt ist von Barmherzigkeit, Mitmenschlichkeit und Fachkompetenz‘. Caritas sei praktizierte Nächstenliebe mit tausenden hauptamtlichen und rund 50.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Mehrheit von ihnen seien Frauen und rund 75 Prozent aller Leitungspositionen in der Caritas sind mit Frauen besetzt, betonen die Bischöfe: ‚Alle in der Caritas Engagierten sind jeden Tag aufs Neue bemüht, in jedem Menschen Christus zu sehen und ihm auf Augenhöhe und in geschwisterlicher Liebe und Respekt zu begegnen.‘
Atheistische Einwendung: Die hauptamtlichen Mitarbeiter werden klarerweise bezahlt, Pflegepersonen in von der Caritas betriebenen Altersheimen, tun nichts anderes als die Beschäftigten in den gleichen staatlichen Einrichtungen, sie pflegen und bekommen dafür bezahlt! Dass jeder Mensch als Christus gesehen wird, kann wohl bei religiös besonders gestörten Personen ein Symptom sein, aber auch ein Feuerwehrmann hilft seinen Mitmenschen, ohne deswegen brennende Jesushäuser löschen zu müssen…

Kath.net: Die Caritas habe keine parteipolitischen Agenden, halten die Bischöfe fest. Sie stehe keiner Partei ’näher‘ oder ‚ferner‘. Ihr Platz sei schlicht ‚an der Seite der Armen und all jener, die Hilfe brauchen; ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihres Geschlechts‘. Zu den Aufgaben der Caritas gehöre es auch, ‚mitunter unbequem zu sein und Verantwortungsträger daran zu erinnern, ihre Arbeit an den Grundsätzen von Gemeinwohl und Gerechtigkeit auszurichten‘, so die Bischöfe und weiter: ‚Wenn die Caritas das Wort ergreift, dann ergreift die Kirche in Österreich das Wort. Wir Bischöfe stehen zur Caritas in unseren Diözesen und auf Österreich-Ebene.‘ Der Einsatz für die Schwächsten, für die Armen, Alten, Kranken und Flüchtenden ‚ist und bleibt für uns alle christlicher Grundauftrag‘.
Atheistische Einwendung: Und was ist mit der von der SPÖ betriebenen Volkshilfe? Die Leute dort tun dasselbe, brauchen dafür aber keine Götter & Bischöfe! Und für die Schwächsten, für die Armen, Alten, Kranken und Flüchtenden ist im Prinzip auf gesetzlich geregelte Art der Sozialstaat zuständig, dass sich die kirchliche Caritas auf diesem Dienstbereich betätigt, ist nur eine Betätigungsmöglichkeiten für diesen Verein, nicht etwas, das es ohne Caritas gar nicht gäbe! Und wenn die Caritas Geld braucht, dann zahlen das der Staat und oder die Nutzer!

Kath.net: Als Signal der Solidarität mit an Hunger leidenden Menschen hat die Bischofskonferenz beschlossen, dass am Freitag, 30. Juli, um 15 Uhr im Gedenken an die Sterbestunde Jesu in möglichst allen Pfarrgemeinden in Österreich die Glocken für fünf Minuten geläutet werden. Das Läuten der Kirchenglocken gegen Hunger solle entsprechende Hilfsmaßnahmen der Caritas unterstützen.“
Atheistische Einwendung: Ja, da werden dann die Hungrigen vom Hunger befreit, wenn sie Glockengeläut serviert bekommen? Aber die Hungrigen werden staatlich versorgt, weil dass niemand zu verhungern braucht, dafür sind die sozialstaatlichen Einrichtungen da! Österreich ist ohne die Caritas jederzeit vorstellbar!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Kirche wird völlig bedeutungslos sein

Kirche wird völlig bedeutungslos sein

So titelte die christliche Site PRO am 16.6.2021 einen Artikel,
es heißt dann weiter:

Christian Stückl sieht die katholische Kirche in die Bedeutungslosigkeit driften: „Selbst auf den Dörfern heraußen verliert die Kirche völlig an Substanz. Die Leute gehen nicht mehr in die Messe, sie treten aus der Kirche aus“, sagte der Leiter der Oberammergauer Passionsspiele der Augsburger Allgemeinen.

Christian Stückl sagte: „Man hat die Kirche eigentlich innerlich schon abgeschrieben.“ Er sagte zudem: „Kirche ist nicht mehr Teil unserer Gesellschaft.“ Stückl, der nach eigenen Worten früher eifriger Kirchengänger war, sagte, es gebe nur noch wenige Priester. Manche hätten so große Pfarrverbände, dass sie keine richtige Seelsorge mehr betreiben könnten. In der Kirche fehlten die ganzen jungen Leute. „Aber wenn in den Pfarreien keine Jugendarbeit, keine Jugendseelsorge mehr stattfindet, dann verschwindet sie einfach von der Bildfläche.“ Stückl fügte hinzu, man werde sich an ein Bayern ohne große Kirche gewöhnen müssen. „In ein paar Jahren wird Kirche völlig bedeutungslos sein.“

Stückl wird die Passion 2022 zum vierten Mal inszenieren – wegen Corona zwei Jahre später als geplant. Der Ehrenbürger Oberammergaus, der auch Intendant des Münchner Volkstheaters ist, hat die Passion in vieler Hinsicht erneuert. Insbesondere befreite er sie von antisemitischen Zügen.

Hört sich gut an! Der Mann lebt schließlich im kirchlichen Umfeld und sieht darum die Realität! In der BRD gab es 2019 (die Zahlen für 2020 werden erst im Juli veröffentlich werden) 3.014 Pfarren, aber nur 1.990 Diözesanpriester, von den noch vorhandenen Kirchenmitgliedern, gehen noch um zehn Prozent nach kircheneigenen Zählungen sonntags in die Kirche! Bei den jungen Leute ist es in der BRD nicht anders als in Österreich, junge Leute gehen fast gar nicht in die Kirche, wenn ältere praktiziernde Katholiken versterben, haben sie keinen entsprechenden Nachwuchs.

Domradio-de meldete am 11.4.2021 über die Teilnahme am Religionsunterricht: „Immer weniger Schüler besuchen konfessionellen Unterricht – Nur noch ein Drittel – Bundesweit sinkt der Anteil der Mädchen und Jungen, die an einer Schule Religionsunterricht erhalten. Im Detail sind die Entwicklungen in den Bundesländern verschieden.  Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes.“ Anzumerken ist dazu noch, dass es in der BRD relativ viele kirchliche Schulen mit Öffentlichkeitsrecht gibt, in diesen ist natürlich die Teilnahme am Religionsunterricht Pflicht!

2018 gab es in Deutschland 787.541 Geburten, aber katholische Taufen nur noch 167.787, die Katholikenzahl belief sich auf 23.002.128, das ist ein Bevölkerungsanteil von knapp 28 %, theoretisch müsste es also um die 220.000 katholische Taufen geben, das ist eine Differenz von fast einem Viertel. Die Bedeutungslosigkeit wird somit von Jahr zu Jahr zunehmen, speziell weil auch die Zahl der tatsächlich praktizierenden katholischen Kirchenmitglieder in den letzten 15 Jahren um fast um die Hälfte gesunken ist, 2019 gab es nicht mehr vier, sondern nur noch etwas mehr als zwei Millionen regelmäßige sonntägliche Kirchgänger…

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Gibt es einen Gott oder keinen?

Diese Frage wurde am 1.6.2021 auf der Site kath.net in der Form einer Buchvorstellung mit daraus zur Frage passenden Zitaten gestellt

Es geht um das Buch „Gott und die Welt“ von Eckehard Bamberger, einem sehr katholischen Bücherschreiber

Gott und die Welt – Zitat Nr. 1 mit angehängten atheistischen Kommentaren:
„Die Frage, ob es Gott gibt oder nicht, ist leichter zu beantworten, als man glaubt. Ja, es gibt Gott. Wer sagt, dass es keinen Gott gibt, ist bloß zu faul, darüber nachzudenken. Atheisten verfügen über weniger Einsicht als die Menschen vor tausend Jahren, die damals in den Urwäldern gelebt haben. Diese Menschen bezogen sich nicht etwa auf die Verehrung der Natur, sondern hatten ihr eigenes Verständnis des Begriffs „Religion“. Die Naturvölker hatten viele geheimnisvolle Wesen, die sie göttlich verehrten, und machten sich sogar Vorstellungen von einem obersten Gott. Alle Regionen der Welt hatten ihre eigenen Götter, zu denen sie Vertrauen hatten und die sie verehrten. Ja, Gott ist eben keine Erfindung des Christentums, aber davon später. Mit Sicherheit waren die Naturvölker hervorragende Beobachter gewesen, denen die Schönheit von Pflanzen, Bäumen und Tieren auffiel, noch mehr ihren Nutzen bewunderten und sich bei ihren Göttern bedanken wollten, weil den Menschen früherer Zeiten die Natur und das Naturgeschehen als die Ordnung ihrer Welt galt.“
Atheistischer Kommentar: Ja, die urzeitlichen Völkern erklärten sich die Welt durch das Wirken höherer Wesen, zum Beispiel wurden Gewitter durch Blitz- und Donnergötter und nicht durch elektrische Spannungen verursacht! Und der Sonnengott drehte sich um die Erde, der Mondgott leuchte oft mehr oder weniger heftig in der Nacht, auch Wind und Regen waren Produkte höherer Wesen: das war ja ganz einfach, man kannte die Zusammenhänge in der Natur fast gar nicht, darum vermenschlichte man diese durch Vergötterung. Und da die Sippe oder der Stamm ja auch einen Häuptling hatte, gab es auch einen Götterhäuptling! Ja, die Natur war die Ordnung der Welt, was ja nicht so falsch gedacht ist, weil die Gesamtheit der existierenden Faktoren verursacht eben die herrschenden Zustände, aber dazu braucht man keinen Naturbeherrschergotthäuptling, das ergibt sich eben!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 2: „Ähnlich wurde im mittelalterlichen Denken der Begriff des „ordo“ aufgefasst; Ordnung galt hier als die Ausrichtung alles Seienden auf Gott als Endzweck, was sich auch in der Gesellschaft und ihrer Rangordnung widerspiegelte. Wie der Bereich des Seienden standen auch das Denken und Erkennen unter dem Aspekt der Ordnung.“
Atheistischer Kommentar: Die bestehende Ordnung, also die Abfolge des Zusammenwirkems der natürlichen Elemente, erschuf die Vorstellung eines Gesamtzweckes in Gottesform. Das erklärte und hob auch das Selbstbewusstsein der Menschen, sie standen Gott nahe, dass es keine Götter gab, darauf konnte man nicht kommen, weil dann wäre mangels echten Wissens die Welt wieder unerklärbar gewesen…

Gott und die Welt – Zitat Nr. 3: „Des Öfteren taucht die Frage auf, warum es denn so viele Religionen gäbe, die an einen Gott glauben, auf der ganzen Erde und zu allen Zeiten; auch gab es nie einen Volksstamm, der keinen Gottesglauben gehabt hätte. Vor allem die Naturvölker kannten neben ihren Göttern auch Geister und andere Wesen, die sie verehrten. Manche ihrer heiligen Stätten zeugen von ihren Vorstellungen von einem obersten Gott. Meist wurden diesem als Schöpfer und als Urhebergott Besonderheiten zugeschrieben. Nach Überlieferung mancher Stämme sollte dieser unter den Menschen sogar gelebt haben. In Afrika hatte der oberste Gott bisweilen keinen oder unterschiedliche Namen, sodass sogar ‚Christentum‘ als Gottesname übernommen wurde.“
Atheistischer Kommentar: Die Götterwelt war klarerweise eine Spiegelung der Menschenwelt, im Stamm gab es eine Hierarchie, bei den Göttern auch! Bei den alten Germanen war das eben der Wotan, der jetzt noch im englischen Wednesday exisiert, der Donnergott hieß dort Thor und lebt noch im Thursday, der Donnergott hieß in unseren gegenden Donnar und steckt jetzt im Donnerstag. man hatte es bei der seinerzeitigen Zwangschristianisierung nicht gewagt, die alten Götter völlig auszurotten. Und dass Gott unter den Memnschen gelebt habe, kommt nicht nur bei Naturvölkern vor, das existiert heute noch beim Christenvolk! Das müsste der Bamberger doch wissen, sein Gott ist ja schließlich der angeblich seinerzeit auf Erden wandernde Jesus!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 4: „Nun in die Neuzeit. Europas Länder leben und erleben ihr Christentum gegenwärtig ziemlich lau. Schenkt man Statistiken und lokalen Erhebungen der Wichtigkeit von Religion Glauben, ist der Aufwärtstrend zugunsten des Atheismus nicht zu übersehen. Der Atheismus als Gesellschaftslehre ist jedoch viel mehr als bloße Religionslosigkeit. Von schlichten Geistern zur Grundlage ihres Handelns genommen, vermag der Atheismus Zügellosigkeit und Verbrechen zu beschwören. Ebenso lebt der nach dem Zweiten Weltkrieg von dem Franzosen Jean-Paul Sartre (1905-1980) initiierte Existenzialismus fort, mit seinem unbestreitbaren Potenzial, Menschen, die kein natürliches Gefühl für Moral haben, zu einem Leben ohne Rücksicht und Verantwortung zu verführen.“
Atheistischer Kommentar: Ja, der Bamberger hat sogar einen Blicck auf die Realität, das Interesse an Religion ist in den entwickelten Ländern – speziell in denen mit funktionierenden sozialstaatlichen Einrichtungen – ansteigend am Absinken. Gottes Hilfe braucht man kaum noch, Gott erklärt die Welt nimmer, der Urknall knallte schließlich gottlos und die materielle Entwicklung der seither vergangenen rund 14 Milliarden Jahre hat eben aus den vorhandenen materiellen Bedingen unsere jetzige Welt geschaffen! Inklusive des menschlichen guten oder schlechten Mitwirkens! Dass Religionslosigkeit oder Atheismus die Ursache für Straftaten sind, ist eine leere Behauptung. Gesetze gelten schließlich für alle und Atheisten wollen genauso wenig in den Knast wie Katholiken! Und hier ein Zitat von Satre: „Der atheistische Existentialismus, für den ich stehe, ist zusammenhängender. Er erklärt, dass, wenn Gott nicht existiert, es mindestens ein Wesen gibt, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, ein Wesen, das existiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann, und dass dieses Wesen der Mensch oder, wie Heidegger sagt, die menschliche Wirklichkeit ist. Was bedeutet hier, dass die Existenz der Essenz vorausgeht? Es bedeutet, dass der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach definiert.“ Ja, gut beobachtet, ohne Menschen hat es auch keine Götter gegeben! Maikäfer und Hirsche haben keine Kirche!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 5: „Die Philosophie dieser Zeit war der Idealismus der Freiheit. Keine Weltanschauung und kein System der Werte haben Allgemeingültigkeit, lautete damals die Parole. Mit einer solchen Einstellung wurde Sartre ein Verderber, statt ein Philosoph zu sein. Mit seiner atheistischen Einstellung und seinem politischen Engagement – so während der Studentenunruhen vom Mai 1968 – wurde Sartre zum Idol und zur politischen Leitfigur einer ganzen Generation, oder gleich mehrerer Generationen? So wurde der Atheismus zu einer Weltanschauung für ein Leben ohne Gott und eine Befreiung von der Religion.“
Atheistischer Kommentar: Und? Hat der Satre so eine nachhaltige Bekehrung veranstaltet? Meinereiner hatte keinen Satre, meinereiner hatten einen Urgroßvater, der seinen Vater entsprechend aufklärte! Meine Erziehung war religionsfrei, wurde allerdings damals noch dadurch gestört, dass zwar in der Verfassung seit 1867 die Religionsfreiheit festgeschrieben war, aber in der Realität erst in unseren jetzigen Zeiten tatsächlich verwirklicht werden konnte. Meinereiner wurde wegen des gesellschaftlichen katholischen Drucks seinerzeit noch getauft und musste in der zwölfjährigen Schulzeit jede Woche in den zwei Religionstunden heucheln und lügen, Hände falten und Goschen halten! Der Atheismus war immer eine Weltanschauung für ein Leben ohne Gott und eine Befreiung von der Religion! Wir sind nach Gottes Idee entstanden, sagen alle religiösen Menschen. Was kann man gegen den atheistischen Glauben sagen, Gott sei nach der Idee der Menschen entstanden? Seit Xenophanes von Kolophon (ca. 570-470 v.u.Z.) wissen wir das: „Die Äthiopier behaupten, ihre Götter seien stumpfnasig und schwarz, die Thraker, blauäugig und rothaarig. Wenn die Pferde Götter hätten, sähen sie wie Pferde aus“. Ohne Gott und Religion zu leben, bedeutet in der Realität zu sein!

Gott und die Welt – Zitat Nr. 6: „Einige Worte zum Atheismus. Der Atheismus (gr. atheos, ohne Gott) ist eine Wortbildung des 16. Jahrhunderts. Schon im Alten Testament im Psalm 14, die Torheit der Gottesleugner, steht geschrieben: Die Toren sagen in ihren Herzen: ‚Es gibt keinen Gott.‘ Dann, im 19. Jahrhundert, wurde jeder Gottesglaube problematisch und man versuchte, in verschiedensten Formen den Atheismus zu begründen. Unter den Philosophen war Sartre derjenige, der sich mit seiner Gottlosigkeit letztlich auf Seifenblasen stützte. Was von seinen Anstrengungen übrig blieb, erschöpfte sich letztlich im Liebäugeln mit einem Weltbild ganz ohne Gott und Religion. Unter Atheismus versteht man für gewöhnlich die Idee, dass es keinen Gott gibt. Gäbe es Gott für uns Christen nicht, würde das auch heißen, dass es weder unsere schöne Welt noch ein Universum geben würde. Im 19. Jahrhundert lebte einer der größten Philosophen namens Immanuel Kant, der den Begriff Meinung als ein mit Bewusstsein unzureichendes Fürwahrhalten erklärt. Im Unterschied dazu werden Glauben als eine subjektive Gewissheit und Wissen als subjektives und objektives Fürwahrhalten definiert. So gesehen steht der Atheismus auf zwei Fundamenten – der Meinung und der Lächerlichkeit. Wer vom Atheismus redet, müsste nun verstanden haben, dass dieser keine Philosophie ist, sondern ein Irrtum.“
Atheistischer Kommentar: Atheisten waren also in den Zeiten der frühen Religionen auch schon vorhanden, die Gottesgläubigen behandelten sie damals so, wie sie bis tief ins 20. Jahrhundert behandelt wurden. In der Zeit der Aufklärung begann es, dass sich vernünftiges Denken zu verbreiten anfing. Die Schlussfolgerung vom Eckehard Bamberger, dass es ohne Gott weder die Welt noch ein Universum geben würde, also dass gar nix existieren täte, ist natürlich bloß die Umkehrung seiner Ideologie, ohne Gott keine Welt! Aber es ist umgekehrt: ohne eine mit Menschen bewohnte Welt kein Gott! Denn die Menschen haben sich Götter erschaffen, das grüne Gras und der Maulwurf hatten keine Götter! Es bedurfte der Denkfähigkeit, sich Götter zu schaffen und es bedarf offenbar einer vermehrten Denkfähighkeit, ohne Götter zu sein. Meinereiner tut sich ja dabei leicht, religionsfrei erzogen ist mir schon durch den in der Volksschule erlittenen Religionsunterricht immer klar gewesen, was für ein Unsinn Religionen sind! Ein einziges Mal hat meinereiner von der Religion profitiert, meinereiner hat im Bereich der Geisteswissenschaften zur mündlichen Matura nicht die unheimlich stoffreichen Fächer Deutsch oder Geschichte genommen, sondern den billigen Gegenstand „Religion“, dort wurde meinereiner nach den historischen Quellen vom Gottessohn Jesus gefragt und nach der Funktion des Gewissens. War also leicht zu beantworten! Hab zwar damals schon genug darüber gewusst, dass alle historischen Quellen des Jesus Fakes sind, aber sie aufzuzählen, war leicht! Und die katholische Definition des Gewissens war auch schnell zu lernen gewesen! Dazu ein Link zur PDF „Glaubenselend“ – dort kann man darüber unterhaltsam nachlesen…

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Taufen oder nicht taufen?

Im Gespräch – Julia Schnizlein – evangelische Pfarrerin am 23.5.2021 in der Sonntagsbeilage der Kronenzeitung

Der Text verlangt nach atheistischem Kommentar (natürlich von Erwin Peterseil):

Pfarrerin: „Ob wir die Chance haben zu glauben, hängt zum Großteil an unseren Eltern“, hat eine meiner Konfirmandinnen neulich gesagt. „Unsere Eltern waren es, die uns zur Taufe getragen haben. Deswegen stehen wir heute hier als ,Konfis‘.“ Die Konfirmation wird in vielen evangelischen Kirchen traditionell zu Pfingsten gefeiert. Junge Menschen im Alter von 13 oder 14 Jahren bekennen sich dabei offiziell zu ihrem Glauben. Es ist ein selbstbestimmtes Ja zu einer Entscheidung, die ihre Eltern viele Jahre vorher für sie getroffen haben.
Atheistischer Kommentar: So einfach ist das auch nicht, weil die Kinder stehen ja im Banne ihrer Umwelt. Meinereiner kann sich noch gut daran erinnern, wie mir mein zwar formell katholischer, aber praktisch religionsfreier Vater zur von der Schule aufgenötigten Erstkommunion folgendes Versprechen gab: wenn ich mich da einordne und nicht auffalle, dann bräuchte ich mich später nicht firmen lassen! Meinereiner akzeptierte diesen Deal in einer Zeit wo die katholische Kirche stellenweise noch sehr allmächtig war! Meinereiner erzählte dann dem Pfaffen im Beichtstuhl irgendeinen belanglosen Sündenquatsch, tat dann in der Kirche so, als würden die auferlegten Strafgebete gebetet und lachte dabei innerlich über diesen ganzen Blödsinn, zu dem sich meinereiner dabei natürlich persönlich in keinerweise bekannte! Die schulisch organisierten Osterbeichten machte meinereiner dann bis zum Ende der Volksschule und dann noch in der ersten Klasse der Mittelschule mit, dort merkte meinereiner dann, dass die Teilnahme oder Nichtteilnahme gar nicht überprüft wurde und die Pfaffen konnten meineneinen ab der 2. Klasse beichtmäßig am Arsch lecken! Zur Entscheidung meiner Eltern, mich taufen zu lassen, hat meinereiner nie „ja“ gesagt, weil der Taufvorgang war ja auch von meinen Eltern nur wegen der damals diesbezüglichen strikten Tradition eingehalten worden. Meine Kinder wurden natürlich nicht getauft und ihnen ist bis heute keine Sekunde deswegen irgendwas abgegangen, sie haben nie nach Religion gefragt, sie haben ja auch keine kleinkindliche religiöse Gehirnwäsche erleiden müssen, aber auch keine atheistische Gehirnwäsche erhalten.

Pfarrerin: Ich kenne Eltern, die unsicher sind, ob sie ihr Kind taufen lassen sollen. Sie wollen keinen Fehler machen und das Kind nicht bevormunden. Sie wollen ihm keinen religiösen Weg aufzwingen, den es womöglich nicht gehen will.
Atheistischer Kommentar: Es gibt ja heute mehr vernünftige Eltern als damals, aber der Druck, Kinder taufen zu lassen, ist gesellschaftlich immer noch vorhanden. Die Kirchen müssen ja dafür das größte Interesse haben, weil sonst in der heutigen Zeit der Mitgliederbestand in jeder Generation stark schrumpfen würde! Es ist rechtlich eine Sauerei, dass ungefragt mittels Taufe von den Eltern in die Kirche Hineingetretene, dann dort Mitgliederpflichten haben! Man stelle sich etwa vor, es wäre möglich, dass in der Politik Eltern, die einer Partei angehören, ihren Nachwuchs als Säuglinge zu Parteimitgliedern machen könnten!

Pfarrerin: Während Eltern in Sachen Namenswahl, Ernährung, Frühförderung oder Schulwahl oft weniger zimperlich sind, wird die Entscheidung der Religionszugehörigkeit immer häufiger auf Kinder abgewälzt. Solange das ungetaufte Kind dann tatsächlich die Möglichkeit bekommt, Religionsunterricht zu besuchen, sich spirituell fortzubilden und in religiöse Gemeinschaften hineinzuschnuppern, um dann eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen, ist das o.k.
Atheistischer Kommentar: 2019 gab es 84.952 Geburten in Österreich, katholisch getauft wurden 44.977 und protestantisch 2.314, damit liegen die katholischen Taufen um rund 1.700 über dem Bevölkerungsanteil (55 %) und die protestantischen (3,4%) um gut 500, das sind dann pro Prozent Anteil bei den katholischen 818 und bei den Evangelsicehn 680, der Unterschied ist also nicht besonders hoch. Wenn jemand einer Partei oder einem Verein beitreten will, dann tut man das aus eigenem Entschluss und nicht weil es dafür eine öffentliche Abrichtung gegeben hat!

Pfarrerin: Aber oft wird mit der Entscheidung gegen eine Kindertaufe die Tür zu religiösen Erfahrungen völlig zugeschlagen. Dadurch geht etwas Wertvolles verloren. Denn die Taufe ist mehr als die Mitgliedschaft on einem Verein. Die Taufe kommt von Gott selbst. Sie ist das sichtbare Zeichen, dass Gott unser Leben segnet. Dass wir nicht auf uns allein gestellt sind. ER hält seine schützende Hand über uns, auch in Momenten, in denen Eltern das nicht können. Die Taufe symbolisiert Gottes „Ja“ zu uns. „Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur“, heißt es in einem beliebten Tauflied.
Atheistischer Kommentar: Aha, die Taufe kommt von Gott selbst? Wie macht er das, der Gott? Steht er dann hinterm Pfarerer und führt ihm die Hand? Da noch nie irgendwer diesen Gott gesehen hat, ist so eine Aussage eine reine Glaubensbehauptung für die es keinen Furz eines Beleges gibt! Eine schützende Hand eines Gottes ist meinemeinen auch nie begegnet, aber die Religion konnte meinereiner dereinsten als Faulheitshilfe verwenden. Bei der mündlichen Matura gab es drei Fachgruppen, die naturwisenschaftliche, die geisteswissenscahftliche und die sprachliche. Seltsamerweise gehörte Religion in der Schule zur Geisteswissenschaft, man konnte in diesem  Bereich entweder wirklich was lernen müssen, speziell Geschichte und Deutsch stellten hier hohe Anforderungen, oder man wählte das Faulehundefach, nämlich Religion! Denn der damalige Religionslehrer war ein Opfer der Umstände vergangener Zeiten, seiner Mutter hatte er versprechen müssen, ein „Geistlicher“ zu werden, auf dass sie deswegen in den Himmel komme, so musste der Zwei-Meter-Mann seine Lebenspartnerschaft im Verborgenen leben, er hoffte bis zum Tode vergeblich auf das Ende des Zölibats – dass gleich sieben in Religion maturierten, war nicht seiner Christenlehre, sondern dem Opportunismus von sieben bequemen Schülern zuzuschreiben, wir wussten, dass die mündliche Matura in Religion ein Lercherlschas war, man erhielt vom Lehrer eine kurze Liste mit Fragen, man konnte ihm mitteilen, welche davon man besonders gut gelernt hatte, die Vorbereitung in diesem Gegenstand war eben ein Lercherlschas! Da war die unfreiwillig erlittene Taufe einmal was Brauchbares! Ein Kind des Zufalls sind wir allerdings alle! Wenn man vom Urschleim bis zur eigenen Person geht und dabei bedenkt, wieviele Fortpflanzungen mit jeweils zufälligen Ergebnissen aus hunderten Millionen Möglichkeiten dazu abgelaufen waren, dann könnte man feststellen, die eigene persönliche Existenz hätte eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr minus unendlich, plus eins!

Pfarrerin: Die Taufe setzt den Grundstein in ein Urvertrauen, das gegen Ängste aller Art hilfreich sein will. Es heißt, Martin Luther habe immer, wenn er Angst hatte, mit Kreide auf einen Tisch geschrieben: „Ich bin getauft.“ Diese drei Worte gaben ihm Kraft und Mut. Denn er wusste: Das „Ja“ Gottes ist unverlierbar, unlösbar und bleibt für immer.
Atheistischer Kommentar: Ja, die religiöse Gehirnwäsche bei Kindern im Urvertrauen kann enormen Schaden anrichten! Und kein Gott ist unverlierbar, unlösbar und bleibt für immer, weil jeder Gott ist eine den Leuten aufgenötigte menschliche Erfindung! Damit fertig zu werden, gibt geistige Freiheit! Meinereiner hat da leicht reden, weil meinereiner hat sich ja nie unterworfen…

Pfarrerin: Wäre es nicht schade, wenn Kinder das nicht glauben können?
Atheistischer Kommentar: Nein, das ist eine Freude! Wer als Kind im Alter des Urvertrauens religiös eingekocht wird, der hat danach Probleme, das zu überwinden, sich also kritisch damit auseinanderzusetzen. Meinereiner hat ja als Kind auch geglaubt: an das Christkind und an den Osterhasen! Aber das war leicht zu überwinden, wenn man erfahren hat, dass die Eltern Christkind und Osterhase sind, dann war dieser Kinderglaube huschhusch weg! Meineneinen hatte es extrem gestört, dass in den zwölf Jahren Schulzeit jede Schulwoche im Religionsunterricht zwei Stunden hingebungsvoll gelogen und geheuchelt werden musste, also insgesamt war es Pflicht um die 900 Stunden lang die Hände zu falten und die Goschen zu halten! Diese Homepage hier ist immer noch die Rache dafür!

Also: Nichttaufen ist die Befreiung bevor das Problem überhaupt auftritt!




Pfingsten 23.5.2021

Die Pfingstpredigt:

Apostelgeschichte 2,1-11: Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Ja, so ein Heiliger Geist, der kann was, der funktioniert mündlich wie der Google-Übersetzer schriftlich! Schaut Euch das an, so schaut der obige Text googleübersetzt auf lateinisch aus: Actus Apostolorum II, 1-11: cum complerentur dies Pentecostes, erant omnes sunt in eodem loco. Murmur repente de caelo tamquam procella agebam, et replevit totam domum ubi erant sedentes. Et apparuerunt illis dispertitae linguae tamquam ignis, et ventilati sunt; uterque sedisset. Et repleti sunt omnes Spiritu Sancto et coeperunt loqui aliis linguis prout Spiritus mihi ut faciam eis. Sed Iudaeis in Jerusalem, viri religiosi ex omni quod sub caelo sunt gentes. Signa autem surgens perculsis ac turba; quisque pro se loqui audivimus unusquisque lingua sua. Et in nihili redacti sunt stupore et dixit: Respice! Hic autem non omnia omnibus Galilaeis peccatores loqui? Quare non potest nos audivimus unusquisque lingua in matrem, Parthi et Medi et Elamitae et qui habitant Mesopotamiam et Iudaeam et Cappadociam Pontum et Asiam, Phrygiam quoque et Pamphyliam, a, a regio Aegypti et Lybiae quae est circa Cyrenen , qui hic manere inter quas Romani, Iudaei quoque et proselyti Cretes et Arabes audivimus – audivimus loquentes eos nostris linguis magnalia Dei praedicate.
Und so schaut dieselbe Stelle in der lateinischen Bibel aus: cum conplerentur dies pentecostes, erant omnes pariter in eodem loco et factus est repente de caelo sonus tamquam advenientis spiritus vehementis et replevit totam domum ubi erant sedentes et apparuerunt illis dispertitae linguae tamquam ignis seditque supra singulos eorum et repleti sunt omnes Spiritu Sancto et coeperunt loqui aliis linguis prout Spiritus Sanctus dabat eloqui illis erant autem in Hierusalem habitantes Iudaei viri religiosi ex omni natione quae sub caelo sunt facta autem hac voce convenit multitudo et mente confusa est quoniam audiebat unusquisque lingua sua illos loquentes stupebant autem omnes et mirabantur dicentes nonne omnes ecce isti qui loquuntur Galilaei sunt et quomodo nos audivimus unusquisque lingua nostra in qua nati sumus Parthi et Medi et Elamitae et qui habitant Mesopotamiam et Iudaeam et Cappadociam Pontum et Asiam Phrygien und Pamphylien, Frygiam et Pamphiliam Aegyptum et partes Lybiae quae est circa Cyrenen et advenae romani Iudaei quoque et proselyti Cretes et Arabes audivimus loquentes eos nostris linguis magnalia Dei.

Also ganz gleich schaut es nicht aus. Aber das nur als Gag nebenbei, was schreibt heute der Herr Kardinal Schönborn auf seiner Homepage und in der Kronenzeitung? Hier sein Resümee: „Woran merkt ihr, ob etwas vom Heiligen Geist stammt? Wie spürt man sein Wirken? Die Antwort gibt der Apostel Paulus, wenn er aufzählt, was ‚Frucht des Geistes‘ ist: ‚Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.‘ Paulus liefert gleich dazu eine lange Liste von Verhaltensweisen, die sicher nicht vom Heiligen Geist stammen: ‚Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid, maßloses Essen und Trinken und Ähnliches mehr.‘ Ich habe eine schöne Umschreibung für das gefunden, was als gemeinsamer Nenner all der guten Früchte des Heiligen Geistes gelten kann: ‚Gemeinsam über sich hinauswachsen‘. Und die Wurzel aller Fehlhaltungen kann in einem Wort zusammengefasst werden: der Ich-bezogene Geist. Die Corona-Krise hat uns für beide Haltungen deutliche Beispiele vor Augen geführt. Sie hat uns an manche Grenzen geführt, in Belastungen, die schwer durchzustehen waren und sind. Sie hat aber auch beeindruckend gezeigt, wie Menschen in den Herausforderungen der Krise gemeinsam über sich hinausgewachsen sind. Ich glaube, darin dürfen wir das Wirken des Heiligen Geistes sehen. Er ist die tragende Kraft für den Neuanfang.“

Ja, ganz vergisst dabei der Herr Bischof auf die Kirchengeschichte, weil die katholische Kirche ist ja auch des öfteren über sich hinausgewachsen! Und hat dabei ihr seinerzeitiges Weltreich errichtet mit – wenn es ging – Zwangstaufen rund um die Erde und der Verpflichtung der Menschen alleine an die katholischen Götter zu glauben! Man hat dazu z.B. den verheerendsten Krieg der Menschheitsgeschichte geführt, von 1618 bis 1648 den Dreißigjährigen Krieg, der hat gerechnet auf die jeweiligen Populationen mehr Tote gefordert als der 1. und 2. Weltkrieg zusammen! Jetzt geht das schon länger nimmer, heute kann uns die Kirche am Arsch lecken, ohne dass sie dagegen irgendwas tun kann! Amen, so ist es!




Hat Gott auch den Teufel geschaffen?

Das stand am 10.5.2021 in der Kirchenzeitung des deutschen Bistums Hildesheim zu lesen!

Was natürlich gar keine Frage sein kann! Weil das weiß sogar ein Atheist, der sich mit Religionen befasst! Hier sollte der biblische Bericht über die Erschaffung des Teufels stehen, aber dieser war in seiner Vollständigkeit nicht zu ergoogeln! Offensichtlich ist die Erschaffung des Teufels den Christenkirchen eine Peinlichkeit. Aber meinereiner kann sich ja noch daran erinnern, was er seinerzeit in der Schule darüber im Religionsunterricht gehört hat, dass nämlich unter den Engeln Hochmut ausbrach, der oberste Engel über seinen göttlichen Schöpfer aufsteigen wollte und darum von diesem samt seinen Anhängern in die Hölle gestürzt und zum Satan befördert wurde.

Im Kirchenblatt heißt es einleitend: „Der Katechismus beantwortet diese Frage mit dem Bild des ‚gefallenen Engels‘: dass nämlich ‚Satan und die anderen Dämonen, von denen die Heilige Schrift und die Überlieferung der Kirche sprechen, von Gott erschaffene gute Engel waren, die aber böse wurden, weil sie in freier und unwiderruflicher Wahl Gott und sein Reich zurückgewiesen und damit die Hölle verursacht haben‘ (siehe Katechismus, Nr. 391-395).“
Und schließen tut der Artikel so: „Der Teufel ist die Antwort auf die Erfahrung, dass es Böses in der Welt gibt. Aber er ist in dieser Vorstellung kein Mit-Gott – eine Macht auf gleicher Ebene wie Gott -, sondern im Wortsinn ein Gegen-Gott: ein Geschöpf, das den Schöpfungsauftrag verfehlt, weil es sich gegen Gott stellt. Der Teufel will andere mit ins Verderben ziehen, die sich dann sprichwörtlich das Leben zur Hölle machen. Die christliche Zuversicht ist, dass der Mensch dieser Versuchung des Bösen und zum Bösen nicht hoffnungslos ausgesetzt ist, sondern durch Christus, den Auferstandenen, das todbringende Böse überwinden kann.“

Ja, das ist für Gläubige wahrscheinlich trotz der angeführten Jesushilfe ein Problem! Aber als Atheist weiß man ja, es gibt keine Götter und keine Teufel, das sind nur menschliche Einbildungen, der nicht erschaffene Gott hat mangels eigener Existenz auch keine Teufel erschaffen können. Und was Schlechtes, was Böses kann jeder von uns tun und tut es auch! Aber die Meisten von uns tun das nicht hauptberuflich! Weil das führte zwar nicht in die Hölle, aber hinter Gittern und das ist auch nichts Erstrebenswertes…

Hier auch noch die im Kirchenblatt angeführten Sünden-Punkte des Katechismus:

391. Was verlangt die Annahme der Barmherzigkeit Gottes von uns? Um Gottes Barmherzigkeit annehmen zu können, müssen wir unsere Verfehlungen bekennen und unsere Sünden bereuen. Gott selbst deckt durch sein Wort und seinen Geist unsere Sünden auf, schenkt uns die Wahrheit des Gewissens und die Hoffnung auf Vergebung.
392. Was ist die Sünde? Die Sünde ist „ein Wort, eine Tat oder ein Begehren im Widerspruch zum ewigen Gesetz“ (hl. Augustinus). Die Sünde ist eine Beleidigung Gottes im Ungehorsam gegenüber seiner Liebe. Sie verwundet die Natur des Menschen und beeinträchtigt das menschliche Zusammenleben. In seiner Passion deckt Christus die ganze Schwere der Sünde auf und überwindet sie durch seine Barmherzigkeit.
393. Gibt es verschiedenartige Sünden? Die Verschiedenartigkeit der Sünden ist groß. Man kann sie unterscheiden nach ihrem Gegenstand, nach den Tugenden oder den Geboten, denen sie widersprechen. Man kann sie in Sünden direkt gegen Gott, gegen den Nächsten oder gegen uns selbst einteilen oder auch in Sünden, die man in Gedanken, Worten und Werken oder durch Unterlassungen begeht.
394. Wie unterscheidet man die Sünden bezüglich ihrer Schwere? Man unterscheidet zwischen Todsünden und lässlichen Sünden.
395. Wann begeht man eine Todsünde? Man begeht eine Todsünde, wenn zugleich eine schwerwiegende Materie, die volle Erkenntnis und die freiwillige Zustimmung vorliegen. Eine solche Sünde zerstört in uns die Liebe, beraubt uns der heiligmachenden Gnade und führt uns zum ewigen Tod der Hölle, wenn wir sie nicht bereuen. Todsünden werden gewöhnlich durch das Taufsakrament oder durch das Sakrament der Buße und der Versöhnung vergeben.

Ja, das trifft einen wie meineneinen natürlich punktgenau!
Meinereiner ist ein Todsünder, das ergab sich ganz klar mit dem kurz vor dem Erreichen der Volljährigkeit und der dadurch entstehenden Pflicht zum Kirchenbeitrag erfolgten Kirchenaustritt!

(Hier das so sündhafte Amtsdokument, siehe bei www.atheisten-info.at)

Knapp 21 Jahre war meinereiner formal katholisch – ohne jemals auch nur eine Silbe von diesem Zeugs zu glauben! Und gezahlt hat meinereiner nie einen Groschen an die katholische Kirche!
Gott hat nicht den Teufel erschaffen, aber Österreich erschuf 1867 den Artikel 14 im Staatsgrundgesetz, der uns das Recht auf Religionsfreiheit festschrieb! Für die Kirche wird das teuflisch gewesen sein, für unsereinen ist es herrlich!




Sie handeln im Sinne der Schrift!

Nein, überrascht bin ich nicht. Dass der Vatikan eine deutliche Absage an die Segnung homosexueller Paare erteilt hat, verwundert keinesfalls. Wenngleich noch immer viele Katholiken davon überzeugt sind, dass Papst Franziskus einen liberaleren, menschlicheren und empathischeren Kurs als seine Vorgänger fährt, beweist die aktuelle Entscheidung das Gegenteil: Man hat selten einen wankelmütigeren Pontifex erlebt, der sich um alle heiklen Fragen windet wie ein Aal. Einerseits rät er Eltern von Kindern, die homosexuelle Neigungen zeigen, einen Besuch beim psychiatrischen Facharzt an. Gleichzeitig betont er die Würde von LGBT-Menschen, die auch die Kirche in ihren Reihen willkommen heißen müsse. Konkrete Aussagen aber gibt es nicht – außer der scheinbar eigenwilligen Konnotation biblischer Textstellen, aus denen der Vatikan seine Feststellung ableitet, dass zumindest gelebte Homosexualität Sünde sei. Die Aussage der römischen Glaubenskongregation scheint in dieser Hinsicht unmissverständlich. Daher wird eine solche Überzeugung auch in Teilen der katholischen wie in evangelikalen Kirchen weiterhin unumstößlich praktiziert und muss zur unmittelbaren Konsequenz führen, dass ein Bund zweier Gleichgeschlechtlicher nicht unter dem Segen Gottes stehen kann.

Wenngleich man im Vatikan auch Schwule und Lesben als Geschöpfe des Herrn ansieht, gilt zumindest ihr sexuelles Verhalten als nicht vereinbar mit den Lehren der Heiligen Schrift. Ein Großteil der protestantischen Kirchen hat hierzu mittlerweile eine andere Position eingenommen, obwohl auch dort teils erbittert gerungen wird. Denn da reiben sich die Verse 8 und 11 aus 1. Johannes 4 („Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.“ […]  „Ihr Lieben, hat Gott uns so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.“) sowie 3. Mose 18,22 („Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.“) – und scheinbar lässt sich der Widerspruch auf den ersten Blick auch nicht auflösen. Schließlich erweckt gerade der Johannesbrief den Eindruck, als sei jede Form der Liebe von Gott zu den Menschen, seine Agape, gutzuheißen. Nein, sogar mehr: Wer liebt, der ist in Gott. Kein Ton von Ausgrenzung schwul-lesbischer Zärtlichkeit und Nähe. Dagegen macht Levitikus deutlich, dass praktizierte Sexualität zwischen zwei Personen desselben Genus nicht vorgesehen waren.

Die kritische Exegese weist darauf hin, dass zu Zeiten der Bibelentstehung ein Miteinander von Menschen gleichen Sexus undenkbar gewesen ist – eine Ablehnung also rein aus der Unbekanntheit heraus entstanden ist. Sicherlich hatte auch die Vorstellung einer bestimmten Form des gleichgeschlechtlichen Liebesakts Widerstand provoziert. Ich selbst sehe in der Übersetzung aus dem Hebräischen gewisse Defizite und vermute, dass nicht vom Beischlaf zwischen zwei Männern gesprochen wurde, sondern vom Akt eines Mannes mit einem „Jüngling“. Diese Interpretation würde allein vom Kontext Sinn machen – und die sich stabil haltende Sichtweise in Frage stellen, ob die Bibel denn tatsächlich eine wertende Aussage über die Homosexualität trifft. Denn man mag sich durchaus vorstellen, dass die Schrift nach einem ganz bestimmten Willen, mit einer religiösen und ideologischen Intention ausgelegt werden soll – zumindest dann, wenn es um Machtansprüche im Kirchenapparat geht.

Der bewahrende Klerus hat auch unter Franziskus die Oberhand, daran gibt es keinen Zweifel. Deshalb sind die hilflosen Versuche von Jorge Mario Bergoglio auch erklärbar: Seine Flucht nach vorne wird von radikalen Kräften gebremst, das zeigen die Schwankungen in der Durchsetzungskraft und den Deutungen des Papstes, auf die sich kaum noch jemand verlassen kann. Wie viele Nachfolger Petri in der Vergangenheit, so schafft es auch Franziskus nicht, sich innerhalb der festgefahrenen Strukturen zu emanzipieren. Ob er tatsächlich homosexuelle Liebe ablehnt, wird man aus seinen Einlassungen wohl auch künftig nicht erfahren. Im Moment scheinen die Zeichen neuerlich auf Restriktion zu stehen. Für schwule und lesbische Katholiken kein guter Zeitpunkt, um auf geistlichen Beistand für die Partnerschaft zu hoffen. Gerade deshalb macht die Aktion „Liebe gewinnt“ Hoffnung und verbreitet Zuversicht, dass nicht wenige Priester an der Basis, aber auch viele Gemeinden in ihrer Gesamtheit hinter der Segnung aller Menschen stehen, besonders dann, wenn sie in wertschätzender Zuneigung zueinander leben und nicht selten über Jahre und Jahrzehnte in verantwortungsvoller Gemeinschaft leben.

Ich begrüße deshalb das Engagement und die Vehemenz, mit der sich beispielsweise der Litzelstetter Pfarrer Armin Nagel für das Segnen aller Liebenden einsetzt und die vatikanischen Einlassungen empört zurückweist. Nein, Kirche muss sich nicht dem Mainstream anschließen, sie darf aber auch nicht den Fehler machen, ein Regelwerk wie die Bibel ausschließlich im Werteumfeld von vor 2000 Jahren zu betrachten. Ohnehin: In Genesis ist deutlich festgehalten, dass es nicht dem Geistlichen zusteht, über die Legitimation des Segens für den Einzelnen zu urteilen. Denn als Diener des Herrn handelt er allein stellvertretend für Gott. Und dessen Haltung wird klar, wenn wir in 1. Mose 12,2 lesen: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“. Das Zitat enthält keinerlei Beschränkung, weshalb es ausschließlich der dogmatischen Lehre der Kirche zu verdanken ist, dass auch das Freiburger Erzbistum offiziell an der Versagung des Segens gegenüber homosexuellen Paaren festhält. Eine biblische Begründung für diese Positionierung gibt es nicht, weshalb alle Beteiligten von „Liebe gewinnt“ im Sinne der Schrift handeln.

Dennis Riehle

Martin-Schleyer-Str. 27

78465 Konstanz




1. Schawwal – Ende der Tortur

Nach gregorianischem Kalender am 13. Mai 2021 stellt sich die islamische Welt wieder vom Kopf auf die Füße: Der Ramadan kommt mit einem Fest namens Aïd el fitr – in deutschsprachigen Gegenden auch Zuckerfest genannt – zu seinem Ende. Dann liegen dreißig entbehrungsreiche Tage hinter den Moslems, soweit sie der Pflicht zum Ramadan nachgekommen sind, was mitnichten durchgängig der Fall ist. Nach Befragungen durch fowid nehmen in Deutschland allenfalls 50% der Moslems die Mühsal der täglichen Tortur auf sich. Das wird auch von islam.de bestätigt. Wer übrigens glaubt, dass das in so genannten „islamischen“ Ländern (mit Ausnahme der Hardliner-Staaten) völlig anders aussähe, täuscht sich über die wachsende Zahl der von mir gern als Kulturmoslems bezeichneten weniger an Religion Interessierten (Bild: OpenClipart-Vectors, pixabay).

Eines der Sprachrohre des organisierten Islams in Deutschland ist islam.de, eine Website, die darum bemüht ist, die „schönen“ und „edlen“ Seiten des Islams darzustellen. Hauptsprecher der Moslems ist Ex-FDP-Mitglied Aiman Mazyek. Durchaus lesenswert – wenn auch völlig aus der Zeit gefallen und weltfremd – ist seine Einführung in das Wesen des Ramadan http://islam.de/16161.php: „Wie einen guten Freund begrüßen Muslime den Fastenmonat Ramadan. Es ist ein Freund, der zum Innehalten anregt, zum Studium des Korans, zur Betrachtung unserer spirituellen Quellen, unserer religiösen Heimat. Es ist eine Zeit der körperlichen Entbehrung und der geistigen Erneuerung, der inneren Einkehr und der Gemeinschaft. Im Ramadan sind die Moscheen voller als gewöhnlich. Im Ramadan rücken Familien und Freunde enger zusammen, ist die Gemeinschaft der Gläubigen spürbarer als sonst. Das Fasten im Ramadan ist die dritte der fünf Säulen des Islams. Es ist ein vierwöchiger Gottesdienst, währenddessen der Mensch über die Beziehung zu seinem Schöpfer nachdenken kann und soll“.

Im Ramadan wird zudem an die Mildtätigkeit der Gläubigen appelliert. Der Zaket, eine weitere Säule des Islam, ist eine am 27. Ramadan festgelegte Summe, die jeder Moslem an Bedürftige entrichtet. Entweder man gibt dieses Geld oder auch eine Sachspende in Form von Nahrungsmitteln an einen Imam, der es an die bedürftigen Empfänger weiterleitet, oder man spendet direkt an eine karitative Einrichtung. Nicht selten werden Wohlhabende zu Banketten geladen, zu denen leicht 250 oder mehr Besucher zusammenkommen, die jeweils ein Iftar (das tägliche Essen zum  Fastenbrechen) zu bewusst sehr überhöhten Preisen einnehmen, damit eine stattliche Summe für die entsprechende Einrichtung zusammenkommt. Das sind – wenn man vom religiösen Hintergrund einmal absieht – sehr schöne Veranstaltungen, an denen sich zum Beispiel hier in Tunesien jeweils auch die ausländische Community lebhaft beteiligt. Auch meine Frau und ich haben mehrfach an so etwas teilgenommen.

Das ideale Bild des „Fastenmonats“ geht auf Mohammed selbst zurück, der angeblich während dieser Zeit seine ersten Begegnungen mit einem „Engel“ namens Gabriel hatte. Von diesem erfuhr er die Worte eines Gottes, den Moslems Allâh nennen. Gebündelt fanden diese Worte sich schließlich im Koran wieder. Erste schriftliche Aufzeichnungen der Visionen des schreibunkundigen Propheten finden sich etwa 40 Jahre nach dessen Tod. Wie viel während dieser Periode mündlicher Überlieferung von den Adepten verändert, umgestellt oder neu hinzugedichtet worden ist, entzieht sich natürlich der detaillierten Kenntnis. Viele der im Koran beobachtbaren Inkonsistenzen lassen sich aber wohl nur durch diesen Transmissionsweg erklären. Entsprechende wissenschaftliche Bemühungen um Klärung werden allerdings von nicht wenigen Moslems argwöhnisch beäugt, selbst wenn die Ergebnisse von der Universität Al Azhar in Kairo stammen, einem Forschungsort, der gemeinhin so etwas wie den Vatikan des Islam darstellt.

Die genaue Anwendung der Regeln verlangt von gesunden Moslems ab der Pubertät rund 14 bis 15 Stunden täglich (in Deutschland leicht auch 18-19 im Hochsommer) und trotz Temperaturen von über 40° im Schatten die totale Enthaltsamkeit: Essen, Trinken, Rauchen sind verboten – und natürlich auch Sex.

Weiterhin sind Meditationen und die vorgeschriebenen Gebete, im Ramadan sechs statt der üblichen fünf, einzuhalten. Zudem soll sich der Moslem dazu auch noch aller „unreinen“ oder feindseligen Einstellungen enthalten – soweit sich das überprüfen lässt. Theoretisch ist eine solche genaue Befolgung, wie auch Mazyek andeutet, nur in einer Gesellschaft möglich, die während dieser Zeit Ferien nimmt, oder die sich darauf beschränkt, eine Herde Schafe und Ziegen und allenfalls einige Kamele zu hüten. In der modernen Arbeitswelt, die der muslimische Gott Allâh entweder nicht voraussehen konnte oder wollte, ist dies praktisch unmöglich. Wie sieht also die Praxis aus?

Von den in Deutschland lebenden Moslems praktiziert nach Angaben von islam.de überhaupt nur in etwa die Hälfte den Ramadan, und auch wohl mehrheitlich (soweit sie im Arbeitsleben stehen) befolgen diese nur den Essens-, Trinkens- und Rauchensteil der Regeln (hier „le jeûne“ genannt), was natürlich bereits für sich allein genommen ungemein schwer fällt.

Für die geforderte Meditation dürfte am Arbeitsplatz genauso wenig Zeit verbleiben wie für die ordnungsgemäße Verrichtung der Gebete. Man stelle sich zum Beispiel einen Fließbandarbeiter vor, der seinen Arbeitsplatz verlässt, um neben dem Band den Gebetsteppich auszurollen! Oder einen Schullehrer, der den Unterricht unterbricht, um sein Gebet zu verrichten. Das würde die (ohnehin angeschlagene) Akzeptanz von Moslems in der westlichen, ergebnisorientierten Gesellschaft sicherlich nicht befördern. Also wird es unterlassen. Das ist auch hier in Tunesien so. Man mache sich da bitte keine falschen Vorstellungen. Von etlichen weiß ich, dass sie sich zwar am Arbeitsplatz selbst zurückhalten (um dem sozialen Druck zu entgehen), doch sobald sie das Firmengelände verlassen haben, wird die erste Zigarette angesteckt und zu Hause zumindest Wasser getrunken, weil es sonst nur schwer auszuhalten ist.

Wegen dieser Unmöglichkeiten verkommt der Grundgedanke des Ramadans zur Enttäuschung nicht weniger strenggläubiger Moslems zur bloßen Einhaltung der äußeren Regelstruktur, der eigentliche Inhalt höhlt sich zunehmend aus. Das sehen auch die moslemischen Verbände so, aber mehr als (fordernde) Appelle an die nicht-moslemischen Kollegen, doch bitte Rücksicht auf die Moslems zu nehmen, fällt ihnen dazu nicht ein. Die Mehrheit soll sich nach ihren Vorstellungen der Minderheit anpassen. Das gehört zu einer ganzen Serie stetiger Forderungen von moslemischer Verbandsseite: die Aufnahmegesellschaft soll sich bewegen – man selbst hat dies nicht nötig, weil man sich im Besitz der alleinigen Wahrheit glaubt. Dieses offensichtliche Integrationsproblem wird von vielen Moslems einfach dahingehend gelöst, dass sie entweder den Regeln des Ramadan nicht mehr folgen, oder die Exerzitien am Abend nach der Arbeit nachholen.

Eine adaptive Lösung der schwierigen Regel, die die Flüssigkeitsaufnahme verbietet, was nicht selten vor allem bei Älteren zu Dehydrationsbeschwerden bis hin zu echten gesundheitlichen Schäden oder gar zum Tod führt, lieferte bereits vor langer Zeit der Gründungspräsident des modernen Tunesiens, Habib Bourguiba, als er im Fernsehen die Frage, ob er den Ramadan befolge, schlicht mit „Nein, ich arbeite“ beantwortete. Ostentativ leerte er ein Glas Wasser nach seiner Antwort. Von den „Rechtgläubigen“ in der islamischen Gesellschaft wird er seither als Apostat bezeichnet. Der Koran verlangt für Menschen wie ihn die Todesstrafe. Die wird aber derzeit nur in den sehr extremen islamischen Ländern wie Saudi-Arabien oder Iran exekutiert.

Die Reduzierung des Ramadan auf die nur äußere Einhaltung der Fastenregeln unter Auslassung der meditativen Anforderungen gibt einen Hinweis darauf, in welche Richtung sich ein sogenannter moderater Islam entwickeln könnte, nicht etwa durch Selbstreform, dazu erscheint er derzeit unfähig, sondern durch den Druck moderater Moslems, die angesichts der doppelten Anforderungen zwischen Religion und Arbeitswelt praktische Lösungen suchen. So wird auch die Flüssigkeitsaufnahme tagsüber nicht auf ewig das Tabu bleiben können, das es heute vielfach noch ist. So bedienen sich zum Beispiel die 60 Arbeiterinnen, die im Unternehmen meiner Frau arbeiten, nach anfänglichem scheuen Zögern inzwischen wie selbstverständlich an den aufgestellten Automaten, die in der nur schwach klimatisierten Halle gekühltes Wasser anbieten.

Romdhane Mubarak

Die Adaptation an modernere Erkenntnisse und Notwendigkeiten, von Christen und Juden kulturell längst umgesetzt, wird auch den Islam nicht ausklammern, wenn er sich dauerhaft in den europäischen Kulturen etablieren will. Einen Anfang zu den erforderlichen Veränderungen hat in Deutschland der inzwischen emeritierte Göttinger Professor Bassam Tibi gemacht, dessen Vorschläge für einen „Euro-Islam“, ausgerichtet an dem von ihm eingeführten Begriff der „Leitkultur“, vieles von dem, was am Islam stört wie etwa die Shari‘ah oder die Rolle der Frauen, als entweder zweitrangig einstufen, oder dessen völlige Abschaffung einfordern. Inzwischen gibt es auch im Netz, oft von Frauen betrieben, säkular-moslemische Seiten, auf denen Angleichungen der strengen Systematik an das moderne Leben gefordert werden. Unter „säkular-moslemisch“ wird generell ein Islam verstanden, der sich den Anforderungen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stellt und die Trennung zwischen Religion und Staat fordert. Man kann solche Bestrebungen nur voll unterstützen, denn genauso wenig, wie es gelingen wird, zum Beispiel den Katholizismus völlig abzuschaffen, wird es möglich sein, etwa den Islam zu verbieten. Also muss er gemeinschaftsverträglicher werden, wie dies ja in Teilen zumindest selbst mit den Kirchen gelungen ist – nicht von heute auf morgen, aber immerhin in überschaubarer Zukunft. In Deutschland wurde gerade ein vielversprechender Ansatz zu einem solchen säkularen Islam mit der Gründung der Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin gebildet. Die Protagonisten streben dabei als Integrationsbeitrag einen regen Austausch mit der Gesellschaft an – und zwar nicht nur mit der religiösen, sondern auch mit den humanistischen Teilen. Das ist sehr begrüßenswert und wird von vielen Humanisten unterstützt. 

Wenn auch nicht gerade in Saudi-Arabien, so doch in den Randländern des Islam wie zum Beispiel in Tunesien, beginnt der innere Widerstand gegen die als unangemessen empfundene Tortur auf weniger intellektuelle Weise. Man beginnt zu erkennen, in welchem Umfang die Volkswirtschaft durch die strikte Einhaltung der Ramadan-Regeln beeinträchtigt wird. Ein vernünftiges, durchgehendes Arbeiten ist häufig gar nicht möglich, wenn man nur noch in miesepetrige und unleidliche Gesichter blickt. Die Auswirkungen von Nährstoffmangel auf das Wohlbefinden und die Denkfähigkeit sind in den fortschrittlicheren Ländern längst wissenschaftlich detailliert erforscht und gut bekannt. Selbst einfacher veranlagte Hijab-Trägerinnen trauen sich inzwischen trotz des enormen sozialen Drucks, bei anstrengenden Arbeiten in der Hitze, die Wasserflasche in Griffweite zu haben. In manchen Belegschaften finden sich die strikten Befolger bereits in der Minderheit. Dies gilt nota bene in Tunesien, mit Einschränkungen auch in Algerien. In Marokko hindert der §222 des Strafgesetzbuches eine Aufweichung der religiösen Vorschriften. Öffentliches Ramadanbrechen untertags wird mit 6 Monaten Gefängnis bestraft. Immerhin existieren bereits an den König gerichtete Initiativen, dieses Gesetz aufzuheben oder abzumildern.

Ein gesondertes Problem stellt die ständige Übermüdung dar, was sich in einer stark erhöhten Unfallrate auf den Straßen zeigt. Zum Verständnis dieses Phänomens muss man sich den Ablauf einer typischen Nacht im Ramadan vor Augen führen. Abends um ca. 19 oder 20 Uhr ist Iftar, das Ramadanbrechen. Da wird dann wegen des tagsüber erlittenen Mangels gegessen was das Zeug hält (man spricht selbst hier in Tunesien respektlos von „la grande bouffe“ wie der gleichnamige Film: Das große Fressen). Anschließend geht es auf die Straße, um sich mit Freunden und Bekannten in den proppenvollen Cafés zu treffen, was bis ungefähr Mitternacht dauert. Dann ab nach Hause und noch ein paar Süßigkeiten hineingestopft. Spätestens kurz nach 3 Uhr bimmelt der Wecker (in Kairo und anderen großen Städten geht eigens ein Ausrufer um, der die Leute weckt), denn spätestens gegen 4 Uhr ist es wieder vorbei mit der Nahrungsaufnahme. Dass dieser Schlafmangel nicht gerade dazu beiträgt, die Sicherheit im Verkehr zu erhöhen, liegt auf der Hand. Ich war selbst Zeuge der bizarrsten Unfälle, die unter normalen Bedingungen einfach nicht passieren. Der Grund immer wieder derselbe: am Steuer sanft entschlafen!

Das selbst auferlegte Leiden dokumentiert sich am besten in der Reaktion der Betroffenen selbst: Spätestens eine Woche vor Ablauf des „heiligen“ Monats beklagt sich die Mehrheit und zählt nur noch die Tage, bis endlich der 1. Schawwal erreicht ist. Dann beginnt das Leben erneut. Die islamische Welt steht wieder auf den Füßen.

Nachtrag: In der besonderen Situation Tunesiens sei mir eine Randbemerkung erlaubt. Nach der Revolution wurden alle einsitzenden Extremisten (soweit es nicht Schwerstkriminelle waren) aus den Gefängnissen entlassen. Sie bilden das harte Rückgrat extremistischer Parteien wie Ennahdha des Sheikhs Rachid al-Ghannouchi. An derem extremem Rand wiederum befinden sich die eingefleischten Salafisten, die bereits Kinos in Brand gesteckt haben, Frauen ohne Kopftuch gern mal an den Haaren ziehen, oder Sommer-leicht bekleidete Mädchen auffordern, sich züchtig zu bekleiden. Da etliche Cafés in den größeren Städten den Nichtbefolgern weiterhin Getränke und Essen anbieten, befürchtet die Polizei nun Anschläge auf solche Orte und hat die Sicherheitsvorkehrungen entsprechend erhöht. Ich kann nur hoffen, dass diese Maßnahmen von Erfolg gekrönt sein werden, da ich keinen höhnischen Artikel zu einem evtl. Fall in bestimmten Publikationen lesen möchte. Im Jahr 2021 entfällt das natürlich weitgehend wegen Corona.

Auf den diesjährigen Stand gebracht am 10. Mai 2021.




Wort zum Sonntag, den 9.5.2021

Jh 15,9-17: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.

Es ist immer wieder lustig, wenn man Bibeltexte liest, in denen die heilige Dreifaltigkeit keine Rolle spielt. Kann auch gar nicht sein, weil der Jesus hat ja noch nichts gewusst davon, dass er die zweite Falte in einem dreifaltigen allmächtigen Gott ist, weil diese Lehre wurde – wie auch in Wikipedia steht – „seit Tertullian durch verschiedene Theologen, wie besonders Basilius der Große, und Synoden zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) entwickelt“. Der Jesus selber war noch keine Falte in einem allmächtigen dreifaltigen Gott! Er folgte gemäß der Bibel bloß den Befehlen seines Vaters!

Aber das nur nebenbei, wie resümiert heute der Herr Bischof von Wien seine Predigt? Der Schönborn schließt so: „Freundschaft mit Jesus: Das ist zuerst ein Geschenk, ein Angebot Jesu. ‚Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.‘ Freundschaft kann man nicht fordern. Sie kann nur wachsen, reifen, sich bewähren. Die Initiative geht von Jesus aus. Er hat seinen Jüngern seine Freundschaft dadurch gezeigt, dass er sich ihnen ganz anvertraut hat: ‚Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.‘ Nur dem Freund vertrauen wir das Persönlichste aus unserem Leben an. Nichts schmerzt mehr, als wenn dieses Vertrauen verletzt wird. Ob dann die Freundschaft wiederhergestellt werden kann? Petrus hat das erlebt, als er Jesus in der Nacht der Gefangennahme dreimal verleugnet hat. Seine bitteren Tränen zeigen, wie sehr es ihn geschmerzt hat, dass er den besten Freund aus Feigheit verleugnet hat. Deshalb gehört Versöhnung unter Freunden zu den freudigsten Momenten. Da erst wissen wir, wie kostbar die Freundschaft ist.“

Die Erwählung der Katholiken erfolgte geschichtlich nicht durch den Jesus, sondern durch die zwangsweise Einführung der christlichen Religion als Staatsreligion des Römischen Reiches durch das Dreikaiseredikt von 380! Aber das kennen die regelmäßigen Besucher dieser Site eh schon längst, laut Textzähler kamen „Dreikaiseredikt“ und „380“ bisher zusammen in einer html 41mal vor, jetzt sind’s 42mal! Und jetzt noch eine Wiederholung: Meinereiner ärgert sich immer noch darüber, dass seinerzeit vor 74 Jahren das katholische Taufen von Kindern noch allgemeine Bürgerpflicht war und meinereiner darum zwölf Jahre lang den Religionsunterricht besuchen und jede Schulwoche zwei Religionsstunden lang lügen und heucheln musste! Und der Ärger darüber motiviert meineneinen immer noch dazu, diese Site zu betreiben, Amen, so ist es!

PS: Die Formulierung „lügen und heucheln“ kommt auf dieser Site 38x vor!

PPS: Heute war es schon die 600. Predigt, das erste Atheisten-Wort zum Sonntag erschien am 4. Juli 2010, anfangs geschah das eher noch unregelmäßig…




DGHS-Präsident: Sterbewillige brauchen Ansprechpartner 

DGHS-Präsident: Sterbewillige brauchen Ansprechpartner

WEIMAR. (dghs/fgw) Die Deutsche Geslleschaft für humanes Sterben e.V. (DGHS) sieht nach der Orientierungsdebatte im Bundestag einen klaren Auftrag an die Ärzteschaft. Rechtsanwalt Prof. Robert Roßbruch, Präsident der DGHS äußert daher kurz vor Beginn des diesjährigen Ärztetages Verständnis für die Position des Ärztekammer-Präsidenten Professor Dr. Klaus Reinhardt, dass Ärztinnen und Ärzte „keine zu zentrale Rolle“ (Prof. Reinhardt im „Spiegel“ vom 24.4.2021) bei der Suizidhilfe einnehmen wollen.

Allerdings sei es, so Roßbruch, unverzichtbar, dass es Ärztinnen und Ärzten ohne Strafandrohung und der Gefahr berufsrechtlicher Sanktionen möglich sein müsse, unter Beachtung von Sorgfaltskriterien die Rezepte für die zur Selbsttötung benötigten und geeigneten Medikamente auszustellen:

„Es gibt viele Mediziner, die dazu bereit sind. Die Berufsordnungen einiger Landesärztekammern bauen aber noch immer eine einschüchternde Drohkulisse auf, so dass Mediziner Patienten mit einem begründeten Sterbewunsch oftmals nicht ergebnisoffen und sachlich beraten wollen.“ Selbstverständlich könne und dürfe kein Arzt zu einer indirekten oder gar faktischen Mitwirkung an einer Selbsttötung verpflichtet werden. Roßbruch weiter: „Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26.2.2020, das die Selbstbestimmung des Einzelnen so klar stärkte, muss für die Menschen signalisiert werden, dass es viele Hilfen ZUM Leben gibt. Sollte ein Einzelner zu dem Schluss kommen, dass er zum Sterben Hilfe braucht, sollte es genauso ein klares Signal geben, welches Verfahren er dazu durchlaufen muss.“

Mit Blick auf die kürzlich im Bundestag stattgefundene Orientierungsdebatte zu einer möglichen Neuregelung der Suizidhilfe sagt DGHS-Präsident Roßbruch:

„Die DGHS begrüßt die stattgefundene Orientierungsdebatte ausdrücklich, sie war längst fällig. Allerdings blieben die Wortbeiträge durchgehend an der Oberfläche und im eigenen Wertekanon stecken. Es scheint sich bis auf die Initiatoren der zwei Gesetzentwürfe noch kaum jemand ernsthaft damit befasst zu haben, wie die Hilfestellung und die Beratungsangebote konkret ausgebaut werden können.“

Beispielsweise wäre eine Pflicht für den Einzelnen, eine Beratungsstelle (mehrfach) aufzusuchen, für Schwersterkrankte unzumutbar. Zudem wäre eine allzu starke Einengung auf die Berufsgruppe der Ärztinnen und Ärzte als Helfende nicht wünschenswert. Als weiteren Punkt, der von der Politik behandelt werden muss, nennt Roßbruch eine Änderung im Betäubungsmittelgesetz, das bislang eine entsprechende Verschreibung von Natrium-Pentobarbital, das sich bei Schweizer Sterbehilfeorganisationen als optimales Mittel bewährt hat, in Deutschland verhindert. Entscheidend bleibe, dass Menschen mit Suizidüberlegungen nicht allein gelassen werden.

„Ein zugewandtes und ergebnisoffenes Gespräch, das letztlich die Suizidhilfe nicht kategorisch ausschließt, kann viele Verzweiflungshandlungen verhindern helfen“, so Roßbruch. Letztlich seien es nur sehr wenige Menschen, die eine Suizidhilfe tatsächlich in Anspruch nehmen, nicht selten genüge das Wissen, dass sie als Ultima ratio umsetzbar wäre.

(SRK)

03.05.2021
Von: (SRK)




Der Weinstock und die Reben

Wort zum Sonntag, den 2.5.2021

Jh 15,1-8: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Na, das ist ja ein weit reichendes Angebot, das da der Jesus seinen Jüngern macht! „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.“ Hat aber nie im geringsten funktioniert, der Jesus hat seinen Jüngern niemals alle ihre Wünsche erfüllt, obwohl das für eine Falte des dreifaltigen allmächtigen Gottes doch nur ein Furz einer Lerche („Leachalschas“) gewesen wäre! Aber Götter sind eben nur Phantasiegestalten, denen man alles zuschreiben kann, diese Phantasiegestalten aber deswegen nicht real werden!

Aber das nur nebenbei, was predigt heute der jesusgläubige Schönborn dazu? Er schließt so: „Gott ist der Winzer, wir sind die Rebzweige. Was oft wie harte Einschnitte aussieht und auch als schmerzlich erlebt wird, ist in Wirklichkeit eine Reinigung, eine Läuterung, die unser Leben von manchem Unfruchtbaren befreien will. Es ist wirklich nicht leicht, das so zu sehen. Wie kann Gott schweres Leid zulassen? Ist er gar ein grausamer Sadist, der uns unnötig leiden lässt? Und doch machen wir die Erfahrung, dass gerade die schweren Zeiten in unserem Leben die Phasen waren, in denen wir am meisten gereift sind. Ich möchte sie persönlich nicht missen, bin aber auch dankbar, wenn sie vorbei sind. Vielleicht ist die ganze Corona-Krise eine große Läuterung? Den zweiten Zusammenhang sieht Jesus in der Beziehung zu ihm. ‚Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.‘ In allen Prüfungen des Lebens ist es eine unschätzbare Hilfe, das zu erfahren: Mein Leben ist verbunden mit dem Urquell des Lebens. Ich muss es nicht alleine schaffen. Ich könnte es auch gar nicht. Die Reben beziehen den Lebenssaft aus dem Weinstock. Wir haben unsere Lebenskraft aus unseren unlösbaren Zusammenhängen mit dem göttlichen Quellgrund. Jesus sagt es klar und nüchtern: ‚Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.‘ Wir können als Menschen zwar Vieles und Großartiges leisten. Nachhaltige Frucht werden wir nur bringen, wenn wir den großen Zusammenhang mit dem göttlichen Weinstock nicht verlieren.“

Der Weinstock ist ein gutes Gleichnis! Denn der trägt Weintrauben und aus diesen kann man Wein machen und ihn trinken, dann ist man besoffen und träumt möglicherweise von Göttern! Man könnte natürlich auch die Frage stellen, woher der göttliche Weinstock seinen Ursprung hätte? Wer hat den gesetzt? Ein göttlicher Winzer? Und woher kam der? Oder ist der Weinstock von selber gewachsen, wurde sozusagen urgeknallt? Für einen Bischof stellt sich so eine Frage klarerweise nicht, er lebt ja auch beruflich von seiner göttlichen Weinrebe! Ein bisschen Realität lässt der Schönborn jedenfalls über, er sagt keine Silbe zum obigen Satz „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten“. Weil dass ihm alle Wünsche mit göttlich-weinstöckiger Hilfe in Erfüllung gehen, das erwartet er natürlich nicht, wenn er seinen Weinstock um was bittet, dann passiert eben das Gewünschte manchmal oder es passiert nicht. Weil mangels Götter ist das Geschehen ja nicht von diesen abhängig, was geschieht, das geschieht materiell aus dem Möglichen! Amen, so ist es!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




„Die arbeiten wie ein Geheimdienst“

Über Amer Albayati am 23. April 2021 im „Volksblatt“ – hier platziert mit dem Einverständnis des Albayatis!

Von Muslimbrüdern zum „Feind“ erklärt:
Austro-Iraker wechselt Wohnsitz

Amer Albayati: Als sein Name auf einer IS-Todesliste gefunden wurde, schrieb er 2016 ein Buch über sein lebensgefährliches Engagement für einen liberalen Islam. © Seifert Verlag (laut Verlag ist das Buch leider inzwischen vergriffen – aber beim ÖGB-Shop gibt es noch Restbestände)

„Erkenne deinen Feind“ – das ist der Titel einer Liste, die im November bei einer Hausdurchsuchung in Wien sichergestellt wurde.

Im Zuge der „Operation Luxor“ hatten gut drei Dutzend mutmaßliche Muslimbrüder in Wien und Graz überraschenden Besuch von Ermittlern bekommen. Die Liste enthält rund 40 Namen.

Die Bedrohung durch islamische Extremisten ist für den früheren ÖVP-Nationalratsabgeordneten Efgani Dönmez ebenso kein Novum wie für den Austro-Iraker Amer Albayati. Der Gründer der „Initiative Liberaler Muslime in Österreich“ (ILMÖ) und Journalist steht ebenfalls auf der Feindesliste.

Sein Name fand sich vor sechs Jahren auch auf einer Todesliste der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Da viele in den Dschihad nach Syrien gezogene Extremisten aus Wien kamen, ist Albayati in diesen Kreisen als Kämpfer für einen säkularen Islam verhasst. Aus demselben Grund landete er wohl auch auf der bei A. M., einer Größe der österreichischen Muslimbruderschaft, gefundenen „Feindesliste“.

Überrascht war Albayati dennoch: Erstens, weil er mit dem Inhaber der Liste ungeachtet aller weltanschaulichen Differenzen höflichen Kontakt gepflegt hatte. Zweitens enthält die Liste nicht bloß seinen Namen, sondern auch ein heimlich aufgenommenes Foto, das Albayati an der Rezeption eines Wiener Hotels anlässlich eines Empfanges einer arabischen Botschaft zeigt. „Diese Liste zeugt davon, dass hier eine Art Geheimdienst am Werk ist“, so Albayati zum VOLKSBLATT.

„Wie eine Mordrohung“

Angst habe er keine. Aber er ist vorsichtig. Nachdem ihn der Verfassungsschutz kürzlich über die Muslimbrüder-Feindesliste informiert hatte, übersiedelt er gerade. Denn, so Albayati: „Diese Liste gleicht einer Morddrohung“.

Nicht zum ersten Mal muss der seit 1980 in Österreich lebende 79-Jährige den Wohnsitz wechseln, weil er ins Visier von Islamisten geriet. Zumindest die Kosten für den jüngsten Umzug will er sich zurückholen: Wenn die Muslimbrüder verurteilt werden, will Albayati bei Gericht Schadenersatz beantragen.

„Schlimmer als Corona“

Vor allem aber fordert er mehr Sensibilität der Politik für den Politischen Islam, dessen Vertreter von manchen Politikern noch immer hofiert würden. Auch Dönmez warnte: „Der Politische Islam ist schlimmer als das Coronavirus.“




Wort zum Sonntag, den 18.4.2021

Lk 24,35-48: Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht. Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften. Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.

Salem aleikum! Das kennt meinereiner seit er als Bub Karl May gelesen hat! „Der Friede sei mit Euch“ auf arabisch! D.h. auf Wikipedia steht das als üblicher arabischer Gruß so: „as-salāmu alaikum – der Frieden auf euch!“ Auf jüdisch heißt dieser Gruß laut Wikipedia so: „Shalom aleichem“, da hatte man wohl gemeinsame alte Sprachwurzeln. Wenn man bei uns religionsfrei grüßt, sagt man „Guten Morgen“, „Guten Tag“, „Guten Abend“ – ein direkter Friedenswunsch ist da nicht dabei, aber ein guter Tag wird ja auch ein friedlicher Tag sein müssen!

Aber das nur nebenbei, was summiert heute der Herr Schönborn predigtmäßig auf? Er schreibt zusammenmfassend: „Wir sehnen uns alle nach Frieden, aber nur selten gelingt es uns, in Frieden zu leben. Gewiss, wir haben in Österreich seit 75 Jahren keinen Krieg. Im Vergleich zu anderen Ländern haben wir geordnete Verhältnisse. Und das ist die Voraussetzung für sozialen Frieden. Aber an Streit und Hass, an Neid und Eifersucht fehlt es trotzdem nicht. Wir wissen, wie schwer es sein kann, Frieden in eine zerstrittene Familie zu bringen, und welcher Segen es ist, wenn Versöhnung gelingt. ‚Christus ist unser Frieden‘, sagt der Apostel Paulus: ‚Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet.‘ An Jesus kann ich anschaulich sehen, wie der Weg zum Frieden aussieht. Jesus beginnt einfach damit, dass er auf völlig berechtigte Vorwürfe verzichtet. Deshalb berührt es mich so sehr, dass er bis heute mit diesem Gruß in unsere Mitte tritt: ‚Friede sei mit euch‘.“

Ja, da heuchelt er wieder durch die Gegend, der Herr Bischof! Er sollte dabei doch zum Beispiel auch an den „Dreißigjährigen Krieg“ denken, der tobte von 1618 bis 1648 zwischen der Katholischen Liga und der Protestantischen Union, der 30jährige Krieg forderte an Gefallenen und durch Kriegsfolgen Umgekommene – gerechnet auf die damalige Bevölkerungszahl – mehr Menschen als der erste und zweite Weltkrieg zusammen! Die europäische Bevölkerung wurde damals aus religiösen Gründen um mehr als ein Drittel dezimiert! Oder die anderen Bräuche in den Zeiten als die katholische Kirche Europa beherrschte und die Unterwerfung für alle Menschen Pflicht war, Ungläubige und sogenannte „Hexen“ in Massen exekutiert wurden, wo war da der Friede? In der Asche der Scheiterhaufen? Es dauerte bis tief ins 20. Jahrhundert bis die katholische Allmacht endgültig gebrochen und damit gesellschaftlicher Friede überhaupt erst denkbar wurde! Der Jesus hat durch die Jahrhunderte nicht die Feindschaft getötet, sondern in seinem Namen wurden seine angeblichen und wirklichen Feinde verfolgt! Der Friede des Jesus war nur ein Friede für die Jesusgläubigen! Aber heutzutage kann uns der Jesus gern haben, wir ihn aber nicht…

Entnommen bei www.atheisten-info.at





Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit

Rezension von Gerfried Pongratz Mai Thi Nguyen-Kim: „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ © 2021 Droemer Verlag, München, ISBN 978-3-426-27822-2, 368 Seiten.

Mit dem Untertitel „Die größten Streitfragen wissenschaftlich geklärt“ legt die mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrte 33-jährige Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim ihr zweites Buch vor, das schon nach kurzer Zeit Bestsellerstatus erlangte und für den Sachbuchpreis 2021 nominiert wurde. Der promovierten Chemikerin ist es ein Anliegen, an der „zunehmend verschwimmenden Grenze zwischen Fakten und Meinungen“ sowie der „Informations- und Desinformationsüberflutung in sozialen Medien und der scheinbar unerschütterlichen Realitätsfeindlichkeit mancher Menschen“ ein Zeichen der Aufklärung zu setzen. Unter den Gesichtspunkten „Wahr, falsch, plausibel?“ vermittelt sie neben grundlegendem Wissen auch Verständnis für wissenschaftliche Methodik, als Voraussetzung, sich sachlich fundiert eigene Meinungen bilden zu können.

„Dass wir uns immer mehr von einem gemeinsamen Verständnis von Wirklichkeit entfernen, müssen wir dringend ändern“. In der aktuellen Debattenkultur dominiert „Schwarz-Weiß“, viele Fronten sind verhärtet. Seit Jahrzehnten kontrovers diskutierte Themen polarisieren in der Öffentlichkeit, Laien verlieren bei der Vielzahl unterschiedlicher Wortmeldungen sehr leicht den Durchblick. Hinzu kommen in Medien und sozialen Netzwerken oft Fakes, Halbwahrheiten und Verschwörungsmythen, die einfache Antworten und Lösungen zu komplexen Fragestellungen und Problemen versprechen und damit in die Irre führen. „In diesem Buch will ich mich auf die Suche begeben, auf die Suche nach der kleinsten gemeinsamen Wirklichkeit. Nur wenn man bei einem Streit auf dem Fundament einer gemeinsamen Wirklichkeit steht, funktioniert Streit, funktioniert Debatte“.

„Wozu auf die Wissenschaft hören, hat sich so mancher während der Corona-Pandemie gefragt, die irren sich doch eh ständig. Dabei übersehen wir, dass der Unterschied zwischen jemandem, der immer recht hat, und jemandem, der oft irrt, oft nur darin liegt, dass Letzterer seinen Irrtum einsieht.“

In 9 Hauptkapiteln des Buches werden „Die Legalisierung von Drogen“, „Videospiele und Gewalt“, „Gender Pay Gap“, „Big Pharma versus Alternative Medizin“, „Wie sicher sind Impfungen?“, „Die Erblichkeit von Intelligenz“, „Warum denken Frauen und Männer unterschiedlich?“, „Sind Tierversuche ethisch vertretbar?“ sowie „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ behandelt, in 60 Unterkapiteln wird dazu eine Fülle von damit verbundenen Fragen und Themen, wie „systemrelevante Berufe“, „Care-Arbeit“, „Lohngerechtigkeit“, „Homöopathie“, „klinische Studien“, „Impfpflicht“, „Gene versus Umwelt“, „Corona“, „Klimawandel“ erläutert. Mai Thi Nguyen-Kim taucht dabei tief in die Materie ein und zeigt anhand von Studiendesigns und Untersuchungsmethoden, wie die Wissenschaft zu ihren (mehr oder minder) signifikanten Aussagen kommt. Es ist ihr dabei wichtig, Scheuklappenblicke aufzuweiten und mit Denkanstößen darauf hinzuwirken, jede Sache von mehreren Seiten zu betrachten.

Didaktisch anregend beginnt jedes Hauptkapitel des Buches mit einer Fangfrage, die zum Grübeln anregt und eigene Auffassungen reflektieren lässt, zahlreiche Infoboxen für wissenschaftliche Inhalte und Fachbegriffe sowie farbig hervorgehobene Kernaussagen im Text erleichtern und vertiefen das Verständnis des Gebotenen. Um einschätzen zu können, inwieweit die in diversen Medien verbreiteten Inhalte richtig, oder eher falsch sind, ist es neben vorhandenem Wissen auch notwendig, Daten, Studien und Statistiken korrekt interpretieren zu können. Dass wissenschaftlicher Konsens nicht in „Stein gemeißelt“, sondern bei neueren Erkenntnissen änderbar ist, versteht sich dabei von selbst; der Autorin ist es wichtig, auch Verständnis für wissenschaftliche Fehlerkultur – für das Prinzip des Falsifizierens – zu vermitteln.

Aus der Vielzahl an Themen einige Beispiele:

  • Lieber fehlerhaft als gar keine Wissenschaft?
  • Warum Aggressionsforschung besonders kompliziert ist
  • Die verlockende Suche nach einfachen Antworten
  • Zwischen gesunder Skepsis und Verschwörungsmythen: Genaue Lupe für alle!
  • Wirksamkeit ist das, was du daraus machst
  • Warum die Anzahl unserer Finger weniger erblich ist als das Ergebnis eines IQ-Tests
  • Drei Gesetze für die Genetik komplexer Persönlichkeitseigenschaften
  • Die große „Matschepampe“ aus Genen und Umwelt
  • Dieser Abschnitt verändert dein Gehirn – denk mal darüber nach
  • Müssen Tierversuche wirklich sein?
  • Warum wir eine kleinste gemeinsame Wirklichkeit brauchen
  • Falsche Bilder von „Wissenschafts-Religion“ und „Cancel Culture“
  • Die Kunst des wissenschaftlichen Konsenses:
    Ein wissenschaftlicher Konsens ist keine Abstimmung und wissenschaftlicher Konsens verändert sich mit neuen Erkenntnissen
  • Der wissenschaftliche Spirit:

Wissenschaftliches Denken, wissenschaftliche Methoden, wissenschaftliche Fehler- und Diskussionskultur

  • Der Debattenfehlschluss:
    „Wissenschaftlichkeit heißt nicht, weniger zu streiten, sondern besser.“

„Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ bietet interessierten Leserinnen und Lesern nicht nur eine Vielzahl neuer, bzw. vertiefender wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern regt auch inspirierend zum Nachdenken und Hinterfragen eigener Anschauungen an. Die Autorin klammert dabei nicht aus, dass es auch Aspekte bei der Beantwortung von Fragen gibt, die keine Antwort erlauben, wenn man nicht unwissenschaftlich, bzw. populistisch sein will. Lebensnahe Beispiele und eine Vielzahl aussagestarker Abbildungen erleichtern das Verständnis. Manche Kapitel erfordern etwas Vorwissen und Durchhaltevermögen; dazu auch ein gewisses Maß an wissenschaftlichem Denken, die sehr umfangreichen Anmerkungen und Erläuterungen im Anhang helfen dabei. Alle Abschnitte, bzw. Themen des Buches können problemlos einzeln für sich gelesen werden, es kann somit auch als Nachschlagewerk dienen. Mai Thi Nguyen-Kims Ausführungen verdeutlichen, wie Wissenschaft funktioniert und wie und wo es dabei zu Konflikten mit der Gesellschaft kommen kann. Dass sie ein Medienprofi mit hervorragendem Kommunikationsstil ist, wird in der sehr professionellen Vermittlung auch sperriger und komplizierter Inhalte deutlich: In klarer, erfrischend humorvoller Schreibweise nimmt sie den Leser, die Leserin fesselnd, unterhaltend – auch anspruchsvoll – mit. Uneingeschränkte Leseempfehlung!

Viele der im Buch behandelten Themen werden von Mai Thi Nguyen-Kim auch in ihrem YouTube Kanal „maiLab“ audiovisuell präsentiert – „maiLab“ verzeichnet bis dato 1,26 Mio Abonnenten bei 176 Videos; darunter „Corona geht gerade erst los“, als mit 6,6 Mio Aufrufen erfolgreichstes YouTube Video des Jahres 2020.

Gerfried Pongratz 4/2021




HLS aktuell: Ein Jahr nach dem Karlsruher BVerfG-Urteil

WEIMAR. (fgw) Wie schon gute Gewohnheit geworden, konnte auch zu diesem Quartals- wechsel die aktuelle Ausgabe der DGHS-Vierteljahreszeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ (HLS) pünktlich ihre Leserschaft erreichen. Die DGHS – das heißt ausgeschrieben Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. – versteht sich als Menschenrechts- und Patientenschutz-Organisation sowie als Bürgerrechtsbewegung. Schwerpunktmäßig geht es in der Heft-Ausgabe 2-2021um viele Fragen und Vorschläge, die nach dem Karlsruher Urteil zur Sterbehilfe auf der Tagesordnung stehen.

Für den Rezensenten ist aber ein ganz anderer Beitrag notwendiges Schwerpunktthema. Dazu führte HLS-Redakteur Oliver Kirpal ein längeres Interview mit dem DGHS-Präsidenten Prof. Robert Roßbruch („Das Leben ist nichts Statisches, sondern ein Prozess“; S. 11-23). Darin heißt es einleitend:

»Die unmittelbare Angst vor dem so genannten neuartigen Coronavirus ist vorbei. Wir lernen jeden Tag mehr von ihm kennen, wie es wirkt, was es mit uns macht und wie wir bestmöglich eine Infektion verhindern könnten. Wir richten uns ein mit dem Virus – so gut wie wir es vermögen. Vielmehr ist nun interessant, wie wir mit den schlimmen Auswirkungen der Pandemie umgehen. Was passiert mit den überlasteten Krankenhäusern, geht die angedachte Impfstrategie auf, wann stehen Schnelltests flächendeckend zur Verfügung, wie geht es mit dem Kulturbetrieb, den Gaststätten und dem Einzelhandel weiter und werden wir Deutschen je alle Schulden aus der Pandemiezeit wieder tilgen können?

Wurden Anfang 2020 zu Beginn der Pandemie fast ausnahmslos Virologen und Epidemiologen zur Einschätzung der Lage befragt und berieten die Politik, kommen nun vermehrt auch Soziologen (…) zu Wort.

Aber was sagen die persönlich Betroffenen zu alldem? Was sagen diejenigen, die tatsächlich mit Covid-19 infiziert waren – oder sind? Was ist ihre Meinung zum gesellschaftlichen Umgang mit der Pandemie, wie gehen sie selbst damit um? Hat die Erkrankung bei ihnen ein Umdenken ausgelöst, ihre Sicht auf das Leben verändert?

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben e. V., RA Prof. Robert Roßbruch, war an Covid-19 erkrankt. Wie er diese Zeit erlebt hat und was sich für sein ehrenamtliches Engagement dadurch geändert hat, erzählt er in diesem Interview.«

Und gerade das hebt diesen Text aus der massenmedialen Behandlung des wirklich alle Menschen berührenden Themas heraus: Ein wirklich Betroffener darf sein eigenes Erleben darlegen und seine darauf beruhende Meinung sagen!

Zum eigentlichen Heft-Schwerpunkt äußert sich der DGHS-Präsident in seinem Editorial:

»Vor einem Jahr, am 26.2.2020, hat das Bundesverfassungsgericht mit seinem historischen Urteil § 217 Strafgesetzbuch (StGB) für verfassungswidrig und nichtig erklärt. (…) Nunmehr liegen zwei Gesetzentwürfe aus der Mitte des Bundestages vor. (…) Beide Gesetzentwürfe zeichnen sich durch einen liberalen Ansatz sowie eine im Zivilrecht anstelle einer im Strafrecht implementierten Regelung der Suizidassistenz aus.

Darüber hinaus liegt von einer Gruppe von Wissenschaftlern ein Gesetzentwurf zu einem umfassenden eigenständigen Sterbehilfegesetz (sog. Augsburg-Münchner-Hallescher- Entwurf) vor.

All diesen Gesetzentwürfen ist aber auch zu eigen, dass sie von einer Beratungspflicht ausgehen. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil aber nicht ein einziges Mal den Begriff Beratungspflicht verwendet. Es spricht lediglich von Beratung und einer (ärztlichen) Aufklärungspflicht.

Die meisten Freitodwilligen, die ihr Leben autonom und selbstbestimmt geführt haben, werden sich jedoch dagegen verwahren, sich von einem Dritten (Arzt, Gutachter, Beratungsstelle oder gar einer Kommission) gegen den eigenen Willen beraten zu lassen, um eine Bescheinigung zu erhalten, die es ihnen ermöglicht, eine letale Dosis eines freitodgeeigneten Medikaments verschrieben zu bekommen. Daher liefe nach unserer Rechtsauffassung eine Beratungspflicht auf eine Begründungs- und Rechtfertigungspflicht des Freitodwilligen hinaus. Die freiverantwortliche Entscheidung über das eigene Leben bedarf jedoch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aber gerade „keiner weiteren Begründung oder Rechtfertigung“. (…)

Sollte die Beratungspflicht tatsächlich gesetzliche Realität werden, so werden wir – vorbehaltlich einer Entscheidung des Präsidiums – erneut das Bundesverfassungsgericht anrufen.« (S. 3)

Zur Erinnerung, das Bundesverfassungsgericht hatte geurteilt, daß es zum Persönlichkeitsrecht des Menschen gehört, selbst über das eigene Leben zu bestimmen und dafür auch die Hilfe von Dritten, sofern sie angeboten wird, in Anspruch zu nehmen. Als Helfende sind vor allem Mediziner im Fokus, die auf dem kommenden Deutschen Ärztetag im Mai eine diesbezügliche Grundsatzdebatte planen. Noch herrscht bei den Landesärztekammern ein berufsrechtlicher Flickenteppich. Darüber berichtet die HLS auf den S. 5-6 unter der Überschrift: „Wie weit geht künftig der ‚Beistand für Sterbende‘?“ Ferner fragt die HLS „Bald mit dem Beratungsschein zum Freitod?“ (S. 7-8) und stellt dazu kurz die drei vorliegenden Gesetzentwürfe vor. Kommentiert wird diese Gesetzgebungsdebatte von Rechtsanwalt Wolfgang Putz und dem Arzt Dr. Michael de Ridder: „Freiverantwortlichkeit nur mit Beratung?“ (S. 9-10) Beide erteilen den Überlegungen von Bundestagsabgeordneten und Hochschulprofessoren, eine verbindliche Pflicht zur Beratung einzuführen, eine klare Absage. Zur „Ambivalenz und Normalität von Sterbewünschen“ äußert sich mit Bezug auf eine öffentliche Anhörung des Ethikrates Dr. Manfred von Lewinski in seiner Kolumne auf den S. 33-34. Darin heißt es abschließend:

»…bekanntlich macht ein sicherer Zugang zu einem suizidalen Ausweg nicht selten schweres Leid sogar besser ertragbar.

Wer vor diesem Hintergrund gleichwohl seinem Leben ein Ende setzen will, und daran auch nach Beratung zur Abklärung von Suizidabsichten festhält, dem wird man deshalb zubilligen müssen, dass dies eine Entscheidung ist, die im Rahmen seines Selbstbestimmungsrechtes seiner eigenen Verantwortung überlassen bleiben muss.«

Rechtsanwalt Dr. Oliver Kautz schreibt in seinem Artikel „Schutzpflichten der Pflegeheime“ über einige aufsehenerregende Gerichtsurteile zur Haftungspflicht von Senioreneinrichtungen, um Stürze von Bewohnern möglichst zu verhindern oder wenigstens zu vermindern. (S. 14-15).

In der Rubrik „Aus den Regionen“ wird aus dem Vereinsleben in Freimersheim, Leipzig und Worms berichtet. Dieter Birnbacher, Siegfried R. Krebs, Wega Wetzel und Claudia Wiedenmann stellen je ein von ihnen gelesenes Buch vor. Im „Blick über die Grenzen“ sind sechs Nachrichten aus Portugal, der Schweiz, Spanien und den USA zu lesen. Leserbriefe und Veranstaltungstips runden die Zeitschrift wie gewohnt ab.

Mehr zur DGHS und ihrer Zeitschrift gibt es auf deren Webseite zu lesen.

Siegfried R. Krebs




Leer gepredigte Kirchen

Darüber wurde am 31.3.2021 auf katholisch.de berichtet, der Augsburger Bischof Bertram Meier hat diese Meinung, hier der Text von katholisch.de mit atheistischen Anmerkungen:

katholisch.de: Bischof Meier: Unsere Kirchen wurden „leer gepredigt“ – „Oberflächliches Gerede“ helfe den Menschen wenig
Wegen Corona sind die Gotteshäuser momentan vielorts leer. Von der Pandemie abgesehen, sei das kein Zufall, betont der Augsburger Bischof Bertram Meier. Das liege auch am „oberflächlichen Gerede“ mancher Priester und Diakone.
Atheistische Anmerkung: Mag schon sein, dass auch die Redefähigkeit eine Rolle spielt, die Hauptrolle an den geleerten Kirchen spielt natürlich die säkulare Welt, in unseren Breiten ist erstens der katholische gesellschaftliche Druck weitgehend verwichen, der spielt nur noch im Traditionellen, also bei Geburten und Begräbnissen eine Rolle, zweitens sank auch der Bedarf an Göttern in der modernen Welt tief ab, wie hier schon endlos oft geschrieben: wenn man krank wird, dann braucht man keine Gotteshilfe mehr, weil die moderne Medizin kann jeder ja im Wege seiner Krankenversicherung benutzen, beten werden wohl nur noch unheilbare Kranke und bei denen nutzt das ja auch nichts. Ob der Pfarrer oberflächlich oder bedeutsam redet ändert da nichts.

katholisch.de: Nach den Worten des Augsburger Bischofs Bertram Meier gibt es auch jenseits der Corona-Krise Gründe für die momentan leeren Kirchen. „Sie wurden auch ‚leer gepredigt'“, sagte Meier bei der Chrisammesse am Mittwoch im Augsburger Dom. Er hoffe, dass das aktuelle Bild nicht die Zukunftsprognose für die Kirche nach Corona sei. „Doch ganz ehrlich muss ich auch sagen: Von Corona abgesehen, sind unsere Kirchen nicht zufällig leer.“ Das „oberflächliche Gerede mancher Priester und Diakone“ helfe den Menschen wenig.
Atheistische Anmerkung: Die Chrisammesse wird traditionell in der Karwoche gefeiert, dabei werden vom Bischof Öle geweiht und anschließend an die Gemeinden verteilt, wo sie zur Spendung der Sakramente verwendet werden. Meinereiner muss ja ja auch hin und wieder eine Messe besuchen, wenn nämlich bei einem Verstorbenen nur eine Messe zur Verabschiedung stattfindet, aber die Beisetzung anderenorts oder ohne geladene Trauergäste. Der Pfarrer redet da meistens übern Jesus, über den Verstorbenen hat er meist kaum was zu sagen, weil als Kirchgänger kannte er den Verstorbenen meistens nicht, also gibt’s nur ein paar Floskeln und die Bitte an den Jesus, dass er dem Toten das ewige Leben geben wolle oder solle. Unterhaltsam ist dabei auch immer, dass der Pfarrer die Messbesucher auch nicht kennt und diese während seiner Predigt regelmäßig mit Handbewegungen zum rituellen Aufstehen und Niedersetzen dirigieren muss. Und reden tut der Pfarrer eben vom aktuellen Evangelium des Tages, was die Zuhörer kaum interessiert…

katholisch.de: Meier warnte zudem vor einer Überhöhung des priesterlichen Selbstverständnisses. Sie sei ein Grund für den „Missbrauch von Machtverhältnissen zwischen Klerikern und den ihnen anvertrauten Menschen“. Die dem Priester durch die Weihe verliehene Vollmacht sei nicht identisch mit dem Anspruch Christi, Haupt der Kirche zu sein. „Sie ist übertragene Vollmacht, denn ohne das Fundament im Volk Gottes kann niemand seinen Dienst als Geweihter ausüben.“ Priester und Diakone seien „Werkzeuge, keine Kaste“. Damit wolle er keiner „Entsakramentalisierung der Weihe das Wort reden, sondern einer Entsakralisierung von Amtsträgern, die nicht in allem, was sie tun und lassen, sakrosankt sind“, so Meier. Denn sie blieben auch nach der Weihe Menschen.
Atheistische Anmerkung: Das ist ein schöner Satz: „Ohne das Fundament im Volk Gottes kann niemand seinen Dienst als Geweihter ausüben“, das ist nämlich das Grundproblem! Dieses Fundament fehlt eben! Erzwungen kann das Katholischsein nimmer werden und freiwillig wirklich Praktizierende sind eben heute nur noch eine kleine Gruppe. Und die Priester werden ja auch von Jahr zu Jahr weniger, in Deutschland gab es 1962 noch 557 Priesterweihen, 1970 noch 303 und 2020 nur mehr 57. Im Internet zu finden war dazu, dass Bischof Meier künftig mehr für das Priesteramt werben will: „Wir müssen den Mut haben, unaufdringlich und doch gezielt junge Menschen anzusprechen“, ja dann bringen Sie den Mut auf, wundern Sie sich aber bitte danach nicht, dass die Zahlen der Weihen trotzdem eher fallen als steigen…

katholisch.de: Jeder Getaufte repräsentiert Christus – Der Augsburger Bischof rief dazu auf, sich an „die gemeinsame Würde und die Einheit aller in dem einen Volk Gottes zu erinnern“. Jeder und jede Getaufte repräsentiere Christus. „Priester – und auch Diakon – wird man nicht für sich selbst, sondern immer für andere, für das Volk.“ Als Teil des Gottesvolkes verrichte der Priester einen Dienst an der Gemeinschaft. „Sein Dienst besteht darin, möglichst viele Getaufte zu befähigen, das Evangelium glaubwürdig zu bezeugen.“
Atheistische Anmerkung: Ja, das wäre die Wunderlösung, jeder Katholik präsentiert den Jesus, das ist ja eigentlich die wichtigste Katholikenpflicht! Geben tut es diese Verkündungspflicht aber nur bei den Zeugen Jehovas, in der BRD gab es solche 2019 nur 165.393, das sind 0,005 der 32.271.500 Katholiken. laut Wikipedia sind in der BRD 27,2 % katholisch, 24,9% protestantisch und die stärkste Gruppe mit 38,8% sind die Konfessionslosen und die haben keine Kirchen in denen sie predigen!

katholisch.de: Gleichzeitig dankte der Bischof den Priestern seines Bistums für ihren Dienst seit Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr. „Neben der Verkündigung und dem Gottesdienst übertreffen viele von euch sich gegenseitig an Kreativität in Nächstenliebe und Caritas, um das Evangelium vom heilenden und tröstenden Gott den Menschen nahe zu bringen.“ Viele seien an die kirchlichen und sozialen Ränder gegangen, „aber auch an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit“. Dabei wandte sich Meier besonders an die Seelsorger in Krankenhäusern und Seniorenheimen, die „sich nicht scheuen, selbst gefährdet zu werden“.
Atheistische Anmerkung: Na und, was hat das den Leuten geholfen? Sind die Infektionen gesunken? Wurden die Leute schneller gesund? Hat der Jesus Impfungen organisiert? Helfen tut der Sozialstaat und kein Gott tut – mangels Existenz – da was! Und die leeren Kirchen sind jetzt ein Corona-Effekt und nach der Pandemie werden wohl auch die Messbesucherzahlen im Vergleich zu 2019 zurückgehen! Von 2017 auf 2018 verringerte sich die Katholikenzahl in der BRD um rund 300.000, von 2018 auf 2019 um 400.000. da wurde doch wohl von 2019 auf 2020 auch eine ordentliche Steigerung des Abgangs geschafft, aber die offiziellen Zahlen dazu gibt’s in der BRD erst im Sommer 2021.

Die Messbesucher werden auch wieder weniger geworden sein,
ein Hoch den leeren Kirchen! Amen!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Katholische Wunschträume

Solche veröffentlichte domradio.de am 27.3.2021, von meinemeinen entdeckt am 31.3.. hier der Text plus atheistischer Anmerkungen:

Domradio: Schavan: Religion gewinnt an Bedeutung – „Mehr Neugier auf die Zukunft
Das Ende des Christentums? Religionen haben nach Worten der früheren Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, an Bedeutung gewonnen und sind in manchen Regionen „bedeutsame politische Faktoren“.
Es gebe „gute Gründe, nicht andauernd das Ende des Christentums zu beschwören“, schreibt Schavan in einem Gastbeitrag für die „Sächsische Zeitung“ (Wochenende). Vielmehr solle man sich mehr Gedanken über die Zukunft des Christentums machen und dabei auch seine Anfänge in den Blick nehmen: „Sie waren bescheiden und auch damals schon umstritten.“

Atheistische Anmerkung: Ja, es gibt noch Gebiete, wo Religion Bedeutung hat, speziell dort, wo sie Bedeutung zu haben hat, also im islamischen Herrschaftsbereich. Bei den Saudis und im Iran ist Religion der bedeutsamste politische Faktor! Im aufgeklärten Europa ist das heute ja wohl doch gänzlich anders!

Domradio: Nach 2.000 Jahren sei das Christentum bis in die jüngste Zeit hinein angreifbar, so die ehemalige Bundesbildungsministerin. „Die Kirchen haben Schuld auf sich geladen und bleiben immer wieder unter ihren Möglichkeiten – so wie wir als einzelne Christen auch.“ Zugleich habe das Christentum „zu allen Zeiten durch Menschen und ihre Berufung heilend und heilsam gewirkt, den Menschen und seine unverwechselbare Würde gegenüber jenen verteidigt, die davon nichts wissen wollen.“
Atheistische Anmerkung: Machen wir einen Blick auf die Realität, in Österreich waren 1951 waren 89 % der Einwohner katholisch, 2020 waren es nur mehr 54,44 %, in absoluten Zahlen waren es 1951 noch 6.170.084 und 2020 nur noch 4.907.354, die Bevölkerung hatte sich durch Fortpflanzung und Zuwanderung um rund zwei Millionen vermehrt (von 6,9 auf 8.9 Mio.). Die Prozentanteile sind auch speziell durch islamisch Zuwanderer weniger geworden. Dass heute Menschen durch das Christentum sozusagen aufgebaut werden, ist nicht wahrnehmbar, die meisten katholischen Kirchenmitglieder praktizierend ihren Glauben nimmer…

Domradio: Chancen der Tradition – Die Corona-Pandemie zeige den Menschen Schwächen auf, falsche Prioritäten und beschleunige Veränderungen. Schavan spricht von einer „Zeitenwende“. Gerade deshalb sei es auch eine Zeit, den grundlegenden Fragen des Lebens nicht auszuweichen und festzustellen, was künftige Prioritäten sein könnten.
Atheistische Anmerkung: Bisher war nichts davon wahrnehmbar, dass die Corona-Pandemie den Glauben gesteigert hätte, die Kirche hat ja nicht einmal versucht, ihren Gott zu bitten, den Virus zu vertreiben. Und die Mitglieder hatten das wohl auch kaum erwartet, es gibt noch die katholische Tradition, dass Babys getauft werden und so den Mitgliederbestand etwas sichern, aber im Alltag wird die Religion immer nebensächlicher.

Domradio: Dasselbe gelte auch für Kirchen, so die CDU-Politikerin. Es brauche „bei aller Liebe zur Tradition“ mehr Neugier auf die Zukunft. „Mehr noch: Die Tradition hat keine Chance, wenn sich nicht mehr Geistesgegenwart entwickelt für das Leben von Menschen heute, ihre Gedanken und Hoffnungen, ihre Sehnsucht und Einsamkeit, aber auch ihre Kreativität und Gestaltungskraft“, schreibt Schavan. Nicht nur präge der Glaube das Leben, sondern auch das Leben den Glauben.
Atheistische Anmerkung: Der Glaube prägt bei der großen Mehrheit der Leute das leben schon länger nimmer, der Wunsch der Frau Schavan, dass sich die Religion konkret zu den Alltagswelten wenden wird, ist wohl ein Wunsch, aber mit der Wirklichkeit hat das nix zu tun, die Leute warten auf keine alltäglichen Götter.

Domradio: Mit Blick auf Ostern betont Schavan: „Solidarität im Leiden ist die vielleicht stärkste Kraft, die von der Botschaft der nächsten Tage durch das Osterfest ausgeht.“
Atheistische Anmerkung: Frau Schavan sieht die Corona-Pandemie als Stifterin von Solidarität, kümmert tun sich um die Erkrankten allerdings die medizinischen  Einrichtungen und die Sozialversicherungsbereiche und nicht die Coronasolidarität. Wenn die Impfungen die Pandemie eingedämmt haben werden, dann bleibt in der Gesellschaft davon nichts übrig, katholische Wunschträume werden aber wohl in den noch vorhandenen Resten der echt katholischen Kreisen mittels anderer Themen weitergeträumt werden…

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Gibt es Medjugorje noch?

Man hört von diesem Pilgerort in Bosnien-Herzegowina kaum noch was. Dort soll die katholische Gottesmutter Maria 1981 Jugendlichen erschienen sein, vom Vatikan wurden diese angeblichen Erscheinungen nicht anerkannt, 2019 wurde jedoch das Pilgern nach Medjugorje gestattet.

Hier ein Google-Earth-Screenshot vom angeblichen Erscheinungshügel:
(Siehe Titelbild)

Im März 2020 ließ eine der angeblichen Marienseherin wissen, dass nunmehr die Maria nicht ihnen mehr tägliche Botschaften zumitteln werde, sondern ihnen nur mehr an jedem Monatszweiten erscheinen werde, drei der anderen Beteiligten sahen das nicht so, ihnen werde die Maria weiterhin erschienen, weil diesen noch nicht alle Geheimnisse von der Maria mitgeteilt worden wären. Was wohl kein Marienproblem, sondern ein Corona-Problem gewesen sein wird…

Aber machen wir einmal einen Blick auf die österreichische Homepage der Medjugorjeaner, hier ein am 30.3.2021 gemachter Screenshot:
 
Was sieht man links in der Ecke, wo es früher die täglichen Marienbotschaften gab? Die aktuelle Botschaft ist vom 25. Juni 2020! Brachte Corona die Maria zum Schweigen?

Mit einigem Herumklicken wurde dann doch noch eine aktuellere Botschaft der Maria gefunden, sie ist vom 25.3.2021:

Sie stammt allerdings von der lokalen Site aus Medjugorje und diese schaut so aus:

Sie ist also zehnsprachig, kroatisch im Original, die internationale Propaganda kommt wohl nicht mehr aus diversen Ländern, sondern vom Zentralkomitee Marias in Medjugorje…

Es gibt Medjugorje noch, aber der Corona-Virus hat 2020 die Pilgerfahrten abgedreht und darum ist auch die Maria schweigend geworden, weil Heilungswunder konnte die Gottesmutter ja auch keine bewirken…

Aber wenn dei Leute alle geimpft sind, dann dürfen die Geimpften wieder nach Medjugorje pilgern! Und die Maria wird wieder täglich ihre Botschaften verkünden lassen, darauf wird man wetten können!




Andreas Altmann: „Gebrauchsanweisung für die Heimat“

Rezension von Dr. Gerfried Pongratz: Andreas Altmann: „Gebrauchsanweisung für die Heimat“ © 2021 Piper Verlag, München, ISBN 978-3-492-27743-3, 220 Seiten.

Mein Hauptwohnsitz ist die deutsche Sprache, nebenbei wohne ich in Paris. Benötige ich mehrere, ja, viele „Dinge“, die man Heimat nennen könnte? Die Antwort ist so einfach: bestimmt!“ Andreas Altmann zählt zu den bekanntesten deutschen Reisebuchautoren, seine bildmächtige, überaus ausdrucksstarke Sprache, seine scharfe Beobachtungsgabe, seine radikal ehrlichen, dabei aber auch zärtlich poesievollen Schilderungen in nunmehr 24 Büchern haben ihm nicht nur zahlreiche Preise und Auszeichnungen, sondern auch eine Leserschaft, ja Fangemeinde, beschert, die jeder seiner Buch-Neuerscheinungen mit gespannter Vorfreude entgegensieht. Sein neuestes Werk kreist um den Begriff „Heimat – was das magische Wort auch bedeuten mag – muss sein. Der Mensch braucht Lichtquellen, einen Kreis, dessen Teil er ist, Sprache, die ihn behütet, andere Sterbliche, deren Nähe ihn stärkt, eine Gesellschaft, deren Vereinbarungen er grundsätzlich bejaht, eine Wohnung, in die er sich vor dem Rest der Menschheit zurückziehen darf“.

Andreas Altmann, ein ewig neugieriger Weltbürger, ein ständig Suchender sowie Wissen- und Lernenwollender, erzählt Geschichten über „Das Glück des Augenblicks“ (in der Sahara, in Galway, München, New York, New Delhi, Wien, Hanoi, Brazzaville, Mexico City, Paris), die er mit Berichten und Reflexionen über Deutschland, Musik, Sprache, Freunde, Heimat, Liebe, Tiere, Zen, Körper und Menschen ergänzt. Er lässt besondere Situationen, alltägliche und kuriose, zuweilen auch dramatische, miterleben, mitempfinden, er vermittelt Impressionen, die den Leser, die Leserin in die Mitte des Geschehens führen. Seine Beschreibungen enthalten Anekdotisches, gehen darüber aber weit hinaus; sie veranschaulichen nicht nur Erlebtes und berichten von besonderen Begegnungen, sondern beleuchten mit scharfer Beobachtung auch das jeweils Dahinterliegende, das sich oftmals nicht direkt Erschließende.

„Dass dieses Buch ein Heimatloser schreibt, ist eine gute Idee“. Heimat ist bei Altmann sehr viel mehr als ein geografischer Ort. In seinen Gedanken zu Deutschland wird dies deutlich: „Die Liebe zum eigenen Land ist immer gefährdet. Wie jede Liebe. Einige sind grundsätzlich bereit, sie zu schänden“.

Musik und Sprache als Heimaten: „Literatur schmiedet den Verstand, die kognitiven Fähigkeiten, die Intuition. Musik erledigt etwas anderes: den Rest, den ungeheuren. Wie ein Blitz fällt sie über uns her und braucht dazu kein einziges Wort“. Musik ist für Altmann ein innerer Zustand, an dem er Leser und Leserinnen teilhaben lässt, Sprache ist ihm „Das Leben einatmen und als Sprache ausatmen – es aufschreiben“. Für den Sprachkünstler Altmann ist Sprache “gefährliche Heimat, allerschönste Heimat“. Zwischen den Polen von Größenwahn und Ladehemmung verläuft die Linie eines Schreiberlebens“.

Freunde sind Heimat,Liebe ist Heimat, Tiere können Heimat sein, auch Zen (Altmann verbrachte 8 Monate in einem Zen Kloster in Japan) und ganz sicher der eigene Körper – „Kennt jemand eine intimere, eine lebenslänglichere Heimat als seinen Körper?

„Der Mensch braucht Menschen als Heimat“! Neben allem anderen sind es vor allem Menschen, die Heimat bedeuten: „Der unergründliche Mensch. Nach jeder Entdeckung eines seiner Geheimnisse geht eine Tür auf, die in die nächste Tiefe führt. Kein Ankommen scheint in Sicht zu sein“.

„Heimat soll wärmen!“ Wie ein Seismograf filtert Andreas Altmann seine Erlebnisse, Eindrücke, Empfindungen, Gedanken; es bedeutet Freude, mit ihm auf die Suche nach dem zu gehen, was Heimat sein, was Heimat schenken kann. Humorvoll verpackt, unverwechselbar im Stil, wunderbar authentisch, dabei sich selbst nicht schonend, präsentiert er die Welt und ihre Bewohner in all ihren Stärken und Schwächen: „Als Kind habe ich oft in den Nachthimmel gestarrt, fasziniert von den blitzenden Sternen. Später gab ich ihnen die Namen von Menschen, die mir zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten Heimat waren. Oder noch immer sind. Heimat als Synonym für Swing und gedankenlose Freude“.

Gerfried Pongratz 3/2021




China kritisiert Menschenrechtslage in den USA

Das war am 18. März 2021 auf einer chinesischen Site zu lesen

Chinas UN-Vertreter:
USA sollen Menschenrechtsverletzungen beenden  

Während seiner 46. Sitzung hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen am Mittwoch das Ergebnis der Teilnahme der Vereinigten Staaten an der länderspezifischen Menschenrechtsprüfung analysiert. In seiner Erklärung wies der Vertreter Chinas darauf hin, dass sich die Menschenrechtslage in den USA weiter verschlechtert habe. Er forderte die USA auf, unverzüglich alle Arten von Menschenrechtsverletzungen zu beenden und praktische Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Verschlechterung der Menschenrechtslage zu verhindern.

Der Vertreter erklärte, dass China bedauere, dass die Vereinigten Staaten die meisten sie betreffenden Empfehlungen, die China im Rahmen der länderspezifischen Menschenrechtsprüfung abgegeben habe, nicht angenommen hätten. China sei zutiefst besorgt über die anhaltende Verschlechterung der Menschenrechtslage in den USA gewesen. Während die Vereinigten Staaten es versäumt hätten, strenge Maßnahmen zur Verhinderung und Kontrolle der COVID-19-Pandemie zu ergreifen, die zu Hunderttausenden von Todesfällen geführt habe, schoben die Politiker der USA die Schuld anderen zu. Rassendiskriminierung und polizeiliche Brutalität seien in den Vereinigten Staaten immer noch sehr gravierend. Und die USA hätten den betroffenen Entwicklungsländern einseitige Zwangsmaßnahmen auferlegt, die in schwerwiegender Weise gegen das Völkerrecht verstoßen und zu einer schweren Menschenrechts- und humanitären Krise geführt hätten.

Der Vertreter Chinas forderte die USA auf, ihre Teilnahme an der länderspezifischen Menschenrechtsprüfung zum Anlass zu nehmen, alle Arten von Menschenrechtsverletzungen sofort zu beenden und praktische Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Verschlechterung der Menschenrechtssituation zu verhindern.

Auch Venezuela, Syrien und Weißrussland haben die Menschenrechtslage in den USA auf der Sitzung des Menschrechtsrates kritisiert.




Busfahrt

Gleichnishaftes zu Ausgrenzung und Selbstausgrenzung

Wenn du mit einem Omnibus mitfahren willst, wirst du in den Bus einsteigen müssen, denn der Bus kann nicht in dich einsteigen, kann nicht Teil von dir werden.
Oben auf dem Dach des Busses wird man dich nicht mitfahren lassen, auch wenn die Aussicht von dort, über allen anderen thronend, besser sein mag als im Bus, und auch sonst gibt es an den Außenseiten des Busses keine Mitfahrmöglichkeit.
Du wirst also in den Bus einsteigen müssen, wenn du mitfahren, wenn du dabei sein willst.
Falls du nicht zu nah bei anderen Fahrgästen sitzen magst, kannst du darauf hoffen, dass es einen Sitzplatz ohne Sitznachbarn gibt. Einen Anspruch auf einen solchen Platz kannst du jedoch nicht geltend machen.
Wenn du dich weigerst, in den Bus einzusteigen, dich also selbst ausgrenzt — dich selbst diskriminierst –, wird der Bus ohne dich fahren und du bleibst allein an der Haltestelle zurück. Als Opfer, als von anderen Ausgegrenzter, solltest du dich dann allerdings nicht sehen oder hinstellen, denn mit deiner Verweigerungshaltung grenzt du dich selbst aus. Lediglich für den Fall, dass dir die Mitfahrt ohne Angabe von Gründen oder ohne rechtliche Grundlage — in einem Akt der Willkür oder des Vorsatzes — verwehrt wird, kannst du die Opferrolle für dich reklamieren; siehe dazu u.a. den Beitrag «Herkunft, Abstammung, Religionszugehörigkeit und Fehlverhalten».

Für den Fall, dass du eingeschränkt bist und allein nicht in den Bus einsteigen kannst, wird man dir Hilfestellung anbieten.
Wenn du die Hilfe ablehnst oder dich gar dagegen zur Wehr setzt, wirst du es nicht in den Bus schaffen.
Dann fährt der Bus ohne dich und du bleibst allein zurück. Als Opfer, als von anderen Ausgegrenzter, … siehe oben.

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Beitragsbilder:
oben: Luxembourg,_bus_armée_(1).jpg
Author: GilPe (wikimedia.org)
unten: Kanachu-Hire_H-0617_wheelchair-lift.jpg
Author: Comyu (wikimedia.org)
CC-Lizenz (Creative Commons)


Eckhardt Kiwitt
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QS72@gmx.net




Wort zum Sonntag, den 14.3.2021

Wort zum Sonntag, den 14.3.2021

Jh. 3,14-21: Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat. Denn darin besteht das Gericht: Das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Heute geht’s also ums ewige Leben in Himmel oder Hölle, das Kapitel 3 endet bei Johannes mit dem Vers 36: „Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.“ Die Hölle wird im ganzen Kapitel nicht konkret erwähnt, sondern nur angedeutet. Meinereiner käme also bestimmt in die Hölle, wenn es eine gäbe. Aber da wir nach dem Sterben alle tot und nimmer existent sind, kann uns das ja wuscht sein!

Aber die Jesusregeln sind jedenfalls recht klar und streng, wer nicht an den Jesus glaubt, kommt in die Finsternis, weil er ist deswegen schon gerichtet! Nach dieser Theorie hätte die Menschheit schlechte Perspektiven, weil Christen gibt’s weltweit etwa 2,3 Milliarden, Muslime ca. 1,6, Hindus 940 Mio. und Buddhisten 460. Die Weltbevölkerung lag 2020 bei rund 7,8 Milliarden, also sind mit Sicherheit 5,5 Milliarden, also rund 70 %, Finsterlinge, die nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes glauben! Dazu hätte dieser Gott vielleicht mehr Söhne zeugen müssen!

Aber vergessen wir nicht darauf, dass das Christentum nicht durch Mission, sondern durch das Kaiseredikt im römischen Reich von 380 zur Weltreligion wurde, die weit überwiegend nicht durch religiöse Agitation, sondern mit brutalster Gewalt verbreitet wurde, hier dazu wieder einmal die historische Illustration der südamerikanischen Christianisierung:

Wer nicht wollte, wurde geköpft oder aufgehängt und verbrannt, die kleinen Kinder wurden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes erschlagen…

Aber das Religionsgeschichtliche wie gewohnt nur nebenbei, was schreibt der Herr Bischof Schönborn heute in der Kronenzeitung und im Internet über seinen Gott und dessen Sohn?

Er schließt heute so: „Unser Planet Erde, der uns geschenkte Lebensraum, ist gefährdet. So schön, so zart, so zerbrechlich erscheint sie uns, aus dem Weltall betrachtet. Wir erleben immer deutlicher: Unsere Heimat Erde ist bedroht! So sehr hat Gott die Welt geliebt… Er will sie nicht richten, nicht zugrunde gehen lassen, er will sie retten. Und das geht nur, wenn seine geliebten Geschöpfe, wir Menschen, uns von Gott zur Besinnung und zur Umkehr bewegen lassen. Denn die Erde, unsere Lebenswelt, ist vor allem durch uns bedroht. Jesus sagt es in einem starken Bild: ‚Das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Taten waren böse.‘ Um uns geht es also. Gottes Hilfe ist uns angeboten. Er hat alles darangesetzt, uns vor dem Unglück zu bewahren, das unser eigenes Fehlverhalten über die Welt bringen kann. Dazu ist Jesus gekommen. Dazu hat Gott ihn ‚in die Welt gesandt, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat‘, auch über den Tod hinaus. So wichtig sind wir Ihm.“

Zu schade, dass es keine Götter gibt! Aber Götter hätten ja gleich eine baufeste Erde schaffen können, die nicht so leicht beschädigt werden kann, sie haben es aber mangels Existenz nicht gemacht, sondern alles ist ein Teil der Evolution und damit müssen wir eben selber fertig werden…

Entnommen bei www.atheisten-info.at





Wien: Abdullah-Zentrum wird geschlossen

Wien: Abdullah-Zentrum wird geschlossen

Das saudische Abdullah-Zentrum in Wien war auf der Site atheisten-info seinerzeit ein wichtiges Thema, im Oktober 2011 schrieb damals über die geplante Gründung dieser Einrichtung auf der atheisten-info-Site Amer Albayati:
„Man kann es kaum glauben: die Errichtung eines ultrakonservativen und fundamentalistischen wahabitischen Zentrums mit dem Namen König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog von Österreich, Saudi-Arabien und Spanien unterzeichnet. Doch die Beteiligung des äußert konservativen saudischen Klerus hat bereits im Vorfeld für eine Kontroverse gesorgt.
Seit am 15. April 2008 an der feierlichen Benennung des Muhammad-Asad-Platzes vor der UNO-City in Wien der Generalsekretär der König-Abdul-Aziz-Stiftung für Forschung und Archive, Fahad Samari, teilnahm, kursiert diese Idee.
Ausgerechnet dass berüchtigter wahabitische Saudi Arabien will den interreligiösen Dialog fördern mit Vertretern des Landes in dem unzählige Verfehlungen gegen die Menschenrechte bekannt sind und in deren religiöser Sekte alles Moderne verboten ist. In dieser Glaubensrichtung sind ja sogar alle Handlungen oder Verhalten verboten, die zu einer verbotenen Tat führen könnten. Bis vor kurzem waren Musik und Fernsehen, wegen des möglichen schlechten Einflusses verboten.“

Wikipedia: Am 13. Oktober 2011 wurde der Vertrag für die Einrichtung des Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog (King Abdullah bin Abdulaziz International Centre for Interreligious and Intercultural Dialogue – KAICIID) in Wien durch die Regierungen von Österreich, Spanien und Saudi-Arabien unterzeichnet. Das Zentrum selbst wurde dann am 27. November 2012 im Palais Sturany in Wien eröffnet.
Hier ist es (Screenshot Google Earth, siehe Titelbild):

Aber die Einrichtung unter der Regierung Faymann (SPÖ & ÖVP Koalition) blieb weiterhin umstritten, laut Wikipedia ging das dann so weiter: „Am 12. Juni 2019 verabschiedete der österreichische Nationalrat mit breiter Mehrheit eine Initiative, in welcher das Außenministerium Österreichs ersucht wird, das Amtssitz- und das Errichtungsabkommen für das König-Abdullah-Zentrum zu kündigen. Wenig später gab das Außenministerium bekannt, dass es den Beschluss des Parlaments umsetzen werde und alle dafür nötigen rechtlichen Schritte prüfe.“
Und abschließend schreibt Wikipedia: „Am 5. 3. 2021 erklärte KAICIID-Generalsekretär Faisal bin Abdulrahman bin Muammar, dass das Zentrum aus Wien in einer andere Stadt umziehen werde. Wohin war vorerst nicht bekannt. Als möglicher neuer Standort wurde Genf kolportiert.“

Das Zentrum einzurichten, war eine schleimige Schnapsidee gewesen, ein Staat wie Saudi Arabien, in dem es nicht einmal kleinste Religionsfreiheiten gibt, ein religiöses Dialogzentrum in einem Staat, in dem die Religionsfreiheit ein wichtiges Verfassungsrecht ist, einrichten zu lassen, war ein eklatanter Widerspruch in sich und wohl billigster Opportunismus! Saudi Arabien ist ja schließlich das Land mit der zweitmeisten Erdölförderung und den zweitgrößten Erdölreserven, da wird man ja noch lieb sein dürfen…

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Kirchenschrumpfungen

…beschäftigen dieser Tage die christlichen Kirchen in der BRD!

Über den Abriss von Kirchen schreibt am 27.2.2021 katholisch.de, es heißt dort u.a.:

„Wenn die Kirche Hand an ihre Gebäude legt, fällt das auf sie zurück“
Theologe: Mit Gebäudeverkauf oder -abriss zeigt Kirche eigenen Verfall
Die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt, Kirchen stehen leer, sind zu viel. Da liegt für viele Verantwortliche der Gedanke an Verkauf oder Abriss überzähliger Gebäude nahe. Das sei aber nicht der Königsweg, kritisiert der Marburger Theologe Thomas Erne. Der Direktor des EKD-Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart an der Universität Marburg riet daher dazu, nur jene Gebäude zu verkaufen, „die nicht symbolisch aufgeladen sind“.

Zurzeit haben die beiden christlichen Großkirchen in Deutschland um die 50.000 Kirchen, der gemeinsame Mitgliederbestand liegt bei gut 42 Millionen, auf eine Kirche kommen somit knapp 850 Mitglieder. Der sonntägliche Kirchenbesuch liegt bei den Protestanten bei etwa 3 %, bei den Katholiken bei 10 %, somit kämen im Schnitt auf eine Kirche um die 55 Kirchgänger. In Kirchen haben aber jeweils ein paar hundert Leute Platz, da ließen sich also viele Kirchengebäude einsparen, wenn man rechnet, dass in einer Kirche im Schnitt sonntags vielleicht 200 Leute sitzen könnten oder sollten, dann wären schon um die 35.000 Kirchen weg!

Es gab ja bisher schon viele Kirchenstilllegungen, sie wurden zum Teil abgerissen, zum Teil für anderweitige Verwendungen verkauft, es gibt somit Abrisskirchen, Wohnkirchen, Bürokirchen, Werkstattkirchen usw., siehe Bilder:

Weitere Aussagen des Theologen Thomas Erne: „Mit dem Verkauf oder Abriss ihrer Gebäude kommuniziert die Kirche ihren eigenen Verfall. Wenn die Kirche Hand an ihre Gebäude legt, fällt das auf sie zurück.“

Es ist aber doch die fallende Mitgliederzahl und speziell die fallende Zahl der praktizierenden Kirchenmitglieder, die diese Probleme schaffen, die Kirche ist nicht der direkte Verursacher, sondern muss die Folgen der gesellschaftlichen Entwicklung tragen. Und die gesellschaftliche Entwicklung passiert eben deshalb, weil die kirchlichen Lehren den Leuten immer egaler werden.

Wobei in den Ländern mit guten Sozialrechten auch diese Entwicklung stärker ist! Man vergleiche die USA mit den entwickelten europäischen Ländern! In diesen sichern die sozialen Pflichtversicherungen mögliche Probleme auf breiter Basis, man kann leben, ohne immer wieder Götter um Hilfe bitten zu müssen, in den USA haben Millionen nicht einmal eine Krankenversicherung, denen bleibt im Problemfall dann psychologisch als Hoffnung nur noch die Gnade Gottes! In den USA sind die meisten Leute sich selbst der Nächste, bei uns ist das auch so, aber nicht weil wir uns mittels eines erfolgreichen Egoismus sichern, sondern weil wir uns mit unseren Sozialversicherungsleistungen sichern!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Die Corona-Schutzimpfung. Wie trenne ich die Spreu vom Weizen?

Gibt es eine Schutzimpfung gegen falsche Corona- Propheten?

Fühlen Sie sich nicht auch durch die zahlreichen Corona-Sendungen und einschlägigen Youtube-Videos gelangweilt? Haben Sie nicht auch den Eindruck, dass dort selten wirkliche Fachleute auftreten sondern meistens Personen, die Sie eher in die Kategorie “notorische Selbstdarsteller“ und “PR-Clowns“ einordnen würden? Sie haben irgendwie das Gefühl, dass Ihnen hier über weite Strecken eine reine Wissenschaftsshow ohne wirklich wissenschaftliche Information geboten wird? Sie vergleichen diese Sendungen insgeheim mit dem klassischen Trash-TV, sozusagen ein Corona-Dschungelcamp für begrenzt talentierte (Hobby-)Wissenschaftler? Sie halten die Konsumation dieser Sendungen für eine Verschwendung wertvoller Lebenszeit? Sie stellen sich mittlerweile zwei entscheidende Fragen:

a) Was soll das alles?

b) Wissen diese “Experten“ mehrheitlich überhaupt wovon sie reden?

Aufgrund der Tatsache, dass vom Verfasser noch keine der zahlreich kursierenden Verschwörungstheorien als ausreichend begründet angesehen wird, kann ich Ihnen leider die erste Frage nicht beantworten. Hinsichtlich der zweiten Frage lautet die klare Antwort: Nein! Kritische Leser werden nun einwenden: Wie kann es ein Althistoriker wagen die Kompetenz von Coronaexperten zu beurteilen? Hier muss entgegengehalten werden, dass in den Forschungsbereich eines Althistorikers auch die “Attische Seuche“ (430-426/25 v Chr) fällt, welche der Historiker Thukydides beschreibt. Aufgrund dieser epidemiologischen Expertise erscheine ich somit angesichts des Corona-Mitbewerbs geradezu als überqualifiziert.

Spaß beiseite. Die Show, die hier geboten wird, ist teilweise schon so absurd und die fachliche Inkompetenz vieler sogenannter Experten ist so offensichtlich, dass sogar ein Laie die Kompetenz und das Recht hat dieses faule Ei zurückzuweisen, auch zwar auch dann, wenn er kein besseres legen kann.

Von welchen “Experten“ reden wir hier? Nein, es geht hier weder um die Anhänger eines eingereichsbürgerten Ex-Fernsehkochs noch um jene Menschen, welche Sie sofort mit einem Scanner nach dem Vorhandensein eventueller Micro-Chips untersuchen. Hiermit soll nicht die Problematik dieser Wahnideen geleugnet werden. Die Widerlegung derartiger Spinnereien ist ein wesentlicher Teil der Aufklärung und es ist auch durchaus legitim über diese Leute Witze zu machen. Allerdings bewegt man sich hier im Bereich des Mainstreams, für diese Kritik bedarf es keineswegs einer überdurchschnittlichen Zivilcourage und man erntet dafür leicht billigen Applaus. Wesentlich mehr Mut erfordert es jene “Experten“ zu kritisieren, welche die Talk-Shows des Mainstreams und die Youtube-Kanäle aufgeklärter Menschen heimsuchen. Ziel des Artikels ist somit der Übergang vom “billigen“ zum “biliken“ Applaus.

Anlass für diesen Artikel waren die Reaktionen auf das von mir geführte Interview (https://www.wissenbloggt.de/2021/02/19/ist-die-corona-schutzimpfung-wirklich-voellig-ungefaehrlich/). Unter Bezugnahme auf die dortigen Aussagen wurde an mich die Frage gerichtet, wie man als Laie die Seriosität eines Coronaexperten feststellen kann und wie man solche Kapazitäten aus der Fülle von Pseudo- und Möchtegernexperten herausfiltern kann. Es gibt hier leider exakte keine Formel dafür, ich möchte im Folgenden aber meine subjektiven Erfahrungen und Vorgehensweisen präsentieren und zur Diskussion stellen. Auch bei dieser Methodik wird es naturgemäß “Ausreißer“ in beide Richtungen geben.

Es möge sich niemand persönlich angegriffen fühlen, aber gleich vorweg kann ich festhalten: Es gibt sehr wenige Wissenschaftler, die hier wirklich mitreden können und in der Lage sind nicht nur allgemeine Zusammenfassungen zu präsentieren, sondern fundierte Stellungnahmen und Empfehlungen abzugeben.

Meine Anforderungen an einen Experten umfassen folgende Punkte:

  1. Spezifische wissenschaftliche Ausbildung mit virologischem Schwerpunkt
  2. Nachweisliche Forschungs- und Publikationstätigkeit im Bereich der Virologie
  3. Weitgehender Ausschluss außerwissenschaftlicher Interessen

Manche Leser werden jetzt einwenden, dass dies sehr hohe Anforderungen seien. Das ist richtig, allerdings geht es hier um die Gesundheit bzw. um  Menschenleben, daher ist es auch aus Patientensicht unser Recht, von den Fachleuten eine entsprechende Expertise einzufordern. Hier sollten nur echte Profis mitmischen, das Thema darf eben aus diesem Grund keine Manege für irgendwelche “PR-Clowns“ werden.

Ad 1) Da dieses Thema hochkomplex ist und viele spezifische Fragestellungen (Virologie, Biochemie, Immunologie, Infektiologie, Epidemiologie) umfasst, erscheint ein hochgradig spezialisiertes Vorwissen als unumgänglich. Es ist daher schwer nachvollziehbar, wieso Naturwissenschaftler aus völlig anderen Bereichen (Physiker, Allgemeinmediziner und Chemiker ohne entsprechende Zusatzqualifikation) hier als Experten auftreten können. Offenbar scheint ein  naturwissenschaftlicher oder medizinischer Studienabschluss auszureichen um sich als Coronaexperte zu qualifizieren. In der Geisteswissenschaft ist das anders. Wenn ein Fachkollege, der sich bisher fast ausschließlich mit der Entzifferung frühgriechischer Inschriften beschäftigt hat, nun plötzlich in den Medien als Experte für den Zweiten Weltkrieg auftritt, dann wird man sich höflich aber bestimmt nach dem persönlichen Wohlbefinden des lieben Kollegen erkundigen. Bezeichnenderweise haben etliche befreundete Mediziner mir auch offen erklärt, dass sie zu keiner öffentlichen Stellungnahme bereit sind, da weder ihre Ausbildung noch ihre Erfahrung sie dafür ausreichend qualifiziert.

Ad 2) Warum wird von meiner Seite aus so großer Wert auf die spezifische Forschungstätigkeit gelegt? Reicht ein spezifisches Studium nicht aus? Der Grund hierfür liegt in der Dynamik der Forschung. Das diesbezügliche Wissen ändert sich circa alle zehn Jahre grundlegend. Allein die Erkenntnisse in der der DNA-Forschung zwangen die jüngeren Forscher große Teile ihres mühsam erworbenen Studienwissens zu revidieren. Wissenschaftler, welche einschlägige Publikationen veröffentlichen, sind gezwungen hinsichtlich des Forschungsstandes “up to date“ zu sein, da sonst die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass dies von den Peer-Reviewern beanstandet wird. Aktive Forscher zu finden erhöht daher die Wahrscheinlichkeit der Trefferquote bezüglich der Kompetenz.

Ad 3) In den Medien dominieren die Institutsleiter als Experten. Nichts gegen Institutsleiter, aber in der Regel handelt sich hier gerade um jene Wissenschaftler, welche derartig mit anderen Aufgaben eingedeckt sind, dass sie wenig Zeit die Forschung haben. Hinzu kommt, dass gerade in Österreich solche Posten auch durchaus politisch bedeutsam sein können. In den Aufgabenbereich dieser Manager fällt üblicherweise auch die Projektfinanzierung, also die Lukrierung von Geldern. Woher kommen diese Gelder im konkreten Fall? Öffentliche Gelder sind in der Regel schwerer zu bekommen, bei wenig Budget gibt es auch eine geringere Förderquote, daher ist der Griff nach dem Geld der Pharmaindustrie in vielen medizinischen Bereichen ein notwendiger Schritt. Diese Überlegungen lassen die Fragen aufkommen: Wissen diese Institutsmanager das, was wir wissen möchten? Und wenn sie es wissen, können sie uns dann wirklich das sagen, was sie wissen? Gerade die Rolle der Pharmaindustrie stellt bei diesem Thema einen Faktor da, der vermutlich von etlichen Journalisten erheblich unterschätzt wird. All jenen, die jetzt – geprägt von den Medien der “Aufklärung“ – von “Verschwörungstheorie“ sprechen, sei ein kleiner Hinweis gegeben: Experten, die einiges zu diesem Thema zu sagen hätten, haben die Interviewanfrage negativ beantwortet mit dem Hinweis, dass ihr Job von der Pharmaindustrie finanziert wird.

Meine Recherchen bezogen sich auf die Frage der Coronaimpfung. Für andere Fragen im Bereich Corona müssten die Fragen entsprechend modifiziert werden. Zur Feststellung der wissenschaftlichen Kompetenz eines “Experten“ bzw. ganzer Expertenorganisationen lohnt es sich daher die bisherigen Artikel und Videos nach einschlägigen Äußerungen durchzusehen. Wirkliche Experten kennen die Evidenz, die Forschungsprobleme und haben gegebenenfalls methodisch relevante Lösungen anzubieten. Ich habe hier zur Überprüfung folgende Problembereiche als kurze aber prägnante Checklist herangezogen:

  1. Forschungsstand zu RNA Impfstoffen.
  2. Problematik möglicher genetischer Veränderungen bei Vektor-Impfstoffen

ad a) Auch von Vertretern der Pharmaindustrie bekommt man (natürlich inoffiziell) hinsichtlich der RNA Impfstoffe folgende Auskunft: „In dieser Technologie liegt ein Riesenpotential für die Lösung vieler gesundheitlicher Herausforderungen, allerdings stehen wir hinsichtlich der Erforschung dieser Technologie noch ziemlich am Anfang“. Genau aus diesem Grund wird auch innerhalb der Forschung der Einsatz dieser Impfstoffe sehr kontrovers diskutiert. All jene “Experten“, welche diese Problematik ignorieren oder gar “Fake News“ verbreiten wie “diese Technologie ist bereits gut erforscht und nachgewiesenermaßen völlig harmlos“ scheiden daher als Experten aus. Entweder liegt hier ein Kompetenzproblem vor, oder es gibt außerwissenschaftliche Gründe für ihr Verhalten.

Ein praktischer Tipp für Journalisten. Stellen Sie dem Impfexperten gleich zu Beginn des Gesprächs die Frage, welche Studien es zur RNA Forschung gibt und wie er auf Basis dieser Evidenz zu seiner Schlussfolgerung für oder gegen die Unbedenklichkeit der Impfung kommt. Wenn hier keine klaren Antworten kommen, können Sie – soferne Sie nicht an die hellseherischen Fähigkeiten Ihres Gegenübers glauben – das Gespräch höflich aber rasch beenden. Vorsicht: Manchmal werden hier Zusammenfassungen zitiert, hierbei handelt es sich aber meistens um Werbetexte der Pharmaindustrie! Um es klar zu sagen: Es geht hier (ebenso wie bei Punkt b) nicht darum wie der argumentative Weg des Experten zu seiner jeweiligen Position aussieht. Hier bewegt man sich in einem Spezialbereich, wo wir Laien einfach nicht mehr mitreden können. Die entscheidende Frage ist nur, ob der Experte überhaupt das fachliche Basiswissen hat um zu diesem Thema qualifizierte Aussagen zu tätigen oder ob er das Opfer irgendeiner “Informationskampagne“ ist und nur irgendetwas erzählt, was er irgendwo gehört hat.

Ad b) Auch die Frage, ob die Corona-Schutzimpfung unser Erbgut verändert, wurde von den “Experten“ beider Seiten intensiv thematisiert. Es gehört nun zum biologischen Grundwissen, dass eine Coronaschutzimpfung auf DNA-Basis (im Unterschied zur RNA Impfung) sehr wohl das Potential besitzt das Erbgut des Virus in das Erbgut des Menschen zu integrieren (https://www.spektrum.de/news/vektor-impfstoff-wird-adenovirus-dna-ins-genom-eingebaut/1835725#Echobox=1613545962?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE). Während auf der Seite der “Verschwörungstheoretiker“ oftmals  pauschal die Impfung (wahlweise mit oder ohne das Zutun von Bill Gates) als Gefahr für das Erbgut dargestellt wird, besteht auf der anderen Seite des coronafundamentalistischen Spektrums die Tendenz jeden, der auf diese Gefahr aufmerksam macht, undifferenziert als Spinner und Verschwörungstheoretiker zu deklarieren. So unterschiedlich die Positionen auch sein mögen, beide vereint die besondere fachliche Kompetenz. Hier bleibt die Hoffnung, dass vielleicht diese Übereinstimmung zur Eintracht unter dem gemeinsamen großen Aluhut führt. Es gilt das gleiche wie bei den RNA Impfstoffen. Wer solche Positionen vertritt, „is definitly not part of the game“. Die Einschätzungen dieser Personen hinsichtlich des Risikopotentials der Corona-Schutzimpfung entsprechen der prognostischen Validität der etruskischen Eingeweideschau.

Manche werden sich an dem Ausdruck “Coronafundamentalismus“ stoßen. Mittlerweile hat das Coronathema den praktischen Status einer Religion erreicht, welche die Gesellschaft spaltet. Es gibt wenig fundiertes Wissen und viel Emotion. Es ist typisch für religiöse Fundamentalisten, dass die eigene Unsicherheit durch Fanatismus und Missionseifer verdrängt und ein dualistisches Weltbild gepredigt wird, das nur Engel und Teufel kennt.

Nehmen wir zur Veranschaulichung ein prominentes Beispiel. Mai Thi Nguyen-Kim (Mai Lab) hat ein Video (https://www.youtube.com/watch?v=a_NpJU12_LA) mit Fragen zur Corona-Schutzimpfung veröffentlicht. Mai Lab ist Polymerchemikerin ohne jegliche Erfahrung in der Virologie und Epidemiologie. Im Unterschied zur Chemie ist die Biologie nun kein lineares System sondern wesentlich chaotischer und komplexer. Ohne entsprechende fachliche Beratung ist es so gut wie ausgeschlossen, dass sie – ohne dieses spezifische Hintergrundwissen – die Komplexität des Themas ausreichend reflektiert. Man kann von einem solchen kurzen Video daher von Haus aus keine tiefschürfenden Erkenntnisse erwarten. Problematisch erscheint an dem Video vielmehr, dass sich die medienaffine Protagonistin dieses Sachverhaltes nicht bewusst zu sein scheint. Es wirkt nun aber ausgesprochen tragisch, dass dieses Video einerseits geradezu als “Evangelium“ gefeiert wird und andererseits zu einem regelrechten “Religionskrieg“ im Internet geführt hat. Die Diskussion (oder sagen wir besser der Kreuzzug) wurde (mangels Sachkenntnis)  von den fanatisierten Glaubenseiferern großteils weitgehend evidenzbefreit geführt, sozusagen ein blutiges (aber im Grunde überflüssiges) Duell der Unwissenden.

Dieser kleine und natürlich sehr subjektive Überblick soll eine Hilfestellung für Medienkonsumenten, Patienten und Journalisten darstellen. Besonders erfreulich wäre es, wenn auch so mancher der erwähnten “Experten“ diese Ausführungen zum Anlass nehmen würde, seinen Expertenstatus kritisch zu reflektieren, diesbezüglich neue Erkenntnisse zu gewinnen und sein Verhalten an diese Erkenntnisse zu adaptieren. Jeder sollte sich die Frage stellen, ob sein Wissen fundiert genug ist um damit hoch emotionalisierte Diskussionen zu führen und damit die Spaltung der Gesellschaft weiter voranzutreiben.

Dieser Artikel wird nun kaum eine große Verbreitung finden. Wesentlich effektiver für die Förderung des diesbezüglichen Problembewusstseins wäre die publikumswirksame Verleihung eines Schmäh-Preises. Hier würde sich die Nominierung zur “Goldenen Clown-Nase“ anbieten. Einige Kandidaten befinden sich schon auf der Nominierungsliste. 

Dr. Ronald Bilik, 28.02.21