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Barmherzigkeit und Nächstenliebe

Ohne Sarkasmus

Am 24. November 2017 kam es in Ägypten, im Norden des Sinai, zu einem Massaker, bei dem laut Medienberichten mehr als 300 Menschen ermordet wurden.
Ein paar Leute hatten geglaubt, dass andere nicht richtig glauben, und fühlten sich berufen, sie deshalb zu ermorden.
Absurd !

Ebenso absurd erscheint mir die Reaktion der Ägyptischen Regierung, die mit Racheakten auf den Terroranschlag reagierte, statt z.B. die sozialen Ursachen in den Blick zu nehmen – und damit vermutlich nur weiteren Hass und Rachegelüste schürt, was zu weiterem Terror führen dürfte, auf den die Ägyptische Regierung dann mit Racheaktionen reagieren wird …
Absurd !

„Karl Marx hielt die Religion für das ‚Opium des Volkes‘.
Heute wissen wir:
Sie sind weniger ein Beruhigungsmittel, um die Härten des Lebens zu ertragen, sondern das Aufputschmittel der Völker — bestens geeignet, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen.“
(Robert Misik: Gott behüte!)

Weitere Einschätzungen:
Ägyptens Regierung ignoriert die Ursachen des Terrors
Ägyptens Luftwaffe attackiert Terroristen

Ergänzung:

„… Das ist das eigentliche Problem in Ägypten: Diese Regierung schafft mit Massenverhaftungen und Folter die Bedingungen, die neue Terroristen hervorbringen.“
Andrea Böhm im Gespräch mit Mohamed Lotfy

Anmerkung:
Glaubenseifer ist in der Menschheitsgeschichte nichts Ungewöhnliches. Andrea Böhm berichtet in ihrem Logbuch am 26. November 2017 «Im Tal der Heiligen – eine Wanderung durch das Wadi Qadisha» unter dem Stichwort „Christen gegen Christen“

Ein frühes Schisma hat sich hier an der Levante abgespielt. „Die eine Seite meinte, Jesus habe einfach so ….“ – Georges schnalzt mit den Fingern – „… Gottes Willen verkörpert. Andere glaubten, Jesus habe zwei Naturen gehabt, eine göttliche und eine menschliche und …“ – jetzt schlägt er mit der Faust in die Handfläche – …“schon gingen sie sich gegenseitig an die Gurgel.“

Zitat einer unbekannten Autorin:

Sobald Menschen anfangen, ihre außerhalb rationaler Erkenntnis befindlichen Glaubenssätze absolut zu setzen und auch noch mit Strafnormen zu versehen, wird es gefährlich.

~ ~ ~

Schlussbemerkung:
In den Religionen ist viel von Barmherzigkeit, von Toleranz und von Nächstenliebe die Rede.
In unserer Verfassung, dem Grundgesetz, kommen diese Begriffe m.W. nicht vor.
Dennoch – oder gerade deshalb – klappt es damit hier oft besser als in den Religionen und Glaubensrichtungen untereinander.

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Beitragsbild (Symbolbild): The Ummayad Mosque also known as the Grand Mosque of Damascus (wikimedia)
Author: jamesdale10


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«Respekt» und andere Weltanschauungen

Vom Nehmen und Geben

Erstes Bild Dass Menschen, die einer oder mehreren der drei monotheistischen Religionen angehören, alle an den Einen / das Eine „Gott“ glauben, ist für viele eine unumstößliche Wahrheit. Untermauert wird dies mit Sätzen wie «Judentum, Christentum und Islam gehören nicht nur geschichtlich zusammen, sie sprechen von demselben Gott, dem Schöpfer, Offenbarer und Richter …», oder auch «Liebe zu dem Einen Gott und die Liebe gegenüber dem Nächsten — diese beiden Prinzipien finden sich immer wieder in den heiligen Schriften des Islams und des Christentums.» (Quelle: „Wir glauben alle an den gleichen Gott“; katholisch.de). Gemein ist manchen (dieser) Menschen auch, dass sie gegenüber anderen bei Gelegenheit „Respekt“ für ihre Religion, für deren Glaubensinhalte, Riten und Symbole nicht nur erwarten, sondern einfordern. Eine ebensolche Wahrheit ist es vielen, dass dieses „Gott“ uns Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat.

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Screenshot (Collage, eigenes Werk) aus „Wir glauben alle an den gleichen Gott“ (katholisch.de)

Im Jahr 2020 veröffentlichte der kurdischstämmige Exil-Iraker Ahmed (Amed) Sherwan das Buch KAFIR. Darin schildert er seine Abkehr vom Islam, die für ihn zum Fluchtgrund aus einer von Despotismus, religiösem Rigorismus und versteinerten Traditionen geprägten Umgebung wurde, erzählt aber auch von einer Begebenheit in seinem neuen Heimatland im Jahr 2018, als er (als heterosexueller) während einer Pride CSD18 in Berlin auftrat:

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Screenshot (Ausschnitt, eigenes Werk) aus einem Video des öffentlichen Auftritts von Amed Sherwan

Wer an Gott glaubte, müsste logischerweise akzeptieren, dass die menschliche Vielfalt Gottes Werk sei und Gott selbst daher genauso gut vielfältige Formen annehmen könne. Der muslimischen Community würden etwas mehr Selbstironie und Selbstkritik nicht schaden. Ich wusste, dass das in Zeiten mit so viel Hass schwer war, aber gerade jetzt war es wichtig, den Extremistinnen und Extremisten nicht das Feld zu überlassen.
Ich wollte nicht nur an den traditionellen religiösen Vorstellungen rütteln, sondern mit einem humoristischen Statement zeigen, dass auch Flüchtlingsgesichter weltoffen sein konnten. Warum sollte es nicht möglich sein, gleichzeitig gegen Sexismus, Heteronormativität und Muslimfeindlichkeit zu sein? Ich druckte mir ein T-Shirt mit einer Regenbogenflagge und dem Aufdruck Allah is Gay, bastelte mir Demoschilder für Oriental Diversity, machte davon ein Foto und postete es mit einer Ankündigung auf Facebook: […] (KAFIR, Seite 179).

Sein Auftritt mit besagtem T-Shirt, den man für infantiles Gebaren oder für eine spätpubertäre Aktion halten mag, der jedoch ein gesellschaftspolitischer Akt war, hatte für Amed Sherwan einige unschöne Folgen: Er wurde nicht nur beschimpft, es wurde ihm gar gedroht, ihn zu ermorden (siehe z.B. die Beiträge „Allah is gay“ – Ex-Muslim erhält Morddrohungen für T-Shirt sowie „Allah ist schwul“: Für Solidarität mit muslimischen LGBTI auf den CSD aus dem Jahr 2018, aber auch Blog-Beiträge von Amed Sherwan). Einige Leute waren mit der Vorstellung, dass ein „Gott“, welches uns Menschen — alle Menschen — nach seinem Vorbild erschaffen haben soll, nicht nur hetero-, sondern auch homosexuell und vieles mehr sein müsse oder wenigstens sein könne, vielleicht derart überfordert, in Erklärungsnot, und argumentativer Hilflosigkeit ausgesetzt, dass sie sich in Gewaltphantasien flüchteten. „Respekt“ für andere als die eigene Weltanschauung aufzubringen (siehe „Religionsfreiheitsphobie“, darin u.a. Allgemeine-Menschenrechte-Phobie, Minderheitenrechtephobie, Meinungsfreiheitsphobie, Andere-als-die-eigenen-Wahrheiten-Phobie) kann halt sehr anstrengend und herausfordernd sein, zumal, wenn das (ideologisch verengte) Wertegefüge, welches der eigenen Weltanschauung zugrunde liegt, nur einen sehr eng begrenzten Toleranzrahmen aufweist (vgl. u.a. den Beitrag Toleranz und Wertschätzung).

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Screenshot (Collage, eigenes Werk) der Google-Bildsuche zu „Allah is Gay“

Die Google-Bildsuche nach „Allah is gay“ fördert eine Vielzahl an Ergebnissen zutage, darunter auch solche, auf denen die Shahada in arabischer Schrift zusammen mit den Worten „ALLAH IS A GAY GOD“ in lateinischen Buchstaben auf eine Regenbogenfahne / -flagge gedruckt ist; „Gott“ scheint es zu gelingen, dem mit Gelassenheit und der sprichwörtlichen Barmherzigkeit zu begegnen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den Film „Das Leben des Brian“, der in meiner Wahrnehmung die Verkitschung und Verklärung des Lebens Jesu karikiert, nicht jedoch die Person des biblischen Jesus als solcher.

Um an dieser Stelle möglichen Spekulationen (oder Hoffnungen, Erwartungen) vorzubauen:
Ich bin heterosexuell.

~ ~ ~

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Screenshot (eigenes Werk)

Zweites Bild Im April 2021 haben der Deutsche Bundestag und der Bundesrat dem „Gesetz zur Regelung des Erscheinungsbilds von Beamtinnen und Beamten“ zugestimmt. Ziel dieses Gesetzes ist es, eine „Regelung des zulässigen Ausmaßes von Tätowierungen und anderer Formen des Erscheinungsbildes von Beamtinnen und Beamten beziehungsweise Soldatinnen und Soldaten“ zu schaffen.

Von einigen Seiten kam Widerspruch, ja Protest gegen dieses Gesetz; so wurde u.a. die These aufgestellt: „Dieses Gesetz schränkt die Religionsfreiheit ein und diskriminiert wieder einmal muslimische Frauen auf dem Arbeitsmarkt“ (auch Screenshot).

Nun bin ich kein Gegner* oder gar Feind derjenigen, die diese These aufgestellt und verbreitet haben, habe an der These selbst jedoch etwas zu bemängeln:

1.: Der Artikel 4 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland garantiert im Satz 1 die „Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses“ sowie im Satz 2 die „ungestörte Religionsausübung“.
2.: Beamte und Soldaten, aber auch Richter, repräsentieren im Dienst den religiös und weltanschaulich neutralen Staat und dessen Institutionen, nicht jedoch ihre eigene Religionszugehörigkeit (sofern sie einer Religionsgmeinschaft angehören oder sonstwie religiös sind) oder ihre eigene Weltanschauung (siehe dazu den Artikel 140 GG, darin insbesondere die Sätze 1 und 2 des Artikels 136 WRV).
3.: Zu den Dienstpflichten von Beamten und Soldaten gehört es m.E. nicht, tatsächliche oder vermeintliche religiöse Gebote und Vorschriften (im Dienst) zu befolgen und dabei den Anschein zu erwecken, es handle sich bei diesen religiösen Geboten oder Vorschriften um staatliche Gesetze.
4.: ♦ Glauben dürfen alle Menschen weiterhin, was sie wollen, auch dürfen alle weiterhin Glaubens-, Weltanschauungs- sowie Religionsgemeinschaften angehören;
♦ die Gewissensfreiheit wird durch das o.a. Gesetz nicht eingeschränkt;
♦ bekennen dürfen sich weiterhin alle, zu was sie wollen, und
♦ religiöse Rituale und Zeremonien (außerhalb des Dienstes) ungestört praktizieren ebenso.
Durch das Gesetz zur Regelung des Erscheinungsbilds von Beamtinnen und Beamten wird also keines dieser Rechte eingeschränkt.

Dadurch, dass aus der Gruppe der von dem o.a. Gesetz möglicherweise Betroffenen, das für alle gleichermaßen gilt ohne jemanden zu bevorzugen oder zu benachteiligen (Artikel 3 Satz 3 GG), ein bestimmter, namentlich bezeichneter Personenkreis herausgegriffen und diesem nach Meinung einer Partei womöglich Sonderrechte eingeräumt werden sollten, wird dieser Personenkreis ausgegrenzt, diskriminiert, und eventuellen Ressentiments ausgesetzt. Dies ist zum Nachteil insbesondere des genannten Personenkreises. Respekt für die Werte des freiheitlichen demokratischen, religiös und weltanschaulich neutralen Staates und seiner Institutionen kommt in dem Ansinnen nicht zum Ausdruck.

Zu den im vorherigen Absatz angesprochenen Ressentiments ein Zitat von Bertrand Russell aus seinem Buch Eroberung des Glücks (Conquest of Happiness):

Warum ist eine Propaganda, die an den Hass appelliert, so ungleich erfolgreicher als irgendein Versuch, freundschaftliche Gefühle zu erwecken?

Bertrand Russel_Eroberung des Glücks_EN

Why is propaganda so much more successful when it stirs up hatred than when it tries to stir up friendly feeling?

_______
* In Gegnerschaft stehe ich zu Parteien, deren Politik aus meiner Sicht, in meiner Wahrnehmung, darauf abzielt, den demokratischen Rechtsstaat zu zerstören. Dazu zähle ich z.B. die sog. „AfD“.
Andere Parteien sehe ich als Partner im demokratischen Gefüge, auch wenn ich nicht alle Positionen teile, die sie vertreten.

Eingangsbild:
„The importance of knowing perspective“, William Hogarth (1697-1764), Wikipedia, gemeinfrei


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Argumentationsmuster

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Mit anderen Menschen kontrovers diskutieren,
ohne sich wechselseitig zu beschimpfen, zu beleidigen oder zu diffamieren

Am 5. und 6. September 2020 führte ich via FB einen Meinungsaustausch, den ich hier anonymisiert, ansonsten jedoch unverändert und ungekürzt wiedergebe.

A.H.O. hatte, mglw. in Anlehnung an einen Buchtitel, in einem Beitrag die Frage aufgeworfen «Wem gehört der Islam?»

Ein Diskussionsteilnehmer, dessen Namen ich hier mit M.B. wiedergebe, meinte:

Der Islam gehört den Gottergebenen. Der Prophet sprach: „Nun habe ich euch eure Religion vervollkommnend.“

Eine Diskussionsteilnehmerin, hier E.T. genannt, erwiderte:

Würde ich bestätigen ..
Doch frei nach Goethe : „Wenn Islam Gottergebenheit heißt, dann leben und sterben wir alle im Islam.“
So sind es die abramitschen Religionen, die wie drei Geschwister sind , die stetig darum streiten , wer der bessere von ihnen ist .

Eckhardt Kiwitt:

Aah, Goethe — hat dankenswerterweise auch Voltaire’s «Mahomet» ins Deutsche übersetzt.
Ein denkwürdiger Satz daraus:
„Dem Staate bringt die Furchtsamkeit Verderben“.

A.H.O. an die Adresse von M.B.:

das ist eine koranische Stelle.

M.B.:

Eben, die Antwort liefert der Koran selbst.

Daraus entspann sich ein längerer, kontrovers geführter Meinungsaustausch mit M.B.

Eckhardt Kiwitt:

Und, wie lautet die Antwort, oder an welcher Textstelle im Koran kann man sie nachlesen ?

M.B.:

Sure 5 Vers 3
„Heute habe ich euch eure Religion vollständig gemacht und meine Gnade an euch vollendet und habe daran Gefallen, dass der Islam eure Religion ist.“

Eckhardt Kiwitt:

Einen Satz vorher heißt es in diesem Vers:
„Heute haben die Ungläubigen vor eurem Glauben resigniert; …“
Da werden also Leute, die nicht an das islamische „Gott“ glauben, als „Ungläubige“ diffamiert und beleidigt.
Freundlich ist das nicht, und überzeugen kann es allemal nicht !

M.B.:

Die Kafiroun, also die Mekkaner sind gemeint, die den Islam verleugnet haben und feindlich gesinnt waren. Um ein Kafir zu sein müssen zwei Komponenten erfüllt sein. Verleugnung und Bekämpfung. Die Mekkaner haben alles versucht um den Islam zu vernichten. Die Verkündung des Propheten ist zugleich die Verkündung des Siegs.

Eckhardt Kiwitt:

Nun gut, ich bin zwar kein Mekkaner, aber den Islam, dieses aus meiner Sicht patriarchalisch-rechtsreaktionäre Gesellschaftsystem, in dem es nichtmal Religionsfreiheit gibt und nicht die Freiheit, den Islam-Erfinder zu kritisieren, lehne ich ebenfalls ab und bevorzuge stattdessen den Grundrechtekatalog unserer Verfassung, des GG, sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die Werte der Europäischen Aufklärung.
„Daß der bei weitem größte Teil der Menschen […] den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben.“
(Kant — Aufklärung)

M.B.:

?

Eckhardt Kiwitt:

Was ist Deine Frage, die Du mit dem „?“ zum Ausdruck bringen willst ?

M.B.:

Es war eine patriarchale Gesellschaft, lange vor dem Islam. Der Koran hat dagegen gewirkt. Wobei man schlecht die Gesetze des siebten Jhd. auf heute übertragen kann.

Eckhardt Kiwitt:

Wenn man die Gesetze des 7. Jhdts. nicht auf heute übertragen kann, dann sollte man all die religiösen Gebote und Vorschriften des Korans „ad acta“ legen und stattdessen die Gesetze des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaats als die besseren Gesetze akzeptieren.

Eckhardt Kiwitt:

Wenn „Koran hat dagegen gewirkt“ (gegen die patriarchale Gesellschaft, die es, wie Du schreibst, lange vor dem Islam gegeben hat), wie ist es dann möglich, dass heutzutage alle Gesellschaften, in denen islamische Gesetze gelten bzw. in denen Islam die Staatsreligion ist, patriarchalisch-rechtsreaktionäre Systeme sind ?

M.B.:

Das beruht vielmehr auf Traditionen als auf den Koran.

Eckhardt Kiwitt:

Soso, Tradition ?
Was ist aber mit jenen Textstellen im Koran, in denen das patriarchalisch-rechtsreaktionäre Familien- und Gesellschaftsbild zementiert ist:
— Sure 2 Vers 282: Frauen, deren Aussagen bei Gericht nur die Hälfte der Aussagen von Männern wert sind;
— Sure 4 Vers 11: Frauen, denen laut Koran nur das halbe Erbteil eines männlichen Nachkommen zusteht;
— Sure 4 Vers 3: „… heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier;“
— Sure 4 Vers 34: „Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren. Und jene, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet: ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie ! Wenn sie euch dann gehorchen, …“

M.B.:

Oh je, wieder diese Leier. Sorry, hab gerade nicht die Muße dazu.

Eckhardt Kiwitt:

Seltsam. Du hattest doch behauptet, dass es auf Traditionen beruht und nicht auf dem Koran. Und jetzt, da ich Dir ein paar Textstellen aufgezeigt habe, die das Gegenteil darlegen können, magst Du nicht mehr. Seltsam.

M.B.:

Darüber könntest du dich selbst schlau machen. Schonmal den Koran gelesen, geschweige denn verstanden?

Eckhardt Kiwitt:

Gelesen, ja.
Hat auf mich den Eindruck eines teils aus Versatzstücken zusammenphantasierten Werkes gemacht, oder, wie es der im Auftrag des Islam-Erfinders ermordete Ibn al-Harith genannt hat, ein «Abklatsch alter Mythen».
(siehe Mohammed in Bildern, # 26.)

Eckhardt Kiwitt:

By the way, falls Du den Koran verstanden hast, erkläre ihn mir gern. Ich bin für alles sehr empfänglich. Danke !

M.B.:

Niemand kann Dir den Koran erklären außer Gott.

M.B.:

‚Uns obliegt die Lesung und Erklärung des Buches‘ (Koran)

M.B.:

‚also übereile Deine Zunge nicht bei der Lesung‘

Eckhardt Kiwitt:

Aber Du hattest gefragt, ob ich den Koran verstanden hätte. Folglich gehe ich davon aus, dass DU ihn verstanden hast.
Wenn man etwas verstanden hat, dann sollte man auch in der Lage sein, es anderen zu erklären.

M.B.:

Beim Koran ist es umgekehrt. Er ist so vielfältig wie seine Leserschaft.

Eckhardt Kiwitt:

Wenn, wie Du schreibst, der Koran so vielfältig ist wie seine Leserschaft, darf ich dann daraus schließen, dass weder Du noch irgend jemand sonst den Koran verstanden hat — und dass Muslime folglich gar nicht wissen, was sie glauben ?

Eckhardt Kiwitt:

Es heißt doch in Sure 3 Vers 7 „Darin sind eindeutig klare Verse – sie sind die Grundlage des Buches …“.
Und die kann man nicht verstehen, nicht erklären ?
Seltsam !

M.B.:

Und darin steht auch dass es mehrdeutige und eindeutige Verse gibt. Und dass Gott darüber entscheidet, wer Seine Worte versteht.

Eckhardt Kiwitt:

Wenn das islamische „Gott“ darüber entscheidet, wer den Koran versteht und wer nicht, ohne dass die Entscheidungskriterien erläutert würden, dann scheint mir das alles sehr willkürlich zu sein.

Eckhardt Kiwitt:

Übrigens, weiter oben hattest Du in einer Antwort an A.H.O. geschrieben:
„Eben, die Antwort liefert der Koran selbst.“
Wenn der Koran die Antworten auf sich selbst bzw. auf seine eigenen Thesen liefert, nennt man das einen Zirkelschluss.
Zirkelschlüsse gehören zum UNlogischsten, das es gibt.
(siehe den Beitrag Zirkelschluss.)

M.B.:

Nein, das bedeutet das der Koran selbstreferenziell ist.

Eckhardt Kiwitt:

Genau das, das Selbstreferenzielle, führt zu Zirkelschlüssen.

M.B.:

Diese Ambiguitäten sind es gerade, was im Übrigen auch auf die Bibel zutrifft, machen diese Bücher zeitlos. Weil man nie mit ihnen fertig wird.

Eckhardt Kiwitt:

Ach ja, die Ambiguitäten — die geben einem einen guten Interpretations- und Ermessenspielraum. Das ist sehr praktisch.

M.B.:

Jede Offenbarung hatte einen kontextuellen historischen Hintergrund.

Eckhardt Kiwitt:

… der aber im Laufe der Zeit seinen Bezug verliert.

Eckhardt Kiwitt:

Die sogenannten Offenbarungen wurden als identitätsstiftende Texte von Menschen für Menschen verfasst, teils wohl gar zusammenfabuliert.
Das ist wie bei den sog. Schöpfungsgeschichten.
Ein Beispiel ist der Schöpfungsmythos der Maori aus Neuseeland, in dem man manche bekannte Bilder wiederfinden kann …
(siehe Rangi und Papa, Wikipedia)

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Von M.B. gab es darauf keine weitere Antwort oder sonstige Reaktion.

H.Z. merkte kurz vor Ende dieses Threads, an die Adresse von M.B. gerichtet und auf eine Art, die mir widerstrebt und die ich für unangemessen und destruktiv halte, an:

Welche Bibelkenntnise haben Sie denn, um himmelswillen?? Was Sie über den Koran da erzählen zeigt doch ganz deutlich, dass Sie nicht imstande sind spätantike religöse Dokumente sinnerfassend zu lesen. Muslime sind ja in den allermeisten Fällen überhaupt nicht imstande ihre eigenen Glaubensurkunde zu lesen, sind im Kopf dabei gar nicht beunruhigt über dieses Unvermögen und Desinteresse, aber immer sehr erstaunt, wenn man sie mit ihren Texten konfrontiert und gehen verärgert oder beschämt auf Tauchstation oder werden unverschämt aggressiv. Solange Muslime verhängnisvoller Weise nicht kapieren, dass sie ihren Koran selbst geschrieben haben, wird mit ihnen nicht vernünftig zu reden sein. Sie erklären ihn auch noch für unerschaffen und ewig wie die arabische Gottheit selbst. Wenn das nicht materialistischer schirk ist, was ist es dann?

E.T. ergänzte, ebenfalls an M.B. gerichtet, noch:

Reine Politik der Herrschenden…
Sie sagen , dass sie Gläubige sind, doch die sind Heuchler um das Volk/ Völker zu unterdrücken.

G.R. schloss diesen Teil der Diskussion ab mit den Worten:

M.B., stimmt! Man kann oder sollte zumindest die Gesetze und die Wertvorstellungen des 7. Jahrhunderts nicht auf heute übertragen!
Wie können dann Koran und Hadithe bis heute rechtleitend sein?

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Beitragsbild:
WahineTane (wikimedia.org, Ausschnitt)
Author: Kahuroa


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Machtspiele

Jakubov-MuehlePolitischer Islam — Ein Beispiel

Wer sein religiöses Bekenntnis bzw. seine Religionszugehörigkeit ständig und überall symbolisch zur Schau stellt, grenzt sich selbst aus, diskriminiert sich selbst, wird dann aber mglw. behaupten, von anderen diskriminiert zu werden.

Das Ziel dieses Verhaltens ist es, für sich eine Opferrolle beanspruchen zu können.

Eine Opferrolle verleiht Macht, gibt einem die Möglichkeit, von anderen Anteilnahme oder Mitleid wenigstens erwarten zu dürfen.

Religiöse Vorschriften und Gebote darf jeder für sich persönlich — und nur für sich persönlich — befolgen.

Religiöse Vorschriften und Gebote dürfen in einem freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat jedoch nicht über staatlichem Gesetz stehen, zumal sie nicht in demokratisch-rechtsstaatlichen Verfahren zustandegekommen und erlassen worden sind.

Das Zurschaustellen religiöser oder sonstiger weltanschaulicher Symbole z.B. durch Pädagogen während des Schulunterrichts stellt das persönliche religiöse / weltanschauliche Bekenntnis der Pädagogen über das Neutralitätsgebot des Staates, hebt also religiöse Gebote und Vorschriften über staatliches Gesetz.

Das halte ich für gesetzeswidrig / verfassungswidrig. Der Staat hat keine Religion und keine Staatsweltanschauung.

~ ~ ~

Hintergrund meines Statements ist ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 27. August 2020, Aktenzeichen 8 AZR 62/19, Pressemitteilung Nr. 28/20.

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Beitragsbild:
Mühle Jakubov bei Karlovy Vary.
Urheber: cs:ŠJů
Source: Wikipedia, Datei:Vodn%C3%AD_kolo.jpg


PDF des Beitrags
incl. der Pressemitteilung
(5 Seiten, Format A5)

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