Barack Obama „Ein verheißenes Land“

Rezension von Gerfried Pongratz:

Lesevergnügen und Wissensgewinn auf über 1.000 Seiten

Barack Obama: „Ein verheißenes Land“

© Penguin Verlag, 2020, ISBN 978-3328600626, 1024 Seiten.

Los Angeles, 9. Oktober 2000, Parteitag der Demokraten; der junge Senator Barack Obama aus Illinois wird nicht eingelassen, weil seine Personalien den Security-Leuten verdächtig vorkommen – verbittert nimmt er das nächste Taxi zurück zum Flughafen. Eine Anekdote, die sich wie folgt fortsetzt: Vier Jahre später, beim nächsten Parteitag, hält der damals Abgewiesene eine historische Grundsatzrede, die ihn an die Spitze seiner Partei und weitere 4 Jahre später als ersten Afroamerikaner ins Weiße Haus bringt.

Wer Memoiren verfasst, will im Gedächtnis bleiben und dabei auch mitbestimmen, wie er wahrgenommen werden möchte. So auch Barack Obama, der im vorliegenden ersten Teil seiner Autobiografie, die 1024 Seiten umfasst, seinen Werdegang von frühester Jugend bis einschließlich der ersten drei Jahre als Präsident der Vereinigten Staaten im Weißen Haus beschreibt: Sehr ausführlich, sehr gekonnt, sehr authentisch, dazu fesselnd literarisch. In erster Linie als persönliche Schilderung der Ereignisse, in zweiter auch als Rechtfertigung der eigenen Handlungen, Entscheidungen und Unterlassungen. Er führt, oftmals garniert mit humorvollen Kommentaren und emotionalen Erzählungen, erstaunlich intim durch sein privates Leben in und abseits der Präsidentschaft und schildert dabei, ebenfalls erstaunlich offen und sehr ausführlich, nicht nur seine Gedanken und Wertvorstellungen, sondern auch die ihn immer wieder heimsuchenden Selbstzweifel in kritischen Situationen und vor schwierigen Entscheidungen.

Man lernt in diesem Buch sehr viel über das Amt des “mächtigsten Mannes der Welt” und über den Menschen, der dahintersteht. Mit all den Zwängen und Entscheidungsnotwendigkeiten, denen er – sehr oft entgegen eigenen Wünschen und Vorhaben – ausgesetzt ist; am Beispiel Terrorbekämpfung in Afghanistan und im Irak wird dies besonders deutlich. Obwohl Obama im Vorwort des Buches meint, dass das Land am Ende seiner Präsidentschaft besser als vor seiner Amtsübernahme dagestanden sei, räumt er selbstkritisch ein, dass er mit vielen seiner geplanten Vorhaben, wie auch mit seinem zentralen Wahlversprechen von „Change“, als geplantem Wandel hin zu einer gerechteren Gesellschaft, letztlich nicht durchgedrungen ist.

Obamas Regierungszeit war davon gekennzeichnet, dass ihm von Anfang an eine gnadenlose, extrem gehässige Opposition gegenüberstand, die nicht davor zurückschreckte, ihn mit Hilfe feindlich gesinnter Massenmedien (z.B. Fox News) persönlich zu diffamieren und beispielsweise auch mit „er ist kein Amerikaner“ zu verleumden. Auch wurde er immer wieder als entscheidungsunfähig dargestellt, wobei man gleichzeitig alles erdenkbar Mögliche unternahm, seine Pläne und Vorhaben mit populistischer Propaganda zu verunglimpfen und mittels juristischer und politischer Blockaden zu verhindern, bzw. zu verzögern.

Es würde den Umfang dieser Besprechung bei weitem sprengen, auch nur ansatzweise die im Buch beschriebenen Vorgänge darzustellen. Der auf Obama ständig ausgeübte Druck von Partnern und Verbündeten, in diverse Krisen militärisch einzugreifen und die von ihm selbst gefühlte Verpflichtung, kriegerischen Entwicklungen, bis hin zur Verhinderung von Genoziden, militärisch zu begegnen, bestimmten seine außenpolitische Agenda. Die dabei erlittenen Niederlagen sowie auch die zahlreichen vergeblichen Versuche, Eskalationen zu befrieden und militärische Einsätze zu vermeiden, bzw. zu beenden, führten zu großen persönlichen Enttäuschungen (und negativen Reaktionen der Bevölkerung), die seine Amtszeit mehr und mehr zu überschatten begannen.

Das Buch liest sich flüssig und spannend (als Hörbuch wird es auch in Originalsprache von Obama selbst vorgetragen), die Beschreibung bedeutsamer Begebenheiten und dramatischer Vorfälle, aber auch von Obamas kritischen Reflexionen zur eigenen Rolle im oft desillusionierenden Geschehen besitzt literarisches Niveau. Man lernt in diesem Buch sehr viel über die USA – auch auf der Kommunal- und Senatsebene – und deren Weltpolitik und versteht, ohne sie deswegen alle gutzuheißen, manche Vorgänge, die von auch wohlwollend Außenstehenden oftmals als sehr negativ und kontraproduktiv wahrgenommen wurden, bzw. werden. Viele seiner Schilderungen, z.B. von Begegnungen mit Politiker-Eliten der ganzen Welt und die Beurteilung einzelner dieser Persönlichkeiten (z.B. von Angela Merkel) sind nicht nur sehr informativ, sondern besitzen auch hohen Unterhaltungswert. Leider verliert sich der Text manchmal allzusehr in Details und Nebenschauplätze und ermüdet mit der Nennung zahlreicher Namen, eine deutliche Kürzung und Beschränkung auf die allerwichtigsten Ereignisse und Akteure hätte ihm gut getan. Trotz dieses Vorbehalts bietet das Buch neben tiefen Einblicken in das Leben einer besonderen Persönlichkeit zeitgeschichtlich und politikwissenschaftlich Interessierten sehr informative Lektüre durch eine große Fülle an Einsichten, Hintergrundinformationen und einen aus „Obama naher“ Sicht spannenden Blick auf die Welt. Es vermittelt Lesevergnügen und Wissensgewinn, die den für 1000 Seiten notwendigen Zeitaufwand “lohnen”.

Gerfried Pongratz 12/2020




Spiritueller Adventskalender in der Corona-Krise

Daraus ein Auszug zum Kalendertag 17.12.2020, Schwester Philippa Rath lässt auf katholisch.de wissen:

Gott ist der „Ich bin da“: Er lässt uns nicht allein

Meinereiner lässt auch nicht allein und kommentiert den Text der Schwester Philippa!

katholisch.de: Gerade in diesem Jahr sind die letzten Tage vor Weihnachten für viele Menschen von Unsicherheit und Angst geprägt. Doch die Benediktinerin Philippa Rath möchte trotz der Corona-Pandemie Hoffnung verbreiten: Gott lässt niemanden allein.
Atheistischer Kommentar: Wer sich vor Corona fürchtet, der tut das ja nicht erst vor Weihnachten. Und dass Gott niemand allein lässt, ist nicht feststellbar. Wer war in der Corona-Pandemie mit Gott zu zweit?

Schwester Philippa: Die letzten Tage vor Weihnachten sind in diesem Jahr für viele Menschen geprägt von Unsicherheit, Angst und Einsamkeit. Vielleicht auch von Zweifeln, ganz sicher aber von einer unstillbaren Sehnsucht nach Heil und Heilung. In dieser Situation können uns die sogenannten O-Antiphonen, die vom 17.– 23. Dezember in der Vesper gesungen oder gebetet werden, ein Trost und ein Zeichen der Hoffnung sein. In diesen wunderbaren Gesängen wird Jesus Christus unter Bildworten und Titeln angerufen, die im Alten Testament dem erwarteten Messias zugesprochen wurden: O Weisheit, O Adonai, O Wurzel Jesse, O Schlüssel Davids, O Morgenstern, O König der Könige, O Emmanuel.
Atheistischer Kommentar: Aha, wenn liturgische Gesänge erklingen, dann kommt Trost und Hoffnung, hier der Gesang vom 17.12.:
https://www.youtube.com/embed/Rsd8hwGa3F4
Und? Schon genügend Trost und Hoffnung eingetropft?

Schwester Philippa: Wir können Gott keinen gültigen Namen geben, sondern Gott ist der Name über alle Namen (Phil 2,9). Wir können ihn nicht benennen, uns seiner nicht bemächtigen, sondern ihn nur in immer neuen Bildern umschreiben. Er ist das Mysterium unseres Lebens. Das spüren wir in dieser Zeit der Pandemie besonders deutlich und manchmal auch schmerzlich: Gott ist immer der ganz andere. Er bleibt uns nicht selten fern und fremd. So oft können wir ihn nicht verstehen. Wir können ihn nur erahnen und uns ihm fragend, stammelnd, zweifelnd und hoffend annähern, wie dies die O-Antiphonen tun. Und wir können uns erinnern: an das Heilswirken Gottes an seinem Volk Israel und an das Heilshandeln Jesu an den Menschen.
Atheistischer Kommentar: Ja, Götter sind Mysterien! Wie der Rübezahl! Ein Mysterium ist ein Sachverhalt, welcher sich der Erklärbarkeit prinzipiell entzieht! Unser Leben ist kein Mysterium, wir wissen wie es entsteht und wie es gelebt wird und wie es endet, dazu brauchen wir keinen Gott, auch keinen ganz anderen! Wir erahnen Götter nicht, sondern wer entsprechend abgerichtet wurde, der bildet sie sich samt ihrem vermeintlichen Handeln und Wirken ein!

Schwester Philippa: Solches Sich-Erinnern kann auch für uns heute heilsam sein und unseren Blickwinkel ändern. Vielleicht erkennen wir dann: Gott lässt sein Volk nicht allein. Er lässt auch uns, er lässt auch mich, nicht allein. Niemals, auch und gerade nicht in Zeiten der Not, wie die Welt sie derzeit erlebt. Denn er ist der „Ich bin da“. Er geht alle unsere Wege mit. Dazu ist er Mensch geworden an Weihnachten. Und dazu hat er uns verheißen: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ (Mt 28,20)
Atheistischer Kommentar: Erinnern ans biblische Heilswirken des Jesus? Da kann man sich maximal an Bibeltexte erinnern! Und wo ist der Gott, der immer da ist, jetzt in der Zeit der Corona-Pandemie? Wunderheilt er? Fängt er Corona-Viren ein? Arbeitet er an Impfstoffen? Wenn er bis ans Ende der Welt alle Tage da ist, warum merkt niemand was davon? Meinereiner kann abschließend wieder wiederholen: Den Corona-Virus gibt’s wirklich, Götter gibt’s keine! Amen, so ist es!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Von Jesus kein Lebenszeichen!

Helmut-Otto Manning – Von Jesus kein Lebenszeichen! Zur Realgeschichte von Christentum und Islam von den Anfängen bis zur Gegenwart – Herausgeber: Independently published 2020, 204 Seiten, Kindle E-Book 9,90. Taschenbuch 23 Euro

Weltreligionen fallen nicht vom Himmel. Auch werden sie nie von Einzelpersonen begründet. Jesus und Mohammed hat es also nie gegeben. In vordemokratischen Zeiten dienten Religionen einzig dazu, die Macht einer herrschenden Elite zu legitimieren. Wechselte diese Elite, wurde der alte Kult angepasst, um die neuen Verhältnisse göttlich zu rechtfertigen. Ein Prozess, der Jahrhunderte dauerte. Die Herrschaftsform bestimmte stets den Kult, um die Macht göttlich durch ein jenseitiges Spiegelbild zu rechtfertigen. Diese Entwicklung wird hier dargelegt. Durch Jahrhunderte Schul- und Hochschulaufsicht gelang es dem Klerus, seine Mythen zur Geschichte zu machen. Dennoch bleiben sie Märchen. Schwangere Jungfrauen, fliegende Analphabeten und Halbgötter gab und gibt es so wenig wie Feen, Kobolde und Elfen. Und da sich Wissenschaftler nicht mit Geistwesen befassen, ist die Historizität von Jesus und Mohammed eben nicht wissenschaftlich anerkannt. Hier wird wohl erstmals die reale Entwicklung von Christentum und Islam aus älteren Kulten anhand historischer Fakten nachgezeichnet.

Entnommen bei www.atheisten-info.at

Bestellungsmöglichkeit über Amazon – dort können auch die ersten 23 Seiten des Buches probegelesen werden!




Advent im Parlament

Kein Mandat für Advent im Parlament

Aussendung von Niko Alm vom 8.12.2020:

Für eine vom Parlament unterstützte Gebetsfeier gibt es in einem weltanschaulich-religiös neutralen Staat keinen Spielraum.

Gerade die vermeintliche Harmlosigkeit einer überkonfessionellen Gebetsfeier im Parlament verschleiert Instrumentalisierung der Politik durch Religion. Die inszenierte Harmonie immunisiert gegen die Kritik jener, die das Problem auf einer grundsätzlichen Ebene verorten. Für das Prinzip, der Nicht-Identifikation von Republik und Religion ist es nämlich völlig unerheblich, wie diese Überlagerung beschaffen ist. Freilich gäbe es auch gute inhaltliche Gründe, warum eine noch nähere Bindung von Republik und der diskriminierenden Ausgestaltung eines elitären Klubs der Staatsreligionen keine gute Idee ist: Der politische Einfluss organisierter Religion begünstigt überholte Ansichten zu Geschlechtergerechtigkeit, sexueller Orientierung, Selbstbestimmung und Meinungsfreiheit. Religion ist ein Einfallstor für dogmatische Unwissenschaftlichkeit und im Extremfall antidemokratisch bis hin zur Gewaltbereitschaft.

Eine fortgesetzte Verstaatlichung von Religion soll aber gar nicht auf dieser nutzen- bzw. schadenorientierten Ebene diskutiert werden. Das in Österreich praktizierte kooperative Belohnungs- und Bestrafungsmodell zwischen Staat und Religion verstößt an sich gegen den Gleichheitsgrundsatz und gegen das Prinzip der Religionsfreiheit, das nicht-religiöse Weltanschauungen zwar sprachlich diskriminiert, aber mitmeint. Die Republik unterscheidet zwischen anerkannten religiösen und nicht anerkannten (nicht-)religiösen Weltanschauungen und steht damit einer freien Orientierung nach der persönlichen Überzeugung im Weg, indem sie Strukturen der Ungleichbehandlung pflegt und ausbaut.

Das Nationale Gebetsfrühstück

Der Präsident des Nationalrats, die Präsidentin des Bundesrats und ein Komitee aus aktiven und ehemaligen Parlamentariern laden auf dem digitalen Briefpapier des Parlaments zum „Nationalen Parlamentarischen Gebetsfrühstück“ ein. Als Vorbild dieses identitätspolitischen Vernetzungstreffens dient das 1953 etablierte US-amerikanische „National Prayer Breakfast”, an dem bisher auch jeder US-Präsident seit Eisenhower teilgenommen hat. (Anm. Auf Netflix gibt es mit „The Family“ eine schöne Dokumentation dazu.) Solche Veranstaltungen nehmen in den USA naturgemäß ein anderes Ausmaß an. Einen Gastredner wie U2-Frontman Bono (2006 in den USA) wird Wolfgang Sobotka kaum gewinnen können. Dass das „interkonfessionelle und überfraktionelle“ adventliche Gebet diesmal nur im Livestream verabreicht wird, ist aber dem Ausnahmezustand geschuldet. Beten steht zwar auf dem Programm, aber strategisch dient das Format dazu, den bestehenden Einfluss der organisierten Religion in der Politik zu erhalten und gegebenenfalls auch auszubauen.

25 Staatsreligionen

Entgegen landläufiger Meinung sind Republik und Religion in Österreich nicht sauber getrennt. Es gibt zahlreiche sachliche und institutionelle Vermischungen: in Schulen und Universitäten, beim österreichischen Bundesheer, bei dem Bischöfe und Imame als Militärseelsorger (ohne psychologische oder therapeutische Ausbildung) eingesetzt werden, in Klassenzimmern und Gerichtssälen, wo Kreuze anzeigen, wer die letzte Instanz ist und vieles mehr.

 Ein weltanschaulich neutraler Staat würde damit mehrfach sein Identifikationsverbot mit Religion verletzen – alleine die Republik Österreich ist in dieser Frage gar nicht unparteiisch. Sie fördert 25 Staatsreligionen in Form 16 gesetzlich anerkannter Religionsgemeinschaften und neun religiöser Bekenntnisgemeinschaften mit umfangreichen Sonderrechten und Ausnahmen aus sonst allgemein gültigen Gesetzen. Die Aufnahme weiterer Religionen oder gar nicht-religiöser Weltanschauungen in diesen exklusiven Klub ist durch den Abwehrcharakter des Bekenntnisgemeinschafts-Gesetz realpolitisch ausgeschlossen.

Provokante Grenzüberschreitung

Bei der „adventlichen Gebetsfeier” im Parlament soll es auch Lesungen von „Vertretern der verschiedenen Konfessionen“ geben. Eine sehr bestimmte Formulierung, die nahe legt, dass alle – jedenfalls aber die 25 Staatsreligionen – eingeladen wären und teilnehmen. Das ist nicht der Fall, handelt es sich doch de facto um eine katholische Veranstaltung und nicht um einen interreligösen Dialog, auch wenn Protestanten, Juden und Muslime als Quote ins Organisationskomitee sitzen oder mitbeten. Dafür gäbe es übrigens auch noch immer das von der Republik Österreich unterstützte König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog. Das Parlament ist kein Mediator zwischen untereinander verfeindeten Ideologien, die vor allem dann immer zusammenhalten, wenn Privilegien abgesichert werden müssen. Viel mehr kann mit dem Titel „Hoffnung in der Krise“ auch nicht gemeint sein. Dass Gebete und Lesungen nichts gegen die Corona-Pandemie ausrichten werden, versteht sich von selbst, aber richten sie auch keinen Schaden an?

Doch. Diese Gebetsfeier ist nicht weniger als eine missbräuchliche Verwendung der parlamentarischen Infrastruktur und Identität, eine bewusste Provokation des Nationalratspräsidenten Sobotka, der gemeinsam mit den Claqueuren seines Komitees zum Nationalen Gebetsfrühstück ausreizen will, wie viel Katholismus (politischer Katholizismus) in politischen Institutionen in Zukunft akzeptiert werden wird.

Amenlos

Alm

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Entnommen bei www.atheisten-info.at




Der Papst und die Demokratie

Papst Franziskus gegen zu viel Demokratie in der Kirche

Das verkündeten katholisch.de und andere kirchliche Sites am 25.11., meinereiner hat das erst am 29.11. entdeckt und bringt die Meldung hier am 30.11. mit atheistischen Anmerkungen:

katholisch.de: Papst Franziskus tritt die Demokratie-Bremse: Als verfehlt bezeichnete er jetzt Initiativen, die, wenngleich in gutem Willen, die Kirche wie eine Partei mit demokratischen Verfahren oder auf synodalem Wege organisieren wollten.
Atheistische Anmerkungen: Im 19. Jahrhundert hatte der Vatikan gegen die gesellschaftlichen und politischen Reformen und Umbrüche der Moderne und des Liberalismus den „Antimodernismus“ ausgerufen! In den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts hat man sich dann in dieser Hinsicht gemäßigt, mit dem Geist der Gegenwart freundete man sich trotzdem nicht an, die Kirche blieb bis heute eine autoritäre und weitgehend demokratiefreie Einrichtung – Was durchaus Berechtigung hat, die Protestanten haben innerkirchliche demokratische Einrichtungen schon seit längerer Zeit, dort ist der Schwund von praktizierenden Kirchenmitgliedern und der Mitgliederschwund deutlich höher als in der katholischen Kirche. In der BRD waren diese beiden Kirchen ja lange etwa in gleicher Größe, hier eine Übersicht von 1950 bis 2019:

Die Evangelischen waren in den christlichen Zeiten in Deutschland mehr als die Katholiken, im heutigen Säkularismus haben die Katholiken die größere Kirche, diese hat seit 1950 nur 18,8 % verloren, die evangelische 25,7 %, auch der Anteil der Praktizierenden ist bei den Protestanten deutlich niedriger, Katholiken gehen etwa zehn Prozent am Sonntag in die Kirche, Protestanten um die drei Prozent. Bei der katholischen Kirche hält offenbar die unliberale Art die Mitglieder besser: hier wirkt wohl noch die berühmte Pascalsche Wette: Man ist vorsichtiger, vielleicht könnte es den katholischen Gott und seine Höllenstrafen doch geben…

katholisch.de: Papst Franziskus hat Kirchenreformen nach allein demokratischen Maßstäben eine Absage erteilt. Die Existenz der Kirche beziehe ihren Sinn aus der Verwurzelung in Christus. Unabdingbar seien das Hören auf die Lehre der Apostel, geschwisterliche Gemeinschaft, die Feier der Sakramente und das Gebet, betonte Franziskus in seiner wöchentlichen Videoansprache am Mittwoch. Alles, was in der Kirche jenseits dieser Eckpunkte wachse, sei ohne Fundament und „auf Sand gebaut“.
Atheistische Anmerkungen: Ja, das stimmt, der Sinn der Kirche ist sie selber! Das Problem dabei ist, dass in entwickelten Ländern immer mehr Leute die Kirche und ihre Lehren als Unsinn sehen und darum sich mit der Lehre der Apostel gar nimmer befassen, auch wenn sie noch Kirchenmitglieder sind, sich nicht als Gemeinschaft sehen, nicht beten und nicht in die Kirche gehen. Die Kirche hat ein Fundament: ihren Reichtum, ihre Besitzungen, ihren politischen Einfluss. Ihre Lehre ist allerdings leere Luft, wie sich an den selten durchgeführten Umfragen zu kirchlichen Dogmen zeigt, hier wieder einmal die Umfrage aus dem „Standard“ von 2014 und 2018:

In nur vier Jahren ist der Schnitt der Schnitt des Glaubens ans römisch-katholische Glaubensbekenntnis von 35 auf 25 % geschrumpft, an den Hauptglaubenssatz, der Auferstehung des Jesus, glauben nur noch 20 %!

katholisch.de: „Es ist Gott, der die Kirche macht, nicht der Lärm um Werke“, sagte der Papst. Als verfehlt bezeichnete er Initiativen, die, wenngleich in gutem Willen, die Kirche wie eine Partei mit demokratischen Verfahren oder einem „synodalen Weg“ organisieren wollten. „Ich frage mich: Wo ist der Heilige Geist? Wo ist das Gebet? Wo ist die Liebe in Gemeinschaft? Wo ist die Eucharistie? Ohne diese vier Koordinaten wird die Kirche eine menschliche Gesellschaft“, sagte der Papst. Wenn der Heilige Geist fehle, sei die Gemeinschaft von Gläubigen „ein schöner humanitärer, wohltätiger Verein“, aber nicht Kirche. Die Reformbemühungen des „Synodalen Wegs“ deutscher Katholiken erwähnte er nicht ausdrücklich.
Atheistische Anmerkungen: Wer sucht heute noch nach dem Heiligen Geist? Wer betet gläubig und warum und wofür? Meinereiner muss auch manchmal in die Kirche gehen, wenn Verstorbene nicht am Friedhof, sondern nur in der Kirche verabschiedet werden. Obwohl man heute vorher nimmer beichten gehen muss, um zur Kommunion gehen zu dürfen, ist es bei diesen Messen immer so, dass nur eine recht kleine Gruppe aus den an der Messe teilnehmenden Leuten den „Leib des Herrn“ zu sich nimmt. Der Heilige Geist fehlt natürlich immer, weil der ist klarerweise nur eine in den Köpfen von Gläubigen existierende Fiktion…

katholisch.de: Franziskus führte aus, Predigt und Glaubensunterweisung erinnerten an die Worte und Taten Jesu. Die beständige Suche nach Gemeinschaft schütze vor Egoismus und Parteiungen. Das „Brechen des Brotes“ in der Eucharistie mache Jesus gegenwärtig, und das Gebet öffne Raum für den Dialog mit Gott. „Gott schenkt Liebe und bittet um Liebe. Das ist die mystische Wurzel allen Glaubenslebens“, sagte der Papst.
Atheistische Anmerkungen: „Parteiungen“ ist ein anderes Wort für „Fraktionierungen“, also Gruppenbildungen. das will man natürlich nicht haben, weil eine einheitliche katholische Kirche ist natürlich eine stärkere Körperschaft als eine trotzkistische Partei, über die es in den 1968-Zeiten den Witz gab: „Was macht ein Trotzkist, wenn er allein ist? Er sucht sich einen anderen Trotzkisten, damit er sich spalten kann!“ Das Problem der katholischen Kirche sind nicht die Fraktionen, sondern die Religion selber! Immer weniger Leute haben einen Bedarf für liebe und hilfreiche Götter, weil gegen viele Probleme im Leben haben wir ja unsere Sozialversicherung und andere Sozialeinrichtungen und brauchen darum helfende Götter immer weniger. Einen Gott zu lieben, damit er uns liebevoll hilft, lohnt sich immer weniger! Denn mangels Existenz hat er ja sowieso nie geholfen, man konnte sich diese Gotteshilfe allerdings einbilden, wenn man zu Gott gebetet hatte und dann aus der Klemme, die das Beten auslöste, wieder herausgekommen ist! Die mystische Wurzel des Glaubens war früher die kleinkindliche religiöse Abrichtung und die fehlende Motivierung zum Zweifel. Die Kirchenschrumpfungen spiegeln auch wieder, dass das heute anders ist! Ändern können die Kirchen das in unseren Breiten nimmer! das weiß sogar der Vatikan, man erinnere sich an die für 2012 angesetzte Neuevangelisierung Europas, die dann kommentarlos nicht einmal ansatzweise probiert wurde…

Aber zusammenfassend kann man dem Papst recht geben, eine katholische Kirchendemokratisierung würde auch nicht helfen!

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Wissenbloggt ist repariert

Liebe Leser von Wissenbloggt. Durch eine Systemumstellung durch den Provider war diese Seite nicht mehr funktionell. Dank der Anstrengungen eines Freundes, der sich in diesen technischen Angelegenheiten auskennt, Matthias Oberer, funktioniert es wieder. Für die Betreiber noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber kommt Zeit, kommt Rat.

In jedem Fall werden wir in den nächsten Tagen den Betreiber wechseln, da sich domainfactory nach zehn Jahren, die ich dort Kunde war, als maximal unkooperaticv gezeigt hat.




Ethik rein, Religion raus

Niko AlmAussendung von Niko Alm vom 21.11.2020.

Den verpflichtenden Besuch des Religionsunterrichts für Schüler, die nicht am Ethikunterricht teilnehmen, abzustellen, wäre der nächste Schritt am Weg zu Ethik für alle.

Nach über zwanzig Jahren Schulversuch haben die Grünen und die ÖVP gemeinsam mit der FPÖ die "Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts für jene Schüler beschlossen, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen." So formuliert es der ORF in einer wenig verklausulierten Jubelmeldung seines Religionsressorts, in der vor allem der Position der katholischen Kirche Platz eingeräumt wurde. Dass nach diesem Etappensieg der anerkannten Kirchen – die nicht-christlichen Religionsgemeinschaften sind nicht mitgemeint – die Religionslehrer in Zukunft auch Ethik unterrichten sollen, versteht sich aus deren Perspektive von selbst.

Es ist so absurd, wie es klingt. Während andere konfessionell gebundene Formen des Religionsunterrichts einander ausschließend sind – eine islamische Religionslehrerin kann etwa nicht zusätzlich evangelischen Unterricht abführen -, soll das bei der Kombination aus Ethik und Religion kein Problem sein? Diese Logik ist erstaunlich, weil der verpflichtende Ethikunterricht ja ganz offensichtlich als Alternative (i. e. Strafe) wie ein weiterer Religionsunterricht für jene eingeführt wurde, die sich von diesem abmelden wollen. Und diejenigen, die nie vorhatten einen Religionsunterricht zu besuchen, werden jetzt einfach mitgenommen.

Ethik ist keine Ersatzreligion

Der schwarzgrünen Regierung und vor allem den treibenden Kräften hinter diesem Gesetz ging es nie darum, Ethik als eigenständiges Unterrichtsfach zu etablieren, sondern die Abmeldungen vom Religionsunterricht zu reduzieren und die beiden Unterrichtsformen über Personalunionen einander anzunähern. Untermauert wird das insbesondere von Vertreter†innen der Kirchen mit dem Argument, dass Religionsunterricht ohnehin schon wie Ethikunterricht geführt werde – übrigens sehr zum Leidwesen von konservativen Gläubigen.

Dieses Argument ist aus ganz prinzipiellen Gründen falsch. Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Behauptung handelt, die wohl jeder Ethiklehrer brüsk zurückweisen würde, ist es völlig unerheblich, ob der Religionsunterricht in der Praxis einem Ethikunterricht gleicht. Zwischen diesen beiden Fächern steht eine intellektuelle Feuermauer. Ethik ist weder Ersatz für Religion, noch folgt der Unterricht einer dogmatischen Ideologie. Der Religionsunterricht hingegen ist immer als religiöse Unterweisung zu sehen. Das ist sein Kernauftrag (Siehe: Missio canonica).

Religion durch den Hinterhof

Wer, wie aktuell zum Beispiel der VP-Nationalratsabgeordnete Rudolf Taschner, an dieser Stelle die Argumentation bemüht, dass Religion ohne Integration in den Schulbetrieb in "Hinterhöfen unterrichtet" wird und dort gefährliche Wirkung entfaltet, insinuiert gleichzeitig, dass religiöse Indoktrination, die später einmal zu religiös motiviertem Terror führen kann, besser in der Schule abgeführt wird. Dieses oft von intellektuellen Hinterbänklern vorgebrachte Argument, Religionsunterricht im kooperativen Modell von Republik und Religion so "entschärfen" zu wollen, ist als weiteres Indiz zu werten, dass bei der Einführung des Ethikunterrichts primär der Erhalt religiöser Unterweisung in der Schule bezweckt wird.

Das Identifikationsverbot des weltanschaulich-religiös neutralen Staat weiterhin zu brechen, um das schädliche Potenzial von Religion in einem konfessionellen Unterricht im Ermessensspielraum der Religionen selbst zu entschärfen zu lassen, ist paradox. Die Schule ist mit Sicherheit der falsche Ort, Ideologien zu vermitteln, die sich der Erkenntnis nach wissenschaftlicher Methode per definitionem entziehen, die Frauen und Homosexuelle abwerten und nach Einschätzungen vieler offensichtlich auch prototerroristische Aufhetzung (Sonst würden ja nicht immer wieder die Hinterhöfe bemüht.) verfolgen.

Religionsunterricht spaltet

Die staatlich legitimierte Unterweisung in religiösen Denkmustern ist nicht nur pädagogisch bedenklich, sie wirkt auch sozial destabilisierend. Konfessioneller Religionsunterricht spaltet den Klassenverband nach dem Religionsbekenntnis der Eltern. Ein gemeinsamer Unterricht in weltanschaulichen Grundlagen und kritischem Denken findet in der Schule auch mit der Einführung des Ethikunterrichts in der geplanten Form nicht statt. Das Schulsystem benachteiligt längst nicht mehr nach Herkunft, Haarfarbe, Geschlecht, sexueller oder politischer Orientierung, aber es wirkt weiterhin differentialistisch, wenn es um Weltanschauung geht.

Religion darf nicht aus der Schule verschwinden, aber sie soll im Unterricht – wie auch politische Ideologien – nur aus einer Außensicht vermittelt werden: in Geschichte, in Philosophie und natürlich Ethik. Nur ein gemeinsamer verpflichtender Ethikunterricht für alle kann dazu beitragen, die religiöse Ideologisierung von Kindern zumindest soweit zu verschieben, bis sie ihre Religionsmündigkeit im Alter von 14 erreicht haben und sich selbst aktiv dafür entscheiden.

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Neuer Schweizer Kirchenaustrittsrekord!

The beautiful mountain landscape with church. Switzerland.

The beautiful mountain landscape with church. Switzerland.

Die katholischen Austrittszahlen in der Schweiz für 2019 wurden erst am 19.11.2020 gemeldet, VATICAN NEWS verlautbarte die Zahlen auf ihrer Site:
"31.772 Menschen in der Schweiz sind im vergangenen Jahr ausgetreten – das ist ein Viertel mehr als im Vorjahr. 2018 musste die katholische Kirche 25.366 Austritte hinnehmen. Das zeigen neueste Zahlen und ein Bericht des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) in St. Gallen. Das Institut wird von der katholischen Kirche in der Schweiz getragen. Bereits die Kirchenstatistik 2018 vermeldete eine Zunahme der Kirchenaustritte um ein Viertel. 2017 lag die Zahl der Austritte noch bei 19.893."

Auf kath.press heißt es: "Die Zahl der Kirchenaustritte in der Schweiz ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Demnach traten 2019 dort 31.772 Menschen aus der katholischen Kirche aus, wie das Portal kath.ch (Donnerstag) unter Berufung auf das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in Sankt Gallen berichtete. Dies sei etwa ein Viertel mehr als im Jahr davor (25.366). Das SPI wird von der katholischen Kirche in der Schweiz getragen. Auffällig sei, dass mehr Menschen zwischen 51 und 65 Jahren der Kirche den Rücken kehrten, hieß es. 2019 waren demnach 24 Prozent der Ausgetretenen in dieser Altersgruppe. 2011 seien es 16 Prozent gewesen."

Hier ein Screenshot von der Site des Schweizer Bundesamtes für Statistik mit den Angaben zur Religion von 1970 bis 2018:

Man sieht: auch in der Schweiz sind die Protestanten tüchtiger im Mitgliederschwund, sie sind von 1970 und 53 % bis 2018 auf 30% gesunken, bei den Katholiken war dieses Minus nur rund neun Prozent (52 auf 43), der Anstieg der Konfessionslosen belief sich auf gut das Zehnfache, von ca. zwei Prozent auf 22 %.

Vergleich zu Österreich: 2019 sind hierzulande 1,34 % der Katholiken ausgetreten, in der Schweiz war es rund ein Prozent, also ein bisschen mehr geht noch!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Österreich: Lockdown ab 17.11.2020

coronavirusbeDas war wohl unvermeidbar geworden, die österreichischen Zahlen erreichen Weltrekordniveau, weltweit gab es im November im Tagesschnitt pro Mio. Einwohner 72 neu Infizierte und einen Toten, in den USA, dem Land wo es die meisten Infektionen gibt, lauten diese Zahlen pro Mio. EW und pro Tag 340 neu Infizierte und drei Tote, in Österreich sind es 749 neu Infizierte und fünf Tote!

Hier Kurven über die tägliche Zunahme:

1. weltweit:

2. USA:


3. Österreich:

Was sieht man da? Weltweit ging es stetig um die Infizierung neuer Länder und um die entsprechende Ausbreitung dort, diese Kurve hat dadurch auch einen stetigen Verlaufsanstieg. Die Kurve der USA sieht ähnlich aus, dort gab es zeitweise Anstiegsrückgänge, jetzt geht's wieder aufwärts!

Und Österreich? Bei uns blieb es lange flach und dann ging's seit Anfang Oktober plötzlich in Richtung Weltrekord! Man sieht, dass es in Österreich lange Zeit gut funktioniert hatte, der kleine Gipfel vom März wurde rasch downgelockt, dann war lange eine Ruhe, im August wurden Auslandsreisen wieder üblich und dadurch neue Viren ins Land geholt, Anfang September ging es wohl auch darum wieder los und da hätte wohl schon der nächste rigorose Lockdown folgen müssen!

Im Frühjahr gab es einen einzigen Tag mit mehr als tausend Neuansteckungen, im Herbst ließ man den Anstieg eskalieren!

Vergleichen wir mit Deutschland: Dort hat man gut neunmal so viele Einwohner, die Gesamtzahlen der Infizierten und der Toten beliefen sich am 14.11. auf  788.899 und 12.619, pro Mio. EW sind das 9.505 und 152,  in Österreich waren das insgesamt 198.291 und 1.746 und pro Mio. EW 22.280 und 196, Österreich coroniert also auf die Einwohner gerechnet die BRD bei den Angesteckten um das 2,3fache und bei den Toten um knapp 30 Prozent!

Ob das allein von der Regierung zu verantworten ist, darf allerdings bezweifelt werden. Es ist leicht möglich, dass es hierzulande einfach mehr bürgerlich freie Idioten gibt, wie man sie bei Befragungen im TV öfter zu hören bekommt und auch praktisch sehen kann. Eine wesentliche negative Rolle spielt es wohl auch, dass die Ansteckungsquellen so oft nicht mehr ausgeforscht werden können, dafür müsste man einfach mehr Personal einsetzen und die Angesteckten entsprechend verhören!

Hier ein Screenshot der Zeit im Bild vom 14.11., er zeigte Horden von Menschen, die sich wegen des für den 17.11. angekündigten Lockdown auf den Einkaufsstraßen drängten:

So derartig deppert muss man sein! Oder man beschwert sich darüber, dass beim Lockdown Grundrechte eingeschränkt werden, Grundrechte hätten wohl wichtiger zu sein als die Bekämpfung einer Pandemie…

Aber ab Dienstag gilt in Österreich (Screenshot APA-Aussendung):

Wir sitzen tief in der Coronascheiße! Also: Bleibt daheim und tut außerhalb nur das absolut Lebensnotwendige!

Hier die Kurve von China:

Dort ist die Krankheit anfangs expandiert und wurde Anfang März gestoppt, vom 1.4. bis zum 14.11. gab es eine Vermehrung von nur rund sechs Prozent, in Österreich war das vom 1.4. bis 14.11. eine Vermehrung um rund 1800 %. Die Chinesen hatten eben schon zu Beginn einen vollständigen Lockdown gesetzt, dort ist jetzt eine tägliche Vermehrung von durchschnittlich 25 Neuinfektionen und das bei einer Bevölkerung von 1,4 Milliarden!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Junge FDPler wollen Inzestverbot abschaffen

BlumenDas war am 13.11.2020 entsprechenden Aussendungen zu entnehmen!

FDP-Jugend will Inzest erlauben:
Warum sollte Inzest mit einer Freiheits- oder Geldstrafe bestraft werden, wo es doch bei diesem "Verbrechen" keine Opfer gibt.
Wenn zwei einwilligungsfähige Personen sich entschließen, Sex zu haben, dann kann man das verwerflich oder eklig finden, letztlich geht es Staat und Gesellschaft aber nichts an.
Wer Inzucht mit dem Argument eines erhöhten Risikos für Behinderungen verbieten will, betreibt menschenverachtende Eugenik und müsste konsequenterweise auch allen Menschen mit vererbbaren Nachteilen die Fortpflanzung verweigern.
Abschließend erklären die Jungen Liberalen: "Nein, wir finden diese Forderung nicht deshalb richtig, weil wir mit unseren Geschwistern oder Eltern ins Bett wollen und nein, sie ist auch nicht unser wichtigstes Anliegen. Aber wir finden die Forderung richtig und vertreten sie selbstbewusst."

Das Inzestverbot ist ein urtümlicher Bestandteil der Menschheitsgeschichte! Es gab zwar in diversen Altkulturen Geschwisterehen, z.B. in Ägypten. Es stehen aber schon entsprechende Verbote in den Büchern von Moses, siehe z.B. 5 Mose 27:22: "Verflucht sei, wer bei seiner Schwester liegt, die seines Vaters oder seiner Mutter Tochter ist!"

Im Gesetzbuch – Codex Hammurapi – des babylonischen Königs Hammurapi I. (er lebte von 1792 bis 1750 v.u.Z) wurde der Beischlaf zwischen leiblichen Eltern und Kindern verboten, konkret enthielten die §154 bis 158 folgende sexuelle Vorschriften:
§154 Wenn ein Mann mit seiner Tochter der Blutschande schuldig ist, wird er ins Exil getrieben.
§155 Wenn ein Mann ein Mädchen mit seinem Sohn verlobt und sein Sohn mit ihr Verkehr hat, aber er (der Vater) sie danach beschmutzt und dabei überrascht wird, dann wird er gefesselt und ins Wasser geworfen.
§156 Wenn ein Mann ein Mädchen mit seinem Sohn verlobt, aber sein Sohn sie nicht gekannt hat, und wenn er sie dann beschmutzt, soll er ihr eine halbe Goldmina zahlen und sie für alles entschädigen, was sie aus dem Haus ihres Vaters gebracht hat . Sie kann den Mann ihres Herzens heiraten.
§157 Wenn jemand nach seinem Vater Blutschande mit seiner Mutter schuldig ist, werden beide verbrannt.
§158 Wenn jemand nach seinem Vater mit seiner Hauptfrau, die Kinder geboren hat, überrascht wird, wird er aus dem Haus seines Vaters vertrieben.

Diese Verbote, die es in vielen Völkern schon in der Urgeschichte gab, hatten einen einfachen Grund: Inzest war Inzucht und Inzucht brachte viele Fehlgeburten und Behinderte. Was man heute ganz einfach in Wikipedia nachlesen kann:
Das Risiko für das Auftreten einer vorhandenen Erbkrankheit beträgt für Paare:
2–4 % bei nicht blutsverwandten Partnern (statistischer Durchschnitt)
1/64  =  1,56 % bei blutsverwandten Cousin–Cousine 2. Grades
1/16  =  6,25 % bei blutsverwandten Cousin–Cousine (1. Grades)
1/8  =  12,50 % bei blutsverwandten Onkel–Nichte, Tante–Neffe, Großelternteil–Enkelkind oder Halbgeschwister
1/4  =  25,00 % für blutsverwandte Vater–Tochter, Mutter–Sohn oder vollbürtige Bruder–Schwester

Und irgendwelche Gendefekte haben ja die meisten Leute, in der Evolution hat sich ja die zweigeschlechtliche Fortpflanzung als nahezu vollständige Norm deswegen durchgesetzt, weil Gendefekte in der Regel in der Vererbung wechselweise vom nichtdefekten Geschlechtspartner ausgeglichen werden! Aber unter nahen Verwandten sind diese Gendefekte eben oft beiderseits vorhanden!

Also sollte man diese Verbote bestehen lassen!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Feueralarm von R. Kiefer

FeueralarmFeueralarm 2010:
100 Menschen laufen raus und sind froh, dass sie aus der Gefahrenzone kommen.

Feueralarm 2020:
60 Leute laufen raus und sind froh, dass sie aus der Gefahrenzone kommen.

5 Leute erklären, dass der Feueralarm nur ein Geräusch ist. Und Geräusche gab es schon immer. Und wir leben noch.

3 Leute verklagen den Staat, weil sie die Musik auf ihren Kopfhöhrern kaum noch verstehen.

5 Leute finden, dass nur weil jetzt Rauch da ist und gerade ein brennender Kollege am Fenster vorbeigefallen ist, man nicht vergessen sollte, dass es auch schonmal Fehlalarme gab. Und fordern andere auf, sitzen zu bleiben, bis geklärt ist, ob wirklich Leute sterben.

1 Kollege erklärt, dass nur weil ein brennender Kollege am Fenster vorbeigefallen ist, nicht sicher ist, ob dieser nicht irgendwann sowieso gestorben wäre.

4 Leute weisen darauf hin, dass sie Feuerwehr ganz schön teure Autos hat und fragen einfach mal ohne Hintergedanken, wem dieser Feueralarm wohl nützt. Sich jetzt retten zu lassen, würde schließlich bedeuten, sich dem korrupten System zu unterwerfen.

2 Leute weisen darauf hin, dass es seit 2012 in einer Firma von George Soros einen Brandschutzplan gibt, der auch vorsieht, dass man flüchtet, die Feuerwehr gerufen wird und Löschmittel eingesetzt wird. Zufall?

4 Leute erläutern wortreich das Gedächtnis des Wassers. Die Feuerwehr, die uns mit Wasser benetzt, ist nur ein Handlanger der Eliten, die uns damit homöopathisch impfen.

6 Leute weisen darauf hin, dass die Ausbildung der Azubis nicht unterbrochen werden darf, um die Evakuierung durchzuführen. Außerdem darf der Geschäftsbetrieb nicht leiden!

Der Hilfskoch aus der Kantine setzt sich an die Spitze einer Bewegung, die Flüchtende mit Benzin bespritzt, um darauf hinzuweisen, dass sie gerade Ihres Grundrechtes auf langsames Gehen beraubt werden.

3 Leute weisen darauf hin, dass beim letzten Großbrand auch so eine Panik verbreitet wurde, ausnahmslos alle rausgerannt sind, rausgetragen wurden und einige sogar von Feuerwehrleuten abgeseilt wurden.
Und da sei am Ende keiner gestorben und nur 3 im Krankenhaus gewesen.
Sowas ist nie gefährlich.

2 Leute weisen darauf hin, dass täglich Leute an Krebs, Aids und Hunger sterben und da auch kein Alarm erklingt

3 Leute schreiben ein Buch, dass die Idee der Gewebsschäden durch Hitze ein Konstrukt aus dem Mittelalter sei, Feuer noch nie unter dem Elektronenmikroskop beobachtet wurde und die Kochschen Postulate für Feuer nie nachgewiesen wurden.
Sie werden reich.

2 Leute merken an, dass Brandmelder gar nicht zum Nachweis von Feuer geeignet sind.

(Geklaut aus einem FB-Post)




Großangelegte Razzien bei Muslimbruderschaft

MuslimbruderschaftWie die Staatsanwaltschaft Graz in einer Aussendung vom 9.11.2020 wissen ließ, hat es in den heutigen frühen Morgenstunden Razzien in der Steiermark, Kärnten, Wien und Niederösterreich gegen die Muslimbruderschaft gegeben. Es wird gegen mehr als 70 Beschuldigte und mehrere Vereine ermittelt, die verdächtig sind, Mitglieder der terroristischen Vereinigungen Muslimbruderschaft und Hamas zu sein.

In über 60 Wohnungen, Geschäfts- und Vereinsräumen wurden Durchsuchungen durchgeführt, 30 Personen festgenommen und der behördlichen Vernehmung wegen des Verdachtes auf Tätigkeiten in  terroristischen Vereinigungen und Terrorismusfinanzierung zugeführt. Innenminister Karl Nehammer stellte dazu fest, "wir gehen gegen diese kriminellen, extremistischen und menschenverachtende Organisationen mit aller Härte und allen Möglichkeiten des Rechtsstaats vor", mit diesem Einsatz wären Wurzeln des politischen Islams gekürzt worden.

Dieser Vorgang soll schon länger vorbereitet worden sein und hätte mit dem Wiener Terroranschlag nichts zu tun. Aber nach dem Skandal über unterbliebene Ermittlungen nach diesbezüglichen Informationen von anderen Geheimdiensten, ist es ja wohl ohnehin höchste Zeit, dass endlich entsprechend gehandelt wird!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Offener Brief in Sachen Islamismus

Säk HilfeAussendung der "Säkularen Flüchtlingshilfe" in der BRD vom 4.11.2020:

Ende Oktober forderte Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos sowie stellvertretender Parteivorsitzender der SPD, in einem Gastbeitrag im Spiegel angesichts des islamistisch motivierten Mordes an dem französischen Lehrer Samuel Paty, dass die politische Linke ihr Schweigen beenden und den Kampf gegen Islamismus nicht länger den Rassisten überlassen solle. Die Säkulare Flüchtlingshilfe unterstützt seinen Appell in einem Offenen Brief:

Sehr geehrter Herr Kühnert,
für Ihren wichtigen Gastbeitrag im Spiegel "Die politische Linke sollte ihr Schweigen beenden" vom 21. Oktober 2020 möchten wir Ihnen herzlich danken. Wir begrüßen die offene Debatte, die Sie damit ausgelöst haben.
Zunächst sind Sie jetzt – neben dem Zuspruch – leider auch den üblichen Unterstellungen und Diffamierungen ausgesetzt. Die unlauteren Attacken nicht nur von Islamisten und Islamlobbyisten, sondern selbst aus linken Kreisen kennen wir aus eigener Erfahrung nur zu gut. Daher möchten wir Ihnen öffentlich unsere volle Unterstützung aussprechen. Wir sind überzeugt, dass gemeinsam eine Wende der Islam- und Migrationsdebatte zum Besseren gelingen kann.

Ihre Worte verdienen, in all ihrer Klarheit und Eindringlichkeit gehört zu werden:
"Wenn die politische Linke den Kampf gegen Islamismus nicht länger Rassisten überlassen will, muss sie sich endlich mit diesem blinden Fleck beschäftigen…

Selbstverständlich ist es die Aufgabe linker Politik, die sozialen Zusammenhänge rund um Terror und Kriminalität zu durchleuchten und daraus Schlüsse zu ziehen. Linke Politik muss Machtverhältnisse und Hierarchien thematisieren, sich für die Sozialisation des einzelnen interessieren und sie muss diskriminierende Strukturen in Staat und Gesellschaft aufdecken und ändern. Dem Ziel folgend, unser Zusammenleben gerechter und somit auch sicherer zu machen, kann anschließend über einzelne Maßnahmen gestritten werden.

Doch über eines muss von Beginn an unverdruckste Klarheit bestehen: Alle Terrorakte gleichen sich in ihrer Unrechtmäßigkeit und alle Todesopfer des Terrors gleichen sich in der unweigerlichen Auslöschung ihrer Existenzen. Diese bedrückenden Fakten sowie das Mitgefühl mit Opfern und Angehörigen stehen am Anfang einer jeden Betrachtung.

Darüber müssen wir sprechen. Laut, öffentlich, unmissverständlich.

Wir sehen uns als Verbündete in dem von Ihnen beschriebenen "Kampf gegen Islamismus" und für eine offene, freiheitliche Gesellschaft.
Der Islamismus ist der Grund, warum wir in unseren Heimatländern kein freies, normales Leben führen können. Wir mussten vor islamischer Bedrohung und Gewalt fliehen und müssen uns selbst hier weiterhin vor Übergriffen schützen.
Wir sehen mit Sorge das Auftreten des Islamismus in Deutschland und Europa. Auch sehen wir die Auseinandersetzung mit diesen Problemen als wichtiges Mittel an, um der Verbreitung von Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft entgegenzutreten und Lösungen anzubieten.

Auf wen setzt die "politische Linke" in Zukunft?

Wir können nicht erkennen, wie es der Integration dienen soll, dass Teile Ihrer Partei und deutsche Ministerien auch zukünftig noch in einseitiger Weise mit Islamverbänden und Organisationen kooperieren, die einen Scharia-Vorbehalt verfechten und nicht für den vollen Bestand der Menschenrechte eintreten. Der Schulterschluss der Politik sollte den liberalen Muslimen gelten.
Wir Ex-Muslime haben diese menschenfeindliche Ideologie hinter uns gelassen schon bevor wir deutschen Boden betraten. Wir vertraten schon vor unserer Flucht die Werte der Demokratie und der universellen Menschenrechte, der Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit. Möge die deutsche Gesellschaft diese Werte und Freiheiten niemals aufgeben – zu keinem Preis.
Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass die deutsche Politik einen angemesseneren Umgang mit den Regierungen und dem politischen Islam unserer Heimatländer findet. Von dort kennen wir nämlich die anti-feministischen, anti-LGBT oder antisemitischen Positionen, die auch hier von Islamisten immer offener vertreten werden und mit denen sie zu Gewalt und Mord aufstacheln.
Wir haben Sie kürzlich eingeladen, über unsere Erfahrungen und unsere Vorschläge zu diskutieren. Offen und online mit den Unterzeichnenden und vielen mehr. Wann haben Sie Zeit?

Mit freundlichen Grüßen
Rana Ahmad, Mitgründerin und Vorstand Säkulare Flüchtlingshilfe
(aus Saudi-Arabien geflohen)
Mahmudul Haque Munshi, Vorstand Säkulare Flüchtlingshilfe
(aus Bangladesch geflohen)
Khulud Alharthi, Kolumnistin Welt am Sonntag
(aus Saudi-Arabien geflohen)
Worood Zuhair, Frauenrechtlerin
(aus dem Irak geflohen)
Amed Sherwan, Blogger, Menschenrechtsaktivist
(aus Irakisch-Kurdistan geflohen)

Entnommen bei www.atheisten-info.at

 




Die seelisch Verletzten — Eine Geschichte in zwei Teilen

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For the English version of this post, please refer to
The mentally injured – A story in two parts
.

Über Hilflosigkeit, über Frust und Verzweiflung

Wird Kritik an patriarchalen Strukturen oder Verhaltensweisen, an Diskriminierung (vulgo «Rassismus»), oder an Despotismus geübt, ist es manchmal nicht unwichtig, wie diese Kritik formuliert wird, und insbesondere, wer sie ausspricht.

DER GESCHICHTE EINER TEIL

In einer Rede, die die Norwegerin Deeyah Khan, Tochter eines Pakistani und einer Afghanin, im Jahr 2016 im Rahmen der Veranstaltungsreihe TEDx Talks hielt (siehe auch die TED-Website), erzählt sie zunächst aus ihrer Kindheit und Jugend in Norwegen in einer muslimischen, nicht besonders religiösen Familie. Es sind Erlebnisse und Erfahrungen, die nicht auf ein bestimmtes Land oder auf einen bestimmten Kulturkreis beschränkt sind, Erlebnisse und Erfahrungen, die es in ähnlicher Weise überall gibt.

Wie sie von ihrem Vater gedrängt, nein rabiat gezwungen wurde, ein Musikinstrument und Gesang zu erlernen, Musik zu machen und damit öffentlich aufzutreten;

… von einem „weißen“ Norweger nur wegen ihrer südasiatischen Abstammung (als ob sie sich damit etwas hätte zuschulden kommen lassen) bespuckt und beschimpft wurde;

… von Menschen aus „ihrem“ islamisch geprägten Kulturkreis — sie spricht von «brown people» — wegen ihrer öffentlichen Auftritte in einer Musikgruppe angefeindet, angegriffen und mit Morddrohungen konfrontiert wurde.

Wie sie deswegen aus „ihrem“ islamisch geprägten Umfeld keinerlei Anteilnahme oder Hilfe erfuhr;

… während ihrer späteren Arbeit in Hilfsorganisationen erkannte, dass ihre persönlichen Erlebnisse in „ihrem“ islamisch geprägten Umfeld, in dem die „Ehre“ und der Ruf der Familie oder der Gruppe bestimmende Größen für das Zusammenleben sind, keine Ausnahme, sondern die Regel darstellen;

… während dieser Arbeit desorientierten jungen Menschen — insbesondere jungen Männern — begegnete, die in dem Spannungsfeld von autoritärer, auf Einschüchterung setzender Erziehung einerseits und Diskriminierungserfahrungen andererseits keine eigene Persönlichkeit aufgebaut hatten, und die persönliche Gewalterfahrungen an andere weitergaben.

Sie erzählt von jungen Menschen, die auf dem Weg zum Erwachsenwerden nach Vorbildern, nach Orientierung, nach Gruppenzugehörigkeit und Halt suchen und wie ihnen dies von «braunen Männern mit Bärten», von «zynischen alten Männern, die Blut für ihren eigenen Profit verwenden wollen», wie Deeyah Khan sie nennt, nur scheinbar gegeben wird (vergl. die Sekten-Checkliste).

Deeyah Khan zeigt auf, wie nicht Selbstausgrenzung in Parallelgesellschaften, nicht Hass, nicht die ständige Opferrolle, sondern Akzeptanz der Werte des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaats und des individuellen Selbstbestimmungsrechts aus der Spirale der Gewalt herausführt.

An muslimische Eltern richtet Deeyah Khan die Frage:
«Können Sie sich für sie (für Ihre Kinder) anstatt für Ihre Ehre entscheiden?»

Sie zitiert passend dazu ein afrikanisches Sprichwort:

Wenn die Jungen nicht in die Dorfgemeinschaft eingeführt (aufgenommen) werden, werden sie das Dorf niederbrennen, nur um seine Wärme zu spüren.


Den vollständigen Text der Rede von Deeyah Khan gibt es als PDF (48 Seiten) synoptisch English-Deutsch,
und einen Cover für die Printausgabe.

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DER GESCHICHTE ANDERER TEIL

Image Problem (mit Erlaubnis durch Cox & Forkum)

  • Das Recht auf freie Meinungsäußerung fügt niemandem einen Schaden zu.
  • Eine Karikatur zu zeichnen oder zu veröffentlichen fügt niemandem einen Schaden zu.
  • Jemandem den Kopf abzuschneiden fügt demjenigen einen Schaden zu,
    dem der Kopf abgeschnitten wird.

~ ~ ~

Am 16. Oktober 2020 wurde der Lehrer Samuel Paty in dem Ort Conflans-Sainte-Honorine nahe Paris in Frankreich ermordet. Paty hatte in einer Unterrichtsstunde die Meinungsfreiheit bzw. das Recht auf freie Meinungsäußerung thematisiert, ein Rechtsgut, das in Frankreich wie auch in vielen anderen Ländern zu den verfassungsmäßig garantierten Grundrechten gehört.
Im Rahmen der Unterrichtsstunde hatte er u.a. eine Karikatur aus der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo verwendet und den Schülern — nach einem Hinweis, dass sie den Klassenraum ggf. vorher verlassen dürften, falls sie die Karikatur nicht sehen wollten — gezeigt. In der Karikatur war gemäß Bildbeschreibung der Erfinder und Prophet des Islams, Mohammed, abgebildet.
In der Wikipedia sowie in anderen öffentlichen Medien wurden die Tat, deren Vorgeschichte sowie der Tathergang und internationale Reaktionen auf die Tat breit thematisiert (siehe den Beitrag «Anschlag in Conflans-Sainte-Honorine» in der Wikipedia).

~ ~ ~

Zunächst ein paar kurze Anmerkungen zu den drei Punkten oben am Beginn des zweiten Teils dieses Beitrags.

  • Das Recht auf freie Meinungsäußerung fügt niemandem einen Schaden zu:

Das Recht auf freie Meinungsäußerung, welches ein allen Menschen in diesem Land gewährleistetes Grundrecht ist, unterscheide ich von einer einzelnen Meinungsäußerung — also einer Handlung einer Person –, die jemandem selbstverständlich dann einen Schaden zufügen kann, wenn in der Meinungsäußerung z.B. eine Diffamierung (Verunglimpfung) oder eine Verleumdung enthalten ist. In solchen Fällen ist die Meinungsäußerung eine Straftat — siehe die §§ 185 bis 189 StGB (in Deutschland). Die bloße Grundrechtsgarantie verursacht jedoch keinen Schaden, verpflichtet oder zwingt niemanden, seine Meinung zu äußern, hält aber auch niemanden davon ab.

  • Eine Karikatur zu zeichnen oder zu veröffentlichen fügt niemandem einen Schaden zu:

Beim Zeichnen einer Karikatur wird eine Idee eines Zeichners grafisch umgesetzt, es wird der Strich eines Zeichenwerkzeugs auf ein Blatt Papier aufgetragen; ein Schaden entsteht dadurch niemandem (es sei denn, man wollte einen Schaden darin erkennen, dass sich der Zeichner der Karikaturen bezeiten ein neues Zeichenwerkzeug kaufen muss).
Wird die Karikatur veröffentlicht, mag sich eine lebende Person, die in der Karikatur dargestellt ist, trotz verzerrter Physiognomie darin wiedererkennen. Einigen Karikaturisten gelingt es, Charaktereigenschaften, die einer Person zugeschrieben oder angedichtet werden, zeichnerisch umzusetzen. Dies ist besonders beispielhaft in Karikaturen bekannter Personen des öffentlichen Lebens wie z.B. solchen des 45sten Präsidenten der USA, Donald Trump, zu sehen.
Derlei Darstellungen mögen den karikierten Personen gefallen oder auch nicht; sollten sie der Meinung sein, dass ihnen durch die Veröffentlichung solcher Darstellungen ein tatsächlicher Schaden entstanden ist, steht ihnen der Rechtsweg offen. Ebenso, wenn sie sich durch die verzerrte Darstellung beleidigt oder sonstwie in ihren Rechten verletzt fühlen sollten.

Screenshot: Karikaturen Donald J. Trump (eigenes Werk)

  • Jemandem den Kopf abzuschneiden fügt demjenigen einen Schaden zu, dem der Kopf abgeschnitten wird:

Das Zufügen einer Körperverletzung mit Todesfolge, Totschlag sowie Mord wird m.W. in allen Ländern der Erde als Straftat respektive als Verbrechen geahndet. Das Opfer einer solchen Tat ist nach Tatbegehung tot, die Tat wird als Offizialdelikt strafrechtlich verfolgt.

~ ~ ~

Nach der Ermordung des Lehrers Samuel Paty (siehe oben) kam es in einigen Ländern zu Demonstrationen, in den (sozialen) Medien wurde Protest laut. Die Demonstrationen richteten sich in wenigen Fällen gegen die Ermordung des Lehrers, in vielen anderen Fällen jedoch dagegen, dass er während einer Unterrichtsstunde das Recht auf freie Meinungsäußerung thematisiert und als anschauliches Beispiel dazu eine Karikatur gezeigt hatte.

Bildliche Darstellungen des Islam-Erfinders und Propheten Mohammed führen, insbesondere dann, wenn es sich bei den Darstellungen um Karikaturen handelt — und anders als bei vergleichbaren Darstellungen anderer Personen — regelmäßig dazu, dass auf eine (weltweite !) Einschränkung des Rechts auf freie Meinungsäußerung gedrängt wird. Oft reicht es, dass jemand nur vom Hörensagen — oder gar gerüchteweise — Kenntnis von derlei Darstellungen bzw. Karikaturen erlangt hat statt die Bilder selber gesehen zu haben. Der Grund, warum der Islam-Erfinder und -Prophet Mohammed karikiert oder warum eine Karikatur von ihm gezeigt wird, spielt dabei keine Rolle, Zusammenhänge scheinen belanglos oder werden nicht reflektiert.

In einem Leserkommentar, der zu einem Facebook-Eintrag veröffentlicht wurde (siehe den anonymisierten Screenshot unten) dessen Aussagen man, bei ähnlicher Wortwahl, sehr häufig begegnen kann, kommt zum Ausdruck, welches die Beweggründe für so manche Äußerung sein mögen:

[…] Unser Prophet Mohamed sws war KEIN Islamist oder Terrorist. Die Karikaturen beleidigen unseren Propheten, der sehr wichtig für uns Muslime ist. Für nicht-gläubige Menschen ist das schwer nachvollziehbar, das versteh ich weil ich selbst mal zu diesen Personen gehört habe. Aber gläubige Christen oder Juden können das eher nachvollziehen. Die Liebe zu unserem Propheten ist daher sehr gross und schwer zu beschreiben. […]

Screenshot eines Facebook-Kommentars (eigenes Werk; Click für vergrößerte Ansicht)

Wie man jemanden noch beleidigen kann, der seit bald 1400 Jahren tot ist, erschließt sich mir nicht, denn der angeblich Beleidigte hat keine Möglichkeit, sich beleidigt zu fühlen oder auf die Beleidigung mit juristischem Vorgehen zu reagieren. In Deutschland ist der Straftatbestand der Beleidigung ein Antragsdelikt.

Die Worte «Die Liebe zu unserem Propheten ist daher sehr gross und schwer zu beschreiben.» in obigem Kommentar drücken m.E. eine Idealisierung und Verklärung, aber auch eine Identifizierung mit dem Islam-Erfinder und -Propheten Mohammed aus. Und sie lassen eine Hilflosigkeit erkennen, zumindest eine Hilflosigkeit in der Argumentation.

Die Idealisierung und Verklärung kann bis in den Bereich der Verkitschung gehen, wie sie auch in einigen anderen Fällen zu beobachten ist, in denen Wunschvorstellungen die allgemein wahrnehmbare Wirklichkeit überlagern oder verzerren. Jede Kritik wird dann mglw. als persönlicher Angriff gedeutet.

In der Identifizierung mit einer anderen Person kommt zum Ausdruck, dass die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit (schwer) beschädigt wurde, wie es Deeyah Khan in dem oben, im ersten Teil dieses Beitrags besprochenen Video, darlegt. Gruppendruck, der die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit behindert oder gar unterbindet, tut ein Übriges.
Der Protest gegen sog. Mohammed-Karikaturen ist dann lediglich eine Ersatzhandlung. Eigentliches Ziel des Protests ist der Despotismus, sind die — nicht nur dem Islam innewohnenden — patriarchalen Herrschafts-, Gesellschafts- und Machtstrukturen — ein Protest, wie er sich z.B. auch während des Arabischen Frühlings in mehreren islamischen Ländern entladen hat.

ZUM SCHLUSS

Der Islam — oder andere den Freiheitswillen der Menschen einschränkende oder unterdrückende Religionen und sonstige Ideologien –, oder rechtsreaktionäre, faschistoide Akteure wie z.B. Salafisten und andere sehr konservative Vertreter, Befürworter und Verteidiger oder auch Sympathisanten und Solidarische des Despotismus und der Einschüchterungen sowie Rechtsextremisten, die häufig die Gelegenheit nutzen, Respekt für den Islam und dessen Erfinder einzufordern, die umgkehrt jedoch nicht immer bereit sind, Respekt für die Werte des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat sowie für die Allgemeinen Menschenrechte in gleichem Maße zu erbringen geschweigedenn den Vorrang auch nur der Grundrechte über allen religiösen Vorschriften und Geboten anzuerkennen, jener Grundrechte, die wegen des Gleichheitsgrundsatzes vor dem Gesetz (in Deutschland Artikel 3 Satz 1 GG) für alle Menschen gleichermaßen gelten, sind in diesem Gefüge nicht die Lösung, sondern das Problem, das es mit den Mitteln und Möglichkeiten des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaats wie z.B. dem Recht auf freie Meinungsäußerung zu überwinden gilt.

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Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net




Corona-Regeln beim Sonntagsgottesdienst

Stephansdom_innen_pixabay_st-stephans-cathedral-2971734_1920Solche erließ die katholische Kirche in Österreich schon am 25.10.2020:

In allen katholischen Diözesen gelten österreichweit wieder verschärfte Maßnahmen zum Schutz gegen eine Corona-Infektion.
Weiterhin vorgeschrieben ist ein Abstand zu anderen Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, von mindestens 1 Meter.
'Konkretisierung: der Mindestabstand darf bei der Vornahme religiöser Handlungen – falls erforderlich – unterschritten werden. Dabei muss jedoch ein Mund-Nasenschutz getragen werden.
Der Mund-Nasenschutz ist während des gesamten Gottesdienstes verpflichtend. Ausgenommen davon sind Kinder unter 6 Jahren und Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen MNS tragen können sowie Gottesdienste im Freien. Konkretisierung: Soweit für das Wahrnehmen der liturgischen Dienste (Priester, Lektor/Lektorin, Kantor/Kantorin, etc.) das Tragen eines Mund-Nasenschutzes während der Feier nicht möglich ist, sind diese für den unbedingt notwendigen Zeitraum davon befreit, müssen aber zur Kompensation größere Sicherheitsabstände einhalten. Da ein häufiges An- und Ablegen des Mund-Nasenschutzes problematisch sei, wird jene Person, die den Gottesdienst leitet – also meist der Priester – in der Regel auch keine Maske tragen. Der Dienst von Ministranten und Ministrantinnen ist mit Mindestabstand und Maske möglich.
Es müssen sichtbar Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren müssen Flächen und Gegenstände häufig gereinigt und desinfiziert werden.
Kirchen sind bestmöglich zu lüften. Darüber hinaus sind die Weihwasserbecken zu entleeren und reinigen.
Weiterhin soll ein Willkommensdienst als Service am Kircheneingang angeboten werden, da sich dieser bewährt hat.

Ferner gibt es seit 9. Oktober detaillierte Regel rund um den Kommunionempfang. So müssen die Hostien während der Messe bis zur Kommunionspendung zugedeckt sein. Kurz vor dem Austeilen der Hostien muss der Priester den Mund-Nasenschutz anlegen und bei der Kredenz im Altarraum die Hände gründlich waschen oder desinfizieren. Das gilt auch für die anderen Kommunionspender, diese empfangen die Kommunion aus hygienischen Gründen erst nach dem Kommuniongang der Gemeinde.
Beim Kommuniongang ist von den Gläubigen der Mindestabstand von einem Meter einzuhalten. Die Worte "Der Leib Christi – Amen" entfallen unmittelbar beim Empfang der Kommunion durch die Gläubigen. Der Priester kann diese Worte aber nach dem "Seht das Lamm Gottes … Herr, ich bin nicht würdig" sprechen, worauf alle mit "Amen" antworten. "Mit der heiligen Kommunion in den Händen treten die Gläubigen wenigstens zwei Meter zur Seite, um in Ruhe und Würde die Kommunion zu empfangen, was mit einem leichten Anheben des MNS möglich ist". Weiter empfohlen bleibt die Handkommunion, allerdings ist auch die Mundkommunion weiterhin möglich.
Wer einen liturgischen Dienst wahrnimmt, hat vor dem Gottesdienst die Hände gründlich zu waschen oder zu desinfizieren. Sollte es bei der Wahrnehmung eines liturgischen Dienstes, wie beispielsweise der Kommunionspendung, zu einem direkten Handkontakt gekommen sein, "so ist die liturgische Handlung zu unterbrechen. Die Betroffenen waschen bzw. desinfizieren ihre Hände. Dann kann die Feier fortgesetzt werden", wird ausdrücklich festgehalten.

Welche Alternativen gibt es zum Gottesdienstbesuch?
Wer aus gesundheitlichen Gründen Bedenken hat oder verunsichert ist, ist eingeladen, daheim als Hauskirche Gottesdienst zu halten und sich im Gebet mit anderen zu verbinden; dafür können auch Gottesdienstübertragungen (Radio, Fernsehen, Livestream etc.) eine Unterstützung sein.
Modelle für das Feiern von Hausgottesdiensten werden von den Liturgiereferaten der Diözesen in Österreich und Bozen-Brixen sowie von den Liturgischen Instituten in Salzburg und Freiburg/Schweiz über www.netzwerk-gottesdienst.at angeboten.

Soweit die Auszüge aus den katholischen Regelungen. Aber warum tut man dort nix Religiöses gegen die Pandemie? Also den allmächtigen katholischen Gott durch Gebete ersuchen, er möge die Pandemie beenden? Nachdem dieser Gott gemäß Bibel auch dafür zuständig ist, Vögel vom Baum fallen zu lassen und unsere Kopfhaare zu zählen, müsste er doch auch den Corona-Viren aus uns herausfallen lassen können und sie in Staub verwandeln oder so!

Aber man kennt in der Kirche wohl diesen Gott inzwischen und weiß, dass er nix machen wird! Und darum bastelt man die obigen Regeln und hofft, dass das hilft, dass doch noch ein paar Leute sonntags in die Kirche gehen und dass die Sonntagsmessen möglichst keine Ansteckungszentralen werden! Meinereiner hat jedenfalls hier die kirchlichen Regelungen verlautbart, weil wir müssen ja alle schauen, dass die Ansteckungen wieder weniger werden, am 31.1. hat es in Österreich jedenfalls 5.349 Neuinfizierte gegeben, 27 Tote und insgesamt 26.500 akut Kranke, um rund 3.000 mehr als am 30.10. Meinereiner wird sich zumindest kirchlich sicherlich nicht infizieren!

PS: Makaber ist eine am 1.11. in der Zeitung "Östereich" veröffentlichte Umfrage in Sachen Corona: 58 % meinen die Regierung hätte die Lage nicht mehr im Griff, 76 % meinen die aktuelle 2. Welle ließe sich nicht stoppen, 61 % sagten, sie würden sich gegen den Corona-Virus nicht impfen lassen!
61 % wollen sich somit die Möglichkeit einer Ansteckung offen halten…

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Sternstunden der Wissenschaft

SternstundenRezension von Dr. Gerfried Pongratz: Lars Jaeger:

„Sternstunden der Wissenschaft

Eine Erfolgsgeschichte des Denkens“

© Südverlag GmbH, Konstanz 2020, ISBN 978-3-87800-140-9, 335 Seiten.

 

Dem Physiker, Unternehmer und Buchautor Lars Jaeger ist es ein wichtiges Anliegen, die Bedeutung von Wissenschaft und technologischer Entwicklung, aber auch von Philosophie und Geschichte, einem breiten Publikum nahe zu bringen, wissenschaftliches Denken in seinen Aus- und Wechselwirkungen zu erläutern und die Möglichkeiten, aber auch Gefahren neuester Technologien aufzuzeigen. Sein neuestes Buch beschreibt den Siegeszug der Wissenschaften auf der Basis von intellektuellen Tugenden, die unser Denken ausmachen und die es gerade in Zeiten von „fake news“ zu verteidigen gilt; es bietet historisch und thematisch weitumfassende, tiefgründige Lektüre auf populärwissenschaftlich hohem Niveau.

 

In vier Teilen mit zahlreichen Kapiteln und Unterkapiteln, deren Überschriften die Inhalte bereits erahnen lassen, wird dargestellt, „wie Europa als erster Kulturraum das wissenschaftlich-rationale Denken ´erfand`, das die westliche Welt letztlich zur wirtschaftlichen und politischen Vormachtstellung führte“. Lars Jaeger begründet diese Entwicklung mit vier wesentlichen Tugenden, die als einmalige Kombination aus kulturellen, ökonomischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten aufeinandertrafen und bis heute hohe Bedeutung besitzen.

 

Als erste Tugend nennt er „Die Abkehr von Dogmen“, deren Kern die wissenschaftliche Methode des methodischen Zweifels bildet. Über mehr als ein Jahrtausend war in Europa jegliches Denken über die Natur und den Menschen von religiösen Dogmen beherrscht. Erst ab dem 12. Jahrhundert nahm mit dem Theologen Peter Abaelard (1097-1142) ein langer Prozess seinen Anfang, der sie zunehmend infrage stellte. Uneingeschränktes Streben nach Wahrheit, verbunden mit intellektueller Redlichkeit und die Akzeptanz der Möglichkeit eigener Irrtümer bilden die Voraussetzung, die Welt immer besser so zu erfassen, wie sie wirklich ist: „Allumfassende Welterklärungsmodelle, philosophische Gedankengebäude und wissenschaftliche Theorien müssen immer wieder auf den Prüfstand.“

 

Vertrauen in die eigene Beobachtung“ bildet die zweite Tugend. „In der Wissenschaft kommt es auf die eigene, überprüfbare Wahrnehmung an, nicht auf einen kollektiven Glauben“. Die ersten Schritte zur Beobachtung der Natur mit dem Ziel, ihre Gesetze zu verstehen, unternahm der arabische Physiker Ibn al Haitham (965-1040). Nur sehr langsam setzte sich die Auffassung durch, dass sich die Welt nur durch den Einsatz der eigenen Sinne und der phänomenologischen Erfahrung realitätsnah erfassen lässt. Dieser empirische Ansatz bildete die Basis für das wissenschaftliche Experiment; Wissenschaftler begannen, Beobachtungen unter künstlichen Bedingungen durchzuführen, wobei die von Lukrez weitergeführte Lehre Epikurs über Roger Bacon und Francis Bacon vom Experiment zum Fortschrittsoptimismus führte.

 

„Die Suche nach dem Großen Ganzen“, verbunden mit „Vertrauen in die unbestechliche Mathematik“ ergibt die dritte Tugend. „Die Sprache der Natur ist die Mathematik“ (Galileo Galilei) – nur mit ihrer Hilfe lassen sich aus isolierten Beobachtungsdaten allgemeine Naturgesetze herleiten, aus deren Kenntnis die Möglichkeit entsteht, sich ihrer gezielt zu bedienen. Ausgehend von Archimedes, über Kopernikus, Newton, Leibniz usw. beschreibt der Autor den Siegeszug der Mathematik.

 

„Die Umsetzung von Wissen in Technologie“, bzw. „Die Anwendung von Wissen zum Wohlergehen der Menschheit“ bildet die vierte Tugend. Mit ihr wurde und wird das Wohlergehen der Menschen immer weiter gesteigert, wobei nicht übersehen werden darf, dass Technologien auch bewusst eingesetzt werden, Menschen zu schaden. Sie können aber auch unbewusst, bzw. unbeabsichtigt – siehe Klimawandel – dazu führen, dass ihr Einsatz gravierende Verschlechterungen der Lebensbedingungen mit sich bringt. Wissenschaft macht die Welt nicht besser, ihre Umsetzung in Technologien muss Risiken objektiv erfassen und ausschalten, oder zumindest minimieren.

 

Die Verankerung der vier Tugenden im Denken der Menschheit war und ist von ständigem Auf und Ab gekennzeichnet. Derzeit sieht sich der westliche Kulturkreis mit der großen Herausforderung konfrontiert, dass alle vier Tugenden gleichzeitig angegriffen werden; beispielsweise durch:

  • Fundamentalistisch-dogmatische Bewegungen mit großer Anhängerschaft.
  • Die Unterschätzung des Wertes kritischen Denkens und eigener Wahrnehmung, womit „fake news“ immer größere Bedeutung erlangen.
  • Die Aufteilung der Welt in Informations- und Wahrheitsblasen. Das große Ganze gerät aus dem Fokus, es wird salonfähig, sich eigene „Wahrheiten“ zurechtzubasteln.

 

„Sternstunden der Wissenschaft“ beschreibt, wie sich nach der Zerstörung antiken Wissens durch religiöse Fundamentalisten dessen Wiederentdeckung und Transfer aus dem oströmischen und arabischen Kulturraum vollzog und wie neben der Überwindung von Dogmen und der Verminderung kirchlich-religiöser Deutungshoheit zahlreiche weiterer Einflüsse – z.B. durch die Entdeckung der „Neuen Welt“, die Erstarkung des Bürgertums, die Erfindung des Buchdruckes – zu mehr Innovationswettbewerb führten. Neben der Beschreibung erzielter Fortschritte, aber auch eingetretener Rückschläge, würdigt der Autor eine Vielzahl bedeutender Denker mit ihren Beiträgen von der griechischen Antike bis zur Neuzeit, von Platon bis zu Albert Einstein, wobei er auch die bei dieser Entwicklung entstandenen Auseinandersetzungen und technologischen Umstürze beleuchtet. Last not least ist es ihm ein Anliegen, auf die Gefahren der Gegenwart durch „Populismus als Feind der wissenschaftlichen Tugenden“ hinzuweisen.

 

„Sternstunden der Wissenschaft“ bietet – erhellt durch zahlreiche aufschlussreiche Originalzitate und mehrere Abbildungen – eine lange, spannende Reise durch die Erfolgsgeschichte des wissenschaftlichen Denkens, der Autor verbindet damit „…eine große Hoffnung: Wenn wir erkennen, wie lang und mühsam der Weg war, bis das rationale Denken endlich den Glauben an Autoritäten und Magie vertreiben konnte, werden wir auch den vier wissenschaftlichen Tugenden wieder mehr Wertschätzung entgegenbringen. Denn dann erkennen wir, dass rationales Denken nicht selbstverständlich ist – und wir die Tugenden der Wissenschaft niemals kampflos preisgeben dürfen.“

 

Gerfried Pongratz 10/2020




مولد النبي

Morgen, am 29. Oktober 2020 (nach unserer Zeitrechnung), feiert ein Teil der islamischen Welt ein Fest zu Ehren der Geburt des Religionsgründers Mohammed. Dieser Tag wird in den unterschiedlichen islamischen Ländern nicht nur recht unterschiedlich benannt (zum Beispiel Türkei: Mevlid, Tunesien: Mouled, Pakistan und Indien: Milad Unn Nabi, etc.) sondern auch höchst unterschiedlich begangen. In den asiatischen Ländern finden Massenumzüge mit grünen Fahnen statt (siehe Titelfoto einer Demonstration in Bhadohi, Indien), im Maghreb ist es zwar ein offizieller Feiertag, doch mehr als eine kurze Ansprache und ein Gebet im Fernsehen vom Mufti gibt es in aller Regel nicht. In solchen Reden wird heutzutage zumeist auf das „vorbildliche Leben“ des Propheten hingewiesen und seine besondere gesellschaftliche und soziale Rolle in den Vordergrund gerückt.

Solche Feste sind erst seit dem Mittelalter überliefert und auch heute noch gibt es Länder, in denen keinerlei Feierlichkeiten stattfinden, so ausgerechnet im Geburtsland des Propheten, Saudi-Arabien. Auf den ersten Blick mag dies verwundern, doch macht es im Sinne der Strenggläubigen durchaus Sinn.

So schreibt etwa die Wikipedia: „Von dogmatischen Muslimen wie den Wahhabiten, den Ahl-i Hadîth oder strengen Sunniten wie den Deobandi wird diese Feier als unzulässige Neuerung (Bid'a) und als verbotene Vergötterung Mohammeds abgelehnt. Die Gegner des Mawlid an-Nabi argumentieren zusätzlich damit, dass es eine Nachahmung des christlichen Weihnachtsfestes sei. Andere Muslime sagen, Mohammed selbst und seine Gefährten hätten bereits seinen Geburtstag besonders begangen, allerdings mit Fasten, nicht mit Festlichkeit.“

Wir freuen uns jedenfalls über den freien Tag (ganz so wie auch die Masse der Tunesier) und werden ihn dazu nutzen, einen ausgedehnten Einkaufsbummel zu machen, da trotz des Feiertags alle Geschäfte geöffnet sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mawlid_an-Nabi

 

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

 




Papst Franziskus ist aalglatt!

Pope Francis during his weekly general audience in St. Peter square at the Vatican, Wednesday. 12 June  2013

Pope Francis during his weekly general audience in St. Peter square at the Vatican, Wednesday. 12 June 2013

Es ist nicht das erste Mal, dass Papst Franziskus mit scheinbar progressiven Forderungen auf sich aufmerksam macht. Seine aktuellen Äußerungen, wonach er sich offenkundig für einen „zivilen“ Schutz von homosexuellen Lebenspartnerschaften ausspricht, ist neuerlich ein Versuch des Pontifex, auf die Lebenswirklichkeit der Menschen zuzugehen. Doch seine offenkundige Nächstenliebe und Barmherzigkeit sind trügerisch: Kaum ein anderer Kirchenmann vor ihm fuhr einen derartigen Zickzack-Kurs wie der amtierende Bischof von Rom. In sexualethischen und gesellschaftlichen  Fragen kann sich niemand auf Franziskus verlassen. Seine Bemühungen, die Kurie zu einen, sind seit langem gescheitert.

 

Nun fordert der Papst sein Bodenpersonal und das Kirchenvolk erneut heraus. Viele Kardinäle und Pfarrer an der Basis zeigten sich überrascht über die Worte von Franziskus, hat er doch in der Vergangenheit immer wieder kritisch über Schwule und Lesben gesprochen – vor allem dann, wenn es darum ging, sie in die Kirche zu integrieren. Zwar war ihm die Annahme des homosexuellen Menschen als Geschöpf Gottes stets ein Anliegen, ihr Ausleben der eigenen Sexualität betrachtete aber auch Franziskus entsprechend der katholischen Lehrmeinung als schwierig – wenn nicht gar als sündhaft.

 

Nicht nur seine Empfehlung an Eltern homosexueller Kinder, sich an einen Psychiater zu wenden, stieß in der Vergangenheit auf Gegenwind – wenngleich Franziskus seine Worte kurze Zeit später wieder zurücknahm. Auch seine Feststellung, wonach es sich bei gleichgeschlechtlicher Liebe um eine „Modeerscheinung“ handele, brachte ihm von der schwul-lesbischen Community harsche Kritik ein. Und nun soll sich plötzlich alles ändern? Die angebliche Neuausrichtung des Papstes wirkt unter Beachtung seiner Grundhaltung als wenig glaubwürdig, bleibt er trotz manch anderslautender Hoffnungen ein konservativer Hardliner, der es versteht, seine tatsächlichen Überzeugungen derart schwammig zu verkaufen, dass er in der Gesellschaft kaum auf Widerspruch stößt. Thematische und inhaltliche Verlässlichkeit gehören offenbar nicht zu den Stärken von Franziskus.

 

Er wirkt wie ein von allen Seiten Getriebener, der es dem Mainstream durch einen Schritt nach vorne rechtmachen möchte, ehe er von der Wirklichkeit der vatikanischen Tradition eingeholt wird. Das dort herrschende Klima zwingt den Papst zu regelmäßiger Relativierung und Richtigstellungen seiner Aussagen – wenngleich es seinem Naturell entspricht, zurückzuruden. Es ist schwer, diesen Pontifex in Sachfragen richtig einzuschätzen. Hat er überhaupt einen klaren Standpunkt, an dem sich die klerikale und gläubige Welt langfristig orientieren kann? Für Homosexuelle ist die Aussage von Franziskus kein Meilenstein. Vielmehr stellt der Papst die in vielen Ländern dieser Welt bereits geltende Selbstverständlichkeit heraus, wonach gleichgeschlechtliche Paare den rechtlichen Schutz des Staates genießen sollen. Für ihren Stand in der Kirche hat diese Feststellung keinerlei Konsequenz.

 

Man kann davon ausgehen, dass im römischen Katholizismus nicht nur hinter vorgehaltener Hand auch weiterhin die Anstößigkeit homosexuellen Lebens gepredigt wird. Der Jubel, der nach den neuesten Verlautbarungen von Franziskus in der LSBTQ-Bewegung ausgebrochen ist, scheint unter diesen Gesichtspunkten doch reichlich verfrüht. Denn weder der Pontifex selbst, noch die Theologen in den Kirchen vor Ort scheinen daran interessiert, auch von kirchlicher Seite auf Schwule und Lesben zugehen zu wollen. Was nutzt homosexuellen Menschen, die als praktizierende Christen am Gemeindeleben teilhaben wollen, der päpstliche Wunsch, man möge ihnen zumindest staatliche Absicherung gewähren? Nein, es gibt keinen Grund, von einer positiven Wende in der dogmatischen Bewertung homosexueller Lebenspartnerschaften zu sprechen. Für Franziskus bleibt die Homo-Ehe ebenso ausgeschlossen wie eine seelsorgerliche Würdigung gleichgeschlechtlichen Zusammenlebens.

 

Dennis Riehle

Martin-Schleyer-Str. 27

78465 Konstanz

 




Trump rühmt sich als Corona-Bekämpfer

TrumpIn der Diskussion mit Biden am 22.10.2020 rühmte sich Trump, er sei für seinen Umgang mit der Corona-Pandemie von vielen Staatschefs gelobt worden.

Das motivierte meineneinen, die erbrachten Leistungen der Trump-Regierung in diesem Bereich im Weltvergleich zu überprüfen, dazu wurden Werte in der Corona-Weltstatistik auf die Fälle pro Million Einwohner umgerechnet, das sah dann so aus:

Man sieht: an der Spitze liegen Kleinstaaten, sogar der Vatikan liegt weit vorne, er hat zwar nur 27 Infizierte und liegt in der Parade der Gesamtzahl der Infizierten auf Platz 205, aber der Vatikan hat bloß 802 Staatsbürger, also dadurch pro Million Einwohner 33.666 Infizierte und liegt damit auf Platz 10 der Pro-Million-Hitparade, der Papst hat somit weniger getan Corona getan als der Trump, weil der hat nur 26.121 Infizierte pro Mio. Einwohner!.

Die USA liegen damit auf Platz 15, die haben allerdings über 331 Millionen Einwohner und 8,664 Millionen Infizierte! Schauen wir uns einige Staaten an die auch hunderte Millionen Einwohner haben! Das Dritteweltland Brasilien hat 213 Mio. Einwohner und 5,33 Mio. Infizierte, pro Mio. EW 25.033, Brasilien brachte also etwas mehr zusammen als das hochentwickelte Trumpland! Oder Russland mit 145 Mio. EW und 1.480.646 Infizierten liegt mit einem Millionenschnitt von 10.026 nur auf Platz 56, da ist der Putin somit um mehr als 60 % besser als der Trump! Oder nehmen wir Pakistan mit 222 Mio. Einwohner und 326.216 Infizierte: Platz 136 für nur 1.468 Infizierte pro Mio. EW!

Und das einwohnerstärkste Land der Welt, das Land von wo der Corona-Virus stammt, China: das liegt in der Bruttohitparade mit 85.747 Infizierten auf Platz 54, auf die Million gerechnet sind es nur 60 Infizierte und der Platz 202 von 214 Ländern. Je höher der Platz, desto weniger der Schaden! In China wurde ja bald nachdem man den Virus entdeckt hatte, der Ausbruchsort unter Quarantäne gestellt und damit die Weiterverbreitung im Land abgestoppt. Einigen ins Ausland reisenden infizierten Chinesen gelang es dann allerdings noch, den Rest der Welt anzustecken…

Schauen wir nun auch noch zu den Toten im Status der Quote pro Million Einwohner:

Hier liegen die USA mit Platz 12 noch schlechter, vergleichen wir hier mit Österreich, einem gut funktionierenden Sozialstaat!
Austria liegt mit 104 Toten pro Million Einwohner auf Platz 77 und ist proportional damit 6,6mal besser als die Trump-USA! Bei den Infizierten ist es mit 7.963 Infizierten pro Mio. nur das 3,3fache, das belegt jedoch die Überlegenheit des Gesundheitssystems hierzulande über das Gesundheitsgeschäft in den USA!
Und wie steht China diesbezüglich da? Mit drei Toten pro Mio. EW auf Platz 178!

In der TV-Diskussion am 22.10. mit Biden sagte Trump zur Corona-Pandemie, "we're learning to live with it" – Biden antwortete: "People are learning to die from it!"
Der Trump mit seiner Aktionslosigkeit hat sicherlich zur hohen Sterberate in den USA beigetragen! Anfangs tendierte diese Rate gegen sechs Prozent und sie ist jetzt immer noch ungefähr doppelt so hoch wie in Österreich!

 

Entnommen bei www.atheisten-info.at




Wort zum Sonntag, den 18.10.2020

GuldenFranz_Joseph_1857Mt 22,15-21: Damals kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst und auf niemanden Rücksicht nimmst, denn du siehst nicht auf die Person. Sag uns also: Was meinst du? Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum versucht ihr mich? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Als sie das hörten, staunten sie, ließen ihn stehen und gingen weg.

Heute haben wir wieder eine besonders alberne Bibelstelle! Warum sollte der Denar dem Kaiser gehören, weil er auf dem Denar abgebildet ist?

Titelbild: eine österreichische Guldenmünze von 1857 (Wikipedia PD):

Da ist der damalige Kaiser Franz Joseph drauf! Kein Mensch würde da auf die Idee gekommen sein, dass alle Münzen mit Franz Joseph dem Kaiser Franz Joseph gehören! Der Matthäus schrieb seinerzeit einen sinnlosen Blödsinn in seinen Bibeltext!

Da hätte dann ja z.B. dieser Schillingtausender mit dem Bild von Karl Landsteiner

der Familie Landsteiner gehören müssen!


Auf den heutigen Euro-Scheinen und Euro-Münzen sind keine Leute mehr abgebildet, Kaiser haben wir seit 1918 auch keinen mehr, die blöde Frage wie oben zum Denar kann somit heute nicht einmal mehr formal gestellt werden!

Aber das nur nebenbei. Die Bibel sagt nichts darüber, wenn die Kaiser-Denare dem Kaiser gehören, was dann Gott gehört! Schauen wir darum nach, was der Herr Schönborn konkret dazu sagt! Nehmen wir gleich seinen Schlussabsatz: "Jesus hat die Religion klar vom Staat unterschieden. Er hat sich selber den staatlichen Gesetzen und Vorgaben untergeordnet. Aber der Staat darf sich nicht an Gottes Stelle setzen wollen. Die Seele gehört Gott. Das Gewissen steht über dem Staat und ist nur Gott verantwortlich. Aber der Staat dient unserem (irdischen) Wohl. Dafür darf er Steuern einheben."

Meinereiner hat bisher nix davon gehört, dass sich der Staat mit der katholischen Seele beschäftigt, wenn es eine Seele und einen Gott gäbe und dieser Gott der Seeleneigentümer wäre, dann könnte er damit das machen, was er laut Christenlehre tun täte: er kann die Seele in den Himmel aufnehmen oder sie zwecks ewiger Folterung in die Hölle verdammen. Wenn's das also wirklich geben täte, dann hätte sich meinereiner die Verdammung mit seinen antireligiösen Hetzereien – bzw. Aufklärungen – wohl schon redlich erarbeitet. Meinereiner zahlt seine Steuern, weil die werden ja ohnehin automatisch eingehoben, Seele hat meinereiner keine, denn kein Mensch hat eine Seele, das ist nur religiöse Einbildung, ein Atheist leidet nicht daran! Amen, so ist es!


Entnommen bei www.atheisten-info.at




Bücher, die die Welt veränderten

Bücher, dieRezension von Dr. Gerfried Pongratz:

Brian Clegg: „Bücher, die die Welt veränderten“

Die bedeutendsten Werke der Naturwissenschaften von Archimedes bis Stephen Hawking

© Haupt Verlag, Bern 2020, ISBN 978-3-258-08199-1, 272 Seiten.

Der 1955 in Rochdale, Lancashire, geborene englische Naturwissenschaftler und „Master in Operational Research“ Brian Clegg kann als Wissenschaftsjournalist und Buchautor auf ein bedeutendes Oeuvre verweisen, mehr als 30 populärwissenschaftliche Bücher sowie mehrere Biografien über bedeutende Persönlichkeiten wurden von einem breiten Publikum sehr positiv aufgenommen – Clegg gilt als einer der brillantesten Wissenschaftsautoren weltweit.

 

Bücher, die die Welt veränderten“ präsentiert eine Jahrtausendreise durch die Naturwissenschaften; anhand 150 herausragender Werke veranschaulicht Brian Clegg die Entwicklung der Wissenschaft vom Altertum bis zur Neuzeit und bietet gleichzeitig eine umfassende Geschichte der naturwissenschaftlichen Literatur und ihrer Autoren. Beginnend bei Aristoteles führt die literarische Reise über die bedeutendsten Namen und Werke der Wissenschaftsgeschichte bis zu Hawking, wobei es dem Autor gelingt, die jeweiligen Erkenntnisse, aber auch Irrtümer und Fehler, auf hohem Niveau, aber trotzdem auch für Laien gut verständlich, zu vermitteln. Eine Vielzahl von Abbildungen bibliophiler Raritäten und zahlreiche weitere Bilder zu den jeweils behandelten Themen erleichtern das Verstehen und erhöhen das Lesevergnügen.

 

Das Buch gliedert sich nebst Einführung, die die Bedeutung der Schrift und des Schreibens anhand ihrer geschichtlichen Entwicklung würdigt, in fünf Hauptkapitel und schließt mit bibliografischen Hinweisen sowie – sehr hilfreich – einem ausführlichen Register und umfangreichen Bildnachweisen.

 

Vom Altertum bis ins Mittelalter“ nennt sich das erste Hauptkapitel. Es beschreibt mit „fundamentalen Legenden“ u.a. wie sich aus Strichlisten Schriften entwickelten, welche Bedeutung Ton und Papyrus besaßen, wie sich das Universum Aristoteles’ entwickelte, wie wichtig Euklids „Elemente“ wurden, wie die Bücher Archimedes’ die Welt aus den Angeln hoben und was die Werke von Ptolemäus, aber auch früher arabischer Wissenschaftler, bewirkten.

 

Die Renaissance im Druck“ widmet sich den von Büchern ausgehenden geistigen Revolutionen, exemplarisch an Leonardo da Vinci, dem „Meister der Erfindung“, und Nikolaus Kopernikus, mit der „Revolution am Himmel“, dargestellt. Selbstverständlich dürfen dabei u.a. auch Johannes Kepler, William Gilbert, Galileo Galilei, René Descartes, Robert Hooke, Isaac Newton, Carl von Linné, Leonhard Euler nicht fehlen.

 

Klassik in der Moderne“ beschreibt die vom Autor so genannte „Viktorianische Stabilität“ (er ist schließlich Engländer).1804 wird im Deutschen erstmals der Begriff „Wissenschaftler“ geprägt, Berufs-, bzw. Vollzeitwissenschaftler beginnen verstärkt, sich im Gegensatz zu „Amateur-Naturphilosophen“ zu etablieren. An herausragenden Namen mit bedeutenden Werken nennt Clegg u.a. Henry Worthington, John Dalton, John Audubon, Charles Lyell, Alexander von Humboldt, Charles Darwin, Baden Powell, William Herschel, Michael Faraday, James Maxwell, Ernst Haeckel, Alfred Whitehead, Bertrand Russell und Alfred Wegener.

 

Nachklassik“ lässt die „Welt in neuem Licht“ erscheinen. Das Wesen der Realität (Marie Curie, Albert Einstein, Arthur Eddington, Linus Pauling, Erwin Schrödinger, Konrad Lorenz) wird hinterfragt, wie auch philosophische Fragen zur Wissenschaft und Logik mit in den Vordergrund rücken (Karl Popper, Richard Feynman). Auch Fragen zum Menschen als „aufgestiegenes Tier“ (Desmond Morris, Jacob Bronowski, James Watson, Gustav Eckstein, Richard Dawkins) und ökologische Fragestellungen gewinnen an Bedeutung; der Autor erwähnt dabei Rachel Carsons „Silent Spring“, das 1962 als neue Art von Wissenschaftsbuch auch Polemik in die Botschaft mit einbezog und damit großen Erfolg erzielte.

 

Die nächste Generation“ behandelt „Verständnis im Wandel“ u.a. mit der Interpretation der Quantenphysik (David Bohm, John Grippin). Neben Wissenschaftsgeschichte werden dabei auch erzählstarke Bücher mit Wissenschaftsgeschichten und Wissenschaftslegenden vorgestellt (Oliver Sacks, Bill Bryson, Yuval Noah Harari, Peter Atkins) sowie die Bedeutung von Frauen als Wissenschaftsbuchautorinnen (Angela Saini, Sabine Hossenfelder) gewürdigt.

 

Bücher, die die Welt veränderten“ bietet umfassendes Wissen zu 150 ausgewählten Wissenschaftsbüchern und deren Autoren mit zusätzlichen Erläuterungen zur Wissenschaftsgeschichte und der Evolution wissenschaftlichen Schreibens. Die Ausführungen des Autors beschränken sich dabei nicht auf die Vorstellung der Bücher mit ihren Inhalten und historischen Bezügen, sondern beleuchten und bewerten auch übergeordnete Zusammenhänge sowie in den Büchern enthaltene Aussagen – dass dabei britische Autoren ein wenig im Vordergrund stehen, sei ihm nachgesehen. Das mit einer Vielzahl hochwertiger bibliophiler Bilder ausgestattete sehr inhaltsreiche Lesebuch (besonders geeignet für lange Herbst- und Winterabende mit coronabedingten Ausgehsperren) bietet auch als Nachschlagewerk großen geistigen Gewinn und Genuss, wobei zu Letzterem wegen der kleinen Schrift manche Leserinnen und Leser eine starke Lesebrille benötigen werden.

Gerfried Pongratz 10/2020




fowid zum Religions- und Weltanschauungsunterricht

fowidWEIMAR. (fowid/fgw) Die Daten zu den Teilnehmerzahlen am freiwilligen Religions- oder Weltanschauunterricht in Berlin stellen – aufgrund der Freiwilligkeit – eine jährliche Momentaufnahme des Religions- und Weltanschauungsinteresses der Schüler dar. Der Trend der vergangenen zehn Jahre ist gleichbleibend: Die Hälfte der Schüler nimmt an einem derartigen Unterricht teil, der evangelische und der katholische Religionsunterricht verlieren allmählich aber stetig Anteile, die humanistische Lebenskunde kann ihren Anteil kontinuierlich erhöhen.

 

Die Daten zu den Teilnehmerzahlen am freiwilligen Religions- oder Weltanschauunterricht in Berlin werden alljährlich von der zuständigen Senatsverwaltung für Bildung veröffentlicht. (…)

 

Im Rückblick auf die vergangenen zehn Schuljahre seit 2010/1011 zeigt es sich, dass die Situation insgesamt gesehen gleichbleibend ist: Rund die Hälfte der Schüler des jeweiligen Schuljahres nimmt am einem Religions- oder dem Weltanschauungsunterricht teil. Die Tendenz (2013/14: 52,1 Prozent, 2019/2020: 48,7) ist dabei leicht fallend. Das kann zum einen an der Einführung des Ethikunterrichtes liegen, zum anderen aber an einer anhaltenden Säkularisierung unter den Schülern, die sich abnehmend für Religions- oder Weltanschauungsfragen interessieren. (…)

 

„Der Unterricht wird von neun Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in allen öffentlichen Schulen angeboten, in denen Interesse in der Eltern bzw. Schülerschaft besteht."

 

Der Anteil des evangelischen Religionsunterrichtes verringert sich zwischen 2010 und 2020 von 25,1 auf 21,2 Prozent, der katholische Religionsunterricht von 7,8 auf 6,4 Prozent, der islamische Religionsunterricht verbleibt bei 1,5 Prozent. Die Humanistische Lebenskunde vergrößert ihren Anteil in diesem Zeitraum von 15,6 auf 18,2 Prozent. (…)

 

Eine Untergliederung auf die Schularten verdeutlicht noch einmal den Aspekt der Momentaufnahme für das jeweilige Schuljahr: An den Grundschulen nehmen 72 Prozent, also beinahe drei Viertel der Schüler, an einem Religions- oder Weltanschauungsunterricht teil. An den Gymnasien (23 Prozent), in der Integrierten Sekundarstufe (25 Prozent) und den Schulen mit sonderpädagogischer Förderung (35 Prozent) sind es nur ein Viertel bzw. ein Drittel. Das war auch einer der Gründe für die Einführung des Pflicht-Unterrichtsfach Ethik in den Jahrgangsstufen 7 bis 10. (…)

 

Der hohe Anteil der Lebenskunde an den Grundschulen (35 Prozent) zeigt den Erfolg der besonderen Didaktik dieses Unterrichtes, zum dem Horst Groschopp schreibt:

 

„Das Humanismusverständnis in der Lebenskunde geht davon aus, dass es keinen vorgegebenen Sinn des Lebens gibt, aber Menschen ihrem Leben einen Sinn zu geben vermögen. Dabei sind die Wissenschaften Hilfsmittel, moralisches Handeln zu verstehen und eigene Positionen im Alltag wie in existenziellen Situationen auszubilden. Im Mittelpunkt des Humanismusunterrichts stehen die Würde jedes einzelnen Menschen und ihre Wünsche, gut zu leben. Lebenskunde versucht, bei den Kindern Kraft für Toleranz und Solidarität auszuprägen und ihnen zu helfen, jedem Dogmatismus und religiösem Fanatismus zu widerstehen."

 

Der immer noch in Berlin vorhandene weltanschauliche Ost-West-Unterschied zeigt sich auch in den überdurchschnittlichen Anteilen für den evangelischen Religionsunterricht in Spandau (35 Prozent) und Steglitz-Zehlendorf (30 Prozent) sowie für den katholischen Religionsunterricht in Tempelhof-Schöneberg (12 Prozent) und in Charlottenburg-Wilmersdorf (11 Prozent) – alles Bezirke im Westen der Stadt. Humanistische Lebenskunde hat die höchsten Anteile in Pankow (31 Prozent) und Treptow-Köpenick (28 Prozent) im Osten Berlins.

 

Mehr dazu auf der Webseite der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland.

 

 

(CF)

 




Trump, der Retter des Christentums

DumpTrumpDonald Trump mit Teufelshörnern und gespaltener Zunge.
Ein wenig schmeichelhaftes Graffiti des US-Präsidenten Donald Trump. Foto: Ralf Genge via Pixabay (Pixabay License).

Dass sein Vater das Christentum gerettet habe, erklärte Trump-Sohn Eric jüngst in einem Interview. Denn in den USA tobe, so Eric Trump, ein Krieg gegen den Glauben mit den Demokraten als Partei der Atheisten.

Der Präsidentschaftswahlkampf in den Vereinigten Staaten von Amerika nimmt immer absurdere Züge an. Da eine wichtige Wählergruppe für den amtierenden Präsidenten Donald Trump die weißen Evangelikalen sind, ist sein Wahlkampfteam bereits seit Längerem bemüht, Trump als besonders gottesfürchtig und religionsfreundlich darzustellen.

Einen neuen Höhepunkt dieser Bemühungen stellt nun eine Äußerung von Trumps Sohn Eric dar. Während eines Radiointerviews in North Dakota für die Sendung "What's on your mind?" am 2. Oktober sprach Eric Trump darüber, was sein Vater während seiner Präsidentschaft alles erreicht habe. Unter anderem erklärte Trump jr. hierbei, dass sein Vater das Christentum gerettet habe. Wörtlich sagte er:

"He literally saved Christianity, there's a war on faith in this country by the other side. I mean, the Democratic Party, the far left, has become the party of the quote-unquote atheist, they want to attack Christianity, they want to close churches, they want to – they're totally fine keeping liquor stores open, but they want to close churches all over the country."

"Er hat das Christentum buchstäblich gerettet, in diesem Land gibt es einen Krieg gegen den Glauben auf der anderen Seite. Ich meine die Demokratische Partei, die extreme Linke, ist die Partei der – in Anführungsstrichen – Atheisten geworden, sie wollen das Christentum angreifen, sie wollen Kirchen schließen, sie wollen – sie haben nichts dagegen, Schnapsläden offen zu halten, aber sie wollen Kirchen im ganzen Land schließen."

Die Aussage sorgte bei Twitter gleichermaßen für Kopfschütteln, Entsetzen und Häme. Eric Trumps Äußerung ist, wie viele Aussagen aus dem Trump-Lager, zugleich konfus, mit Falschaussagen gespickt und doch von durchschlagender Wirkung für bereits überzeugte Wähler.

Mit der Schließung von Kirchen bei gleichzeitiger Öffnung von Geschäften bezieht sich Trump jr. wahrscheinlich auf Regelungen während der Corona-Pandemie. Die Kirchenschließungen aus Seuchenschutzgründen, die übrigens nicht nur in demokratisch regierten Staaten stattfanden, werden zum Beweis dafür herangezogen, dass die Demokraten grundsätzlich für die Schließung von Kirchen seien, einen Krieg gegen den Glauben führten und überhaupt die Partei der Atheisten seien. Doch weder haben die Demokraten jemals die grundsätzliche Schließung von Kirchen gefordert, noch wäre dies nach der amerikanischen Verfassung überhaupt möglich. Dem aufgebauten Strohmann wird schließlich Donald Trump als Heilsbringer und Retter des Christentums entgegengestellt.

Eine wirksame rhetorische Taktik, die insbesondere bei den einfacher gestrickten Wählern Trumps funktionieren dürfte. Dass der Retter des Christentums im Verdacht steht, außerehelichen Sex mit einer Pornodarstellerin gehabt zu haben, und dass er es nachweislich mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, kurzum christlichen Idealen nicht wirklich entspricht, scheint diesen Wählergruppen herzlich egal zu sein.

 

Entnommen bei www.atheisten_info.at




Was ist los in Medjugorje?

MedjugorjeEntnomen bei Atheisten-info.at!

Von den angeblichen Marienerscheinungen im bosnischen Pilgerort Medjugorje hört man eigentlich so gut wie nichts mehr. Die katholische Gottesmutter Maria soll dort seit 1981 regelmäßig via Frauen ihre Botschaften versendet haben. Die österreichische Medjugorje-Homepage schaut aktuell (am 7.10.2010) so aus:

Die letzte Botschaft von der Gottesmutter Maria ist vom 25. Juni 2020, also mehr als drei Monate alt, der angeführte Artikel "Keine Beweise für Betrug" verweist auf einen kath.net-Text von 2014, "Betet, betet für die Gabe der Liebe" ist von 2013 und das darunter positionierte Lied führt zu einem Song auf kath-Tube ebenfalls von 2013, viel ist auf dieser Site nimmer los!

Das deutsche Pendant ist noch in Betrieb und verkündigt die Marienbotschaft vom Oktober 2020:

Seit 1981 verkündigt ja die Maria solche religiöse Banalitäten. Die Zahl der Pilger dürfte weniger werden, früher hatte es geheißen, jährlich kämen dorthin drei Millionen medjugorjegläubige Katholiken, jetzt ist von einer Million die Schreibe.

Auf der österreichischen Site sind keine Reiseankündigungen, hier ein aktueller Screenshot von der BRD-Site:

Hier also gibt's auch österreichische Reisen.

Vom Vatikan gibt es keine Anerkennung für die Erscheinungsmärchen, aber einen Freibrief fürs Pilgern in einen kirchenrechtlich nicht vorhandenen Wallfahrtsort, Aberglaube ist ja schließlich die Grundlage des Glaubens…

Was zeigt das alles? Es ist jedenfalls ruhiger um den angeblichen Wunderort geworden, aber in echt gläubigen Kreisen erzeugt das von der Kirche nie anerkannte Medjugorje immer noch Interesse, man pilgert immer noch in den offiziellen Nichtpilgerort mit inoffizieller vatikanischer Pilgererlaubnis. Geht ja, Naivität und Dummheit tun ja schließlich nicht weh…

 




Die Schwerkraft ist kein Bauchgefühl

aigner-download_0Rezension von Gerfried Pongratz: Wissenschaft ist wunderschön und unentbehrlich – besonders in Zeiten von Fakes und Unsinnverbreitung!

Florian Aigner: „Die Schwerkraft ist kein Bauchgefühl

Eine Liebeserklärung an die Wissenschaft?“

© Verlag Brandstätter, Wien 2020, ISBN 978-3-7106-0467-6, 255 Seiten.

Erfolgreiche populärwissenschaftliche Autoren beleuchten die Faszination wissenschaftlichen Fortschritts, indem sie neben wissenschaftlicher Betrachtungsweise auch die Perspektiven interessierter Laien einnehmen und mit vereinfachtem Fachvokabular Spannungsbögen erzeugen. Der junge promovierte Quantenphysiker und Wissenschaftspublizist Florian Aigner verfügt über diese Fähigkeit; im vorliegenden Buch vermittelt er – tiefgründig und humorvoll – wissenschaftliche Erkenntnisse und die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens. Sein erstes Buch „Der Zufall, das Universum und du“, wurde 2017 zum Wissenschaftsbuch des Jahres gewählt, sein nunmehr zweites besitzt das Potential, diesen Erfolg zu toppen.

 

„Wissenschaft bezeichnet die Gesamtheit des menschlichen Wissens, der Erkenntnisse und der Erfahrungen einer Zeitepoche, welches systematisch erweitert, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird“, heißt es in Wikipedia. „Was können wir wissen? Was sollen wir glauben? Und worauf dürfen wir uns in dieser verwirrenden Welt verlassen?“, lautet der Eingangssatz im Vorwort des Buches, der wenig später zu „Wir wissen mehr über unsere Welt als je zuvor. Und gleichzeitig wird mehr Unsinn über unsere Welt verbreitet als je zuvor“, erweitert wird. Mit diesen beiden Sätzen ist der Zweck des Werkes umrissen: Der ständig wachsenden Flut von Fakes sowie dem überbordenden Überhandnehmen von Unsinn, Esoterik und Pseudowissenschaft entgegenzutreten und die Bedeutung von Wissenschaft und wissenschaftlichem Denken entgegenzusetzen.

 

Florian Aigner berichtet von spektakulären wissenschaftlichen Entdeckungen, er erzählt spannende Geschichten aus der Welt der Wissenschaft, er beschreibt geniale Ideen mit phantastischen Triumphen, er berichtet aber auch von atemberaubenden wissenschaftlichen Irrtümern und Fehlern, niemand ist im Besitz perfekter Wahrheit. Wissenschaft ist größer als alles, was einzelne Menschen im Kopf haben können; sie umfasst die Sammlung kluger Methoden, Theorien und Ideen, die helfen, die Welt besser zu verstehen und Probleme zu lösen: „Wissenschaft ist das, was stimmt, auch wenn man nicht daran glaubt. Wissenschaft ist das, worauf wir uns gemeinsam verlassen können“.

 

Das Buch gliedert sich in 13 Kapitel mit aussagekräftigen Überschriften und vorangestellten Zusammenfassungen, humorvolle Zeichnungen ergänzen die Texte und erleichtern das Verständnis. Ausgehend vom im Titel des Buches genannten Bauchgefühl, spannt sich ein weiter Bogen verschiedenster Themen der Wissenschaft; sie erläutern die Macht der Logik, die Bedeutung von Mathematik, sie erklären Kritischen Rationalismus und wissenschaftliche Theorienbildung, sie beschreiben wissenschaftliche Methodik vom Experiment bis zu Ockhams Rasiermesser, sie führen zur Erkenntnis, dass es in der Wissenschaft nichts Endgültiges gibt, dass auch kluge Leute Unsinn reden können und dass Expertenmeinungen keine Garantien für absolute Wahrheiten liefern können.

 

Am Beispiel des Bauchgefühls, mit dem es Tag für Tag gelingt, mit wenig Informationen in kurzer Zeit gute Entscheidungen zu treffen, erläutert Florian Aigner, wie unser evolutionär geprägtes Denken uns auch oftmals in die Irre führen kann. Warum können wir uns auf unsere Intuition nicht verlassen, ist sie doch, ähnlich wie unser rationaler Verstand, eine Form von Intelligenz. Die Antwort auf diese Frage füllt ein Kapitel, das von Einsteins Arbeitsweise bis zum Dunning-Kruger-Effekt reicht.

 

Es würde den Umfang dieser Besprechung bei weitem sprengen, auf alle behandelten Themen hinzuweisen. Das Buch bietet Erläuterungen zu nahezu allen Bereichen, die Wissenschaft und wissenschaftliches Denken ausmachen; es hilft, deren Erkenntnisse einzuordnen, bzw. zu verstehen und Wissenschaft von Pseudowissenschaft und Unsinn zu unterscheiden. Es verdeutlicht dabei auch, weshalb sich Wissenschaft ständig verändert, verändern muss und wir uns trotzdem auf gut fundierte wissenschaftliche Theorien verlassen können.

 

Das nach Ansicht des Rezensenten besonders wichtige Schlusskapitel des Buches trägt den Titel „Wissenschaft mit Bauchgefühl“; es widmet sich den oft zu vernehmenden Klischees, Wissenschaft sei kalt, sei materialistisch, sei für ein glückliches, erfülltes Leben nicht notwendig, ja sogar hinderlich – kurzum: Wissenschaft und Gefühl seien zwei grundverschiedene Dinge. Florian Aigner begegnet solchen Meinungen mit „Wer zwischen Gefühl und Verstand einen Widerspruch sieht, dem fehlt es vielleicht an beidem“; in Unterkapiteln wie „Zu viel Rationalität ist auch irrational“, „Fakten sind auch nicht immer das Wahre“, „Wozu Wissenschaft?“, „Wissenschaft – das sind wir alle“, vermittelt er die dazu passenden Erkenntnisse: „Wissenschaft ist ein dicht geknüpftes Netz – genau das macht sie stabil, verlässlich und tragfähig. …. Manchmal sind (aber) auch unsere besten wissenschaftlichen Theorien nicht zuständig. Manchmal bleibt uns nichts anderes übrig, als uns auf unser Bauchgefühl zu verlassen“.

 

„Wissenschaft ist wunderschön…. das vielleicht allerwichtigste Argument für Wissenschaft ist aber ein anderes: Wir haben gar keine Wahl…. Die Evolution hat uns Menschen mit der Fähigkeit zum wissenschaftlichen Denken ausgestattet, und damit lösen wir schwierige Probleme“.

 

Warum ist Wissenschaft wunderschön, warum ist sie unentbehrlich, warum gibt es Wahrheiten, denen niemand widersprechen kann? „Die Schwerkraft ist kein Bauchgefühl“ bietet die dazu passenden Antworten; das Buch beinhaltet neben spannend und unterhaltend vermitteltem Wissen eine uneingeschränkt persönliche Liebeserklärung an die Wissenschaft und motivierende Anregungen, sich ihr zu nähern, bzw., wenn möglich, auch selbst Wissenschaft zu betreiben.

 

 

Gerfried Pongratz 10/2020