Vrône Lîcham

Ich werde mir sicherlich nicht die Mühe machen, aufwändige Recherchen zu einem überflüssigen Fest zu unternehmen, von dem selbst kaum noch ein Katholik weiß, worum es wirklich geht. Die meisten lässt es eh kalt und die wenigen, die es noch begreifen und mitmachen, verhelfen einmal mehr dazu, katholischen Pomp penetrant in die Öffentlichkeit zu tragen. Die klug gewählte Jahreszeit und der geschickt ausgesuchte Wochentag für das Brimborium (neudeutsch: event) bringen allerdings stressgeplagten Arbeitnehmern unter Einschluss des „Brückentags“ einen willkommenen Kurzurlaub bei meist gutem Sommerwetter. Während sich die Beinharten mit den Monstranzen abschleppen und mit den prunkvollen Baldachinen aus 1001 Nacht, liegen sie genüsslich in den Isarauen, sitzen in den Biergärten und lassen den „lieben Gott“ einen guten Mann sein. Da es ja auch googlefaule und weniger exzellent mit katholischen Interna vertraute Humanisten geben soll, sei hier auf die Wikipedia verwiesen, die wenigstens einige der notwendigen Fakten liefert. Ein Dankeschön an Juliana von Lüttich für diesen Tag, den ich sicherlich irgendwo in einer gemütlichen Restauration mit Handkäs und Musik und einem Bempel Äppelwoi an den Ufern des Mains verbringen werde.

Wikipedia: Das Fronleichnamsfest ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Die Bezeichnung Fronleichnam leitet sich vom mittelhochdeutschen vrône lîcham „des Herren Leib“, ab (vrôn „was den geistlichen oder weltlichen Herrn betrifft“ und lîcham „der Leib“). In der Liturgie heißt das Fest „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, regional wird es auch „Prangertag“ oder „Blutstag“ genannt. Im Englischen und in anderen Sprachen trägt das Hochfest den Namen „Corpus Christi“.

Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest begangen (am 60. Tag nach dem Ostersonntag) und fällt somit frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni. Der Donnerstag als Festtermin steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst. Wegen des stillen Charakters der Karwoche erlaubt der Gründonnerstag keine prunkvolle Entfaltung der Festlichkeit. Aus diesem Grund wurde das Fest Fronleichnam bei seiner Einführung auf den Donnerstag der zweiten Woche nach Pfingsten gelegt. In Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, kann das Hochfest auch am darauffolgenden Sonntag gefeiert werden.

Das Fest der leiblichen Gegenwart Christi im Altarssakrament wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. durch die Bulle Transiturus de hoc mundo zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Unter anderem schrieb Urban IV.: „Wir haben es daher, um den wahren Glauben zu stärken und zu erhöhen, für recht und billig gehalten, zu verordnen, dass außer dem täglichen Andenken, das die Kirche diesem heiligen Sakrament bezeigt, alle Jahre auf einen gewissen Tag noch ein besonderes Fest, nämlich auf den fünften Wochentag nach der Pfingstoktav, gefeiert werde, an welchem Tag das fromme Volk sich beeifern wird, in großer Menge in unsere Kirchen zu eilen, wo von den Geistlichen und Laien voll heiliger Freude Lobgesänge erschallen.“

Das vierte Laterankonzil hatte 1215 die Wandlung der eucharistischen Gestalten mit der Transsubstantiationslehre präzisiert und zum Dogma erhoben. Katholiken glauben, dass in der Heiligen Messe die eucharistischen Gestalten durch die Wandlung wahrhaft zum Leib und Blut Christi werden und Christus darin gegenwärtig ist und bleibt.

Die Anregung zu dem Fest soll auf eine Vision der heiliggesprochenen Augustiner-Chorfrau Juliana von Lüttich im Jahre 1209 zurückgehen. Diese berichtete, sie habe in einer Vision den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Christus habe ihr erklärt, dass der Mond das Kirchenjahr bedeute, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Altarssakraments. Aus der Einführungsbulle Transiturus hoc mundo geht aber auch hervor, dass Papst Urban IV. als primären Einführungsgrund des Festes den siegreichen Triumph über die Ketzerei favorisierte, die die Transsubstantiation geleugnet hatte.

Für das Fest entstand ein eigenes Mess-Proprium und Stundengebet, für das Thomas von Aquin als Autor gilt, ebenso wie für die Hymnen, die den Charakter des Fests entscheidend geprägt haben: Panis angelicus, Pange lingua, Adoro te devote, Verbum supernum prodiens und die Sequenz Lauda Sion.

Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand 1273 in Benediktbeuern statt. Mit einer Sakramentsprozession wurde das Fest erstmals 1279 in Köln begangen. Ihren Höhepunkt an festlicher Gestaltung erreichte die Fronleichnamsprozession im 17. und 18. Jahrhundert. In München zog die Prozession zwischen den Stadtmauern hin, und die vier Evangelien wurden an den vier Stadttoren Schwabinger Tor, Isartor, Sendlinger Tor und Karlstor verlesen.

 




Männertagsgedanken

Wie weise unser Fliegendes Spaghettimonster die Welt geordnet hat, zeigt sich an diesem Feiertag, den Es für uns schuf. Da hat es  zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. 

Erstens zeigt es so, wie wichtig Ihm Gleichberechtigung ist. Nicht nur uns Frauen gebührt ein Tag der besonderen Ehre, sondern auch den Männern. Die ziehen, mit frischem Grün am feinen Outfit, in Gruppen durch die Landschaft und haben ihre Verpflegung direkt am Mann. Ein Verhalten, das schon zur Tradition geworden ist. Wenn diese Tradtition sich immer mehr dahin ändert, dass nicht nur Männer, sondern ganze Familien an diesem Tag unterwegs sind, zeigt das nur, wie sehr Sein Wunsch nach Gleichberechtigung von den Menschen akzeptiert wird. 

Weiterhin hat Es es mit diesem Tag auf´s Vortrefflichste verstanden, Theorie und Praxis zusammen zu führen. Ist doch dieser Tag für uns Pastafari ein willkommener Anlass,  mal wieder eine größere Wartung am Biervulkan vorzunehmen und die Stripperfabrik auf Vordermann zu bringen.

Ich bin sicher, euch fällt noch mehr ein, warum  dieser Feiertag gewürdigt werden muss. 

Regelrecht entsetzt war ich hingegen, als ich gerade aus der Presse erfahren musste, wie eine verirrte Truppe Abergläubiger versucht, diesen Tag zu nutzen, um ihre, zwar lustigen, aber doch so an den Haaren herbeigezogenen Lehren unter das Volk zu bringen. 

Christen, so nennen sie sich, tun so, als wäre heute ihr Feiertag. Deshalb haben sie sich eine irre Geschichte ausgedacht und behaupten, ihr Namensgeber, der Göttersohn Jesus Christus, ist zurückgekehrt zu seinem Vater in den Himmel. Genau 39 Tage nach dem Passtahfest. Das fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond,  also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. Nach dem Neuen Testament der Christen (das alte hatte ihr Gott wohl geändert, weil sein Sohn nicht ganz so wollte wie der Vater) hat Jesus da den Tod überwunden. Muss ihn viel Überwindung gekostet haben, wieder ins Vaterhaus zurück zu kehren. Über einen Monat hat er mit sich gerungen. Auch das zeigt klar das gestörte Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Dann, an einem Donnerstag, zwischen dem 30. April und 3 Juni, soll er sich ins Hotel "Papa" aufgemacht haben. Wohl auch, weil er inzwischen von dem geänderten Testament erfahren hatte und nun die Angst da war, völlig enterbt zu werden.

So richtig toll muss der Empfang dann auch nicht gewesen sein. Noch ganze 40 Tage, nachdem er wieder bei Papi eingezogen war, hat es ihn sehr zu seinen alten Kumpels, altmodisch Jünger genannt, gezogen. Immer wieder hat er sich mal bei ihnen blicken lassen. Hat wohl mehr Spaß gemacht, mit denen um die Häuser zu ziehen als Harfe spielen zu lernen. Dann hat er aber doch klein bei gegeben. Zur Belohnung soll er im Himmel auf den Platz zur Rechten Gottes erhoben worden sein, nahm dann also, wie in der Antike üblich, den Platz des Thronfolgers bzw. Ehrengastes ein. Ich vermute ja eher, der Alte wollte so seinen Sprößling ein bisschen unter Kontrolle halten und vom schädlichen Einfluss der Peers, vor allem der lockeren Maria Magdalena, fernhalten. Jahwe wollte ja die schwer erkämpfte Position als Sologott nicht wieder durch ne Unmasse von Enkeln abgeben.

Klar, die Christens behaupten da etwas anderes: "Ihn, der sich selbst erniedrigt hat und gehorsam geworden ist bis zum Tode am Kreuz, hat Gott über alle erhöht und ihm einen Namen gegeben, der größer ist als alle Namen Das läuft also eher darauf, dass Papa Sohni für seinen Gehorsam belohnt hat. Recht verworren sind auch die Vorstellungen, wie der Sohnemann wieder zurück ins Elternhaus geholt wurde.

Bis heute wird debattiert über das Verhältnis von Auferstehung und Himmelfahrt Christi. Sicher gibt es wichtigere Themen, aber man kann ja mal. Die Traditionalisten sind nicht der Meinung, dass die Auferstehung Jesu Christi am Passtahsonntag erfolgte. Er soll nach seinem Kreuzestod am Garfreitag  in ein Jenseits hinabgestiegen sein, das Reich der Toten. Die Höllenfahrt Jesu soll nicht all zu lange gedauert haben, denn am dritten Tage soll er bereits wieder zu den Lebenden auferstanden sein. Als Himmelfahrt zählt der Aufstieg in ein in der Höhe befindliches Jenseits 40 Tage nach der Auferstehung, ohne zu sterben. 

Damit es aber nach wie vor spannend bleibt, verkünden die modernen Theologen die Gemeinsamkeit von Auferstehung und Himmelfahrt. 

Lirum larum Löffelstiel … wie herum auch immer … es wird als Sieg angesehen, dass olle Jehova seinen Sohn erfolgreich von den Peers getrennt hat, als Triumph über alle Jugendgruppen dieser Welt. Ein krasses Beispiel, wie Aberglauben eine ganz normale, wenn auch gestörte, Vater – Sohn – Beziehung ins esotherische abgleiten lässt.

Was können wir glücklich sein, hier im Besitz der unverfälschten, reinen Wahrheit zu sein und so über diesen Unsinn herzlich lachen zu können.

RAmen

Eure Elli S.

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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Zuerst erschienen bei http://fsm-uckermark.blogspot.de/2012/05/das-wort-zum-freitag_17.html

 




Liebes Virus …

800px-Arnold_Böcklin_-_Die_Toteninsel_III_(Alte_Nationalgalerie,_Berlin)

Du plagst uns nun schon seit einigen Monaten, und jetzt möchte ich Dir einen Vorschlag machen, der für beide Seiten von Vorteil sein wird — eine Win-Win-Situation.

Schau mal, liebes Virus, es gibt viele kleine, aber herrliche Inseln, die unbewohnt sind, mit palmengesäumten Stränden, üppigen grünen Hügeln und wunderschönen Wasserfällen und kleinen Seen und Bächen. Dort ist es das ganze Jahr über angenehm warm, und es gibt auf diesen Inseln und auch in deren näheren und weiteren Umgebung niemanden, der Dir an den Kragen will.

Hier, wo Du dich jetzt aufhältst, wollen Dir einige Leute den Garaus machen. Die suchen nach einem Stoff, der Dich zur Strecke bringen soll — und die haben auch schon erste kleine Erfolge erzielt, setzen Antikörper ein, die Dir nicht bekommen.

Auf der Insel hingegen, die ich Dir vorschlage und als Domizil empfehle, könntest Du vor Dich hin grassieren und epidemieren so lange Du willst. Du würdest damit niemandem zur Last fallen, hättest aber auch nichts zu befürchten.

Nun, liebes Virus, was hältst Du von der Idee?

+ + +

Ergänzung (16.4.2020, 12:08 Uhr):

Hatte soeben Gelegenheit, mich kurz mit dem Virus zu unterhalten. Es schien nicht abgeneigt, hat aber um ein wenig Bedenkzeit gebeten.

_____
Beitragsbild: Arnold Böcklin – Die Toteninsel III (Wikipedia.org)
commons.wikimedia.org/wiki/File:Arnold_Böcklin_-_Die_Toteninsel_III_(Alte_Nationalgalerie,_Berlin).jpg


Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net




Wenn es IHN nicht gäbe…

– Gott zum Gruße, Merkwürden. Was spricht dafür, dass es ihn gibt?
– Alles, mein Sohn.
– Gewiss bin ich zweier Menschen Sohn, nichts spricht indes dafür, dass Ihr einer davon seid. Aber zur Sache: Eure Antwort scheint mir ein wenig allgemein. Ich könnte entgegnen: Wenn alles für seine Existenz spricht, spricht letztlich nichts dafür. Ich fürchte, so kommen wir nicht weiter.
– Du armseliger Wicht in deiner religiösen Unmusikalität verlangst nach Beispielen? Bitte sehr: Ohne Gott gäbe es keine Moral. Wir wüssten nicht, was Gut und Böse ist.
– Wissen wir das denn?
– Was für eine Zukunft hätte unsere Seele ohne Gott? Ohne die verheißene Unsterblichkeit verschwände sie mit dem Dahinscheiden unseres Körpers.
– Himmel oder Hölle – welch Alternative!
– Wo wäre unsere eigene Schöpferkraft ohne die Inspiration des Schöpfers? Woher käme die Kreativität eines Botticelli, eines Michelangelo, eines Beethoven, Mozart …
– … John Lennon …
– … meinetwegen auch dessen. Wir können sie nur als göttlichen Ursprungs erklären.
– Fehlt es mir deshalb an Talent?
– Ohne Gott hätte unser Leben doch gar keinen Sinn.
– Welchen hat es denn?
– Das Wahre und Gute, letztlich Gott selbst zu erkennen, diese Fähigkeit macht doch die wahre Natur des Menschen aus, wie es unser Heiliger Vater so trefflich formulierte.
– Der Mensch braucht Gott, um Gott zu erkennen? Sowas nenn ich Tautologie. Sagen wir’s einfacher: Der Mensch ist, dank seines fabelhaften Gehirns, als einziges Tier in der Lage, sich Götter auszudenken.
– Pfui Deibel. Dich sollte man …
– … auf den Scheiterhaufen?
– Geht ja leider nicht mehr. Aber du bist ein treffendes Beispiel: Wie sollte man die Menschen überhaupt lenken und leiten ohne den gemeinschafts- und sinnstiftenden Glauben an Gott!
– Bis zur Selbstaufgabe?
– Wenn jeder selber anfängt zu denken, wo kommen wir denn hin?!
– In die Selbstbestimmung?
– Verstehst du denn nicht, wir brauchen IHN einfach! Gäbe es IHN nicht …
… müsste man ihn glatt erfinden! Keine weiteren Fragen, Euer Merkwürden.

 

Original: http://dubiator.wordpress.com/2013/01/09/wenn-es-ihn-nicht-gabe/#more-1106

 

 

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Da lacht der Papst

Argentina's Cardinal Jorge Bergoglio, right, gives a mass outside San Cayetano church in Buenos Aires, Friday Aug.7, 2009.  Hundreds flocked Friday to San Cayetano church, the patron of work, to pray for prosperity and employment on his day. (AP Photo/Natacha Pisarenko)

Ahí, wie christenlíche nu der babest lacht

Ei, wie fromm der Papst jetzt lacht,
wenn er zu Gays und Lesben sagt:
“Solch Tun ist wider die Natur,
Sex dürfen Eheleute nur
zu schaffen sich die Kinder an.
Ihr handelt gegen Gottes Plan!”

Wie christlich dieser Papst jetzt lacht,
wenn er zu all den Frauen sagt:
“Das Weib den Mann nur unterstütze,
zu höher’m Tun ist sie nicht nütze,
schon gar nicht für die Politik.
Dort suche nur der Mann sein Glück!”

Wie christlich-fromm der Papst jetzt lacht,
wenn er in seiner Demut sagt:
“All die, die nicht zum Herrn aufsehn,
die soll’n getrost zum Teufel gehn!”
So klar hört’s mancher Christ nicht gern
und hält sich drauf vom papa fern.

Denkt von dem Papst nicht allzu schlecht,
denn das ist Kirchen-”Menschenrecht”.
All dies wuchs nicht auf seinem Mist,
der Mist christliche Lehre ist!

(ganz frei nach Walther von der Vogelweide, umgeschrieben von Rainer Buchheim)

Quelle: http://dubiator.wordpress.com/2013/03/19/ahi-wie-christenliche-nu-der-babest-lacht/#more-1139

 

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Warum darf ich keinen Kanadier besitzen?

Der Hintergrund zu folgendem Text: Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte sie, als achtsame Christin, daß Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Gräuel wäre. Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

Das Original findet sich hier : Why can’t I have a Canadian ?

Liebe Dr. Laura!

Vielen Dank, daß Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen. Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, daß es sich dabei um ein Gräuel handelt. Ende der Debatte.

Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind,

a.) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, daß dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

b.) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

c.) Ich weiß, daß ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich hab versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.

d.) Lev. 25:44 stellt fest, daß ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, daß würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

e.) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, daß er getötet werden muß. Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet ihn eigenhändig zu töten?

f.) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Gräuel darstellt (Lev. 11:10), sei es ein geringeres Gräuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?

g.) In Lev. 21:20 wird dargelegt, daß ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muß zugeben, daß ich Lesebrillen trage. Muß meine Sehkraft perfekt sein oder gibt’s hier ein wenig Spielraum?

h.) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

i.) Ich weiß aus Lev. 11:16-8, daß das Berühren der Haut eines toten Schweines mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

j.) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, daß wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)

Ich weiß, daß Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, daß Sie uns behilflich sein können.

Und vielen Dank nochmals dafür, daß Sie uns daran erinnern, daß Gottes Wort ewig und unabänderlich ist.

Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan Jake

 

 




Noch ein Schmankerl aus Österreich

Der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari empfiehlt sündigen Priestern im Falles eines Zölibatsbruchs eine „wehtuende Spende“.  Sogar in der aktuellen Wochenausgabe der deutschsprachigen Papstzeitschriftt „L`Osservatore Romano“ wurde das bischöfliche Referat aus Graz nun samt heikler Zölibatspassage veröffentlicht!

 

Konkret rät Kapellari Priestern, die „in eine Berufs- und Berufungskrise geraten sind oder seit langem in einem falschen Kompromiss stehen“ zu einer „fast wehtuenden, großzügigen Spende“ – etwa für hungernde Menschen. Mit dem klaren Ziel für sündiges Gottespersonal: „wieder freier atmen zu können“.

Als eine Form modernen Ablasshandels will der Grazer Diözesanbischof seinen Vorschlag aber „auf keinen Fall“ sehen. „Es ist eine von vielen Möglichkeiten, damit zu beginnen, in so einer Situation den Knoten zu lösen. Ich lege da auch keine Tarife fest und prüfe auch nicht nach, ob und wie viel ein Priester gespendet hat“. Aber: „Werden Versprechen gebrochen, gibt es einen Selbstbehalt“, erläutert Kapellari im Gespräch mit dem Standard…

Das alleine ist ja schon urkomisch, ich möchte den Lesern aber anhand von postings im dazugehörigen thread im online Standard den Tag noch weiter versüssen und zeigen, wie kreativ und sarkastisch die Poster in diesem Forum sind!

Achtung : es ist nicht alles jugendfrei 😉

Die Quadratmoral der katholischen Amtskirche

Dieser Vorschlag erniedrigt die betroffenen Frauen zu bezahlten Konkubinen. Im Pfarrhof herrscht „Begleitservice“. Dazu passt, dass der Papst Kondome für männliche Prostituierte gestattet. Das ist keine Doppelmoral mehr, sondern Quadratmoral.

Kann es sein,

dass die Pfaffen viel zu oft mit Weihrauch als psychogene Substanz hantieren?
Anders ist diese „Schnapsidee“ nicht zu verstehen. Gilt das in Zukunft auch für das Basisvolk, anstelle von 3 Vaterunsern etc. nach der Beichte die Bankomatkarte zücken?
Echt skurril, diese Fritzen!

Regress

Hat sich der Kapellari in seiner Demenz überlegt, ob er nicht für ein paar Jahrzehnte nachzahlen müsste?

Glaubt die Kirche

… selber nicht mehr an die abschreckende Wirkung ihrer Himmel/Hölle-Konstruktion?

Gute Idee, daher

möchte ich konstruktiv mitarbeiten und folgenden Bußkatalog anbieten:
1. Sex mit erwachsener Frau (Frau ist einverstanden): 200 EUR
2. Sex mit erwachsenem Mann (Mann ist einverstanden): 150 EUR
3. Sex mit Kollegen (Kollege ist einverstanden): 100 EUR
4. Selbstbefriedigung: 50 EUR
5. Vergewaltigung (Erwachsener): Verwarnung
6. Vergewaltigung kleiner Kinder: wird vom Leiter der Glaubenskongregation vertuscht, daher straffrei, um die neue Strenge der katholischen Kirche auszudrücken, bekommt das Opfer – mit angemessenem Abstand von 30-40 Jahren – einen Schokoriegel. Für die Verwendung von bösen Kondomen wird ein Zuschlag von 30 EUR berechnet. Abtreibungen werden von der Kirche bezahlt, an Alimenten beteiligt sich die Kirche zu 60%.

Gute Idee, aber

ich würde noch zwecks der Mehreinnahmen vorschlagen, dass man mit RK – Gutscheinen, die man auch gerne zu Weihnachten verschenken kann, schon vorab die irdischen Freuden für nächste Jahr sichern kann. Oder wie wäre es mit einer RK – Bonus Card, 20% auf alles …

Braucht der Papst vielleicht schon wieder neue Prada-schlapfen?

Keine schlechte Idee!

Aber, ob die Geliebte des Pfarrers das Geld nimmt?

„… um Last von der Seele zu nehmen, lohnt es sich eben auch, Lösungsansätze auf materieller Ebene zu suchen.“

Das ist ja unglaublich, wie entlarvend diese Aussage ist!

Neues Gehaltsschema für Priester

Grundgehalt 2.000,–
Hotelspesen 500,–
Verhütungszuschuss 120,–
Konkubinats-Subvention 750,–
———————————-
Bruttogehalt 3.370,–
Schnaxl-Ablass -1.370,–
———————————-
Gehalt vor Steuern 2.000,–

Offenbar machte die Kirche im letzten Quartal zu wenig Umsatz…

…der Aufsichtsrat sucht neue Einnahmequellen 🙂

Pfarrer wird zur Rede gestellt:

Sie schlafen mit der Köchin in einem Bett?
Ja, aber wir haben ein Bügelbrett dazwischen!
Und wenn das Bügelbrett umfallt?
Dann werfen wir ein Zehnerl in die Kasse!
Nur ein Zehnerl?
Ja, aber es läppert sich ganz schön zsamm!

Jener Mann spicht wirr, er möge sich einen von der Palme wedeln, auf dass er wieder klaren Gedankens werde!

Frauenbild der Kirche:

Heilige oder Huren. Heilige faßt man nicht an, für Huren bezahlt Mann.

Tarife

Ich hab da einmal eine kleine Spendenliste zusammengestellt. Als Vorschlag natürlich – bitte um Ergänzung!
1 x nackert duschen: 5 €
1 x Zipfl zupfn: 10 €
1 x dem Ministranten in den Hintern ….: 7 €
1 x mit dem Kaplan: 10 €
1 x eine Frau küssen: 1000 €
1 x SEX (pfuigack) mit einer Frau: 10.000 €

Religion von innen

das ist nur ein weiterer beweis, dass religion von innen ziemlich unlustig ist, von aussen betrachtet aber SEHR lustig

und wenn jeweils bei Selbstbefriedung zumindest eine kleine Geldstrafe gäbe, wäre ganz Griechenland gerettet.

Zahlen für sex?

So ein Konzept gibt es schon…

Ein Verein, der
– Homosexuelle und
– Frauen benachteiligt,
– Pädophile unterstützt,
– und jetzt auch noch über ein Standbein in der Zuhälterei nachdenkt!
Ich kann jedem Mitglied nur raten, darüber ganz objektiv nachzudenken.
Ein Schelm der denkt, es könnte die katholische Kirche gemeint sein.

Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!

Der Kirche muss es finanziell ganz schön dreckig gehen

wenn sie jetzt schon die eigenen Hirten schröpft.

Geld gegen Vertrauen – DAS nenn ich moralische Wertvorstellungen!

Sollte jemand …

frei atmen wollen, so biete ich mich an, eine Spende entgegenzunehmen. Bitte um Kontaktaufnahme.
Ich könnte dann auch freier atmen, sozusagen mein Selbstbehalt.

Ich finde die Idee gut, ABER man sollte sich nicht so einfach freikaufen können. Deshalb schlage ich ein 3-Säulen Modell vor:
1. eine saftige Spende
2. öffentliches Auspeitschen
3. Sitzen im Beichtstuhl und um Vergebung bitten
Die katholische Kirche und deren Vertreter müssen wieder frei von Sünde sein

Gibt es dann eine Preisliste:
– für heterosexuellen Sex
– für bisexuellen Sex
– für einen Dreier
– für Gruppensex
– für spezielle Praktiken wie SM, etc.
– kein Tarif für Frauen in der Kirche; die haben ohnehin nichts zu melden und zu lachen
– Rabatt bei Personen, die schon bezahlt worden sind
– Rabatt bei kostenpflichtigen Swingerclubbesuchen
– Rabatt bei kostenpflichtigen Online-Portalen
– Zusatztarif für Geliebte, je Dauer der Liebschaft
– Zusatztarif für Geliebte mit Kind
– Rabatt für Geliebte, die im Dienste der Kirche steht
– Zusatztarif für jene Männer, die weiter oben in der Kirchenhierarchie stehen. Je verlogener und desto mehr man verdient, desto mehr zahlt/spendet mann.

vier Zusatztarife vergaß ich noch:
– Zusatztarife für alle Pfarrer, die ein Eheseminar leiten, aber nicht wissen wie Ehe funktioniert
– Zusatztarife für alle Pfarrer, die ein Eheseminar leiten, dabei Untreue predigen, aber zugleich Zölibatsbruch begehen, also im engeren Sinne auch untreu gegenüber ihrem Glauben sind
– Spezieller Zusatztarif für all diejenigen, die Sex im Jahr 2011 noch unter Strafe stellen.
– Spezieller Zusatztarif für jene Glaubensgemeinschaften, wo Pfarrer, Bischöfe, Kardinale und Päpste KEINEN Zölibatsbruch begehen, aber wie gamsige, kastrierte Eunuchen umherlaufen. Letzteres ist wider die Natur und sollte dementsprechend streng bestraft werden.

 

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Betest du noch oder kopulierst du schon?

Vorbemerkung der Redaktion: Zu diesem „schwierigen“ Thema war es nicht leicht, eine einigermaßen passende Illustration zu finden. Was in öffentlichen Museen zu betrachten ist (Agostino Carracci (1557 – 1602), Jupiter et Junon), kann ja wohl nicht Pornographie sein, oder? In der unendlichen Fülle türkischer und arabischer Pornos (leider musste ich mir das antun) habe ich nichts gefunden, was ich hier hätte präsentieren können.

Eine der wichtigsten Entwicklungen beim heranwachsenden homo sapiens ist die Entdeckung des eigenen Körpergefühls und der damit verbundenen Sexualität. Es wundert daher nicht, dass genau an diesem so verletzlichen Punkt die Sachwalter des jeweils wahren und einzigen Glaubens ansetzen und stets darum bemüht sind, nur ja keine Freude aufkommen zu lassen.

Die Katholiban treiben es da ja bekanntlich besonders bunt und verlangen von Ihrem Bodenpersonal absolute sexuelle Enthaltsamkeit (über Wirkungen und unerwünschte Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Pfarrer oder Bischof). Nun könnte man sich ja entspannt zurücklehnen und sich denken: so what? wäre da nicht die bigotte Sexualmoral, die sie auch ihren Anhängern abverlangen.

Den wenigsten Katholiken dürfte bekannt sein, dass das Empfinden sexueller Lust beim Geschlechtsakt nicht einmal in ehelichen Beziehungen erlaubt ist.

Diese Saat hat reichlich Früchte getragen. Noch in meiner Großelterngeneration war Sex etwas „Schmutziges“ und Masturbation führte zu Knochenschwund und Verkrümmung der Wirbelsäule.

Die sexuelle Revolution hat sich aber trotz massivem Lobbying der Kirche ihren Weg gebahnt, und die meisten Frauen lassen sich von der Androhung der Höllenverdammnis nicht mehr daran hindern, ihre eigene Sexualität zu erfahren und auszuleben (Männer durften das ja ohnehin schon immer).

 Wir wollten uns nun der islamischen Sexualmoral zuwenden, denn uns „Westlern“ wird ja immer vorgeworfen, wie moralisch verdorben wir sind. O-Ton: Eure Männer bringen es nicht und eure Frauen sind Schlampen!

Aus der Fülle an Vorschriften, die ein Moslem während seines Lebens zu beachten hat, ließe sich ja  tatsächlich ein perfektes „normales“ Leben ableiten, hier die wichtigsten Punkte:

  1. es gibt nur 2 Arten von Frauen : Jungfrauen und Ehefrauen ( i.e. Mütter )
  2. es gibt keinen vor- und außerehelichen Sex
  3. es gibt keine Pornographie und Prostitution
  4. Homosexualität ist anormal und daher nicht vorhanden
  5. aus o.g. Punkten ergibt sich, dass es auch keine Geschlechtskrankheiten gibt

Dass dem natürlich nicht so ist, bedarf keiner weiteren Ausführung – es „menschelt“ auch in islamischen Ländern. Besonders gut sehen (im wahrsten Sinne des Wortes) kann man das an Hand der mittlerweile doch großen Anzahl islamischer Pornos im Internet. Da zeigt sich auch schon der erste Unterschied zu westlichen Produkten: das Adjektiv „islamisch“ ist in der Tat ein Kategoriebegriff, wird auch manchmal durch „arabisch“ oder „türkisch“ ergänzt.

Da ich viel Zeit im arabischen Raum verbracht habe und mir diese Lebenswelten vertraut sind, erschöpft sich meine Recherche auch auf Videos aus diesem Teil der islamischen Welt, man möge mir das nachsehen.

Es gibt durchaus Unterschiede zu bemerken, schon beim ersten Durchschauen: die Filmchen sind von traurig schlechter Qualität, da fast ausnahmslos „homemade“, also eine finanzstarke Pornoindustrie gibt es wirklich keine, aber Voyeure und Möchtegernpornostars sehr wohl.

Interessant ist auch, dass es kaum Unterkategorien gibt, allerdings wird auf nationale Unterscheidungen Wert gelegt, so als würden Ägypter anders kopulieren als Libanesen und Saudis.

Was auch auffällt ist, dass Frauen nur ganz selten wirklich nackt zu sehen sind – de gustibus non est disputandum. Die Verhüllung des weiblichen Körpers setzt sich im Schlafzimmer fort.

Nicht so der männliche Körper: der wird in aller Pracht ausgiebig abgefilmt, strotzend vor Selbstbewusstsein, auch wenn das Endprodukt für erfahrene Frauen dann doch eher enttäuschend ist.

Aus frauenrechtlerischer Sicht sind ja Pornos eher bedenklich, Nährboden für diese Ansicht liefern die islamischen Pornos allemal, denn „die Frau sei dir ein Acker…“ wie es im Koran steht, wird hier vorexerziert.

Interessanterweise gibt es überdurchschnittlich viele gay porns, es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie entlarvend die Marktwirtschaft sein kann.

In Zeiten von Internet und smart phones wird früher oder später jede Lüge aufgedeckt und sei es nur die, dass es in der islamischen Welt keine sexuellen Aberrationen und Perversionen gibt (damit meine ich natürlich nicht Homosexualität) – besonders beliebt sind Videos mit sodomistischen Szenen, die über Handys verbreitet werden.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Männer, die sich von diesen Spartenfilmchen Erregung erhoffen, wohl eher enttäuscht sein werden und dass sich Frauen erst gar nicht die Mühe machen müssen, nach arabischen feurigen Liebhabern zu googeln, jeder Rosamunde Pilcher Schinken bietet mehr Extase!

P.S.: aus medienrechtlichen Gründen Linkanfragen nur direkt bei der Autorin

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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Imago dei

Dieser Aufsatz erschien zunächst auf No heaven – only sky:

– Nichts für ungut, Merkwürden, aber wenn ich mir Euch so anschaue, Eure wohl(an)ständige Körperfülle, die vom durchblutungsfördernden Rheinwein gerötete Nase, Euer mildes Dauergrinsen zwischen den Pausbäckchen – da erscheint mir der Alte Herr direkt ein bisschen sympathisch.
– Ich versteh nicht recht.
– Na, es heißt doch, wir alle seien Ebenbilder Gottes. Da Ihr Ihm wesentlich näher steht als zum Beispiel ich, nehme ich doch an, dass Ihr Ihm auch wesentlich ähnlicher seht als ich mit meiner eher mickrigen Figur.
– Was für ein Schmarrn! Unsere Gottebenbildlichkeit bezieht sich doch nicht auf die äußere Erscheinung.
– Nicht?
– Nein. Sie besagt, dass Gott den Menschen nach seinem Bild geschaffen hat – weniger äußerlich als vielmehr in seinem Wesen. Schon Augustinus lehrt: Der Mensch ist Ebenbild Gottes in der mens rationalis, also im vernunftbegabten Geist, und nicht in der Form des Leibes.
– Aha, daher also die erbärmliche Eifersucht, die Missgunst, die kleinliche Intoleranz, die Aggressivität und Rachsucht.
– Wie bitte?!
– Na, seht Euch den Schöpfergott Jahwe im Alten Testament doch einmal an!
– So ein Unsinn! Gott ist Liebe!
– Ich hab schon lange den Eindruck, dass eine Menge Unsinn in der Bibel steht. Aber wenn Ihr das selbst sagt, Merkwürden…
– Liebe, jawohl! Aus Liebe schuf Gott die Menschen Adam und Eva…
– …als Mann und Frau, wegen der Liebe. Das versteh ich. Merkwürden, Ihr wisst indes ebenso gut wie ich, dass Gott keineswegs einen Adam aus Lehm zurecht knetete. Vielmehr setzte Er auf die außerordentlich langwierige Prozedur der Evolution, ein für mein Dafürhalten denkbar ungeeignetes Verfahren zur Erzeugung einer ebenbildlichen Art. Spätestens bei den Dinosauriern muss Ihm die Sache dermaßen aus dem Ruder gelaufen sein, dass Er sich nicht anders zu helfen wusste als einen Riesenbrocken auf die Erde zu schmeißen, um den kleinen Säugetieren die Chance zu geben, in Richtung Primaten voranzukommen. Also auf die Art eine Ebenbildlichkeit zu erreichen…
– Nun, die Auffassungen über den konkreten Hergang des Schöpfungsaktes mögen verschieden sein. Unumstößlich bleibt die Gottesebenbildlichkeit des Menschen, die imago dei, punctum! Durch sie sind wir überhaupt nur in der Lage, Gott zu erfahren. Auf sie gründet die Liebe Gottes.
– So wie wir unseren Nachwuchs umso mehr ins Herz schließen, je ähnlicher er uns ist. Ja, dafür gibt es handfeste evolutionäre Gründe.
– Evolution, Evolution, wenn ich das schon höre! Diese fürchterliche Theorie…
– …die inzwischen sogar der Heilige Vater anerkennen musste…
– …hat nichts weiter zum Ziel als uns immer mehr von Gott zu entfernen. Besinnen wir uns auf Seine Liebe!
– Aber war es nicht gerade die Liebe, neben der Neugier freilich, – die nebenbei gesagt kaum eine göttliche Eigenschaft sein kann, denn worauf sollte ein allwissender Gott neugierig sein? -, war es nicht die Liebe, die Euren Worten gemäß zum Sündenfall führte? Wie kann der grundsätzlich sündhafte Mensch, von dem Ihr ja ausgeht, in seinem Wesen Gottes Ebenbild sein?
– Durch Jesus Christus, mein Sohn. Durch sein Opfer wurde die Gottebenbildlichkeit wiederhergestellt.
– Hm. Erst Ebenbild, dann nicht mehr, dann doch wieder; mal von Geburt an, oder doch erst ab der Taufe, oder überhaupt erst durch gottgefälliges Verhalten oder wie? Ziemlich verworren, findet Ihr nicht?
– Seine Gottebenbildlichkeit macht, um noch einmal Augustinus zu zitieren, obwohl sie zwar durch den Sündenfall entstellt ist, den Menschen aufnahmefähig für Gott, sie befähigt ihn erst zur Erfüllung des Liebesgebotes. Allein aus ihr folgt des Menschen unveräußerliche Würde. Das ist überhaupt erst die Grundlage für die Entstehung der Menschenrechte, auf die du gewöhnlich so pochst, mein Sohn.
– Ach? Und weshalb mussten dann die Menschenrechte so erbittert gegen den Widerstand der alleinseligmachenden Kirche erstritten werden, und warum hat dann der Vatikan bis heute die Europäische Menschenrechtskonvention nicht unterzeichnet?
– Das mag mit Politik zu tun haben, mein Sohn, nicht mit dem Glauben.
– Aber der Glaube mischt sich doch sonst so gern ein in die Politik, Merkwürden.
– Das gehört jetzt nicht hierher, das ist ein anderes Thema.
– Na gut. Aber sind Eure gelehrten Drahtseilakte bei Lichte besehen nicht doch nur theologische Luftnummern? Ich denke, die Sache ist viel einfacher: Irgendwann begannen die Menschen nach Erklärungen zu suchen, wie die Welt um sie her wohl entstanden sei und wo sie selbst wohl herkommen mochten. Sie verfügten ja noch nicht über unser heutiges Wissen, daher dachten sie sich einen Gott aus, der das alles angefertigt hat, einschließlich sie selbst als Krone seiner Schöpfung, bescheiden wie sie nun mal waren. Mangels weiter reichender Phantasie stellten sie sich diesen Gott ungefähr so vor wie sie selbst, nur größer natürlich und mächtiger. Damit sind sie ihrem Gott nun also ähnlich, und sie halten sich folgerichtig für Seine Ebenbilder. Als solche kommt ihnen selbstredend eine besondere Würde zu, die sie über alle anderen Arten erhebt. Mächtig einge(eben)bildet, findet Ihr nicht? Ganz abgesehen davon, dass sich Eure Argumentation immer im Kreise dreht, nein, Merkwürden, die Würde des Menschen entsteht allein im Umgang der Menschen miteinander – oder eben auch nicht. Und die Menschenrechte sind viel zu fundamental als dass sie durch einen solchen Kokolores hergeleitet werden müssten.
– Ich muss eilen, mein Sohn. Die Messe, die Messe…
– Grüßt Euer Spiegel- äh Ebenbild.

Wem das alles noch nicht verworren genug ist, dem seien die Quellen von Merkwürdens Spiegelfechterei empfohlen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesebenbildlichkeit

 

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Meine Höllenfahrt

ibiza-strand-cala-d-hortNun ging es also ans Sterben. Das wurde mir in dem Augenblick klar, als die beiden Ärzte am Fußende des Klinikbettes den Kopf schüttelten. Sie bemerkten nichts von meiner Beobachtung, da ich die Lider nur ein ganz klein wenig angehoben hatte. Eine Krankenschwester schwebte herbei mit einer dieser winzigen, segenbringenden Spritzen auf einem Tablett. Ein kleiner Pieks und fast umgehend ergriff den schmerzenden Körper ein wohliges Gefühl von Schwerelosigkeit. Morphine machen süchtig, aber das schien in diesem  Augenblick eher nebensächlich zu sein (Bild: Berghaus).

Meine Gedanken kreisten nur noch kurz. Ich schlief ein.

Und dann auf einmal dieses Licht! Oh nein, muss das nun wirklich sein? Doch es war da und ganz ohne Zweifel kam es auf mich zu. Jetzt bitte nicht auch noch dieser Engel mit seinen Wallerflügeln! Er blieb mir erspart. Aber plötzlich stand ich auf meinen Beinen – ja, ich konnte gehen – und bewegte mich auf dieses magische Licht zu, ganz leichtfüßig und ohne jeden Schmerz. Ich achtete nicht auf den Untergrund, war angezogen von dem Gleißen vor meinen Augen.

Und dann geschah es: ein Spalt tat sich vor mir auf und ich fiel, nein, ich rutschte eine glatte Felswand hinab, rundum in ein tiefes dunkles Rot getaucht. Die rasende Rutschpartie entschleunigte sich als die Neigung der Felswand geringer wurde, und das Licht wechselte vom aggressiven Rot über Lila, Blau hin zu einem wärmenden Grün, das immer heller wurde. Endstation! Ich plumpste sanft auf weichen, warmen Sand, der mich fast ganz umschloss. Ich prüfte, ob alles an mir noch heile war und kam zu einem befriedigenden Ergebnis. Mir war nicht klar, dass man mich schon eine Weile beobachtet hatte, bis ich zwei ausgesprochen hübsche und freundliche Damen hinter etwas entdeckte, was wohl eine Rezeption sein sollte. Mit einladenden Handbewegungen forderten sie mich zu sich. Auf dem kurzen Weg dorthin wurde mir zwar klar, dass ich nackt war, aber es machte mir nichts aus – und auch die beiden schien es nicht zu stören.

Sie begleiteten mich in eine Art Hotelzimmer, in dem mich bereits ein Begrüßungsstrauß mit meinen Lieblingsblumen erwartete. Nach der Dusche trockneten die Damen, oder soll ich sagen, Hostessen, mich gründlich ab und halfen mir beim Anziehen lockerer und bequemer Kleidung. Zurück in „meinem“ Zimmer fand ich endlich meine Sprache wieder, bisher war alles lautlos abgegangen. Wir setzten uns, sie reichten mir eine Weinschorle und ich fragte: „Wo bin ich denn hier?“ Knapp aber klar kam: „Hölle, Abteilung gehobener IQ“. Wir traten ans Fenster und sie zeigten mir die große Bar, an der eine Menge Leute  in eifrige Gespräche vertieft waren, dahinter ein Gebäude, das wie ein Restaurant aussah und wohl auch war. Der feine Sandstrand schien sich endlos zu dehnen, im Hintergrund klares, blaues Meer, in dem einige Kinder herumtollten. „Und das soll ‚Hölle‘ sein?“. Die beiden kicherten: „Dort unten erfährst du alles weitere, aber vielleicht willst du dich auch erst ein wenig ausruhen“. Sie verließen mich.

Ich war viel zu neugierig, um mich jetzt etwa ausruhen zu wollen. Ich ging zur Strandbar.

Der Barkeeper hatte einen roten Kopf und links und rechts daran zwei Buckel, die man wohl Hörner nennen könnte. Ohne mich zu fragen servierte er mir einen Martini Bianco Tonic. Wie konnte er wissen, was ich am Strand gern trinke?

„In die anderen Teile der Hölle gehe ich nicht so gerne“, begann er seine Antwort auf meine Frage, wieso es hier so angenehm sei. „Dort sieht es längst nicht so gut aus wie hier, sondern in manchen Partien sogar genauso, wie es euch die Pfaffen auf der Erde in den wüstesten Farben schildern. Das liegt einfach daran, dass wir hier in diesem Teil die besten Köpfe der Weltgeschichte versammelt haben, die schon seit Jahrhunderten daran arbeiten, es hier lebenswert zu gestalten. Ich habe sie natürlich machen lassen, denn die mir ‚von oben‘ zugeteilte Aufgabe hat mir von Beginn an nicht gefallen.“ – „Und da oben“, fragte ich, „wie geht es denn da zu? Der Rotbackige kicherte: „Gelegentlich muss ich ja zum Rapport hin. Der Alte weiß nicht, wie wir hier unten leben, und ich werde den Teufel tun ihn aufzuklären. Gelegentlich meint er zwar, unser Kohleverbrauch sei zu hoch, aber er akzeptiert es, obwohl er nicht weiß, dass wir damit den Strom für unsere Klimaanlagen und all die anderen Annehmlichkeiten erzeugen, die nun einmal für ein vernünftiges Leben nötig sind.“ – „Und er kommt selbst nie hierher?“ Nun lachte er wirklich lauthals: „Nein, er hat immer noch Angst, er könne sich seinen weißen Rauschebart verbrennen. So singt er weiterhin mit seinen Paradieslingen ‚Halleluja‘ und verputzt jede Menge Manna. Irgendwie scheint ihm das in dieser ewigen Langeweile dort oben zu genügen. Nun ja, sonderlich intelligent war er ja nie.“

„Gibt es denn keine Möglichkeit, die Menschen auf der Erde über die Wahrheit zu informieren? Kann man nicht einfach jemanden – zum Beispiel mich, kokettierte ich – zurückschicken, damit ich es ihnen erzähle und damit den Pfaffen das Wasser abgrabe?“ Sein Gesicht wurde traurig und die Stirn runzelte sich: „Erstens habe ich nicht die Autorität, das eigenständig zu bewirken – die Rutsche kommt niemand mehr hoch – und zweitens wäre in demselben Augenblick Schluss mit unserem Wohlleben hier. Das könnte ich den vielen guten Freunden einfach nicht antun. Nein, die Menschen müssen schon selber herausfinden, dass das so nicht stimmen kann, was ihnen die frommen Herren erzählen. Macht stetig weiter mit der Aufklärung bis eines fernen Tages niemand mehr auf den Unsinn hereinfällt.“

Er wandte sich anderen Gästen zu, viele Gesichter kamen mir bekannt vor, doch ich war zu sehr in Gedanken versunken, um jetzt noch mit jemandem zu reden. Nach einer Weile ging ich zurück auf mein Zimmer, trank noch eine Weinschorle und fiel schließlich auf meinem Bett in einen tiefen Schlaf.

Als ich erwachte war ich in Schweiß gebadet, aber glücklich. Mein Fieber war wohl abgeklungen, der Kopf dachte klar und frei. Der Kaffee, den meine Frau mir ans Bett brachte, duftete köstlich und alle Lebensgeister kehrten zurück. „Geht es dir besser, mein Schatz?“ – „Oh ja, das kann man wirklich sagen“. Ich erzählte ihr nichts.




® USE GOTT

usegott

 

Lieferschein Nr. 00029324466708835436 (Das Bild ist dem Lieferschein unten entnommen):

Wir liefern wie bestellt:

1 Stck. Urknall;
Ausführung: x-dimensionales Raum-Zeit-Kontinuum mit verletzter
CP-Invarianz (linkshändig).

Entsprechend ihrer Spezifikation:
Die Einheit sollte die Fähigkeit haben, in der Initial-Phase stabile leichte Teilchen zu generieren und zu grösseren Strukturen zu akkumulieren, in denen durch Nukleosynthese schwere Elemente erzeugt werden, die unter günstigen Bedingungen zu selbstreplizierenden Molekülen führen können.
Daraus resultierende komplexe Strukturen sollten in späteren Entwicklungsphasen die Fähigkeit zur Selbstreflektion aufweisen.

Anmerkung:
Bei der Installation auf ausreichenden Platz achten, da in der vorgegebenen Konfiguration eine rasche und andauernde/beschleunigte Expansion erfogt.

Achtung:
Aufgrund systemimmanenter Unschärfe keine Gewähr für wünschenswerte Entwicklung im Bereich der Selbstreplikation! Um mögliche ungewollte Entwicklungen zumindest lokal zu isolieren, wurde eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf c implementiert.
Darüber hinaus wurde die Richtung des Zeitpfeils zur Vermeidung von Paradoxa restriktiv unidirektional determiniert.

MfG
USE GotT
(Universale Singularitäten & Entitäten
Gesellschaft ohne technische Termination)

(nach Diktat verreist)

P.S.: Alles Quark!

Und hier das Original des Lieferscheins:




® Der Quaker

FroschEs war einmal vor langer Zeit in einem gelobten Land, als es dort noch Frösche gab. Heute sind die vertrocknet und quaken nicht mehr. Doch damals geschahen ja noch Zeichen und Wunder. Überall fanden sich Teiche und Tümpel. In einem dieser trüben Tümpel, der Bethlehem  genannt wurde, geschah es: Das Wasser schlug Blasen, es gurgelte vernehmlich und plötzlich teilte sich die Oberfläche. Der Kopf eines Frosches erschien, er schüttelte sich ein wenig und gab ein laut vernehmliches „Quak“ von sich. Niemals zuvor hatte man in diesem Teich Vergleichbares wahrgenommen, nie war Laich gesichtet worden – kein Anzeichen, dass so etwas je geschehen könnte. Ein Frosch entsteht ganz ohne Laich, das ist ein Wunder! Und das begab sich zu der Zeit, als gerade am Himmel der Halleysche Komet vorbeizog, ein deutliches Zeichen des Unheils. So wurde es jedenfalls immer gesehen.

Von den nahe gelegenen Teichen kamen sie herbeigehüpft, um das ungeheuerliche Geschehen zu betrachten. „Ich bin die Mutter“ quakte eine Fröschin voller Freude und nahm sich des Winzlings an. Ihr Ehemann schaute zwar etwas betroffen, denn er war ja nicht der Vater, aber er stellte keine weiteren Fragen und fügte sich in sein Schicksal. Frau Fröschin, die aus dem Nachbarteich Nazareth stammte, hatte sofort eine griffige und allgemeinverständliche Erklärung parat, wie es denn zu diesem Wunder gekommen sein könnte, wo doch allen klar war, dass Herr Frosch nicht der Vater sein konnte: „Es war ein Geist, der mich des nachts überkam“. Damals glaubte man so etwas und beließ es dabei, schließlich kursierten viele solcher Stories im Lande. Warum sollte man der Frau also die Freude nehmen?

Der frische Frosch wuchs heran und entwickelte sich prächtig. Seine Lieblingsbeschäftigung war quaken. Er quakte von früh bis spät und sammelte viele um sich, die ihm gerne zuhörten, so schön machte er das. Diese Zuhörer nannten sich Jünger, obwohl sie zumeist viel älter waren als der junge Quaker*. Er wurde immer bekannter, auch in den Kreisen, die damals das Land beherrschten. Das waren die Kröten und die sprachen eine ganz andere Sprache als die heimischen Frösche. Sie waren mit ihrer Sprache und ihrer überlegenen Technik ins Land der Frösche eingedrungen und hatten diese sehr bald unterjocht. Den Emporkömmling nannten sie in ihrer „lingua“ Rana. Es lässt sich nicht mehr genau klären, warum sie die weibliche Form benutzten. Wahrscheinlich lag es daran, dass der Fremde bei allem Quaken immer sehr sanftmütig daherkam und niemandem mit guten Ohren etwas zuleide tat. Oder vielleicht war es auch nur eine frühe krötische Variante von Gender Mainstreaming. Wie auch immer: die Frösche hielten sich an die Bezeichnung.

Rana zog dann eines Tages in das Zentrum der Krötenmacht. Einige der Frösche glaubten, dass dies nun ihr zukünftiger König sei, der sie endlich von der Herrschaft der Kröten befreien könne. Andere, die Einflussreichen und Gelehrten, sahen sich in ihrer Kooperation mit den Kröten gestört und betrachteten den Eindringling als Aufwiegler und Aufrührer. Als Rana keinen Hehl aus seiner Verachtung für die Kollaborateure machte, riss denen schließlich der Geduldsfaden. Es kam wie es kommen musste: Sie schwärzten Rana bei den krötischen Besatzern an. Die waren zwar nicht völlig überzeugt, dass der junge Quaker wirklich eine Gefahr für das Krötenimperium darstellen könne – aber endlich willigten sie ein, den Störenfried zu beseitigen. Zu jener Zeit war es üblich, jede Art von Verbrechern nach krötischem Brauch an ein Kreuz zu nageln, bis der Delinquent, daran hängend, jämmerlich zu Grunde ging. Das war nicht sehr nett, aber moderneres Material zur Störenfriedbeseitigung stand eben damals nicht für Verfügung.

Zur Verhöhnung Ranas brachten die Kröten eine Inschrift auf dem Querbalken des Kreuzes an – wie oben zu sehen. Für diejenigen, die heutzutage Krötisch nur unzulänglich  oder überhaupt nicht mehr beherrschen sollten: RNRR steht für Rana Nazarena Regina Ranarum, was etwa so viel heisst wie „Frosch aus Nazareth, Königin aller Frösche“. Damit wollten sie jegliche Hoffnung der Frösche auf Widerstand gegen die Kröten endgültig zunichte machen.

Alles verlief zunächst nach Plan, doch dann ging so gut wie alles schief. Rana starb zwar wie vorgesehen. Doch er dachte gar nicht daran, den Weg ins Frosch-Jenseits anzutreten. Unvermittelt wachte der Totgeglaubte wieder auf und hüpfte munter quakend weiter durch die Gegend. Er berichtete von seinen Begegnungen mit dem spirituellen Vater, dem er seine Existenz verdankte und dass nun fortan alle Frösche dies zu glauben hätten. Schließlich aber verließ er seine Jünger. Der Tag des Abschieds wird bis auf den heutigen Tag mit Biergelagen und bunten Ausflügen gefeiert, seltsamerweise nur von den männlichen Fröschen. Diejenigen, die dem nun verschwundenen Quaker glaubten, nannten sich fortan Ranisten und sie verbreiteten die Botschaft Ranas über die ganze Welt.

Die Existenz der frohen Botschaft dieses Artikels verdanken wir dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Er verhindert, dass nunmehr Ranisten daherkommen können, um den Urhebern solcher Erzählungen mit unsinnigen Vorwürfen wie „Blasphemie“ oder ähnlichem an die Karre fahren zu können. Herzlichen Dank, Gerichtshof!

Wenn nun das Gericht noch die Güte hätte, den Koran mit Grimms Märchen auf eine Stufe zu stellen, wäre auch hier der mögliche Blasphemie-Vorwurf ausgeräumt.

*Quaker ist ganz schlicht der Begriff für jemanden, der quakt. Mit einer ähnlich lautenden Gemeinschaft im fernen Amerika hat er nichts zu tun.